Der Monat Mai ist wohl mit einer der aufregendsten Gartenmonate. Endlich darf jegliches vorgezogene Gemüse nach draußen in die Beete und auch frostempfindliche Kulturen können ausgesät werden. Vorher schauen aber noch die Eisheiligen vorbei, die letzten frostigen Nächte. Sind diese überstanden kann es im Garten richtig losgehen!
Jeder Hobbygärtner kennt die Regel: Vor den Eisheiligen dürfen keine frostempfindlichen Pflanzen nach draußen. Denn obwohl wir im April und Mai schon meistens richtig warme Temperaturen haben, die ordentlich Frühlingsfeelings verbreiten, kommt Mitte Mai meistens noch einmal über mehrere Tage ein Kälteeinbruch, die sogenannten Eisheiligen.
Dieser Kälteeinbruch kommt durch eiskalte Luft aus den Polargebieten zustande, die bei sternenklaren Nächten sogar zu Bodenfrost führen kann. Also ein echter Todesstoß für empfindliche Gemüse, weshalb die auf jeden Fall noch drinnen bleiben müssen, bis die Eisheiligen vorüber sind.
Der Name kommt übrigens dadurch zustande, dass an den kalten Tagen im Mai, die über einen langen Zeitraum immer wieder beobachtet wurden, gleichzeitig mehreren Heiligen gedacht wurde. So wurde das Wetterphänomen mit den Heiligen verbunden und es entstanden die “Eisheiligen“. Diese waren alle übrigens Bischöfe und Märtyrer im 4. Und 5. Jahrhundert.
Wann sind 2026 die Eisheiligen?
Die Eisheiligen besuchen uns 2026 vom 11. Mai bis 15. Mai. Diese Daten bleiben jedes Jahr gleich, es gibt jedoch regional ein paar Unterschiede. Im Norden, wo die kalte Polarluft zuerst Halt macht, beginnen die Eisheiligen zum Beispiel direkt am 11. Mai. In Süddeutschland beginnt die kalte Periode oft erst am 12. Mai.
An jedem Tag wird dann ein anderer Heiliger gefeiert, den Abschluss macht Sophia, die kennen wir alle als kalte Sophie.
Übrigens: Die Bauernregel zu den Eisheiligen entstand bereits zu der Zeit, in der noch der julianische Kalender galt. Als dieser dann von dem gregorianischen Kalender abgelöst wurde haben sich die Daten etwas verschoben. Eigentlich finden die Eisheiligen nämlich erst eine Woche später statt, also ab ungefähr dem 20 Mai.
Was kann nach den Eisheiligen gepflanzt werden?
Der 15. Mai ist Stichtag. Dann sind die Eisheiligen vorbei und nach den Bauernregeln sollte das Wetter nun einigermaßen stabil bleiben. Für alle Gartenliebhaber heißt es dann: Ran ans Pflanzen!
Jetzt dürfen auch die empfindlichen Kulturen wie Tomaten, Paprika, Aubergine, Kürbis, Zucchini oder Gurke in den Garten umsiedeln. Genauso wie die nicht winterharten Kräuter und Sommerblumen.
Pssst: Wenn du sicher gehen willst, dass du keine empfindlichen Pflanzen zu früh ins Freiland pflanzt, dann halte dich doch einfach an meinen Ausaatkalender. Darin habe ich zu jeder Aussaat vermerkt, wann du die Jungpflanzen nach draußen pflanzen kannst – und die Eisheiligen natürlich bedacht. Hier kannst du dir den Aussaatkalender direkt herunterladen:
Nicht vergessen: Die Eisheiligen sollten eher als grobe Orientierung dienen als eine in Stein gemeißelte Regel. Die letzten Jahre waren sehr unterschiedlich, manchmal war der April oder sogar schon der Februar schon unglaublich warm. Lass Dich davon nicht verleiten, alle Auspflanzungen zu verfrühen – es kann nämlich durchaus auch mal vorkommen, dass Ende Mai noch Nachtfröste vorbeischauen.
Wenn du den Wetterbericht sorgfältig im Auge behältst, kannst du je nach Wetterlage aber auch deiner rebellischen Ader nachgehen und Tomaten und Co. ganz mutig schon etwas vorher auspflanzen. ;)
Wie handhabt ihr das mit den Eisheiligen? Ich freue mich, von euch zu hören! :)
Jetzt beginnt wieder die Zeit, in der die Gemüsegärten explodieren und man mehr erntet, als man essen kann oder mag. Da wäre es doch schön, auch im Winter noch etwas davon zu haben und einen Teil des Gemüses haltbar zu machen. Genau deswegen möchte ich dir jetzt eine geniale Konservierungsmethode vorstellen, die heutzutage kaum noch jemand beherrscht: das Fermentieren.
Beim Fermentieren macht man sich kleine Bakterien zunutze, die natürlicherweise auf dem Gemüse vorkommen: die Milchsäurebakterien. Mit ihrer Hilfe kann man das Gemüse mindestens sechs Monate aufbewahren, teilweise sogar bis zu zwei Jahre.
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Früher war die Fermentation die gängigste Art, um Gemüse haltbar zu machen, und das völlig zurecht. Fermentieren ist super einfach, wenn man den Dreh einmal raushat, kommt ohne teures Zubehör und Schnickschnack aus und funktioniert sogar ganz ohne Strom oder elektrische Kühlung.
Und das Beste:
Bei allen anderen Konservierungsmethoden gehen Inhaltsstoffe und Vitamine verloren. Ob das jetzt Einkochen ist, Einfrieren, Dörren, Einlegen oder Einlagern. Beim Fermentieren bleiben die Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe aber nicht nur erhalten, das Gemüse enthält nach dem Fermentieren sogar noch mehr Vitamine.
Dazu kommt, dass die Milchsäurebakterien richtige kleine Verdauungs-Booster sind. Wenn du deine Fermente roh isst, nimmst du massenhaft Probiotika zu dir. Sozusagen selbstgemachtes Superfood. ;)
Mit Aufkommen der Konservenindustrie ist die Fermentation leider immer weiter in Vergessenheit geraten. Heutzutage kennen die meisten Menschen Fermente nur noch von Sauerkraut und Salzgurken.
Was viele nicht wissen:
Man kann auch so gut wie jedes andere Gemüse fermentieren. Knoblauch, Möhren, Tomaten, Kürbis – ALLES! Da gibt es jenseits von Sauerkraut und Salzgurken ein ganzes Geschmacks-Universum, von dem die meisten Menschen keinen blassen Schimmer mehr haben.
Ich bin absolut dafür, dass wir die Kunst des Fermentierens neu aufblühen lassen und uns diese Fähigkeiten wieder aneignen. Deswegen kommt hier eine Hommage an die wohl genialste Art, Gemüse haltbar zu machen.
Du kannst das Gemüse zusammen mit allen Kräutern und Gewürzen fermentieren, die dir in den Sinn kommen. Fermentierte Möhren mit Ingwer sind zum Beispiel wahnsinnig gut. Oder selbstgemachter Kimchi, mmmh! Beim Fermentieren kannst du so gut wie nichts falsch machen – ich fand selbst meine wagemutigsten Experimente immer saulecker.
2. Auch im Winter regional essen
Regional ist erste Wahl, oder? ;) Als wir noch keinen eigenen Garten hatten, habe ich im Sommer massenhaft regionales Gemüse auf dem Markt gekauft und es zuhause haltbar gemacht. So hatten wir auch im Winter noch regionale Tomaten im Vorratsschrank. Weil das Gemüse in der Hauptsaison günstiger ist, haben wir nebenbei auch noch eine ganze Menge Geld gespart.
Am besten finde ich aber, dass ich dadurch so wahnsinnig viel übers Haltbarmachen gelernt habe und mir die verschiedensten Methoden aneignen konnte. Selbst wenn du (noch) keinen eigenen Garten hast: Lass dich davon nicht aufhalten und probier es einfach mit gekauftem Gemüse.
3. Fermentierte Gemüse sind vorverdaut
Die Milchsäurebakterien machen sich während des Fermentationsprozesses über dein Gemüse her und verdauen es für dich vor. Was sich erstmal irgendwie ekelig anhört, ist eigentlich eine tolle Sache. Dadurch ist das Gemüse nämlich viel besser bekömmlich und kann sehr gut vom Darm verwertet werden.
4. Das Gemüse bleibt knackig
Du kannst die Konsistenz des Gemüses ziemlich gut über die Größe der Gemüsestücke, die du fermentierst, steuern. Je größer die Stücke, desto fester bleibt das Gemüse. Wenn du also möchtest, dass das Gemüse schön knackig bleibt, fermentierst du einfach möglichst große Stücke und falls du es eher weich magst, zerkleinerst du es vorher.
5. Noch mehr Vitamine!
Wie ich schon erzählt habe, bleiben die Vitamine beim Fermentieren nicht nur erhalten, sie vermehren sich auch noch. Die Milchsäurebakterien produzieren nämlich Vitamine, um untereinander zu kommunizieren. Biofilm Quorum Sensing nennt sich das. Abgefahren, oder?
Kein Wunder, dass schon die alten Seefahrer immer ein paar Fässer Sauerkraut an Bord hatten. Der hohe Vitamingehalt hat sie vor der Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut geschützt.
6. Noch mehr Mineralstoffe!
Nicht nur die Vitamine, auch die Mineralstoffe sind ein großer Pluspunkt. Sauerkraut enthält super viel Calcium, Magnesium und Kalium und auch Spurenelemente wie Eisen oder Zink.
Bist du dabei in der „Mach deine Ernte haltbar“-Challenge?
Ich veranstalte im Sommer immer meine “Mach deine Ernte haltbar“- Challenge mit allen Leuten, die in meinem Newsletter eingetragen sind. Da motivieren wir uns gegenseitig, tauschen uns aus oder schicken uns Fotos. Es macht einfach richtig viel Spaß, wenn wir alle zusammen unsere Ernteüberschüsse angehen und unsere Vorratskammern füllen.
Wenn du gerne mitmachen möchtest, vielleicht weil du noch neu bist, was das Einkochen betrifft oder du einfach Lust auf Austausch hast, dann kannst du dich gerne für die Challenge anmelden:
Ich würde mich riesig freuen, wenn du mit dabei bist!
7. Kein Extra-Zubehör, kein Schnickschnack
Um zu fermentieren, musst du dir keinen teuren Gärtopf und sonstiges Zubehör anschaffen. Das Tomatensoßenglas von gestern Abend tut’s genauso. Und statt mit einem Krauthobel kannst du deine Kohlköpfe auch auf einer normalen Küchenreibe reiben – oder sie mit einem Messer in schmale Streifen schneiden.
Zum Fermentieren brauchst du keinen teuren Schnickschnack. Du kannst gleich loslegen mit dem, was du zuhause hast.
8. Eine Zutatenliste, die ihren Namen eigentlich gar nicht verdient
Die Zutatenliste beim Fermentieren ist unglaublich kurz. Gemüse und Salz – und je nach Geschmack noch ein paar Gewürze. Einfacher geht’s nicht.
9. Das gibt es nirgends zu kaufen
Diese Geschmacksvielfalt gibt es in keinem Supermarkt und die gesundheitlichen Pluspunkte erst recht nicht. Das Sauerkraut, das du im Laden bekommst, wird nach dem Fermentieren abgekocht. All die tollen Bakterien sind also längst tot und der Gesundheitsaspekt fällt fast vollständig weg. Da hilft nur eins: Selbermachen. :)
10. Die Haltbarkeit
Korrekt fermentiertes Gemüse wird nicht schlecht, nur saurer. Irgendwann ist es dann so sauer, dass man es nicht mehr essen will, aber bis dahin können unter Umständen zwei Jahre vergehen. Nach sechs Monaten sind die meisten Gemüse noch sehr, sehr lecker, selbst nach acht oder zehn Monaten noch. Fermentieren ist also eine tolle Möglichkeit, sich den ganzen Winter hindurch mit Gemüse zu versorgen, bis der Garten im Frühsommer wieder genug abwirft.
11. Einfach und sicher
Solange man ein paar Grundregeln beachtet, ist Fermentieren wahnsinnig sicher. Und es ist so simpel! Wenn du es einmal drauf hast, kannst du so gut wie JEDES Gemüse haltbar machen, das dir unter die Finger kommt, und brauchst dafür noch nicht mal ein Rezept. Du kannst deiner Kreativität beim Fermentieren absolut freien Lauf lassen. Solange du dich an die Grundregeln hältst, kann nichts schiefgehen.
Falls du jetzt ganz scharf auf’s Fermentieren bist und wissen willst, wie zum Henker das denn jetzt eigentlich funktioniert:
Lad dir gerne meine Checkliste zum Fermentieren ohne Schimmelgefahr herunter, in der ich alle Schritte übersichtlich für dich gegliedert habe.
Trag dich einfach hier ein:
Hast du dich schonmal ans Fermentieren herangewagt? Was hast du fermentiert und wie hat es geschmeckt? Und falls du noch nie fermentiert hast: Konnte ich dich überzeugen, das mal auszuprobieren? Was ist deine Lieblingsmethode, um Gemüse haltbar zu machen?
Wusstest du, dass du ganz einfach Apfelessig selber machen kannst? Aus Abfällen?! Heute möchte ich mein Lieblingsrezept mit dir teilen, das du auch dann hinkriegst, wenn du noch nie selber Apfelessig gemacht hast, versprochen. ;)
Apfelessig selber machen: Einfaches Rezept aus Resten
Vielleicht bist du ja auch gerade dabei, Apfelmus einzukochen. Das kannst du wunderbar mit dem Apfelessig-Machen verbinden. Wenn du Apfelmus einkochst, fallen nämlich Kerngehäuse und Schalen an, die du noch super zum Essigmachen verwenden kannst. Für mich gehört beides fest zusammen. Aber die Methode eignet sich natürlich auch für die Herstellung aus Apfelstückchen oder für die Herstellung von anderen Fruchtessigen.
Du brauchst:
Ein steriles (ausgekochtes) Gefäß, z.B. einen Tonkrug oder Einkochgläser*
Apfelschalen und Kerngehäuse (oder Apfelstückchen)
2 EL Zucker pro Kilo Apfelreste
Wasser
Ein Tuch, um das Gefäß abzudecken
Ein Sieb oder Passiertuch
Sterile (ausgekochte) Flaschen zum Abfüllen
Apfelessig herstellen
Gefäß befüllen Nachdem du dein Gefäß ausgekocht hast, musst du es zuerst abkühlen lassen. Dann befüllst du es zu 4/5 mit den Apfelschalen und Kerngehäusen. Wenn du Apfelessig selber machen möchtest, ist es wichtig, dass du keine gammeligen Äpfel verwendest. An verdorbenen Stellen haben sich nämlich schon jede Menge Fäulnisbakterien vermehrt und die Gefahr, dass dein Essig kippt, wäre ziemlich hoch. Du kannst auch ganze Äpfel oder Apfelsaft verwenden, um Essig anzusetzen. Ganze Äpfel schneidest du einfach in kleine Stücke und gibst sie in dein Gefäß.
Zucker dazugeben Der Zucker hilft dabei, die Gärung in Schwung zu bringen. So verläuft das Ganze deutlich schneller und sicherer. Du kannst den Zucker auch weglassen, aber mit funktioniert’s besser. Pro Kilo Apfelreste gibst du zwei EL Zucker in deine Gefäße.
Wasser dazugeben Jetzt einfach mit kaltem Wasser auffüllen, sodass die Äpfel möglichst bedeckt sind. Damit dein Essig nicht zum Insektenpool wird, solltest du die Gefäße mit einem Tuch abdecken.
Regelmäßig umrühren In den ersten Tagen werden die Schalen und Kerngehäuse noch an der Oberfläche treiben. Damit sie nicht schimmeln, ist es wichtig, dass du das Ganze ab und zu mit einem sauberen Löffel umrührst.
Apfelessig abfüllen Nach vier bis sechs Wochen ist der Essig dann fertig. Du erkennst das an dem typischen Geruch. Wenn du dir unsicher bist, probier einfach mal, ob er schon stark genug ist. Jetzt solltest du das Ganze durch ein feines Sieb oder Passiertuch filtern und den fertigen Essig in sterile Flaschen abfüllen.
Wie funktioniert die Herstellung von Apfelessig?
Es ist super spannend, sich einmal mit dem Herstellungsprozess von Apfelessig auseinandersetzen, um die Verwandlung von Apfelresten mit Wasser in feinsten Apfelessig zu verstehen. Die traditionelle Herstellung von Apfelessig besteht aus zwei Schritten:
#1 Aus Zucker wird Alkohol
Der erste Schritt zum Apfelessig selber machen ist eigentlich die Produktion von Apfelwein. ;) Denn der enthaltene Zucker in den Äpfeln und der zugegebene Zucker werden von natürlichen Hefen in Alkohol umgewandelt – es kommt also zu einer alkoholischen Gärung. Das kannst du leicht daran erkennen, dass sich ein weißer Schaum auf der Oberfläche bildet. Der ist ganz normal, wenn sich die fleißigen Weinhefen ans Werk machen.
Es kann auch sein, dass sich nach ein paar Tagen eine weiße Schicht oben auf dem Gäransatz bildet, die ein bisschen nach Elefantenhaut aussieht. Auch hier musst du dir keine Sorgen machen, denn das ist völlig ungefährliche Kahmhefe. Jedoch können diese wilden Hefen den Geschmack von dem fertigen Apfelessig beeinflussen, weshalb ich die Kahmhefe meistens mit einem sterilen Löffel von der Oberfläche abnehme.
Die Kahmhefe verschwindet nach einiger Zeit aber auch von selbst: denn sobald im zweiten Schritt der Apfelessig Herstellung der Säureanteil in der Flüssigkeit steigt, wird es für die Hefen immer ungemütlicher – bis sie das saure Milieu am Ende nicht überleben.
#2 Aus Alkohol wird Essig
Sobald sich der erste Alkohol gebildet hat, kommen die Essigsäurebakterien ins Spiel. Die befinden sich natürlicherweise in der Luft oder an den Früchten selbst, und brauchen Alkohol und Sauerstoff zur Vermehrung. Deshalb ist es auch super wichtig, dass du dein Gefäß nur mit einem Stück Stoff abdeckst und nicht luftdicht verschließt – denn ohne Sauerstoffzufuhr können die Essigsäurebakterien ihre Arbeit nicht aufnehmen.
Der Alkohol in unserem „Apfelwein“ wird in diesem Schritt zu Essigsäure fermentiert. Wenn du mehr über die Grundlagen der Fermentation lernen möchtest, um nicht nur Apfelessig selber zu machen, sondern um auch noch andere spritzige Gemüse-Fermente anzusetzen, ist dieser Artikel genau richtig für dich:
Und weil es mir enorm wichtig ist, dass dir deine Fermente nicht verschimmeln, habe ich für dich eine „Anti-Schimmel“-Checkliste zum Fermentieren erstellt. Lade sie dir gerne hier runter:
Falls du dann immer noch nicht genug hast und dir noch mehr Wissen über das Haltbarmachen der eigenen Ernte aneignen möchtest, dann lade ich dich herzlich in meinen Onlinekurs „Vorratskammer starten“ ein, in dem wir die verschiedensten Techniken ganz genau besprechen, um alle deine Schätze aus dem Garten in lang haltbare Köstlichkeiten zu verwandeln.
Die Essigmutter
Während der Arbeit der natürlichen Essigsäurebakterien bilden sich helle Schlieren im Essig, die später fest und glibberig werden. Das ist die sogenannte Essigmutter. Heb sie auf und gib etwas davon in dein Gefäß, wenn du deinen nächsten Apfelessig selber machst. Dann geht’s nächstes Mal noch schneller. ;)
Andere Fruchtessige selber machen
Mit diesem Rezept kannst du nicht nur Apfelessig selber machen, sondern du kannst es auch für andere Früchte verwenden und so deinen eigenen Birnenessig, Himbeeressig oder Weinessig herstellen. Wenn du jetzt so richtig angefixt bist und in die Welt des Fermentierens eintauchen möchtest, dann denk daran, dir meine „Anti-Schimmel“-Checkliste runterzuladen – denn nichts ist ärgerlicher, als wenn die liebevoll angesetzten Köstlichkeiten am Ende doch in der Tonne landen.
Schon gewusst? Viele Reste aus der Obstverarbeitung eignen sich auch richtig gut für die Herstellung von Fruchtleder. Hast du den gesunden Snack schonmal selbst gemacht?
Pssst: Sogar aus Tomaten, Möhren oder Rote Bete lässt sich Essig herstellen. Klingt erstmal verrückt, oder? Aber das ist eine tolle Möglichkeit, Reste zu verwerten und nebenbei ganz neue Geschmackswelten zu entdecken. :)
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Du hast Lust, mehr über das Haltbarmachen zu lernen? Dann schmöker doch gerne noch ein bisschen weiter:
Du brütest gerade über deinem Gartenplan für das nächste Jahr, bist über das Thema Mischkultur gestolpert und suchst jetzt nach guten Nachbarn für deine Gemüsepflanzen? Dann bist du hier genau richtig! Damit es dir leichter fällt, deine einsamen Gemüsepflanzen mit den richtigen Beetpartnern zu verkuppeln, stelle ich dir heute meine sieben liebsten Beet-Nachbarschaften vor, die richtig gut funktionieren!
In meinem Garten habe ich schon viel mit verschiedenen Pflanzgemeinschaften experimentiert, und einige Kombinationen haben sich als so gut und vor allem als wirksam erwiesen, dass sie jedes Jahr wieder zusammen aufs Beet wandern.
Gemüse in Mischkulturen anzubauen hat super viele Vorteile! Mit den richtigen Beetpartnernbeugst du Krankheiten und Schädlingen vor. Die Pflanzen können sich nämlich gegenseitig Plagegeister vom Leib halten, wenn du sie nebeneinander pflanzt. Das ist natürlich super praktisch!
Wenn du die Vielfalt in deinem Garten förderst und verschiedene Pflanzen zusammen anbaust, machst du es den Krankheiten oder den Schädlingen schon viel schwieriger und sie können sich nicht so leicht in deinem Garten breitmachen. Dadurch wird dein Gemüsegarten viel resilienter!
Generell ist es immer sinnvoll, möglichst wenig Flächen mit ein- und demselben Gemüse zu bepflanzen, sondern immer eine vielfältige und bunte Mischung zu haben. Denn ganz egal, welche Schädlinge oder welche Krankheiten hiter der nächsten Ecke lauern, wenn sie in deinem Garten ein ganzes Feld voll mit ihrem Lieblingsessen finden, dann haben sie es ganz leicht, sich da auszubreiten.
Außerdem kann es sein, dass die Gemüsepflanzen den Platz im Beet und die Nährstoffe im Boden sehr unterschiedlich nutzen und deswegen so gut zusammenpassen.
Außerdem baue ich hohe Pflanzen, wie Knoblauch gerne
zusammen mit niedrigeren Pflanzen, wie Erdbeeren an. Das Ganze ist dann ein
bisschen wie Tetris spielen, die eine Pflanze wächst nach oben und die andere
bedeckt den Boden. ;)
Es gibt aber auch Mischkultur-Pflanzengemeinschaften, die sich einfach gegenseitig stützen. Eine rankende Stangebohne braucht nämlich nicht unbedingt ein eigenes Gerüst, wenn sie die Maispflanze als Stütze nutzen kann.
Wenn du dir erstmal einen Überblick über verschiedene Gemüse-Kombinationen machen möchstest, dann lade dir unbedingt meine Mischkulturtabelle herunter. Einfach deine Emailadresse eintragen und die Tabelle flattert direkt in dein Postfach!
Jetzt kommen wir aber endlich zu meinen liebsten Mischkultur-Partnerschaften. Los geht’s!
Gute Nachbarn #1: Erdbeeren & Knoblauch
Ich habe es ja eben schon erwähnt: Erdbeeren und
Knoblauch sind eine super tolle Mischkultur, die beiden kommen bei mir immer
zusammen ins Beet! Der Knoblauch sorgt nämlich dafür, dass die Erdbeeren nicht
so schnell von Pilzkrankheiten befallen werden.
Die beiden passen auch so gut zusammen, weil man Erdbeeren ja im besten Fall im August pflanzt und dann kann man den Knoblauch im Oktober dazwischen stecken. Ich pflanze die Erdbeeren auch immer extra ein Stück weiter auseinander, damit dazwischen noch eine Reihe anderer Gemüse wachsen können.
Gute Nachbarn #2: Erdbeeren & Buschbohnen
Der Knoblauch wird zur Sommersonnenwende, also Ende
Juni/Anfang Juli geerntet. Wenn der Knoblauch das Beet geräumt hat, ist immer
noch Zeit, um eine Reihe Buschbohnen dazwischen zu säen.
Das ist die zweite supertolle Mischkultur mit
Erdbeeren zusammen. Die Buschbohnen gehören nämlich zu den Leguminosen und fixieren
Stickstoff im Boden, was den Erdbeeren dann zugutekommt.
Also pflanze deine Erdbeeren ruhig etwas weiter
auseinander, sodass du noch Buschbohnen dazwischensetzen kannst. Wenn die
Buschbohnen dann später abgeerntet sind, dann sind die Erdbeeren meistens so
buschig, dass sie den Platz selber einnehmen.
Natürlich könnte man danach auch noch eine andere
Mischkultur mit den Erdbeeren zusammen anbauen. Aber bei mir stehen sie im
ersten Jahr mit dem Knoblauch zusammen, dann kommen die Buschbohnen drauf und
danach, so lange wie die Erdbeeren dann noch im Beet stehen, da stehen sie dann
bei mir alleine.
Gute Nachbarn #3: Möhre & Zwiebel
Nun kommt ein ziemlich klassisches Beispiel der
Mischkultur, nämlich die Möhre und die Zwiebel. Kurz habe ich überlegt, ob ich
die überhaupt hier mit reinnehmen soll, denn wahrscheinlich weißt du
mittlerweile, dass die super gut zusammenpassen. ;)
Aber diese Mischkultur-Partnerschaft funktioniert einfach so, so gut, dass ich sie unbedingt mit aufnehmen musste. Ich baue immer Möhren und Zwiebeln nebeneinander an und das hat auch einen Grund, warum dass die klassische Mischkultur ist oder eben das Beispiel, was immer alle verwenden, wenn sie versuchen, Mischkultur zu erklären. Denn die Möhre vertreibt die Zwiebelfliege und die Zwiebel vertreibt die Möhrenfliege! Und das Ganze funktioniert sehr zuverlässig.
Gute Nachbarn #4: Möhre oder Pastinake & Knoblauch
Es gibt auch noch mehr ähnliche Kombinationen in die
Richtung, also Möhre oder Pastinake mit Knoblauch funktioniert auch sehr gut!
Knoblauch ist übrigens eine tolle Pflanze und ein guter Mischkultur-Partner für
alle möglichen Gemüse.
Da gibt es dann eine ganze Reihe von tollen
Partnerschaften, also die aus der Zwiebel Familie und die Möhren und Pastinaken
kann man alle sehr gut miteinander kombinieren.
Gute Nachbarn #5: Möhre & Lauch
Die Mischkultur von Möhre und Lauch kann man probieren, wenn man komplett auf Kulturschutznetze verzichten möchte. Der Lauch wird aber leider sehr schnell von der ziemlich hartnäckigen Lauchfliege befallen.
Gute Nachbarn #6: Kohl, Lauch & Sellerie
Deswegen wächst Lauch bei mir immer, immer, immer mit dem Kohl zusammen auf einem Beet, weil ich einfach so viele Probleme mit der Lauchfliege hatte, dass ich da keine Lust mehr darauf habe. Über das Beet mit Lauch kommt deswegen jetzt immer ein Kulturschutznetz rüber.
Ich verwende Netze, die engmaschig und stabil sind, sodass sie möglichst lange halten. Es ist halt so eine Sache, Plastik im Garten zu verwenden. Ja oder nein? In diesem Fall finde ich es aber angebracht, weil sowohl Kohl als auch Lauch werden einfach weggefressen, wenn man da nicht aufpasst. Und das ist viel zu schade!
Das Kohlbeet bepflanze ich immer auch noch mit Sellerie.
Also Kohl, Lauch und Sellerie wachsen bei mir immer zusammen in einem Beet, denn
der Sellerie bietet eine zusätzliche Schutzfunktion für den Kohl.
Der Sellerie vertreibt die Schädlinge nochmal extra, das heißt, selbst wenn mal irgendwo das Netz hochflattert und irgendwie Tiere drunter kommen können, dann ist da immer noch der Sellerie, der seinen Duft verströmt und die Schädlinge ablenkt.
Gute Nachbarn #7: Milpa – Kürbis, Mais & Stangenbohnen
Dann kommt noch eine wunderbare Mischkultur, das Milpa-Beet! Das haben sicher auch schon einige von euch ausprobiert. Für diese Mischkultur-Partnerschaft wird Mais zusammen mit Stangenbohnen und Kürbis anbaut. Die drei Pflanzen ergänzen sich prima:
Der Kürbis ist in dieser Kombi der Bodenbedecker. Die Stangenbohnen fixieren Stickstoff im Boden und stellen ihn den anderen Pflanzen zur Verfügung. Und der Mais ersetzt die Bohnenstangen! Das ist schon einfach eine der coolsten Mischkulturen überhaupt!
Es ist allerdings wichtig, dass man da die Sorten so
aufeinander abstimmt, dass der Mais schnell genug wächst, um nicht von der
Bohne überwuchert zu werden – oder umgekehrt. Das ist immer so ein bisschen ein
Kunststück. ;)
Bei dem Kürbis ist es eigentlich relativ egal, welche
Sorte man anbaut. Aber bei dem Mais, da passt die Sorte „Tramunt“
sehr gut zusammen mit der Stangenbohnen-Sorte „Neckarkönigin“. Die wachsen
im gleichen Takt, sodass diese Mischkultur dann meistens sehr gut funktioniert.
Diese Gemüse-Nachbarschaften solltest du eher vermeiden
Also bitte, bitte, bitte immer einen großen Sicherheitsabstand zwischen Tomaten und Kartoffeln wahren. Die beiden pflanze ich tatsächlich mittlerweile immer so weit wie möglich auseinander!
Merk dir diesen Artikel!
Mischkultur ist kein Allheilmittel
Leider ist auch die beste Mischkultur kein Allheilmittel. Wenn der Schädlingsdruck in deinem Garten einfach super hoch ist, kann es sein, dass deine Pflanzen trotzdem befallen werden. Da helfen dann nur Kulturschutznetze und vorbeugende Maßnahmen.
Aber solange der Schädlingsdruck moderat ist und sich nicht tausend Zwiebelfliegen in deinem Garten tummeln, die ganz hungrig auf deine Zwiebelgewächse sind, funktionieren kluge Beetpartnerschaften meiner Erfahrung nach sehr, sehr gut. Deine Beete in Mischkultur zu bepflanzen ist also eine tolle Möglichkeit, wenn du einfach und wirkungsvoll dafür sorgen möchtest, dass dein Garten auf natürliche Weise möglichst gesund bleibt.
Hast du Lust auf noch mehr Tipps und Tricks rund um die Anbau- und Gartenplanung? Dann geht’s hier weiter:
Denkst du beim Thema Feldsalat säen auch an Wellness? Noch nicht? Dann verrate ich dir heute, wie du mit ein bisschen Feldsalatsaatgut eine echte Wellnesskur für dich UND deinen Garten organisierst. Mit ein paar einfachen Tricks versorgst du dich und deine Liebsten schon diesen Winter selbst mit frischem Grün!
Im Frühsommer nimmt der Garten so richtig Fahrt auf: Dicke Bohnen, Frühkartoffeln, Kopfsalate, Knoblauch und Zuckerschoten sind erntereif! Und das bedeutet… die ersten Plätze im Beet werden schon wieder frei! Und nun? Soll es das schon gewesen sein?
Keine Angst, da geht noch was. Diese Lücken sind deine Chance für noch mehr frisches Grün! Praktischerweise ist nun genau der richtige Moment zum Feldsalat säen. Verpass den Zeitpunkt nicht, wenn du auch im Herbst und sogar im Winter noch eigenen Salat ernten willst!
Mit Feldsalat setzt du auf eine anspruchslose Kultur, die deinen Boden auch noch ganz nebenbei düngt. Denn Feldsalat ist ein super Gründünger! Feldsalat säen bringt dir daher gleich mehrere Vorteile.
Gut für den Boden…
Dein Boden freut sich über eine andauernde Bepflanzung, mit einem immergrünen Blätterdach haben die kleinen Mikroorganismen in der Erde immer Arbeit und genug zu futtern. Gerade unser Freund der Regenwurm freut sich riesig, wenn es jederzeit direkt vor seiner Haustür einen Snack gibt.
Baust du rund ums Jahr leckeres Gemüse auf deinen Beeten an, ist der Boden immer durchwurzelt. So kann Regenwasser besser in die Tiefe eindringen und die Erde bleibt locker und luftig. Die grüne Schicht schützt deinen Boden wie ein Schild vor Licht, Hitze und Wind. Dadurch bleibt der Boden auch zur ungemütlichsten Jahreszeit ein sicheres Zuhause und deine unterirdischen Helfer können im Beet so richtig loslegen – sie fühlen sich dann nämlich rundum pudelwohl.
Feldsalat säen ist dabei sozusagen das Verwöhnprogramm der Extraklasse für deinen Boden, denn er zählt zu den Gründüngerpflanzen. Als Wellnesssalat massiert, ähm, durchwurzelt er die Erde wunderbar. So bleibt sie feinkrümelig und kann Feuchtigkeit und Nähstoffe viel besser speichern. Jackpot für das nächste Gemüse, das ins Beet einziehen darf! ;)
…und gut für dich!
Aber nicht nur dein Beet bekommt hier seine Wellnesskur. Wenn es draußen langsam ungemütlich wird, kannst du dich entspannt zurücklehnen. Du hast dann nämlich frischen, gesunden, knackigen Feldsalat – der dich den ganzen Winter über fit hält!
Feldsalat ist reich an Vitamin C, er stärkt also in der Winterzeit dein Immunsystem. Und mal ganz abgesehen von Provitamin A und Folsäure: Im Winter noch eigenen Salat auf den Tisch bringen zu können, ist einfach ein tolles Gefühl.
Kleiner Tipp: Du hast es beim Feldsalat säen übertrieben, sodass du gar nicht alles ernten kannst? Dann harke doch die Reste im Frühjahr einfach unter. So bekommen deine Bodentierchen eine Extraportion Grünfutter, das sie in wundervollen Humus verwandeln können. Mmmhhh… wer würde dazu schon nein sagen?
Feldsalat säen, so geht`s:
Die typische Zeit zum Feldsalat säen ist von Mitte Juli bis Ende September. Die Ernte von früh gesätem Feldsalat geht dann im September so richtig los. Wenn du später säst, dauert es natürlich etwas länger. Mit der richtigen Sortenwahl und ein paar Tricks kannst du aber auch später noch Feldsalat säen und dann auch im Winter dein eigenes frisches Grün ernten.
Außer Feldsalat gibt es soooo viele weitere leckere Wintergemüse – mit dem richtigen Timing bei der Aussaat hast du den ganzen Winter über einen prall gefüllten, bunten Erntekorb. Und weil einem manchmal wirklich der Kopf bei all den Aussaatterminen raucht, habe ich dir einen Aussaatkalender fürs komplette Gartenjahr erstellt. Du kannst ihn dir hier ganz einfach herunterladen, so behältst du immer den Überblick und deine Winterernte ist gesichert!
Die einzige Schwierigkeit beim Feldsalat säen ist, dass er etwas länger zum Keimen braucht. In dieser Zeit musst du ihn unbedingt feucht halten. Um deinem Feldsalat über diese kleine Hürde zu helfen, kannst du einen kleinen Trick anwenden.
Lege dafür nach dem Feldsalat säen ein Vlies oder ein Brett auf die Aussaat, eine mit Steinchen beschwerte Pappe tut es auch. So trocknet die Erde nicht so schnell aus und du kannst dir viel Wasser und Gießarbeit sparen.
Nun musst du nur noch regelmäßig überprüfen, ob es schon zu sprießen beginnt und dann die Abdeckung entfernen, damit deine kleinen Zöglinge Licht und Luft bekommen und kräftig loswachsen!
Pssst: Überzählige Feldsalatkeimlinge machen sich super im Salat!
Aber jetzt mal von vorn, denn erstmal müssen die Samen ja in die Erde… Also: ran ans Feldsalat säen!
Das Beet vorbereiten
Damit dein Feldsalat beste Startvoraussetzungen hat, bereitest du das Beet gut vor. Wenn der Boden nicht stark verdichtet ist, reicht es, ihn oberflächlich mit einer Grabegabel aufzulockern und Beikäuter zu entfernen. Umgraben solltest du wirklich immer vermeiden um deine Bodenstruktur nicht durcheinander zu bringen.
Ist das erledigt, hast du die Wahl zwischen mehreren Möglichkeiten, wie du deinen Feldsalat säen möchtest.
Aussaat in Flächensaat
Für die lässige Flächensaat streust du deine Feldsalatsamen einfach breitwürfig auf die vorbereitete Fläche, harkst das Saatgut etwas in den Boden ein und drückst es dann fest. Nun musst du deine Saat nur noch mit einer sanften Brause angießen* und anschließend abdecken, damit die Feuchtigkeit nicht verloren geht!
Bei dieser Methode ist es anfangs vielleicht etwas mühseliger, das Beet unkrautfrei zu halten, denn es gibt ja schließlich keine Reihen, zwischen denen du mit einer Harke im Handumdrehen Tabula Rasa machen kannst.
Wenn du Beete hast, die zu Verunkrautung neigen, wirst du ums Auszupfen von Unkräutern nicht herumkommen. Das hat den Vorteil, dass du dann gleich auch ein paar Feldsalatpflänzchen entfernen kannst, falls sie irgendwo wirklich dicht stehen.
Wenn du, so wie ich, Kompostbeete nutzt, wirst du aber sowieso kaum Unkräuter in deinen Beeten finden. Die gute Nachricht ist: Sobald deine Feldsalat-Pflänzchen erstmal die Oberhand gewonnen haben und den anderen Pflanzen nur so davonwachsen, bedecken sie die Fläche und halten die Unkräuter von nun an ganz von selbst in Schach.
Aussaat in Reihensaat
Wenn du es gern etwas geradliniger magst, dann kannst du reihenweise Feldsalat säen.
In deinem aussaatfertigen Beet ziehst du Saatrillen mit etwa 1-2 cm Tiefe. Zwischen den Rillen solltest du etwa 15 cm Platz lassen. Nun kannst du in den Saatrillen deinen Feldsalat säen. Lass innerhalb der Rille zwischen zwei Samen jeweils 5 cm Abstand.
Die frische Saat abdecken, anschließend gut andrücken und gießen. Bis dein Feldsalat den ersten Wachstumsschub hingelegt und das Unkraut hinter sich gelassen hat, kannst du nun einfach vorsichtig zwischen den Reihen harken.
Im Haus Feldsalat säen und vorziehen
Optional kannst du deinen Feldsalat auch vorziehen. Dann hast du ihn griffbereit, sobald du in deinen Beeten eine Lücke entdeckst. Die Gefahr, dass die Saat vertrocknet oder von Schnecken weggemampft wird, ist so auf jeden Fall geringer. Direkt im Beet gesäter Feldsalat bildet allerdings oft ein robusteres Wurzelsystem aus und kann den ersten Frösten des Jahres besser trotzen, wenn er sie von klein auf gewohnt ist.
Dem fiesen Unkraut schlägst du mit dem Vorziehen allerdings ein Schnippchen. Da die Pflänzchen schon größer sind, wenn du sie ins Beet setzt, können sie sich besser durchsetzen und du musst weniger jäten. Du hast also anfangs etwas mehr Aufwand, sparst dir aber dafür großflächiges Gießen, Jäten und (hoffentlich!) auch den Schneckenüberfall.
Die Schleimer stehen nämlich besonders auf jungen, zarten Salat. Wenn dich die Schnecken dieses Jahr auch so plagen, dann schau gern mal hier vorbei. In diesem Artikel verrate ich dir, wie du die hungrigen Plagegeister erfolgreich loswirst und welche Hausmittel du dir getrost sparen kannst. Aber zurück zum Feldsalat säen!
Um den Salat vorzuziehen, füllst du deine Quickpotplatten* oder Töpfchen mit Anzuchterde oder einem selbstgemischten Substrat. Ein Mix aus gut ausgereiftem Kompost und der super lockeren Erde aus Maulwurfshügeln ist dafür genau richtig! In jeden Topf kommen 2-4 Samen.
Die sind beim Feldsalat säen schön groß und lassen sich gut abzählen. Drücke sie etwa zwei Zentimeter tief in die Erde. Feldsalat ist nämlich ein Dunkelkeimer und duldet beim Keimen keine Zuschauer. Bedecke alles gut mit Erde und drücke die Saat sanft an. So schließt sich die Erde schön um deine Samen und sie werden mit Nährstoffen und Feuchtigkeit versorgt. Du siehst, Feldsalat säen ist gar nicht schwer! :)
Nun gießt du nur noch vorsichtig an. Ich nehme dafür gern die Ballbrause, so wird das Saatgut nicht davon geschwemmt*. Auch hier kannst du den Trick mit der Abdeckung anwenden! Einfach ein passendes Stück Pappe über deine Töpfe legen und zum Beispiel mit Steinen beschweren. So trocknet dir die Erde nicht aus. Etwa 10-14 Tage dauert es nach dem Feldsalat säen, dann sollte der Feldsalat winzig und grün aus den Schälchen sprießen.
Nach ungefähr vier Wochen sind die ersten zwei Blattpaare gebildet. Das ist dein Zeichen, dass der junge Feldsalat bereit für die große, weite Welt ist. Wenn du also das nächste Mal in einem deiner Beete eine Reihe abgeerntet hast, kannst du hier ein kleines Eckchen mit Feldsalat bestücken.
Ja, aber wie viel Feldsalat braucht denn der Mensch?
Du willst dich über die kalte Jahreszeit mit Salat selbst versorgen? Das ist toll! Damit du und deine Liebsten stets gut versorgt seid, ist ein bisschen Planung nötig. Pro Person solltest du eine Fläche von 1-2m2 einplanen. Ich rechne mit 1,5 m2 pro Nase, so haben wir immer genügend Salat im Beet – denn er braucht ja auch mal Zeit um nachzuwachsen.
In deinem Wintersalatbeet musst du natürlich nicht nur Feldsalat säen! Du kannst dort eine bunte Mischung winterharter Salatsorten anbauen – so kannst du dir immer wieder etwas anderes aus deiner Winter-Schatzkiste holen! ;)
Feldsalat ernten wie ein Profi
Apropos Nachwachsen! Du musst deinen Salat nicht einfach radikal abschneiden und das war´s dann für den armen Kerl. Ernte am besten nur die großen, äußeren Blätter und lass das Herz in der Mitte unverletzt stehen. So kann du deine Pflanzen mehrmals beernten und hast über einen langen Zeitraum frischen Feldsalat auf dem Tisch. Das funktioniert übrigens mit fast allen Salatsorten super!
Wenn du das Vereinzeln nach dem Feldsalat säen nicht ganz so ernst genommen hast, kommt jetzt eine Chance, um noch etwas Luft in die Reihe zu bringen. Das kannst du auch von Anfang an einplanen und die Pflänzchen absichtlich etwas enger stehen lassen.
Noch ein wichtiger Tipp für alle Wintergärtner: Du stehst hungrig vor deinem Feldsalat, aber der ist gefroren? Dann lass ihn lieber in Ruhe, bis er wieder aufgetaut ist. Wenn du gefrorenen Salat erntest, wird der nach dem Tauen nämlich einfach nur schlapp und matschig…
Ich verfolge im Winter daher immer aufmerksam den Wetterbericht und lege mir einen kleinen Vorrat an Salat und Kohl an, wenn mal einige Tage Frost angesagt sind.
Feldsalat säen ohne Krankheiten
Eigentlich ist Feldsalat ein wirklich robuster Kollege, um den du dir keine großen Sorgen machen musst. Wichtig beim Feldsalat säen ist, dass du ihn nicht zu eng in dein Beet setzt, damit die Luft zwischen den Pflanzen zirkulieren kann. Achte also unbedingt auf die Abstände, da ist Feldsalat etwas pingelig!
Mehltau ist allerdings eine Gefahr für dein frisches Grün, und zwar gleich doppelt.
Bei zu großer Trockenheit kann Echter Mehltau entstehen. Bei zu viel Feuchtigkeit und schlechter Belüftung kann der Falsche Mehltau zuschlagen. Das kann gerade im Gewächshaus schnell mal der Fall sein. Deswegen ist es wichtig, auf Sorten zu setzen, die sich als resistent gegen Mehltau bewährt haben.
Ich baue gern „Dunkelgrüner Vollherziger“ an, aber auch die Sorten „Elan“, „Vit“, „Verte de Cambrai“ und „Medaillon“ haben sich bewährt.
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Dein eigener Weihnachts-Salat
Mit ein paar kleinen Tricks kannst du sogar bis in den Oktober hinein Feldsalat säen und erntest dann von November bis Januar.
Bei dir fällt im Winter oft so richtig viel Schnee? Damit du deinen Salat nicht mit der Schneeschaufel ausgraben musst, kannst du ins Gewächshaus, in einen kleinen Folientunnel oder in ein Frühbeet Feldsalat säen. Für mildere Regionen reicht auch ein Vlies, um den Salat etwas zu schützen. So hast du deinen Feldsalat immer griffbereit und er ist vor zu viel Feuchtigkeit geschützt.
Du willst richtig einsteigen und noch mehr eigenes Gemüse anbauen? Selbstversorgung muss nicht anstrengend und zeitaufwändig sein, und mit der richtigen Technik hast du schon ganz bald leckeres Gemüse aus deinem Garten! Alle Tipps und Tricks findest du in meinem „Gemüsegarten starten“-Onlinekurs*.
Ich würde mich freuen, wenn du dabei bist! :)
Feldsalat säen – auf gute Nachbarschaft
Du hast noch gar keine Lücken im Beet? Dann lohnt es sich, mit Mischkulturen zu experimentieren!
Du kannst nämlich auch unter Kohl oder Lauch Feldsalat säen, auch zu Zwiebeln passt er wunderbar. Schau doch mal in deinen Beeten danach, wo am Boden genügend Platz und Licht bleibt, auch wenn die vorhandenen Beetbewohner ausgewachsen sind. Bei diesen Pflanzen kannst du als „Untersaat“ Feldsalat säen. So nutzt du die verschiedenen Ebenen im Beet und du holst eine richtig dicke Ernte aus deiner Beetfläche heraus. Clever, was?
So, deinem Feldsalat-Glück sollte nun nichts mehr im Wege stehen!
Ich hoffe du bist genauso begeistert von diesem unscheinbaren Gartenhelden wie ich. Und mal ganz ehrlich, so ein bisschen Pflege und Erholung gehört zur Selbstversorgung einfach dazu. ;)
Du bist startklar? Dann hol dir deinen Aussaatkalender und leg los: Gönn dir ein bisschen Wellness für deinen Boden und für Dich!
Bist du schon fertig mit Feldsalat säen und du willst noch mehr Boden-Wellness und Wintergenuss? Dann schau doch mal hier vorbei:
Es gibt ein paar Pflanzen, die richtige Survival-Helden sind, und sich auch unter widrigsten Bedingungen wacker schlagen. Dir kommen Löwenzahn, Efeu oder Brennnesseln in den Sinn? Ich habe eigentlich eher an ein super leckeres Gemüse gedacht! ;)
Um wen es sich handelt und wie du es selbst am besten anbaust, das verrate ich dir gleich. Aber ich erzähle dir nicht sofort, von wem die Rede ist… Vielleicht errätst du es ja?! Außerdem stelle ich dir eine ganze Gruppe von Pflanzen vor, die du als Selbstversorger*in lieben wirst, weil sie so richtig pflegeleicht sind.
Vor sieben Jahren gepflanzt… Ein Besuch in unserem alten Garten
Vor fünf Jahren bin ich mit meiner Familie aus dem Schwarzwald weggezogen. Dort hatte ich natürlich auch einen Gemüsegarten, den ich beim Umzug schweren Herzens zurücklassen musste. Vor Kurzem war ich mal wieder in der Gegend, und bei der Gelegenheit natürlich auch in meinem ehemaligen Garten zu Besuch. Und siehe da – ich habe eine alte Bekannte getroffen!
Da wuchs sie immer noch – DIE Survival-Pflanze, die ich vor sage und schreibe sieben Jahren gepflanzt hatte! Und das, obwohl die neuen Gartenbesitzer sie regelmäßig abgemäht hatten und sie so einiges mitmachen musste. Sie hat sich einfach nicht kleinkriegen lassen!
Ich habe mich natürlich mega gefreut – ein bisschen in der Erde gebuddelt – und konnte bei meinem Besuch gleich ein paar dicke Knollen ernten!
Wusstest du, dass ich auch bei YouTube unterwegs bin? Hier ist die Video-Version dieses Artikels:
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Na, hast du erraten, von wem ich hier so schwärme? Noch ein kleiner Tipp: Die Pflanze blüht ganz zauberhaft in einem warmen sonnengelb und ist roh genauso lecker wie gekocht.
Genau, es geht um Topinambur!
Ein echter Überlebenskünstler!
Topinambur ist eine richtig tolle Knolle! Ich finde sie total genial, weil du sie nur einmal pflanzen musst, und sie dann völlig glücklich und zufrieden vor sich hin wächst. Topinambur ist nämlich ein richtig robustes Kerlchen und, anders als die meisten Gemüsepflanzen, ein mehrjähriges Gewächs. Du kannst also immer und immer wieder ernten – über viele Jahre hinweg.
Obwohl ich ein absoluter Fan von meinen Kompostbeeten und ausgeklügelten Gemüse-Fruchtfolgen bin, möchte ich hier einmal das riesige und häufig unterschätzte Potential von mehrjährigen Pflanzen erwähnen!
Denn mehrjährige Pflanzen bilden mit der Zeit immer mehr Wurzeln, Stämme, Zweige und Blätter aus, und speichern Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Sie helfen also aktiv beim Klimaschutz mit! Außerdem ist es bei ihrem Anbau auch gar nicht nötig, den Boden zu stören, sodass dieser gesund und lebendig bleibt. Und dabei machen sie noch nicht mal viel Arbeit. Ziemlich cool, oder?!
Dir fallen so auf die Schnelle gar keine essbaren mehrjährigen Pflanzen ein? Wie wäre es mit Walnussbäumen, Rhabarber, Beerensträuchern, Kräutern wie Salbei, Thymian und Rosmarin, Rauke, Spargel, Haselnusssträuchern, Holunder, Obstbäumen, Artischocken, manchen Kohlpflanzen und eben auch Topinambur?
Fun Fact: Topinambur heißt auf Englisch übrigens „Jerusalem Artischocke“, obwohl er mit der Artischocke überhaupt nicht verwandt ist. Nur die Mehrjährigkeit teilen beide, außerdem schmeckt Topinambur ein bisschen nach Artischocke. ;)
Was lange währt, wird endlich gut!
Die mehrjährigen Pflanzen brauchen zwar meist ein wenig, um sich zu etablieren und groß zu werden, aber sobald sie ausgewachsen sind, kannst du im Garten jedes Jahr aufs Neue ernten. Einen Haken haben sie allerdings – du brauchst etwas Geduld. Und natürlich ein bisschen Beständigkeit, denn gut Ding will Weile haben, wie man so sagt. ;)
Deshalb hier ein kleiner Tipp, falls du gerade einen Garten neu anlegst: Überleg dir zuerst, welche Sträucher, Bäume und andere mehrjährige Pflanzen du gerne dort anpflanzen möchtest, und leg noch dieses Jahr damit los. Die schnellen Gemüse können auch ein wenig warten und kommen danach an die Reihe.
Wie heißt es doch gleich? Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Und die zweitbeste Zeit ist… jetzt! Genau das gilt auch für all die anderen mehrjährigen Gewächse. Also, worauf wartest du noch? :)
In der Permakultur ist es übrigens total gängig, dieses Potential zu nutzen. Mehrjährige Pflanzen findet man da schon richtig lange. Es gibt sogar ganze Waldgärten voller essbarer Pflanzen!
Wenn du neugierig geworden bist, und mehr zu Permakultur wissen magst, dann erfährst du hier mehr dazu:
Zurück zur Topinambur. Ich kann dir wirklich wärmstens empfehlen, ein Eckchen in deinem Garten für ihn zu reservieren. Es sollte allerdings gut überlegt sein, wo du die Pflanze ansiedelst. Denn wenn Topinambur es sich an einem Ort einmal so richtig gemütlich macht und ausbreitet, dann wirst du ihn so schnell nicht wieder los.
Wenn dir genau das schon passiert ist, dann hilft eigentlich nur eins: Immer wieder abmähen, sobald die Pflanzen ein bisschen wachsen. So holst du nach und nach alle Energie aus den Wurzeln und powerst die Pflanze aus, bis sie irgendwann eingeht. Das kann allerdings dauern…
Dazu musst du es aber gar nicht kommen lassen. Du hast du zwei Möglichkeiten, die hartnäckige Knolle in Schach zu halten: Entweder steckst du ihr mit Wurzelsperren einen eigenen Bereich ab, oder du baust sie gleich in Kübeln an. Beides funktioniert prima.
Topinambur in Kübeln anbauen
Ich baue Topinambur gerne in Mörtelkübeln an. Die sind groß genug und ziemlich robust. Allerdings musst du zunächst für einen Abfluss sorgen, denn logischerweise sind Mörtelkübel ziemlich undurchlässig. Dafür bohrst du ganz einfach ein paar Löcher in den Boden der Kübel.
Die Kübel füllst du anschließend mit Kompost und schon sind sie bereit für ihre neuen Bewohner! Die Topinambur-Knollen setzt du in einem Abstand von 40 cm innerhalb einer Reihe, und lässt 60 cm Platz zwischen zwei Reihen. Keine Sorge, wenn du erstmal nicht viele Knollen unterbringst, die vermehren sich ziemlich schnell alleine.
Du schlägst gerade die Hände über dem Kopf zusammen, weil du völlig ratlos bist, wo du die Knollen herbekommen sollst? Entwarnung: Du brauchst gar nicht unbedingt spezielle Pflanzknollen. Die Gemüseknollen, die du zum Kochen kaufen kannst, tun es auch. Im Frühling kannst du aber auch manchmal kleine Topinambur-Knollen zum Einpflanzen in Gärtnereien bekommen. Nachfragen lohnt sich!
Ich empfehle dir eine Pflanztiefe von etwa zehn Zentimetern. Das klappt bei mir immer richtig gut und die hohen Pflanzen wachsen schön stabil. Die beste Jahreszeit zum Pflanzen ist übrigens der Frühling oder der Herbst, da wachsen die Knollen besonders gut an.
Übrigens: Wenn du Lust hast, dein eigenes Gemüse anzubauen, aber nicht so recht weißt, wie und wo du anfangen sollst, komm gerne in meinen Gemüsegarten-Minikurs, das Gemüsegarten-Bootcamp. Das läuft komplett online über Video und macht super viel Spaß!
Wenn du dich fürs Beet entscheidest, ist das definitiv die waghalsigere Variante. Du riskierst schließlich, dass sich dein Garten in ein gelbes Topinambur-Blütenmeer verwandelt. ;)
Du kannst aber auch einfach eine Wurzelsperre rings um die Pflanzstelle verbuddeln. Die solltest du aber mindestens 40 cm tief eingraben, sonst schleichen sich die Wurzeln unten drunter durch.
Vor dem Pflanzen lockerst du den Boden am besten mit einer Grabegabel auf und sammelst größere Steine ab. So haben die Wurzeln genug Platz um sich zu entfalten und schöne dicke Knollen zu produzieren.
Es gibt übrigens noch jemanden, der total auf die Knollen abfährt: Wühlmäuse. Damit die dir deine Knollen nicht wegfuttern (und im ganzen Garten verteilen), kannst du auf einen alten Trick aus der Permakultur zurückgreifen. Pflanz deinen Topinambur im Hühnergehege, wenn du zufällig eines hast. Die Hühner sind nämlich richtig scharf auf Mäuse, und diese trauen sich dann nicht mehr so nahe heran. Und der Topinambur wächst in die Höhe und schützt deine Hühnerschar vor Raubvögeln.
Eine echte Win-win-Situation! Außer natürlich für die Mäuse. Da guckt ihr schön blöd, ihr Wühlmäuse, was? :D
Aber mal Spaß beiseite. Wühlmäuse können ja eine richtige Plage sein. Wenn du keine Hühner hast, aber Wühlmäuse deinen Garten bewohnen, dann bau deinen Topinambur am besten gleich in Kübeln an und du bist auf der sicheren Seite.
Na, konnte ich dich von meinem persönlichen Gemüsehelden überzeugen? Du kannst ja auch erstmal ein leckeres Topinambur-Rezept auprobieren, um auf den Geschmack zu kommen. Ich empfehle dir eine sämige Topinambursuppe! Mmmhhhhh…
Wenn du gleich mehr lesen möchtest, dann schau doch mal bei diesen Artikeln vorbei:
Sauerteigbrot backen ist nicht schwer! Und was gibt es Köstlicheres als duftendes, knuspriges selbstgebackenes Brot? Darum nichts wie ran an die Mehltüten, wir backen Brot mit Sauerteig!
Du hast bereits die geöffneten Mehltüten und eine Schüssel am Start und kannst es gar nicht erwarten, loszulegen? Dann findest du hier meine Kurzanleitung zum Sauerteigbrot backen!
Sauerteigbrote sind durch die enthaltene Milchsäure auch sehr viel länger haltbar als Hefe-Gebäck. Sauerteig ist außerdem ein richtiger Power-Teig. Er enthält Milliarden Milchsäurebakterien, die das Getreide fermentieren und damit bekömmlicher machen.
Sauerteigbrot backen in 5 Schritten
Gewusst wie
Arbeitsschritt # 1: Vorteig ansetzen
200g Roggenmehl 200g Wasser 4 EL Sauerteig Starter vermischen und abgedeckt über Nacht ruhen lasssen
Arbeitsschritt # 2: neuen Starter abnehmen
4 El Starter vom Vorteig abnehmen und in ein Schraubglas geben in den Kühlschrank stellen
Arbeitsschritt # 3: Teig nach Sauerteigbrot Rezept anrühren und in gefettete Backform geben
Der Teig hat jetzt eine zähflüssige Konsistenz
Arbeitsschritt # 4: Teig gehen lassen
ungefähr 4 Stunden, der Teig soll gut aufgehen
Arbeitsschritt # 5: Sauerteigbrot backen
10 Minuten bei 220 ° C 50 Minuten bei 200 ° C nach 30 Minuten Backzeit Brot aus der Form nehmen und kopfüber weiterbacken
Sauerteigbrot Rezept
Seit fünf Jahre ist es nun schon so, dass wir alle zwei Tage unser Brot backen mit Sauerteig. Das sind mittlerweile an die 1000 Brote! Und trotzdem empfinde ich es immer noch wie ein kleines Fest, wenn wieder ein Laib fertig ist. :) Hier also mein Rezept, mit dem du leckeres Sauerteigbrot backen kannst. Auch dann, wenn du noch ein Sauerteigbrot-backen-Anfänger bist. Tadaa!
Du brauchst:
Vorteig, den du am Vortag ansetzt (Rezept weiter oben)
400 g Dinkelmehl
100 g Roggenmehl
100 g Weizenmehl
400 ml Wasser
15 g Salz
1 EL Leinsamen
1 EL Kürbiskerne
1 EL Sonnenblumenkerne
Kastenform zum Brotbacken
etwas Fett für die Form
Back-Pinsel zum Einfetten der Form
Denk dran: Bevor du alle Zutaten zusammenrührst, füllst du vom Starter vier Esslöffel in ein Schraubglas und stellst es in den Kühlschrank.
Das Brot backst du 10 Minuten bei 220° Celsius und 50 Minuten bei 200° Celsius. Nach einer halben Stunde Gesamtbackzeit nimmst du es aus der Form und backst es kopfüber zu Ende – so bekommst du eine noch knusprigere Kruste.
Falls du nicht nur Sauerteigbrot backen möchtest, sondern auch immer auf der Suche nach anderen leckeren Rezepten bist, schau doch mal in meine kleine Rezeptesammlung rein! Darin habe ich sieben meiner absoluten Lieblingsezepte zum Einkochen und Fermentieren zusammengestellt:
Vorteig ansetzen mit einem Sauerteigstarter
Sauerteig ist genau wie Hefe ein Triebmittel. Er sorgt dafür, dass dein Teig nicht als schwerer, fester Klumpen aus dem Ofen kommt, mit dem du gut und gern die nächste Kugelstoßer-Olympiade gewinnen kannst, sondern als luftiges, knuspriges leckeres Brot.
Sauerteig hat nämlich so richtig Power! Er enthält Milliarden Milchsäurebakterien und Hefen, die das Mehl fermentieren und damit leichter verdaulich und bekömmlich machen. Sie sind es auch, die dafür sorgen, dass dein Brot lange saftig bleibt, ein super leckeres Aroma hat und richtig gesund ist.
Und wie kommst du jetzt zu so einem Superman äh, Supersauerteig? Ganz einfach: Du machst dir selbst. Wie das geht, zeige ich dir in meinem Artikel Sauerteig selber machen.
Psst: Einen Superman kannst du dir leider nicht selber machen ;) !
Dieser Ansatz heißt auch Sauerteigstarter, weil du mit ihm den Prozess startest, deinen Brotteig locker und luftig zu machen. Wenn etwas vom Starter übrigbleibt, kannst du ihn entweder an andere Brotbackfans verschenken, einfrieren, trocknen oder ihn vermischt mit Wasser als Kompostaktivator verwenden.
Du hast einen Starter? Perfekt, dann kannst du jetzt mit dem Vorteig beginnen!
Du brauchst:
200 g (Vollkorn-)Roggenmehl
200 ml Wasser
4 El vom Starter
eine große Schüssel
Du vermischst die Zutaten gut miteinander in einer Schüssel, deckst sie ab und lässt alles über Nacht bei Raumtemperatur ruhen.
Ich liebe übrigens nicht nur Brot backen mit Sauerteig, sondern mache auch super gerne Maisbrot mit Mais aus meinem Garten. Schau dir das gerne in diesem Youtube Video an!
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Falls du mehr als nur einmal Sauerteigbrot backen möchtest, darfst auf keinen Fall vergessen, von deinem Vorteig vier Esslöffel abzunehmen und in ein Schraubglas zu geben, bevor du die anderen Zutaten hinzufügst. Das ist nämlich dein Starter für das nächste Brot!
Psst: In die Sprache von uns Selbstversorgungs-Freaks übersetzt heißt das: Du machst einen Teig-Ableger. :)
Falls du das mal vergisst, musst du leider einen neuen Sauerteig ansetzen. Und das wäre schade, denn je älter dein immer wieder vom Vorteig abgenommener Starter ist, desto kräftiger wird er. Eine ganz junge Starterkultur hat bei weitem nicht die Triebkraft eines alt-ehrwürdigen Starters und kann dein Brot nicht so gut lockern. Deshalb sei nicht enttäuscht, wenn dein erstes Brot noch nicht so fluffig ist, wie du es gerne hättest. Dein Sauerteig muss erst noch groß und stark werden! :)
Der Starter hält sich prima zwei Wochen lang im Kühlschrank. Falls du dann das Sauerteigbrot backen nicht schaffst, kein Problem! In diesem Fall fütterst du dein kleines Kühlschrank-Raubtier mit zwei Esslöffeln Mehl und einem Schluck Wasser. Einfach ins Glas geben, umrühren und zurück in den Kühlschrank stellen. Du siehst: Ein Sauerteigstarter ist eine super pflegeleichte Angelegenheit.
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Teig anrühren und gehen lassen
Du hast Starter von deinem Vorteig abgenommen? Perfekt, dann geht´s jetzt los mit dem Teig anrühren!
Die Mehl-Mischung aus dem Rezept kannst du so zusammenstellen, wie du sie am liebsten magst. Du möchtest weniger Roggen und mehr Weizen verwenden? Oder nur eine Sorte Getreide? Nur zu, erlaubt ist, was dir schmeckt! Pobier ruhig ein bisschen herum, bis du deine ideale Mehlmischung gefunden hast.
Auch den Ausmahlgrad des Mehls kannst du frei wählen. Weißes Mehl eignet sich genauso wie Vollkornmehl. Von den Inhaltsstoffen her ist das Brot am wertvollsten, wenn du die Körner frisch in der Getreidemühle mahlst.
Du probierst immer gerne Altbewährtes und Neues aus? Dann wäre mein Obst und Gemüse haltbar machen Onlinekurs bestimmt etwas für dich! Da zeige ich dir, wie du die Ernte aus dem Garten in leckere Vorräte verwandelst und dir so ein Stück Sommer in den Winter holst. Ich freue mich, wenn du mit dabei bist! :)
Das Wasser aus dem Rezept füllst du in ein Gefäß und verrührst das Salz darin, bis es sich aufgelöst hat. So verteilt es sich gleichmäßig im Teig. Dann gibst du alle restlichen Zutaten in die Schüssel mit dem Vorteig und mischst das Salzwasser nach und nach ein. Der Teig hat jetzt eine zähflüssige Konsistenz.
Die Backform fettest du großzügig ein und füllst den Teig möglichst gleichmäßig in die Form ein. Sie sollte nur halb voll sein, damit er genügend Platz zum Aufgehen hat. Und jetzt ist erstmal Ausruhen angesagt!
Ähm, aber nicht für dich, sondern für den Teig ;) ! Und zwar mindestens vier Stunden. Dazu stellst du ihn in den kalten und geschlossenen Backofen. Am besten schaust du immer mal wieder nach dem Brot, damit du den perfekten Back-Zeitpunkt erwischst. Der ist dann erreicht, wenn das Brot schön aufgegangen ist, aber noch nicht wieder beginnt, in sich zusammenzufallen.
Es erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl, um zu erkennen, wann es soweit ist. Je öfter du zum Sauerteigbrot backen kommst, desto besser lernst du deinen Teig kennen und kannst abschätzen, wann du dein Brot backen solltest.
Falls du den Zeitpunkt verpasst, ist das aber auch nicht schlimm. Das Brot schmeckt trotzdem und nächstes Mal wird es bestimmt fluffiger. :)
Sauerteigbrot backen
Wenn dein Sauerteigbrot gut aufgegangen ist, heizt du den Ofen auf 220 ° C Ober- / Unterhitze vor.
Dann ist der große Moment gekommen: Es geht ans Sauerteigbrot backen! Yippie!
Du packst dein Brot in den Ofen und stellst dir den Timer auf 10 Minuten. Danach drehst du die Temperatur auf 200° C herunter und backst dein leckeres Brot weitere 20 Minuten.
In der Zwischenzeit kannst du dir ja mein Rezeptebüchlein herunterladen! :)
Anschließend holst du das Brot aus der Form und backst es kopfüber eine weitere halbe Stunde. Mit diesem Trick wird die Kruste noch knuspriger.
Psst, kleiner Tipp: Das Brot lässt sich besser schneiden, wenn es abgekühlt ist – es schmeckt aber am allerbesten frisch warm aus dem Ofen. :)
Sauerteigbrot backen ist nicht schwer und mit meinem Sauerteigbrot Rezept gelingt es dir bestimmt. Und wenn der köstliche Duft von selbstgebackenem Brot durchs Haus zieht und sich alle vor dem Ofen versammeln, um den begehrten „Knust“ zu ergattern, ist das Glück perfekt! :)
Du möchtest noch viel mehr selber machen, statt im Supermarkt Fertigprodukte zu kaufen? Dann kannst du dir hier weitere Inspirationen holen!
Der Bärlauch ist da! Ich kann in der kurzen Bärlauch-Saison gar nicht genug von dem frischen Grün bekommen – es ist sooo lecker! Weil die Bärlauchzeit aber leider schnell vorüber ist, zeige ich dir, wie du Bärlauch einfrieren und das ganze Jahr über schlemmen kannst. Los geht´s!
Wenn im Frühling die Sonne nach draußen lockt, die Vögel wieder früh morgens singen und plötzlich überall Knospen und Blüten erscheinen, dann heißt es: Die Bärlauchzeit ist nicht mehr weit.
Ich liebe Bärlauch nicht nur wegen seines frischen und würzigen Geschmacks, sondern auch, weil er mitten in der Hunger Gap auf der Bildfläche erscheint. Das Wintergemüse ist gerade abgeerntet und die neuen Gemüsepflanzen sind noch so klein, dass an Ernten nicht zu denken ist. Aber die Lust auf frisches Grün ist gerade im Frühling riesig!
Da kommt der Bärlauch genau richtig: Von März bis Mai kannst du ihn an feuchten, kalkhaltigen Stellen in Laubwäldern finden. Wenn du Glück hast, bildet er ganze Teppiche aus und lädt großzügig dazu ein, ihn zu sammeln und in leckere Gerichte zu verwandeln – Stichwort Bärlauchpesto! Mhhhh…
Schon gewusst? Bärlauch ist ein Zwiebelgewächs, und damit ein Verwandter von Knoblauch, Zwiebeln, Schnittknoblauch, Porree und Frühlingszwiebeln. Wenn du das würzige Aroma und frische Grün des Bärlauchs magst, dann bau unbedingt auch seine Familienangehörigen in deinem Garten an! Gerade frisch geerntet sind sie einfach unfassbar lecker. Und damit du auf keinen Fall die Anzucht der verschiedenen Zwiebelgewächse verpasst, lad dir hier meinen Aussaatkalender herunter:
Bärlauch einfrieren: Ist das möglich?
Gerade weil die Bärlauchzeit so kurz ist, stellt sich ganz schnell eine drängende Frage: Wie kannst du Bärlauch haltbarmachen, um das ganze restliche Jahr den frischen und würzigen Geschmack genießen zu können?
Frischer Bärlauch hält sich nicht gut, du solltest ihn schnell verarbeiten. Oder eben einfrieren! Dann sind die Blätter noch frisch und vollgepackt mit den Aromen, die den Bärlauch so unwiderstehlich machen.
Bärlauch verliert nämlich beim Einfrieren ein wenig an Geschmack. Und je mehr davon vorher drin war, desto besser schmeckt der Bärlauch auch nach dem Auftauen noch.
Vorbereitungen fürs Bärlauch einfrieren
Willst du Bärlauch einfrieren, den du selber gesammelt hast, heißt es: Ab in den Wald!
Wenn du zum ersten Mal Bärlauch sammelst, informiere dich vorher gut. Ein geübtes Auge erkennt den Unterschied, aber für Bärlauch-Beginner sieht die Frühjahrspflanze den Maiglöckchen und Herbstzeitlosen zum Verwechseln ähnlich. Und mit diesen Doppelgängern ist absolut nicht zu spaßen – sie sind beide hochgiftig!
Du warst erfolgreich und kommst gerade glücklich und zufrieden mit einem gefüllten Körbchen wieder in deiner Küche an? Dann kannst du die Blätter erstmal für eine kurze Verschnaufpause in kaltes Wasser legen, dir einen Tee kochen und die Füße hochlegen. Nach der Sammelei hast du dir das verdient!
Allzu lang darfst du aber nicht auf der faulen Haut liegen, denn du solltest die Blätter noch am selben Tag weiterverarbeiten. Sie werden sonst schlapp und verlieren an Geschmack. Also auf ans Bärlauch einfrieren!
Dazu wäschst du die Blätter zunächst gründlich mit warmem Wasser ab. Das ist deshalb so wichtig, weil Bärlauchblätter, wie alle wild am Boden gesammelten Kräuter und Früchte, die Eier des Fuchsbandwurmes übertragen können. Das zu vermeiden ist nicht schwer – gründliches Waschen spült potenzielle Eier einfach davon.
Den sauberen Bärlauch kannst du nun in der Salatschleuder trocknen oder mit einem Küchenhandtuch trockentupfen.
Bärlauch einfrieren: Drei Methoden
Mit welcher Methode du deinen Bärlauch einfrierst, hängt ganz entscheidend davon ab, wie du ihn später verwenden magst. Du kannst ganze Blätter, eine Bärlauch-Paste oder fertig verarbeiteten Bärlauch in Form von Pesto oder Kräuterbutter einfrieren.
#1 Ganze Bärlauchblätter einfrieren
Für diese Methode benötigst du für kurze Zeit etwas Platz in deiner Gefriertruhe. Denn das Ziel ist es, den Bärlauch so einzufrieren, dass du später immer genau so viele Blätter entnehmen kannst, wie du gerade brauchst. Damit die Blätter beim Einfrieren nicht alle aneinander kleben bleiben, wenden wir einen kleinen, aber genialen Trick an. ;)
Dafür breitest du die Bärlauchblätter nebeneinander auf einem mit Backpapier ausgelegten Brett aus. Aber denk dran: Das Brett muss in deine Tiefkühltruhe passen!
Nun kannst du die Blätter in kleinen Portionen nacheinander einfrieren. Sobald eine Ladung Blätter gefroren ist, nimmst du das Brett heraus und füllst die Blätter in ein Schraubglas oder eine ZIP-Tüte. Die kommt dann auch ins Gefrierfach und füllt sich nach und nach, während du das Brett immer wieder neu belegst.
Die ganzen Blätter vom Bärlauch einfrieren ist dann toll, wenn du später beispielsweise eine Quiche daraus machen möchtest, in der die Blätter ihre Textur behalten sollen. Aber auch, wenn du noch unentschieden bist, was aus deinem Bärlauch mal werden soll, hältst du dir so alle Möglichkeiten offen.
#2 Bärlauchpaste einfrieren – die ultimative Bärlauchbasis
Bärlauch als Paste einzufrieren hat mehrere Vorteile: Du hast die perfekte Grundlage für Suppen, Pesto und Brotaufstriche, die in deinem Gefrierfach nicht viel Platz einnimmt und (mit ein paar Tipps und Tricks) super gut portionierbar ist.
So eine Bärlauch-Basispaste ist schnell gemacht. Du brauchst dafür nur Bärlauch, Salz und Öl. Je nach Geschmack kannst du Raps-, Oliven- oder Sonnenblumenöl verwenden.
Jetzt pürierst du den Bärlauch mit etwas Öl und ein bisschen Salz. Gegebenenfalls musst du immer wieder etwas Öl nachgeben, bis eine cremige Masse entsteht. Bist du mit der Konsistenz zufrieden, ist der Bärlauch bereit zum Einfrieren.
Und dafür eignet sich die Eiswürfel-Methode einfach perfekt! Du kannst dann nämlich große Mengen Bärlauch einfrieren und immer genau so viel auftauen, wie du gerade brauchst.
Für diesen Trick füllst du deine fertige Bärlauchpaste in eine Eiswürfel-Form. Yey, wir machen Bärlauch-Eiswürfel! :) Wahrscheinlich wird nicht die gesamte Paste in die Form passen, aber das ist gar nicht schlimm. Die Bärlauchpaste bleibt nämlich nur da drin, bis sie gefroren ist.
Dann kannst du die grünen Würfel – oder was auch immer deine Form hergibt ;) – herausdrücken und in ein Schraubglas oder einen Zip-Beutel füllen, der dann zurück ins Gefrierfach wandert. Und schon ist die Form frei für die nächste Runde!
#3 Bärlauchpesto und Bärlauchbutter einfrieren
Wenn du ein genau so großer Fan von Bärlauchpesto bist wie ich, ist wahrscheinlich sowieso klar, dass der allermeiste Bärlauch sich früher oder später zwischen einem Berg dampfender Pasta und frisch geriebenem Parmesan wiederfinden wird. ;)
In dem Fall kannst du natürlich auch gleich fertiges Pesto einfrieren. Das ist super praktisch, weil du daraus ein fixes Essen zaubern kannst, wenn es mal schnell gehen muss.
Das fertige Pesto kannst du in Dosen oder ZIP-Tüten einfrieren. Ich bin aber auch bei Pesto ein Riesenfan der Eiswürfelmethode. Die gefrorenen Pestowürfel kannst du direkt unter die heiße Pasta mischen und so auftauen – die Nudeln haben dann auch gleich die perfekte Temperatur zum Essen. ;)
Schon gewusst? Erstaunlich viele Blattgemüse eignen sich für Pesto. Außer mit dem absoluten Klassiker Basilikum geht das auch mit Petersilie, Möhrengrün oder Mangold!
Wenn du all diese leckeren Gemüse und noch mehr in deinem Garten anbauen möchtest, wäre vielleicht mein „Gemüsegarten starten“-Onlinekurs etwas für dich! In dem Kurs zeige ich dir in einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie du ohne viel Mühe alle deine Lieblings-Gemüse anbaust und eine dicke Ernte einfährst! Es wäre toll, wenn du in unserer coolen Gartengemeinschaft mit dabei bist! :)
Außer in Pesto liebe ich den würzigen Bärlauchgeschmack auch in Kräuterbutter. Oder eben in dem Fall Bärlauchbutter. :) Dafür schneide ich die gewaschenen Blätter in feine Streifen. Die rühre ich dann vorsichtig mit etwas Salz in zimmerwarme Butter. Du wirst staunen, wie viel Bärlauch du in der Butter unterkriegst!
Für Bärlauchbutter eignen sich übrigens nicht nur die Blätter, sondern auch die Blüten von Bärlauch. Die lasse ich gerne ganz – das sieht toll aus und schmeckt super! Später im Jahr mache ich das übrigens ganz ähnlich mit Kapuzinerkresse.
Auch Butter kommt bei mir in die Eiswürfelform – mit der ist Bärlauch einfrieren wirklich ein Kinderspiel! Die Bärlauch-Butterwürfel sehen übrigens richtig edel aus! Ich hole sie gerne im Sommer für gesellige Grillabende wieder aus der Gefriertruhe. Allein die Kombi von Bärlauchgeschmack mit gegrilltem Gemüse ist Grund genug, Bärlauch einzufrieren und so bis zum Sommer haltbar zu machen.
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Bärlauch ohne Einfrieren konservieren?
Leider ist mit Öl bedecktes Pesto keine sichere Haltbarmach-Methode, weil sich unter Sauerstoffabschluss Botulismuserreger bilden können – und die sind richtig gefährlich!
Deshalb frierst du dein Pesto einfach im Glas ein. Das ist kein Problem, wenn dein Glas eine gerade Form hat, du es nicht bis oben hin befüllst und den Deckel bis zum Durchfrieren nur lose verschraubst.
Vielleicht fragst du dich, ob du deinen Bärlauch nicht einfach trocknen kannst. Eigentlich eine super Sache! Ich habe aber leider die Erfahrung gemacht, dass da sehr wenig vom typischen Bärlauchgeschmack übrigbleibt. Ich würde ihn daher nicht mehr trocknen.
Bevor du jetzt losgehst um Bärlauch zu besorgen, lad dir noch schnell meinen Aussaatkalender herunter, damit du keine Termin für die Aussaat mehr verpasst!
Bärlauch einfrieren hat mich absolut überzeugt! Manchmal ist die Lust auf das frische Grün aber auch so groß, dass gar nichts übrig bleibt, sondern all der Bärlauch gleich weggeschlemmt wird. Mmmmmmh…
Wenn du vor lauter Bärlauch jetzt ganz frühlingshaft gestimmt bist, dann lies doch gleich hier weiter:
Rote Bete fermentieren steht bei mir hoch im Kurs! Du bist kein allzu großer Rote Bete Fan? Das können wir ändern! In diesem Rezept wird die Rote Bete nämlich ganz neu gedacht. ;) Fermentiert mit Lorbeer und Gewürznelken ergibt sie einen vitaminreichen, würzigen Salat, der nicht nur in der kalten Jahreszeit jeder einzelnen Zelle frisches Leben einhaucht.
Fermentiertes Gemüse mit seinen fruchtigen, süß-säuerlichen und tiefgründigen Noten zergeht nur so auf der Zunge und ist durch die probiotischen Inhaltsstoffe richtig gesundes Futter für unsere Darmbakterien. Mit ihren knalligen Farben machen Fermente obendrein oft richtig was fürs Auge her – wirf also unbedingt mal einen Blick in dein Fermentierglas!
Und wenn jemand ganz vorne mit dabei ist, was Knallerfarben angeht, dann ist das ja wohl die Rote Bete!
Rote Bete fermentieren: Keine Raketenwissenschaft…
… aber ein paar Basics solltest du schon kennen, damit du die Rote Bete für deinen Magen und nicht für die Biotonne herstellst. ;)
Also lies dir am besten hier nochmal durch, was du beim Fermentieren grundsätzlich immer beachten solltest. Erledigt? Dann kann nichts mehr schiefgehen und du kannst gleich loslegen! :-)
Ich habe außerdem eine extra Fermentieren-Checkliste erstellt, mit der du bei all deinen Fermenten immer den Überblick behältst und nichts Wichtiges mehr vergisst. Hier kannst du sie dir fix herunterladen:
Rote Bete Fermentieren: Rezept für einen prickeligen Gaumen
Ich liiiiebe es, von Geschmacksexplosionen aus dem Fermentierglas immer wieder neu überrascht zu werden. Ein Rezept hat mich beim Rote Bete fermentieren dabei besonders umgehauen. Dieses gaumenschmausige Rezept für fermentierte Rote Bete mit Kick kann ich dir nur ans Herz legen:
Die Mischung schichtweise in die sterilen Gefäße füllen, dabei immer wieder gut einstampfen. Wenn das Gemüse nicht komplett von Flüssigkeit bedeckt ist, mit einer 2%-igen Salzlake auffüllen. Wie du die herstellst, erfährst du in der Fermentieren-Checkliste. Anschließend mit einem Kohlblatt abdecken und so beschweren, dass das komplette Gemüse unter der Flüssigkeit steht.
Das Ganze drei bis fünf Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen – hierbei kurbeln die Bakterien den Fermentationsvorgang so richtig an. Danach kühl und dunkel lagern, damit dein Ferment nicht super schnell total sauer wird.
Rote Bete ist reich an Kohlenhydraten. Im Fermentationsuniversum bedeutet das, dass sie im Glas dazu neigt, überzuschäumen und sich durch die Gummiabdichtung des Bügelglases auf den Weg nach draußen zu machen.
Mein Tipp: Mach das Glas nicht zu voll, damit das Ferment ruhig ein bisschen schäumen kann. Stell gern auch eine Untertasse oder einen Teller unter dein Fermentglas, dann bist du für übersprudelnde Fermentierfreude gut gewappnet. ;)
Wie lange dauert die Fermentation?
Wann ist das Ferment nun ready und bereit, genüsslich von dir verspeist zu werden? Tja, es gibt gar nicht DEN einen Zeitpunkt, an dem die Rote Bete definitiv fertig fermentiert ist. Die Milchsäurebakterien und ihre mikroskopisch kleinen Kolleg*innen machen solange ihren Job, bis du entscheidest, dass das Ferment sauer genug für dich ist.
Du kannst nach ungefähr zwei Wochen mal in dein Fermentgefäß spähen und testen, ob du die Rote Bete so schon essen magst, oder ob es lieber noch ein bisschen saurer werden soll.
Wenn sie für deinen Geschmack noch saurer sein kann, kannst du das Glas einfach wieder verschließen und deine kleinen Freunde ihre Arbeit weiter machen lassen – in verlangsamtem Tempo, weil du die Gefäße mit deinen Fermenten ja kühl und dunkel lagerst.
Psst: Auch Gurken kannst du so übrigens super lecker einlegen!
Warum Rote Bete fermentieren?
Vielleicht sollte die bessere Frage eher lauten: Warum nicht? Fermentieren ist schließlich ein Traum für unseren Gaumen und eine super Sache!
Denn fermentierte Rote Bete sind nicht nur lecker, sondern auch noch suuuper gesund! Schon unfermentiert wirken Rote Bete, wie alle Rüben, im Körper gegen Entzündungen. Sie sind ein geballtes Kraftpaket an Vitaminen, Nährstoffen, Ballaststoffen und wichtigen Mineralien wie Mangan und Kalium. Außerdem enthalten Rote Bete den Stoff Betanin (daher auch der lateinische Name Beta vulgaris), der unsere Zellen und Gefäße schützt.
Kaum vorstellbar, aber durch die Fermentation wird deine Rote Bete sogar noch gesünder! Durch die Arbeit der Milchsäurebakterien sind fermentierte Lebensmittel nämlich quasi vorverdaut und dadurch viel angenehmer für dein Verdauungssystem zu handhaben.
Mit meiner Vorliebe für Fermentiertes stehe ich nicht allein da. Gemüse wie Rote Bete fermentieren hat eine lange Tradition, und ist gleichzeitig eine sooo simple, geniale und leckere Art, Gemüse zu konservieren. Sogar der chinesische Philosoph Konfuzius hat sich als Ferment-Fan geoutet, als er über yan-tsai, das typische fermentierte Gemüse seiner Zeit, sagte: „Having yan-tsai, I can survive the winter.“ Und das schon vor Tausenden Jahren!
Gerade weil damals im Winter monatelang kein frisches Gemüse zur Verfügung stand, war die Fermentation als Technik einfach genial! Mit ihrer Hilfe konnten die Menschen ihr selbst angebautes Gemüse das ganze Jahr über auf den Teller bringen und so ihr Verlangen nach frischem Gemüse stillen. So mussten sie auch in der dunklen, kalten Jahreszeit nicht auf die lebenswichtigen Vitamine verzichten, die im Gemüse enthalten sind.
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Im Gegenteil: Beim Fermentieren vermehren sich die Vitamine sogar noch – denn durch sie kommunizieren die Mikroorganismen miteinander. Kaum zu glauben, aber wahr!
Also nichts wie los, lasst uns in die Fußstapfen von Konfuzius treten, Rote Bete fermentieren und so für echte Vitaminbomben im Winter sorgen! Vielleicht kennst du das Gefühl auch, gerade in der dunkelsten Jahreszeit das Bedürfnis nach etwas Erfrischendem zu haben – Fermentierte Rote Bete passt perfekt dazu. Sie weckt jede einzelne Körperzelle aus der Winterstarre. ;)
Auf den Geschmack gekommen: Variationen
Mein gaumenschmausigstes Rezept reicht dir noch nicht, weil die Rote Bete-Ernte üppiger ausgefallen ist als gedacht oder weil du so richtig auf den Geschmack von fermentierter Rote Bete gekommen bist? Zum Glück gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, um fermentierte Harmonien mit Wow-Effekt zu kredenzen.
Das Schöne am Fermentieren ist, dass ganz viel erlaubt ist! Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: Du kannst die wildesten Kombinationen fermentieren, die dir in den Sinn kommen.
Rote Bete + Meerrettich
Vielleicht kennst du aus dem Aufstrichregal die wunderbare Kombi aus Roter Bete und Meerrettich? Auch im Fermentierglas machen die beiden Gemüse eine tolle Figur zusammen.
Vermisch dafür einfach deine Rote Bete mit einer kleiner Menge Meerrettich – beides geraspelt wie im Rezept oben. Bei einem Kilo Rote Bete füge ich ungefähr 20 Gramm Meerrettich hinzu. Der schmeckt so intensiv, dass ich nicht besonders viel von ihm brauche, um dem Ferment einen scharfen Frische-Kick zu verleihen.
Rote Bete + Knoblauch & Petersilie
Tolle Kuppelpartner sind zum Beispiel auch frische Kräuter und Gewürze! Vielleicht magst du eine Portion Rote Bete mit Knoblauch und Petersilie fermentieren? Oder für noch mehr köstliche Schärfe Ingwer dazugeben? Und wie wär’s mit der Mischung aus Senfsamen, Koriander und Pfeffer?
Auch ein wilder Mix mit anderem Gemüse ist möglich: Vielleicht sind die Radieschen in deinem Garten in diesem Jahr besonders gut gewachsen und du hast mehr, als du frisch auffuttern kannst? Dann steck die kleinen Kugeln doch einfach mal mit Roter Bete in ein Fermentierglas und lass dich von dem Ergebnis überraschen! Meine Geschmacksnerven stehen auch total auf die Kombination aus Roter Bete und Kohl – yams!
Das Trio: Rote, Gelbe & Pinke Bete
Für einen regelrechten Regenbogen im Fermentierglas kannst du deine Rote Bete gemeinsam mit ihren Schwestern Pinke Bete und Gelbe Bete fermentieren! Die anderen Beten schmecken etwas milder als die klassischen roten Kugeln. Wenn dir Rote Bete also etwas zu intensiv schmeckt, dann probiere doch mal andere Vertreter aus der Beten-Familie!
Fermentierte Rote Bete ist dabei übrigens durchaus auch etwas für die Süßschnäbel – denn die roten Knollen bringen von Natur aus eine gewisse Süße mit sich. ;)
Doch du kannst nicht nur mit Geschmäckern herumexperimentieren. Auch in der Form steht dir die Welt der Vielfalt offen. Geraspelt, gewürfelt oder in Scheiben – alles ist möglich! Worauf du achten solltest, wenn du größere Gemüsestücke fermentierst, erfährst du in der Checkliste.
In meinem Kurs „Obst und Gemüse haltbar machen“ habe ich übrigens noch jede Menge leckerer Rezepte zum Fermentieren auf Lager. Außerdem schauen wir da nicht nur in den Gärtopf, sondern werfen auch einen ganz genauen Blick in den Einkochkessel und die Vorratskammer – denn die wollen wir in dem Kurs mit selbstgemachten Leckereien randvoll füllen!
Wozu passt fermentierte Rote Bete?
Gerade Scheiben fermentierter Roter Bete machen sich ganz ausgezeichnet auf frisch gebackenem Brot, zum Beispiel auf diesem superleckeren Sauerteigbrot.
Mit geraspelter fermentierter Rote Bete kannst du prima einen grünen Salat aufpeppen (der noch besser schmeckt, wenn du ihn im Freiluftsupermarkt hinter dem Haus besorgst). Ein Eichblattsalat, dazu etwas Rucola, ein paar Kapuzinerkressenblüten und fermentierte Rote Bete – mhhh… Sommer in der Salatschüssel!
Die fermentierte Rote Bete passt auch wunderbar in Gemüsepfannen und andere Gemüsegerichte. Oder wie wäre es mit einem Kräuterrisotto – geschmückt mit fermentierter Roter Bete? Du siehst, du hast die Qual der Wahl!
Also: Sauerkraut und Saure Gurken sind definitiv nicht das Ende der Fermentierfahnenstange! Auch Rote Bete fermentieren entführt dich in das Land der prickelnden Gemüse. Ein Hoch auf Milchsäurebakterien und die Vielfalt, die sie uns bieten!
Interessiert dich, was du sonst noch so fermentieren und haltbarmachen kannst? Dann lies hier weiter:
Na, hast du einen Kohlweißling in deinen Gemüsebeeten entdeckt? Der Anblick des cremefarbenen Falters ist hübsch, sollte aber deine Alarmglocken läuten lassen – denn deine Kohlgewächse stehen so weit oben auf der Liste seiner Leibgerichte, dass er ihnen sogar seinen Namen verdankt.
Aber keine Panik: es gibt einfache Maßnahmen, mit denen du dein Gemüse vor dem Kohlweißling in Sicherheit bringen kannst.
Ein unschuldiger Schmetterling als Schädling? Leider ja: Der Kohlweißling ist der wohl meist verfluchte und am liebsten gesehene Gartenbesucher zugleich. In ihm steckt nämlich auch eine Raupe Nimmersatt, die deine Kohlgewächse in Rekordgeschwindigkeit verschlingt, wenn du nicht aufpasst!
Man kann ihm aber kaum böse sein. Der Kohlweißling hat einfach einen exquisiten Geschmack, einen Sinn für gesunde Lebensmittel und ernährt sich eben genauso gerne von vitaminreichem Superfood wie wir.
Trotzdem möchten wir Rotkohl, Grünkohl und Co nicht unbedingt mit dem Falter teilen. Um dem Kohlweißling ein Schnippchen zu schlagen, lautet daher die Devise: Vorsicht ist besser als Nachsicht.
So denkt nämlich auch der Kohlweißling. Die Schmetterlinge suchen sich den Platz zum Eierlegen sehr vorausschauend aus. Der perfekte Kindergarten sollte dem Nachwuchs ein All-you-can-eat Büffet bieten, sodass die Raupen sich satt fressen und unbeschwert heranwachsen können. Und diesen Ort findet der Kohlweißling in unserem Kohlbeet.
Dort legt der Kohlweißling seine gelben Eier in Gelegen auf den Blättern ab. Wenn du einen cremefarbenen Falter von einer deiner Kohlpflanzen wegfliegen siehst, dann schau doch mal genau hin. Vielleicht entdeckst du ja kleine gelbe Schmetterlingseier auf oder unter einem Blatt. In dem Fall sammelst du sie am besten sofort ab.
Tipp #1: Kulturschutznetze im Kampf gegen den Kohlweißling verwenden
Damit die Eier gar nicht erst dort landen, musst du schneller sein als der Kohlweißling. Ohne deinen Kohl mit einem Kulturschutznetz* zu schützen, hast du da kaum eine Chance. Das Netz sollte am besten von klein auf über deinen Kohlpflanzen liegen. Denn auch wenn deine Kohlzöglinge noch zarte Pflänzchen sind, findet der Kohlweißling sie trotzdem schon seeehr attraktiv.
Ein feinmaschiges Netz* verhindert, dass der Kohlweißling mit deinen Pflanzen auf Tuchfühlung gehen kann. Der Falter wird sein Glück dann anderswo versuchen und deine Pflanzen können ungestört wachsen und landen irgendwann auf deinem Teller, statt die Mäuler der Raupen zu stopfen.
Es ist jedoch ein ständiges Duell: Schaffst du es, die Netze so zu befestigen, dass der Kohlweißling auch kein Loch zum Durchschlüpfen mehr findet, oder gewinnt der kleine Flattermann?
Auch mit Netz solltest du daher unbedingt regelmäßig kontrollieren, ob sich auch keine Raupen oder Schmetterlinge darunter gemogelt haben.
Tipp #2: Mischkultureffekte nutzen
Um deine Chancen auf raupenfreie Pflanzen zu erhöhen, kannst du Knollensellerie als Mischkulturpartner mit ins Kohlbeet pflanzen. Der Geruch von Sellerie verwirrt Kohlweißlinge nämlich und schreckt sie ab.
Einen ähnlichen Effekt haben Tomaten, Thymian, Pfefferminze und Salbei. Tomaten passen aber nicht so gut zum Kohl mit ins Beet: Sie wachsen einfach zu hoch für das Kulturschutznetz, das über deinen Kohlpflanzen ausgebreitet sein sollte.
Eine mit cleveren Mischkulturen gespickte Anbauplanung lohnt sich sooo sehr beim Management von Schädlingen wie dem Kohlweißling. Welche Gemüse sich gerne die Wurzeln reichen und welche eher nicht, kannst du von meiner Mischkulturtabelle ablesen – da siehst du auf einem Blick, welche Gemüse sich gerne miteinander verkuppeln lassen. ;)
Tipp #3: Verbündete im Kampf gegen den Kohlweißling suchen
Wie alle sogenannten Schädlinge haben Kohlweißlinge aber auch einen ökologischen Nutzen: Die Raupen sind nämlich ein wichtiges Futter für Vögel und Schlupfwespen. Diese Eigenschaft kannst du dir zu Nutze machen. Dafür lockst du die natürlichen Fraßfeinde der Raupen einfach in deinen Garten. Ein bisschen hinterhältig, aber völlig in Ordnung.
Wie das geht? Schlupfwespen freuen sich über schicke Insektenhotels und „wilde Ecken“ im Garten, in denen Totholz das ganze Jahr über liegen bleiben darf. Vögel kannst du mit einem passenden Futterangebot und gemütlichen Nistkästen willkommen heißen. Und schon hast du Verbündete im Kampf gegen den Kohlweißling!
Nützlinge zu fördern, ist übrigens nicht nur clever, sondern auch ein fester Bestandteil von Permakulturgärten. Wenn dich das neugierig macht, dann gibt’s hier mehr zu dem Thema.
Die Raupen des Kohlweißlings entlarven
Woher weißt du eigentlich, dass du es mit dem Kohlweißling zu tun hast? Tja… genau genommen haben wir es hier tatsächlich nicht nur mit einer, sondern gleich mit zwei Arten zu tun. Es gibt nämlich sowohl den Kleinen Kohlweißling als auch den Großen Kohlweißling.
Beide Schmetterlinge sehen sich zum Verwechseln ähnlich: Weißliche Flügel mit schwarzem Punkt und dunklen Flügelspitzen. Der Große Kohlweißling ist dabei ein bisschen gelblicher (und größer) als der Kleine Kohlweißling. Alles in allem ist er nicht besonders auffällig – halt der Klassiker unter den Schmetterlingen.
Eigentlich ist der Kohlweißling als Schmetterling selber überhaupt kein Problem. Viel problematischer sind die gefräßigen Schmetterlingskinder: die Raupen. In diesem Stadium erkennst du den Unterschied zwischen dem Großen Kohlweißling und dem Kleinen Kohlweißling deutlich.
Der Nachwuchs des Großen Kohlweißlings schlüpft als kleine gelbe Babyraupe mit schwarzem Kopf aus dem Ei. Sie wächst jedoch im Affenzahn (bis zu vier Zentimeter!) und verwandelt sich schnell in einen Raupen-Teenager im flotten gelb-schwarzen Leopardenkleid. Vielleicht hast du so einen schon mal in deinem Kohl entdeckt?
Mit großer Wahrscheinlichkeit ist dir der Nachwuchs des Kleinen Kohlweißlings schon mal über den Weg gelaufen… ähm gekrochen. Dieses Schmetterlingskind tarnt sich in einem zarten Kohlgrün und hat sich so perfekt an seine Umgebung angepasst. Mit ihren maximal zwei Zentimetern ist es gar nicht so leicht, die Übeltäter zu entdecken.
Schäden durch den Kohlweißling erkennen
Kohlweißlings-Raupen haben es auf so ziemlich alle Arten von Kreuzblütlern und Fuchsschwanzgewächsen abgesehen: Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi, Rotkohl, Weißkohl, Wirsing, Grünkohl, Palmkohl, Mangold, Spinat… Die Liste der Opfer ist lang.
Es sind vor allem die grünen Raupen des Kleinen Kohlweißlings, die eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Im Handumdrehen stehen nur noch traurige Pflanzengerippe im Kohlbeet, die Blätter sind komplett abgefressen.
Schmetterlinge im Bauch? Das kann mit den Raupen des Kohlweißlings im schlimmsten Fall tatsächlich passieren. Denn sie arbeiten sich bis ins innerste deiner Kohlköpfe vor und riskieren so, versehentlich auf deinem Teller zu landen. Das will ja nun wirklich niemand!
Und als ob die Fraßlöcher nicht genug wären – die Raupen hinterlassen auch ziemlich eindeutige kleine dunkelgrüne Kügelchen. Du kannst dir sicherlich denken, um was es sich dabei handelt. Immerhin kann diese Sch…weinerei ein Indiz dafür sein, mit wem du es hier zu tun hast. ;)
Die Raupen sind im Beet – was ist zu tun?
Du hast verloren … der Kohlweißling war dieses Mal wohl schneller! Aber keine Sorge, das ist gar nicht so dramatisch, wie es sich anhört.
Du kannst den Schaden nämlich noch begrenzen, indem du die Eier und Raupen regelmäßig absammelst. Schau aber wirklich ganz genau hin. Die Raupen des Kohlweißlings sind gut getarnt und verstecken sich oft an den Blattunterseiten.
Wenn du sie nicht an deine Hühner verfütterst, kannst du die Plagegeister auch umsiedeln. Dafür eignet sich zum Beispiel Kapuzinerkresse, die du vielleicht eher entbehren kannst als dein Gemüse. Dort fressen sich die Raupen dann dick und rund, verpuppen sich, und verwandeln sich irgendwann in wunderschöne Schmetterlinge.
Eine Möglichkeit, die Raupen wieder loszuwerden, ist der Einsatz von Schlupfwespen, die du im Fachhandel bekommst und in deinem Kohlbeet in die Freiheit entlässt. Sie werden sich über die Kohlweißlingsraupen hermachen.
Eine Alternative dazu ist das Bakterium Bacillus thuringiensis, das du ebenfalls im Fachhandel bekommst. Es ist ein biologisches Spritzmittel, das für den Ökolandbau zugelassen ist. Die Bakterien töten die Raupen, haben aber keine schädliche Wirkung für Menschen und Pflanzen.
Lass es aber am besten erst gar nicht so weit kommen. Der Einsatz von Kulturschutznetzen, cleveren Mischkulturen und ein gezieltes Fördern der natürlichen Gegenspieler des Kohlweißlings ist nicht nur schmetterlingsfreundlicher, sondern erspart dir auch jede Menge Zeit und Mühe. Lade dir gerne meine Mischkulturtabelle herunter, mit der kannst du dir die Planung sehr erleichtern.
Wenn es dir genau so geht wie dem Kohlweißling und Blumenkohl, Brokkoli und Co deine absoluten Lieblingsgemüse sind, dann solltest du unbedingt hier weiterlesen:
Hast du den Kleinen oder Großen Kohlweißling schon in deinem Garten entdeckt? Ich freue mich auf deinen Kommentar!
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