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Gemüsegarten für Anfänger: Crashkurs in 11 Schritten

Gemüsegarten für Anfänger

Hier kommt ein Crashkurs für alle Gemüsegarten-Anfänger da draußen. Ich finde es absolut fantastisch, dass du einen Gemüsegarten anlegen und dein Essen selbst anbauen möchtest.

Deswegen sind hier alle Infos, die du in deinem ersten Gartenjahr brauchst. Selbst wenn du keine Ahnung vom Gärtnern hast, wirst du eine gute Ernte einfahren, wenn du dich an die Punkte hältst, die ich in diesem Artikel aufliste.

Ich baue das komplette Obst und Gemüse, das meine Familie braucht, selbst an und habe schon hunderten Gärtnerinnen und Gärtnern geholfen, das gleiche zu tun. Das ist nämlich gar nicht so schwer und macht super viel Spaß. Und genau deswegen bist jetzt du dran! :)

Gemüsegarten für Anfänger: Crashkurs in 11 Schritten! Du möchtest einen Gemüsegarten anlegen? Dann kommt hier deine Starthilfe mit Tipps zum Gemüseanbau und Ideen, wie du deinen Gemüsegarten gestalten kannst. #Gemüsegarten #Garten #Wurzelwerk

Merk dir diesen Artikel auf deiner Gartenpinnwand!

Gemüsegarten für Anfänger: 11 Schritte zur eigenen Ernte

1. Wo soll ich meinen Gemüsegarten anlegen?

Als erstes musst du dir natürlich überlegen, wo genau der Gemüsegarten denn überhaupt hinsoll. Nah am Haus sollte er natürlich sein, damit du vor dem Kochen nochmal schnell ein paar Kräuter oder einen Salat holen kannst. Außerdem freuen sich die meisten Gemüsepflanzen, wenn ihr Beet möglichst den ganzen Tag über in der Sonne liegt.

Bevor du deinen Standort endgültig festlegst, solltest du dir auch den Boden anschauen. Einen schlechten Boden kann man zwar aufbauen und verbessern, aber wenn beim Hausbau Schotter aufgeschüttet oder Flächen stark verdichtet wurden, solltest du dich besser nach einem anderen Flecken umschauen, auf dem du deinen Gemüsegarten anlegst.

Die Fläche sollte außerdem einigermaßen eben sein, ein leichter Südhang ist aber vollkommen in Ordnung.

2. Wie groß soll mein Gemüsegarten sein?

Wenn du wenig Zeit und Erfahrung im Gärtnern hast, sind zehn bis 20 m2 für das erste Jahr vollkommen ausreichend. Damit kannst du dich natürlich nicht komplett selbstversorgen, aber erste Erfahrungen sammeln, ohne dich gleich am Anfang zu überfordern.

Falls du dir mehr zutraust, nur zu! Ich denke, dass man als ambitionierter Gemüsegarten-Anfänger auch durchaus mit 30 – 50 m2 Beetfläche starten kann. :)

3. Gemüsegarten anlegen

Sobald du weißt, wie groß sein Gemüsegarten sein soll und wo er hinkommt, kannst du auch schon die Beete anlegen. Wir legen unsere Beete mit einer bestimmten Methode an, die ganz ohne Umgraben auskommt. Das schont den Boden und die Bodenlebewesen, auf die wir beim Gärtnern so angewiesen sind.

Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass die Beete jahrelang nahezu unkrautfrei bleiben und Wasser sehr gut speichern. Hier ist eine Anleitung, in der ich dir Schritt für Schritt zeige, wie wir unsere Beete anlegen.

Ich habe außerdem ein PDF für meine Newsletter-Abonnenten erstellt, in dem ich unsere Beet-anlege-Technik nochmal ganz detailliert zeige, zusammen mit vielen anderen Gartentipps. Wenn du möchtest, dass ich es dir zuschicke, kannst du dich für meinen Newsletter eintragen. Dann bekommst du außerdem (ungefähr wöchentlich) noch mehr Tipps rund um die Selbstversorgung aus dem Garten von mir.

Trag dich gerne hier ein:

4. Was soll ich in meinem Gemüsegarten anbauen?

Das, was dir am besten schmeckt natürlich. :)

Bevor du dich aber als blutiger Gemüsegarten-Anfänger auf 30 verschiedene Gemüsepflanzen stürzt, hältst du dich besser an die Kandidaten, die möglichst pflegeleicht und anfängerfreundlich sind. Hier findest du eine Liste mit den Quasi-Selbstläufern unter den Gemüsepflanzen:

9 Gemüsepflanzen, die jeder hinkriegt

5. Einen Anbauplan erstellen

Du weißt jetzt, was in deinem Gemüsegarten wachsen soll. Dann ist der nächste Schritt, einen guten Anbauplan zu erstellen. Ich habe eine komplette Anleitung geschrieben, die du Schritt für Schritt durchgehen kannst – und am Ende hältst du deinen fertigen Gartenplan in den Händen. Das ist längst nicht so kompliziert, wie viele denken, versprochen.

Wie du einen Anbauplan für deinen Gemüsegarten erstellst

6. Pflanzen aus Samen ziehen oder kaufen?

Dann stellt sich natürlich noch die Frage, ob du deine Gemüsepflanzen fertig kaufst oder selbst aus Samen ziehst. Beides hat Vor- und Nachteile:

Gekaufte Gemüsepflänzchen sind in der Regel von professionellen Gärtnern vorgezogen und kräftig und gesund. Sie sind aber auch um einiges teurer als Saatgut. Außerdem werden meistens nur wenige Sorten als Pflänzchen angeboten. Wenn du dein Gemüse aus Samen ziehst, hast du eine viel größere Auswahl an spannenden Sorten, die du in deinem Garten ausprobieren kannst.

Einige Gemüsearten wirst du immer aus Samen ziehen, weil es keinen Sinn ergeben würde, sie vorzuziehen. Möhren zum Beispiel (und auch die meisten anderen Wurzelgemüse) sät man immer direkt ins Beet. Bei Tomaten, Zucchini etc. kannst du dir aber überlegen, ob du deine Jungpflanzen selbst vorziehst oder das in den ersten Jahren lieber den Profis überlässt.

Gemüsegarten für Anfänger Tomaten

7. Gemüsegarten gestalten

Du findest, dass dein Gemüsegarten nicht nur produktiv, sondern auch hübsch sein soll? Dann verweise ich dich ohne viel Federlesen an diesen Artikel:

Gemüsegarten gestalten: 9 Ideen für einen hübschen Gemüsegarten

Gemüsegärten können super ästhetisch sein und wenn man ein paar Gestaltungsprinzipien kennt, kann man den eigenen Garten mit wenig Aufwand und Geld richtig „aufmotzen“. ;)

8. Gemüsegarten auf kleiner Fläche

Vor allem, wenn du einen kleinen Gemüsegarten hast, willst du natürlich das Beste aus deiner Fläche herausholen. Deswegen sind hier ein paar Tipps für einen produktiven Garten:

  • Kompost! Alle Pflanzen lieben Kompost. :)
  • Nutze vertikale Flächen, um deine Fläche zu vervielfältigen.
  • Lass deine Beete nie lange leer stehen.
  • Baue ertragreiche Gemüsearten und -sorten an.
  • Nutze deinen Gemüsegarten auch für Wintergemüse!

9. Arbeiten im Gemüsegarten

Nach der Aussaat oder dem Pflanzen, ist es wichtig, den Boden feucht zu halten, bis die Pflanzen gut angewachsen sind. Danach kannst du (je nach Gemüseart) auch ganz auf das Gießen verzichten. Allerdings nur, wenn du deinen Boden mulchst, also abdeckst. Dafür kannst du zum Beispiel Rasenschnitt nehmen, Stroh oder Laub.

Ich verwende am liebsten eine Mischung aus Rasenschnitt und Häckselgut und mulche meine Beete ziemlich dick. So konnten wir sogar in einem trockenen Jahr wie diesem ohne Gießen genug Gemüse ernten, um uns damit komplett selbst zu versorgen.

Ein weiterer Vorteil von Mulch ist, dass er Unkraut unterdrückt. Wenn du nicht mulchst, solltest du deine Beete regelmäßig jäten. Ein bisschen Unkraut ist nicht schlimm, aber sobald deine Gemüsepflanzen nicht mehr genug Raum haben, um groß und kräftig zu werden, solltest du eingreifen.

Außerdem solltest du dich bei jeder Gemüseart, die du anbaust, über den Düngerbedarf schlaumachen. Manche Gemüsearten kommen ganz ohne Düngen aus, bei anderen ist es sehr wichtig, sie zur richtigen Zeit mit genügend Nährstoffen zu versorgen, damit du dann auch ordentlich was ernten kannst.

Einige Dünger kannst du selbst herstellen, zum Beispiel Brennnesseljauche oder Mist, falls du Tiere hältst. Stattdessen kannst du auch fertige Dünger kaufen. Es gibt allerdings Fertigdünger, die sich „Bio“ nennen, aber die reine Chemiepampe sind. Deswegen solltest du auf der Packung immer nach einem echten Biosiegel suchen. Chemischen Dünger willst du nämlich nicht in deinem Garten haben, glaub mir…

10. Krankheiten und Schädlinge im Gemüsegarten

Vielen Krankheiten und Schädlingen kannst du vorbeugen, indem du dein Gemüse in Mischkultur anbaust. Das bedeutet, dass man verschiedene Gemüsearten nebeneinander pflanzt, die sich dann gegenseitig die Krankheiten und Schädlinge fernhalten. Hier ist eine Liste mit den wirksamsten Mischkultur-Pflanzgemeinschaften:

28 Gemüsearten und ihre wirksamsten Mischkultur-Partner

Falls du vorhast, Kohl anzubauen, solltest du dir außerdem ein paar feinmaschige Schutznetze anschaffen. Kohl hat verdammt viele Schädlinge und wenn du ihn nicht von vorneherein abdeckst, sind die Probleme so gut wie vorprogrammiert.

Ich habe mich anfangs dagegen gesträubt, Schutznetze zu kaufen, weil ich möglichst wenig Plastik verwenden wollte, aber sehr schnell gemerkt, dass es bei Kohl kaum eine andere Chance gibt. Und wenn man sich hochwertige Netze zulegt, kann man die auch fünf und mehr Jahre verwenden, bevor sie in den Müll wandern.

11. Ernten und Haltbarmachen

Tja, und wenn das alles geschafft ist, steht bestimmt schon bald die erste Ernte an. :)

Wir bauen immer genug Gemüse an, um einen Teil davon für den Winter haltbar zu machen. Es gibt zwar einige Gemüsearten, die man auch im Winter ernten kann. Aber, hey, selbstgemachtes Sauerkraut ist einfach unglaublich lecker und im Winter ein Glas selbstgemachte Tomatensauce aufzuwärmen manchmal auch sehr praktisch. Selbstversorger-Fast Food sozusagen. :)

Ich verwende vor allem zwei Techniken, um unser Obst und Gemüse haltbar zu machen und unseren gesamten Wintervorrat anzulegen: Einkochen und Fermentieren.

Was sind deine Pläne für dein erstes Gartenjahr? Hast du noch mehr Tipps für Gemüsegarten-Anfänger? Dann lass gerne einen Kommentar da!

Kategorie: Garten

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Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines vierjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

3 Kommentare

  1. Robert Gentzel sagt

    Hallo Marie,
    Du schreibst das es am besten ist wenn man Kohl anbauen möchte sollte man Netze verwenden. Dem kann ich nur zustimmen. Aber wo bekommt man den hochwertige Netze. Die aus dem Baumarkt überstehen nicht mal eine Saison. Es wäre gut wenn Du vielleicht eine Adresse oder einen Anbieter nennen könntest wo man hochwertige Netze bekommt.

    • Brigitte Settele sagt

      Ich habe selbst gute Erfahrungen mit dem Insektenschutznetz von Neudorff gemacht. Das hält bei mir bestimmt schon 7-8 Jahre.

    • Marie sagt

      Hallo Robert,
      ich weiß leider nicht mehr, wo ich die Netze herhabe. Aber Brigitte ist ja schon eingesprungen. :)
      Liebe Grüße! Marie

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