Du hast keine Zeit und Lust mehr, ständig auf Knien durch deinen Garten zu robben, um dem Unkraut nachzujagen? Dann passt jetzt gut auf, denn ich zeige dir heute wie du in 8 Schritten, auf ganz natürliche Art und Weise, einen quasi unkrautfreien Gemüsegarten anlegen kannst.
Wir verbringen im Monat tatsächlich nur circa drei Minuten mit jäten, denn auf unseren fast 300 Quadratmetern Beetfläche wächst so gut wie gar kein Unkraut.
Ich weiß, dass das total utopisch klingt. Aber mit ein bisschen Planung und System kannst du deinen Garten auch so gut wie unkrautfrei halten. Wie das klappt, zeige ich dir in diesem Artikel!

Schritt #1: Kompostbeete gegen Unkraut anlegen
Ich habe mein eigenes Gartensystem entwickelt, bei dem sich alles darum dreht, wie man auf ganz natürliche Weise möglichst wenig Arbeit beim Gärtnern hat und trotzdem dicke Ernten einfahren kann. Dieses Gartensystem gebe ich auch in meinen Kursen weiter.
Die Basis für mein „3-Phasen-Gartensystem“ sind die Kompostbeete. Die legen wir ganz ohne Umgraben und mit viel Kompost an. So sind die Beete super schön fruchtbar und – das Beste! – in der Komposterde sind keine Unkrautsamen enthalten.

Das macht einen riesengroßen Unterschied, denn in natürlichem Mutterboden schlummert ein quasi unerschöpfliches Potenzial an Unkrautsamen. Und wenn man den Boden dann auch noch umgräbt, werden immer wieder Unkräuter in deinen Beeten aufgehen. Das ist quasi unvermeidbar, egal wie gründlich du jätest.
Wenn du auch Kompostbeete in deinem Gemüsegarten anlegen möchtest, kannst du dich gerne für das Gemüsegarten-Bootcamp anmelden. Das ist ein Minikurs, bei dem ich dir im ersten Video zeige, wie du Kompostbeete Schritt für Schritt anlegst.
Schritt #2: Unkrautfrei kompostieren
Damit der Plan mit dem unkrautfreien Kompost auch aufgeht, ist es ganz wichtig, dass keine Wurzelunkräuter oder samentragende Unkräuter auf deinem Kompost landen.
Ich weiß, dass es Leute gibt, die sagen: „Ach, ich kompostiere den einfach heiß, dann werden die Unkräuter abgetötet.“ Aber um im gesamten Kompost solche hohen Temperaturen zu erreichen, muss man schon ein ganz schöner Kompost-Profi sein.
Deswegen packe ich alle Unkräuter, die bei uns anfallen, auf einen Kompost, der in einer abgelegenen Ecke im Garten steht. Da kommen beispielsweise auch kranke Pflanzenteile drauf, also einfach alles, was man nicht im Hauptkompost, der dann wieder für die Beete verwendet wird, haben möchte.
Diesen Kompost verwende ich dann beispielsweise für unsere Obstbäume oder Beerensträucher, wo es nicht so schlimm ist, wenn hier und da ein bisschen Unkraut hochkommt. Und der Hauptkompost bleibt unkrautfrei.

Sonst steckt man all die Arbeit und Energie ins Jäten, nur um dann später seine Unkräuter mit dem ausgebrachten Kompost wieder ins Beet zu pflanzen. Das wäre doppelte Arbeit und total ärgerlich.
Wenn du Lust hast, mehr darüber zu erfahren, wie man richtig kompostiert, dann schau dir gerne diesen Artikel an.
Schritt #3: Unkrautsperren errichten
Bleiben wir noch mal bei dem Anlegen von den Beeten, denn da habe ich noch einen super Tipp gegen Unkräuter für dich: Unkrautsperren*!
Nach dem Anlegen deiner Beete werden nämlich Gräser und andere Unkräuter versuchen, sich die Beete zurückzuerobern. Um das zu verhindern, kann man entweder die Kanten vom Beet immer wieder abstechen oder man baut eine Unkrautsperre ein.
So eine Unkrautsperre wird am Rand der Beete eingegraben und sollte am Ende noch circa 5 Zentimeter über den Beeten herausgucken. Über diesen Link kommst du zu den Unkrautsperren, die ich im Garten verwende.
Ich benutze übrigens viel lieber Sperren aus Metall als Unkrautsperren aus Plastik. Die sind zwar ein bisschen teurer, aber sie halten auch viel länger und zerbröseln nicht, wenn du sie irgendwann wieder entfernen möchtest. Das passiert nämlich bei den Plastiksperren ganz häufig, und dann hast du den ganzen Garten voll mit kleinen Plastikstückchen.
Übrigens: Wenn du lieber Videos schaust, statt Texte zu lesen, dann kommst du hier zur YouTube-Variante dieses Artikels:
Schritt #4: Beete mulchen gegen Unkraut
Die einzigen Unkräuter, die dir in den Kompostbeeten dann noch zu schaffen machen können, sind fliegende Unkräuter wie zum Beispiel der Löwenzahn.
Der schwebt mit seinem Schirmchen durch die Luft und wenn er auf einem Beet landet, auf dem es schöne, nackte Erde gibt, dann beginnt er, dort zu wurzeln.
Deswegen empfehle ich dir, deine Beete zu Mulchen. Dadurch sind die Beete bedeckt und die fliegenden Unkräuter haben erst gar keine Möglichkeit, Wurzeln zu schlagen, weil sie kein Substrat zum Wurzeln vorfinden.

Das ist übrigens nur einer von vielen guten Gründen, deine Beete zu Mulchen. Wer meinen Blog schon länger kennt, der weiß, dass ich ein riesiger Fan vom Mulchen bin! Denn es gibt noch viele weitere Vorteile, zum Beispiel die langanhaltende Feuchtigkeit im Boden oder das aktivere Bodenleben. Um es kurz zu fassen: Geh raus und mulch deine Beete, dein Gemüsegarten wird es dir danken. :P
Schritt #5: Kartoffeln anbauen gegen Unkraut
Im nächsten Schritt kommt die Kartoffel ins Spiel. Die Kartoffelpflanze kann nämlich super Unkräuter unterdrücken, weshalb es sich richtig lohnt, diese im ersten Jahr auf den Beeten anzubauen. Vor allem dann, wenn du nicht darauf geachtet hast, dass dein Kompost unkrautfrei bleibt.
Ich habe beobachtet, dass Beete, die im ersten Jahr mit Kartoffeln bepflanzt wurden, im zweiten Jahr viel, viel unkrautfreier sind. Deswegen pflanze ich gerne im nächsten Jahr auf dem Beet, auf dem vorher die Kartoffeln standen, Zwiebeln und Möhren. Diese zwei Kulturen werden nämlich überhaupt nicht gerne mit Unkräutern konfrontiert.
Schritt #6: Unkräuter schnell jäten
Bei Unkräutern gilt: der frühe Vogel fängt den Wurm. Ich empfehle dir, wirklich regelmäßig einen Blick auf deine Beete zu haben, falls doch mal Unkräuter aufgehe.
Denn: Wenn die Unkräuter erst mal groß sind und eventuell sogar schon ausgesamt haben, passiert es schnell, dass du statt einem plötzlich 100 davon in deinem Beet hast. ;)
Schritt #7: Halte die Wiese um deine Beete kurz!
Wilde Ecken im Garten sind wunderschön und auch für Nützlinge super wichtig. Direkt um die Beete herum würde ich dir aber empfehlen, die Wiese kurz zu halten. So samen hochgewachsene Gräser nicht über deinen Beeten aus. Und als kleiner Bonus kommen auch die Schnecken nicht so einfach in die Beete gekrochen.
Schritt #8: Die hartnäckigen Unkräuter- Giersch, Quecke und Co. loswerden
Es gibt ein paar Unkräuter im Garten, die man gar nicht so leicht loswird. Dazu zählen zum Beispiel die Quecke, Giersch und auch die Ackerwinde – die sind besonders hartnäckig.
Wenn du einen oder mehrere von diesen Kandidaten bei dir im Garten hast, dann musst du richtig ranklotzen, denn auch die Kompostbeete können diese Unkräuter nicht vollständig unterdrücken. Da hilft dann nur ausgraben, und zwar mit der gesamten Wurzel!
In meinem ersten Garten hatte ich ein Beet, das komplett mit Giersch voll war. Das habe ich dann ungefähr drei Tage lang bearbeitet und mit der Grabelgabel so tief gelockert, bis ich alle Pflanzen mit der Wurzel ausgegraben hatte.
Danach habe ich dann mit Pappe* und Kompost meine Beete angelegt, so wie ich dir das auch im Bootcamp zeige, und sobald irgendwo ein Giersch-Pflänzchen hochgekommen ist, habe ich das direkt wieder samt Wurzel ausgegraben.
Das ist harte Arbeit, aber wenn du dranbleibst, bekommst du das ganz sicher in den Griff. Ab dem zweiten Jahr hatten wir jedenfalls unserer Ruhe.
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