Ziegen sind die letzten Tiere, die du dir anschaffen solltest. Versteh mich nicht falsch: Ich liebe Ziegen. Schon als kleines Mädchen war ich fasziniert von diesen stolzen und eigenwilligen Tieren und bin jeden Tag auf den Ziegenweiden unserer Nachbarn umhergestreunt.
Als ich dann zu meinem zwölften Geburtstag eigene Ziegen bekommen habe, war ich überglücklich. Das ist jetzt elf Jahre her und meine Liebe für Ziegen ist ungebrochen. Ich bin definitiv ziegensüchtig. Wäre ich nicht vom Ziegen-Virus infiziert und von ihrem Charme verblendet, würde ich allerdings vermutlich keine Ziegen mehr halten. Denn sie sind – gelinde gesagt – kompliziert. Aber siehe selbst.:
Hier kommen 5 Gründe, warum du auf keinen Fall Ziegen halten solltest.
1. Einen ziegensicheren Zaun gibt es nicht
Ziegen springen über jeden Zaun. Jeden! Man müsste schon eine fünf Meter hohe Betonmauer bauen, um seine Ziegen in Schach zu halten. Wenn du Ziegen halten möchtest, wirst du zwangsläufig mit Ausbrüchen zu kämpfen haben. Warum muss das, was auf der anderen Seite des Zaunes wächst, auch immer so viel besser schmecken als das eigene Futter…? Dementsprechend ist der einzige Zaun, der funktioniert, eine sehr gute Weide.
2. Nachbars Forsythien
Sind sie einmal ausgebrochen, werden deine Ziegen zielstrebig deine bestgepflegteste Lieblingsrose ansteuern, den Gemüsegarten in wenigen Augenblicken leerräumen oder marodierend durch die Vorgärten der Nachbarn ziehen. Ich weiß nicht, wie viele Sträucher und Blumen ich schon ersetzen musste und wie viele Entschuldigungs-Kuchen ich in meiner Ziegenlaufbahn bereits gebacken habe.
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3. Ziegen sind Arschgeigen
Ziegen haben eine strikte Rangordnung, die sie immer wieder neu ausfechten und abklären. In einer Ziegenherde geht es mitunter ziemlich brutal zu. Das ist auch der Grund, wieso ich keine Schafe mehr halte: Die Ziegen haben sie regelrecht misshandelt. Wenn du beide zusammen halten möchtest, solltest du darauf achten, mindestens doppelt so viele Schafe wie Ziegen zu haben. Ist das Verhältnis anders herum – so war es bei mir – kann es passieren, dass deine Ziegen aus reiner Langeweile Jagd auf die wehrlosen Schafe machen.
4. Ziegen können hellsehen
Manchmal ist es nötig, eine Ziege einzufangen, zum Beispiel dann, wenn man ihr die Hufe schneiden muss. Aus irgendeinem mir nicht ersichtlichen Grund weiß genau diese Ziege in dem Moment, in dem man sich dazu entscheidet, was passieren wird. Schwups – sie galoppiert bereits zum anderen Ende der Weide, während der Rest der Herde seelenruhig wiederkäuend in der Sonne liegt. Sie wissen genau, dass ihnen heute nichts passieren wird. Nur die eine ist auf und davon. Und das, bevor man sich selbst auch nur einen Zentimeter bewegt hat.
5. Ziegen sind unglaublich nachtragend
Hast du die Ziege dann endlich gefangen, wird sie noch Wochen später beleidigt sein. Während alle anderen Ziegen freudig meckernd auf dich zukommen, sobald du die Weide betrittst, wird dir diese eine demonstrativ die kalte Schulter zeigen. Ziegen sind unglaublich stolz und diesen Stolz verletzt man besser nur dann, wenn es wirklich sein muss.
Genug gemeckert
Nichtsdestotrotz: Ein Leben ohne Ziegen kann ich mir nicht mehr vorstellen. Vielleicht genau deswegen: weil sie einen so starken Charakter haben. Ziegen sind einfach die perfekte Mischung aus Katze und Hund. Sie haben wie Katzen ihren eigenen Kopf und lassen sich nichts erzählen. Aber sie sind auch wie Hunde die besten Kumpels, die man sich wünschen kann. Ich habe zu jeder meiner Ziegen eine enge Beziehung, die sich über Jahre aufgebaut hat und immer weiter wächst. Ziegen sind sehr treue Tiere und wenn man sich ihr Vertrauen einmal verdient hat, entsteht eine enge Bindung zwischen ihnen und „ihrem“ Menschen.
Es sind die alltäglichen Momente, die ein Leben mit Ziegen so besonders machen. Wenn ich im Abendlicht an einen Baum gelehnt auf der Weide sitze und meinen Ziegen beim Grasen zuschaue, weiß ich, warum ich all den Ärger inkauf nehme. Und wenn eine Ziege, die noch vor einer Woche niemanden an sich herangelassen hat, ihren Kopf in meinen Schoß legt und sich versonnen zwischen den Hörnern kraulen lässt, geht mir das Herz auf.
Solltest du mit dem Gedanken spielen, dir Ziegen anzuschaffen, weißt du jetzt, was dir bevorsteht: eine Menge Ärger. Aber wie das eben ist in der Liebe: Du wirst darüber hinwegsehen, denn mit ihrem unwiderstehlichen Charme werden deine gehörnten Freunde dich noch schneller um den Finger wickeln, als du auch nur daran denken kannst, sie wieder abzuschaffen.
Ziegen glücklich machen
Sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt! Aber wenn du trotz allem immer noch Ziegen halten möchtest, dann mach es. Dann bist du einer dieser verrückten Ziegen-Leute, die gar nicht anders können. ;)
Ich werde oft gefragt, ob es nicht unglaublich viel Arbeit macht, sich selbst zu versorgen. Manche Menschen können es sich nicht erklären, wieso ich stundenlang in meinem Garten schufte, wenn es das alles auch ganz bequem im Supermarkt zu kaufen gibt. Es scheint ein weit verbreitetes Bild zu sein, dass Selbstversorgung beschwerlich, hart und unbequem ist.
Auf der anderen Seite gibt es im Internet auch eine Menge Menschen, die einem weißmachen wollen, es sei super einfach, sich selbst zu versorgen, und dass man dafür quasi nichts tun müsse.
Meiner Erfahrung nach ist beides Unsinn.
Wie aufwändig deine Selbstversorgung ist, hängt stark davon ab, in welchen Bereichen du dich selbst versorgen willst:
Reicht es dir, einen Gemüsegarten zu haben, oder möchtest du auch Getreide, Öl, tierische Produkte, Medizin etc. selbst herstellen?
Machst du dein eigenes Feuerholz und bekommst dein Wasser über einen Brunnen oder eine Quelle?
Stellst du auch Alltagsgegenstände, Kleidungsstücke und andere Textilien her?
Woher beziehst du deinen Strom?
All das hat einen großen Einfluss darauf, wie aufwändig deine Selbstversorgung letztendlich ist, aber auch, wie autark und resilient du sein wirst. Fall nicht darauf herein, wenn jemand behauptet, du könntest all das ohne Weiteres erreichen. Es ist harte Arbeit. Aber es ist eine gute, erfüllende Arbeit und es gibt viele Möglichkeiten, sich die eigene Selbstversorgung möglichst leicht zu machen. Also lass dir auf der anderen Seite auch nicht einreden, es wäre unglaublich strapaziös, einen Garten zu bewirtschaften oder ein paar Hühner zu halten.
Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte und hängt stark davon ab, was du erreichen willst und wie die unterschiedlichen Elemente auf deinem Hof ineinandergreifen und voneinander profitieren. Ich möchte dir in diesem Artikel Tipps geben, wie du deine Selbstversorgung möglichst einfach gestalten kannst.
Mehrjährige Pflanzen
Ein Apfelbaum, ein Rosmarinstrauch oder ein Spargelstock liefert Jahr für Jahr eine leckere Ernte, ohne dass du viel dafür tun musst. In deinem einjährigen Garten wirst du jedes Jahr neu aussäen. Du wirst Jungpflanzen anziehen und sie vor Schnecken und anderen „Missetätern“ schützen müssen, bis sie groß genug sind, um alleine klarzukommen.
Deine mehrjährigen Pflanzen brauchen viel weniger Aufmerksamkeit. Wenn sie sich einmal etabliert haben, musst du abgesehen vom jährlichen Mulchen und gegebenenfalls einem jährlichen Schnitt kaum etwas tun. Natürlich dauert es gerade bei Bäumen mitunter Jahre, bis sie Früchte tragen. Deswegen sollten das Pflanzen von Obst- und Nussbäumen, das Anlegen eines Kräutergartens und eines Beetes mit Artischocken, Erdmandeln, Rhabarber, Topinambur, Erdbeeren und Co. auch die ersten Dinge sein, die du tust, wenn du auf ein neues Grundstück ziehst.
Mulchen
In unserem Back To Eden-Garten haben wir dieses Jahr abgesehen vom Angießen nach dem Pflanzen nicht einmal wässern müssen. Der Boden ist nämlich mit einer 40cm dicken Hackschnitzelschicht bedeckt, die ihn vor Verdunstung schützt und obendrein dafür sorgt, dass kein Unkraut durchkommt. Das ist eine immense Arbeitsersparnis.
Leider funktioniert die Back To Eden-Methode bei uns nicht für alle Pflanzen. Kleine und zarte Pflanzen wie Salat gehen in dem Mulch einfach unter. Die kommen in unsere anderen Beete, die wir nicht so dick mulchen (nur ca. 5cm), aber selbst diese dünnere Mulchschicht hält den Boden feucht und verrottet nach und nach zu herrlichem schwarzem Humus.
Für kräftigere Pflanzen wie Tomaten, Kürbisse, Rote Bete, Kartoffeln und Kohl ist der Back To Eden-Garten mit der dicken Mulchschicht sehr gut geeignet. Seit wir nach der Back To Eden-Methode gärtnern, reduziert sich unsere Gartenarbeit auf ein Minimum. Wenn du wissen willst, wie wir unsere Mulch-Beete anlegen, schau hier vorbei.
Permakultur
In der Permakultur findest du viele Ideen und Konzepte, mit denen man sich die eigene Selbstversorgung möglichst leicht machen kann. Wenn du zum Beispiel Hühner nicht nur zum Eierlegen zu hältst, sondern sie auch als Gartenhelfer, kleine Kompostmaschinen, Schneckenpolizei und Gewächshausheizung einsetzst, schlägst du viele Fliegen mit einer Klappe. Die Permakultur hilft dir dabei, deinen Hof als Ganzes zu betrachten und die einzelnen Elemente so zu verknüpfen, dass sie voneinander profitieren.
Arbeite für dich selbst und nicht für deinen Chef
Je höher dein Selbstversorgungsgrad ist, desto eher kannst du anfangen, weniger für Geld zu arbeiten und mehr für dich selbst. Wenn du weniger Geld brauchst, kannst du außerdem einen Job annehmen, in dem du weniger verdienst, der dich aber mehr erfüllt als dein alter. Ich liebe es, im Garten zu sein, ich liebe meine Tiere, den Geruch von Feuer und das leise Rattern des Spinnrads. Indem du vieles selber machst, kannst du nicht nur eine Menge Geld sparen. Du tauschst auch bezahlte Arbeit gegen ein freies und erfüllendes Leben ein.
Nichts-Tun-Landwirtschaft
Ich träume davon, irgendwann einen wilden Gemüsegarten zu haben, wie ihn der japanische Permakulturist Masanobu Fukuoka in seinem Buch Der große Weg hat kein Tor beschreibt. Seine Gemüsearten säen sich selbst aus und wachsen fast ohne menschliches Zutun. Dieses Buch hat mich sehr geprägt und meine Sicht auf die Welt und unsere Selbstversorgung grundlegend verändert. Meiner Meinung nach sollte jeder, der sich für den Anbau von Lebensmitteln und ein natürliches Leben interessiert, dieses Buch lesen. Insbesondere wenn du nach Ideen suchst, deine Selbstversorgung möglichst einfach zu gestalten, ist Der große Weg hat kein Tor eine Permakultur-Pflichtlektüre.
Einfach leben
Der Weg in die Selbstversorgung ist für viele ein Weg in ein einfacheres Leben. Wenn du mit deiner Selbstversorgung den Lebensstandard aufrechterhalten willst, den der durchschnittliche westliche Mensch gewohnt ist, ist das verdammt viel Arbeit. Ein natürlicheres, einfacheres Leben aber bedeutet nicht nur eine Verbesserung der eigenen Lebensqualität. Es heißt auch, dass eine umfassende Selbstversorgung gut machbar ist, ohne von früh bis spät dafür zu ackern.
Wie erleichterst du dir deinen Selbstversorger-Alltag? In welchen Bereichen versorgst du dich selbst oder möchtest du dich selbst versorgen? Wie viel Zeit nehmen deine täglichen Routinen in Anspruch? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren!
Wichtig: Der Link zu dem Permakultur-Buch von Masanobu Fukuoka ist ein Partnerlink zu buch7, einer wunderbaren Alternative zu Online-Giganten wie Amazon. Wenn du über diesen Link einkaufst, wird ein Teil des Kaufpreises an soziale, kulturelle und ökologische Projekte gespendet. Natürlich zahlst du dafür keinen Cent extra. Aber falls du sein Buch ohnehin lesen willst: Warum nicht dort kaufen? :)
Wir haben mehr Fläche als wir bewirtschaften können und zahlen keinen Cent dafür. Selbst in der Stadt hatte ich nie Probleme, Weiden für meine zeitweise über 20 Schafe und Ziegen zu finden. Und auch jetzt besitzen wir keinen Quadrateter eigenes Land. Obwohl ich mich sehr darauf freue, irgendwann einen „richtigen“ eigenen Hof zu haben, ist das im Moment für uns noch nicht möglich. Wir studieren zur Zeit nämlich noch und werden weiterziehen, sobald wir damit fertig sind, sodass es sich nicht lohnen würde, jetzt schon ein eigenes Grundstück zu kaufen. Selbstversorgung machen wir trotzdem. Wie, erzähle ich in diesem Artikel.
Ungenutzte Flächen finden
Suchst du nach einem Grundstück, auf dem du einen Garten anlegen oder Tiere halten kannst, dann halte Ausschau nach Flächen, die schon länger nicht gemäht wurden oder sonst irgendwie verwildert aussehen. Fang damit am besten in der Nähe deines Hauses an und arbeite dich von da aus „vor“. Besonders in der Stadt kann es sein, dass du einen gewissen Fahrtweg inkauf nehmen musst. Ich bin mir aber sicher, dass du trotzdem etwas Passendes finden wirst. Als ich noch in der Stadt gelebt habe, habe ich sowohl Privatgärten als auch städtische Grundstücke genutzt oder mit meinen Ziegen Landschaftspflege in stadtnahen Naturschutzgebieten betrieben. Es lohnt sich, im Rathaus nachzufragen, ansonsten kannst du dich natürlich auch im Bekanntenkreis umhören oder einen Aushang mit deinem Gesuch schreiben.
Auf dem Land gibt es natürlich mehr Möglichkeiten, wobei es je nach Region große Unterschiede gibt. Ich bin in den elf Jahren, seitdem ich Tiere, aber kein Land habe, mehrmals umgezogen. In Süddeutschland in einer dichter besiedelten Gegend mit hohen Grundstückspreisen hatte ich Probleme, Grundstücke zu finden, weil alle potentiellen Flächen an Pferdebesitzer verpachtet waren. Dort musste ich ein bisschen weiter draußen suchen, bevor ich Flächen gefunden habe. Letztendlich hat es aber überall geklappt und das wird es bei dir bestimmt auch.
Wer ist der Besitzer?
Meistens ist es schnell ersichtlich, wem ein bestimmtes Grundstück gehört, wenn es zum Beispiel an ein Wohnhaus angrenzt. Ansonsten einfach die nächstgelegenen Nachbarn fragen. Wenn die auch nicht wissen, wem die Fläche gehört, kannst du versuchen, den Besitzer beim Katasteramt in Erfahrung zu bringen. Bei berechtigtem Interesse geben die die Kontaktdaten heraus, wobei das natürlich Ermessenssache ist, weil du ja nicht vorhast, das Grundstück zu kaufen. Probieren kannst du es aber.
Wenn du den Besitzer in Erfahrung gebracht hast, kannst du einfach nett nachfragen, was er mit dem Grundstück macht und ob du es nutzen darfst. Mache deutlich, dass du es im Gegenzug mähen oder in Schuss halten würdest. Ich war oft erstaunt, wie froh viele Leute sind, wenn man sich dem Dickicht annimmt und verspricht, es in Schach zu halten. In aller Regel musste ich deswegen auch nichts bezahlen. Die einzige Gegenleistung ist, das Grundstück abzuweiden und so vor Verbuschung zu schützen. Und selbst wenn du einen kleinen Pachtbetrag zahlst, ist es dass allemal wert.
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Wenn auf dem Grundstück ungenutzte Obst- und Nussbäume stehen, ist das natürlich umso besser. Wir können so ca. 15 Obstbäume, 2 Walnussbäume, Haselnusssträucher, verwilderten Wein und Beerensträucher beernten, deren Früchte seit Jahren jeden Herbst verrottet sind.
Mehrwert für den Besitzer
Wenn ein Grundstücksbesitzer bereit ist, einen solchen Deal einzugehen, ist das toll. Umso wichtiger ist es, dass du dich auch an die Vereinbarungen hältst. Sorge dafür, dass das Land gut in Schuss ist und zeige, dass du dich kümmerst. Das sollte selbstverständlich sein, trotzdem will ich es nochmal erwähnen. Insbesondere deswegen, weil ich selbst gerade ein Problem damit habe, „meine“ insgesamt drei Grundstücke abzuweiden. Ich habe dieses Jahr nämlich nur noch halb so viele Ziegen wie in 2016 und die kommen mit dem Fressen einfach nicht hinterher, sodass ich zur Zeit oft mit der Sense nachhelfen muss. Wenn du von vorneherein weißt, wie viel Land du wirklich brauchst, ist das also definitiv von Vorteil.
Noch mehr Tipps dazu, wie du deine Selbstversorgung möglichst ohne Geld aufbauen kannst, findest du in meinem Artikel zum Thema Selbstversorgung ohne Geld. Und falls du wissen möchtest, wie viel Arbeit Selbstversorgung eigentlich macht, schau doch mal hier vorbei.
Wie bist du an dein Grundstück gekommen? Oder besitzt du selbst eins? Wie viel Fläche brauchst du für deine Selbstversorgung?
Juhu, die ersten Kartoffeln sind geerntet! Es gibt kaum etwas Besseres, als die ersten Tuffels auszugraben, ohne zu wissen, was einen unter der Erde erwartet, und sie mit nichts als einer Prise Salz und Öl angemacht in ihrer reinen Form zu genießen. Und was gibt es für einen besseren Anlass als die erste Kartoffelernte, um über diese tolle Knolle zu schwärmen? Heute gibt’s von mir 6 Gründe, warum die Kartoffel für die Selbstversorgung so wichtig ist.
1. Sattwerden
Den eigenen Bedarf an Obst und Gemüse zumindest während der warmen Monate zu decken, ist nicht besonders schwer. Ich würde behaupten, dass das innerhalb von zwei Jahren machbar ist, wenn einem genug Gartenfläche zur Verfügung steht. Obst und Gemüse sind zwar super lecker und wertvolle Vitamin- und Mineralstofflieferanten, aber kalorienmäßig kommt da nicht so viel rum. Wer sich also selbstversorgen und auch satt werden will, ist mit Kartoffeln gut dabei. Sie werden nicht umsonst als Sättigungsbeilage bezeichnet. A pro pos Beilage: Dass die Kartoffel vom Hauptgericht zur Beilage degradiert wird, ist ein neuer, aber scheinbar unaufhaltsamer Trend. Im 19. Jahrhundert lag der Pro-Kopf-Verzehr noch bei 300 kg im Jahr, heute sind es kaum noch 50 bis 60 kg.
2. Einfach anzubauen und zu verarbeiten
Kartoffeln anzubauen ist nicht schwer und wenig arbeitsintensiv. Im Gegensatz zu Getreie müssen Kartoffeln weder gedroschen noch entspelzt oder gemahlen werden. Das macht den Anbau von Getreide zur Selbstversorgung so kompliziert, denn Dreschen und Entspelzen ohne entsprechende Maschinen ist sehr aufwändig. Den Anteil von Kartoffeln in der eigenen Ernährung zu erhöhen, kann also eine große Arbeitsersparnis bedeuten und den Anteil der selbst angebauten Lebensmittel drastisch steigern, wenn man mit Kartoffeln einen Teil des Getreides ersetzt. Denn die allermeisten Selbstversorger kaufen Getreide lieber, als sich damit abzuplacken.
3. Beete mit Kartoffeln anlegen
Kartoffeln eignen sich sehr gut, um frisch angelegte Beete zu bepflanzen. Sie lockern den Boden, unterdrücken das Unkraut und werfen auch in einem neu angelegtem Mulchbeet noch ganz passable Erträge ab. Wer mehr dazu wissen will: Hier erkläre ich genau, wie wir Mulchbeete anlegen.
4. Wintervorrat
Kartoffeln lagern dunkel und bei 5-9°C. Bedingungen, die fast jeder in seinem Keller vorfindet. Die Knollen am besten in Leinensäcke oder Holzkisten packen und nie unter Luftabschluss gelagert werden. Außerdem sollten sie den eingelagerten Äpfeln auf keinen Fall zu nahe kommen. Äpfel sondern nämlich Ethylen ab, das die Kartoffeln schneller verderben lässt. Wer das beachtet, sollte keine Schwierigkeiten haben, die eigene Kartoffelernte zu lagern und sie so fast das ganze Jahr über zur Verfügung zu haben.
5. Vollwertig
Kartoffeln enthalten neben sättigenden Kohlehydraten auch die Vitamine C, B1, B2 und B6, sowie Folsäure, Kalium, Phosphor und Magnesium. Die Vitamine ballen sich vor allem im Innern der Kartoffel, man muss also keine Sorge haben, dass sie beim Pellen verloren gehen. Der Vitamingehalt schwankt aber je nach Zubereitungsart. Die meisten Vitamine bleiben erhalten, wenn man Bratkartoffeln aus rohen Kartoffeln macht. Wer aber die Mineralstoffe erhalten will, sollte seine Kartoffeln mt Schale essen, denn in der Schale ist die Mineralstoffkonzentration am höchsten.
6. Vielseitig
Kartoffelbrei, Rösti, Kartoffelbrot, Kartoffelsuppe, Kartoffelpuffer, Kartoffeltörtchen, Croquetten, Pellkartoffeln, Chips, Kartoffelauflauf, Bratkartoffeln, Pommes, Ofenkartoffeln, Kartoffelsalat, Ratatouille, Kartoffelgratin, Klöße… Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen.
Fläche berechnen
Pro Quadratmeter kann man mit einem Ertrag von 3 bis 3,5 kg Kartoffeln rechnen. Den heute üblichen Bedarf von 60 kg pro Person kann man auf nur 19 Quadratmetern Kartoffelacker selbst anbauen. Bei einer Kartoffel-basierten Selbstversorgung gehe ich aber mal von den 300 kg aus, die im 19. Jahrhundert üblich waren. Das ergibt eine Fläche von ca. 92 Quadratmetern pro Nase. Plant man Verluste ein und will obendrein Saatkartoffeln gewinnen, um sie im nächsten Jahr wieder auszupflanzen, ist man bei rund 120 Quadratmetern. Das ist ziemlich überschaubar. Wenn man außerdem bedenkt, dass Kartoffeln innerhalb von 90 bis 110 Tagen erntereif sind und man sie dementsprechend auch zweimal hintereinander anbauen kann, sehen die Zahlen noch viel besser aus.
Fruchtfolge
Wer viele Kartoffeln anbauen will, muss sich bewusst sein, dass er Probleme mit der Fruchtfolge bekommt, wenn der Kartoffelacker größer als 1/5 der gesamten Ackerfläche ist. Kartoffeln brauchen nämlich eine Anbaupause von mindestens 5 Jahren, bevor sie wieder auf dem gleichen Stück Land wachsen sollten. Aber zum Glück gibt es ja noch viele, viele andere Pflanzen, die man anbauen kann, sodass das kein Problem darstellen sollte.
Zum Schluss noch ein Tipp zur richtigen Ernte: Wer seine Kartoffeln lagern will, lässt sie am besten nach der Ernte noch für ein, zwei Stunden auf der Erde liegen, damit sie abtrocknen können und eine festere Schale bilden. Dadurch sind sie deutlich besser lagerbar. Aber Vorsicht: Bereits nach wenigen Stunden am Sonnenlicht fangen Kartoffeln an, Solanin zu bilden. Also daran denken, sie rechtzeitig in den Keller zu bringen.
Spielt die Kartoffel in deiner Selbstversorgung auch so eine große Rolle? Was sind deine Lieblingssorten? Hast du schonmal Getreide selbst angebaut?
Du möchtest einen Garten anlegen und Obst und Gemüse anbauen? Oder hast du vielleicht schon einen Gemüsegarten, den du um ein paar Beete erweitern möchtest? Es gibt verschiedene Methoden, einen Garten anzulegen. Die gängigste ist das Umgraben, aber du wirst schnell merken, dass ich davon nicht allzu viel halte:
Erstens ist Umgraben nämlich sehr anstrengend und zweitens zerstört es das Bodenleben. Wusstest du, dass in einer Handvoll Gartenerde mehr Mikroorganismen leben als Menschen auf diesem Planeten? Diese kleinen Helfer sind für einen fruchtbaren Boden sehr wichtig.
Diese ganz unterschiedlichen Mikroorganismen bevölkern jeweils andere Schichten im Boden. Viele leben ganz oben, nah bei den Wurzeln der Pflanzen, aber andere halten sich auch in tieferen Bodenschichten auf. Beim Umgraben werden diese Schichten umgedreht. Mikroorganismen, die in den obersten Schichten leben, werden begraben und andere sterben, weil sie plötzlich an der Oberfläche sind, wo sie keinen Lebensraum mehr finden.
In einem Biogarten ist es aber das oberste Gebot, das Bodenleben zu fördern statt es zu zerstören. Deswegen legen wir unsere Beete ohne Umgraben an. Das ist viel schonender für den Boden – und auch für deinen Rücken.
Hackschnitzel (gehäckseltes Schnittgut von Bäumen und Sträuchern)
eine Rasenkante und Steine oder Holz für die Beetkante
einen Spaten
eine Grabegabel
und eine Schaufel
Der Untergrund
Beim Anlegen eines Mulchbeetes ist es praktisch, wenn das Gras, auf dem das Beet angelegt werden soll, möglichst lang ist. Im ersten Schritt decken wir das nämlich mit Wellpappe ab. Wenn die Gräser zu kurz sind, lassen sie sich nicht umlegen und wachsen mit ihren scharfen Blattspitzen leichter durch die Pappe durch. Lange, umgelegte Gräser werden von der Pappe erstickt und sterben ab.
Pappe besorgen und auslegen
Die Pappe wird so ausgelegt, dass sich die einzelnen Stücke mindestens 10 cm überlappen. Benutze nur unbedruckte Pappe und entferne Klebestreifen etc., sonst landet das alles im Boden und letztendlich in deinem Essen.
Kleiner Tipp: Pappe in rauen Mengen gibt’s in vielen Fahrradgeschäften, die ihre Fahrräder in Kartons geliefert bekommen. Leider kannst du dir bei recycelter Pappe nie zu 100 % sicher sein, dass keine Reste von Druckerschwärze und Kleber enthalten sind.
Jetzt verteilst du eine 10 bis 15 cm dicke Schicht aus Kompost und/oder gutem Mutterboden auf der Pappe. Wenn du nicht genug eigenen Kompost hast, kannst du dir im Kompostwerk welchen kaufen. Das ist nicht teuer: Wir zahlen 20 € für einen Kubikmeter richtig guten Bio-Kompost.
Aber Vorsicht:
Manche Stadt-Komposte, die aus Biomüll hergestellt werden, können Schadstoffe enthalten. Im Zweifel einfach nachzufragen. Die meisten Kompostwerke haben Tabellen mit Untersuchungsergebnissen zu den einzelnen Komposten und können einem da gut weiterhelfen.
Wenn du genug eigenen Kompost hast, ist das natürlich umso besser. Wie du richtig guten Kompost herstellst, kannst du hier nachlesen.
Ansonsten kannst du auch guten Mutterboden verwenden. In die ausgebrachte Erde bzw. den Kompost kannst du direkt aussäen bzw. pflanzen. Das ist also eine tolle Methode, um ohne großen Aufwand neue Beete anzulegen und gleich loszugärtnern.
Mulchen
Sobald deine Pflanzen etwa handhoch sind, solltest du den Boden mulchen, und zwar sehr dick – mindestens 15 cm. Das Ganze nennt sich Back To Eden-Methode, eine Gartenmethode, die ein Mann namens Paul Gautschi entwickelt hat und von der wir sehr begeistert sind. Falls du mehr zur Back To Eden-Methode wissen möchtest: Es gibt einen kostenlosen Back To Eden-Film (aber leider nur auf Englisch):
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Wir schichten also verschiesene organische Materialien auf, die sich mit der Zeit zersetzen und eine nährstoffreiche Basis für das neue Beet bilden. Dafür verwenden wir am liebsten Hackschnitzel, also zerhäckselte Sträucher und Bäume, die man oft kostenlos von Baumpflegebetrieben bekommen kann. Einfach mal nachfragen. :)
Ansonsten nehmen wir auch Laub, Grünschnitt oder Grasschnitt. Am besten ist es, grüne und braune Schichten abwechselnd aufzuschichten, dann stimmt auch das C/N-Verhältnis, sodass sich der Mulch mit der Zeit in wertvollen schwarzen Humus verwandelt. Wir gehen beim Zusammenstellen von Mulchmaterial also nach dem gleichen Prinzip vor wie beim Kompostieren.
Das Tolle daran ist, dass der Mulch das Unkraut unterdrückt und den Boden feucht hält. Damit fallen zwei der größten Aufgaben im Garten so gut wie komplett weg: jäten und gießen. Wenn du wie wir auf einen pflegeleichten Garten abzielst, der ohne großen Aufwand eine dicke Ernte abwirft, solltest du das unbedingt ausprobieren.
Wichtig ist aber, dass man den Mulch erst ausbringt, wenn die Pflanzen groß genug sind. Schließlich soll die Mulchschicht nur die Unkräuter unterdrücken und nicht die Gemüsepflänzchen. ;)
Beete anlegen im Herbst
Wenn du diesen Artikel im Herbst liest und die Beete erst nächstes Jahr nutzen willst, kannst du auch weniger Kompost/Erde ausbringen und das ganze sofort mulchen. Der Mulch verrottet nach und nach zu einer humosen Schicht und schützt den Boden über den Winter vor Erosion. Im Frühjahr kannst du den Mulch dann beiseite ziehen, damit der Boden sich vor der Aussat schonmal aufwärmen kann. Und wenn die Pflanzen groß genug sind, kannst du den Mulch wieder um sie herum ausbreiten.
Beetkante anlegen
Wenn man wie wir mitten auf einer Wiese einen Garten anlegt, ist es sinnvoll, gute Beetkanten zu haben, sonst erobert sich das Gras seinen Raum bald zurück. Wir haben an der gesamten Kante unseres Beets entlang Steine und eine Rasenkante eingegraben (ich verwende dazu am liebsten diese Metall-Rasenkante), die verhindert, dass Gras und Unkräuter von außen ins Beet wachsen.
Statt mit Steinen kann man sein Beet natürlich auch mit Holz einfassen, Totholzstämme sind zum Beispiel toll, wenn man Nützlinge in den Garten locken will.
Zusammenfassung
Nochmal Schritt für Schritt:
Pappe (und ggf. Erde) besorgen
die Pappe auslegen und eine Beetkante installieren
Kompost oder Erde auf der Pappe ausbringen (mindestens 10cm dick), falls man sofort pflanzen möchte
mindestens 15 cm Mulch ausbringen, sobald die Pflanzen das abkönnen
3 m2 oder 300 m2? Was ist deine perfekte Gartengröße?
Du willst mit deinem Gemüsegarten voll durchstarten, weißt aber noch nicht, welche Dimension dein Freiluft-Supermarkt annehmen soll? Die richtige Gartengröße zu finden ist gar nicht so einfach – aber super wichtig! Wenn du genau so viel Zeit und Energie in deinen Garten steckst wie dir zur Verfügung steht, hast du nämlich auch langfristig Spaß daran, deinen Gemüsegarten zu rocken.
Und weil es eben keine allgemeine Formel für die perfekte Gartengröße gibt, habe ich ein kleines Quiz für dich erstellt, mit dem du in nullkommanix herausfindest, welche Gartengröße perfekt zu dir passt.
Kennst du das? All die wunderbaren, nützlichen Selbstversorger-Fähigkeiten scheinen unerreichbar zu sein. Vielleicht träumst du davon, dich möglich selbst zu versorgen, lebst aber noch nicht in einem Umfeld, das es dir ermöglicht, wirklich „ernst zu machen“. Es gibt viele Gründe, warum der Eine oder die Andere noch nicht auf dem Selbstversorgerhof seiner oder ihrer Träume lebt, sondern in der Stadt, vielleicht sogar ohne Garten und die Möglichkeit, Tiere zu halten.
Die gute Nachricht ist: Wenn du in so einer Situation bist, gibt es trotzdem schon eine Menge zu tun. Jetzt ist die beste Zeit, um dir die Selbstversorger-Fähigkeiten anzueignen, die du später brauchen wirst bzw. die dir jetzt schon nützlich sind.
Je besser du vorbereitet bist, desto erfolgreicher wirst du sein, wenn du dein Traumgrundstück endlich findest. Und selbst wenn du nicht vorhast, auf’s Land zu ziehen, hoffe ich, dich mit meiner Liste inspirieren zu können, was du tun kannst, um auch in der Stadt ein Stückweit autarker zu sein.
Hier sind 25 Selbstversorger-Fähigkeiten, die du erlernen kannst, wenn du noch in der Stadt wohnst:
Brot backen
Brot backen ist nicht schwer, auch mit Sauerteig nicht. Frisch gebackenes Brot schmeckt nicht nur unfassbar lecker, du kannst auch mächtig Geld sparen, wenn du selbst backst. Wir zahlen für ein 1kg-Brot aus regionalem Bio-Getreide nicht einmal einen Euro. Mit Sauerteig zu backen erfordert allerdings ein wenig zeitliche Flexibilität, da muss man einen Rhythmus finden, der zum Alltagsleben passt, weil man den Vorteig am Abend ansetzt, am nächsten Morgen weitermacht und gegen Nachmittag backen sollte.
Saisonal kochen
Übe dich im Kochen von unverarbeiteten Lebensmitteln und kaufe nur das ein, was zu der Jahreszeit auch auf einem Selbstversorgerhof anfallen könnte. So lernst du nicht nur, mit einfachen Zutaten verdammt lecker zu kochen, du bekommst auch einen guten Überblick darüber, was du später in welchen Mengen anbauen musst und welche Tiere du eventuell halten solltest. Wenn du nicht weißt, welches Obst und Gemüse wann Saison hat, druck dir einfach so einen Kalender aus und häng ihn dir in die Küche.
Einkochen
Lerne, Lebensmittel zu konservieren. Man kann auch gekaufte Lebensmittel einkochen und so wertvolle Erfahrungen sammeln. Als wir beispielsweise noch nicht genug eigene Tomaten angebaut haben, haben wir jeden Sommer große Mengen auf dem Wochenmarkt gekauft, die aussortiert wurden, weil sie Druckstellen hatten oder aufgeplatzt waren. So haben wir uns sehr günstig für das ganze Jahr mit regionaler Tomatensauce eingedeckt und uns nebenbei im Einkochen geübt. Wenn du noch nie eingekocht hast, schau dir doch mal unseren Blogartikel zum Thema Einkochen für Anfänger an.
Gärtnern
Selbst wenn du keinen eigenen Garten hast, gibt es in jeder Stadt Möglichkeiten, zumindest einen Teil der Lebensmittel selbst anzubauen. Bewirb dich auf einen Schrebergarten, mach bei einem Urban Gardening-Projekt mit oder miete einen Acker. Und wenn du nur ein paar Pflanzen auf der Fensterbank ziehst: Es geht darum, zu lernen, nicht darum, sofort riesige Ernten einzufahren. In diesem Artikel erfährst du, wie wir unsere Beete anlegen.
Heilpflanzen bestimmen und anwenden können
Nimm die nächste Schürfwunde oder Erkältung zum Anlass, um dich im Heilen mit natürlichen Mitteln zu üben. Es gibt eine Menge Pflanzen mit erstaunlichen Heilwirkungen. Bedien dich aus der Apotheke der Natur und lerne, wie man Tees, Tinkturen, Auszüge, Salben und Co. macht.
Kompostieren
Mit einem Komposthaufen kannst du deinen eigenen Dünger herstellen und Nährstoffkreisläufe schließen. Kompostieren ist gar nicht schwer und funktioniert auch auf dem Balkon in einer Wurmkiste. In diesem Artikel erfährst du, wie du richtig guten Kompost machst.
Milchsauer einlegen
Mach dein eigenes Sauerkraut und entdecke, was die Milchsäuregärung darüber hinaus alles zu bieten hat. Beinahe jedes Obst und Gemüse lässt sich milchsauer vergären und ist so nicht nur ohne jeglichen Energieaufwand haltbar, sondern auch viel besser bekömmlich und sehr gut für die Darmgesundheit. Ich bin ein großer Fan des milchsauren Einlegens. Eine Schritt für Schritt-Anleitung findest du hier.
Spinnen
Leg dir ein Spinnrad oder eine Handspindel zu und lerne, die Wolle für deine Kleidung selbst zu verspinnen und zu verzwirnen. Wenn du ein Spinnrad kaufen willst, rate ich dir von sogenannten Dachbodenfunden ab, außer du kennst dich bereits gut mit Spinnrädern aus. Ich habe leider schon viel zu oft gehört, dass Leute sich eines dieser alten Räder gekauft haben, das letztendlich nicht funktioniert hat oder nur zu Dekozwecken hergestellt wurde. Deswegen ist es sinnvoller, sich ein (evtl. gebrauchtes) modernes Spinnrad zu kaufen. Hier findest du meinen Artikel zum Spinnrad-Spinnen.
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Wasser wertschätzen
Fließendes Wasser ist für uns so selbstverständlich, dass wir mehr als verschwenderisch damit umgehen. Deswegen lassen wir sauberes Wasser nicht mehr ungeachtet in den Abfluss laufen. In meiner Küche steht eine Gießkanne griffbereit neben der Spüle, mit der wir die ersten Liter am Morgen, die wir früher haben ablaufen lassen, zum Gießen oder Spülen auffangen. Kleine Gewohnheiten wie diese geben dem Lebenselixier Wasser wieder einen Wert.
Kleidung flicken
Selbstversorgung hört in meinen Augen nicht damit auf, sein eigenes Obst und Gemüse anzubauen. Unser Begriff von Selbstversorgung ist viel umfassender und macht auch vor einem so elementaren Bedrüfnis wie dem nach warmer Kleidung nicht Halt. Dazu gehört, sowohl gekaufte als auch selbstgemachte Kleidung flicken zu können.
Permakultur
Ich entdecke gerade die Permakultur für mich, ein riesiges Feld voller neuer Möglichkeiten, nicht nur im Garten. Falls du wie ich am Anfang stehst: In meinem Permakultur-Artikel findest du unter anderem Rezensionen zu meinen beiden Permakultur-Lieblingsbüchern. Die stecken voller konkreter und praxisbezogener Tipps und falls du mehr über Permakultur lernen möchtest, findest du dort bestimmt viele Anregungen.
Mit Holz heizen
Wenn du die Möglichkeit dazu hast, schaff dir einen Holzofen an und lerne, mit Holz zu heizen. Damit nimmst du ein elementares Bedürfnis in eigene Hände und schaffst obendrein eine behagliche Atmosphäre, die Ölheizung, Fernwärme usw. nie erzeugen könnten.
Pflegeprodukte selbermachen
Seife, Shampoo, Deo und Zahnpasta mache ich selber. Es gibt einige Blogs, zum Beispiel Mrs Rosemary, auf denen du viele Anregungen und Tipps findest, um Pflegeprodukte selbst herzustellen und dich und deine Familie vor den Chemikalien zu schützen, die in vielen herkömmlichen Produkten stecken.
Jungpflanzen vorziehen
Jungpflanzen zu kaufen, kann ziemlich schnell ziemlich teuer werden. Außerdem hast du bei gekauften Pflanzen eine viel eingeschränktere Auswahl, was die Sorten angeht. Lerne, Jungpflanzen für deinen Garten vorzuziehen. Wie das geht, erfährst du hier.
Reparieren
Selbstversorgung ist in erster Linie eine Frage der Lebenseinstellung. Lerne, Gegenstände, die kaputt gehen, selbst zu reparieren, anstatt sie wegzuwerfen und neu zu kaufen. Es gibt in vielen Städten Reparaturcafés und offene Werkstätten, dort findest du Hilfe, wenn du alleine nicht mehr weiterkommst.
Stricken
Stricken macht Spaß und man kann es wunderbar in der Straßenbahn oder einer langweiligen Vorlesung machen. Lerne, dir deine eigenen Pullis, Socken, Mützen und Schals zu stricken.
Stell dein eigenes Waschmittel her
Zum Waschen kannst du entweder Kastanien oder Efeu verwenden, beides funktioniert sehr gut und zuverlässig. Das ist nicht nur umweltfreundlich und sowohl Kastanien, als auch Efeu findest du auch in der Stadt.
Trocknen/Dörren
Zum Trocknen eignet sich vor allem Obst, aber auch Heil- oder Gewürzkräuter und verschiedene Gemüsearten. Du musst nicht sofort einen Solartrockner bauen, um Lebensmittel durch Trocknen haltbar zu machen. Fädele Apfelringe auf ein Seil, das du quer durch’s Zimmer spannst, trockne kleingeschnittene Frühlingszwiebeln als Instant-Grünzeug für den Winter auf einem Tuch und hänge Salbeisträußchen zum Trocknen auf, um dich gegen Halsschmerzen zu wapnen. Solltest du trotzdem überlegen, die ein Dörrgerät zu kaufen, empfehle ich dir dieses Maschinchen.
Filzen
Mit dem Nassfilzen lassen sich sehr schnell und einfach Textilien herstellen – ohne den Umweg über Spinnrad und Co. Wenn du mit Nadeln filzt, kannst du hübsche Spielzeuge selbermachen. Mein Sohn liebt seine Filztiere (wie man vielleicht sieht ;) ).
Felle gerben
Wenn eines unserer Tiere stirbt, versuchen wir, so viel wie möglich davon zu verwenden, zum Beispiel die Hörner von Ziegen oder auch ihre Felle. Viele Leute schmeißen die Felle ihrer Tiere weg, weil sie glauben, dass es sich nicht lohnt, sie zu verwerten. Und ja: Gerben ist zeitaufwändig, zumindest die Hirngerbung, mit der ich meine Felle konserviere oder Leder herstelle. Aber es ist sehr einfach, man braucht kaum Zubehör und ekelig ist es auch nicht.
Auch wenn es vielen Menschen makaber vorkommt – für mich ist es ganz natürlich. Felle zum Üben bekommst du übrigens bei vielen Jägern und Schlachthöfen.
Weben
Ich bekomme bald einen Webstuhl, juhuu! Mehr berichte ich dann, wenn ich mich ein bisschen „reingefuchst“ habe.
Töpfern
Auch das Töpfern möchte ich diesen Sommer lernen. Ich freue mich schon, Tassen, Teller, Schalen und Töpfe selbst herzustellen und will dafür den Grubenbrand ausprobieren. Darüber gibt’s dann natürlich auch einen Bericht auf dem Blog.
Essig machen
Wusstest du, dass du Essig ganz einfach selbermachen kannst? Ich finde das wahnsinnig praktisch. Wir benutzen Essig nämlich nicht nur zum Kochen, sondern auch als Putzmittel. Außerdem bekommen unsere Tiere jeden Tag einen Schuss Apfelessig ins Trinkwasser, weil ihnen das hilft, gesund zu bleiben.
Honig von Stadtbienen ist viel sauberer als der vom Land, weil die Bienen längst nicht so viele chemische Pflanzenschutzmittel aufnehmen. Du kannst dir sogar einen Bienenkasten auf den Balkon stellen. Wenn du die Möglichkeit dazu hast und keine Nachbarn mit Allergie, sind Bienen auch (oder gerade) in der Stadt eine tolle Sache.
Käse, Joghurt, Quark und Butter machen
Du hast richtig gelesen: All das kannst du jetzt schon selbermachen, auch wenn du noch weit davon entfernt bist, selbst zu melken. Kaufe Milch beim Bauern deines Vertrauens und werde so zum Profi in Sachen Milchprodukte. Gerade Frischkäse und Joghurt kann man sehr leicht selbst herstellen. Aber auch Hartkäse kannst du in deiner Stadtwohnung selbermachen.
Ziele setzen und erreichen
Dieser Punkt ist vielleicht der wichtigste in der ganzen Liste. Lerne, dir realistische Ziele zu setzen und deine Träume in die Wirklichkeit umzusetzen. Wie viele Menschen träumen von einem Leben auf dem Land und davon, wieder einen Bezug zu den Dingen zu erlangen, die wir alltäglich konsumieren? Für die allermeisten bleibt das ein Traum. Nur diejenigen, die etwas dafür tun, ihm näherzukommen, werden ihn mehr und mehr leben. Egal, ob du Balletttänzerin, Astronaut oder eben Selbstversorger werden willst: sei einer derjenigen, die es schaffen, die Hindernisse, die es in jedem Fall geben wird, zu überwinden, und das Leben zu leben, das du leben willst.
Welche Fähigkeiten fallen dir noch ein? Was kannst du bereits und was möchtest du ausprobieren?
Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Das heißt, dass ich einen kleinen Anteil des Kaufpreises bekomme, solltest du über diesen Link einkaufen. Natürlich zahlst du keinen Cent extra und ich empfehle nur Produkte, von denen ich glaube, dass sie dir auf deinem Weg helfen können. Über diese Links einzukaufen ist eine Möglichkeit, Wurzelwerk zu unterstützen. Danke an alle, die das machen!
Heute gibt’s eine Tour durch unseren frühlingshaften Gemüsegarten. Den haben wir im Herbst nach unserem Umzug neu angelegt. Um so zufriedener bin ich, trotz des lausigen Wetters jetzt schon einiges ernten zu können.
Nachdem Hochbeet 1 uns den Winter über kontinuierlich mit Spinat versorgt hat, musste der der Großteil davon Salat, Mangold und Melde weichen. Melde und Mangold sind ausgesät, lassen bisher jedoch auf sich warten, bald werden hier auch unsere Einlegegurken wachsen. Wir probieren dieses Jahr den regenbogenfarbenen Mangold von Dreschflegel aus.
Hochbeet 1
Salat „Little Gem“
der letzte Spinat
Gegen die Wühlmäuse, die uns im Winter das ganze Beet durchlöchert hatten, habe ich außerdem eine Reihe Knoblauch gesteckt. Das ist nur eine von vielen Maßnahmen, die dazu geführt haben, dass die Mäuse endlich von unseren Beeten ablassen. Zu unserem Kampf gegen die Wühlmäuse gibt es ebenfalls einen Artikel.
In Hochbeet 2 stehen Erdbeeren in Mischkultur mit Knoblauch und Lauch, der gerade erst gepflanzt wurde. Den Knoblauch habe ich im Herbst gesteckt, man sieht deutlich den Vorsprung gegenüber dem Knoblauch in Hochbeet 1, den ich erst im Frühling gesteckt habe.
Hochbeet 2
frisch gepflanzter Lauch
Auch in Hochbeet 3 wächst eine klassische Mischkultur: Möhren, Zwiebeln und Pastinaken. Unsere Möhren säen wir gestaffelt aus, sodass wir den ganzen Sommer über frisch ernten können und auch Lagermöhren für den Winter haben. Die Zwiebeln dünnen wir nach und nach aus und essen sie als Frühlingszwiebeln.
Hochbeet 3
Möhrchen
Auf dieser Fläche probieren wir eine Gartenmethode aus, die unter amerikanischen Bloggern recht verbreitet ist: die Back To Eden-Methode. Dabei wird mit Hackschnitzeln oder anderem organischen Material sehr tief gemulcht, nähere Informationen gibt’s hier in dem wirklich empfehlenswerten Back To Eden-Film von Paul Gautschi. Weil ich ein bisschen Sorge um die Stickstoffzufuhr meiner Pflanzen habe – Stickstoff wird im Kompostierungsprozess gebunden und ist damit lange Zeit nicht verfügbar – düngen wir zusätzlich mit Mist und Urin.
Back To Eden-Beet
die ersten Markerbsen
Wachsen sollen hier Tomaten, Basilikum, Kürbis, Zucchini, Gurke, Mais und Artischocken. Ob es für die bei uns nicht zu kalt ist, wird sich herausstellen. In unserem alten Garten in Süddeutschland hat das gut funktioniert und ich liebe Artischocken so sehr, dass ich den Versuch hier gerne wage. Außerdem stehen hier einige Salat- und Spinatpflanzen und Möhren, von denen ich gerne Saatgut ernten möchte.
Ob wir den hinteren Teil der Fläche auch so tief mulchen, ist noch nicht so ganz klar. Dieses Beet haben wir diesen Frühling neu angelegt, weil ich Panik bekommen habe, dass wir nicht genug Anbaufläche haben. Hier sind bereits Zucker- und Markerbsen ausgesät, zusammen mit einer Reihe Rote Bete. Die ersten Kohlsorten habe ich bereits gepflanzt. Das Beet wird ganz im Sinne unserer gestaffelten Anbauplanung nach und nach weiter aufgestockt. Auch Kartoffeln habe ich schon gesetzt. Dieses Jahr sind das die Frühkartoffel Maris Peer, die Lagerkartoffel Marabel und eine blaue Sorte (Blaue Schweden).
Was ist deine perfekte Gartengröße?
Ob ein Minigarten auf dem Balkon oder ein halber Acker hinterm Haus, für jeden Menschen gibt es eine Gartengröße, die perfekt passt.
So ein Garten macht nämlich am meisten Freude, wenn du weder überfordert noch unterfordert bist: Mit einem Erntekörbchen, das immer gut gefüllt ist, ohne dass du in Ernteschwemmen ertrinkst. Wenn dein Garten die richtige Größe hat, kannst du dich als Gärtner/in voll darin ausleben.
Aber wie findest du die perfekte Gartengröße für dich heraus? Ganz einfach mit einem Quiz!
Dieses Quiz sagt dir innerhalb von ein paar Minuten welche Gartengröße ideal zu dir passt:
Die Beerensträucher und Obstbäume blühen und wir freuen uns schon auf die erste Stachelbeerenernte. Außerdem haben wir neuerdings eine Hopfenpflanze und können vielleicht schon bald unser eigenes Bier brauen.
Über den Sommer verteilt werden wir unsere Beetfläche nach und nach erweitern. Wenn du wissen willst, wie wir unsere Mulchbeete anlegen, dann schau doch mal hier vorbei.
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