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Ziegenrassen Selbstversorger

Die 5 besten Ziegenrassen für Selbstversorger

Du möchtest Ziegen halten und überlegst, welche Ziegenrasse am besten zu dir passt? Je nachdem, ob du deine Ziegen melken möchtest, es dir vor allem um das Fleisch geht oder du einfach ein paar nette Haustiere suchst, eignen sich verschiedene Rassen unterschiedlich gut.

Ich halte seit über zwölf Jahren Ziegen und habe schon einige Rassen näher kennengelernt – und lieb gewonnen. Und genau deswegen möchte ich dir in diesem Artikel die (in meinen Augen) fünf besten Ziegenrassen für Selbstversorger vorstellen.

Die fünf besten Ziegenrassen für Selbstversorger: Du möchtest Ziegen halten, weißt aber nicht, welche Rasse? Dann kommt hier die Entscheidungshilfe mit Tipps zur Ziegenhaltung, Stall und Weide. #Wurzelwerk #Selbstversorger #Selbstversorgung #Ziegen

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Die fünf besten Ziegenrassen für Selbstversorger

Pfauenziege – Zweinutzungs-Gebirgsschönheit

Ziegenrassen Pfauenziege

Pfauenziegen sind so ziemlich die schönsten Ziegen unter dem Himmel, zumindest finde ich das. Die Pfauenziege ist eine seltene und bedrohte Rasse. In Deutschland gibt es gerade mal 300 Stück. Wenn du dich dafür entscheidest, Pfauenziegen zu halten, kannst du also zum Erhalt dieser wunderbaren Rasse beitragen.

Die Pfauenziege ist eine Zweinutzungsrasse: Sie hat eine passable Milchleistung (470-500 kg/Jahr) und eignet sich gut zum Mästen, wobei der Schwerpunkt hier schon eher auf der Fleischleistung liegt.

Wenn dir eine sehr gute Milchleistung nicht sooo wichtig ist und du nach einer Rasse suchst, die auch bei einem bescheidenen Futterangebot noch gut Fleisch ansetzt, sind Pfauenziegen genau richtig.

Thüringer Waldziege – Hübsche Milchziege

Ziegenrassen Thüringer Walsziege

Thüringer Waldziegen sind etwas kleiner als Pfauenziegen und haben eine deutlich bessere Milchleistung (700-800 kg/Jahr). Diese Ziegenrasse ist ebenfalls vom Aussterben bedroht. Thüringer Waldziegen sind robust und an raues Klima angepasst.

Das Fleisch ist sehr lecker, die Lämmer werden aber nicht so schwer. Wenn du eine gute und widerstandsfähige Milchrasse suchst, sind die Thüringer genau das Richtige für dich.

Burenziege – Gemütliche Fleischrasse

Ziegenrassen Burenziege

Ich halte seit über zwölf Jahren Burenziegen, eine sehr ruhige große Fleischrasse. Was ich an der Rasse so toll finde, ist vor allem das freundliche, gemächliche Gemüt. Burenziegen sind tolle Kumpel. :)

Sie sind außerdem sehr fruchtbar. Meine Ziegen bekommen zuverlässig drei Lämmer im Jahr. Allerdings sind Burenziegen reine Fleischziegen. Die Milch reicht für die Lämmer gut aus, aber die Rasse ist absolut nicht auf eine große Milchleistung ausgelegt. Meine Burenziegen haben teilweise sieben und mehr Zitzen (statt zwei), sodass sich das Melken allein schon deswegen schwierig gestalten würde.

Ein großer Vorteil von Burenziegen: Sie stinken nicht nach Ziege, zumindest die Mädels nicht. Die Rasse ist allerdings nicht so robust und wetterfest. Wenn du nach einer besonders widerstandsfähigen Fleischrasse suchst, sind Pfauenziegen vermutlich die bessere Wahl.

Walliser Schwarzhalsziege – Milchziege für Vegetarier

Ziegenrassen Walliser Schwarzhalsziege

Walliser Schwarzhalsziegen haben ein sehr langes Fell, weshalb sie manchmal auch „Zottelgeiß“ genannt werden. Die vordere Hälfte ist schwarz, das Hinterteil weiß gefärbt. Die Walliser Schwarzhalsziege ist eine Zweinutzungsrasse mit guter Milchleistung (ca. 600 kg/Jahr). Die Ziegen sind robust und widerstandsfähig und kommen auch mit einem kargen Futterangebot zurecht.

Milchziegen müssen regelmäßig Lämmer bekommen, damit sie weiter Milch geben. Und weil jedes zweite Lamm männlich ist, kommt man schnell an den Punkt, an dem man Böcke schlachten lassen muss, auch wenn man das vielleicht gar nicht möchte. Walliser Schwarzhalsziegen bekommen meistens nur ein Lamm, und selbst wenn dieses eine Lamm ein Bock ist, findet man dafür noch viel eher ein gutes Zuhause, als wenn eine Ziege gleich drei Lämmer auf einmal bekommt.

Wenn man die Walliser Schwarzhalsziegen dann noch zwei Jahre am Stück melkt, bevor sie das nächste Mal gedeckt werden, kann man auch ganz ohne Schlachten auskommen. Kleiner Tipp für alle, denen das auch immer so leid tut. :)

Wie wär’s mit Mischlingsziegen?

Ziegenrassen Mischlinge

Die robustesten Ziegen sind meiner Erfahrung nach Mischlinge. Auch wenn es toll ist, alte Rassen mit ihren Eigenschaften zu erhalten, solltest du ernsthaft darüber nachdenken, ob du stattdessen nicht besser einen Wald-und-Wiesen-Mix halten möchtest.

Man weiß dann zwar nicht, wie gut die Milch- oder Fleischleistung genau ist und kann Nachzuchten auch nicht so einfach verkaufen wie reinrassige Ziegen. Aber Mischlingsziegen sind oft viel unempfindlicher und weniger krankheitsanfällig als reinrassige Ziegen und die Anschaffungskosten sind auch nicht so hoch.

Zusammengefasst

Hier ist nochmal ein Überblick über die verschiedenen Ziegenrassen:

  • Pfauenziegen: mittlere Milchleistung, gute Fleischleistung
  • Thüringer Waldziegen: sehr gute Milchleistung, mittlere Fleischleistung
  • Burenziegen: keine Milch, sehr gute Fleischleistung
  • Walliser Schwarzhalsziege: gute Milchleistung, gute Fleischleistung, weniger Lämmer
  • oder robuste Mischlinge

Egal, für welche Ziegenrasse du dich entscheidest: Bevor deine ersten Ziegen bei dir einziehen, solltest du dich gut vorbereiten. Deswegen ist hier der Link zu einem Artikel, in dem ich dir zeige, wie ein guter Ziegenstall aussieht und welches Zubehör du brauchst:

Wie du dich auf deine ersten Ziegen vorbereitest

Naa, welche Rasse hast du dir herausgepickt? Welche Ziegenrasse findest du sonst noch gut? Lass mir gerne einen Kommentar da!

Gemüsegarten

Die 7 häufigsten Fehler im Gemüsegarten – und Tipps, wie du es besser machst

Eins vorweg: Es gibt nichts Erfüllenderes als einen eigenen Gemüsegarten zu bewirtschaften. Aber ich will hier nichts schönreden. Wenn man versucht, sein eigenes Gemüse anzubauen, kann man einiges falsch machen und das ist bisweilen etwas frustrierend.

Die Fehler, die ich hier heute aufliste, habe ich in meinem ersten Gartenjahr allesamt gemacht und ich weiß, dass viele Gemüsegärtner*innen da draußen die gleichen Probleme haben.

Uuuh, da kann die Gartenlust leicht mal zu Gartenfrust werden, ich weiß.

Aber keine Sorge: Ich verrate dir, was wir gelernt haben, sodass dir das alles erspart bleibt. Und deswegen fangen wir am besten gleich an. Hier ist Gemüsegarten-Fehler Numero Uno:

Die 7 häufigsten Fehler im Gemüsegarten - und Tipps, wie du es besser machst! Das solltest du wirklich vermeiden, wenn du einen Gemüsegarten anlegen / gestalten und Gemüse anbauen willst. Der größte Fehler vorweg: Niema... #Garten #Wurzelwerk #Gemüsegarten #Selbstversorgung
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7 häufige Fehler im Gemüsegarten – und Tipps, wie du es besser machst

1. Zu früh säen

Ich weiß, wie hart es ist, wenn man nach einem langen Winter dem Tag entgegenfiebert, an dem man endlich wieder rausgehen und mit den Händen in der Erde wühlen kann. Und wie verlockend, dann die Saatguttütchen hervorzukramen und mit dem Vorziehen anzufangen, auch wenn es eigentlich noch viel zu früh dafür ist. Aber so könnte man ja wenigstens drinnen schonmal ein bisschen loszugärtnern…

Den Fehler mache ich jedes Jahr auf’s Neue und ich weiß, dass es vielen von euch genauso geht.

Wenn du deine Freilandtomaten schon Anfang Februar säst, müssen sie aber viel zu lange im Haus überdauern. Und beim Auspflanzen sind sie dann längst nicht so kräftig wie wenn du dir noch sechs oder sogar acht Wochen Zeit gelassen hättest.

2. Nur im Frühling säen

Ein anderer Fehler, den viele in ihrem Gemüsegarten machen, ist es, nach dieser ersten Aussaat im Frühling nicht kontinuierlich weiter zu säen. Wenn du das ganze Jahr über frisches Gemüse ernten willst, musst du deine Aussaaten staffeln. Das bedeutet zum Beispiel, dass man Salat mindestens alle vier Wochen nachsät, damit man auch immer welchen ernten kann.

Hol dir deinen Ausaatkalender!

Wenn du stets ein volles Erntekörbchen haben möchtest, musst du regelmäßig aussäen und pflanzen. Um dabei nicht den Überblick zu verlieren und damit du stets das perfekte Zeitfenster abpasst, gibt es den Aussaatkalender!

Einfach ausdrucken, an die Wand pinnen und lossäen. Jeden Monat findest du eine Übersicht mit allen Gemüsepflanzen, die du drinnen oder draußen säen kannst und wann es Zeit ist, deine Jungpflanzen nach draußen zu pflanzen.

Trag dich also hier ein, um den Aussaatkalender herunterzuladen und keine Aussaat mehr zu verpassen

3. Den Boden unterschätzen

Man vergisst oft, dass der unterirdische Teil einer Pflanze in der Regel genauso groß ist wie der sichtbare oberirdische Teil. Wenn du deinen Boden vernachlässigst, wird das nichts mit dem Biogarten.

Um kräftige, gesunde Gemüsepflanzen anzubauen, brauchst du einen lebendigen, gesunden Boden. Das heißt nicht, dass du auf einem schlechten Boden gar nicht erst anfangen sollst mit dem Gärtnern. Aber besonders in den ersten Jahren sollte das Aufbauen eines fruchtbaren Bodens immer an erster Stelle stehen.

4. Die Pflanzen unterschätzen

Wenn man ein kleines Weißkohlpflänzchen in der Hand hält, kann man sich schwer vorstellen, wie viel Platz es später einmal brauchen wird. Aber wenn man das nicht vor Augen hat und die Pflanzen zu eng setzt, können sie sich nicht gut entwickeln und werfen auch nicht so viel Ertrag ab.

Deswegen ist es sehr klug, vor dem Pflanzen die jeweiligen Pflanzabstände nachzuschlagen.

Die einzige Ausnahme: Blattgemüse wie Salat, Mangold oder Spinat. Die säen wir oft viel dichter aus als „vorgeschrieben“, sodass sie zu grünen Teppichen heranwachsen. So bilden sich zwar keine Salatköpfe aus, aber die Ernte ist immens.

5. Falsch düngen

Wusstest du, dass Tomaten erst wirklich Hunger auf Stickstoff haben, wenn sie ihre Früchte ausbilden? Egal, um welche Pflanze es geht: Zu viele Nährstoffe zur falschen Zeit können mehr schaden als nutzen. Gleichzeitig solltest du aber auch sichergehen, dass deine Gemüsepflanzen, wenn sie dann hungrig sind, auch das bekommen, was sie brauchen.

Gemüsegarten Tomaten Tipps

Bei Tomaten bedeutet das zum Beispiel, dass man sie neben einem schnell verfügbaren Dünger wie Rizinusschrot auch mit einem langsamer fließenden Dünger wie zum Beispiel Hornspänen düngen sollte. Jede Gemüseart hat so ihre Vorlieben und es lohnt sich, die zu kennen.

Übrigens:

In sehr heißen und trockenen Perioden ist weniger Dünger immer mehr. Dünger regt nämlich das Wachstum der Pflanze an – logisch. Und wenn eine Pflanze trotz Hitzeschock einen Wachstumsschub hinlegt, kann es sein, dass sie mehr Wasser verdunstet als sie verkraftet.

6. Nicht ernten

Das hört sich jetzt erstmal kontraintuitiv an. Wer ist so doof und vergisst, sein Gemüse zu ernten, wenn er doch all die Arbeit und Liebe in seinen Gemüsegarten gesteckt hat?

Aber wenn du selber einen Garten hast, weißt du vielleicht, was ich meine. Ich jedenfalls mache diesen Fehler immer wieder: Ich verpasse den richtigen Erntezeitpunkt.

Die meisten Gemüsearten schmecken am besten, wenn man sie jung erntet. Kiloschwere Zucchinikeulen sehen zwar imposant aus, schmecken aber eher mäßig. Salat wird bitter, wenn man zu lange mit dem Ernten wartet, und Bohnen zäh und holzig. Auch bei Knoblauch, Zwiebeln und Kürbis muss man das Erntefenster gut abpassen, damit sie möglichst lange lagerbar sind.

Also: besser auf dem Radar haben, was wann reif ist. Gemüse aus dem eigenen Garten kann sooo lecker sein. Aber wenn man es sich „reinquälen“ muss, obwohl es nicht schmeckt, macht das Ganze keinen Spaß.

7. Am falschen Ort gärtnern

Wenn du den Standort für deinen Gemüsegarten erst einmal festgelegt hast, lässt sich daran nicht mehr viel ändern. (Ohne die ganze Arbeit nochmal zu haben.) Deswegen ist es gut, wenn du dir vorher genau überlegst, wo du deinen Gemüsegarten anlegen willst.

Ein idealer Standort für einen Gemüsegarten ist:

  • nah am Haus
  • sonnig
  • hat einen guten Boden
  • eben oder liegt an einem leichten Südhang
  • und windgeschützt.

Vermutlich wirst du keinen Ort finden, der perfekt passt. Das ist nicht schlimm – das meiste kannst du hinterher noch ausgleichen. Es gibt zum Beispiel einige Gemüsepflanzen, die auch in einem schattigen Beet wachsen. Aber den besten Start ins Gärtnerleben hast du natürlich, wenn von vorneherein alles stimmt.

Willst du noch mehr tolle Tipps für deinen Gemüsgarten? Dann am besten direkt hier weiterlesen:

So erntest du rund ums Jahr eigenes Gemüse!

Wie mein Garten fast von selbst unkrautfrei bleibt

28 Gemüsearten und ihre wirksamsten Mischkultur-Partner + Beispielplan

Kommt dir davon irgendwas bekannt vor? Hast du vielleicht noch mehr Punkte auf der Liste der größten Fehler im Gemüsegarten? Und Tipps, wie man es besser machen kann? Dann schreibe sie unten in die Kommentare!

Selbstversorger-Leben Huhn

Selbstversorger-Leben: Meine tägliche Routine

Heute nehme ich dich mal mit und zeige dir, wie unsere Selbstversorgung genau aussieht, welche Aufgaben täglich anstehen und wie viel Arbeit unser „Selbstversorger-Leben“ wirklich macht. Viel Spaß beim Lesen!

Selbstversorger-Leben: Meine tägliche Routine. Heute nehme ich dich mit und zeige dir, wie unsere Selbstversorgung genau aussieht, welche Aufgaben täglich anstehen und wie viel Arbeit das Ganze macht. Viel Spaß beim Lesen! #Wurzelwerk #Selbstversorger #Selbstversorgung
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Selbstversorger-Leben: Meine tägliche Routine

Morgens bei den Hühnern

Morgens lasse ich als erstes die Hühner aus dem Stall, meistens sogar vor dem Frühstück. Nachts muss der Stall gut verriegelt werden, damit Füchse, Marder und Co. sich nicht an den Hühnern gütlich tun. Und wenn die Sonne aufgeht, dürfen die Hühner dann wieder raus.

Es ist sehr friedlich, so früh am Morgen draußen zu sein. An schönen Tagen ist der Garten in goldenes Licht getaucht, es ist noch kühl und das Gras feucht vom Tau. Die Hühner sehen mich immer schon von Weitem und fangen aufgeregt an zu gackern, weil sie es kaum abwarten können, endlich wieder raus zu kommen.

Wenn ich die Stalltür öffne, flattern sie nach draußen, drehen eine Runde um den Stall und hüpfen dann wieder rein, um sich in die Nestboxen zu begeben. Es ist, als hätten sie keine Ruhe, ihre Eier zu legen, bevor sie nicht wenigstens einmal kurz draußen waren.

Wenn du auch Hühner halten möchtest, schau doch mal hier vorbei:

Passen Hühner zu deinem Alltag?

Selbstversorger-Leben

Abends melken

Ich melke eine von unseren Ziegen, Curry heißt die Gute. Eigentlich gehört sie einer Freundin, aber die ist für ein halbes Jahr auf der Alp, deswegen können wir dieses Jahr die ganze Milch selbst behalten, hehe.

Curry ist ein Goldstück. Sie ist sehr geduldig, kein bisschen zickig, und schleckt mich beim Melken ab als wäre ich ihr Lamm. Dabei hat Curry seit fünf Jahren kein Lamm mehr gehabt. Es ist ein Wunder, dass sie überhaupt noch Milch gibt. Bis vor Kurzem waren es 1 ½ Liter am Tag, mittlerweile ist die Milchmenge auf ungefähr 800 ml gesunken, weil es wegen der Trockenheit kein Frischfutter mehr gibt und die Ziegen nur noch Heu bekommen.

Ich melke Curry nur einmal am Tag, das ist mehr als genug Arbeit. Solange man einen regelmäßigen Melk-Rhythmus einhält, gewöhnen sich Ziegen daran und produzieren einfach ein bisschen weniger Milch als wenn man zweimal täglich melkt.

Studien haben ergeben, dass man täglich ungefähr 20 % mehr Milch bekommt, wenn man Ziegen morgens und abends melkt. Was auch bedeutet, dass man beim einmaligen Melken 80 % der Milchmenge hat – bei der Hälfte der Arbeit.

Ehrlich gesagt muss ich mich jeden Tag dazu überwinden, rauszugehen, wenn das Melken ansteht. Diese ganze Milch-Geschichte macht schon viel Arbeit. Aber sobald ich draußen bin, kann ich nicht mehr verstehen, warum ich das Melken vor mir hergeschoben habe.

Curry wartet meistens schon auf mich oder kommt angelaufen, sobald ich sie rufe. Ich muss ihr kein Bestechungsfutter geben, damit sie stillsteht. Manchmal binde ich sie an, aber meistens geht es auch ohne. Wir haben keinen Melkstand, nichtmal einen Melkeimer. Ich setze mich einfach neben sie auf den Boden und melke in alte Passata-Flaschen.

Selbstversorger-Leben Melken

Melken ist relativ anstrengend. Nach zwei Wochen Sommerurlaub müssen sich meine Hände erstmal wieder daran gewöhnen. Es gibt nur eine Methode, wie man von Hand melken sollte, das ist das sogenannte Faustmelken. Hört sich brutal an, oder? Man muss sich beim Melken aber trauen, richtig zuzupacken. Das war anfangs mein Problem:

Ich wollte Curry auf keinen Fall wehtun und war sehr vorsichtig. Aber um Milch aus der Zitze herauszubekommen, muss man den Kanal zum Euter zwischen Daumen und Zeigefinger fest abklemmen. Ich habe dann schnell gemerkt, dass es Curry nichts ausmacht, wenn ich richtig zupacke. Und wenn man sich anschaut, wie ungestüm Lämmer beim Trinken manchmal sind, setzt das alles in eine neue Relation.

Nach dem Melken bekommt Curry ein Leckerli als Belohnung. Und dann gibt’s im Moment auch das Heu, mit dem wir aufgrund der Trockenheit zufüttern müssen.

Das ist schon erschreckend… Die Heuernte dieses Jahr ist grottig – aber weil es so wenig Gras gibt, müssen die meisten Tierhalter jetzt schon zufüttern – im Sommer! Ich habe schon von einigen Landwirten gehört, die bereits Tiere notgeschlachtet haben, weil sie nicht wissen, wie sie sie über den Winter bringen sollen.

Käse und Joghurt machen

Anschließend filtere ich die Milch durch ein Passiertuch und erhitze sie. Ich weiß, ich weiß, Rohmilch ist total gesund, aber irgendwie ist es mir lieber, auf „Nummer sicher“ zu gehen und die Milch zu pasteurisieren, bevor wir sie trinken oder weiterverarbeiten.

Ich sammele immer drei Tage lang Milch, dann habe ich genug zusammen, um Käse zu machen. Die Milch von einer Ziege reicht nicht, um Hartkäse zu machen, aber wir haben immer eigenen Ziegenfrischkäse im Kühlschrank, Ziegenjoghurt und Ziegenfeta von Curry. Meine Mozzarella-mach-Künste sind auch hart in Arbeit, aber bisher ist der mir immer etwas zu weich geworden.

Wenn ich eine neue Käsesorte ausprobiere, nimmt das gerne mal den gesamten restlichen Abend in Anspruch. Aber sobald ich den Dreh dann raushabe und das Ganze zur Routine wird, geht es ohne großen Aufwand ganz nebenbei.

Käsemachen besteht im Wesentlichen daraus, die Milch auf bestimmte Temperaturen zu erhitzen oder abkühlen zu lassen und dann den richtigen Zeitpunkt abzupassen, um Bakterienkulturen, Salz oder Lab zuzugeben.

Später muss man die Käsemasse dann in Würfel schneiden, in ein Passiertuch geben und Aufhängen oder im Fall von Feta in Förmchen pressen.

Joghurt zu machen, ist einfach. Man erhitzt die Milch auf ungefähr 42 °C, gibt sie in ein Glas und rührt dann zwei Esslöffel fertigen Joghurt vom letzten Mal unter. Glas zu – und je nach Temperatur ist der Joghurt nach einem oder zwei Tagen fertig. Es gibt spezielle Joghurt-Mach-Maschinen, die die Gläser warmhalten, aber ich habe noch nie eine benutzt und der Joghurt wird auch so wunderbar.

Brot backen

Jeden zweiten Abend setzen wir ein neues Sauerteigbrot an. Dafür haben wir einen Starter vom letzten Brot im Kühlschrank aufgehoben, den wir jetzt mit einer kleinen Portion Mehl und Wasser vermengen. Deckel drauf, stehen lassen – insgesamt eine Arbeit von zwei Minuten.

Am nächsten Tag geben wir dann den Rest des Mehls dazu, nehmen wieder einen Vorteig für das nächste Brot ab, lassen den Teig gehen und backen dann abends das Brot. Es gibt also jeden Tag etwas zu tun, wenn man sein Brot komplett selbst backt – immer abwechselnd einen Tag den Teig ansetzen und einen Tag Brot backen.

Abends bei den Hühnern

Hühner halten Selbstversorger-Leben

Wenn die Sonne untergeht, ist es Zeit, die Hühner zu füttern und den Stall zuzumachen. Ich füttere die Hühner am liebsten abends, weil ich sie so gut in den Stall locken kann. So haben sie morgens außerdem auch noch etwas von ihrem Futter übrig und müssen nicht Hunger leiden, wenn ich mal etwas länger schlafe.

Den Großteil ihres Futters fressen sie aber abends. Dann können sie mit vollem Bauch zufrieden schlafen gehen und sind am nächsten Tag motivierter, selbst auf Futtersuche zu gehen, wenn sie sich nicht gleich morgens schon den Ranzen vollschlagen.

Die Hühner bekommen unsere Essensreste, solange die nicht zu fettig, salzig oder süß sind, und zusätzlich eine fertige Futtermischung. Ab und zu gibt es auch mal einen Kopf von den Sonnenblumen, die wir für die Hühner anbauen.

Gießen

Wir haben keinen Wasseranschluss im Garten und unser Garten ist auch nicht direkt am Haus. Deswegen verzichte ich komplett auf das Gießen, soweit es geht. Durch die dicke Mulchschicht ist das normalerweise kein Problem, aber dieser Sommer war so extrem trocken, dass wir weniger ernten als wir gerne würden.

Aber es geht nicht anders. Ich schleppe zwar jeden Abend einen Kanister mit Wasser in den Garten, aber das brauche ich für die Stellen, an denen ich frisch ausgesät oder gepflanzt habe. Alle anderen Pflanzen müssen ohne Gießen auskommen.

Normalerweise gießt man besser morgens, weil man dann weniger Probleme mit Schnecken hat, aber unsere Hühner haben die Schneckenpopulation gut im Griff und morgens ist meistens nicht genug Zeit.

Selbstversrger-Leben Garten

Abends gehe ich oft auch nochmal zu den Tomaten und entferne Geiztriebe und Blätter, die Anzeichen von Krautfäule zeigen. Meistens verbringe ich abends viel mehr Zeit im Garten als eigentlich geplant war. Nicht, weil ich so unglaublich viel tun würde (meistens mache ich fast gar nichts), sondern weil es so still und friedlich ist. Es tut gut, vor dem Schlafengehen nochmal an der frischen Luft zu sein und der Sonne beim Untergehen zuzuschauen.

Jetzt bin ich aber neugierig. Wie sieht denn deine tägliche „Selbstversorger-Routine“ aus? Hast du Fragen? Lass gerne einen Kommentar da!
Geschenke für Gärtner und Gärtnerinnen

7 nützliche Geschenkideen für Gärtnerinnen und Gärtner

Du suchst nach passenden Geschenkideen für eine leidenschaftliche Gärtnerin oder einen passionierten Gärtner? Dann bist du hier genau richtig! Ich habe für diesen Artikel neun Ideen für tolle, garteninspirierte Geschenke zum Selbermachen oder Kaufen in jeder Preisklasse zusammengetragen. Da ist bestimmt was dabei! :)

Idee #1: Das Handbuch „Selbstversorgung“

Vom großen Abenteuer, Selbstversorgerin zu sein: Ob im Hühnerstall, in der Vorratskammer oder im Gemüsebeet – an all diesen Orten habe ich unzählige Glücksmomente, viele kleine und große Erfolge, und auch ein paar Rückschläge erlebt.

Daraus ist ein Schatz an Erfahrungen und Wissen entstanden, den ich nicht mehr missen mag. In „Selbstversorgung“* habe ich ganz viel davon gesammeltm um es mit ganz vielen anderen Gemüsefans und Gartenfreunden zu teilen.

Entstanden ist ein unterhaltsames, inspirierendes und vor allem super nützliches Geschenk für alle, die gerne im Gemüsegarten wurschteln. Absolute Empfehlung! ;)

Idee #2: Selbstgemachte Pflanzenschilder

Geschenkideen für Gärtner selbstgemachte Pflanzenschilder

Lässt du auch so viele Tassen und Teller fallen wie ich? Aus den Scherben kann man sehr hübsche Pflanzenschilder basteln, die man auch wunderbar verschenken kann. Hier geht’s zur Anleitung: DIY-Pflanzenschilder selbermachen.

Geschenkidee #3: Pflanzholz

Ein Pflanzholz kann jeder Gärtner und jede Gärtnerin gebrauchen. Neben eher unattraktiven Setzhölzern aus Plastik, die schon nach ein paar Wochen zerkratzt sind, gibt es auch hochwertige Setzhölzer, die sehr hübsch aussehen und sich toll als Geschenk machen.

Geschenkidee #4: Ein Gärtopf

Geschenkideen Gärtner Gärtopf

Als Gärtnerin oder Gärtner erntet man manchmal mehr, als man auf einmal essen kann oder will. Da ist es doch super schön, wenn man diese Überschüsse haltbar macht und im Winter auch noch etwas davon hat.

Deswegen mein Tipp: Verschenk doch einen Gärtopf. Darin lässt sich nicht nur Weißkohl in Sauerkraut verwandeln – mit einem Gärtopf kann man auch so gut wie jedes andere Gemüse für den Winter haltbar machen.

Für Anfänger empfehle ich kleinere Modelle, zum Beispiel meinen absoluten Lieblingstopf in einem hübschen Pastellblau.

Idee #5: Eine sebstgemachte Richtschnur

Geschenkideen Gärtner Richtschnur basteln
Geschenkideen Gärtner Richtschnur basteln

Eine Richtschnur hilft dabei, Gemüse in Reihen auszusäen und zu pflanzen. Und das Beste: So eine Richtschnur kannst du schnell und einfach selbst basteln und verschenken. Alles, was du brauchst, sind zwei etwa 30 cm lange Stöcke mit einem Durchmesser von ca. 3 cm und eine Schnur. Die Stöcke am jeweils unteren Ende anspitzen, oben eine Kerbe ins Holz schnitzen und die Enden der Schnur an den Kerben festbinden. Fertig!

Idee #6: Eine Papiertopf-Presse

Mit einer Papiertopf-Presse kann man Pflanztöpfe aus altem Zeitungspapier herstellen. So kann man auf Plastiktöpfchen komplett verzichten! Eine tolle Geschenkidee für umweltbewusste Gärtnerinnen und Gärtner.

Idee #7: Eine Auszeit

Nach der harten Gartenarbeit muss man schon mal die Seele baumeln lassen. Und wie geht das schließlich besser, als zusammen mit einer lieben Person? Wie wär’s mit ein paar gemütlichen Stunden in der Hängematte – zusammen mit einem Glas kühler selbstgemachter Limonade und einer frischen Salatschale aus dem Garten? Perfekt!

Geschenkidee #7: Mithilfe im Garten

Die schönsten Geschenke sind meiner Meinung nach gemeinsame Erlebnisse. Und im Garten gibt es immer was zu tun. Statt einem materiellen Geschenk kannst du also auch einfach deine tatkräftige Mithilfe beim Gartenhäuschenbauen, Beeteanlegen oder einfach nur beim Unkrautrupfen verschenken.

Hast du noch mehr Geschenkideen für Gärtnerinnen und Gärtner? Dann lass doch einen Kommentar da! Über was würdest du dich freuen und was verschenkst du an deine Gartenfreunde?

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Selbstversorger-Garten planen

Selbstversorger-Garten planen: So erstellst du deinen 4-Jahres-Plan

Selbstversorgung aus dem eigenen Garten – geht das überhaupt? Jaaawohl! Ich halte es für durchaus realistisch, dass du es schaffst, in vier Jahren nur noch selbst angebautes Obst und Gemüse zu essen.

Wie? Das zeige ich dir in diesem Artikel! Lass uns zusammen deinen Selbstversorger-Garten planen!

Selbstversorger-Garten planen: Selbstversorgung aus dem Garten - geht das überhaupt? Und wie! In diesem Artikel zeige ich dir, wie du in vier Jahren nur noch selbst angebautes Obst und Gemüse isst. Wir planen deinen Gemüsegarten! #Gemüsegarten #Selbstversorgung #Wurzelwerk
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Was brauchst du?

Wenn du dein Obst und Gemüse möglichst selbst anbauen möchtest, solltest du zuerst einmal wissen, wie groß dein danach Bedarf ist. Danach richtet sich dann, wie groß dein Selbstversorger-Garten sein sollte und wovon du wie viel anbaust.

Die einfachste Art, den Bedarf deiner Familie zu bestimmen, ist, für zwei oder drei Monate alle Einkaufszettel zu sammeln. Am Ende kannst du dann zusammenzählen, wie viele Möhren, Äpfel, Salatköpfe usw. ihr verspeist habt – und das auf ein Jahr umlegen.

Wenn man sein Gemüse selbst anbaut, ist man natürlich von den Jahreszeiten abhängig. Erdbeeren gibt’s im Winter zum Beispiel nur in Marmeladenform und frische Tomaten erst frühestens ab Juni. Deswegen:

Pass deine Einkaufsgewohnheiten doch jetzt schon an und kaufe regional und saisonal ein. So hast du ein viel besseres Gefühl dafür, was wann reif ist und wovon du wann wieviel brauchst.

Der richtige Standort

Dann geht es los und du kannst deine ersten Beete anlegen. Als erstes solltest du dir die Zeit nehmen, einen guten Standort für deinen zukünftigen Selbstversorger-Garten auszuwählen. Die wichtigsten Kriterien, um den Standort festzulegen, sind:

  • Nähe zum Haus
  • Sonne
  • guter Boden
  • ebenes Gelände oder leichter Südhang
  • Windschutz

Vielleicht findest du keinen Standort, der alle Kriterien zu 100% erfüllt. Das macht nichts! Mach einfach das Beste aus dem was du hast.

Der allererste Schritt

Als allererstes solltest du dich um das Obst kümmern. Bis ein Baum Früchte trägt, vergehen Jahre. Kennst du den Spruch, in dem es heißt, dass die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, vor 20 Jahren war? So wahr!

Der gleiche Spruch sagt auch, dass die zweitbeste Zeit jetzt ist. Also los, raus mit dir! Je früher du deine Obstbäume pflanzt, desto besser.

Halbstämme tragen früher als Hochstämme, werden aber nicht so alt. Ich würde dir deswegen dazu raten, eine Mischung aus Halb- und Hochstämmen zu pflanzen, am besten immer abwechselnd nebeneinander, um den Platz gut auszunutzen.

Und auch Beerensträucher brauchen zwei, drei Jahre Vorlauf, bevor sie richtig tragen. Die solltest du auch so bald wie möglich pflanzen, dann kannst du bald schon die ersten Früchte ernten.

Selbstversorger-Garten anlegen

Wenn die Bäume in der Erde sind, kannst du dich um deinen Gemüsegarten kümmern. Du kannst zu jeder Jahreszeit neue Beete anlegen. Wir haben schon die verschiedensten Beet-Anlege-Techniken ausprobiert und eine Methode hat sich bei uns sehr bewährt:

Mit dieser Methode kannst du nicht nur sehr schnell und einfach neue Beete anlegen, es wächst hinterher auch viel weniger Unkraut als bei anderen Methoden. Hier findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Selbstversorger-Garten planen

Wie groß soll der Gemüsegarten sein?

Wenn das dein allererstes Gartenjahr ist, würde ich eine Beetfläche von 20 Quadratmetern anpeilen. Schließlich willst du dich nicht gleich überfordern, sondern erstmal ein paar Erfahrungen sammeln.

Auf 20 Quadratmetern kannst du schon einiges anbauen und den Garten dann nach und nach vergrößern, wenn du merkst, dass alles gut läuft.

Welche Gartengröße passt zu dir?

Jetzt sagst du aber vielleicht: ,,Hey Marie, ich würde aber soo gerne wissen, welche Gartengröße wirklich ideal zu mir und meinen Bedingungen passt.“

Kein Problem, ich habe ein kleines Gartenquiz für dich erstellt, welches dir innerhalb von ein paar Minuten sagt, welche Größe genau richtig für dich ist.

Mit der perfekten Gartengröße ist es nämlich ein bisschen wie mit Topf und Deckel – im besten Fall passen beiden ausgezeichnet zusammen. ;) Wenn nicht, zieht einer von euch immer den Kürzeren. Entweder der Garten, der vor sich her wuchert und in dem freche Beikräuter dein Gemüse bedrängen oder du, weil dein Erntekorb viel zu leer ist oder soo voll, dass du gar nicht mehr hinterherkommst, die Leckereien aufzufuttern.

Deswegen am besten direkt hier klicken und das Gartenquiz machen. :)

Selbstversorger-Garten planen: Das erste Jahr

Im ersten Jahr begärtnerst du dann also 20 Quadratmeter. Wenn du dir mehr zutraust – nur zu! An deiner Stelle würde ich im ersten Jahr noch nicht versuchen, jede einzelne Gemüseart anzubauen, die deine Familie isst. Halte dich stattdessen besser an die einfachen Kandidaten, die Fehler verzeihen und auch mit wenig Pflege auskommen.

Welche Gemüsearten das sind? Hier findest du den passenden Artikel:

9 Gemüse, die jeder hinkriegt

Kümmere dich um deine Obstbäume und die Beerensträucher und wässere sie regelmäßig, damit sie gut anwachsen.

Das zweite Jahr

Jetzt kannst du deinen Garten vergrößern. Du hast jetzt schon ein gutes Gefühl für deinen Garten und die damit verbundene Arbeit. Überleg dir, welche Gartengröße du dir zutraust, und leg neue Beete an. Ich würde vorschlagen, dass du die Fläche im zweiten Jahr mindestens verdoppelst, je nachdem, wie groß deine Familie ist.

Du kannst dich jetzt auch an die komplizierteren Kulturen wie Kohl herantasten und versuchen, mehr verschiedene Pflanzen anzubauen. Ich wage zu behaupten, dass du es in diesem Jahr schaffst, dich und deine Familie zumindest den Sommer über weitestgehend mit Gemüse zu versorgen. Und auch die ersten Beeren werdet ihr jetzt ernten können.

Das dritte Jahr

Im dritten Jahr vergrößerst du deinen Selbstversorger-Garten auf seine endgültige Größe. Das ist ein großer Schritt, aber du hast jetzt schon viele Gartenerfahrungen gesammelt und das Zeug, um richtig loszulegen.

Wenn du wissen willst, wie viel Fläche du pro Person einplanen solltest, schau mal hier vorbei.

Versuche, möglichst viel von dem, was ihr braucht, selbst anzubauen, und auch für den Winter vorzusorgen. Entweder in Form von Wintergemüse oder Vorräten, die du einlagerst oder haltbar machst.

Vermutlich wirst du in diesem Jahr noch keine 100 %-ige Selbstversorgung mit Obst und Gemüse erreichen – aber nah drankommen. Und im vierten Jahr perfektionierst du das Ganze.

Selbstversorger-Garten planen

Das vierte Jahr

Jetzt sollten auch die Obstbäume zumindest ein paar Früchte tragen. Wenn ein junger Baum sehr viele Früchte ausbildet, kann es sinnvoll sein, ein paar davon abzunehmen, bevor sie ausreifen. Schließlich soll der Baum seine Kraft jetzt vor allem ins Erwachsenwerden stecken.

Die Beerensträucher tragen mittlerweile gut und der Gemüsegarten wirft eine große Ernte ab, mit der du deine Familie das ganze Jahr über versorgen kannst. Jetzt geht es nur noch darum, zu perfektionieren, welcher Kohlkopf wann wie groß ist oder was du tun musst, damit der Fenchel beim nächsten Mal ein bisschen zarter schmeckt.

Du kennst dein Land und weißt, wann du was aussäst, erntest und konservierst.

Gemüsegarten-Pflanzplan

Ich habe einen ausgeklügelten, von vorne bis hinten optimierten Gemüsegarten-Beispielplan für meine Newsletterabonnenten erstellt. Der Plan ist so ausgelegt, dass du das ganze Jahr über kontinuierlich Gemüse erntest und die Beete zu jeder Zeit optimal genutzt sind.

Trag dich gerne hier ein und du bekommst den Plan per Email zugeschickt – zusammen mit meinen besten Gartentipps, sodass du immer weißt, was im Garten gerade ansteht:

Hat dich das Thema Selbversorgung so richtig gepackt? Dann schmöker gerne eine Runde durch diese Artikel:

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Wo stehst du auf dem Weg in die Selbstversorgung? Erzähl mal, wie du deinen Selbstversorger-Garten planen möchtest! Und wenn du Fragen hast: Ab damit in die Kommentare!
Selbstversorger-Garten Fläche

Selbstversorger-Garten: Anlegen, Fläche, Was anbauen?

Heute gibt’s eine Tour durch unseren sommerlichen Selbstversorger-Garten. Ich zeige dir, was wir anbauen, welche Strategien wir beim Gärtnern verfolgen und wie viel Fläche man für die Selbstversorgung mit Obst und Gemüse braucht.

Angehende Selbstversorger aufgepasst: So planst du deinen Selbstversorger-Garten! Wie groß ein Gemüsegarten für die Selbstversorgung sein muss, wie viel Platz Obstbäume brauchen und was du alles anbauen solltest. #Selbstversorger #Garten #Wurzelwerk
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Unser Selbstversorger-Garten

Aufteilung und Beete anlegen

Unser Gemüsegarten besteht hauptsächlich aus einem großen ebenerdigen Beet, das von Wegen unterteilt ist. Dazu kommen drei Hochbeete und ein kleines Hügelbeet. Um die Beete anzulegen, haben wir ganz unterschiedliche Methoden ausprobiert, mit Abstand am besten funktioniert hat diese Methode.

Selbstversrger-Garten

Zugegebenermaßen ist unser Garten zurzeit relativ vernachlässigt. Ich stecke nämlich im Endspurt mit der Arbeit an meinem „Obst und Gemüse haltbar machen“-Onlinekurs und verbringe jede freie Minute mit Videoschneiden, damit der hoffentlich bald fertig ist. :)

Meiner Meinung nach zeichnet es einen guten Garten aber aus, dass er auch bei wenig Pflege eine üppige Ernte abwirft, und das tut unserer definitiv.

Falls du Tipps suchst, wie du deinen Garten pflegeleichter gestalten kannst, um ihn auch mal getrost sich selbst zu überlassen, schau doch hier vorbei.

Was wir anbauen

Wir bauen fast unser gesamtes Obst und Gemüse selbst an. Möhren zum Beispiel, Gurken, Tomaten, Salate, Erbsen, Bohnen, Fenchel, Kürbis, Mais, Zwiebeln, Pastinaken, Mangold, Kohl, verschiedene Beeren, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen – und noch viele andere Obst- und Gemüsearten. Alles, was wir gerne essen eben.

Wenn du gerade erst mit dem Gärtnern anfängst, ist es ratsam, erstmal die „Quasi-Selbstläufer“ unter den Gemüsepflanzen anzubauen. Dann kannst du schnell erste Erfolge feiern und dich nach und nach an die anspruchsvolleren Kandidaten herantasten.

Hier findest du einen Artikel über neun Gemüsearten, die jeder „hinkriegt“.

Selbstversorger-Garten Fläche

Eine Realität beim Gärtnern ist, dass nicht alle Kulturen jedes Jahr gleich gut gedeihen. Das liegt allein schon daran, dass sie ganz unterschiedliche Ansprüche an das Wetter haben.

Letztes Jahr konnten wir zum Beispiel kaum Tomaten ernten, weil es wochenlang durchgeregnet hat und eine Tomatenpflanze nach der anderen an Krautfäule eingegangen ist. Für das Blattgemüse war das Wetter perfekt, aber die Tomaten hatten keine Chance.

Und Obst gab’s auch keins, da haben uns die Spätfröste einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Sowas passiert und dann kaufen wir unser Obst und Gemüse natürlich ganz normal im Laden. Kartoffeln bauen wir nicht zu 100 % selbst an und wenn wir Lust auf Bananen oder anderes Obst haben, das wir nicht anbauen können, kaufen wir das natürlich auch. Aber das allermeiste kommt direkt aus dem Garten.

Wie viel Fläche braucht ein Selbstversorger-Garten?

Wir sind zwei Erwachsene und ein Kind, also 2 ½ Personen. Unser Gemüsegarten hat eine Fläche von ungefähr 220 m2, das reicht für uns gut aus. Für die ganzjährige Selbstversorgung mit Gemüse ohne Kartoffeln kann man von 60 bis 80 m2 Flächenbedarf pro Person ausgehen, mit Kartoffeln kommen nochmal ungefähr 90 m2 obendrauf.

Selbstversorger-Garten

Das sind natürlich nur grobe Richtwerte. Je nachdem, wie intensiv du deinen Garten bewirtschaftest, wie gut dein Boden ist und wie viel Gemüse du isst, kann das bei dir auch anders aussehen.

Dazu kommen bei uns nochmal 20 m2 für Beerensträucher und 20 Obst- und Nussbäume, die nochmal eine Fläche von ungefähr 400 m2 einnehmen.

Damit wären wir bei ungefähr 300 m2 pro Person für die Selbstversorgung mit Obst und Gemüse inklusive Kartoffeln. Wenn man Kartoffeln zukauft, sollten 210 m2 für einen Selbstversorger-Garten mit Obstbäumen ausreichen. Wie gesagt, nur als grober Richtwert.

Wie groß dein Gemüsegarten am besten ausfällt, hängt natürlich ganz individuell von deinen Vorrausetzungen, Wünschen und deiner Zeit ab und deswegen habe ich für dich ein Gartenquiz erstellt, welches dir innerhalb weniger Minuten verrät, welche Gartengröße perfekt zu dir passt!

So ein Garten macht nämlich am meisten Freude, wenn du weder überfordert noch unterfordert bist: Mit einem Erntekörbchen, das immer gut gefüllt ist, ohne dass du in Ernteschwemmen ertrinkst. Wenn dein Garten die richtige Größe hat, kannst du dich als Gärtner/in voll darin ausleben.

Hier kannst du deine perfekte Gartengröße herausfinden.

Unsere besten Gartentipps

Es gibt ein paar Dinge, die uns das Gärtnern ungemein erleichtern. Deswegen hier noch ein paar von unseren besten Garten-Tipps:

1. Mulchen!

Der Boden um unsere Pflanzen herum ist immer dick mit organischem Material bedeckt, zum Beispiel Grasschnitt, Hackschnitzeln oder Laub. Der Mulch unterdrückt Unkraut und hält den Boden feucht – bei der Trockenheit dieses Jahr ein richtiger Lebensretter! Außerdem schützt er den Boden vor Erosion und verrottet zu wertvollem Dünger.

Ich probiere gerade Schafwolle als Mulch aus. Die soll Schnecken fernhalten und einen besonders wertvollen Dünger ergeben. Sieht aber schon ein bisschen komisch aus, oder?

Selbstversorger-Garten Tipps

2. Kompost!

Außerdem verwenden wir viel Kompost in unserem Garten, und wenn ich viel sage, meine ich viel.

So gut wie jedes Beet ist mit einer mindestens fünf Zentimeter dicken Schicht schwarzer Komposterde bedeckt. Der Kompost speichert Wasser, belebt den Boden und liefert wichtige Nährstoffe. Gemüsepflanzen lieben es einfach, im Kompost zu stehen und in unseren Beeten tummeln sich die Regenwürmer.

3. Nicht umgraben!

Wir verzichten beim Gärtnern außerdem auf das Umgraben. Wenn man umgräbt, schaufelt man nämlich ein Massengrab für all die Bodenorganismen, die man beim Gärtnern so dringend braucht.

Stattdessen lockern wir unsere Beete vor der Aussaat oder Bepflanzung tief mit einer Grabegabel. Dabei werden die Bodenschichten nicht gemischt, der Boden ist hinterher aber schön locker und durchlüftet, sodass die Pflanzen ihre Wurzeln tief ausstrecken können.

Das schont nicht nur den Boden, sondern auch den Gärtnerrücken. ;)

4. Hühner!

Die Hühner haben wir nicht nur wegen der Eier. Sie sind auch fleißige Gartenhelfer. Sie können Beete anlegen, kompostieren, liefern Dünger und fressen sowohl Schnecken als auch Wühlmäuse.

Seit wir die Hühner haben, haben sich unsere Schneckenprobleme in Luft aufgelöst, obwohl die Hühner nur den Rasen beweiden und nicht in die Beete dürfen. Wenn du Platz für und Lust auf Hühner hast, kann ich dir nur raten, dir so bald wie möglich welche anzuschaffen. :)

Selbstversorgergarten Ernte

Gemüsegarten-Pflanzplan

Ich habe einen ausgeklügelten, von vorne bis hinten optimierten Gemüsegarten-Beispielplan für meine Newsletterabonnenten erstellt. Der Plan ist so ausgelegt, dass du das ganze Jahr über kontinuierlich Gemüse erntest und die Beete zu jeder Zeit optimal genutzt sind.

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Selbstversorgung aus dem Garten: Ist 100%ige Selbstversorgung möglich?

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Was wächst dieses Jahr in deinem Garten? Welche Fläche begärtnerst du? Hast du noch mehr Selbstversorger-Garten-Tipps? Dann teile sie in den Kommentaren!

Selbstversorgung im Winter

11 Tipps für die Selbstversorgung im Winter

Selbstversorgung im Winter – geht das überhaupt?! Diese Frage bekomme ich immer wieder gestellt. Sich den Sommer über mit frischem Obst und Gemüse aus dem Garten zu versorgen, ist gar nicht so schwer. Aber im Winter – was wächst da überhaupt? Wie funktioniert das mit der Selbstversorgung im Winter? Ist das nicht wahnsinnig einseitig?

Nö, eigentlich nicht.

Es gibt viele Wege, sich auch im Winter aus dem Garten und der Natur selbst zu versorgen. Und damit du eine bessere Vorstellung davon bekommst, wie das genau geht, will ich dir heute gerne einige davon vorstellen.

Damit das auch klappt mit der Selbstversorgung im Winter, ist jetzt nämlich die beste Zeit, um das anzugehen. Und zwar zum Beispiel so:

Selbstversorgung im Winter - geht das überhaupt? Na klar! Hier sind 11 Ideen für Garten und Vorratskammer, damit du dich auch im Winter selbstversorgen kannst. Inklusive Checkliste mit Methoden zum Haltbarmachen und Gemüse, das man auch im Winter ernten kann. Klick auf den Pin um zum Artikel zu kommen! #Selbstversorger #Wurzelwerk #Gemüsegarten

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Gemüse und Kräuter im Winter ernten

Es gibt eine ganze Reihe von Gemüsepflanzen, die man auch im Winter ernten kann. Rosenkohl zum Beispiel, Grünkohl, Haferwurz, Pastinaken, Asiasalate, Schwarzwurzeln, Winterlauch, Steckrüben, Wirsing, Postelein, Winterportulak, Feldsalat und noch viele mehr.

Mit ein wenig Schutz durch Folien oder eine dicke Schicht Stroh kann man im Winter auch Rote Bete und Möhren ernten. Ich verspreche dir, dass du noch nie süßere Möhren gegessen hast, als die, die bei Frost draußen gestanden haben. Mjam!

Klar reicht die Winterernte nicht an die Fülle heran, die wir im Sommer in unserem Garten ernten. Dafür weiß ich es richtig zu schätzen, wenn es wieder frische Tomaten gibt, eben weil es so lange keine gab. Diese Vorfreude verleiht Lebensmitteln wieder den Wert, den sie verdienen. :)

Übrigens: Wenn du Wintergemüse ernten willst, wird es langsam Zeit, dass die Pflanzen in die Erde kommen. Spätestens im Juli müssen die meisten Wintergemüse im Beet stehen, damit sie im Winter dann erntebereit sind.

Wildkräuter und Pilze im Winter

Kräuter kann man im Winter auch auf der Fensterbank ziehen. Und dann sind da ja noch die ganzen Wildkräuter, die man auch im Winter ernten kann: Ehrenpreis, Gänseblümchen, Taubnessel, Gundermann und auch Früchte wie Schlehen oder Hagebutten.

Es gibt sogar einige Pilze, die man auch im Winter findet – oder gerade dann! Den Austernseitling zum Beispiel, der Frostschneckling oder das Judasohr.

Selbstversorgung im Winter mit Milch, Eiern und Fleisch?

Was Eier und Milch angeht, herrscht bei uns zurzeit der totale Überfluss. Im Winter wird das aber weniger. Wenn die Tage kürzer werden, legen die Hennen weniger Eier und treten ihre wohlverdiente Winterpause an.

Deswegen mache ich einige Eier jetzt, in der großen Schwemme, haltbar, indem ich sie in eine Löschkalk-Lösung einlege. Das ist eine sehr alte und wirksame Methode, mit der man Eier acht Monate und länger haltbar machen kann. Wie das genau geht, erfährst du in diesem Video (leider nur auf Englisch).

Und auch unsere Milchziege wird im Winter weniger Milch geben, falls überhaupt. Eine Möglichkeit, um Milch zu konservieren, wäre, Hartkäse zu machen. Aber dafür reicht die Milch von einer Ziege nicht aus, also gibt’s für uns diesen Winter wahrscheinlich keine Ziegenmilch. Immerhin hatte besagte Ziege seit fünf Jahren kein Lamm mehr und es grenzt an ein Wunder, dass sie immer noch 1 ½ Liter Milch am Tag gibt. Wenn sie diesen Winter ausnahmsweise einmal eine Pause einlegen will, ist das absolut in Ordnung. :)

Falls du Ziegen hast, die dieses Jahr frisch gelammt haben, kannst du auch versuchen, sie mehrere Jahre „durchzumelken“, ohne sie wieder decken zu lassen. Bei Kühen wäre das undenkbar, aber Ziegen kann man mindestens zwei Jahre am Stück melken, ohne dass die Milchmenge drastisch abnimmt. Eine tolle Möglichkeit für alle, denen auch immer das Herz blutet, wenn sie ihre Bocklämmer nicht verkauft bekommen und schlachten müssen.

Und für alle, die Fleisch essen:

Die Selbstversorgung mit Fleisch ist im Winter relativ unproblematisch. Kaninchen und Geflügel zum Beispiel kann man „nach Bedarf“ schlachten. Das Fleisch von größeren Tieren wie Schweinen oder Ziegen kann man durch Räuchern, Pökeln, Trocknen, Einfrieren oder Einkochen haltbar machen, um es über einen längeren Zeitraum essen zu können.

Selbstversorgung im Winter

Selbstversorger-Wintervorrat

Der Großteil des „Winterfutters“ kommt bei uns aus der Vorratskammer. Den ganzen Sommer über mache ich all die leckeren Obst- und Gemüsearten haltbar, die es im Winter nicht gibt. Eine prall gefüllte Vorratskammer ist ein absolutes Muss für die Selbstversorgung im Winter. Es gibt verschiedene Methoden, Obst, Gemüse und auch Fleisch haltbar zu machen:

Einkochen

Ich lieeebe Einkochen! Ich warne dich, einzukochen macht süchtig. ;) Das Einkochen ist für uns eine der wichtigsten Haltbarmachmethoden. Man kann so gut wie jedes Obst und Gemüse und sogar Fleisch einkochen und es so jahrelang haltbar machen.

Der einzige Nachteil: Durch das Erhitzen geht ein Teil der Inhaltsstoffe flöten. Deswegen ergänzt sich das Einkochen so gut mit dem Fermentieren, darauf komme ich gleich nochmal zurück.

Für’s Einkochen braucht man nur wenig Zubehör, was das Ganze unglaublich kostengünstig macht. Und wenn man ein paar grundlegende Dinge beachtet, ist das Einkochen eine sehr sichere und einfache Haltbarmachmethode.

Hier sind zwei Artikel, die dich vielleicht interessieren:

Einkochen für Anfänger – Die Schritt für Schritt-Anleitung

Neun Einkoch-Mythen, die du kennen solltest

In Essig, Alkohol, Salz oder Öl einlegen

Eine weitere Möglichkeit ist das Einlegen in Essig, Alkohol, Salz oder Öl. Die haben allesamt Eigenschaften, die man nutzen kann, um Lebensmittel haltbar zu machen. Essig, Alkohol und Salz schaffen ein Klima, in dem sich Fäulnisbakterien nicht wohlfühlen. Und mit Öl entzieht man den Mikroorganismen durch Luftabschluss ihre Lebensgrundlage.

Das Konservieren in Öl ist eine uralte Form, Lebensmittel haltbar zu machen, und wird vor allem in südlichen Ländern, in denen viel Öl hergestellt wird, angewandt. Ich lege nur sehr selten in Öl ein, weil ich es nicht so recht einsehe, tausende Kalorien Öl zu kaufen, um dann 50 Kalorien Gemüse einzulegen. Verstehst du, was ich meine?

Das gilt auch für das Einlegen in Alkohol, Essig und Salz. Es gibt wunderbare Konservierungsmethoden, die ohne diese „Zusätze“ auskommen. Deswegen ist mein Fazit dazu: Für ausgewählte Delikatessen (Himbeeressig, Ziegenkäse in Öl etc.) ist das Einlegen toll. Aber um größere Mengen haltbar zu machen, eher nicht.

Einfrieren

Einfrieren ist eine sehr praktische und schnelle Art, um Lebensmittel zu konservieren. In meinen Augen bringt das Einfrieren aber viel zu viele Nachteile mit sich:

Beim Einfrieren muss ständig Energie zugeführt werden. Einfrieren ist weder umweltfreundlich, noch billig, nicht nur wegen der Stromkosten. Auch die Anschaffungskosten für eine Tiefkühltruhe übersteigen die Kosten, die bei anderen Konservierungsmethoden anfallen, bei Weitem.

Außerdem ist das Einfrieren eine sehr unnatürliche Haltbarmachmethode. Bei pflanzengerechten Konservierungsmethoden macht man Lebensmittel durch eine Stoffwechselruhe haltbar. Einfrieren bedeutet aber den Zelltod. Nach dem Auftauen beginnen dann ziemlich schnell Zerfallsprozesse. Nicht gerade lecker…

Dazu kommt die Abhängigkeit vom Stromnetz. Ein Stromausfall von wenigen Stunden kann schon ausreichen, und dein gesamter Vorrat verdirbt. Einmal auf- oder auch nur angetaute Lebensmittel darf man nämlich nicht nochmal einfrieren. Ansonsten kann es sogar zu Vergiftungserscheinungen kommen. Es gibt definitiv bessere Haltbarmach-Methoden…

Dörren

Dörren ist toll, vor allem, wenn man die Energie der Sonne nutzen kann, um Obst und Gemüse haltbar zu machen. Durch Dörren kannst du zum Beispiel Tomaten, Apfelringe oder Rosinen trocknen. Wenn wir im Garten einen Frühlingszwiebel-Überschuss haben, schneide ich auch die gerne in Scheibchen und trockne sie. Im Winter kann man sie dann einfach mit heißem Wasser überbrühen und zum Kochen verwenden. Das Gleiche mache ich zum Beispiel mit überschüssigem Spinat oder den Blättern von Knollensellerie. Instant-Gemüse sozusagen.

Allerdings ist Dörren ziemlich anspruchsvoll. Blattgemüse und Kräuter sind schnell knochentrocken und halten sich monatelang. Aber alles, was etwas größer ist, zum Beispiel Rote Bete-Scheiben, Tomaten und sowas schimmelt ziemlich schnell. Man muss beim Dörren und auch bei der Lagerung von gedörrten Lebensmitteln einiges beachten, und das macht die Sache nicht so anfängerfreundlich.

Naturbelassen lagern

Einige Lebensmittel, zum Beispiel Nüsse, Saaten, Knoblauch, Kürbis, Zwiebeln, Lagerobst, Trockenbohnen oder -erbsen müssen gar nicht haltbar gemacht werden – man kann sie einfach aufbewahren, wie sie sind. Pssst… Falls du nicht weißt, was du anbauen sollst. Das sind Top-Kandidaten für die Selbstversorgung im Winter. ;)

Aber auch Wurzelgemüse wie Möhren, Pastinaken, Rote Bete, Sellerie usw. kann man naturbelassen aufbewahren, und zwar in Sand eingemietet in einem kühlen Keller oder draußen in einer Erdmiete. Oder man lässt sie mit einem Kälteschutz im Beet stehen, wie oben beschrieben. Und Kopfkohl kann man einfach mitsamt der Wurzel kopfüber im Keller aufhängen.

Fermentieren

Das Fermentieren ist eine der besten Haltbarmach-Methoden für Gemüse überhaupt, wenn nicht die beste. Heutzutage kennen die meisten Menschen die Fermentation nur von Sauerkraut. Man kann aber auch so gut wie jedes andere Gemüse auf diese Weise haltbar machen.

Selbstversorgung im Winter mit fermentiertem Gemüse

Man nennt das Ganze auch Milchsäuregärung, beim Fermentieren macht man sich nämlich fleißige kleine Helfer, die Milchsäurebakterien, zunutze. Die verwandeln Kohlenhydrate in Milchsäure und verbrauchen den Sauerstoff, sodass andere Mikroorganismen keine Chance haben, sich im Gemüse breitzumachen und es zu zersetzen. Das ist eine wahnsinnig einfache und wirksame Methode, um Lebensmittel haltbar zu machen.

Fermentiertes Gemüse lässt sich ohne Probleme bis in den Frühling lagern, oft sogar noch viel länger, ganz ohne Kühlung. Beim Fermentieren bleiben die Vitamine und Enzyme größtenteils erhalten, ein großes Plus für die Selbstversorgung im Winter. Durch die Milchsäuregärung wird das Gemüse sogar noch veredelt. Fermentiertes Gemüse ist nämlich sehr gesund, sozusagen selbstgemachtes Superfood.

Falls du noch nie fermentiert hast, bin ich stark dafür, dass du das mal ausprobierst. Hier ist eine Anleitung:

Gemüse fermentieren

Hol dir die Checkliste für deinen Wintervorrat!

Und damit du jetzt richtig loslegen kannst, habe ich eine Wintervorrat-Checkliste erstellt. Da sind alle Schritte aufgeführt, mit denen du deine Vorratskammer dieses Jahr bis unter die Decke füllen kannst. ;) Du findest in der Checkliste auch eine praktische Auflistung, welche Lebensmittel du am besten mit welcher Methode haltbar machst.

Trag dich hier ein, dann schicke ich dir die Checkliste und weitere nützliche Tipps rund um die Vorratskammer per Mail zu:

Wie machst du das mit der Selbstversorgung im Winter? Es gibt bestimmt noch viele Tipps, die ich nicht aufgezählt habe. Lass mir doch einen Kommentar da!

Willst du ein waschechter Selbstversorger werden? Dann lies einfach hier weiter:

Wie viel Arbeit macht Selbstversorgung? Unsere Erfahrungen als Selbstversorger!

Möglichkeiten zur Selbstversorgung – das komplette Basiswissen

Joghurt selber machen in vier einfachen Schritten

Gemüsegarten für Anfänger: Gießkanne

Gemüsegarten für Anfänger: 9 Gemüse, die jeder hinkriegt

Gemüsegarten-Anfänger aufgepasst: Diese neun Gemüsearten sind so gut wie gelingsicher und wachsen – mit einer Ausnahme – allesamt auch wunderbar im Topf. Wenn du gerade erst mit dem Gärtnern anfängst, hebst du dir die anspruchsvollen Kandidaten der Gemüsewelt wie Kohl oder Auberginen besser für später auf und fängst stattdessen mit einfacheren Gemüsearten an.

Und zwar zum Beispiel mit diesen:

Gemüsegarten-Anfänger aufgepasst: Hier sind neun Ideen für Gemüsepflanzen, die jeder hinkriegt. Für einen produktiven Garten, auch ohne grünen Daumen und jahrelange Garten-Erfahrung. :) #Gemüsegarten #Gartenideen #Wurzelwerk #Selbstversorgung

Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

Radieschen

Radieschen wachsen super schnell. Man kann sie (je nach Sorte) schon drei bis vier Wochen nach der Aussaat ernten. Wenn man mit Kindern zusammen gärtnert, ist das besonders toll, weil man schnell erste Erfolge feiern kann.

Radieschen wachsen gerne im Halbschatten, ansonsten sind sie ziemlich anspruchslos. Man kann sie gut zwischen anderen, langsamer wachsenden Gemüsearten aussäen. Bevor die den Platz wirklich brauchen, sind die Radieschen nämlich schon geerntet. Ausgesät wird von März bis September.

Topinambur

Kennst du Topinambur, diese knubbeligen, wahnsinnig teuren Knollen, die es manchmal in Feinkostgeschäften und Bioläden gibt? Topinambur schmeckt wie eine Mischung aus Kohlrabi, Artischocke und Kartoffel und soll sehr gesund sein.

Das Beste:

Topinambur anzubauen ist absolut unkompliziert. Topinambur wächst wie Unkraut, selbst unter schlechten Bedingungen, und ist dabei mit seinen gelben Blüten auch richtig hübsch. Wir haben mal eine Sichtschutzhecke aus Topinambur angelegt und konnten das ganze Jahr über laufend Knollen ernten, auch im Winter.

Wenn man Topinambur wieder loswerden will, hat man allerdings ein Problem. Aus jedem noch so kleinen Wurzelstück entwickelt sich wieder eine Pflanze und die Wurzeln alle auszugraben ist so gut wie unmöglich. Deswegen ist es sinnvoll, wenn man am Beetrand entlang eine Rhizomsperre eingräbt, um ihn in Zaum zu halten. Oder man baut ihn in großen Kübeln an, das funktioniert auch wunderbar.

Salat

Salat ist ein Lichtkeimer, wenn du ihn aussäst, darfst du die Samen also nicht mit Erde bedecken. Das bedeutet auch, dass die Samen schneller austrocknen als solche, die man zum Beispiel mit drei Zentimetern Erde bedeckt, also pass auf, dass sie es immer schön feucht haben.

Ansonsten ist Salat aber unkompliziert.

Statt den ganzen Kopf zu ernten, kannst du die Blätter ca. vier Zentimeter über dem Boden abschneiden, dann wächst er schnell wieder nach und du musst nicht so oft neuen Salat pflanzen oder säen.

Falls du ein Problem mit Schnecken hast, solltest du den Salat vor ihnen schützen, zum Beispiel mit Schneckenkragen oder einem Schneckenzaun. Im Sommer kann Salat außerdem schießen (blühen) und wird dann bitter. Deswegen ist es gut, Salat in einem schattigeren Beet anzubauen, da passiert das nämlich nicht so schnell.

Zucchini

Zucchini ist das einzige Gemüse in meiner Liste, das ich nicht im Topf anbauen würde. Eine Zucchinipflanze braucht im Beet eine Fläche von einem Quadratmeter, also vieeel Platz. Da müsste schon ein ordentlicher Kübel her, wenn man seiner Zucchinipflanze auf dem Balkon gerecht werden wollte…

Von einer einzigen Pflanze kann man fast den Zucchinibedarf einer kleinen Familie decken. Zucchinis brauchen einen relativ gut gedüngten Boden und vertragen auch frischen Mist.

Am besten ziehst du Ende April eine Zucchinipflanze im Haus vor, pflanzt sie Mitte Mai nach draußen und säst dann Mitte Juni nochmal eine Pflanze direkt ins Beet. Zucchinis sind nämlich anfällig für Mehltau und wenn deine erste Pflanze davon befallen wird, ist die zweite noch vital genug, um weiter viele Zucchinis zu produzieren.

Mangold

Mangold hat mir im Garten noch nie Probleme bereitet. Mangold ist eine super einfache Gemüseart und die bunten Sorten mit ihren pinkfarbenen, gelben, roten, weißen und orangefarbenen Stielen sind ein richtiger Hingucker. :) Mangold kann man schon acht bis zehn Wochen nach der Aussaat ernten und wenn man das Herz intakt lässt, wächst er wie Salat immer wieder nach.

Die Stiele kann man fermentieren und so für den Winter haltbar machen. In den ersten Wintermonaten kann man aber meistens noch frischen Mangold im Garten ernten, er ist nämlich einigermaßen frosthart.

Kräuter

Die allermeisten mehrjährigen Kräuter sind absolut unkompliziert. Einmal gepflanzt, brauchen sie kaum Pflege, und mit frischen Kräutern aus dem Garten zu kochen, ist einfach saulecker. Man braucht nur ein kleines Kräuterbeet oder ein paar Töpfe auf dem Balkon, um sich komplett mit Geschmacksstoffen zu versorgen.

Einige mediterrane Kräuter brauchen bei Minusgraden einen Kälteschutz. Unser Rosmarin wird dann immer dick in Vlies eingemümmelt, damit er es bis ins nächste Jahr schafft. Wenn ich nur eine Fensterbank zum Gärtnern zur Verfügung hätte, würde ich sie definitiv für Kräuter nutzen.

Hol dir den 3-Zonen-Kräuter Plan

Willst du Schluss machen mit Supermarktkräutern, denen schon nach wenigen Wochen die Puste ausgeht und stattdessen dein eigenes Kräuterbeet anlegen?

Dann hole dir gerne meinen Plan für das 3-Zonen-Kräuter-Beet. Wenn du dein Kräuterbeet in Zonen einteilst, kannst du es easy peasy allen gerecht machen, sodass die Sonnenanbeter wie auch die Schattenliebhaber voll auf ihre Kosten kommen und jedes Kraut den perfekten Platz im Beet findet.

Trag dich gerne hier ein:

Hol dir den 3-Zonen-Kräuterplan!

Trag dich hier ein und ich versorge dich rund ums Jahr mit meinen besten Gartentipps per Email. Und den 3-Zonen-Kräuterplan gibt’s als Willkommensgeschenk obendrauf!

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    Rote Bete

    Ein weiteres super unkompliziertes Gemüse ist Rote Bete. Schmeckt nicht jedem, aber falls du Rote Bete magst, solltest du unbedingt welche anbauen. :)

    Beim Ernten das Laub vorsichtig abdrehen, damit sie nicht „verblutet“. Die Blätter kann man übrigens als Spinat essen, sie schmecken wie Mangold, nur kräftiger. Je nachdem, wie kalt es in deiner Gegend im Winter wird, kannst du versuchen, die Pflanzen den Winter über im Beet stehen zu lassen und sie nach Bedarf zu ernten. Dann solltest du sie aber mit einer wärmenden Strohschicht abdecken.

    Für den Winterverbrauch kann man Rote Bete ansonsten auch in Sand einschlagen und im kühlen Keller lagern. Ich mache sie auch haltbar, indem ich sie in Essig einkoche oder fermentiere, weil Rote Bete so lange kochen muss, bis sie gar ist. Die eingekochte und fermentiere Bete ist dann sozusagen unser „Selbstversorger-Fast Food“ für wenn’s mal schnell gehen muss.

    Knoblauch

    Wenn du Knoblauch anbauen möchtest, steckst du einfach im Herbst oder Frühjahr die Zehen in die Erde und hältst das Beet einigermaßen unkrautfrei, zum Beispiel mit einer Mulchschicht aus Hackschnitzeln. Viel mehr gibt es gar nicht zu tun und falsch machen kann man da so gut wie gar nichts.

    (Pssst, die spitze Seite schaut beim Zehen-Stecken immer nach oben!)

    Eventuell kannst du den Knoblauch zwischendurch mal düngen, vor allem, falls im Frühsommer sie Blattspitzen braun werden. Es ist übrigens besser, den Knoblauch im Oktober zu stecken als im Frühling, weil er dann mehr Zeit hat, um dicke Knollen zu bilden.

    Knoblauch und Erdbeeren kann man super als Mischkultur anbauen. Die Erdbeerpflanzen beschatten den Boden und halten ihn unkrautfrei und der Knoblauch kann zwischen ihnen nach oben wachsen und schützt sie vor Pilzkrankheiten.

    Wenn du wissen willst, wie du genug Knoblauch für ein Jahr anbaust, schau mal hier vorbei:

    Knoblauch pflanzen, anbauen, ernten und lagern

    Gemüsegarten für Anfänger: Mischkultur

    Zwiebeln

    Zwiebeln als Steckzwiebeln anzubauen, ist fast genauso unkompliziert wie eben beim Knoblauch. Einfach ein Netz Steckzwiebeln kaufen und in die Erde stecken. Sobald die Zwiebeln 10 cm hoch sind, kannst du den Boden mit Hackschnitzeln bedecken und so das Unkraut unterdrücken.

    Man kann Zwiebeln auch aussäen, aber Steckzwiebeln sind unkomplizierter und haben einen Wachstumsvorsprung von mehreren Wochen. Der einzige Nachteil: Aus Steckzwiebeln gezogene Zwiebeln lassen sich nicht so gut lagern wie die gesäten.

    Zwiebeln baut man am besten direkt neben Möhren oder Pastinaken an, dann halten sie sich gegenseitig die Möhren- bzw. Zwiebelfliege vom Hals.

    Gemüsegarten-Starthilfe gefällig?

    Wenn du noch keinen Gemüsegarten hast, findest du hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du schnell und einfach neue Beete anlegst:

    Gemüsegarten anlegen ohne Umgraben

    Und hier ist eine konkrete Anleitung, mit der du einen Anbauplan für deinen Garten erstellen kannst:

    Wie du einen Anbauplan für deinen Gemüsegarten erstellst

    Hast du schon einen Gemüsegarten oder bist du noch in der Planungsphase? Hast du noch Ergänzungen, was Gemüsepflanzen für Anfänger angeht? Lass mir doch einen Kommentar da!

    Noch mehr tolle Anfängertipps findest du übrigens hier:

    So erntest du rund ums Jahr eigenes Gemüse!

    3m2? 300m2? Was ist deine perfekte Gartengröße?

    Gemüse pflanzen für Anfänger: Wann, wie, wo?!

    Einkochgläser

    9 Einkoch-Mythen, die du kennen solltest

    Einkochen, einmachen, einwecken, wie auch immer man es nennen mag – ich bin süchtig danach, Essen in Gläser zu stopfen und die dann in meinen Vorratsschränken aufzureihen. So ein voll gefüllter Vorratsschrank hat schon etwas unglaublich Ästhetisches, oder? Sommer in Gläsern… :)

    Das Einkochen ist eine tolle Möglichkeit, Obst und Gemüse aus dem Garten haltbarzumachen. Manchmal höre oder lese ich aber Sachen über`s Einkochen, die mir die Haare zu Berge stehen lassen. Es kursieren ein paar ziemlich hartnäckige Gerüchte zum Thema Einkochen, die schlichtweg falsch und teilweise sogar gefährlich sind.

    Deswegen kommt hier die Abrechnung. ;) Hier sind neun Einkoch-Mythen, die du kennen solltest:

    Einkochen, einmachen, einwecken... Wie auch immer man es nennen mag: Es gibt einiges zu beachten. Hier sind 9 hartnäckige Einkoch-Mythen, die du auf jeden Fall kennen solltest. Und eine Anleitung mit Rezept, wie es richtig geht. :) So kannst du Obst, Gemüse und Fleisch selbst einkochen und dir deinen Selbstverosorger-Vorrat für den Winter anlegen. #Einkochen #Selbstversorgung #Wurzelwerk #Selbstversorger
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    1. Einkochen im Backofen ist sicher

    Nein, leider nicht. Im Backofen lässt sich die Temperatur nie so genau steuern wie im Einkochtopf. Die Hitze im Backofen ist außerdem trocken und dringt damit nur langsam in die Gläser ein. Deswegen kann man nicht sagen, ob das Innere des Glases auch wirklich lang genug die Temperatur gehabt hat, die zum sicheren Einkochen nötig ist.

    Einkochgläser sind nicht für trockene Hitze gemacht, die Gummis werden spröde und die Gläser bekommen schnell eine hässliche Patina. Ich habe auch schon mit dem Einkochen im Backofen herumexperimentiert und, ja, das kann funktionieren.

    Aber sicheres Einkochen sieht anders aus. Es gibt keinen Grund, die eigene Gesundheit zu riskieren, wenn es andere sichere und einfache Methoden gibt. Vom Backofen lass lieber die Finger.

    Wenn du mehr wissen willst: Ich habe einen kompletten Artikel zum Einkochen im Backofen geschrieben. Schau mal hier vorbei:

    3 Gründe, warum du nicht im Backofen einkochen solltest + Alternativen

    2. Alles, was man im Laden als Konserve kaufen kann, kann man auch zuhause einkochen

    Stimmt nicht. Es gibt Lebensmittel, die unter Bedingungen konserviert werden müssen, die man zuhause gar nicht erfüllen kann. Nudelsuppe zum Beispiel oder pürierten Gemüse-Babybrei. Es sind zwar nur wenige Ausnahmen, aber es gibt durchaus Sachen, die man nicht selbst einkochen kann.

    3. Im Glas ist ein Vakuum, also ist alles sicher eingekocht

    Beim Einkochen dehnt sich die Luft im Glas aus und strömt nach draußen. Der Deckel funktioniert dabei wie ein Ventil und lässt beim Abkühlen keine Luft von außen zurück ins Glas. So entsteht ein Vakuum und der Deckel sitzt fest auf dem Glas.

    Zum sicheren Einkochen muss der Glasinhalt aber auch sterilisiert werden. Als ich das erste Mal Gemüse eingekocht habe, kannte ich „einkochen“ nur von meiner Großmutter, die heiße Marmelade in Gläser gefüllt und sie schnell verschlossen hatte. Dass das überhaupt kein Einkochen ist, wusste ich nicht.

    Also habe ich meine Möhren genauso behandelt wie meine Großmutter früher die Marmelade. Und natürlich hat sich auch ein Vakuum gebildet. Aber das Ganze war nicht sterilisiert und nach drei Tagen sind die Deckel wieder aufgeploppt, weil die Möhren angefangen haben zu gären.

    Erst später habe ich dann erfahren, dass man alles, was nicht sehr viel Zucker oder Säure enthält, im Glas kochen muss, um es haltbarzumachen. Das Vakuum alleine sagt noch nichts darüber aus, ob etwas sicher eingekocht ist oder nicht. Man muss es auch gescheit sterilisieren und die Einkochzeiten dabei genau einhalten.

    4. Gläser müssen nach dem Einfüllen auf den Kopf gestellt werden

    Dieser Tipp stammt aus einer Zeit, in der die Hygienebedingungen in der Küche noch eher dürftig waren. Das heiße Einkochgut sollte im umgedrehtem Glas den Deckel sterilisieren und Keime abtöten. Durch das Umdrehen schließen die Gläser manchmal aber nicht richtig bzw. baut sich manchmal kein starkes Vakuum auf. Deswegen ist es viel sinnvoller, die Deckel vor dem Einmachen abzukochen, dann sind sie nämlich schon steril.

    Ich koche meine Deckel mindestens fünf Minuten lang und gebe dabei einen Schuss Apfelessig ins Kochwasser. Im Grunde ist das vorherige Abkochen nocht nicht mal wirklich nötig, wenn man richtig einkocht und nicht nur heiß einfüllt, weil das gesamte Glas beim Einkochen durcherhitzt und sterilisiert wird. Ich mache es trotzdem, um sicher zu gehen. Aber umdrehen muss man seine Gläser nicht, das ist wirklich veraltet.

    5. Die Gummiringe schmiert man am besten mit Paraffin ein

    Es geht das Gerücht um, dass die Deckel besser schließen, wenn man die Gummiringe* mit Paraffin einschmiert. Mach das nicht! Das ist nicht nur unnötig, sondern sogar gefährlich. Das Paraffin kann nämlich verhindern, dass sich in den Gläsern ein Vakuum bildet, und das gesamte Einkochgut ist verloren. Die Ringe müssen weder gefettet noch sonst wie behandelt werden. Du kannst sie einfach so verwenden, wie sie sind.

    Einkochen einmachen Anleitung

    6. Die Klammern darf man nicht abnehmen

    Das sehe ich sooo oft: Einkochgläser, die mit Klammern im Schrank stehen.

    Alle Gläser, die keinen Schraubdeckel haben, zum Beispiel die Weck-Gläser*, verschließt man beim Einkochen mit Klammern*. Die halten die Deckel fest auf den Gläsern, lassen die heiße Luft aber nach außen entweichen.

    Beim Abkühlen bildet sich dann der Unterdruck und der Deckel hält auch ohne Klammern. Die Deckel sitzen dann wirklich fest, man kann die Gläser am Deckel packen und hochheben. Außer der Inhalt des Glases verdirbt. Dann bilden sich Fäulnisgase, die das Vakuum aufheben.

    Deswegen ist ein fest sitzender Deckel der beste Indikator dafür, ob der Inhalt des Glases genießbar ist oder nicht.

    Wenn man die Klammern an den Gläsern lässt, fällt dieser Indikator aber weg. Dann kann sich der Deckel nicht lösen und man merkt nicht, dass der Inhalt schlecht geworden ist. Solche Gläser können sogar explodieren.

    Also: Sobald das Glas abgekühlt ist, die Klammern abmachen!

    Bist du dabei in der „Mach deine Ernte haltbar“-Challenge?

    Ich veranstalte im Sommer immer meine “Mach deine Ernte haltbar“- Challenge mit allen Leuten, die in meinem Newsletter eingetragen sind. Da motivieren wir uns gegenseitig, tauschen uns aus oder schicken uns Fotos. Es macht einfach richtig viel Spaß, wenn wir alle zusammen unsere Ernteüberschüsse angehen und unsere Vorratskammern füllen.

    Wenn du gerne mitmachen möchtest, vielleicht weil du noch neu bist, was das Einkochen betrifft oder du einfach Lust auf Austausch hast, dann kannst du dich gerne für die Challenge anmelden:

    Zur Challenge!

    Ich würde mich riesig freuen, wenn du mit dabei bist!

    7. Bügelgläser sind Einkochgläser

    Aus dem gleichen Grund sollte man auch keine Bügelgläser zum Einkochen verwenden. Der Bügel funktioniert wie eine Klammer und drückt den Deckel permanent auf das Glas. Beim Öffnen kann man dann nicht sicher sagen, ob das Eingekochte noch gut ist.

    Wenn man die grundlegenden Einkoch-Regeln beachtet, verdirbt zwar nur sehr selten etwas. Trotzdem schmeckt das Essen gleich viel besser, wenn man sicher sagen kann, dass es nicht verfault ist.

    Stattdessen kann man in Bügelgläsern aber wunderbar Lebensmittel wie Trockenbohnen oder Getreide aufbewahren. Das sieht auch noch richtig hübsch aus!

    8. Gemüse und Fleisch kann man im Wasserbad einkochen

    Uuuh, das ist ein großes Thema. Wenn du säurearme Lebensmittel wie Gemüse und Fleisch in einem herkömmlichen Wasserbad-Einkochtopf einmachst, können darin die Sporen eines seehr fiesen Bakterium namens Clostiridium botulinum überleben.

    Wenn die sich in deinen Einkochgläsern vermehren, kannst du Botulismus bekommen, eine der schlimmsten Lebensmittelvergiftungen der Welt, die unbehandelt eine Todesrate von bis zu 70 % hat.

    Es ist also elementar wichtig, dass du dich mit dem Thema Botulismus beschäftigst und lernst, wie sicheres Einkochen funktioniert.

    Hier findest du mehr Infos zum Thema Botulismus beim Einkochen.

    9. Einkochen ist gefährlich

    Trotz allem ist Einkochen einfach und macht unglaublich viel Spaß. Das Einkochen ist sogar eine der sichersten Haltbarmach-Methoden – solange man sich an die richtigen Techniken für das Lebensmittel hält, das man einkochen möchte.

    Man muss sich eben an die Regeln halten, seine rebellische Ader ein wenig zügeln, und Rezepte und Anleitungen aus einer vertrauensvollen Quelle 1:1 befolgen. Dann ist Einkochen ein ganz wunderbares Hobby und eine tolle Möglichkeit, auch im Winter noch etwas von der eigenen Ernte zu haben. :)

    Anleitung zum Einkochen

    Übrigens: Falls du eine Anleitung zum sicheren Einkochen suchst: Hier ist eine. Ich will schließlich nicht nur herummosern, was man beim Einmachen alles falsch machen kann, sondern dir vor allem dabei helfen, es richtig zu machen. Lass dich nicht abschrecken, das ist ganz einfach! :)

    Hol dir die Einkoch-Checkliste!

    Damit deinem Einkoch-Erfolg nichts mehr im Weg steht, habe ich eine Checkliste erstellt, in der alle Schritte übersichtlich aufgelistet sind. Ich weiß, dass all die Informationen einen erstmal ganz schön erschlagen können, aber so schwer ist das alles gar nicht.

    Einfach die Checkliste durchgehen, da habe ich alles Wichtige für dich zusammengefasst.

    Trag dich hier ein und ich schicke dir die Checkliste per Email zu:

    Hast du schonmal eingekocht? Fallen dir noch mehr typische Fehler ein oder hast du Ergänzungen zu dem, was ich geschrieben habe? Was möchtest du dieses Jahr alles einkochen? Schreib mir gerne einen Kommentar!

    *Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

    Bücher Ziegen halten Ziegenhaltung

    Vier tolle Bücher über Ziegenhaltung

    Kein Blogartikel oder Ziegenforum kann ein gutes Buch über Ziegenhaltung ersetzen. Wenn du überlegst, Ziegen zu halten, gibt es nur einen großen Fehler, den du machen kannst: Nicht zu wissen, was auf dich zukommt. Ziegen sind schließlich nicht ganz unkompliziert. ;)

    Aber auch später ist es gut, ein Nachschlagewerk zu haben, auf das man sich verlassen kann. Wenn eine Ziege krank wird zum Beispiel, oder falls Fragen aufkommen, zu denen man die Meinung von einem wirklichen Experten hören will. (Und nicht von einer komischen Ziegentussi aus dem Internet.)

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    Ich gebe es zu, ich bin ein richtiger Nerd, was Ziegenbücher angeht. Ich habe so ziemlich jedes deutschsprachige Ziegenbuch gelesen. Viele Bücher sind sich sehr ähnlich, aber es gibt ein paar, die ich besonders toll bzw. wichtig finde. Sozusagen die Crème de la crème der Ziegenbücher, und die mag ich gerne vorstellen:

    Ziegen artgerecht und natürlich halten

    Ziegenhaltung Buch Ziegen halten

    Ein Buch, das ich dir wirklich empfehle, ist Ziegen artgerecht und natürlich halten von Nina Brörkens. Es deckt alles ab, was man wissen muss, um Ziegen gerecht zu werden: das Wesen der Ziege, die unterschiedlichen Rassen, alles für eine artgerechte Haltung, Zucht, Ziegenkrankheiten und die Ziegenprodukte Milch, Fleisch und Felle. Dabei ist alles so nett geschrieben, dass das Lesen richtig Spaß macht.

    Manche Ziegenbücher sind unnötig kompliziert und man kann nicht einmal ablesen, wie viel Heu man seiner Ziege geben soll, ohne einen Taschenrechner zu bemühen. Dieses Buch ist ganz anders. Alles ist klar und verständlich ausgedrückt und voller Tipps, die man sofort umsetzen kann.

    Wenn du ein allgemeines Buch zum Thema Ziegenhaltung suchst, bist du mit Ziegen artgerecht und natürlich halten super gut aufgestellt.

    Ziegen – treue Freunde mit Köpfchen

    Ziegenhaltung Buch Ziegen halten

    Mein absolutes Lieblingsbuch ist aber ein anderes. Nämlich Ziegen – Treue Freunde mit Köpfchen von Ann-Marie Hagenkötter.

    Es richtet sich – anders als Ziegen artgerecht und natürlich halten – nicht primär an Leute, die ihre Ziegen essen oder melken wollen, sondern an Ziegenliebhaber. Nicht dass sich das ausschließen würde, aber um Milch und Fleisch geht es in Ziegen – Treue Freunde mit Köpfchen überhaupt nicht. Es geht um den liebe- und respektvollen Umgang mit Ziegen, um Beschäftigungsmöglichkeiten, Packziegen und Ziegenerziehung.

    Sprich alles, was einen Ziegenherz wie meins höher schlagen lässt. Hach, das Buch ist so toll! :)

    Diese Themen werden in keinem anderen Buch, das ich kenne, angesprochen. Deswegen ist es eine super Ergänzung für jede Ziegenliebhaber-Bibliothek.

    Farbatlas Ziegenkrankheiten

    Ziegen halten Buch Ziegenhaltung

    Ich hatte in meiner Ziegen-Karriere schon über 20 Tierärzte und nur einer von ihnen hat sich wirklich mit Ziegen ausgekannt. Die meisten Tierärzte sind auf Hunde, Katzen und Meerschweinchen, manchmal vielleicht auch Pferde oder Schweine spezialisiert, aber von Ziegenkrankheiten haben sie oft wenig Ahnung.

    Ich bin es schon gewohnt, dass ich meine Diagnosen selbst stellen und selber recherchieren muss, wie man am besten vorgeht.

    Deswegen finde ich den Farbatlas Schaf- und Ziegenkrankheiten so klasse. Der Farbatlas ist nach Krankheitssymptomen gegliedert, sodass man anhand dieser auf die Krankheit schließen kann. Durch die Einteilung nach Symptomen kann man auch als Laie ziemlich gut herausfinden, was einer Ziege fehlt, und das macht das Buch so toll. Bei anderen Bücher über Ziegenkrankheiten braucht man gefühlt ein Tiermedizinstudium, um sich zurechtzufinden, aber in diesem Buch findet man sich sehr intuitiv zurecht.

    Der Farbatlas hat schon mehreren meiner Ziegen das Leben gerettet. In meinen Augen ist dieses Buch ein absolutes Must-Have für jeden, der Ziegen hält.

    Ziegen und Schafe natürlich heilen

    Ziegen natürlich heilen Buch Ziegenhaltung

    Ich behandele meine Ziegen wann immer es geht mit natürlichen und ganzheitlichen Heilmitteln. Deswegen nützen mir die (konventionellen) Behandlungsvorschläge, die der Farbatlas gibt, oft nicht viel. Zur Diagnose ist der Farbatlas super, aber um zu wissen, wie es danach weitergeht, benutze ich ein anderes Buch, und zwar Schafe und Ziegen natürlich heilen.

    Wenn du Ziegenkrankheiten auf natürliche und ganzheitliche Weise heilen möchtest, kommst du um dieses Buch nicht herum. Es ist ein Schatz an Erfahrungen und Tipps, die einem in Notsituationen weiterhelfen. Natürlich ersetzt dieses Buch keinen Tierarzt und wenn es hart auf hart kommt, bekommen meine Ziegen auch chemische Medikamente. Aber wenn es sich vermeiden lässt, kann man auch mit natürlichen Mitteln viel ausrichten.

    Leider wissen sich die meisten Tierärzte nicht anders als mit der Chemiekeule zu helfen. Wenn du wie ich nach Alternativen dazu suchst, musst du dich vermutlich also wieder selbst schlau machen, und da ist es gut, ein Buch wie Ziegen und Schafe natürlich heilen zur Hand zu haben.

    Nebenbei was Gutes tun!

    Wie du vielleicht weißt, verlinke ich meine Buch-Empfehlungen (wann immer es geht) zu Buch7, einer tollen Alternative zu Online-Giganten wie Amazon. Buch7 spendet 75 % des Gewinns an soziale, kulturelle und ökologische Projekte, ziemlich toll, oder? Neben der Spende kannst du so auch meinen Blog unterstützen und ermöglichst es mir, noch viele weitere Ziegen-Artikel zu schreiben.

    Zwei der Bücher habe ich leider nur bei Amazon gefunden, aber soweit ich weiß, kann man die auch in jeder lokalen Buchhandlung bestellen.

    Hast du noch mehr Tipps zu Ziegenbüchern, die du absolut klasse findest? Oder kennst du eines der Bücher, die ich vorgestellt habe? Dann verrat mir doch, was du davon hältst! Und falls du eine Frage zu einem der Bücher hast, schreib sie gerne in die Kommentare.

    Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Das bedeutet, dass ich einen kleinen Betrag für jedes Buch bekomme, das über diese Links verkauft wird. Natürlich zahlst du deswegen keinen Cent extra, es ist aber eine Möglichkeit, wie du diesen Blog unterstützen kannst. Danke dafür!