Schwimmst du schon in Tomaten oder könnten es ruhig noch ein paar mehr sein? Seien wir mal ehrlich: Von Tomaten kann man nie genug haben, oder? ;) Gerade wenn bei dir immer wieder Tomatenblüten abfallen, die sich eigentlich zu Früchten weiterentwickelt hätten, bist du hier genau richtig.
Deswegen kommt hier ein einfacher, super genialer Trick, mit dem du deine Tomatenernte verdoppeln oder sogar verdreifachen kannst, ohne die Anzahl deiner Tomatenpflanzen zu erhöhen.
Kein Witz! Und alles was du dafür brauchst, ist eine elektrische Zahnbürste. Aber eigentlich nicht mal das, denn das Ganze funktioniert auch ziemlich gut von Hand.
Eine Elektrische Zahnbürste? Ich gebe zu, dass sich das ziemlich verrückt anhört, aber der Trick funktioniert so gut, dass du das trotzdem unbedingt in deinem Garten ausprobieren musst!
Den Tipp mit der Zahnbürste habe ich wirklich noch nirgendwo geteilt, denn diesen Trick habe ich erst letztes Jahr selber neu gelernt. Bei uns hat das Ganze so gut funktioniert, dass ich den Tipp gerne an dich weitergeben möchte.

Ein bisschen Tomaten-Bestäubungs-Lehre ;)
Während viele andere Gemüse, zum Beispiel die Zucchini, männliche und weibliche Blüten an einer Pflanze ausbilden , sieht es bei den Tomaten ein bisschen anders aus. Denn Tomaten besitzen beide Geschlechtsorgane in einer Blüte, das sind sogenannte „Zwitterblüten“ und die können sich sehr gut selber befruchten.
Aber damit es dazu auch kommt, muss die Tomatenblüte bewegt werden. Im besten Fall übernehmen das die Insekten, was aber leider nicht immer gegeben ist. In unser Gewächshaus zum Beispiel verirrt sich kaum eine Biene oder Hummel, obwohl wir sogar drei Bienenstöcke gleich um die Ecke stehen haben.
Im professionellen Anbau, wo ich ja auch viel gearbeitet habe, haben wir immer kleine Hummelkisten gekauft und die ins Gewächshaus gestellt. Die Hummeln schwirren dann durch das Gewächshaus und wenn die kleinen Brummer an die Blüte stoßen, wird der Pollenausstoß angeregt. Das ist natürlich eine super Option, aber ich möchte in unser kleines Gewächshaus keine Hummeln stellen, da kann ich die Aufgabe auch selber übernehmen. ;)
Tatsächlich kann die Bestäubung auch im Freiland zum Problem werden. Denn an verregneten und trüben Sommertagen fliegen die Insekten nicht richtig. Außerdem gibt es in einem für Insekten attraktiven Biogarten häufig auch viel attraktivere Blüten. Tomaten sind nicht unbedingt der Favorit der Insekten. Da kann es schnell mal passieren, dass die Hummeln und Bienen einfach vorbeifliegen und deine Tomaten links liegen lassen.
Wenn du dir die Fruchtansätze deiner Tomaten genau anschaust, dann siehst du, dass ganz oft abgebrochene Zweige an den Fruchtansätzen sind, wo eigentlich Früchte sein sollten. Das sind die Blüten, die nicht bestäubt wurden und deswegen abgefallen sind.
An diesen Stilansätzen kannst du erkennen, was dir entgangen ist, da hätte nämlich eine Frucht dranhängen können. Tut es aber nicht, weil es mit der Bestäubung aus irgendeinem Grund nicht geklappt hat.
Du siehst, es kann daher super sinnvoll sein, bei der Bestäubung etwas nachzuhelfen – insbesondere, wenn du deine Tomaten im Gewächshaus anbaust!
Übrigens: Wenn du lieber Videos anschaust, dann ist hier die Video-Version der Anleitung:
Der verrückte Bestäubungstrick mit der Zahnbürste
Wir wollen mit der Zahnbürste die Vibration der Insekten nachahmen, damit der Pollen vom männlichen Teil zum weiblichen Teil der Blüte transportiert wird. Deswegen machen wir jetzt unsere Zahnbürste an, von der wir vorher den Bürsten-Aufsatz entfernt haben.

Die Spitze der Zahnbürste vibriert ziemlich arg und simuliert die Bewegung der Insekten. Diese Zahnbürsten-Spitze wird jetzt ganz einfach an den Ansatz der Tomatenblüte gehalten. Wenn du genau hinschaust, kannst du sogar erkennen, wie der Pollen ausgestoßen wird – und schwupps ist die Blüte befruchtet und entwickelt eine Tomate. ;)
Tomaten mit der Hand bestäuben
Falls du keine elektrische Zahnbürste besitzt, dann ist das überhaupt kein Problem, denn du kannst bei der Bestäubung auch einfach mit deiner Hand nachhelfen. Dafür führst du am Blütenansatz einfach mit deinem Finger leichte Klopf- oder Vibrationsbewegungen aus.

Es geht aber noch viel schneller, wenn du die ganze Pflanze nimmst und sie einfach ein bisschen schüttelst. Natürlich vorsichtig, wir wollen die Pflanzen nicht verletzen und natürlich auch keine Blüten abbrechen. Aber das funktioniert auch super gut und ich bin mit der Befruchtungsrate wirklich sehr zufrieden!
Zu Beginn habe ich nämlich jeden Blütenstand einzeln mit der Zahnbürste bearbeitet, aber in den letzten Wochen bin ich dazu übergegangen, nur noch die ganze Pflanze leicht zu schütteln. Denn bei über 40 Tomatenpflanzen, die wir anbauen, kannst du dir denken, wie zeitaufwendig es ist, jede einzelne Blüte zu betüdeln. ;)
Das Tolle an diesem Trick ist, dass du deine Ernte dadurch wirklich enorm steigern kannst. Wenn du nur einen kleinen Garten hast, dann bekommst du den gleichen Ertrag von weniger Tomatenpflanzen und hast mehr Platz für andere leckere Gemüse.
Du kannst deine Tomatenernte verdreifachen!
Ich habe die Beobachtung gemacht, dass bei meinen Tomaten im Gewächshaus nur ungefähr 30% der Blüten bestäubt werden und die restlichen einfach abfallen. Aber seit ich angefangen habe, ein bisschen beim Bestäuben nachzuhelfen, haben wir jetzt richtig, richtig viele Fruchtansätze. An jeder Blüte, die sich an meinen Pflanzen bildet, entwickelt sich später auch eine Frucht. Jetzt kannst du dir ausrechnen, wenn vorher 30% der Blüten in Früchte verwandelt wurden und jetzt 100%, dann kannst du deine Ernte easy peasy verdreifachen.
Das hört sich richtig reißerisch an, oder? ;) Aber es funktioniert bei mir tatsächlich so gut, dass ich selber überrascht war. Also probiert diesen Tipp unbedingt mal aus. Auf was du bei der Bestäubung mit der Zahnbürste oder mit der Hand achten solltest, erkläre ich dir jetzt ganz genau.
Woran erkenne ich, welche Blüte schon befruchtet wurde?
Es ist sehr leicht zu erkennen, ob einer Blüte schon befruchtet wurde oder noch auf den Pollentransport wartet. Eine geöffnete Blüte ist bereit für den Geschlechtsakt und das ist der beste Zeitpunkt, um bei der Befruchtung etwas nachzuhelfen. Schnappe dir deine Zahnbürste und halte sie für etwa zehn bis zwanzig Sekunden an den Fruchtansatz – oder schüttle deine Tomaten vorsichtig durch.
Wenn die Blüte schon geschlossen ist, wurde sie erfolgreich befruchtet und es wird sich eine Tomate daran bilden. Nicht befruchtete Blüten fallen mit der Zeit einfach ab.
Du willst ohne Ende Tomaten ernten? Dann hol dir den Tomaten-Masterplan!
Im Masterplan findest du – kompakt zusammengeschrieben – alle Infos, die du brauchst, um eine richtig dicke Ernte einzufahren. Von der Aussaat übers Pikieren bis zu den besten Sorten und meiner geheimen Düngermixtur. Hier ist alles drin, was du für tolle Tomaten wissen solltest. ;)
Alles was du danach noch machen musst, ist loslegen! Trage dich hier ein, um den Tomaten-Masterplan herunterzuladen:
Der richtige Zeitpunkt für die Bestäubung
Die Bestäubung funktioniert vormittags, zwischen neun und elf Uhr, am besten. Dann sind die Pollen nämlich am bestäubungsfreudigsten. Früh am Morgen sind die Pollen meist noch zu feucht und verklebt und später am Tag ist die Blüte ein bisschen zu trocken.
Kleiner Tipp: Ich mache das meistens an einem Vormittag am Wochenende, wenn ich meine Tomaten sowieso ausgeize und entblättere.
Wenn du gleich hier noch ein bisschen weiter schmökern und dabei mehr über den Anbau von super leckeren und ertragreichen Tomaten lernen möchtest, dann verlinke ich dir hier zwei hochaktuelle Artikel. ;)
Du steckst schon mitten in der Tomatenschwemme? Dann findest du hier mein absolut liebstes Fermentier-Rezept für Tomaten. Ein super leckerer Sommersnack, das solltet ihr unbedingt auch mal ausprobieren!























































