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Frühkartoffeln: Der erste Kartoffel-Snack im neuen Gartenjahr

Ich freue mich jedes Jahr aufs Neue, auf Kartoffelschatzsuche zu gehen und die ersten Frühkartoffeln aus dem Boden zu holen. Diese Freude möchte ich mir dir teilen! Deswegen zeige ich dir, wie du Frühkartoffeln anbaust und welche Sorten sich gut eignen und besonders lecker sind. Zum Schluss verrate ich dir noch zwei tolle Rezepte für deine Frühkartoffeln – Los geht’s!

Inhaltsverzeichnis:
Frühkartoffeln – Was macht sie so besonders?
Ab ins Beet: Frühkartoffeln pflanzen
Kartoffelfest: Frühkartoffeln ernten
7 Leckerbissen: Frühkartoffeln Sorten
Gaumenschmaus: Frühkartoffeln Rezept

Frühkartoffeln – Was macht sie so besonders?

Frühkartoffeln sind die schnellsten Kandidaten im Kartoffelbeet, denn sie brauchen nur 90-110 Tage, bis du sie ernten und deinen ersten Kartoffelsnack der neuen Gartensaison genießen kannst. Nach einer Zeit von überlagerten Kartoffeln bringen Frühkartoffeln neue Frische auf den Teller. Wichtig ist, dass du deine Frühkartoffeln innerhalb von 10 Tagen verspeist, denn sie besitzen noch keine vollständig ausgereifte Schale und sind somit nicht gut lagerfähig.

Möchtest du deine Kartoffeln über den Winter lagern, lässt du die Pflanze und die Knollen richtig abreifen. Mittelfrühe und späte Kartoffelsorten bleiben viel länger im Boden (140-160 Tage). Die Schale ist dann richtig fest an der Knolle, sodass du sie wunderbar lagern kannst.

Fun Fact: Wusstest du, dass die ersten Kartoffeln für den Supermarkt meist in wärmeren Regionen wachsen und von weit hergeflogen kommen? Dabei können wir uns das ganze Jahr mit Kartoffeln selbstversorgen. Im Frühsommer sind die Lagerkartoffeln halt nicht mehr die Knackigsten. Aber umso schöner ist es, die ersten eigenen Frühkartoffeln zu ernten und dann so richtig zu schlemmen. ;)

Ab ins Beet: Frühkartoffeln pflanzen

Kleine Quizfrage: Wenn Frühkartoffeln super früh gepflanzt werden, sind sie dann schneller erntebereit? Na, weißt du die Antwort? Ich verrate sie dir!

Frühkartoffeln sind genauso Frostbeulen wie späte Kartoffeln und wollen nicht zu früh in die Kälte. Den Namen Frühkartoffeln tragen die Sorten nicht, weil sie früh gepflanzt werden können, sondern weil sie schneller wachsen. Deswegen sind sie früher erntereif.

Du baust zum ersten Mal Kartoffeln an? Dann schau dir gerne auch meinen Grundlagen Artikel zum Kartoffel-Anbau an: Kartoffeln pflanzen und anbauen – die ultimative Anleitung!

Kartoffelpflanze mit Holzhackschnitzel

Ein guter Zeitpunkt, um Kartoffeln zu pflanzen, ist zwischen Mitte und Ende April. Wenn du in einer wärmeren Region wohnst, kannst du die Kartoffeln sogar schon Anfang April pflanzen. Wichtig ist nur, dass es keine starken Nachtfröste mehr gibt, wenn die jungen Kartoffeln aus der Erde schauen.

Die richtigen Profis bauen Frühkartoffeln oft unter einem Vlies an, sodass sie früher gepflanzt und noch früher erntereif sind. So wie es Weinbau-Regionen gibt, gibt es auch Frühkartoffeln-Anbauregionen. Dort ist es besonders warm – du findest sie in der Pfalz, in Baden-Württemberg und in Niedersachsen.

Genau wie bei allen anderen Kartoffeln auch fängt der Anbau der Frühkartoffeln damit an, die Kartoffeln vorzukeimen. Wie Kartoffeln vorkeimen genau funktioniert, erkläre ich dir hier.

Möchtest du zu deinen Frühkartoffeln eigene Kräuter anbauen und ernten? Dann hol dir meinen kostenlosen Kräuter-Plan. So kannst du den Quark zu den Frühkartoffeln gleich mit eigenen Kräutern verfeinern! :)

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    Kartoffelfest: Frühkartoffeln ernten

    Warst du schon mal auf einem Kartoffelfest? Ich kenne solche Feste aus dem Spätsommer und Herbst, wo es allerlei Gerichte aus Kartoffeln gibt. Auf einem Kartoffel-Hoffest gibt es einfach alles aus Kartoffeln: Kartoffelpuffer, Kartoffelsuppe, Bratkartoffeln, Kartoffelpizza und Kartoffelklöße mit Pflaumen.

    Zu dem Zeitpunkt gibt es jedoch keine Frühkartoffeln mehr. Die Frühkartoffelernte ab Anfang Juli ist mein persönliches Kartoffelfest, weil die ersten Knollen einfach so super lecker sind.

    Das Besondere bei der Ernte der Frühkartoffeln: du holst sie aus dem Boden, wenn die Pflanzen noch grün sind. Den richtigen Zeitpunkt, wann du loslegen kannst, verrät dir die Pflanze. Sobald sie nicht mehr blüht, ist es so weit. Du ziehst die Pflanze aus dem Boden und sammelst die ersten Frühkartoffeln ein – Jippieh!

    Zu diesem Zeitpunkt ist die Schale deiner Kartoffeln noch nicht ausgereift und lässt sich mit dem Daumen leicht von der Knolle ziehen. Da du die Knollen so nicht lagern kannst, holst du dir am besten nur so viele Kartoffeln aus der Erde, wie du in den kommenden Tagen verzehrst. Nach und nach erntest du dann deine Frühkartoffeln aus dem Boden.

    Fun Fact: Du kannst auch einen Teil der Knollen von späteren Sorten vor der Abreife ernten, wenn sie noch nicht schalenfest sind. Den anderen Teil lässt du einfach im Boden. Sobald die Kartoffeln schalenfest sind (das erkennst du daran, dass sich die Schale nicht mehr mit dem Daumen abziehen lässt), kannst du eine größere Menge ernten und einlagern.

    Kartoffelernte mit Händen

    7 Leckerbissen: Frühkartoffeln Sorten

    Klassische Frühkartoffelsorten sind sehr frühe Sorten (90-110 Tage bis zur Ernte) und frühe Sorten (110-120 Tage bis zur Ernte). Ich habe hier sieben tolle Frühkartoffel-Kandidaten für dich, die ich dir genauer vorstelle möchte. Interessierst du dich auch für mittelfrühe und späte Sorten, schau dir gerne meinen Bericht über meinen Geschmacktest verschiedener Kartoffelsorten an.

    Annabelle – die Schöne

    Sie ist eine der sehr frühen Kartoffeln und ein Klassiker im Erwerbsanbau. Entstanden ist sie im Jahr 2002 in den Niederlanden. Als festkochende und wohlschmeckende Sorte wird sie der Frühkartoffel rund um gerecht.

    Anuschka – die Gute

    Mit guten Erträgen bringt dir die Frühkartoffel Anuschka eine reiche Ernte. Sie ist 2004 in Deutschland entstanden. Als sehr frühe und festkochende Sorte kannst du sie für den ersten eigenen Kartoffelsalat verwenden.

    Roter Erstling – Duke of York

    Diese Sorte hat nicht nur einen königlichen Namen, sondern schmeckt auch hervorragend. Diese alte schottische Sorte gibt es schon seit 1891 und ist eine der sehr frühen Frühkartoffeln. Und noch immer erfreut uns die vorwiegend festkochende Sorte mit ihrem kräftig süßen Geschmack.

    Glorietta – die Lagerfähige

    Diese Frühkartoffel Kandidatin zeigt eine gute Keimruhe, weswegen du sie nach der Schalenreife auch bis ins Frühjahr gut lagern kannst. Sie zählt deswegen zu den sehr frühen bis frühen Sorten. Die festkochende Kartoffel zeichnet sich durch einen sehr aromatischen Geschmack aus und ist die jüngste in meiner Auflistung. Sie gibt es seit 2012.

    La Ratte – die Feinschmeckersorte

    Diese Feinschmeckersorte ist 1872 in Frankreich entstanden und zählt zu den sehr leckeren Frühkartoffel-Sorten. Leider ist sie etwas anfällig im Anbau und bringt nicht die höchsten Erträge. Als sehr frühe und festkochende Sorte bringt sie dir jedoch den ersten Gaumenschmaus der Kartoffelsaison.

    Rosara – die Rotschalige

    Rosara ist eine vorwiegend festkochende Frühkartoffel mit einer cremigen Konsistenz. Sie ist eine sehr frühe bis frühe Sorte und sehr robust.

    Sieglinde – die Klassische

    Dieser alte Klassiker hält sich wacker und ist die älteste zugelassene Kartoffelsorte aus Deutschland. Sie ist nicht die früheste Frühkartoffel, braucht also ein paar Tage länger, aber dann landet sie als leckere Salatkartoffel mit festkochenden Eigenschaften auf unseren Tellern.

    Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

    Sortentipps habe ich nicht nur für Kartoffeln, sondern auch für Tomaten und alte Apfelsorten im Gepäck. ;)

    Gaumenschmaus: Frühkartoffeln Rezept

    Klassisch gehört die Frühkartoffel zur Spargelsaison. Neben Spargel á la Sauce Hollandaise kannst du noch viele weitere leckere Gerichte mit deinen Frühkartoffeln zaubern. Für mich sind Ofenkartoffeln aus Drillingen das Beste. Drillinge ist eine Bezeichnung für die ganz kleinen Kartoffeln, die normalerweise aussortiert werden. Dazu ein leckerer Wildkräuterquark und das Essen ist perfekt. Wenn du ein Knoblauch-Fan bist, empfehle ich dir, Schnittknoblauch in deinen Garten zu holen. Der passt auch wunderbar in einen Kräuterquark.

    Ofenkartoffeln in Pfanne

    Ofenkartoffeln mit Wildkräuterquark

    • 500 g Kartoffeln (Drillinge)
    • 250 g Quark
    • 1 Becher Schmand
    • Wildkräuter (zum Beispiel: Girsch, Knoblauchsrauke, Spitzwegerich, Vogelmiere, Löwenzahnblüte, Gänseblümchen)
    • Zitronensaft
    • Salz und Pfeffer
    • Öl

    Deine frisch geernteten Kartoffeln wäschst du gut ab. Nach dem Abtrocknen der Knollen mischst du sie mit Öl und Salz und verteilst sie auf einem Backblech. Deine Ofenkartoffeln backst du im vorgeheizten Ofen bei 200 °C für 30-40 Minuten.

    Während der Backzeit wäschst und schneidest du die Wildkräuter und mischst sie mit zwei Teelöffeln Schmand und einem Schuss Zitronensaft in den Quark. Dazu gibst du eine Prise Salz.

    Bist du ein Spargelfan, aber Spargel mit Sauce Hollandaise liegt dir zur schwer im Magen? Dann empfehle ich einen gemüsigen Kartoffelsalat mit grünem Spargel – ganz ohne Butter oder Mayonnaise.

    Frühkartoffelsalat mit grünem Spargel

    Als erstes setzt du deine Kartoffeln als Pellkartoffeln oder Salzkartoffeln mit Wasser auf den Herd. Den grünen Spargel schälst du und schneidest die holzigen Enden ab. Den Spargel garst du in Salzwasser, bis er bissfest ist.

    Während deine Kartoffeln und dein Spargel abkühlen, säuberst und schneidest du die Radieschen, die Pilze und die Frühlingszwiebeln. Sind deine Kartoffeln und der Spargel abgekühlt, schneidest du beides klein und mischst es mit den restlichen Zutaten.

    Guten Appetit!

    Habe ich dich überzeugt?! Mit Frühkartoffeln kannst du den ersten Kartoffel-Leckerbissen der Saison aus deinen Beeten holen. Die noch nicht schalenfesten Knollen erntest du einfach nach Bedarf aus dem Kartoffelbeet. Im Erntezeitpunkt und der Reifedauer unterscheidet sich die Frühkartoffel von der Lagerkartoffeln – Lagerkartoffeln erntest du schalenfest. Ansonsten baust du die Frühe genauso an wie alle anderen Kartoffeln.

    Ist es dein großer Traum, dich nicht nur mit Kartoffeln selber zu versorgen? Dann trag dich in meinem Newsletter rund um das Thema Garten und Selbstversorgung ein.

    Du möchtest noch ein bisschen weiter schmökern? Auch zu anderen Gemüsesorten habe ich ausführliche Artikel geschrieben:  

    Gurken pflanzen, anbauen und ernten – die komplette Anleitung!

    Tomaten anbauen: 7 ultimative Tipps für eine dicke Ernte!

    Kürbis pflanzen – der komplette Guide vom Säen bis zum Ernen 

    Baust du auch Frühkartoffeln an? Und ab wann bringst du sie in die Erde? Verrate mir auch gerne dein Frühkartoffel-Lieblingsrezept!

    Kategorie: Garten, Gemüse-Anleitungen, Selbstversorgung

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    4 Kommentare

    1. Kristina sagt

      Hallo liebes Wurzelwerkteam,

      kann ich Kartoffeln auch in einem frisch angelegten Kompostbeet pflanzen oder ist die Pappe da im Weg? Liebe Grüße Kristina

      • Jacky von Wurzelwerk sagt

        Huhu Kristina,

        das hat bei mir letztes Jahr einwwandfrei funktioniert, die Pappe durchweicht sehr schnell und hindert die Kartoffeln nicht in ihrem Wachstum- :)

        Viele Grüße
        Jacky von Wurzelwerk

    2. Evi Döhler-Herzing sagt

      Hallo Marie,
      Deine Beiträge sind super und ich habe auch schon megaviel gelernt…
      Nur eine Frage: ich habe ein Beet, welches wenige Kräuter und Erdbeeren besitzt ich aber gerne dieses Jahr daraus ein Kompostbeet machen würde…..soll ich die Pflanzen rausholen und erst nach dem Kompost wieder einsetzen?
      Danke für deinen Rat ,liebe Grüße Evi

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Huhu Evi,
        wie schön, dass du Freude an den Beiträgen hast :) „enn du das Beet mit Pappe und Kompost anlegen möchtest, dann ergibt es schon Sinn, wenn vorher dort keine Pflanzen im Beet sind. Also kannst du gern die Pflanzen raus nehmen, so vorsichtig wie möglich, sie so zwischenlagern, dass sie nicht austrocknen und dann wieder einpflanzen.
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

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