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Kartoffelsorten-Garten

14 Kartoffelsorten stellen sich einer knallharten Jury

Mein Stiefpapa ist wirklich der Beste. Er hat mir zum Geburtstag Kartoffeln von 21 verschiedenen Sorten geschenkt, von traditionellen alten Sorten bis hin zu Exoten, von denen ich noch nie etwas gehört hatte.

Das schreit natürlich nach einem lustigen Kartoffel-Abend mit Geschmacks-Bewertung. Genau das haben wir gemacht. Bei unserem großen Kartoffelsorten-Geschmackstest habe ich einige neue Lieblinge entdeckt, die sich jetzt schon einen Platz für die nächste Garten-Saison in unserem Gemüsegarten gesichert haben. Vielleicht ist ja auch die eine oder andere Inspiration für dich dabei.

Ich bin ja ein großer Kartoffel-Fan. Trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass es solche Geschmacksunterschiede unter den einzelnen Sorten gibt. Kartoffel ist schließlich Kartoffel! Oder nicht? Lies selbst:

Unser Kartoffelsorten-Geschmackstest: Das sind die Ergebnisse

Violetta

Kartoffelsorten-für-Garten-Violetta

Die Violetta war die schönste unter allen Kartoffelsorten, die wir probiert haben. Mit ihrer dunklen lilafarbenen Schale und dem violetten Fleisch, das auch nach dem Kochen noch eine kräftige Farbe behält, ist sie schon etwas Besonderes. Violetta ist eine festkochende Kartoffel. Unter allen lilafarbenen Kartoffeln, die wir probiert haben, hat sie auch nach dem Kochen die schönste Farbe. Geschmacklich allerdings fanden wir sie aber ziemlich langweilig. Weil wir uns einig sind, dass der Geschmack wichtiger ist als das Aussehen, bekommt die Violetta nur 5 von 10 Punkten.
Diese Infos habe ich zum Anbau von Violetta gefunden:
Reifezeit: mittelfrüh
Sehr guter Ertrag, unkompliziert

Eersteling

Kartoffelsorten-für-Garten-Eersteling

Eersteling hat einen tollen und kräftigen „speckigen“, leicht süßlichen Geschmack und eine schöne, feste Konsistenz. Sie ist eine vorwiegend festkochende Kartoffel. 8 von 10 Punkten
Reifezeit: früh
Nur gering anfällig für Kraut- und Knollenfäule, sollte früh geerntet und nicht gelagert werden

Rosemarie

Kartoffelsorten-für-Garten-Rosemarie

Rosemarie ist eine hübsche rosafarbene festkochende Kartoffel. Sie schmeckt mild, aber nicht langweilig, und hat eine gute Konsistenz. Trotzdem war sie kulinarisch gesehen keine große Besonderheit und bekommt daher 6 von 10 Punkten.
Reifezeit: früh bis mittelfrüh
Guter Ertrag, pflegeleicht

Rosa Tannenzapfen

Kartoffelsorten-für-Garten-Rosa-Tannenzapfen

Die Rosa Tannenzapfen sind saulecker. Wenn ich mich Sorte entscheiden müsste, welche Kartoffelsorte am besten schmeckt, sind es die Tannenzapfen. Sie schmecken richtig intensiv und würzig und sehen auch ganz hübsch aus. Deswegen gibt es auch 10 von 10 Punkten. Die Rosa Tannenzapfen sind festkochend und eine der ältesten bekannten Kartoffelsorten.
Reifezeit: sehr spät
Geringer Ertrag, gut lagerfähig

Mayan Gold

Kartoffelsorten-für-Garten-Mayan-Gold

Mayan Gold hat eine cremige, tolle Konsistenz. Sie schmeckt sehr gut und leicht nussig. Deswegen gibt’s auch für sie die Bestnote: 10 von 10 Punkten. Sie ist eine festkochende Sorte mit relativ kleinen Knollen. Die Kochzeit von Mayan Gold beträgt nur 10 Minuten, sodass man sie sehr gut ungekocht zu Bratkartoffeln verarbeiten kann.
Reifezeit: früh
Geringer Ertrag, nicht lange lagerfähig

Desiree

Kartoffelsorten-für-Garten-Desiree

Desiree war nicht mein Fall. Sie schmeckte eher mild bzw. langweilig und hat keinen von uns für sich begeistern können. Auch die Konsistenz fanden wir nur mittelmäßig. Deswegen gibt’s für sie 4 von 10 Punkten. Desiree ist eine vorwiegend festkochende Kartoffel mit großen Knollen.
Reifezeit: mittelfrüh
Hohe Erträge, verträgt auch Trockenheit und bedeckt schnell den Boden, sodass weniger Unkraut zwischen den Reihen wächst; gut lagerfähig

Aeggeblomme

Kartoffelsorten-für-Garten-Aeggeblomme

Aeggeblomme ist eine traditionelle dänische Sorte und ist nach ihrem kräftig-gelbem Fruchtfleisch benannt (Aeggeblomme = Eigelb). Geschmacklich hat uns diese festkochende Sorte nicht beeindruckt. Sie hatte keinen besonderen Eigengeschmack, sondern war wie Desiree auch eher langweilig. Im großen Kartoffel-Rating hat sie 5 von 10 Punkten erreicht.
Reifezeit: mittelfrüh

Heiderot

Kartoffelsorten-für-Garten-Heiderot

Puuh, langsam geht mir das Vokabular aus, um die Geschmacksunterschiede in Worte zu fassen. :D Heiderot würde ich als mild-nussig bezeichnen. Mit ihrer roten Schale sieht sie sehr hübsch aus und ich kann mir vorstellen, wie viel Spaß es macht, die leuchtenden Knollen auszubuddeln. Geschmack und Konsistenz bekommen von uns 6 von 10 Punkte. Sie ist ganz lecker, aber umgehauen hat sie uns nicht. Heiderot ist eine festkochende Kartoffel.
Reifezeit: mittelfrüh

Die besten Kartoffelsorten für deinen Garten: Weißt du nicht, welche Kartoffelsorten du in deinem Garten pflanzen sollst? Dann bist du hier genau richtig. #kartoffel #gemüsegarten

Pinn mich!

Bamberger Krumbeere

Kartoffelsorten-für-Garten-Bamberger-Hörnchen

Die Bamberger Krumbeere ist eine alte Sorte, die auch unter dem Namen Bamberger Hörnchen verkauft wird. Die Sorte ist festkochend. Von den Bamberger Hörnchen habe ich schon viel Gutes gehört und mich richtig auf sie gefreut. Leider war ich beim Probieren ziemlich enttäuscht. Zumindest meine Test-Kartoffel hat ziemlich tröge geschmeckt und hatte fast keinen Eigengeschmack. Deswegen bekommen die Bamberger Hörnchen im Kartoffelsorten-Geschmackstest leider nur 4 von 10 Punkten.
Reifezeit: spät
Sehr robust im Anbau

Ackersegen

Kartoffelsorten-für-Garten-Ackersegen

Ackersegen ist eine mehlige Kartoffel und geschmacklich eher im Mittelfeld anzuordnen. Zumindest als Pellkartoffel war sie eher langweilig. Vielleicht macht sie sich im Kartoffelbrei besser. Hat jemand von euch diese Sorte schon einmal selber angebaut? Im Kartoffel-Geschmackstest hat sie 4 von 10 Punkten geholt.
Reifezeit: spät, sollte gut ausreifen, damit sie eine feste Schale bekommt
Hohe Erträge, robust

Blaue Schweden

Kartoffelsorten-für-Garten-Blaue-Schweden

Die Blauen Schweden hatten wir dieses Jahr auch im Garten. Geschmacklich ist sie um einiges besser als Violetta, allerdings hält sich die violette Farbe des Fruchtfleisches beim Kochen nicht so schön. Die Blauen Schweden bekommen 7 von 10 möglichen Punkten. Die Sorte ist leicht mehligkochend.
Reifezeit: mittelfrüh
Guter Ertrag, robust

La Ratte

Kartoffelsorten-für-Garten-La-Ratte

La Ratte ist sehr lecker. Sie hat einen milden und sehr angenehmen Geschmack und eine tolle, feste Konsistenz. Sie ist eine festkochende Gourmet-Kartoffel. Im großen Kartoffelsorten-Geschmackstest hat sie 9 von 10 Punkten bekommen. Der Anbau von La Ratte ist leider nicht ganz einfach, aber ich kann gut verstehen, warum viele Gärtner sie trotzdem pflanzen. Sie schmeckt wirklich sehr fein. :)
Reifezeit:
Anfällig für Krautfäule, braucht eine gleichmäßige Wasserversorgung und muss nach Absterben des Krautes schnell aus dem Boden geholt werden

Odenwälder Blaue

Kartoffelsorten-für-Garten-Odenwälder-Blaue

Ganz ehrlich: Beim Aufschneiden der Kartoffel fand ich, dass sie mit dem blassen Fruchtfleisch nicht besonders appetitlich aussieht. Aber, holla, war die lecker! Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Die mehlige Odenwälderin hat im Kartoffelsorten-Geschmackstest 9 von 10 Punkten geholt.
Reifezeit: mittelfrüh
Widerstandsfähig gegen Viruskrankheiten, anfällig für Schorf, mag eine gleichmäßige Wasserversorgung

Nicola

Kartoffelsorten-für-Garten-Nicola

Nicola hat einen intensiven, süßen, sehr leckeren Geschmack. Auch die Konsistenz hat uns überzeugt. Ihre Punktezahl: 8 von 10. Nicola ist eine festkochende Sorte. Nicola ist nicht nur lecker, sondern lässt sich auch problemlos anbauen. Deswegen ist sie gleich auf die Liste der Kartoffelsorten gewandert, die nächstes Jahr in unserem Garten wachsen werden.
Reifezeit: früh
Hoher Ertrag, trockentolerant, robust

Du kannst dir nicht vorstellen, wie vollgefressen wir nach unserem Kartoffelsorten-Geschmackstest waren! Wir haben relativ schnell gemerkt, dass man von jeder Sorte nicht mehr als eine Scheibe essen kann, damit noch Platz für die anderen bleibt. Aber manche waren einfach so lecker, dass ich sie ganz aufessen musste. :)

Der Kartoffelabend hat jedenfalls richtig viel Spaß gemacht und ich habe viele tolle Sorten entdeckt. Nicola, die Odenwälder Blaue und die Rosa Tannenzapfen möchte ich nächstes Jahr im Garten anbauen. Warum Kartoffeln in unserer Selbstversorgung so wichtig sind, erfährst du übrigens hier.

Falls du mit deinen Freunden auch einen Kartoffelsorten-Geschmackstest veranstalten möchtest: Hier hat mein Vater die Kartoffeln gekauft. Es gibt die Sets ClassicExotic und Feinschmecker. Wir hatten alle drei, haben uns bisher aber nur durch die Sorten aus Classic und Exotic probiert.

Fun Fact: Wusstest du, dass Kartoffeln mit rotem oder lilafarbenen Fruchtfleisch gesünder sind als gelbe? Die Farbpigmente schützen die Pflanzen nämlich vor freien Radikalen. Und weil freie Radikale auch Menschen schaden können, ist es besser, bunte Kartoffeln zu essen. Außerdem machen bunte Kartoffeln gleich viel mehr Spaß, findest du nicht?

Welche Kartoffelsorten möchtest du nächstes Jahr in deinem Garten anbauen? Hast du eine Lieblingssorte? Falls wir deiner Lieblingssorte Unrecht getan haben, hast du jetzt die Chance, sie zu verteidigen. ;)

Selbstversorger Tipps Selbstversorgung für Anfänger

Selbstversorgung für Anfänger – 10 Tipps um loszulegen

Ich freue mich immer riesig, wenn ich Emails von euch bekomme. Eine Frage ist dabei in den letzten Wochen so oft aufgekommen, dass ich ihr heute einen eigenen Artikel widmen möchte. Viele von euch sind Feuer und Flamme, Selbstversorger*innen zu werden, wissen aber nicht, wie und wo sie anfangen sollen und fragen nach Tipps.

Wir alle sind in einem System aufgewachsen, das auf Abhängigkeit basiert. Ich meine, wir ziemlich gut darin, Essen einzukaufen, es selbst anbauen können aber die wenigsten. Wir können Backups, Screenshots und Selfies machen, aber kein Feuer. Wir können Zeit vor dem Fernseher totschlagen, aber ein Kaninchen töten für’s Mittagessen? WLAN finden wir überall, aber Essen finden im Wald? Wer kann das heutzutage schon noch?

Und ganz ehrlich? Ich glaube, dass das fatal ist! Ich meine nicht, dass wir alle so leben sollen wie vor 200 Jahren – im Gegenteil. Aber wir sind dank unserer überspezialisierten Hightech-Gesellschaft so entfremdet, dass wir ohne Supermarkt schlichtweg nicht überlebensfähig wären. Das kann doch nicht das Ziel unserer Evolution sein.

10 Tipps für Selbstversorger: Wie du Gemüse anbaust, einen Wintervorrat anlegst und welche Tiere sich für Anfänger am besten eignen.
Pinn mich!

Aber – als die Kinder des Kapitalismus, die wir nun einmal sind – wo zum Henker sollen wir anfangen, wenn wir genau das ändern wollen? Kein Wunder, dass da erstmal Ratlosigkeit aufkommt. In die Selbstversorgung zu starten ist ja ein ziemlich großes Projekt.

Hier kommt also der Versuch einer Antwort auf die Frage: „Hast du Tipps für angehende Selbstversorger? Was sind die ersten Schritte in Richtung Selbstversorgung?“

Versuch deswegen, weil diese Frage zu beantworten gar nicht so leicht ist. Denn:

1. Den einen Weg gibt es nicht

Was bedeutet Selbstversorgung überhaupt für dich? Was ist es, das du an deinem Leben ändern möchtest, und nach was sehnst du dich? Was sind deine Gründe, in Richtung Selbstversorgung gehen zu wollen? Das sind ziemlich elementare Fragen, und als ich sie für mich beantwortet habe war mir viel klarer, was ich als nächstes tun wollte. Selbstversorgung ist für jede und jeden etwas anderes.

Für mich bedeutet Selbstversorgung Freiheit. Es bedeutet, dass ich mir meine Zeit frei einteilen kann und zusammen mit meinen beiden Lieblingsmenschen – meinem Freund und unserem Sohn – an der frischen Luft arbeite.

Selbstversorgung bedeutet für mich nicht, mich modernen Errungenschaften zu verweigern, sondern sie zu genießen, ohne abhängig von ihnen zu sein. In allererster Linie bedeutet Selbstversorgung für mich, dass ich die elementarsten Bedürfnisse meiner Familie selbst erfüllen kann.

Das ist ein hohes Ziel und wir sind alles andere als perfekt. Immerhin müssen wir immer noch viele Lebensmittel zukaufen und auch wenn wir vieles selber machen, gibt es immer auch Dinge, bei denen sich das in unseren Augen nicht lohnt. Aber was wir machen, fühlt sich verdammt gut an. Jedes Jahr kommen wir unseren Zielen näher und lernen unglaublich viel.

Der Begriff „Selbstversorgung“ ist nichts weiter als genau das: ein Begriff. Mach daraus, was immer du willst. :) Es gibt nicht den einen Weg, anzufangen. Die Hauptsache ist, dass du deinen eigenen Weg findest.

2. Gemüsegarten anlegen

Ich wusste von Anfang an, dass ich möglichst viel von dem, was wir verbrauchen, selbermachen will, vor allem Lebensmittel. Klar, eine 100%ige Selbstversorgung ist so gut wie unmöglich, vor allem, wenn man auf bestimmte Luxusgüter nicht verzichten möchte (zum Beispiel Schokolade… ;)).

Und obwohl ich einige Selbstversorger*innen kenne, die ihr eigenes Getreide anbauen und dreschen, ist das uns bisher immer zu aufwändig vorgekommen, auch wenn es mich kitzelt, das mal auszuprobieren. Aber zumindest was Obst und Gemüse und tierische Produkte angeht, wollen wir uns möglichst komplett selbstversorgen.

Deswegen war einer meiner ersten Schritte, das verunkrautete kleine Beet in unserem Garten zu beackern und ein paar Samen auszubringen. Daraus hat sich eine große Gartenliebe entwickelt und das Gärtnern ist immer noch das, was mir an unserer Selbstversorgung am wichtigsten ist und am meisten Spaß macht.

Ich weiß, dass viele von euch gerne eigenes Obst und Gemüse anbauen würden, aber nicht genug Zeit dafür haben. Wenn es dir genauso geht, habe ich hier genau den richtigen Artikel für dich.

3. Haltbarmachen

Einkochen, einlegen, dörren, fermentieren… Das alles kannst du auch lernen, wenn du noch keinen eigenen Garten hast. Ich habe mir die verschiedensten Haltbarmach-Methoden beigebracht, indem ich auf dem Wochenmarkt große Mengen Obst oder Gemüse gekauft habe, das gerade Saison hatte. Damit habe ich dann geübt und war später, als wir dann genug selbst angebaut haben, schon ein richtiger Haltbarmach-Profi.

Tipps für Selbstversorger Anfänger
Fermentierter Mangold

4. Warum du ein Haushaltsheft führen solltest

Egal, ob aus dem Garten, von den Tieren oder gekauft – es ist super interessant, zu wissen, wie viel man wovon tatsächlich benötigt. Deswegen notiere ich mir genau was wir verbrauchen und führe ein Heft, in das ich alles eintrage.

Diese Infos sind für meine Gartenplanung sehr wichtig, denn so weiß ich, was ich wann und in welchem Mengen anbauen muss. Falls es dich interessiert: In meinem Anfänger-Guide Selbstversorgung starten beschreibe ich nochmal genauer, wie wir unseren Bedarf ermitteln.

5. Haushaltsprodukte und Kosmetik selbst herstellen

Egal ob Zahnpasta, Putzmittel oder Deo – es ist fast immer günstiger und gesünder, diese Sachen selbst herzustellen. Und meistens ist das auch gar nicht schwer. Apfelessig, Natron, ätherische Öle, Heilerde und verschiedene Fette bilden die Grundlage für so ziemlich alle Haushaltsprodukte und Kosmetik, die ich selber mache. Solange ich die dahabe, brauche ich nur ein paar Minuten, um genug davon für ein paar Wochen anzurühren.

6. Kleidung selbermachen

Nahrung, Wasser, Schlaf, Unterkunft und Wärme sind die elementarsten menschlichen Bedürfnisse. (Und natürlich Liebe, damit sind wir hier auch gut versorgt. ?) Es ist ein tolles Gefühl, Kleidung für meine Familie herzustellen und meine Liebsten damit warm zu halten. Das ist genauso elementar für mich wie das Gärtnern, und ich liebe es, zu spinnen, zu filzen oder zu stricken. Vielleicht hast du ja auch Lust darauf?

Tipps für Selbstversorger: Spinnrad spinnen

7. Wie wär’s mit Hühnern?

Hühner sind das typische „Einsteiger“-Tier für angehende Selbstversorger*innen. Um Hühner zu halten, braucht man keinen großen Garten. Sie sind klein, einfach zu handhaben und brauchen verhältnismäßig wenig Pflege. Wenn du dir unsicher bist, ob Hühner zu dir und deinem Alltag passen: Hier helfe ich dir, es herauszufinden.

8. Sammeln

Heilpflanzen, Wildkräuter, Pilze, Baumaterial – die Natur liefert uns all das im Überfluss. Das einzige was wir machen müssen, ist, diese Sachen zu erkennen und zu lernen, wann wir uns davon etwas nehmen können. Schließlich wollen wir die Natur nicht plündern, sondern im Gegenteil zu ihr zurückzufinden.

Wenn ich sammeln gehe, nehme ich immer nur so viel von etwas, dass ich selbst nicht merken würde, dass etwas davon fehlt. Wer weiß, welche Wildkräuter essbar sind, muss in seinem Garten theoretisch kein Blattgemüse mehr anbauen. Das gibt es alles ganz ohne Aufwand am Wegrand – sogar im Winter.

9. Fähigkeiten lernen

Das allerwichtigste sind in meinen Augen die Fähigkeiten, die wir uns auf unserem Weg aneignen. Bauen, Körbe flechten, Felle gerben, filzen… Es gibt so viele nützliche Dinge, die man lernen kann und die obendrein richtig Spaß machen! Falls du Ideen suchst, schau doch mal in meinen Artikel mit dem Titel „25 Selbstversorger-Fähigkeiten, die du lernen kannst, wenn du noch in der Stadt lebst“.

10. Der wichtigste Tipp von allen

Mach einfach das, worauf du am meisten Lust hast. Es ist egal, wie du anfängst, Hauptsache, du fängst an. :) Es gibt viel zu viele Menschen, die ihren Traum vor sich herschieben und immer meinen, dass es jetzt gerade nicht so gut passt oder dass sie sich ja später immer noch Zeit dafür nehmen können. Natürlich ist es wichtig, zu träumen. Aber noch viel wichtiger ist es, anzufangen.


Was hast du schon zu verlieren? Allein die Tatsache, dass du diesen Blogartikel liest, bedeutet, dass du verglichen zum Großteil der Menschen auf diesem Planeten extrem privilegiert und wohlhabend bist. Niemand von uns wird sterben oder auch nur einen Abend hungrig schlafen gehen, wenn er den Sprung wagt und seinen Träumen nachgeht. Manchmal hilft es, sich vorzustellen, was das Schlimmste wäre, das passieren könnte, wenn man es einfach macht. So furchterregend ist das gar nicht, oder? :)

Was bedeutet Selbstversorgung für dich? Was waren deine ersten Schritte bzw. wie werden deine ersten Schritte aussehen? Hast du Tipps zum Thema Selbstversorgung für Anfänger? Ab damit in die Kommentare!
Interview-Jean-Martin-JM-Fortier-Market-Gardener-Bio-Gemüse-erfolgreich-direktvermarkten

Market Gardener Jean-Martin Fortier über Gemüsebau auf kleiner Fläche

Ich freue mich sehr, meinen neuesten Interviewgast vorzustellen: Jean-Martin Fortier, den Market Gardener. Wenn du dich mit dem Thema Gemüsebau auseinandersetzt, kennst du ihn vermutlich. An ihm führt mittlerweile ja kaum noch ein Weg vorbei. :)

Falls du ihn nicht kennst: Jean-Martin Fortier hat einen Hof in Kanada, der nicht einmal einen Hektar groß ist. Dort baut er sehr erfolgreich Bio-Gemüse an und hat spannende Methoden entwickelt, um auf kleinster Fläche ohne Traktor eine große Ernte einzufahren. Sein Buch „The Market Gardener“ wurde auf Anhieb zum Bestseller und ist seit Anfang des Jahres auch auf Deutsch erhältlich: Bio-Gemüse erfolgreich direktvermarkten.

Es war sehr inspirierend, ihn zu treffen, und er hat sich viel Zeit genommen, die tollen Fragen zu beantworten, die ihr mir zugeschickt habt. Ich wünsche euch viel Spaß beim Interview!

Marie: Hey JM! Vielleicht magst du dich nochmal selbst vorstellen?

Jean-Martin: Klar! Meine Frau und ich betreiben seit 2004 eine kleine Farm bzw. einen „Market Garden“. Wir benutzen in unserem Garten nur Handgeräte und keinen Traktor. Wir verkaufen das Gemüse, das wir anbauen, zweimal pro Woche auf Wochenmärkten und in einer CSA (= solidarische Landwirtschaft) an hundert Familien. Diese Familien bezahlen das Gemüse also, bevor sie es bekommen, was uns viel Sicherheit gibt. So haben wir uns unser Business aufgebaut, von dem wir gut leben können. Wir haben uns ein Haus gebaut und sind viel auf Reisen. Im Winter machen wir eine dreimonatige Farm-Pause und arbeiten im Sommer Vollzeit auf unserem Hof.

Marie: Was ihr macht ist wirklich beeindruckend! Ich kann jedem nur empfehlen, sich mal genauer anzuschauen, was ihr euch da aufgebaut habt. Die erste Frage kommt von Inga. Sie möchte wissen, ob ihr einen Plan B hattet, als ihr angefangen habt, Gemüse anzubauen, oder ob ihr damals alles auf eine Karte gesetzt habt?

Jean-Martin: Ich mag ihre Frage! Ich habe niemals einen Plan B. Ich habe Erfolg in dem, was ich tue, weil ich niemals Zweifel an dem habe, was ich tue. Für mich geht es immer nur vorwärts und ich möchte jeden ermutigen, das genauso zu tun.

Wenn du Star Wars schaust, weißt du, dass Yoda sagt: „Tu es oder tu es nicht.“

Marie: Stimmt! Wenn es kein Zurück gibt, dann muss man dafür sorgen, dass diese eine Sache funktioniert. Und das wird sie dann in aller Regel auch.

Jean-Martin: Ganz genau. Selbstzweifel, Marie, sind ein schlimmes Gift!

Marie: Seh ich genauso. Die nächste Frage kommt von Jutta. Sie schreibt, dass sie sehr beeindruckt davon ist, wie produktiv eure Farm ist. Sie fragt: „Warum glaubst du, dass kleinbäuerliche Betriebe besser funktionieren als große Höfe?“

Jean-Martin: Ich sehe da zwei große Gründe. Erstens verkauft ein kleiner Hof wie meiner direkt an seine Kunden. Es baut also eine direkte Beziehung auf. Ich baue eine Beziehung zu dir auf und ich bin dein Farmer. Und du bist eine der Familien, die ich ernähre, und ich sorge für dich. So eine Beziehung aufzubauen, ist sehr schwer, wenn man einen großen Hof hat.Du hast dann einfach nicht die gleiche Verbindung zu den Leuten.

Außerdem gibt es bei uns keinen Mittelmann. Ich verkaufe mein Gemüse direkt und ich kriege den Cash. Es verdient niemand mit; wir bekommen 100% von dem was wir erwirtschaften. Deswegen brauchen wir gar keine große Farm. Wir haben 200 bis 250 Kunden und wir haben keine hohen Kosten. Wir haben nicht viel Land, wir haben keine großen Kühlhäuser, wir haben nicht viele Angestellte, wir halten alles sehr klein und vor allem sehr schlank. Schlank ist ein gutes Wort, um zu beschreiben, was wir tun.

tolles Interview mit Market Gardener Jean-Martin Fortier: JM Fortier, auch bekannt als "Market Gardener", baut auf weniger als einem Hektar Gemüse für mehr als 200 Familien an. Ganz ohne Traktor. Ich durfte ihm Fragen stellen und herausgekommen ist ein tolles Interview darüber, wie man Gemüse auf kleiner Fläche oder im eigenen Garten anbauen kann. #Gemüsegarten #marketgarden #gemüseanbauen #selbstversorger #selbstversorgung

Pin mich!

Marie: Da es auf meinem Blog hauptsächlich um Selbstversorgung geht, möchte Lea wissen, inwiefern du deine Methoden ändern würdest, wenn du nur für dich und deine Familie anbauen würdest?

Jean-Martin: Oh, das wäre sehr anders… Wobei, weißt du was, ich mag das! Selbstversorgung ist der Grund, warum wir mit unserer Farm angefangen haben. Wir wollten auf unserem Hof sein, wir haben unser Haus gebaut, die Teiche gegraben, ich schlage mein Holz im Wald… Wir führen also quasi einen „Selbstversorger-Lifestyle“ und verdienen unser Geld mit dem Garten. Ich glaube also, dass nichts anders machen würde. Ich bin sehr zufrieden damit, wo wir jetzt sind.

Marie: Würdest du nicht sagen, dass man weniger Geräte braucht, wenn man nur einen kleinen Garten bewirtschaftet?

Jean-Martin: Ja, allerdings muss man ja irgendwie Geld verdienen. Das Gärtnern ist einfach unser Ding. Ich würde also wahrscheinlich den ganzen Tag gärtnern und meinen Garten immer weiter vergrößern, sodass man den Überschuss verkaufen kann. Und dann: Market Gardener again.

Marie: Markus hat mir geschrieben, dass er in seinem Garten große Erfolge mit Mischkultur erzielt. (Und wir auch, das ist wirklich eine spannende Frage.) Deswegen möchte er wissen, welche Gründe ihr habt, auf eurem Hof keine Mischkultur zu betreiben?

Jean-Martin: Der Grund, warum wir kaum Mischkultur machen, ist, dass wir jede Woche neues Gemüse aussäen. Wir müssen die Übergänge von einer Gemüseart zur nächsten sehr gut managen. Wo Rettich gestanden hat, wächst als nächstes Salat, dann kommen Rüben, dann Spinat… Wir müssen die Beete also sehr schnell wieder freimachen. Bei zwei Gemüsearten in einem Beet wäre es für uns deswegen sehr schwierig, einen guten Anbauplan zu erstellen.

Marie: Die nächste Frage ist von Josy: „Hinterfragst du manchmal den Einsatz von Plastik auf deiner Farm?!?!“ (Jean-Martin benutzt viele Kulturschutznetze gegen Schädlinge und Folien, um Unkraut zu unterdrücken.)

Jean-Martin: Nein. Ich finde, dass Plastik wundervoll ist, wenn man es aus guten Gründen einsetzt. Und gesundes Essen anzubauen und natürliche Lebensräume auf deinem Hof zu schaffen, ist in meinen Augen ein sehr guter Grund. Ich halte Plastik wirklich für ein sehr gutes Werkzeug. Wir dürfen außerdem nicht vergessen, dass sich die Dinge schnell ändern. Deswegen setze ich auf Sachen, die modular sind und die recycelt werden können. Wir werfen kaum Plastik weg, wir verwenden es immer wieder, für viele verschiedene Dinge. Deswegen finde ich es absolut okay, Plastik zu verwenden.

Marie: Okay! Erika hat eine Frage zu dem Online-Kurs, den du ab Dezember verkaufen wirst. Sie fragt: „Wie detailliert wird dieser Online-Kurs sein und wird er vom Inhalt her ähnlich sein wie das Buch?“

Jean-Martin: Der Kurs ist sehr anders. Ich mag ihre Frage! Ich würde ihr sagen, dass sie den Trailer zum Kurs anschauen soll und wenn sie mir sagen könnte, was sie darüber denkt, würde ich mich sehr freuen. Also: Im Buch habe ich beschrieben, wie man eine Farm designet und startet. Im Online-Kurs möchte ich die Methoden aufzeigen, wie man die einzelnen Gemüsearten vom Samen bis zur Ernte anbaut, in Video- und Textformat. Mein Ziel ist es, Methoden zu vermitteln, die sehr effektiv sind. Gleichzeitig wirst du eine „Peer Group“von Leuten haben, die dieselben Videos anschauen. So kannst du dich austauschen und mit Leuten aus der ganzen Welt über das diskutieren, was du gelernt hast. Das Ziel ist es, deine Produktion immer effizienter zu gestalten, mit kleinen Tricks und Techniken. Der Kurs ist sehr detailliert, ich zeige jeden einzelnen Schritt in diesen Videos.

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Mehr Informationen

Marie: Das klingt verlockend… :) Jenny möchte wissen, ob es dein Familienleben beeinträchtigt, dass du jetzt auf der größeren Farm arbeitest. Siehst du deine Familie jeden Tag und wie ist es, nicht mehr auf deinem eigenen Hof zu arbeiten?

Jean-Martin: Das ist eine sehr liebe Frage! Ich verlasse meine Farm jeden Morgen und komme abends wieder. Dann bin ich bei meinen Kindern und wir spielen Fußball. Später habe ich dann Zeit für meine Frau. Es hat meine Familie beeinträchtigt, aber ich würde es nicht als negativ bezeichnen. Maude-Hélène kann die Farm jetzt alleine betreiben…

Marie: …was ziemlich beeindruckend ist!

Jean-Martin: Ja! Sie hat wirklich viel gelernt und macht das gerne. Und ich selbst wachse an dem neuen Projekt, an meiner neuen Farm. Wir nehmen uns an den Wochenenden viel Zeit für die Familie. Mein einer Junge ist jetzt dreizehn, er hängt jetzt viel mit seinen Freunden ab und mit Mädchen… Da bin ich gar nicht mehr so gefragt.

Marie: Robert möchte wissen, ob es Fehler gibt, die du bei Menschen, die einen Market Garden nach deinen Prinzipien anlegen, häufiger siehst?

Jean-Martin: Ja! Viele! Zu viele! Manchmal verstehen die Leute nicht, was ich sage. Ich bringe Menschen bei, Gemüse auf weniger als einem Hektar und ohne Traktor anzubauen. Und keinen Mist zu verwenden, sondern Kompost. Oft kommen Leute zu mir, die sagen: Ja, aber ich habe vier Hektar und einen Traktor und ich habe diesen Haufen alten Pferdemist. Dann kultivieren sie ihre ganzen Felder und bringen den Pferdemist aus, überall wächst Unkraut, und dann verlieren sie die Kontrolle. Der Traktor und die Fläche sind also die beiden größten Fallstricke, die ich sehe.

Wenn du anfängst, dann sehr klein. Wenn man das unter Kontrolle hat, kann man größer werden. Kein Traktor – Handgeräte. Die gehen nicht kaputt, man kann sich auf sie verlassen und sie kosten nicht viel. Und dann vergrößerst du deinen Garten im selben Maße wie dein Business wächst. Du hast jedes Jahr neue Kunden. Du fängst mit 50 Familien an, dann belieferst du 70 Familien, 150 und dann 200 Familien. Und das wächst im selben Maßstab wie dein Garten wächst.

Marie: Dankeschön, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast! Gibt es noch etwas, das du loswerden willst?

Jean-Martin: Ich möchte noch sagen, dass ich nächstes Jahr wieder in Deutschland sein werde. Ich weiß nicht wo oder wann, aber auf meiner Website wird man sehen, in welchen Städten ich Vorträge halte. Dann können wir alle in Verbindung bleiben.

Marie: Cool! Ich freu mich schon! Danke, Jean-Martin!

Jean-Martin: Es war mir ein Vergnügen!

Wichtig: Der Link zu JMs Buch am Anfang des Blogposts ist ein Partnerlink zu buch7, einer Alternative zu Online-Giganten wie Amazon. Wenn du über diesen Link einkaufst, wird ein Teil des Kaufpreises an soziale, ökologische und kulturelle Projekte gespendet. Natürlich zahlst du dafür keinen Cent extra. Aber falls du das Buch ohnehin kaufen wolltest: Warum nicht da? :)

Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop

Adventskalender für kleine Abenteurer & große Gartenfans

Adventskalender sind etwas sooo schönes – diese Neugier und das Kribbeln jeden Tag, wenn wieder ein Türchen geradezu darauf wartet, endlich geöffnet zu werden. Ich habe es schon als Kind geliebt, die lange Wartezeit bis Weihnachten so zu überbrücken. Und jetzt finde ich es immer noch ganz bezaubernd, anderen die dunkle und kalte Jahreszeit mit liebevollen kleinen Überraschungen zu versüßen. Mein Kopf sprudelt da nur so vor Ideen!

Inhaltsverzeichnis
DIY Adventskalender für kleine Abenteurer
24 Ideen für unvergessliche Erlebnisse
Wurzelwerk Adventskalender für große Gartenfans

DIY Adventskalender für kleine Abenteurer

Als mein Sohn drei war, habe ich ihm zum ersten Mal einen Adventskalender gebastelt. Ich wollte ihm aber nicht jeden Tag Süßkram oder Spielzeug schenken, von dem zuhause ohnehin schon genug herumflog. Die klassischen Schoko-Adventskalender fand ich vorher schon ziemlich einfallslos, und mal ganz ehrlich: An den Papp-Adventskalendern, bei denen man jeden Tag ein kleines Bildchen aufmacht, verliere ich selbst schon am 3. Dezember das Interesse.

Stattdessen sollte es etwas aufregendes sein, das meinem Sohn im Kopf bleiben würde. Wir waren damals schon richtige Abenteurer. Zusammen bauten wir Hütten, machten Lagerfeuer und konnten stundenlang zusammen durch den Wald streunen – egal bei welchem Wetter. Ich bin heute mehr denn je der Überzeugung, dass es immens wichtig ist, dass Kinder rauskommen. Nicht nur auf die Straße oder den Bolzplatz, sondern richtig raus, in die „wilde“ Natur.

„Kinder erinnern sich nicht an den schönsten Tag vor dem Fernseher.“

Aus diesen Gedanken ist dann der erste, selbstgebastelte Adventskalender mit 24 Untenehmungen für kleine Abenteurer entstanden. Ich fand den Gedanken, ihm lauter kleine gemeinsame, aufregende Erlebnisse – und somit eine unvergessliche Zeit zu schenken, ganz wunderbar.

Adventskalender

In jenem Jahr hatten wir einen tollen Advent! Zusammen haben wir jeden Tag ein kleines Abenteuer erlebt. Ich bin mir sicher, dass mein Sohn sich darüber viel mehr gefreut hat als über jedes materielle Geschenk – und das heute auch noch mehr davon übrig ist.

So geht’s:

Ich habe für jeden Tag ein kleines Bild gemalt, damit unser Sohn gleich erkennen konnte, was auf dem Programm stand. Die einzelnen Bildchen habe ich in Packpapier eingepackt und mit der jeweiligen Nummer beschriftet. Alles an einen Stock gehängt – fertig ist der selbst gemachte Abenteurer-Adventskalender!

Psssst: An ein paar Tagen musste ich schummeln und zwei Zettel vertauschen, wenn das Wetter mal nicht passte. Als zum Beispiel nicht genug Wind wehte, um einen Drachen steigen zu lassen. Aber die meisten Abenteuer lassen sich mit vernünftiger Kleidung bei jedem Wetter erleben!

Und klar, an manchen Tagen bleibt für Abenteuer nicht viel Zeit. Aber eine Viertelstunde oder zwanzig Minuten sollten doch immer irgendwie drin sein, vor allem, wenn man sich als Eltern abwechselt.

DIY Ideen für den eigenen Kinder Adventskalender

Hier sind meine Ideen für 24 unvergessliche Erlebnisse:

Diese 24 Erlebnisse waren im ersten Adventskalender für meinen Sohn. Wenn du noch mehr ähnliche Ideen hast, dann schreib sie super gern in die Kommentare unten!

  • Herbstblätter sammeln und pressen
  • ein Lagerfeuer machen
  • draußen verstecken spielen
  • Tannenzweige holen und das Haus mit ihnen schmücken
  • Pilze sammeln gehen
  • draußen übernachten
  • Schlehen sammeln gehen
  • draußen Geschichten lesen
  • Wildkräuter sammeln
  • schauen, welche Tiere wir unter Steinen finden
  • Drachen steigen lassen
  • Baumrinde abpausen mit Wachsmalkreide
  • unsere Gesichter mit Schlamm bemalen
  • Stockbrot machen
  • eine Nachtwanderung mit Fackeln machen
  • unser altes Vogelhäuschen reparieren
  • auf Bäume klettern
  • Kartoffeln im Feuer backen
  • draußen fangen spielen
  • Boote aus Baumrinde im Bach fahren lassen
  • Vögel beobachten
  • Fährten lesen
  • Zwergenhäuschen bauen
  • draußen Weihnachtslieder singen

Ein Wurzelwerk Adventskalender für große Gartenfans entsteht!

An einer Sache hat sich nichts geändert: Ich liebe es, anderen kleine Freuden zu machen und habe jahrelang die Ideen gesammelt, die für mich den perfekten Adventskalender ausmachen. Der absolute Traum-Adventskalender eines jeden großen Gartenfans!

In meiner Vorstellung sollte dieser Adventskalender aus möglichst wenig – dafür aber nachhaltiger – Verpackung bestehen, und lauter Überraschungen beinhalten, die allesamt nicht nur nützlich und praktisch, sondern auch richtig zauberhaft sind. Und natürlich soll der Kalender an sich ein echter Hingucker sein!

Dieses Jahr sind all die Ideen, die so lange in mir geschlummert haben, endlich Wirklichkeit geworden: Zum allerersten Mal gibt es einen Wurzelwerk Adventskalender!*

Er wird in der Form eines alten, winterlichen Gewächshauses daherkommen. Für den Inhalt habe ich mir mit viel Hin- und Herüberlegen und jeder Menge Herz eine Mischung aus Saatgut für den Gemüsegarten und allerlei toller Überraschungen mit Gartenbezug herausgesucht. Die Wahl ist mir nicht leicht gefallen – aber ich bin unfassbar glücklich mit dem Ergebnis!

Wenn du neugierig bist und mehr wissen magst, dann schau doch mal hier im Wurzelwerk Onlineshop vorbei*, da findest du mehr Infos und mit etwas Glück auch noch deinen diesjährigen Adventskalender!

Wurzelwerk Adventskalender

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Hast du eine tolle Adventskalender Idee? Und würdest du dich über den Wurzelwerk Adventskalender freuen?

*Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop

Was ist eigentlich Permakultur? So ganz konkret?

Permakultur ist irgendwie ein schwammiger Begriff, mit dem ich lange Zeit nicht viel anfangen konnte. Ich meine, Permakultur ist doch naturnaher Anbau mit Mischkultur und Mulchbeeten, Lebensräume für Nützlinge schaffen schaffen und sowas. Aber ist das nicht, was jeder naturverbundene Gärtner tut? Sind wir alle Permakulturisten? Klar hört man immer mal hier und da etwas von Permakultur, aber was bedeutet das konkret? Ihr seht schon: Ich hatte was die Permakultur angeht einigen Klärungsbedarf. Also habe ich mir einen Stapel Bücher aus der Uni-Bibliothek geholt, um die Frage zu klären:

Was ist Permakultur? So ganz konkret.

Das habe ich herausgefunden:

  • Permakultur bedeutet, von der Natur zu lernen und ihre Strukturen und Muster in die eigene Planung einfließen zu lassen.
  • Die Permakultur betrachtet das Große Ganze, das Zusammenwirken von unterschiedlichen Elementen. Jedes Element erfüllt mehrere Aufgaben und jede wichtige Aufgabe wird von mehreren Elementen erfüllt. Die einzelnen Elemente untereinander vernetzt und bilden ein stabiles System.
  • Permakultur bezieht sich gar nicht ausschließlich auf den Garten. Permakultur-Grundsätze lassen sich auf alle Lebensbereiche übertragen.
  • In der Permakultur möchte man verschiedene, unterschiedlich intensiv bewirtschaftete Zonen einrichten. Am intensivsten sind diejenigen Zonen bewirtschaftet, die nah am Haus liegen.
  • Eine hohe Vielfalt von Pflanzen, Tieren und Design-Elementen macht ein Permekultur-System stabil. Ein Permakultursystem soll stabil sein, damit es auf externe Veränderungen wie Trockenheit, Kälte oder Schädlinge reagieren kann.
  • Energie wird in einem Permakulursystem eingefangen und möglichst effizient genutzt. Dazu errichtet man beispielsweise Teiche, Steinmauern oder Sonnenfallen. Aber auch das Anlegen von möglichst kurzen Arbeitswegen bedeutet, Energie zu sparen.
  • Permakultur kommt von „permanent agriculture“, sie ist also permanent und soll langfristig möglichst ohne menschliches Eingreifen funktionieren.
  • Das Erschaffen von Kreisläufen spielt in der Permakultur eine große Rolle. Das können Kompostsysteme sein, Hügelbeete, nachhaltiger Bodenaufbau oder beispielsweise Aquaponicsysteme. Viele Permakulturisten lassen ihre Pflanzen zur Blüte kommen, sodass sie sich selbst aussäen. So wird immer weniger menschliches Eingreifen nötig.
  • In der Permakultur versucht man, das zu nutzen was da ist und Material und Energie möglichst regional zu beziehen.
  • Wasser wird an der höchsten Stelle des Grundstücks aufgefangen und gespeichert. Auf seinem Weg über das Grundstück passiert das Wasser möglichst viele Zwischenstationen, sodass es effizient genutzt wird. Dafür legen Permakulturisten zum Beispiel Swales und Teiche an. Wasser wird auch oft als Wärmespeicher genutzt.
  • In der Permakultur geht es darum, herkömmliche Denkmuster zu überwinden und nach positiven und kreativen Lösungen zu suchen.
  • Kein Permakultursystem ist wie das andere: Es ist immer an die jeweiligen lokalen Gegebenheiten angepasst und versucht, sie sich möglichst zunutze zu machen.

Das sind einige konkrete Ansätze, die ich mitgenommen habe. Permakultur ist ein ganzheitliches Konzept zwischen Mensch und Natur, heißt es. Und dass dabei Nachhaltigkeit und Miteinander im Fokus stehen, nicht Profitgier und Konkurrenz. Hört sich eigentlich ziemlich gut an, oder?

Sind wir Permakulturisten?

Ist das, was wir machen, jetzt Permakultur oder nicht? Diese Frage zu beantworten, ist mir auch nach meiner Recherche nicht besonders leicht gefallen. Klar, wir denken und arbeiten in Kreisläufen, wir schützen unseren Boden und bauen ihn auf. Wir erschaffen Lebensräume für Nützlinge und versuchen, mit der Natur zu arbeiten statt gegen sie.

Die unterschiedlichen Elemente in unserer Selbstversorgung übernehmen verschiedene Funktionen. Unsere Ziegen zum Beispiel geben nicht nur Milch und halten den Rasen kurz und das Gestrüpp in Schach. Sie liefern uns auch wertvollen Dünger und wir setzen sie gezielt gegen unsere Wühlmaus-Plage ein. Wir haben einen Waldgarten mit vielen Obst- und Nussbäumen und Beerensträuchern. Bevor wir hergezogen sind, hat sich ganze elf Jahre lang niemand mehr darum gekümmert und die Bäume tragen immer noch sensationell. (Zumindest hätten sie das, wenn die Spätfröste dieses Jahr nicht die meisten Blüten erwischt hätte… Letztes Jahr jedenfalls konnten wir uns vor Früchten nicht retten. :) ) Wenn das nicht permanent ist!

Was-ist-Permakultur-Ziegen

Aber wir werden unsere Grundstücke nicht mit Baggern ummodellieren und auch keinen Teich anlegen. Die Grundstücke gehören uns nämlich nicht, wir können also keine großen Veränderungen vornehmen. Davon abgesehen glaube ich gar nicht, dass es nötig ist, das Gelände zu verändern. Mit Wasser haben wir dank unserer Mulch-Methode nämlich keine Probleme.

Unsere Arbeitswege sind alles andere als optimiert. Unsere Grundstücke liegen zwar alle in Laufnähe zum Haus, aber ausgerechnet der Gemüsegarten ist am weitesten entfernt. Und auch wenn ich versuche, dass sich möglichst viel Gemüse selbst aussät, klappt das bisher nur bei wenigen Arten zuverlässig. Unser Garten ist also noch weit davon entfernt, ein permanentes System zu sein. Im Frühling ist also eine Menge Arbeit nötig, damit das wächst, was wachsen soll.

Ich finde die Ansätze, von denen ich in den Permakultur-Büchern gelesen habe, auf jeden Fall sehr spannend und bin inspiriert, mehr davon umzusetzen.

Moehren Saatgut

Hier sind ein paar konkrete Permakutur-Elemente, die ich übernehmen will:

  • Baumscheiben mit Heilkräutern und anderen Mischkultur-Partnern bepflanzen.
  • Ein Hügelbeet wollte ich auch immer schonmal bauen. Vielleicht ist jetzt die richtige Zeit dafür. :)
  • Pflanzen stapeln, um auf derselben Fläche mehr ernten zu können. Zum Beispiel Wein an einem Baum hochranken zu lassen, daneben Beerensträucher und davor niedrigere Pflanzen wie Salat anbauen.
  • Hühner! Ich will unbedingt wieder Hühner haben. Und die sollen dann gleich mehrere Funktionen übernehmen: Eier legen, Mist produzieren, beim Kompostieren und bei der Gartenarbeit helfen, Schnecken fressen, die Wühlmäuse vertreiben, im Winter das Gewächshaus heizen… Mal schauen, was uns sonst noch so einfällt. Diese Hühner werden jedenfalls viel zu tun haben.
  • Und ein Walipini will ich irgendwann auch haben. Das wird aber vermutlich noch ein bisschen auf sich warten lassen.
Ich schätze, Permakultur ist für jeden etwas anderes. Was bedeutet Permakultur für dich? Hast du Permakultur-Prinzipien in dein Leben übernommen oder bist du vielleicht schon ein richtiger Profi? Irgendwelche Buchtipps? Ich freue mich wie immer über Kommentare!
Selbstversorgung-Ohne-Geld

Selbstversorgung ohne Geld? Von wegen!

Als Selbstversorger versuchen wir, Dinge, die wir andernfalls kaufen würden, selbst zu machen. Das fühlt sich nicht nur sehr, sehr gut an, sondern spart auch eine Menge Geld ein.

Ironischerweise haben wir durch unsere Selbstversorgung aber auch hohe Ausgaben: Werkzeug zum Beispiel, eine Getreidemühle, Gärtöpfe, Saatgut, Einkochzubehör, Zäune, die Tierarztkosten, evtl. Futter und Baumaterial oder ein Spinnrad, von den Preisen von einem Grundstück oder Hof ganz zu schweigen.

Oder das Auto, das gekauft und unterhalten werden muss, weil man plötzlich mitten in der Pampa wohnt und der Bus – wenn man Glück hat – nur alle zwei Stunden fährt. Und ab 19 Uhr oder am Wochenende überhaupt nicht.

Wie kann man das beides unter einen Hut kriegen? Auf der einen Seite ein einfaches und freies Leben führen und auf der anderen Seite die insbesondere zu Beginn hohen Anschaffungskosten stemmen? Ich bin schon öfter über Webseiten gestolpert, auf denen beschrieben wird, wie man sich seine Selbstversorgung ohne Geld aufbaut.

Natürlich hört es sich toll an, von jetzt auf gleich ohne Geld alles selber zu erzeugen. Aber realistisch ist das nicht. So richtig mit der Selbstversorgung loszulegen, kostet Geld, manchmal sogar viel Geld.

Aber: Du kannst deine Selbstversorgung sehr kostengünstig gestalten. Wir haben mit der Zeit einige Wege entwickelt, möglichst wenig Geld für „Selbstversorger-Anschaffungen“ auszugeben. Ich hoffe, es sind hilfreiche Tipps für dich dabei:

eBay Kleinanzeigen

Wenn du die Muße hast, regelmäßig eBay Kleinanzeigen und ähnliche Portale nach den Dingen zu checken, die du benötigst, wirst du erstaunliche Schnäppchen machen können. Ich kenne Leute, die sich einen ganzen Hof voll Baumaterialien zusammengesammelt haben – alles umsonst.

Natürlich braucht das Geduld und lagern muss man das Zeug auch irgendwo. Es ist aber ein sehr guter Weg, um mit einem Minimum an Geld maximal viel zu erreichen. Ich habe mehrere Suchbegriffe, die ich alle paar Tage auf Kleinanzeigen-Portalen eingebe, bis ein passendes Angebot online geht.

Tiere im Herbst kaufen

Im Herbst bekommst du viele Nutztiere günstiger, denn oft versuchen Tierhalter, ihre überflüssigen Tiere vor dem Winter loszuwerden, um sie nicht durchfüttern zu müssen. Wenn du dir also eine kleine Schaf- oder Ziegenherde oder eine Hühnerschar zulegen möchtest, ist jetzt die richtige Zeit, um möglichst geringe Anschaffungskosten zu haben.

Selbstversorgung-Ohne-Geld-Ziege
Viel selbermachen

Ich suche für fast alle alltäglichen Anschaffungen zuerst nach einer Möglichkeit, sie selbst herzustellen. Auch wenn es erstmal illusorisch erscheint, Arbeit in etwas so billiges und banales wie eine Häkelnadel zu stecken:

Es geht um die Lebenseinstellung und wenn du alle Dinge, die du kaufen willst, so angehst, kannst du in der Summe unglaublich viel Geld sparen. Außerdem hast du zu Gegenständen, die du selbst erschaffen hast, eine ganz andere Beziehung und kannst ihnen einen ganz neuen (und viel realistischeren) Wert zumessen, als das bei vielen gekauften Gegenständen der Fall ist.

Indem du versuchst, so viel wie möglich selbst herzustellen, lernst du außerdem eine Menge wertvolle Fähigkeiten. Und Spaß macht das Ganze auch noch.  Falls du wissen möchtest, wie viel Arbeit es macht, sich selbst zu versorgen: Hier ist der passende Artikel.

Weg mit dem Krempel

Wenn du wie ich auf dem Minimalismus-Trip bist, weißt du vermutlich, wie gut es tut, auszumisten. Und damit meine ich nicht den Hühnerstall, sondern die eigene Bude. Wir alle besitzen eine Menge Dinge, die wir nicht brauchen, und mit weniger lebt es sich einfach irgendwie… leichter.

Gerade wenn du auf dem Weg in ein einfacheres Leben bist, wirst du vermutlich feststellen, dass du vieles gar nicht mehr brauchst. Warum nicht diese Dinge zu Geld machen? Für gut erhaltene Dinge findet sich eigentlich immer jemand, der glücklich darüber ist, sie weiter zu nutzen. Auch wenn ich ein großer Fan von Umsonst-Läden bin und gerne ausgemistete Sachen an Sozialkaufhäuser spende, habe ich durch das Verkaufen einiger Gegenstände schon eine gute Stange Geld gemacht. Geld, mit dem man sich den Übergang in die Selbstversorgung ein Stückweit finanzieren kann.

Selbstversorgung ohne eigenes Grundstück

Wir besitzen kein eigenes Grundstück und haben auch keins gemietet oder gepachtet. Trotzdem haben wir mehr als genug Platz für unseren Gemüsegarten, einen Waldgarten und unsere Tiere. Darüber, wie wir uns ohne eigenes Grundstück selbstversorgen, habe ich einen eigenen Artikel geschrieben.

SelbstversorgungOhneGeldArtischocke

Share Economy

Viele Geräte braucht man ja nur zu bestimmten Zeiten und den Rest des Jahres über stehen sie ungenutzt in der Garage. Dann ist es absolut sinnvoll, sie sich mit anderen zu teilen.

Nicht nur um Geld zu sparen, sondern auch um Ressourcen zu schonen. Vielleicht brauchen deine Nachbarn auch einen Häcksler oder einen Akkuschrauber und haben Lust, sich mit dir einen zu teilen. Oder du findest jemanden, mit dem du eine Fahrgemeinschaft bilden und dir ein Auto teilen kannst. Hier findest du eine Auflistung von Online-Portalen zum Leihen und Verleihen. Das macht das Ganze super einfach.

Service anbieten

Nehmen wir an, du willst dir eine Hühnerrupfmaschine kaufen, weil Hühnerrupfen sehr aufwändig ist und du deine Zeit anders nutzen willst. So ein Gerät ist teuer. Allerdings kannst du bei vielen Anschaffungen den Preis wieder reinbringen, indem du sie vermietest oder etwa einen Hühnerrupf-Service für Hühnerhalter in deiner Umgebung anbietest. Jetzt sieht die Geschichte schon ganz anders aus: Du kannst dann nicht nur den Kaufpreis wieder reinholen, sondern mit diesen größeren Anschaffungen sogar ein zusätzliches Einkommen für deinen Selbstversorgerhof generieren.

Keine Macht den Impulskäufen

Am meisten Geld spart man natürlich, wenn man es nicht ausgibt. Obwohl einige Gegenstände einem das Selbstversorger-Leben wirklich erleichtern, gibt es auch immer wieder Impulskäufe, die man später bereut.

Deswegen führe ich eine Liste, in die ich solche Objekte der spontanen Begierde eintrage und das Ganze erstmal aussitze. In den nächsten Tagen schaue ich nach Möglichkeiten, das Teil aus natürlichen Materialien bzw. aus dem was da ist selbst herzustellen. Oft erweist sich der Kaufwunsch aber schon nach ein paar Stunden als völlig überflüssig.

Manchmal bin ich ganz erstaunt, wenn ich ein paar Wochen später wieder auf meine Wunschliste schaue und einen Gegenstand sehe, den ich einfach vergessen habe. Falls ich etwas aber nach ein paar Tagen immer noch kaufen will und nicht weiß, wie ich es selbermachen soll, oder das zu aufwändig ist, schaue ich nach einer gebrauchten Variante.

Erst wenn es die nicht gibt, kaufe ich mir den Gegenstand neu. Da alle größeren Kaufentscheidungen diesen Prozess durchlaufen, sparen wir super viel Geld, indem wir keine Impulskäufe mehr tätigen und oft auch für die sinnvollen Einkäufe nicht viel Geld bezahlen.

Glaubst du, eine Selbstversorgung ohne Geld ist möglich? Und wünschenswert? Wie hältst du die Ausgaben für deine Selbstversorgung in Grenzen? Hast du noch mehr Tipps? Dann teile sie in den Kommentaren!
Gemüsegarten-mulchen-Gemüsebeete-Schnecken

Die 7 größten Fehler beim Mulchen von Gemüsebeeten

Eins vorweg: Mulchen ist großartig! Wir mulchen den Großteil unseres Gartens mit Hackschnitzeln. Das Ganze nennt sich Back To Eden-Methode und spart uns eine Menge Arbeit. Durch den bis zu 40 cm dicken Mulch müssen wir nämlich kaum noch gießen und jäten.

Durch das dicke Mulchen müssen wir unseren Garten nicht umgraben, was sehr bodenschonend ist. Gleichzeitig schützt der Mulch den Boden vor Erosion und zersetzt sich langsam zu schwarzem Humus. Hört sich toll an? Ist es auch!

Damit Mulch funktioniert, gibt es aber einiges zu beachten. Ich habe beim Mulchen anfangs viel falsch gemacht und möchte diese Fehler heute mit dir teilen. So bleibt dir hoffentlich eine Menge Ärger erspart. Hier sind meine 7 größten Fehler beim Mulchen von Gemüsebeeten:

Zu dünn mulchen

Um genügend Feuchtigkeit im Boden zu halten und das Unkraut wirksam zu unterdrücken, sollte die Mulchschicht mindestens 10 cm dick sein. Klar ist eine dünnere Schicht besser als gar keine. Aber nur wenn du dich traust, richtig viel organisches Material auf deine Beete zu packen, wirst du auch alle Vorteile vom Mulchen mitnehmen können.

Durch eine dünne Mulchdecke wachsen Unkräuter einfach durch und der Boden ist nicht gut genug bedeckt, um auch in Trockenperioden noch feucht zu bleiben.

Beim Aussäen

Vor der Aussaat solltest du den Mulch mit einem Rechen beiseite ziehen. Er wird erst wieder um die Pflanzen herum verteilt, wenn sie einige cm groß sind. Auch wenn ich in manchen Büchern gelesen habe, dass es möglich wäre, direkt in den Mulch zu säen, hat das in meinem Garten noch nie geklappt. Wie auch? Pflanzen brauchen Erde, in der sie wurzeln können, und nicht Hackschnitzel oder Grasschnitt.

Mit zu viel Grasschnitt mulchen

Grasschnitt vom Rasenmähen ist ein ausgezeichneter Mulch. Allerdings darf er nicht dicker als 5 cm aufgetragen werden, ansonsten fängt er an zu faulen und wird schleimig. Um das zu verhindern, mische ich den Grasschnitt mittlerweile 1:1 mit Hackschnitzeln oder anderen groben braunen Materialien.

Dabei versuche ich genau wie beim Kompostieren, ein Auge auf das C/N-Verhältnis zu haben. Wenn du mehr dazu wissen willst: Hier findest du den passenden Artikel.

Stickstoffdiebe

Der Mulch wird nach und nach von Bakterien zersetzt und in Humus verwandelt. Dafür benötigen die Bakterien allerdings Stickstoff, einen wichtigen Pflanzennährstoff. Den entziehen sie dem Boden und so kann es passieren, dass für die Pflanzen nicht mehr viel übrigbleibt.

Wir beugen dem vor, indem wir unseren Pflanzen von Zeit zu Zeit etwas Mist auf dem Mulch verteilen. Hühnermist eignet sich dafür am besten und kann auf eine dicke Mulchdecke sogar frisch (also ohne vorherige Kompostierung) aufgetragen werden. Der Mist versorgt sowohl die Pflanzen als auch die Bakterien mit Stickstoff und alle sind glücklich.

Es hilft außerdem, die Mulchschicht möglichst nicht mit der darunterliegenden Erde zu vermischen. So haben die Bakterien weniger Möglichkeiten, dem Boden Stickstoff zu entziehen.

Mulch und Schnecken

Wir haben extrem viele Schnecken in unserem Garten. Als ich dann auch noch altes Heu zum Mulchen genommen habe, ist die Population geradezu explodiert. Feuchtes Stroh oder Heu finden Schnecken nämlich super und nutzen es, um sich tagsüber vor Trockenheit und Sonne zu verstecken. Die scharfkantigen Hackschnitzel jedoch meiden die Schnecken eher, als dass sie sie aufsuchen. Sie bieten also zu einem gewissen Grad einen Schneckenschutz.

Gemüsebeete-mulchen-Gemüsegarten-Heu

Saurer Boden durch Mulchen?

Insbesondere, wenn du mit Rindenmulch mulchst, kann es passieren, dass der Boden zu sauer wird. Ich hatte zwar noch nie Probleme mit zu saurem Boden, aber ich nutze auch keinen Rindenmulch auf den Gemüsebeeten. Rindenmulch ist toll für Wege und Staudenbeete, aber im Gemüsegarten würde ich den nicht ausbringen.

Schlechte Bodenerwärmung im Frühjahr

Gerade im Frühjahr, wenn man die ersten Samen in die Erde bringen will, ist der Boden unter einer Mulchschicht noch kälter als ohnehin schon. Außerdem frieren Hackschnitzel bei Minusgraden zu einer undurchdringlichen festen Schicht zusammen.

Deswegen bin ich dazu übergegangen, den Mulch einige Tage vor dem Aussäen beiseite zu ziehen, damit die ersten Sonnenstrahlen den Boden besser erwärmen können. Das erfordert zwar etwas Planung, aber da ich nach den Maria Thun-Aussaattagen aussäe, stehen die Tage, an denen ausgesät wird, ohnehin schon Wochen vorher in meinem Kalender.

Ich möchte auf Mulch in meinem Garten nicht verzichten. Die Fehler, die mir unterlaufen sind, waren teilweise bitter, aber ich mache sie nicht noch einmal – und du jetzt bestimmt auch nicht mehr. :) Die Vorteile einer dicken Mulchschicht sind einfach unschlagbar.

Womit mulchst du deine Beete? Oder hast du mit Mulchen nichts am Hut? Hat beim Mulchen immer alles so geklappt, wie du es dir vorgestellt hast? Teile deine Erfahungen in den Kommentaren!

Geschenkideen Gärtner selbstgemachte Pflanzenschilder

DIY Pflanzschilder für den Gemüsegarten

Ich bin fast noch talentierter im Tassen-Fallenlassen als mein dreijähriger Sohn und irgendwie sind es immer die schönsten Stücke, die zuerst kaputt gehen. Aber neuerdings habe ich keinen Grund mehr, mich darüber zu ärgern. Im Gegenteil: Je schöner die zerdepperte Tasse oder der kaputte Teller, desto besser. Aus den Scherben kann man nämlich wunderbare DIY Pflanzenschilder selber machen für den Gemüsegarten.

DIY Pflanzenschilder für den Gemüsegarten 

DIY Pflanzenschilder für den Gemüsegarten

Beim Aussäen sind Namensschilder super hilfreich, um die einzelnen Reihen zu markieren. Manche Gemüse-Arten brauchen nämlich einige Wochen, ehe sie aufgehen, und bis dahin habe ich oft vergessen, wo ich was ausgesät habe. Bisher habe ich dafür immer in Streifen geschnittene Tetra Paks genommen, die bei Regen aufgeweicht und zerfleddert sind. Damit ist jetzt Schluss. Upcycling darf auch stylisch sein. :P

Scharfe Kanten und Spitzen bearbeite ich entweder vorsichtig mit dem Hammer oder schmirgele sie mit grobem Sandpapier rund. Schließlich sind in unserem Garten Kinder unterwegs und ich habe keine Lust, barfuß in eine Scherbe zu treten.

DIY Pflanzenschilder für den Gemüsegarten 

DIY Pflanzenschilder für den Gemüsegarten

Auf meinem Pinterest-Profil findest du noch viele andere Garten-Ideen und DIYs. Klicke hier, um mir zu folgen:

Bist du auch so ein Tollpatsch? Woraus bastelst du deine Pflanzenschilder? Ich freue mich wie immer über Kommentare.

Wolle spinnen mit dem Spinnrad

Wolle spinnen mit dem Spinnrad

Auf der Liste der Dinge, die ich bei einem Wohnungsbrand mitnehmen würde, steht mein Spinnrad ziemlich weit oben. Ich habe es jetzt seit vier Monaten und bereits die unterschiedlichsten Garne damit gesponnen. Spinnen ist definitiv zu einem Hobby geworden und ich bin regelrecht süchtig. Kleidung herzustellen, gehört für mich zur Selbstversorgung dazu.

Deswegen habe ich mich wie ein kleines Kind gefreut, als das Spinnrad endlich ankam. Ich liebe es, wenn Selbstversorger-Aufgaben Spaß machen. Es gibt genug Dinge, die ich nicht gerne tue (ausmisten, meeh…). Umso toller ist es, wenn man an einer Aufgabe so viel Freude hat. Selbstversorgung soll schließlich nicht in Selbstgeißelung enden, sondern in erster Linie Spaß machen.

Bald wird es Herbst und die warmen Pullover sollen fertig sein, wenn es kalt wird. Deswegen bin ich gerade fleißig am Spinnen. Wenn man noch nie an einem Spinnrad gesessen hat, können die einzelnen Schritte ganz schön überwältigend wirken. Im Grunde ist es aber ganz einfach. Deswegen gibt es heute eine Übersicht darüber, welche Schritte nötig sind, um aus roher Schafwolle ein strickfertiges Wollknäuel zu machen. Vorher aber ein kleiner Exkurs im Sinne der Tiere, die uns diesen unglaublichen Rohstoff zur Verfügung stellen:

Warum es so wichtig ist, welche Wolle du verwendest

Wolle ist toll. Im Gegensatz zu Kunstfasern entsteht Wolle aus Erde, Wasser und Sonne. Sie besteht aus Aminosäuren, die man synthetisch nicht herstellen kann. Chemiker sind überzeugt davon, dass auch in Zukunft keine künstliche Faser hergestellt werden kann, die die alle guten Eigenschaften der natürlich gewachsenen Wolle besitzt. Wolle kann bis zu 30% ihres Eigengewichts an Wasser aufnehmen, ohne dass sie sich feucht anfühlt. Außerdem ist sie schwer entflammbar, atmungsaktiv und schmutzabweisend. Deswegen muss sie auch nicht so oft gewaschen werden, lüften reicht oft vollkommen aus.

Der Großteil unserer Wolle stammt von Merinoschafen. Merinowolle ist sehr weich und Merinoschafe liefern einen hohen Wollertrag. Der ist deswegen so hoch, weil ihnen ihre Haut buchstäblich ein paar Nummern zu groß ist – sie hat also eine größere Oberfläche, auf der mehr Wolle wachsen kann. Dadurch bilden sich Hautlappen, unter denen sich Parasiten einnisten. Um das zu verhindern, schneiden viele Schafzüchter (insbesondere in Australien, wo ein Großteil der hier verwendeten Wolle produziert wird) den Lämmern große Haut- und Fleischstücke vom Hinterteil. Und das ohne Schmerzmittel oder Betäubung. Was für ein immenses Leid das für die Lämmer bedeutet, kann sich vermutlich jeder vorstellen.

Deswegen: Wenn du keine eigenen Schafe hast, sondern Wolle kaufst, achte darauf, dass sie Mulesing-frei ist. Hier findest du eine Auflistung von Shops, die Mulesing-freie Wolle verkaufen.

Ansonsten gibt es neben dem Merinoschaf auch andere tolle Schafrassen, die ohne Qualzucht weiche Wolle liefern. Ich habe mich in die Rotkopfschafe verliebt, eine stark bedrohte Schafrasse, die eine sehr weiche Wolle besitzt und viel besser an unser Klima angepasst ist als die Merinos. Solche Rassen zu bewahren, ist super wichtig. Leider kenne ich keine Bezugsquelle für Rotkopfschaf-Wolle, aber die Wolle vom Krainer Steinschaf, ebenfalls eine bedrohte Schafrasse, ist auch seeeehr kuschelig. Indem du diese Wolle kaufst, kannst du die Züchter dabei unterstützen, diese wertvollen alten Rassen zu erhalten. Ich kaufe meine Wolle daher im Shop von Kollektion der Vielfalt.

Oder aber du fängst selbst an, eine bedrohte Schafrasse zu halten und steigst in die Erhaltungszucht ein.

Mit Dem Spinnrad Spinnen Walliser Schwarnasenschaf

Rohwolle waschen und kardieren

Ich besitze seit einigen Jahren keine eigenen Schafe mehr. Als ich noch welche hatte, habe ich die Wolle leider nie verwendet, das bereue ich mittlerweile sehr. Ich hatte tolle Schafe, Walliser Schwarznasen und Rhönschafe. Aber aus irgendeinem Grund habe ich ihre Wolle nicht verwendet. Da wir jetzt keine Schafe mehr haben, kaufe ich meine Wolle wie eben erwähnt bei Kollektion der Vielfalt. Diese Wolle ist schon gewaschen und kardiert, deswegen habe ich das bisher noch nie selber gemacht, auch wenn ich große Lust dazu habe. Das kommt bald – wenn ich Alpaka-Rohwolle von einem Hof aus der Region bekomme – bisher habe ich damit aber noch keine Erfahrungen. Deswegen verweise ich mal an Woll-Profi Chanti:

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Mehr Informationen

Beim Kardieren kämmst du die Fasern, damit du sie leichter verspinnen kannst. Dafür kannst du entweder Handkarden oder eine Kardiermaschine benutzen. Wenn du nicht sofort große Investitionen tätigen willst, kannst du ein paar Nägel durch ein Brett schlagen und das Brett so an einem Tisch befestigen, dass die Nägel nach oben stehen. So kannst du dir einen kleinen Kamm zum Kardieren selberbauen.

Welches Spinnrad ich benutze

Ich habe mich nach reiflicher Überlegung dagegen entschieden, ein altes Spinnrad, also einen Dachbodenfund o.ä. zu kaufen. Als blutiger Anfänger hatte ich absolut keine Ahnung von Spinnrädern. Ich habe mich nicht in der Lage gesehen, zu beurteilen, ob ich mit dem Ding wirklich spinnen kann oder ob es nichts taugt oder evtl. sogar nur ein Dekorad ist. Deswegen habe ich ein modernes Spinnrad gekauft. Die Dinger sind ganz schön teuer, daher lohnt es sich, auf eBay Kleinanzeigen oder einem ähnlichen Portal Ausschau nach gebrauchten modernen Spinnrädern zu halten. Ich habe ein Spinnrad der Marke Rens + Smits geschossen, das für Anfänger super geeignet ist. Mit den richtigen Anleitungen und Spinnvideos für Anfänger hat es nicht lange gedauert, bis ich damit einen gleichmäßigen Faden spinnen konnte. Eine Freundin von mir spinnt mit einem Ashford Traditional und ist damit auch sehr zufrieden.

Wolle spinnen mit dem Spinnrad

Mit dem Spinnrad spinnen für Anfänger

Wenn du noch nie gesponnen hast, können die ganzen Begriffe und die unterschiedlichen Aufbauten von Spinnrädern ganz schön verwirrend sein. Es gibt aber gute Videos auf YouTube, die mir bei der Wahl meines Spinnrads und vor allem bei den ersten Schritten sehr geholfen haben. Im Grunde zieht beim Spinnen eine Hand den Faservorrat zu einem dünnen Strang aus und die andere gibt diesen Strang dem Spinnrad frei. Solltest du noch nie gesponnen haben, kannst du dir darunter vermutlich nicht viel vorstellen. In Videoform lässt sich das viel besser erklären, also schau doch mal in dieses Video rein, da findest du gute Tipps, um als Anfänger spinnen zu lernen:

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Mehr Informationen

Verzwirnen

Hast du zwei Spulen vollgesponnen, solltest du die beiden Fäden als zu einem Garn verzwirnen. Dadurch wird das Garn stabiler und der Drall, der auf den beiden Garnen ist, gleicht sich aus. Das Verzwirnen geht viel schneller als das Spinnen, auch wenn es nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert. Du knotest die Enden deiner beiden Garne an den Anfangsfaden der leeren Spule und verzwirnst die beiden vollen Spulen nach und nach zu einem Garn, das sich auf die leere Spule aufwickelt. Wichtig ist, dass du beim Verzwirnen in die entgegengesetzte Richtung spinnst, also dass sich das Rad in die andere Richtung dreht als beim Spinnen. Das so entstandene Garn wickelst du entweder auf eine Haspel oder (falls du keine besitzt) um die Lehne eines Stuhles oder die Beine eines umgedrehten Hockers. Dort bleibt das Garn mindestens 24 Stunden lang – das hilft, später ein ausgeglichenes Garn zu haben. Die Fasern erinnern sich nämlich noch daran, wie sie ursprünglich gelegen haben, und wollen in diese Form zurückkehren. Sie straff aufzuwickeln, hilft ihnen, sich an die neue Faseranordnung zu gewöhnen. Anschließend braucht das Garn ein Entspannungsbad. (Ja, du hast richtig gelesen.)

Entspannungsbad

Das Entspannungsbad ist sehr wichtig, wenn du das Garn verhäkeln oder verstricken möchtest. Beim Baden zeigt sich nämlich, ob das Garn etwas taugt: Es ist besser, das Garn läuft jetzt ein oder kräuselt sich, als wenn du die ganze Arbeit des Strickens oder Häkelns hineinsteckst und dein neu angefertigtes Kleidungsstück beim ersten Waschen wellig wird oder einläuft. Das willl man nämlich wissen, bevor man viel Arbeit in ein Stück steckt, das man hinterher nicht anziehen will.

Für das Entspannungsbad gibst du deine Wollstränge in einen Topf mit heißem Wasser. Kein kochendes Wasser, sondern nur so warm, dass du die Wolle noch mit den Händen runterdrücken kannst, ohne dich zu verbrennen. Du drückst die Garne jetzt so lange, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Wirklich nur vorsichtig drücken, ansonsten kann die Wolle verfilzen.

Wolle spinnen mit dem Spinnrad Wolle waschen

Nach zehn Minuten Wartezeit kannst du die Wolle vorsichtig ausdrücken und in ein Handtuch einwickeln, das du hin- und her rollst, sodass das Wasser von den Garnen an das Handtuch abgegeben wird. Anschließend einfach zum Trocknen aufhängen.

Zum Knäuel wickeln

Ist die Wolle trocken, solltest du sie vor dem Stricken oder Häkeln zu einem Knäuel aufrollen, ansonsten gibt’s ein dickes fettes Kuddelmuddel. Ein Knäuel zu wickeln ist nicht schwer, ich mache immer eine einfache Kugel. Eine Anleitung zum Knäuel-Wickeln findest du hier.

Stricken, Weben, Häkeln

Jetzt kann’s losgehen. Such dir ein schönes Strickmuster heraus, bau deinen Webstuhl auf oder starte ein Häkelprojekt. Auf meiner Pinterest-Pinnwand zum Thema Selbstversorgung mit Kleidung sammle ich Ideen und Inspirationen zum Stricken, Häkeln, Weben und Filzen. Schau doch mal vorbei!

Wolle spinnen mit dem Spinnrad Stricken

Spinnst du auch? Oder hast du Lust, damit anzufangen? Welches Spinnrad benutzt du und bist du damit zufrieden? Was ist deine Lieblingswolle?

Interview mit Nicole von der Biotopica Farm

Interview mit Nicole von der Biotopica Farm

Heute gibt es ein Interview mit Nicole Steinfurth von der Biotopica Farm. Auf ihrem Blog schreibt Nicole über ihr Leben als Selbstversorgerin und hält viele nützliche Tipps bereit für alle, die selber in Richtung Selbstversorgung gehen wollen oder bereits auf dem Weg sind. Wenn Du Dich für Permakultur, artgerechte Tierhaltung und einen einfachen und kostengünstigen Start in die Selbstversorgung interessierst, bist Du auf ihrer Seite an genau der richtigen Adresse. Ich habe Nicole für dieses Interview mit Fragen gelöchert und so spannende Einblicke in ihre Selbstversorgung erhascht. Viel Spaß beim Lesen!

Hallo Nicole! Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Magst Du kurz sagen wer Du bist und was Du machst?

Hallo, ich bin Nicole. Die Biotopica Farm ist mein Selbstversorgerhof, auf dem ich gemeinsam mit meinem Mann und unseren beiden Kindern lebe und arbeite.

Auf unserer Mini-Farm bauen wir nicht nur Obst, Gemüse und Pilze an, sondern bieten auch historischen Bauernhoftieren und geretteten Tieren aus Massenzuchtbetrieben einen Platz zum Leben und Wohlfühlen.

Was bedeutet Selbstversorgung für Dich?

Jeder Mensch ist so individuell in seinen Bedürfnissen, was er zum Leben braucht.

In erster Linie bedeutet Selbstversorgung für mich meine eigenen Nahrungsmittel zu produzieren. Auf unsere Mini-Farm bauen wir Obst, Gemüse und Pilze an, aber auch Eier von unseren Freilandhühnern, Ziegenmilch für Käse und Honig von unseren Bienen gehören dazu.

Wir haben eine manuelle Ölpresse, in der wir Saaten pressen und Öl gewinnen. Auch Getreide können wir bei Bedarf mahlen. Neben Lebensmittel für uns bauen wir auch Futtermittel für unsere Tiere mit an.

Aber auch Haushaltsprodukte wie Waschmittel, Shampoo und Reinigungsmittel aus Pflanzen und Pflanzenextrakten stellen wir selber her. Wir haben Medizin-Beete angelegt, um Hustensäfte und Salben im Notfall zu haben. Unsere Schafe versorgen uns mit Wolle, die wir verspinnen und Kleidung daraus machen und die dazugehörigen Färbepflanzen finden sich auch auf unserem Hof. Unsere Farm befindet sich mitten am Waldesrand, so sammeln wir auch Holz für unsere Öfen, zum Kochen und damit sie uns im Winter warmhalten können.

Kurz gesagt, für alles was wir benötigen versuchen wir Alternativen zu finden und sie selber herzustellen. Jedoch ist uns wichtig, dass wir bei der ganzen Selbstversorgung nicht den Spaß daran verlieren. Wir machen nichts was uns schwer fällt zu bewältigen und kaufen auch mal das ein oder andere dazu.

Was sind Deine Gründe dafür, so zu leben? Gibt es Nachteile?

Es gibt mehrere Gründe die uns dazu bewogen haben aus der Großstadt zu ziehen und einen Selbstversorger Hof aufzubauen.

Die Antriebskraft war wohl die Geburt unseres ersten Kindes. Sie hat uns dazu angeregt mehr über unsere Gesundheit und über die Zukunft unseres Planeten nachzudenken. Wir wollten unbehandelte, pestizidfreie Nahrung für unsere Familie haben und auch mehr auf Lokalität setzen. Der Großteil unserer Nahrung sollte nicht kilometerweit durch mehrere Länder gereist sein. Wir wollten unseren CO2-Abdruck radikal minimieren.

In Berlin, wo wir früher wohnten, haben wir uns vegan ernährt, jedoch essen wir gerne auch tierische Produkte wie Eier, Milch und Käse. Bei uns steht im Vordergrund, dass dafür wirklich kein Tier leiden muss. Im Supermarkt oder im Bio-Laden ist es nicht möglich leidfreie tierische Produkte zu beziehen.

Ein Kalb wird immer noch von der Mutterkuh getrennt und zu Wurst verarbeitet und auch ein 100kg schweres Schwein hat rechtlich gesehen gerade mal 2,3 qm Raum für sich.

Bio ist nur eine Marke und auch hier wird das Gemüse, wenn auch mit natürlichen Mitteln, gespritzt und gedüngt. Was das jedoch auf langer Sicht für unseren Körper und für die Natur zur Folge hat wird kaum erforscht.

Die einzige Möglichkeit für uns etwas zu ändern bestand darin, selber einen Bauernhof zu gründen und die Tiere nach unseren Vorstellungen von einem natürlichen, freien Leben zu halten oder Bauern ausfindig zu machen, die unseren Ansprüchen gerecht werden. Deshalb zogen wir raus aus der Stadt. Hier lernten wir auch, dass nicht alle konventionelle Bauern mit chemischen Dünger und Pestiziden hantieren oder die Tiere in engen Käfigen halten.

Natürlich wollten wir auch Geld sparen und es nicht für teure biologische Lebensmittel ausgeben. Wir wollten Geld übrig haben für die Dinge, die uns am Herzen liegen und auch uns und unseren Kindern ein Leben ohne Verzicht ermöglichen, jedoch trotzdem im Einklang mit der Natur.

Es ist eigentlich ein wahrer Luxus so zu leben. Wir haben Nahrungsmittel im Überfluss, reine Lebensmittel in mehr als nur Bioqualität und seltene Gemüse-, Obst- und Pilzsorten, die viele Menschen noch nie zuvor gegessen haben. Aber natürlich gibt es auch ein paar Nachteile. Die Flexibilität zu spontanen Reisen ist durch die Tiere nicht mehr gegeben. Wir benötigen immer jemanden, der vor Ort ist. Durch die wirkliche Freilandhaltung fallen zwar viele Aufgaben weg, wie tägliche Fütterung und mehrmalige Stallreinigung in der Woche, aber es sollte immer mindestens eine Person sicherheitshalber auf die Tiere Acht geben. Sonst fallen mir keine relevanten Nachteile ein, die gegen solch ein Leben sprechen.

Wie toll es für Kinder ist, in einem naturnahen Umfeld aufzuwachsen, sehe ich an meinem Sohn jeden Tag. Du hast dieses Jahr Dein zweites Kind bekommen. Das ist bestimmt eine große Herausforderung. Wie meisterst Du den Selbstversorger-Alltag mit zwei kleinen Kindern? Hat sich etwas verändert, seitdem Deine Tochter auf der Welt ist?

Mit einem Neugeborenen ist das Arbeiten auf einem Selbstversorger-Hof weitaus schwieriger geworden, aber mit jedem Monat, der voranschreitet und meine Tochter mobiler wird, wird es auch leichter die täglichen Aufgaben schnell zu meistern. Beim Tiere füttern, Holzhacken, Pflanzenansäen und Ernten plane ich die ganze Woche im Voraus, das erspart mir Zeit und Nerven. Ich nehme meine Tochter jedes Mal mit nach draußen, manchmal im Kinderwagen, manchmal in der Trage, je nachdem was ich auf dem Hof zu tun habe. Bei schönen Wetter kann ich sie nun auch ins Gras setzten und nebenbei das Gemüse anpflanzen. Sie liebt es die Natur und mich bei der Arbeit zu beobachten. Die schwierigste Zeit liegt schon hinter uns.

Hochschwanger im Garten arbeiten oder Holz für unseren Ofen zu hacken schaffte ich nicht mehr, da war ich überglücklich, dass mein Mann mir zur Seite stand. Umso größer die Kinder sind, desto leichter wird es dann auch, denn Kinder lieben es Gemüse zu ernten oder Eier zu sammeln. So fallen schnell ein paar Aufgaben weg und ich kann die Beine hochlegen.

Du stellst Kleidung aus der Wolle eurer Schafe (und eures Hundes!) her. Mein Sohn hilft leidenschaftlich gerne beim Spinnen, Filzen etc., aber selbstgestrickte Wollpullis sind ihm doch zu kratzig. Wie sieht das bei Euch aus? Welche Kleidungsstücke stellst Du her und wie kommen die bei den Kids an?

Mein Sohn liebt es, wenn ich ihn neue Kleidung mache, er fragt sogar manchmal danach und ich versuche seine Wünsche so wie es mir möglich ist zu erfüllen. Für die Kinder benutze ich meistens die weiche Wolle von unseren Lämmern oder von unserem Hund. Diese eignet sich für die zarte Kinderhaut am besten. So ziehen sie auch gerne Mütze, Schal und Pullover an.

Die Wolle der ausgewachsenen Schafe nehme ich für Jacken, Westen, Ponchos, Socken und Handschuhe. Die Wolle ist robuster und daher kommt das kratzige Gefühl. Ich verwende sie so, dass sie nicht mit der nackten Haut in Kontakt kommt oder auf Körperstellen liegt, die nicht so empfindlich sind.

Du melkst Eure Ziegen (und Schafe?), ohne sie von ihren Lämmern zu trennen. Das ist toll! Es gibt in meinen Augen nichts Grausameres, als Mutter und Kind zu trennen, egal, ob es sich dabei um Mensch oder Tier handelt. Und das hat nichts mit der Vermenschlichung von Tieren zu tun. In so elementaren Bedürfnissen sind wir nämlich alle gleich. Wie genau machst Du das mit Deinen Tieren und wie viel Milch kommt dabei für Dich und Deine Familie herum?

Ich melke nur unsere Ziegen. Die Schafe sind zu scheu und fühlen sich nicht wohl, wenn man sie festhält, das akzeptiere ich. Unsere Ziegen im Gegensatz konkurrieren schon darum wer zuerst gemolken werden darf. Na klar, es gibt natürlich auch besondere Leckereien, wie Getreide, Eicheln oder Kräuter. Diesen Leckerbissen lassen sie sich nicht entgehen. Wir haben einen selbstgebauten Milchstand, der erhöht steht und worein wir einen Eimer mit Futter stellen können. Die Zicklein stehen immer in der Nähe und sind stets neugierig. Wir melken nur, wenn die Tiere bereit dafür sind. Eine Ziege zum Melken zu zwingen würde bei uns nicht funktionieren, da sie sich schnell befreien und auf die Weide fliehen könnten. Das wäre auch nicht in unserem Sinne. Die Tiere sollen sich wohlfühlen und ein Gefühl von Sicherheit haben. Bei dieser Methode erhält man nicht allzu viel Milch, jedoch reicht sie uns allemal. Von zwei jungen Ziegen bekomme ich pro Tag ungefähr 250ml, das reicht um einmal in der Woche zwei kleine Käse herzustellen. Um mehr zu melken beobachte ich die Ziegen um zu sehen wann der Milcheinschuss einsetzt. Den erkennt man an einen geballten Euter und am Durst der Muttertiere. So könnte ich am Tag auch weitaus mehr melken und die Milchproduktion der Ziegen erhöhen. Ein großer Vorteil dieser Haltung ist, dass ich die Tiere nicht jeden Tag melken muss, um die Milchproduktion am Leben zu erhalten. Die Zicklein tun das ganz natürlich. So kann ich in den Urlaub fahren und wenn ich wiederkomme immer noch Milch melken. Dadurch bleibt der Alltag flexibel.

Auf Deiner Website wird es bald einen Farm-Shop geben. Wie wird das aussehen?

Der Farm-Shop ist kräftig in Arbeit. Es wird dort bald ein paar Produkte zu kaufen geben. Ich werde so oft gefragt, wieviel Gemüse und Obst eine Familie anbauen muss um sich selbst zu versorgen. In meinem kommenden Arbeitsbuch kann sich jeder selber ausrechnen wieviel er an Lebensmittel benötigt, egal ob man allein ist oder eine große Community anstrebt. Das Arbeitsbuch wird voraussichtlich Ende des Jahres erscheinen.

Vorher wird es kleine Ratgeber zur natürlichen Tierhaltung geben, die Methoden aufzeigen werden, um seine Tiere fast ohne Futterkosten zu halten.

Im Farm-Shop wird man aber auch kostenlose Produkte finden, wie mein E-Magazin zur Gartengestaltung nach Permakultur Design und einige weitere Überraschungen rund ums Thema Selbstversorgung. Ich möchte gerne meine Erfahrungen teilen und anderen helfen, sich und ihre Familie selbst zu versorgen. Im Shop soll jeder Hilfe für seinen Weg in die Selbstversorgung finden.

Hast Du davon abgesehen Pläne für die Zukunft der Biotopica Farm?

Pläne habe ich fast nie, denn die werden jedes Mal vom Schicksal über den Haufen gefahren. Ich kann hier nur von Wünschen sprechen, auch wenn diese sich genauso schnell ändern können, wie mein Garten. Wir mieten unseren Hof, deshalb wünschen wir uns schon ein eigenes Grundstück, auf dem wir unsere Vorstellung frei umsetzen können. Eine kleine Community mit der wir zusammenleben können wäre auch in unserem Sinne, damit man wieder etwas flexibler wird. Mein roter Faden ist es, Menschen und Tieren zu helfen, das treibt mich durch das Leben. Wo ich im Endeffekt ankommen werde, weiß ich nicht und das ist auch nicht wichtig, denn der Weg ist das Ziel.

Was würdest Du Menschen raten, die gerne in Richtung Selbstversorgung gehen wollen, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen?

Man kann überall anfangen. Meine ersten Erfahrungen in Richtung Selbstversorgung machte ich auf einem 2 qm großen Balkon. Einen Samen in die Erde stecken und ihn feucht halten kann jeder. Das Wichtigste ist anzufangen, egal wo, wie und womit.

Viele Menschen reden nur und handeln nicht, sie haben zu große Angst vor Fehlschlägen. Bei uns hat es wochenlang gedauert, hunderte Bewerbungen und noch mehr Absagen gebraucht bis wir unseren jetzigen Hof gefunden haben und unser Leben, so wie es jetzt ist aufbauen konnten. Hartnäckigkeit und positives Denken führt einen an das Ziel seiner Wünsche, so kann man auch einen Bauernhof finden bei dem die Miete weniger beträgt, als bei einer 2 Zimmerwohnung in Berlin. Wenn du etwas wirklich willst, gibst du nicht auf, das ist wie ein Mückenstich, der dich juckt und du erst Ruhe gibst bis du dich gekratzt hast.

Danke für die tollen Einblicke!