Mit Rasenschnitt, Hackschnitzel oder Laub auf deinen Beeten zu mulchen ist der Geheimtipp schlechthin, wenn du ohne viel Arbeit eine dicke Ernte einfahren willst! Deswegen zeige ich dir heute, wie du mit dem richtigen Mulchmaterial durchstartest und wie du Mulch-Fehler auf dem Weg zum pflegeleichten Gartenglück am besten gleich überspringst!
Inhaltsverzeichnis:
Ein pflegeleichter Garten dank Mulchen!
Wie funktioniert Mulchen?
Mulchmaterial von Ast- bis Rasenschnitt
Woher bekomme ich Mulch?
Auf die Plätze – fertig – Mulch!
Ein pflegeleichter Garten dank Mulchen!
Rasenschnitt, Hackschnitzel, Laub – dir schwirrt der Kopf: Was ist Mulchen denn nun schon wieder? Das schauen wir uns jetzt an. Vielleicht weißt du es noch nicht, aber Mulch ist quasi dein bester Freund im Garten – ihr müsst euch nur noch kennenlernen! Er nimmt dir das Gießen ab, Jäten dauert mit ihm nur noch drei Minuten und beim Düngen hat er scheinbar Zauberkräfte. So einen Freund brauchst du? Dann ist Mulchen genau dein Ding.
Na, dann schauen wir mal, dass ihr euch schleunigst kennenlernt, der Mulch und du! Das ist zum Glück gar nicht schwer. Denn beim Mulchen schaust du dir einfach ab, wie die Natur „gärtnert“. Da gibt es keine brachliegenden Flächen, alles ist bewachsen oder mit Laub und anderen organischen Materialien bedeckt.
Oder hast du in der Natur schon mal einen nackten Boden gesehen? ;) Eher nicht, oder? Da wo die Erde besonders lebendig und nährstoffreich ist, bleibt sie stets von einer dicken Schicht aus Laub, Zweigen oder anderem Material bedeckt. Diese Schicht dient als eine Art Schutzschild und hält den Boden dunkel, feucht und luftig. Und genau das machen wir beim Mulchen nach!
Während der Baum sich mit seinen Blättern selbst mulcht, müssen wir dafür im Garten das richtige Mulchmaterial organisieren. Und wir brauchen, je nach Material, auch die richtige Technik! Beim Mulchen mit Rasenschnitt, Laub und Co. gibt es nämlich auch ein paar Stolperfallen.
Wenn du es aber einmal raushast, kannst du mit Mulch im Gemüsegarten viel Arbeit und Zeit sparen. Du willst richtig durchstarten, und deine gemulchten Beete auch perfekt bepflanzen? Dann habe ich hier etwas für dich: Meinen ultimativen Pflanzplan! Trage einfach deine Email-Adresse ein und der Plan flattert in dein Postfach. So steht der dicken Ernte nichts mehr im Weg!
Aber erstmal der Mulch! Also nichts wie los, her mit dem Gartengold!
Wie funktioniert Mulchen?
Mit Mulchen meinen wir das Abdecken des Bodens, meistens mit organischem Material wie Hackschnitzeln oder Rasenschnitt. Große Gärtnereien nutzen auch Folien. Damit erreichen sie aber nicht alle Vorteile, die das Mulchen so bietet – und das sind wirklich viele:
1. Mulchen verhindert Verschlämmung
Ein offener Boden neigt bei starken Regengüssen zum Verschlämmen. Das hast du sicher schonmal gesehen: der Boden verschließt seine Poren und bekommt eine harte Kruste. Das Wasser kann dann nicht mehr so gut in den Boden eindringen, sondern fließt einfach davon. Für die Bodenqualität bedeutet Verschlämmung Alarmstufe Rot!
Auch der Gasaustausch zwischen Boden und Luft funktioniert bei Verschlämmung nicht mehr gut. Im verschlämmten Zustand ist der Boden außerdem sehr anfällig für Erosionen. Und das gilt es zu vermeiden, denn Boden wächst ja bekanntlich nicht so gut nach. ;)
Mulch verhindert das Ganze: Eine Schicht Rasenschnitt fängt die Wucht der Regentropfen ab und bremst sie aus. So kann dein Boden das Wasser in Ruhe aufnehmen und bleibt dabei intakt. Juchuu!

2. Krabbeltierchen lieben Mulchbeete
Mulchen im Garten schützt den Boden vor Temperaturschwankungen. Im Hochsommer vermeidest du, dass sich der Boden sehr erhitzt und im Winter friert er nicht so schnell. Darüber freuen sich auch die vielen kleinen Bodenlebewesen, die sich um deine Beete kümmern!
Oft finden die Krabbeltierchen organischen Mulch, zum Beispiel Rasenschnitt, auch ziemlich lecker. Regenwürmer ziehen sich solchen Mulch mit Vergnügen in ihre Gänge. So durchmischen sie Mulch und Boden auf ganz natürliche Weise – kein Umgraben nötig!
Die fleißige Arbeit von Regenwürmern, Mikroorganismen und Co. unterstützt den Aufbau einer krümeligen Bodenstruktur. So können deine Gemüsepflanzen ihre Wurzeln viel entspannter in den Boden strecken.
3. Die Wunderwaffe macht deinen Boden nährstoffreich
Du servierst den kleinen Bodentierchen und Mikroorganismen also ein Mulch-Festessen! Während sie genüsslich mampfen, setzen sie wertvolle Nährstoffe für deine Tomaten und Kartoffeln frei. Das ist doch mal ein ziemlich dickes Dankeschön. ;) Diesen „Kompost auf dem Beet Effekt“ bringt dir Folie natürlich nicht!
4. … und baut die Humusschicht auf
Indem du zum Beispiel Rasenschnitt auf deinen Beeten verteilst, baust du die Humusschicht auf. Du entnimmst deinen Beeten nicht nur Nährstoffe, sondern gibst kontinuierlich zurück. So kann dein Boden viel mehr CO2 binden. Solche kleinen Gartenkreisläufe können ein echter Klimabeitrag sein und bereichert deinen Boden allemal!
5. Mulch ist ein Unkrautstopper
Durch die Mulchschicht wächst viel weniger Unkraut, was natürlich superpraktisch ist!
Eine dicke Schutzschicht verhindert, dass Licht an die Unkrautsamen in der Erde gelangt und hinter sie so am Wachsen.
6. Mit Mulchen sparst du Wasser
Und last but not least: Durch Mulch hindurch kann das Wasser im Boden nicht so schnell verdunsten. Der Boden bleibt also viel länger feucht. Im trockenen Sommer bedeutet das eine immense Arbeits- und Wasserersparnis!
Das sind also die Superkräfte von Mulch. Du pflegst deinen Boden und machst die Welt gleichzeitig ein bisschen grüner. Ganz nebenbei wirst du noch „Gartenabfälle“ wie Rasenschnitt los und sparst dir viel Arbeit. Yay!
Mulchmaterial von Ast- bis Rasenschnitt
Generell kannst du dir schonmal merken: Frisches Material wie Rasenschnitt zersetzt sich schnell und ist reich an Stickstoff. Braunes, holziges oder strohiges Material braucht länger. Braune Materialien enthalten nämlich wesentlich mehr Kohlenstoff und weniger Stickstoff.
Wie beim Kompost, spielt deswegen auch beim Mulchen das Verhältnis von kohlenstoffhaltigen (C) zu stickstoffhaltigen (N) Ausgangsmaterialien eine große Rolle. Der Trick ist, beim Mulchen ein C:N-Verhältnis von 15 bis 20:1 anzustreben. Deswegen mischst du braune Materialien zum Mulchen am besten immer mit grünen Materialien (zum Beispiel Holzhackschnitzel und Rasenschnitt). Sonst droht deinen Pflanzen ein Stickstoffmangel – das nimmt deine Tomaten dir ganz schnell übel!

Tipp: Du hast gerade nur braunes Material? Auch ein Guss mit Brennnesseljauche bringt Stickstoff in dein Mulchmaterial!
Beim Mulchmaterial gibt’s zum Glück ganz viele Möglichkeiten! So findet jeder das passende für sich und seinen Garten: Stroh, Heu, Holzhackschnitzel, Pappe*, Erntereste, Silage, Laub oder Rasenschnitt sind möglich. Im Notfall aber eben auch Folien oder Gewebestoffe aus Plastik. Sie alle haben ihre Vor- und Nachteile und die schauen wir uns jetzt mal genauer an!
Mulchen mit Rasenschnitt
In den meisten Gärten fällt viel Rasenschnitt an! So hast du deine eigene Mulchquelle gleich neben den Beeten. Grüner wird’s nicht: Dein Rasenschnitt bringt richtig Stickstoff mit und verrottet schnell. Das C:N-Verhältnis von Rasenschnitt liegt etwa bei 10:1.
Aber Vorsicht: bringst du den frischen Rasenschnitt zu dick auf deine Beete, kann das zu Schimmel führen. Deswegen ist es schlau, die Mulchschicht nach und nach aufzubauen. Eine Schicht darf etwa fünf Zentimeter dick sein. Hilfreich ist es auch, wenn der Rasenschnitt vorher etwas antrocknen konnte.
Mulche also lieber nicht nur ein Beet dick mit Rasenschnitt. Verteile ihn locker auf alle Beete und wiederhole das Ganze regelmäßig. So bekommen deine Beete immer genau so viel „Futter“ wie sie auch verdauen können. ;)
Und noch ein wichtiger Tipp: Rasenschnitt ist super, weil er keine Samen enthält. Um „Wiesenschnitt“ mit Samen von Wildpflanzen und Gräsern machst du lieber einen großen Bogen. Du willst ja keine Wildblumenwiese auf deinem Beet aussäen…

Mulchen mit Stroh, Laub oder Holzhackschnitzeln
Das sind die Kandidaten, die viel Kohlenstoff mitbringen! Wenn du deine Beete mit diesen Materialien mulchen willst, ist es wichtig, das zu bedenken.
Laub und Stroh haben nämlich C:N-Verhältnisse von 50 bis über 100:1. Und Holzhackschnitzel können sogar noch höher liegen. Damit es deinen Pflanzen nicht an Stickstoff fehlt, mischst du einfach stickstoffhaltige Materialien wie Rasenschnitt dazu.
Auch ganz wichtig: Dein Mulch sollte immer oben auf der Beetoberfläche liegen bleiben. Pass also lieber auf, es nicht in Kompost oder Erde darunter einzuarbeiten.
Kleiner Tipp: Die kantigen Holzhackschnitzel mögen die Schnecken bei mir überhaupt nicht, während Stroh sie eher anzieht. ;)
Mulchen mit Rindenmulch
Dieses Material ist ein Nebenprodukt aus der Fortwirtschaft und besteht meistens aus gehäckselter Rinde von Fichten, Kiefern und Douglasien. Der Nachteil vom Mulchen mit Rindenmulch ist, dass diese Nadelgewächse viele Gerbstoffe enthalten. Die können nützlich für die Unterdrückung von Unkraut sein. Leider können aber auch bei zarten Jungpflanzen Wachstumsstörungen auftreten.
Tendenziell wird der Boden durch Rindenmulch zu sauer für die meisten Gemüsepflanzen. Deswegen würde ich Rindenmulch für das Staudenbeet oder für Wege nutzen, aber nicht für das Gemüsebeet.
Mulchen mit Silage
Silage ist durch Milchsäurebakterien haltbar gemachter Rasenschnitt. Fermentierter Mulch sozusagen! Im Frühjahr, wenn du im Garten richtig loslegen willst, ist Rasenschnitt meistens Mangelware. Da kommt die Silage oft gerade richtig! Die ist nämlich, einmal siliert, jederzeit einsatzbereit.

Natürlich bedeutet die Herstellung von Silage auch einen Mehraufwand an Arbeit, aber manchmal ist es die ja auch wert! Und wir wissen ja, wie gesund Fermentiertes für uns alle ist – da macht der Boden keine Ausnahme.
Bei der Ausbringung von Silage als Mulch habe ich einen wichtigen Tipp für dich: Am Anfang kann sie etwas Ammoniak ausgasen. Dadurch können Schäden an deinen Pflanzen entstehen. Das kannst du aber ganz einfach verhindern. Bringe dafür die Silage etwa zwei Wochen, bevor du deine Jungpflänzchen auspflanzt, auf den Beeten aus.
Mulchfolie oder Bändchengewebe
Diese Mulchmaterialien sind wirklich effektiv darin, Unkräuter zu unterdrücken! Sogar Wurzelunkräuter haben es bei dem dicken Bändchengewebe schwer. Die schwarze Farbe der Folie wärmt den Boden auch ordentlich auf. Das kann es besonders für wärmeliebende Pflanzen, wie Paprika, Süßkartoffeln oder Auberginen so richtig gemütlich machen!
Allerdings bestehen die meisten Folien aus Plastik und daher fällt jede Menge Müll (und auch Mikroplastik) an. Deinen Bodenlebewesen machst du mit der Plastikfolie auch nicht die größte Freude. Kein Futter für die lieben Kleinen!
Es gibt mittlerweile auch biologisch abbaubare Folien, aber diese halten immer nur ein Jahr – am Ende findest du dann auch größere Stücke noch im Boden und im Gebüsch. Nicht so schön, finde ich. Bändchengewebe sind robuster und du kannst sie mehrere Jahre nutzen, hast dann aber dauerhaft Plastik im Garten. Für mich ist das daher auch ein No-Go.
Du merkst schon: Ich bin einfach kein großer Freund vom Mulchen mit Plastik im Gemüsebeet. Ich liebe meine natürlichen Materialien im Garten und das Gefühl, meinem Boden auch etwas Futter zurückgeben zu können. ;)

Woher bekomme ich Mulch?
Alles schön und gut, aber woher nehme ich denn jetzt den ganzen Mulch? Gerade bei großen Beetflächen ist das manchmal echt nicht so einfach!
Wenn deine Freunde dich gut kennen, wissen sie bald, dass sie dir mit einer Ladung Rasenschnitt eine echte Freude machen können. Aber wie heißt es so schön? „Viele Wege führen zum Mulch“ – oder so ähnlich. Also hier ein paar Routen:
Selber machen!
Im Garten fallen viele organische Materialien an, die du supergut zum Mulchen verwenden kannst. Rasenschnitt beim Mähen, oder Holzhackschnitzel und Laub beim Schneiden der Bäume und Sträucher.
Wenn du ein Beet frei hast, kannst du auch gezielt Gründüngerpflanzen wie Klee anbauen. Den kannst du dann mehrmals im Jahr rupfen oder schneiden, um ihn zum Mulchen zu benutzen.
Dabei ist es wichtig, dass du die Pflanzen während oder vor der Blüte schneidest. Rupfst du zu spät, besteht die Gefahr, dass sich schon Samen gebildet haben. Schwupps, hast du Klee in deinem Gemüsebeet ausgesät!
Eine tolle Sache ist es auch, Erntereste gleich an Ort und Stelle zu lassen. Wenn du also äußere Salatblätter, Stiele oder ähnliches nicht nutzt, gib es dem Boden gleich zurück. Du kannst es etwas zerkleinern und direkt die beerntete Stelle mulchen. Einzige Gefahr hierbei: Für Schnecken ist das ein gefundenes Fressen! Wenn du also eh schon mit den schleimigen Mistviechern zu kämpfen hast, dann lass von dieser Methode lieber die Finger.
Ich finde es immer total hilfreich, hier in Kreisläufen zu denken. Der Boden hat für deine Rote Beete Nährstoffe abgegeben. Wenn du nur erntest, wird er irgendwann ausgelaugt sein. Gibst du aber alles, was du nicht brauchst, gleich zurück, fütterst du deinen Boden. Und zwar mit genau den Stoffen, die er an dieser Stelle gegeben hat. Ziemlich ausgefuchst, oder?
Oft kannst du den Umweg über den Kompost sparen und gesunde Gemüseteile so gezielt kompostieren.
Kann ich Mulchmaterial auch kaufen?
Wenn in deinem Garten nicht genug Rasenschnitt und Laub zum Mulchen anfallen, kannst du natürlich auch Mulch kaufen. Stroh und Heu findest du zum Beispiel auf dem nächsten Bauernhof.
Achte dabei darauf, dass möglichst wenig Samen enthalten sind. Außerdem ist mir immer wichtig, dass es sich um Biomaterial handelt. Gespritztes Weizenstroh bringt dir nämlich ganz undercover Pestizide und Herbizide in dein Gemüsebeet – nein danke!
Holzhackschnitzel gibt es häufig sehr günstig bei Baumpflegebetrieben. Die können dir meistens auch genau sagen, welche Baumarten in der Ladung sind. So gehst du sicher, dass keine Nadelbäume deinen Boden sauer machen.
Auf die Plätze – fertig – Mulch!
Du willst noch mehr Gartentipps und Tricks, wie du Schritt für Schritt einen herrlichen Gemüsegarten anlegst? Dann komm unbedingt in meinen „Gemüsegarten starten“-Onlinekurs. Dort bekommst du das geballte Gartenwissen und eine tolle Community, die dir mit Rat und Tat den Rücken stärkt!
Dann kann ich nur noch sagen: auf geht’s mit dem Mulchabenteuer! Vergiss nicht, dir den Pflanzplan zu sichern. Schnapp dir deinen Lieblingsmulch und füttere deinen Boden mit Rasenschnitt, Laub, Ernteresten, eben allem, was du hast. Dein Boden wird es dir auf jeden Fall mit einer dicken Ernte danken. Damit nicht nur dein Beet, sondern die ganze Welt ein bisschen grüner wird!
Pflegeleicht und extra dick ernten klingt gut? Dann schmöker doch mal hier vorbei, da findest du alles, was du wissen musst:
Die 7 größten Fehler beim Mulchen von Gemüsebeeten
8 Schritte zum unkrautfreien Gemüsegarten – ganz natürlich!
10 Tipps für einen pflegeleichten Gemüsegarten
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Liebe Marie
Ich habe eine Frage zum Mulch aus Holzhackschnitzel. Bei uns in Frankreich
sind die Holzhackschnitzel aus Tannenholz ( Tannensterben…) Kann ich ihn zusammen
mit Rasenschnitt, der ja bald anfällt – auch auf die Gemüsebeete u. unter dieBeerensträucher geben? Ist es jetzt noch einwenig zu früh, da der Boden noch nass/kalt ist?
Ich danke Dir herzlich für eine Rückmeldung. Karina
Hallo Karina,
ja, das kannst du so machen und funktioniert richtig gut. Achte darauf, dass die Hackschnitzel ohne Rindenanteile sind ;)
Viele Grüße,
Katja vom Wurzelwerk Team