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Alte Apfelsorten bewahren

Alte Apfelsorten: Ein Kulturgut zum Wiederentdecken

Bist du auf der Suche nach alten Apfelsorten für deinen Garten? Oder hast du gar einen alten Apfelbaum draußen stehen und willst endlich wissen, wie die Sorte heißt? Dann lade ich dich hiermit ein in die Welt der Obstkundigen und Pomologen! Wir schauen uns die besten alten Apfelsorten an und ich berichte dir, was ein Pomologe alles draufhat! Los geht’s!

Inhaltsverzeichnis
Warum du unbedingt alte Apfelsorten pflanzen solltest!
Die 13 leckersten alten Apfelsorten für deinen Garten
Süß oder sauer: Vom „Berlepsch Apfel“ bis zum „Ontario Apfel“
# Reifeklasse
# Nutzungsform
Gesund, Gesünder – „Wellant Apfel“
Alte Apfelsorten bestimmen – die Welt der Pomologen

Warum du unbedingt alte Apfelsorten pflanzen solltest!

Moderne Apfelsorten findest du zuhauf im Supermarkt. Doch wenn du schon einmal in den Genuss von einer der vielfältigen alten Sorten gekommen bist, ist die Sortenentscheidung für den eigenen Apfelbaum im Garten eigentlich schon gefallen: Denn an den Geschmack kommen die süßen aber vergleichsweise faden Supermarktäpfel einfach nicht heran.

In alten Apfelsorten steckt ein vergessenes Potential, das darauf wartet, von dir entdeckt zu werden! Nicht nur der Geschmack überzeugt. Pflanzt du eine alte Apfelsorte, wächst ein Stück Kulturgeschichte ganz jung und robust aus deinem Gartenboden.

Erhaltung eines Kulturguts und von Biodiversität: Alte Apfelsorten waren einmal das Beste vom Besten. Doch wenn sie keiner mehr anbaut und wir sie nicht essen, sterben sie irgendwann aus. Und damit gehen die Eigenschaften dieser tollen Sorte unwiderruflich verloren. Zum Glück reicht in der Regel ein einziger Baum aus, um eine alte Apfelsorte zu bewahren. Doch am sichersten erhält sich eine Sorte, wenn viele Bäume über das ganze Land verteilt wachsen – vielleicht ja auch bald in deinem Garten!

Vielfalt an Geschmack, Nutzungen, Formen und Farben: Kommst du einmal in den Genuss der Vielfalt, besteht große Suchtgefahr. Deine Sinnesorgane bekommen nicht genug von süß säuerlichen Äpfeln wie dem „Berlepsch Apfel“ oder dem nussigen Aroma einer „Goldparmäne“. Du beißt in den Apfel und die Geschmacksknospen in deinem Mund explodieren förmlich. Möchtest du Äpfel lange lagern, brauchst du unbedingt einen „Onatrio“. Dieser Apfel hält sich im Keller sogar bis Mai und kommt nicht aus Neuseeland.

Robuste Sorte für die Bedingungen in deinem Garten: Auch hier ist die Vielfalt groß. Es gibt robuste Kerlchen wie den „Boskoop“, der Wind und Wetter mit Leichtigkeit trotzt. Und dann findest du auch ein paar Prinzessinnen und Prinzen unter den Apfelbaum Sorten – zum Beispiel den „Cox Orange“. Der braucht einen fruchtbaren, lockeren Boden an einem schönen Sonnenplätzchen. Du kannst dir ganz einfach eine Sorte aussuchen, die zu deinem Garten und deinen Wünsche passt.

Begibst du dich einmal auf die Suche, ist die Sortenauswahl bombastisch. Seit Jahrhunderten züchten Menschen Apfelbäume. Dementsprechend gibt es super viele Apfelbaum Sorten. Die Vielfalt entstand häufig in Klostergärten, Gutshöfen oder Baumschulen. Die ein oder andere Sorte ist aber auch aus einem Apfelgriebsch als Zufallssämling gewachsen. Daher erwartet dich im Fundus der alten Apfelsorten eine große Auswahl. Bist du kurz davor, einen Apfelbaum in die Erde zu bringen, schau dir gerne noch meine wichtigsten Tipps zum Pflanzen eines Apfelbaums an.

Damit es dir ein bisschen leichter fällt, zu entscheiden, welche alte Apfelsorte zu dir und deinem Garten passt, habe ich dir in diesem Artikel meine 13 liebsten alten Apfelsorten mit all ihren Eigenschaften in einer Tabelle zusammengefasst.

Du bist schon stolzer Besitzer oder stolze Besitzerin eines alten Apfelbäumchens? Dann kannst du auch gleich zum untersten Kapitel weiterscrollen.

Möchtest du in deinem Obstgarten auch gleich noch ein paar Gemüsebeete anlegen? Dann lass dich gerne von meinem Pflanzplan inspirieren!

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    Die 13 leckersten alten Apfelsorten für deinen Garten

    Fragst du dich, warum ich dir genau 13 alte Apfelsorten für deinen Garten empfehle? Ich bin ganz ehrlich, ich habe es einfach nicht geschafft, mich auf zehn Stück festzulegen. ;) Bei der Auswahl der besten alten Apfelsorten war mir eine Eigenschaft allerdings besonders wichtig – sie alle eignen sich sehr gut für Hausgärten!

    SorteAlterGeschmackVerwendungPflückreifeLagerdauerWuchs
    Alkmene Herbstapfel1930süßsäuerlich, aromatisch, saftigTafelapfelMitte Sept.Sept.-Nov.mittelstark, robust 
    Berlepsch Winterapfel1880süßsäuerich., aromatisch, sehr saftigTafelapfel, SüßmostMitte Okt.Dez.-Märzmittelstark, robust 
    Boskoop WInterapfel1856säuerlich, aromatischTafelapfel, WirtschaftsapfelMitte-Ende Okt.Dez.-Märzsehr stark, robust 
    Dülmener Rosenapfel Herbstapfel1870süßsäuerlich, aromatisch, saftigTafelapfelMitte Sept.Sept.-Nov.mittelstark, robust 
    Gewürzluiken Winterapfel1885süßsäuerlich, aromatischTafelapfel, WirtschaftsapfelMitte Okt.Nov.-Märzstark, wärmeliebend 
    Goldparmäne Winterapfel1510süßsäuerlich, nussaromatischTafelapfelEnde Sept.-Anfang Okt.Okt.-Jan.mittelstark 
    Gravensteiner Sommer-/ Herbstapfel1669süßsäuerlich, sehr aromatisch, sehr saftigTafelapfel, WirtschaftsapfelEnde Aug.-Anf. Sept.Aug.-Okt.sehr stark, robust 
    Holsteiner Cox Herbstapfel1918süß, edel-aromatisch, saftigTafelapfelMitte Okt.Okt.-Jan.stark, robust 
    Ontario Winterapfel1820säuerlich, saftigTafelapfel, WirtschaftsapfelEnde Okt.- Anf. Nov.Jan.-Maimittelstark, robust 
    Prinz Albrecht v. Preußen Herbstapfel1865süßsäuerlich, aromatisch, saftigTafelapfel, WirtschaftsapfelMitte-Ende Sept.Sept.-Nov.schwach, robust 
    Weißer Klarapfel Sommerapfel1852süßsäuerlich, aromatischWirtschaftsapfel, TafelapfelEnde Juli-Mitte Aug.Juli-Aug.mittelstark 
    Winter
    glockenapfel Winterapfel
    o.J.säuerlich, saftigTafelapfel, WirtschaftsapfelEnde Okt.Jan.-Aprilmittelstark, robust 
    Zuccalmaglio Renette Winterapfel1878süßsäuerlich, aromatisch, saftigTafelapfelEnde Okt.Nov.-Feb.schwach 

    Wenn der Baum viel Platz hat, um sich zu entfalten, empfehle ich dir eine starkwachsende Sorte wie „Boskoop“ oder „Gravensteiner“. Ist dein Garten eher klein und verwinkelt, nimmst du besser einen schwachwachsenden Baum wie den „Prinz Albrecht von Preußen“ oder die „Zuccalmaglio Renette“. Sonst platzt dir dein Garten noch aus allen Nähten ­– ähm Äpfeln. ;)

    Hast du gar eine Streuobstwiese, kannst du dir richtige Hochstämme holen und die Bäume richtig groß und alt werden lassen. Deine Enkelkinder freuen sich in ein paar Jahrzehnten bestimmt über die leckeren Äpfel!

    Psst: Eins ist für alle Apfelbäumen gleich – Sie wollen regelmäßig mit der Schere in Form gebracht werden, um dir zuverlässig und über Jahre hinweg eine üppige Ernte liefern zu können. In diesem Artikel findest du eine Schnittanleitung für deine Apfelbäume.

    Alte Apfelsorten für Kinder erhalten

    Süß oder sauer: Vom „Berlepsch Apfel“ bis zum „Ontario Apfel“

    Apfel ist nicht gleich Apfel! Gerade wenn du dich mit Obst selbstversorgen möchtest, besitzen die verschiedenen alten Apfelsorten ganz unterschiedliche Eigenschaften und Nutzungsmöglichkeiten. Bevor du dir blindlings Sorten für deinen Garten im Baummarktcenter kaufst, überlege dir am besten gründlich, was du von deinem Apfel genau erwartest. Mit diesen Wünschen kannst du dich wunderbar in einer Baumschule für alte Apfelsorten beraten lassen. Damit du rausfindest, was für eine Apfelsorte du möchtest, liste ich dir die wichtigsten Eigenschaften nochmal auf:

    #Reifeklassen

    Angelehnt an die Jahreszeit, in der die alten Apfelsorten genussreif sind, unterteilen sich die Sorten in Reifeklassen. Ein Sommerapfel schmeckt im Dezember beispielsweise nicht mehr besonders gut –­ wahrscheinlich ist er als Fallobst längst von den Regenwürmern vertilgt. Dagegen fängt der Winterapfel im Lager Richtung Weihnachten erst richtig an, abzureifen. Was ganz besonderes sind die knallroten Weihnachtsäpfel. Diese dienten früher zum Schmücken von Tannenbaum und Adventskranz: Die dunkelroten Früchte sehen einfach wunderschön aus.

    Sommerapfel: Ein Sommerapfel bringt die ersten frischen Äpfel bereits im Juli oder August – ein leckerer erster Apfelsnack der neuen Saison. Sobald sie reif sind, solltest du zuschlagen. Denn nach dem Sommer ist es auch mit diesen Äpfeln vorbei. Der bekannteste Sommerkandidat unter den alten Apfelsorten ist der „Weiße Klarapfel“.

    Herbstapfel: Zum Glück löst der Herbstapfel die Ernte aus dem goldenen August ab. Denn jetzt beginnt der wahre Gaumenschmaus, ein Apfel schmeckt besser als der andere. Hier haben die alten Apfelsorten viel zu bieten! Süße Apfelsorten wie den „Holsteiner Cox“ kannst du gleich verputzen. Eher säuerliche Äpfel wie der „Prinz Albrecht von Preußen“ machen sich gut im Apfelmus oder als Apfelringe.

    Für eine gewisse Zeit kannst du Herbstäpfel an einem kühlen Ort aufheben. Lange durchhalten tun sie im unverarbeiteten Zustand jedoch nicht.

    Alte Apfelsorten
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    Winterapfel: Die richtigen Lageräpfel sind die Winteräpfel. Manche von ihnen, wie der „Berlepsch Apfel“, entwickeln ihr volles Aroma sogar erst nach 4 Wochen Lagerung. Ach wäre das schön, wenn ich nur vom Rumliegen immer besser werden würde! ;)

    Für die richtigen Selbstversorger-Nerds ist der „Ontario“ der Apfelschatz der alten Apfelsorten. Sogar bis in den Frühsommer hinein hält sich der Apfel in einem guten Lagerkeller oder Erdkeller.

    Weihnachtsapfel: Unsere roten Christbaumkugeln waren ursprünglich mal alte Apfelsorten wie die „Rote Sternrenette“ oder der „Purpurroter Causinot“. Oh wie das duftet – und dazu brutzelt ein leckerer Bratapfel im Backofen. Das können rote Glaskugeln definitiv nicht! Ganz besonders macht sich am Weihnachtsbaum auch ein rotfleischiger Apfel, also ein Apfel mit rotem Fruchtfleisch. Ein Sortenbeispiel ist die alte russische Apfelsorte „Roter Mond“.

    #Nutzungsformen

    Holst du dir einen Apfelbaum, überlegst du vorher, wofür du die Äpfel verwenden möchtest. Magst du einfach nur im Herbst in einen Apfel reinbeißen oder willst du Kuchen backen und leckeren eigenen Apfelsaft herstellen? Zum Glück gibt es Kandidaten unter den alten Apfelsorten, die beides können, falls du einen Allrounder möchtest. ;) Fängst du gerade erst mit Einkochen und Co an, hol dir gerne meine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

    Dein eigenes Apfelmus einkochen ist ganz einfach

    Tafelapfel: Die Tafeläpfel sind die klassischen Leckerbissen – die Äpfel sind süß oder süß-säuerliche und ein wahrer Gaumenschmauß. In diesem Zusammenhang kommt das Wort „Tafel“ übrigens vom „fürstlich gedecktem Tisch“. Die aromatischen Köstlichkeiten freuen sich darauf, fürstlich von dir verspeist zu werden. Eine sehr alte Apfelsorte ist die „Goldparmäne“. Schon zu Zeiten Luthers kam sie in die Obstschale – unglaublich wie alt sie schon ist und uns immer noch erfreut unter den alten Apfelsorten.

    Wirtschaftsapfel: Kochst du gerne selbst Apfelmus und backst leckeren Apfelkuchen, brauchst du säuerliche Äpfel wie den „Gravensteiner“ oder einen „Boskoop“. Die süßen Apfelsorten allein bringen nämlich nicht das richtige Aroma. Das gleiche gilt für selbstgedörrte Apfelchips und eigenen Apfelsaft.

    Äpfel zum Verarbeiten heißen auch Wirtschaftsäpfel. Alte Apfelsorten können oft beides – lecker schmecken und verarbeitet werden! Verarbeitest du gerne auch anderes Obst, habe ich hier leckere Rezepte für Birnen und Pflaumen für dich.

    Mostapfel: Für die Saftherstellung gibt es die eigene Kategorie der Mostäpfel. Aber auch Wirtschaftsäpfel lassen sich zu einem guten Saft verarbeiten. Ein sortenreiner Saft aus der „Goldparmäne“ oder dem „Berlepsch“ sind was ganz Besonderes. Bei einer Mischung aus allerlei süßen Apfelsorten und säuerlichen Äpfeln machst du auf jeden Fall alles richtig. Eine Mischung alter Apfelsorten ist was ganz Feines!

    Gesund, Gesünder – „Wellant Apfel“

    Der „Wellant Apfel“ ist eigentlich gar keine alte Apfelsorte, sondern ein junger Hüpfer. So sieht er allerdings nicht aus, deswegen zählen ihn viele zu den alten Apfelsorten. Eine wichtige Eigenschaft hat er mit vielen alten Apfelsorten gemeinsam – Apfelallergiker*innen vertragen ihn viel besser als Supermarktäpfel. Viele moderne Sorten lösen bei einigen Menschen unangenehmes Kribbeln und Atemnot aus. Aber – oh Wunder, alte Sorten vertragen sie sehr gut. Psst, ich verrate dir, woran das liegt: Viele der alten Apfelsorten sind voller super gesunder Polyphenole – die, die freie Radikale fangen und noch vieles mehr.

    Einer dieser Phenole ist „Quercetin“. Es wirkt antioxidativ und beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einige Krebsarten vor. Auch im Rennen um andere gesunde Inhaltsstoffe gewinnen alte Apfelsorten wie „Berlepsch“ und Co. Der gute „Freiherr von Berlepsch“ enthält beispielsweise sehr viel Vitamin C als die typischen Supermarktsorten. Saure Äpfel wie „Boskoop“, „Gravensteiner“ und „Ontario“ bringen zusätzlich ganz viel Pektin in deinen Darm. Eine gute Nebenwirkung des Pektins ist, dass es Cholesterinwerte und Bluthochdruck senkt. So ist der „Ontario“ auch als Apfel für Diabetiker bekannt.

    An dem Sprichwort „An apple a day keeps the doctor away!” muss wohl was dran sein. ;)

    Alter Apfelbaum im eigenen Garten

    Alte Apfelsorten bestimmen – die Welt der Pomologen

    Nein, der Pomologe ist kein merkwürdiger Facharzt, sondern ein Obstkundler. Dieser schöne Name kommt von „Pomona“, der römischen Göttin der Gartenfrüchte. Die Welt der Apfelkundigen ist wahrlich märchenhaft. Vielleicht liegt das an den vielen alten Sortennamen oder an den naturverbundenen raritätensammelnden Menschen. Pomologen haben einiges drauf in puncto alte Apfelsorten. Mit nur ein paar Früchten eines Baumes können sie an Form, Farbe und Musterung die alten Apfelsorten bestimmen. Diese Apfelexperten triffst du im Pomologenverein oder auf einem Apfelfest.

    Möchtest du alte Apfelsorten bestimmen lassen, nimmst du einfach drei bis fünf Äpfel deines Baumes mit und evtl. noch einen kleinen Zweig mit einem Blättchen dran. Zeigst du dein Hab und Gut den Apfelexperten, können sie dir in wenigen Minuten sagen, ob du einen alten Klassiker, gar etwas Unbekanntes oder eine verschollene Sorte in deinem Garten stehen hast. Die Bewahrung deiner alten Apfelsorte ist gerettet.

    Neben dem Bestimmen von alten Apfelsorten legen Pomologen Sortengärten und Streubobstwiesen mit verschiedensten Apfelbaum Sorten an. Und der ein oder andere von ihnen geht auf die Suche nach verschollenen Obstsorten. Vielleicht wächst ja eine in deinem Garten!? ;)

    Möchtest du dich selbst auf die Suche nach deiner alten Apfelsorte begeben, findest du in den Obstsortendatenbanken Beschreibungen und Bildchen vieler alter Apfelsorten aufgelistet. Allein sich die vielen alten Zeichnungen der alten Apfelsorten anzuschauen, lohnt sich schon! ;)

    Und bist du überzeugt? Alte Apfelsorten sind einfach toll! Die besten unter ihnen sind robust, einfach nur lecker und zu allem bereit. Pflanzt du ein Bäumchen wie den „Berlepsch“ oder „Ontario“ in deinen Garten, bleibt ein wichtiges Kulturgut lebendig und für die Zukunft erhalten.

    Und nicht nur das, vernascht du eine alte Apfelsorte, tust du gleichzeitig etwas für deine Gesundheit. Die Polyphenole aus den Äpfeln freuen sich schon darauf, freie Radikale in deinem Körper zu fangen. Bist du ein richtiger Einkochsuchtie und Selbstversorger-Nerd, brauchst du unbedingt einen Apfelbaum in deinem Garten! Hast du schon einen und willst du wissen, wie dieser leckere Apfel heißt, begibst du dich am besten auf die Suche nach Pomologen. Mit einem Blick erkennen sie, welches Schätzchen du in deiner Hand hältst.

    Interessierst du dich auch für anderes Obst? Dann schau dir gerne diese Seiten an:

    Johannisbeeren richtig schneiden: rote, weiße, schwarze!

    Der komplette Kiwi-Guide: Kiwis pflanzen, anbauen und ernten

    Der komplette Erdbeer-Guide: Erdbeeren pflanzen, anbauen und ernten

    Und jetzt bist du dran! Welche alte Apfelsorten sind dir schon begegnet? Hast du gar eine alte Lieblingssorte? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

    Mexikanische Minigurke

    Einen Sichtschutz für deinen Balkon pflanzen: Super schöne und leckere Pflanzideen!

    Für ungestörte lauschige Stunden möchtest du einen Sichtschutz auf dem Balkon pflanzen? Dann bist du hier genau richtig! Meine absoluten Lieblings-Pflanzen dafür schirmen nicht nur zuverlässig neugierige Nachbarsblicke ab, sondern sorgen auch für super leckere Nasch-Gelegenheiten. Sichtschutzmatten und Vorhänge waren gestern, hier kommt mein super cooler lebendiger Balkon-Sichtschutz aus Pflanzen! :)

    Inhaltsverzeichnis
    Schlemmer-Sichtschutz oder grüner Dschungel: Hauptsache blickdicht!
    Maßgeschneidert: Übersichtstabelle Balkon Sichtschutz-Pflanzen
    Liebe auf den ersten Biss: Essbarer Pflanzen-Sichtschutz auf dem Balkon
    Magisch angezogen: Insektenfreundliche Balkon Sichtschutz-Pflanzen
    Das Gras wachsen hören: Schilf und Gräser als Wind- und Sichtschutz
    Harte Schale weicher Kern: Winterharte Sichtschutz-Pflanzen 
    Die Felle davonschwimmen sehen? Sichtschutz-Pflanzen richtig gießen
    Hinter die Kulissen geschaut: Balkon-Sichtschutz pflanzen – aber wie?

    Schlemmer-Sichtschutz oder grüner Dschungel: Hauptsache blickdicht!

    Auch wenn du deine Nachbarn richtig gerne magst, willst du bestimmt nicht ständig unter ihrer Beobachtung stehen. Ein bisschen Privatsphäre darf – finde ich – schon sein!

    Mit einem Balkon-Sichtschutz aus Pflanzen schaffst du dir eine super gemütliche und uneinsehbare Outdoor-Wellness-Oase. Aber wie findest du jetzt die passenden Kandidaten dafür?

    Bei der Auswahl musst du erstmal überlegen, was deine neuen grünen Freunde alles können sollen. Du machst quasi eine gedankliche Stellenausschreibung!

    • Eignen sich deine Kandidaten für den Anbau in Töpfen und Kästen?
    • Wieviel Platz brauchen sie jeweils – wie viele kannst du unterbringen?
    • Sind sie schnellwüchsig, damit du und dein Balkon möglichst bald keinen neugierigen Blicken mehr ausgesetzt seid?
    • Möchtest du nicht nur einen Sichtschutz auf dem Balkon pflanzen, sondern auch einen kleinen Naschgarten schaffen?
    • Wäre es super schön, sich den Duft von Kräutern oder Duft-Pflanzen um die Nase wehen zu lassen?
    • Legst du Wert auf eine wunderbare Blütenpracht, die auch Insekten als Nahrung dient?
    • Brauchst du einen Windschutz?
    • Sollen deine Pflanzen winterhart sein?

    Du hast nach dieser Fragerunde vielversprechende Anwärter gefunden? Glückwunsch, dann kannst du ja gleich in das nächste Gartencenter fahren und Pflanzen kaufen!

    Tomaten als Pflanzen-Sichtschutz auf dem Balkon

    Maßgeschneidert: Übersichtstabelle Balkon Sichtschutz-Pflanzen

    Du bist noch unsicher, welche Balkon-Sichtschutz-Pflanzen du nehmen sollst, weil es soo viele Möglichkeiten gibt? Du würdest gerne sowohl essbare Pflanzen als auch ein Blütenmeer haben, aber duftende Kräuter wären auch eine richtig coole Sache? Mit einer geschickten Pflanz-Kombination kannst du dir problemlos alle diese Wünsche erfüllen. Schau doch mal in meine Tabelle rein, da habe ich dir balkongeeignete Pflanzen mit ihren jeweiligen Skills aufgeschrieben.

    PflanzePlatzbedarfWuchsessbarinsektenfrdlWindschutzwinterhartduftend
    Cocktailtomaten10 – 20 Liter bis zu 4 Meterjajaneinneinnein
    Hänge-ErdbeerenBlumenampelbis zu 50 Zentimetern rankendjajaneinja mit Schutznein
    Hirschhornwegerich10 – 20 Liter20 – 30 Zentimeterjaneinneinja mit Schutznein
    Kräuter1 – 2 Liter je nach Sorte 20 bis 100 Zentimeterjajaneinteilweise mit Schutzja
    Lavendel1 – 2 Liter bis zu 50 Zentimeterjajajaja mit Schutzja
    Malabarspinat10 – 20 Literbis zu 10 Meterjajaneinneinnein
    Feuerbohne/Stangenbohne 10 – 20 LiterBis zu 3 Meterjajajaneinnein
    Mexikanische Minigurke20 Literbis zu 2 Meterjajaneinneinnein
    Blauraute10 Liter  bis zu 1 Meterneinjajaja mit Schutzja
    Prunkwinde10 Liter  bis zu 3 Meterneinjaneinneinnein
    Geißblatt20 – 30 Liter  bis zu 3 Meterneinjaneinjaja
    Schwarzäugige Susanne10 Literbis zu 1,50 Meterneinjaneinneinnein
    Flammengras10 Liter  bis zu 40 Zentimeterneinneinjaja mit Schutznein
    Chinaschilf kleinwüchsig20 – 30 Literbis zu 1,25 Meterneinneinjaja mit Schutznein

    Liebe auf den ersten Biss: Essbarer Pflanzen-Sichtschutz auf dem Balkon

    Wenn du gerne zwei Fliegen mit einer Klappe schlägst, wählst du als Balkon-Sichtschutz Pflanzen aus, von denen du eine leckere Ernte bekommst!

    Dazu brauchst du Gemüse und Kräuter, die sich für den Anbau in Kübeln und Kästen eignen und dir gleichzeitig auch Sichtschutz bieten können. Da dein leckerer Sichtschutz aber nicht super viel Platz für seine Wurzeln hat, solltest du die Pflanzen regelmäßig gießen und düngen, damit sie sich prächtig entwickeln und möglichst viele Früchte ansetzen.

    Auch durch regelmäßiges Ernten regst du deine neuen Freunde zu verstärktem Wachstum an. Aber ernten sollte ja kein Problem sein, oder? ;)

    Damit du alle deine Zöglinge rechtzeitig säst oder pflanzt, lade dir gerne meinen Aussaatkalender für den Balkon herunter. Damit siehst du immer auf einen Blick, welches Gemüse gerade ausgesät werden will, und kannst deinen Balkon ganz entspannt begrünen!

    Magisch angezogen: Insektenfreundliche Balkon-Sichtschutz Pflanzen

    Dein Balkon soll nicht nur für dich, sondern auch für Insekten zur Wohlfühlzone werden? Dann könntest du für deinen Balkon-Sichtschutz Pflanzen auswählen, die die kleinen nützlichen Tierchen zum Fressen gern haben!

    Grundsätzlich locken ungefüllte Blüten, duftende Blüten und möglichst viele verschiedene Pflanzen in den Balkonkästen die Insekten an. Wenn im Lauf der Saison immer wieder eine andere Blume oder ein anderes Kraut blüht, gewöhnen sich die wichtigen Gartenhelferlein an das dauerhafte Nahrungsangebot und besuchen dich regelmäßig.

    Das ist auch sehr praktisch, wenn deine Balkon-Pflanzen einmal unter ungebetenen Gästen leiden sollten – dann sind die passenden Fressfeinde schon da. Bei einer insektenfreundlichen Bepflanzung ist die Security nämlich inklusive! ;)

    Und du hast auch was davon: Gegen wunderbar blühende Pflanzen den ganzen Sommer lang ist schließlich nichts einzuwenden, oder?

    Falls du noch ein Plätzchen an einer geschützten Stelle frei hast: Das ist der ideale Ort für ein kleines Insektenhotel! Es ist sicherlich sehr begehrt, wo es doch ganz in der Nähe ein üppiges Nahrungsangebot gibt. Auf dem Immobilienmarkt würde man von einer guten Infrastruktur sprechen. ;)

    Lavendel als Pflanzen-Sichtschutz auf dem Balkon

    Das Gras wachsen hören: Schilf und Gräser als Wind- und Sichtschutz

    Auf deinem Balkon weht häufig ein frisches Lüftchen und du bist davon eher weniger begeistert? Dann kannst du als Sichtschutz Balkon-Pflanzen wählen, die dir den Wind aus den Segeln beziehungsweise vom Balkon nehmen!

    Chinaschilf und Gräser sorgen nämlich nicht nur für einen Schutz vor allzu viel nachbarlicher Neugier, sie schirmen dich auch von unangenehmer Zugluft ab. Wenn du im Gartenmarkt Gräser oder Schilf auswählst, achte darauf, dass sie mehr in die Breite als in die Höhe wachsen und insgesamt nicht zu hoch werden. Im Herbst schneidest du die alten Halme nicht ab, sondern bindest sie zusammen. Erst wenn die Temperaturen im Frühjahr wieder steigen, verpasst du deinem Windschutz einen Rückschnitt.

    Harte Schale weicher Kern: Winterharte Kübelpflanzen als Sichtschutz

    Winterharte Pflanzen für den Sichtschutz auf deinem Balkon haben den Vorteil, dass du einen Teil deiner Kästen und Töpfe nicht jedes Jahr neu bepflanzen musst. Aber auch wenn diese grünen Kerlchen furchtbar robust und unerschrocken tun, brauchen sie trotzdem unbedingt einen guten Schutz, bevor es richtig kalt wird. Ihr Wohnraum im Kübel oder Kasten ist nämlich naturgemäß viel eingeschränkter als im Gartenboden und die Erde friert deshalb schnell komplett durch. Trotz aller Winterhärte hält das kaum eine Pflanze aus. 

    Im Herbst mummelst du deshalb deine „harten Kerle“ in Wintervlies oder Sackleinen kuschlig ein und stellst die Töpfe auf Bretter oder Steine, um den direkten Bodenkontakt zu vermeiden. Wenn du dann noch daran denkst, sie hin und wieder zu gießen (aber wirklich nur hin und wieder, denn in der kalten Jahreszeit brauchen deine Pflanzen kaum Wasser), steht einer erfolgreichen Auswinterung nichts mehr entgegen!

    Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

    Die Felle davonschwimmen sehen? Sichtschutz-Pflanzen richtig gießen

    Und da kommen wir auch gleich zum nächsten wichtigen Punkt: Dem Gießen.

    Anders als im Garten bist du nämlich auf dem Balkon viel mehr gefordert, deine Pflanzen im Sommer regelmäßig zu gießen. Einerseits ist in den Töpfen nicht viel Raum und das Wasser verdunstet rasch: Deinem grünen Balkon-Sichtschutz hängt an heißen Tagen deshalb schnell die Zunge heraus und er lechzt nach Wasser.

    Andererseits brauchst du auf dem Balkon unbedingt Untersetzer, wenn du dich und deine Nachbarn nicht regelmäßig mit einer Springflut beglücken möchtest. Ein ständiges Fußbad nehmen dir die meisten Pflanzen aber wiederum so richtig übel!

    Deshalb musst du zwischen Austrocknung, Überschwemmung und Zeitaufwand jonglieren. Aber keine Sorge, ich habe ein paar Tipps für dich, wie du das ganz einfach hinkriegst und alle Gießkannen, äh Bälle in der Luft hältst! :)

    Als erstes lässt du die Erde in deinen Kästen oder Töpfen nicht einfach unbedeckt, sondern mulchst sie mit Laub, Holzhackschnitzeln oder Brennnesseln. Durch das Mulchen verdunstet das Wasser nicht so schnell und die Pflanzen können es gut aufnehmen.

    Pflanzen, die nicht so viele Nährstoffe mögen wie zum Beispiel Kräuter, mulchst du mit feinem Kies oder Tonscherben. Die speichern außerdem gleich noch die Wärme und helfen den Hungerkünstlern über kühle Nächte hinweg.

    Gieß ruhig durchdringend, wenn du gießt, damit deine Zöglinge das Wasser nicht nur an der Oberfläche aufnehmen, sondern auch lernen, ihre Wurzeln so tief wie möglich in die Erde zu strecken. 

    Hinter die Kulissen geschaut: Balkon-Sichtschutz pflanzen – aber wie?

    Pflanzen, die einen Sichtschutz auf deinem Balkon bieten sollen, kannst du nur in Kübeln und Kästen anbauen. Dabei solltest du auf ein paar Dinge achten:

    • Die meisten Pflanzen verübeln dir Staunässe, deshalb gibst du auf den Topfboden eine Drainageschicht aus Blähton. Wenn du magst, kannst du anschließend noch ein Gartenvlies einlegen, damit sich die Erde beim Gießen nicht zwischen die Tonkügelchen schummelt.
    • Verwende eine hochwertige Pflanzerde, die an die Bedürfnisse deiner Balkon-Pflanzen angepasst ist.
    • Als Gießrand sollten vom Mulch bis zum Topfrand mindestens zwei Zentimeter Platz bleiben.
    • Achte auf die Lichtverhältnisse auf deinem Balkon. Einige Pflanzen sind Sonnenanbeter, andere dagegen wollen lieber ein Schattendasein führen.
    • Sind deine neuen grünen Zöglinge Vielfraße oder handelt es sich um Spartaner? Je nachdem musst du sie gut düngen oder die Düngerflasche im Regal stehen lassen.
    • Das Volumen in den Töpfen ist begrenzt. Kontrolliere regelmäßig, ob es deinen Pflanzen zu eng wird in ihrem Zuhause. Spätestens wenn die Wurzeln unten aus dem Topf herauswachsen, wird es Zeit für ein größeres Gefäß!
    • Kübelpflanzen bieten dem Wind eine gute Angriffsfläche und fallen schnell um. Achte darauf, dass du alles gut befestigst. Du kannst deine Töpfe auch mit Steinen auf dem Mulch beschweren.

    Vergiss nicht, dir gleich noch meinen Aussaatkalender herunterzuladen, damit du keinen wichtigen Termin verpasst. Jetzt sollte einem üppig wuchernden Pflanzendschungel nichts mehr im Weg stehen! :)

    Ein Sichtschutz auf dem Balkon aus Pflanzen ist wunderschön anzusehen und schafft dir eine kleine grüne Oase, wo du ungestört entspannen und die Zeit vergessen kannst. Die verschiedenen Pflanzenarten bieten dir neben einem Sichtschutz auch eine leckere Ernte, Windschutz oder ein Insektenparadies. Am besten fängst du gleich an, deinen lebendigen Sichtschutz zu planen!

    Du findest den Anbau von Gemüse und Kräutern super spannend und möchtest noch mehr darüber erfahren? Dann lies gerne hier weiter:

    Gemüseanbau für Anfänger: In 9 Schritten zur dicken Ernte!

    Kräuter pflanzen: Der perfekte Standort mit dem 3-Zonen-Beet!

    Tomaten anbauen: Die 7 wichtigsten Tipps für eine große Ernte!

    Welche Pflanzen hast du für deinen Sichtschutz auf dem Balkon ausgesucht? Ich freue mich auf deine Kommentare!

    Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

    Regenwurm

    Der Regenwurm: Dein Freund und Helfer

    Regenwürmer sind allgegenwärtig, aber gleichzeitig irgendwie underrated. Das muss sich schleunigst ändern! Denn es gibt wohl kaum einen anderen Gartenbewohner, der so viel Großartiges leistet und dabei so gnadenlos unterschätzt wird wie der Regenwurm.

    Inhaltsverzeichnis
    Ein Boden ohne Regenwürmer?
    So kannst du den Regenwurm fördern
    Warum der Regenwurm dein wichtigster Mitarbeiter ist
    #1 Der Regenwurm als Bauarbeiter
    #2 Der Regenwurm als Statiker
    #3 Der Regenwurm als Abwasserexperte
    #4 Der Regenwurm als Müllabfuhr
    #5 Der Regenwurm als Lieferservice
    Fazit: Der Regenwurm ist immer der Gärtner
    Wer ist eigentlich DER Regenwurm?
    Hörst du die Regenwürmer husten?

    Ein Boden ohne Regenwürmer?

    Wie sähe unsere Welt ohne Regenwürmer aus? Das mag man sich gar nicht vorstellen. Denn die Tiere sind zwar klein und unscheinbar, leisten aber einen immensen Beitrag dazu, dass unsere Böden lebendig und fruchtbar bleiben.
     
    Denn Boden ist nicht nur bloß Fläche, auf der wir Gemüse anbauen können. Der Boden ist ein unglaublich wichtiger Lebensraum, in dem unzählige Tierarten in einer faszinierenden Wohngemeinschaft zusammenleben, sich gegenseitig ergänzen und unterstützen.

    Ohne die Bodentierchen und ihre Arbeit wäre Boden nur tote Substanz, die auch deine Pflanzen nicht lange versorgen könnte. Das machen erst die Bodenlebewesen möglich. Allen voran der Regenwurm.

    In einem Quadratmeter Boden können mehrere hundert Regenwürmer leben. Abgefahren, oder? Und da sich ein Regenwurm nie einen völlig kaputten Boden als Zuhause aussuchen würde, gilt: Ist der Wurm drin, dann hast du einen guten Boden. Je mehr Würmer, desto besser.

    Regenwürmer im Boden

    Leider sind Regenwürmer aber nicht mehr so häufig, wie sie mal waren. Weltweit gehen die Regenwurmpopulationen immer weiter zurück. Manche Regenwurmarten sind inzwischen selten geworden oder sogar vom Aussterben bedroht.

    Denn trotz all seiner guten Eigenschaften nimmt die Landwirtschaft kaum Rücksicht auf den armen Wurm. Beim Pflügen und Umgraben der Äcker werden nicht nur die Regenwurmgänge zerstört, viele Regenwürmer sterben auch direkt durch die rabiate Bodenbearbeitung.

    Der Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln hat ebenfalls einen großen Einfluss auf den Lebensraum der Regenwürmer – und nimmt die Tierchen ganz schön mit. Auch lange Dürreperioden, die immer häufiger werden, machen dem Regenwurm zu schaffen.

    Kurzum – er hat es nicht leicht! Ein bisschen Unterstützung kann der Regenwurm daher gut gebrauchen.

    So kannst du den Regenwurm fördern

    Deshalb solltest du deinen Garten unbedingt in ein Regenwurmparadies verwandeln! Die gute Nachricht ist: Es gibt einiges, was du tun kannst, um den Wurm bei dir willkommen zu heißen.

    Es ist wahrscheinlich selbstverständlich: Der Regenwurm fühlt sich besonders in Biogärten wohl. Also dort, wo keine Chemie eingesetzt wird. Im nächsten Schritt solltest du unbedingt aufs Umgraben verzichten. Das ist suuuuper wichtig! Der Frage, wie das Gärtnern ohne Umgraben gelingt und warum du dabei unbedingt Kompost verwenden solltest, habe ich in meinem Gemüsegarten-Starten-Onlinekurs sogar ein ganzes Modul gewidmet.

    Wer seine Regenwürmer liebt, der sorgt dafür, dass sie genug zu fressen haben. Deine kleinen Freunde brauchen nämlich richtig viele Pflanzenreste, um sich wohlzufühlen. Die solltest du ihnen unbedingt zur Verfügung stellen. Am unkompliziertesten ist es, wenn du alte Wurzeln, Pflanzenreste und abgefallene Blätter auf den Beeten lässt. Also einfach nicht so genau sein mit dem Aufräumen. ;)

    Ein weiteres Zauberwort ist mulchen. Damit ist das Abdecken des Bodens zwischen den Gemüsepflanzen gemeint. Das machst du am besten mit organischem Material wie Stroh, Grasschnitt oder Holzhackschnitzeln.

    Mit Stroh gemulchter Mangold

    Der Regenwurm hat durch den Mulch einen regelrechten Essensvorrat direkt über seinem Kopf. Das freut deinen Untermieter besonders! Im Winter hat so eine Mulchschicht noch dazu eine isolierende Wirkung. Dadurch haben es die Würmer, die sich bei Kälte in tiefere Bodenschichten zurückziehen, dort weiterhin muckelig warm.

    Ein Upgrade zum Mulch ist ein ganzjährig bewachsener Boden. Das erfordert eine gute Planung. Denn neue Jungpflanzen müssen schon bereitstehen, wenn du ein Gemüse abgeerntet hast, damit du die Lücken füllen kannst.

    Wenn das jetzt super kompliziert klingt, dann lade dir doch einfach meinen fertigen Pflanzplan herunter! Dazu musst du nur deine Emailadresse hier eintragen, und schon landet der Plan in deinem Postfach. Mach das am besten gleich, denn du weißt: Der frühe Vogel fängt den Wurm! ;)

    Warum der Regenwurm dein wichtigster Mitarbeiter ist

    Du wirst mit der Arbeit im Gemüsegarten immer alleine gelassen? Das glaube ich kaum. Es gibt da nämlich einen treuen Begleiter in deinen Beeten. Er ist immer da, arbeitet leise vor sich hin und nimmt dir ganz schön viel Arbeit ab.

    Regenwürmer sind Lieferservice, Bauarbeiter und Müllabfuhr in einem. Damit sind sie absolut systemrelevant für deinen Garten und sollten definitiv mehr Wertschätzung bekommen, findest du nicht?

    Schauen wir uns doch mal an, was sie alles Großartiges leisten…

    #1 Der Regenwurm als Bauarbeiter

    Wie es sich für einen regen Wurm gehört, sind viele Regenwürmer passionierte Tunnelgräber. Sie sind tagein, tagaus in der Erde unterwegs und hinterlassen ihre berühmten Regenwurmgänge. Je nachdem, mit welchem Wurm du es zu tun hast, können diese Gänge locker ein bis zwei Meter tief in die Erde reichen. Du siehst: Der Regenwurm ist kein oberflächliches Kerlchen, sondern hat richtig Tiefgang!

    Dabei schafft es der Regenwurm, den Boden schonend zu lockern und zu belüften. Er ist da einfach viiiiiel talentierter als wir mit unserer Grabegabel! Und deine Pflanzen finden das super, denn ein luftiger, lockerer Boden ist ideal für sie.

    Regenwurm im Gang

    Außerdem können deinen Pflanzen ihre Wurzeln dank der Regenwurmgänge easypeasy ganz weit ausstrecken. Denn wo ein Regenwurmgang ist, da ist auch ein Weg. Und wenn der schon da ist, können die Wurzeln mühelos auch in tiefere Bodenschichten gelangen.

    Die Regenwurmgänge sind tatsächlich regelrechte Luxussuiten für Pflanzenwurzeln. Geräumig, mit Frischluftzufuhr, immer fließend Wasser, und durch die Hinterlassenschaften der Regenwürmer sind die Innenwände mit Nährstoffen tapeziert. Na, wenn das kein Schlaraffenland ist!

    #2 Der Regenwurm als Statiker

    Wer selbst gärtnert, weiß: Ein poriger, feinkrümeliger Boden ist Gold wert. Den hinzubekommen, ist aber gar nicht so einfach. Zumindest für uns! Für einen Regenwurm ist das ein Klacks. Er schafft es nämlich, den Boden nicht nur zu lockern, sondern ihm auch richtig viel Stabilität zu verleihen. Sozusagen ein Multitalent bei der Bodenbearbeitung!
     
    Regenwurmgänge sind unglaublich stabil und geben deinem Boden Halt. Man kann sie sich in etwa vorstellen wie hohle Säulen im Boden.

    Gleichzeitig brechen Regenwürmer kompakte Klumpen mit ihren Gängen auch auf und machen dadurch verdichtete Böden überhaupt erst zugänglich.

    So verschaffen Regenwürmer dem Boden Stabilität und Struktur! Danke, lieber Regenwurm!

    #3 Der Regenwurm als Abwasserexperte

    Natürlich hat ein einzelner Regenwurm nur einen kleinen Einfluss auf deinen Boden. Aber dort, wo viele Regenwürmer leben, ist der Effekt ihrer Arbeit ganz schön beachtlich!

    Dann können Regenwürmer uns sogar vor Hochwasser beschützen! Die Regenwurmgänge dienen nämlich als Abwasserrohre, durch die Regenwasser ganz einfach und zügig in tiefere Bodenschichten abfließen kann.

    Gleichzeitig bilden sich so auch an der Bodenoberfläche weniger Pfützen, die die oberste Bodenschicht wegschwemmen könnten. Somit wird der Boden durch den Regenwurm auch vor Erosion geschützt. Das Tier kümmert sich halt um sein Zuhause!

    Durch dieses effektive Abwassersystem entsteht auch seltener Staunässe. Dafür bedanken sich deine Gemüsepflanzen. Die freuen sich übrigens auch darüber, dass das kühle Nass sich dank der Wasserleitungen gleichmäßig an ihren Wurzeln verteilt, sodass sie jederzeit nach Lust und Laune davon trinken können. Prost!

    Aber auch sonst spielen Regenwürmer eine enorm wichtige Rolle im Wasserhaushalt des Bodens. Durch die Bodenstruktur, die sie schaffen, verhält sich der Boden wie ein Schwamm. Heißt: Er speichert Wasser sehr zuverlässig und gibt es nach und nach an die Pflanzen ab. Für uns bedeutet das: Byebye Gießkanne! ;)

    #4 Der Regenwurm als Müllabfuhr

    Regenwürmer sind richtige Resteverwerter. Sie sind ganz schön bescheiden und ernähren sich ausschließlich von abgestorbenen Pflanzenteilen. So sorgen sie für Ordnung im Beet. Aber nur aufzuräumen, reicht dem Regenwurm nicht. Nein, ein wahrer Undercover-Held wie er recycelt natürlich!

    Was vorne rein kommt, kommt bekanntermaßen hinten auch wieder raus. Und das, was da hinten rauskommt, hat fünfmal mehr Stickstoff, siebenmal mehr Phosphor, und sogar elfmal mehr Kalium als das, was vorne reinkommt!!! Und Stickstoff, Kalium und Phosphor sind DIE drei Nährstoffe, die für deine Pflanzen absolut überlebenswichtig sind.

    Ich gebe zu, wo vorne und wo hinten ist, ist beim Regenwurm auf den ersten Blick nicht so leicht erkennbar. Aber Fakt ist: Der Regenwurm produziert einen Superdünger für deine Pflanzen!

    Den hast du bestimmt auch schon mal gesehen. Denn Regenwürmer sind stubenrein und erledigen gewisse Dinge draußen, also an der Bodenoberfläche. Dort finden sich dann kleine braune Häufchen, auch Wurmlosung genannt.

    Regenwurmlosung

    Stopp, nicht putzen! Die Regenwurmhaufen sind nämlich ein wahrer Grund zur Freude und dürfen gern in den Beeten und auf dem Rasen bleiben. Sie sind der Shit überhaupt!

    Nicht nur die Inhaltsstoffe sind vom Feinsten, auch die Struktur der Regenwurmlosung bessert deinen Boden auf. Die ist der von Tonpartikeln nämlich sehr ähnlich. Das heißt: Der Kot ist so aufgebaut, dass er eine große Oberfläche hat. Dadurch kann er Wasser und Nährstoffe speichern.

    Vielleicht denkst du dir jetzt: Naja, wie viel kann so ein Wurm denn fressen, dass das für den Boden tatsächlich eine Rolle spielt? Sehr gute Frage! 

    Da der Stoffwechsel der Würmer nicht sonderlich effektiv ist, müssen sie sich durch eine ganze Menge abgestorbener Blätter fressen. Jeden Tag produzieren sie so Superdünger von ungefähr der Hälfte ihres Körpergewichts.

    Ich habe mal nachgerechnet: Wenn in einem Quadratmeter Boden 100 Regenwürmer leben, die alle ungefähr 2 g wiegen, dann sind das 200 g Regenwurmgewicht in diesem kleinen Stückchen Boden. Zusammen produzieren diese 100 Würmer dann Tag für Tag 100 Gramm Regenwurmlosung. Das heißt: Alle 10 Tage entsteht so 1 Kilo fruchtbarster Pflanzendünger. 3 Kilo im Monat! Auf jedem Quadratmeter Boden!
     
    Und das ist eine seeeeehr konservative Schätzung. Denn auf einem Quadratmeter können bei guter Pflege weit mehr als 100 Regenwürmer leben! :O

    #5 Der Regenwurm als Lieferservice

    Aber damit nicht genug. Regenwürmer beliefern nämlich auch andere Bodenlebewesen mit Futter. Sie ziehen alte Blätter und tote Pflanzen mit in ihre Gänge, tief in die Unterwelt. Ein Regenwurm kann das Vielfache seines eigenen Körpergewichts bewegen, ein bisschen wie eine Ameise.

    Tief in den Regenwurmgängen macht es sich der Regenwurm dann gemütlich, frisst aber selten alles ratzeputz auf. Der ein oder andere Krümel bleibt immer für die Kollegen übrig, die dauerhaft dort unten leben, und bei denen frisches Futter rar und kostbar ist.

    Leerfahrten gibt es beim Regenwurm nicht. Auf seinem Rückweg zurück ans Licht hat er nämlich mineralisches Material im Gepäck. Das ist wiederum ein wahrer Segen für die Pflanzen, deren Wurzeln nicht bis zu den tieferliegenden Nährstoffen reichen. Eine echte Win-Win-Situation!

    Fazit: Der Regenwurm ist immer der Gärtner

    Der Regenwurm kümmert sich also sehr zuverlässig darum, dass dein Boden fruchtbar bleibt und deinen Gemüsepflanzen ideale Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum bietet. Er wandelt Pflanzenreste in Nährstoffe um und sorgt dafür, dass diese im Boden bleiben und den Pflanzen zur Verfügung stehen. Außerdem regelt er Struktur, Luft- und Wasserhaushalt des Bodens.

    Man hat mehrfach versucht, die Arbeit der Regenwürmer in wirtschaftlichem Wert auszudrücken. So ganz geht das natürlich nicht auf, und der Regenwurm interessiert sich wahrscheinlich auch nicht die Bohne für Geld.

    Aber spannend ist es trotzdem. Denn es zeigt, was der Regenwurm Unfassbares leistet. Manche Schätzungen gehen davon aus, dass die Regenwürmer jährlich auf den landwirtschaftlichen Flächen weltweit, also allein auf Äckern und Wiesen, Arbeit im Wert von 250 Milliarden Euro leisten. Eine Viertel Billion Euro! Solche Zahlen kann man sich kaum vorstellen…

    Aber zurück in den Garten…

    Denn hier spielt der Regenwurm nicht zuletzt auch eine wichtige Rolle in der Nahrungskette. In der findet sich der Resteverwerter ganz weit unten wieder. Das macht ihn aber umso wichtiger! Auf Tieren wie ihm baut nämlich das ganze Ökosystem auf.

    Zahlreiche größere Tiere ernähren sich von dem kleinen Kerl. Neben Hühnern, zu deren Leibspeise der Regenwurm gehört, ist er auch für viele wilde Vögel, Maulwürfe und Igel eine wichtige Nahrungsquelle.

    Junge Amsel frisst einen Regenwurm

    Und viele von denen sind bei uns im Garten herzlich willkommen. Denn sie helfen mit, Schädlinge wie den Kohlweißling oder Schnecken in Schach zu halten. Du siehst: Wenn du dem Regenwurm ein einladendes Zuhause bietest, hat das unglaublich viele positive Auswirkungen auf deinen Garten!

    Wer ist eigentlich DER Regenwurm?

    Den Regenwurm gibt es übrigens gar nicht. Weltweit gibt es ungefähr 3000 verschiedene Arten, in Deutschland leben circa 40 davon. Besonders der Tauwurm, auch Lumbricus terrestris genannt, kommt bei uns häufig vor.

    Man kann die verschiedenen Regenwurmarten grob in drei Kategorien einteilen, und zwar je nachdem, wo sie im Boden leben: Es gibt tiefgrabende Regenwürmer, flachgrabende Regenwürmer und Streubewohner, die in der obersten Schicht bleiben.

    Sie alle sind nachtaktiv, blind, taub und können bis zu sechs Jahren alt werden. Da sie Zwitter sind, müssen sich nur zwei beliebige Regenwürmer treffen, damit beide danach Eier legen und Nachwuchs produzieren können.
     
    Praktisch, oder? So haben sie jedes Jahr die Chance auf viiiele Nachkommen. Umso besser, denn wir möchten am liebsten eine Regenwurm-Großfamilie bei uns im Garten wohnen haben!

    Hörst du die Regenwürmer husten?
     
    Hier kommt noch ein kleines Ratespiel für dich: Drei Behauptungen, zwei davon sind falsch, eine ist wahr. Errätst du, welche stimmt?

    „Aus einem Regenwurm kann man ganz einfach zwei machen, wenn man ihn in der Mitte teilt.“

    „Regenwürmer lieben Wasser, deshalb kommen sie bei Regen alle aus der Erde gekrochen.“

    „Jeder Regenwurm hat eine feste Wohnröhre, in der er lebt.“

    Und? Worauf tippst du? Die Auflösung folgt…

    Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

    „Aus einem Regenwurm kann man ganz einfach zwei machen, wenn man ihn in der Mitte teilt.“

    Mit diesem Mythos müssen wir an dieser Stelle unbedingt aufräumen. Der ist nämlich ganz klar falsch. Mit etwas Glück kann nach einer Teilung ein Teil weiterleben. Aber auch nur der vordere Teil. Denn so faszinierend ein Regenwurm auch ist, einen Mund kann das hintere Teil nicht ausbilden und stirbt daher bald nach der Trennung.

    Regenwürmer lieben Wasser, deshalb kommen sie bei Regen alle aus der Erde gekrochen.

    Auch falsch. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Bei Regen läuft das Zuhause der Regenwürmer voll mit Wasser, und die Tiere kommen an die Oberfläche, um nicht zu ertrinken.

     „Jeder Regenwurm hat eine feste Wohnröhre, in der er lebt.“

    Jaaa, du hast richtig getippt! Jeder Regenwurm hat tatsächlich ein festes Zuhause. Ist das nicht wundervoll? Umso wichtiger ist es, dass wir dafür sorgen, dass er in seinem Heim bleiben kann und nicht ständig umziehen muss.

    Ach ja, Regenwürmer sind schon toll. Sie sind einfach unfassbar nützliche Tierchen! Und ohne sie wären wir beim Gemüseanbau sowas von aufgeschmissen. Also lasst uns rausgehen, eine dicke Mulchschicht verteilen und den Regenwurm mal so richtig feiern. Das hat er sich wahrlich verdient!

    Was du neben einer ausgeklügelten Anbauplanung noch so tun kannst, um die Biodiversität in deinem Garten zu fördern, das erfährst du hier:

    So förderst du dein Bodenleben im Biogarten

     So geht Permakultur: Schaff dir ein kleines Paradies!

     So funktioniert Mulchen! Schritt für Schritt zum Mulchbeet

    Wie sieht’s aus im Regenwurmparadies? Hast du deinen Boden schon mal genauer unter die Lupe genommen? Schreib mir gern in den Kommentaren, wie viele Regenwürmer du gefunden hast!

    Trauermücken bekämpfen: Trauermücke

    Trauermücken bekämpfen – 11 ultimativ wirksame Hausmittel!

    Was du beim Trauermücken bekämpfen beachten solltest und wie du deine zarten Zöglinge vor ihnen beschützt, zeige ich dir in diesem Artikel. Trauermücken können nämlich eine echte Plage sein und deinen Jungpflanzen ziemlich zusetzen!

    Inhaltsverzeichnis
    Steckbrief Trauermücke: Wie sehen Trauermücken eigentlich aus? 
    Trauermücken bekämpfen: 11 ultimativ wirksame Hausmittel!
    Schadensgutachten: Wie beeinträchtigen Trauermücken meine Pflanzen? 
    Leitgedanke: Trauermücken vorbeugen statt Trauermücken bekämpfen

    Steckbrief Trauermücke: Wie sehen Trauermücken eigentlich aus?

    Ob eine Trauermücke nun vor allem traurig oder lustig ist, hat die Forschung bisher noch nicht geklärt. ;) Ihren Namen hat sie, weil sie einen schwarzen schmalen Körper hat und damit scheinbar „Trauer trägt“.

    Bei den Insekten handelt es sich um Fliegen von bis zu sieben Millimetern Größe, die lange Fühler, lange Beine und große Flügel haben. Feuchte Erde zieht sie magisch an – Obst und Essensreste interessieren sie dagegen nicht die Bohne. ;)

    Psst: Dadurch unterscheiden sich Trauermücken übrigens von den Fruchtfliegen. Das solltest du beim Trauermücken bekämpfen immer im Hinterkopf behalten, damit du am Ende nicht Hausmittel gegen Fruchtfliegen für Trauermücken verwendest und umgekehrt. :)

    Trauermücken leben nur wenige Tage, die Weibchen legen in dieser kurzen Zeit aber bis zu 200 Eier in die Erde. Die Larven der Trauermücke haben einen schwarzen Kopf und einen weißen Körper, der ungefähr fünf Millimeter lang ist. In der Regel siehst du nichts von ihnen, weil sie unter der Erde leben.

    Die schwarzen Fliegen haben in der Natur eine wichtige Aufgabe: Sie zersetzen nämlich organisches Material und tragen zur Humusbildung bei.

    Wenn du aber deine zarten Jungpflanzen gießt und dabei viele kleine schwarze Punkte aufsteigen, die um dich und deine Zöglinge herumschwirren, hält sich die Begeisterung für Trauermücken schwer in Grenzen, oder? In diesem Fall ist Trauermücken bekämpfen angesagt! ;)

    Übrigens: Sollten die aufsteigenden kleinen Punkte weiß und nicht schwarz sein, handelt es sich um die Weiße Fliege, die sich in deinen Gemüsepflänzchen eingenistet hat.

    Trauermücken bekämpfen: Larven Trauermücke

    Trauermücken bekämpfen: 11 ultimativ wirksame Hausmittel!

    Trauermücken bekämpfen kannst du mit verschiedenen Methoden – wähl dir diejenigen aus, die für dich am besten passen. Damit du auf einen Blick sehen kannst, was du wie mit welcher Wirkung tun kannst, habe ich eine Tabelle für dich gemacht. :)

    HausmittelSo geht´sWirkung
    Kompost oder Erde sterilisierenfeuchte Erde 30 Minuten auf 150° Celsius erhitzen oder bei 600 Watt für zehn MinutenEier und Larven in der Erde sterben ab
    vorübergehend nicht mehr gießenErdballen abtrocknen lassen Achtung: Die Pflanze soll nicht verdursten!Eier und Larven vertrocknen
    BackpulverBackpulver auf die Erde streuen und mit Wasser ansprühenDie Larven nehmen das Backpulver auf und sterben ab
    KaffeesatzKaffeesatz auf der Erde verteilen und nur von unten gießenDen Kaffeesatz vertragen die Larven nicht und sterben ab. Die Fliegen mögen den Geruch nicht und legen keine Eier ab
    SandSand einen Zentimeter dick auf der Erde verteilen und nur von unten gießenDie Fliegen können keine Eier mehr in die Erde legen
    PetersiliePetersilie kleinschneiden und auf der Erde verteilenDen Geruch von Petersilie mögen die Fliegen nicht und legen keine Eier mehr ab
    NeemölNeemöl nach Packungsanweisung mit dem Gießwasser verdünnen und damit gießenLarven sterben ab
    SF-NematodenDas Pulver in lauwarmem Wasser auflösen und damit gießenLarven sterben ab
    RaubmilbenGranulat mit Hypoaspis aculeifer– / Hypoaspis milesRaubmilben auf die Erde streuenLarven sterben ab
    Bakterium Bacillus thuringiensis Bakterium nach Anweisung mit dem Gießwasser vermischen und damit gießenLarven sterben ab
    fleischfressende PflanzenFettkraut (Pinguicula vulgaris) zu den betroffenen Pflanzen stellenAuf den klebrigen Blättern bleiben die Fliegen haften

    Du siehst – es gibt einige Möglichkeiten zum Trauermücken bekämpfen! Am besten kombinierst du ein paar davon, damit du gegen alle drei Fliegen-Stadien gleichzeitig vorgehst. Dann kannst du schnell die Trauermücken loswerden.

    Bei der Jungpflanzenanzucht stressen dich neben Trauermücken auch die vielen verschiedenen Termine, die du im Blick behalten musst, um eine kontinuierliche Ernte einzufahren? Dann hab ich die super Lösung für dieses Problem: Meinen Aussaatkalender!

    Darin habe ich dir alle Termine zum Säen und Pflanzen und zur gestaffelten Aussaat fix und fertig ausgeknobelt – du musst nur noch in den Garten gehen und loslegen! :)

    Lad ihn dir hier gerne herunter:

    Schadensgutachten: Wie beeinträchtigen Trauermücken meine Pflanzen?

    Die ausgewachsenen Fliegen und auch die Eier sind für deine Pflanzen völlig unschädlich. Die eigentlichen Übeltäter sind die Larven der Trauermücke! Sie ernähren sich von organischem Material und sind nicht wählerisch, ob es sich dabei um abgestorbene Pflanzenreste oder die zarten Wurzeln deiner Jungpflanzen handelt. 

    Auch ältere Pflanzen können sie durch den Wurzelfraß schwächen und ihnen ganz schön zusetzen. Die verletzten Wurzeln bieten Viren und Pilzen zudem eine gute Angriffsfläche, sodass es für deine grünen Freunde immer schwieriger wird, sich dagegen zu behaupten. Am besten wartest du nicht lange mit dem Trauermücken bekämpfen, sondern unternimmst so bald wie möglich etwas gegen die kleinen Plagegeister.

    Kennst du den Spruch „Flöhe und Läuse gleichzeitig haben“?

    Wenn sich Trauermücken über deine Pflänzchen hermachen, sind die weißen hüpfenden Springschwänze nämlich oft nicht weit entfernt. Diese Tierchen ernähren sich zwar wirklich ausschließlich von abgestorbenen Pflanzenresten und sind daher völlig harmlos. Trotzdem ist es unangenehm, wenn es rund um die Töpfe nur so hüpft und fliegt.

    In meinem Kurs „Gemüsegarten starten“ zeige ich dir noch viele weitere Techniken und Tricks, wie du Gemüse ganz mühelos anbaust, gegen Schädlinge und Krankheiten verteidigst und eine richtig dicke Ernte einfährst. Vielleicht hast du ja auch Lust, ein Mitglied unserer wunderbaren Gartencrew zu werden! :)

    Springschwänze kannst du ganz einfach loswerden, indem du deine Pflanze bis zur Erdoberfläche ins Wasser stellst. Dann kannst du die kleinen Hopser problemlos abschöpfen. Lass anschließend aber alles einige Tage gut abtrocknen, sonst bietest du nach dieser Kur den Trauermücken ideale Lebensbedingungen. ;)

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    Leitgedanke: Trauermücken vorbeugen statt Trauermücken bekämpfen

    Damit sich die Trauermücken gar nicht erst in deinen Töpfen breit machen, kannst du verschiedene Dinge tun, um einem Befall vorzubeugen:

    • Hochwertige Erde kaufen oder Erde sterilisieren
      Günstige Erde enthält häufig schon Trauermücken-Larven. Wenn du Erde oder Kompost kaufst, sterilisierst du deshalb am besten die Menge, die du für deine Jungpflanzen-Anzucht brauchst. So kannst du sicher sein, dass darin nichts mehr lebt, was unerwünscht ist. ;)
    Trauermücken bekämpfen: Tomatenjungpflanzen
    • Die richtige Gießtechnik
      Auch wenn die zarten Jungpflanzen dein Augapfel sind: Übertreib es nicht mit dem Gießen! Ständig feuchte Erde oder ein langanhaltendes Pflanzen-Fußbad sind quasi eine goldgeprägte Einladungskarte für die Trauermücken.

      Außerdem lernen deine grünen Freunde auf diese Weise nicht, ihre Wurzeln tief nach unten zu strecken, um sich Wasser und Nahrung von dort zu holen. Sie wurzeln nur oberflächlich und sind auf häufiges Gießen angewiesen – die ständig feuchte Erdoberfläche lockt dann wieder die Trauermücken an.
      Du tust ihnen (und dir) also keinen Gefallen mit übermäßigem Gießen!

      Besser ist es, du gießt ausschließlich von unten und lässt die Erdoberfläche möglichst trocken. Überschüssiges Wasser, das nach einer halben Stunde noch immer im Untersetzer steht, gießt du weg. So hast du gute Chancen, keine Trauermücken bekämpfen zu müssen!
    • Frisch gekauften Jungpflanzen verpasst du einen kleinen Quarantäne-Aufenthalt, bevor sie in den Anzucht-Kindergarten kommen dürfen. So sorgst du dafür, dass eventuell eingeschleppte Trauermücken sich nicht über deinen gesamten Bestand hermachen.
    • Gebrauchte Töpfe schrubbst du gründlich ab, bevor du sie wieder verwendest. Die Larven setzen sich nämlich gerne daran fest und warten nur darauf, sich auf den neuen Bewohner zu stürzen! 

    Zum Trauermücken bekämpfen hast du verschiedenen Möglichkeiten, die besonders wirkungsvoll sind, wenn du sie miteinander kombinierst. Auch wenn die Tierchen im Gemüseanbau wirklich lästig sind, solltest du aber auf keinen Fall die chemische Keule herausholen, sondern dir mit Hausmitteln helfen. 

    Und vergiss nicht, dir meinen Aussaatkalender herunterzuladen, bevor du mit der Jungpflanzen-Anzucht beginnst, damit du alle Termine im Blick hast!

    Neben dem Trauermücken bekämpfen hast du auch noch andere Schädlinge zu vertreiben? Dann lies gerne hier weiter:

    Die 4 wirksamsten Tipps gegen Blattläuse – ohne Chemiekeule!

    Erdflöhe natürlich bekämpfen: 5 wirksame Methoden

    Schildläuse bekämpfen – so wirst du sie mit einfachen Hausmitteln los!

    Welche Tipps hast du zum Trauermücken bekämpfen? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

    Kapuzinerkresse mit Blüte

    Kapuzinerkresse: Anbau, Ernte und Verwendung – so geht’s!

    Kapuzinerkresse ist DIE essbare Blume schlechthin! Aber die rankende Pflanze kann noch viiiiel mehr, als schmackhafte Blüten zu liefern! Na, ist sie auch bei dir bereits ein absolutes Muss in der alljährlichen Beetplanung?

    Inhaltsverzeichnis
    Darf ich vorstellen? Die Kapuzinerkresse!
    Kapuzinerkresse säen und pflanzen
    Kapuzinerkresse pflegen und verwöhnen
    Kapuzinerkresse auf dem Balkon anbauen
    5 Gründe, warum wir Kapuzinerkresse einfach lieben
    #1: Zu schön, um wahr zu sein
    #2: Essbare Blüten und Blätter
    #3: Kapuzinerkresse als Pfeffer- und Kapernersatz
    #4: Clever: Kapuzinerkresse als Ablenkungsmanöver
    #5: Kapuzinerkresse als Heilpflanze

    Darf ich vorstellen? Die Kapuzinerkresse!

    Wenn wir von Kapuzinerkresse reden, meinen wir normalerweise Tropaeolum Majus, die Große Kapuzinerkresse. Es gibt tatsächlich noch ein paar andere Kapuzinerkressen, die in Europa aber kaum angebaut werden und daher bei uns auch nicht wirklich bekannt sind.

    So richtig heimisch ist die Große Kapuzinerkresse in unseren Gärten aber auch nicht. Sie kommt nämlich ursprünglich aus Südamerika und kam erst vor ein paar hundert Jahren über den großen Teich zu uns herüber geschwappt.

    In ihrer warmen Heimat ist die Kapuzinerkresse mehrjährig und kennt kein kühles Wetter. Sie hat sich jedoch nie an die kalten Winter bei uns gewöhnt, sondern ist immer noch eine echte Frostbeule. Deshalb können wir sie in unseren Breiten nur einjährig anbauen.
     
    Das ist aber gar nicht schlimm, denn die Kapuzinerkresse wächst rasch und produziert auch innerhalb eines Sommers jede Menge Blätter, Blüten und Samen.

    Bevor wir jetzt aber so richtig in Anbau, Pflege und Nutzung der Pflanze einsteigen, müssen wir unbedingt eines klären: Woher zum Kuckuck hat die Kapuzinerkresse ihren verrückten Namen???

    Wer auch immer der Pflanze ihren deutschen Namen gegeben hat, war von ihrer Blüte inspiriert. Die ähnelt (mit viiiiel Fantasie) den Kapuzen von Kutten der Kapuzinermönche.
     
    Fun Fact: Auch Cappuccino hat seinen Namen von den Kapuzinerkapuzen. Das italienische Wort steht für ‚Kapüzchen‘ – heißt also so viel wie ‚kleine Kapuze‘. Namensgebend war hier die Milchschaumhaube auf dem Kaffee. Ob die wiederum den bunten Blüten der Kapuzinerkresse so ähnlich sieht? Ich weiß ja nicht… ;)

    Kapuzinerkresse säen und pflanzen

    Wenn du dir fest vorgenommen hast, in der nächsten Gartensaison Kapuzinerkresse anzupflanzen, dann solltest du dir unbedingt frühzeitig die perfekten Aussaatzeitpunkte notieren, damit du dann pünktlich dran bist und deine Pflanzen die gesamte Vegetationsperiode ausnutzen können.

    Das geht ganz wunderbar in meinem Aussaatkalender, den du dir hier als PDF herunterladen kannst. Im Kalender findest du auch ganz viele Aussaattermine für alle meine Lieblingsgemüse, falls du da noch ein bisschen Inspiration brauchst! :)

    Bereits im März kannst du damit anfangen, Kapuzinerkresse im Haus vorzuziehen. Dabei solltest du beachten, dass Kapuzinerkresse ein sogenannter Dunkelkeimer ist. Das heißt, dass sie erst keimt, wenn sie kein Licht mehr abbekommt.

    Dafür müssen die Samen ordentlich mit Erde bedeckt sein. Drück sie am besten ein bis zwei Zentimeter tief in dein Anzuchttöpfchen. Zum Keimen schön warm und feucht halten. Sobald die Pflänzchen ihren Kopf aus der Erde strecken, etwas kühler stellen. So sollte das auf jeden Fall funktionieren! :)

    Deine Schätzchen müssen es dann bis Mitte Mai im Haus aushalten. Denn Frost mögen sie ja nicht, und auch Anfang Mai kann es nachts draußen noch Minustemperaturen geben.
    Da fühle ich mit den kleinen Frostbeulen. Wer verbringt die Nacht schon gerne im Freien, wenn es eisig kalt ist? Brrrr!

    Mitte Mai kannst du sie dann in die weite Welt entlassen und auspflanzen. Sie sollten jetzt schon den Kinderschuhen entwachsen sein: Kräftig und gewappnet für ein Leben da draußen!

    Kapuzinerkresse Jungpflanzen Anzucht

    Kapuzinerkresse wächst am liebsten in mäßig fruchtbaren bis nährstoffreichen Böden. Dazu mag sie viiiiiel Sonnenschein, aber auch im Halbschatten gedeiht sie, wenn es sein muss.

    Ab Mai kannst du Kapuzinerkresse auch direkt im Beet aussäen. Auch hier wieder daran denken: Ordentlich mit Erde zudecken und schön anfeuchten, damit die Samen zum Leben erwachen.

    Im Haus vorgezogene Pflanzen werden zu dem Zeitpunkt natürlich schon einen ordentlichen Wachstumsvorsprung haben. Da kannst du dann schon früher mit den herrlichen Blüten rechnen. Du siehst, Vorziehen lohnt sich!

    Kapuzinerkresse pflegen und verwöhnen

    Einmal an den richtigen Standort gepflanzt, kann gar nicht mehr viel schief gehen und dir ist eine dicke Ernte fast schon sicher.

    Kapuzinerkresse ist sehr eifrig in ihrer Blattproduktion. Manchmal sogar ein bisschen übereifrig, was dann auf Kosten der Blüten geht. Denn wenn die Pflanze so darauf konzentriert ist, immer neue Ranken und Blätter zu bilden, vergisst sie darüber schnell, auch Blüten zu formen. Dafür ist dann einfach keine Energie mehr da.

    Um das zu vermeiden, solltest du die Kapuzinerkresse nur spärlich bis gar nicht düngen. Ein zu üppiges Nährstoffangebot regt die Pflanze nämlich an, immer neue Blätter auszubilden, größer und größer zu werden, und dir über den Kopf zu wachsen.

    Die vielen Blätter können eines übrigens richtig gut: Wasser ausatmen! Ja, genau: Über die Blattoberflächen verdunstet jede Menge Wasser, besonders an heißen Tagen. So kann es schnell dazu kommen, dass deine Kapuzinerkresse schlapp macht und die Blätter hängen lässt. Da heißt es dann Gießkanne holen und Wasser marsch!

    Kleiner Tipp: Wenn du besonders viele Blüten ernten möchtest, und nicht so scharf auf die Samen bist, dann solltest du deiner Kapuzinerkresse regelmäßig einen Pflegeschnitt gönnen.

    Dabei müssen vor allem die verblühten Blüten zeitig entfernt werden. Bildet deine Pflanze erst einmal erfolgreich Samen aus, dann wird sie viel weniger Blüten produzieren. Wozu auch? Für die nächste Generation ist ja bereits gesorgt!

    Kapuzinerkresse auf dem Balkon anbauen

    Für Kapuzinerkresse brauchst du eigentlich gar keinen Garten. Sie wächst nämlich auch ganz prima in Kästen und Töpfen auf dem Balkon – oder im Hochbeet. Ich würde ihr einen Topf von mindestens 5 Litern Volumen gönnen.

    Rankende Kapuzinerkresse auf dem Balkon

    Hier kommt ihre Farbpracht so richtig zur Geltung. Sie kann aber auch einfach alles auf einmal: Toll aussehen und eine fette Ernte liefern! So ein gesunder Alleskönner ist natürlich gerade dann super praktisch, wenn du nicht so viel Platz für deine Pflanzen zur Verfügung hast.

    Aufgepasst! An heißen Sommertagen können Pflanzkästen und Töpfe sehr schnell austrocknen. Vergiss nicht, regelmäßig zu gießen. Wenn dein Balkon viel Sonne abkriegt, musst du bis zu zweimal am Tag für Wassernachschub sorgen, damit deine Pflanzen nicht ständig durstig sind.

    5 Gründe, warum wir Kapuzinerkresse einfach lieben

    Kapuzinerkresse ist gleich aus mehreren Gründen ein absolutes Muss in meiner Gartenplanung! Fangen wir mit dem offensichtlichsten an…

    #1: Zu schön, um wahr zu sein

    Kapuzinerkresse sieht einfach unfassbar toll aus! Die krautige Pflanze blüht in den wunderschönsten Farben: Von hellem Gelb über kräftiges Orange bis hin zu leuchtendem Rot sind alle Farbvariationen vertreten.

    Gelbe und Orange Blüten der Kapuzinerkresse

    An einen Zaun gepflanzt wird deine Kapuzinerkresse freudig in die Höhe klettern. Das kannst du dir zunutze machen und mithilfe der rankenden Pflanze einen grünen Sichtschutz schaffen, der selbst so richtig zum Hingucker wird.

    Wenn du ihr keine Kletterhilfen bietest, kriecht Kapuzinerkresse in alle Richtungen und wird eine dicke Schicht Blätter und Ranken auf deinem Boden ausbilden. Ein wahrer Bodenbedecker ist sie!

    Die Blätter der Kapuzinerkresse haben übrigens ihren ganz eigenen Wow-Effekt. Sie werden nicht nass, sondern lassen Wasser ganz einfach abperlen. Gerade im Morgentau sieht das wunderschön aus. Da sitzen die Wassertropfen wie kleine, silbrige Perlen auf den Blättern!

    #2: Essbare Blüten und Blätter

    Die schmackhaften Blüten sind das, wofür die Kapuzinerkresse so bekannt ist. Man findet die bunten Blüten immer öfter in Salaten, oder auch als essbare Dekoration auf Kuchen und Torten. Sie sehen aber auch wirklich zauberhaft aus!

    Salat mit essbaren Blüten

    Dass auch die Blätter essbar sind, ist da schon weniger bekannt. Aber Obacht: Sie können nämlich ziemlich scharf sein. Der Geschmack ähnelt dem von Meerrrettich: feurig stark!

    Der scharfe Geschmack entsteht durch sogenannte Senfölglykoside. Die finden sich auch in Radieschen, Gartenkresse oder Senf wieder. All diese Pflanzen sind übrigens auch mit der Kapuzinerkresse verwandt. Die jüngeren, zarteren Blätter enthalten weniger dieser Senfölglykoside. Sie sind daher etwas milder. Ich mag sie besonders gerne in Salaten. Yams!

    Wenn du mal etwas ausgefalleneres mit deiner Kapuzinerkresse anstellen willst, dann ist Kräuterbutter eine tolle Idee. Hierfür kannst du sowohl die Blätter als auch die Blüten nutzen. Das Ergebnis kann sich sowas von sehen lassen! Denn wer sonst hat bitte schon bunte Kräuterbutter?

    #3: Kapuzinerkresse als Pfeffer- und Kapernersatz

    Nach der Blüte bildet die Kapuzinerkresse ihre Samen aus. Und auch die sind essbar! Wenn die Samen noch grün und jung sind, kannst du sie als Kapernersatz verwenden.

    Dafür kochst du sie in gesalzenem Essigwasser, und füllst sie anschließend zusammen mit der Flüssigkeit in Schraubgläser. Probier doch mal aus, ob jemand den Unterschied bemerkt, wenn du statt dem Original die heimischen ‚Kapern‘ in einer Pastasauce verwendest! Pssst, ich verrate nichts!

    Wenn du mit der Ernte noch länger wartest, kannst du irgendwann die reifen Samen ernten. Die eignen sich entweder als Saatgut für die nächste Kapuzinerkresse-Generation, oder du füllst sie in deine Pfeffermühle.

    Ja, richtig gehört! Auch die Samen haben einen leicht scharfen, pfeffrigen Geschmack und eignen sich hervorragend zum Würzen.

    Wenn du also das nächste Mal „Geh doch dahin, wo der Pfeffer wächst!“ hörst, dann nichts wie ab in deinen Garten! ;)

    #4: Clever: Kapuzinerkresse als Ablenkungsmanöver

    Wenn du bereits Kapuzinerkresse im Garten hast, wirst du vielleicht festgestellt haben, dass sie oft von Blattläusen geplagt wird. Denn leider schmeckt die krautige Pflanze nicht nur uns, sondern auch jeder Menge Krabbeltierchen.

    Blatt der Kapuzinerkresse mit Blattlausbefall

    Das ist natürlich super lästig, denn die Tierchen können eine regelrechte Plage sein und im Salat wollen wir auch keine extra Proteine!

    Auch Kohlweißlingen munden die Blätter der Kapuzinerkresse ganz hervorragend. Sie legen hier mit Vorliebe ihre Eier ab, sodass sich die Schmetterlingsraupen, die aus den Eiern schlüpfen, an der Kapuzinerkresse satt fressen können.

    Und so einen Kohlweißlings-Kindergarten wollen wir lieber nicht im Gemüsegarten haben – die Falter stürzen sich sonst als nächstes auf unsere Kohlpflanzen! Check also ab und zu, ob sich in deiner Kapuzinerkresse Raupen befinden und sammel sie ab, wenn du welche findest.

    Jetzt kommt aber die gute Nachricht: Die Schädlinge können mit der Kapuzinerkresse so beschäftigt sein, dass sie dein Gemüse links liegen lassen. So kannst du die farbenfrohe Pflanze auch als Ablenkungsmanöver einsetzen, und Schädlinge ganz bewusst von deinem Gemüse weglocken. Clever, oder?

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    #5: Kapuzinerkresse als Heilpflanze

    Die Kapuzinerkresse ist auch als Heilpflanze bekannt. Schon die Inka in Südamerika nutzten sie als Schmerzmittel und zur Wundheilung. Ihr altes Wissen um die Kraft der Pflanzen hat sich seitdem oft bewährt.

    Der hübschen Pflanze werden zahlreiche heilende Wirkungen nachgesagt. Unter anderem soll sie bei Atemwegserkrankungen helfen, Harnwegsinfekte lindern und Muskelschmerzen abklingen lassen. Also angeblich ein wahres Multitalent!

    Wenn du schonmal eines der schärferen Blätter der Kapuzinerkresse gegessen hast, dann wirst du wahrscheinlich festgestellt haben, dass zumindest die Nase danach auf jeden Fall so richtig frei ist!

    Aber Spaß beiseite: Die Kapuzinerkresse hat tatsächlich antibakterielle, pilzhemmende und antivirale Eigenschaften – und hilft somit gegen so ziemlich jede Art von Krankheitserreger. Na wenn das nicht ein weiterer Grund ist, um ihre bunte Blüten anzubauen und zu genießen!   

    Da kribbelt es einem nicht nur in der Nase, sondern es juckt auch in den Fingern! Hast du auch schon deinen Bleistift gespitzt und schreibst dir gerade im Kalender auf, wann du deine Kapuzinerkresse säen möchtest? 

    Wenn du noch ein bisschen Inspiration zum Träumen brauchst, dann schau doch mal hier:

    Die 9 besten Gemüse für dein Hochbeet mit Pflanztabelle!

    Gemüse anbauen: Schritt-für-Schritt für Anfänger

    So geht Permakultur: Schaff dir ein kleines Paradies!

    Was für kulinarische Köstlichkeiten stellst du aus der Kapuzinerkresse her? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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    Laufenten in der Wiese

    Laufenten: Die Schneckenjäger halten, pflegen und lieben

    Laufenten sind Eierproduzenten, Herzensbrecher und gewiefte Schneckenjäger in Einem! Sie bereichern deinen Gemüsegarten als echtes Highlight und sind die perfekte Alternative für all jene, denen Hühnerhaltung zu mainstream ist. ;) Wetten, dass die pfiffigen Laufenten dein Herz im Sturm erobern werden?

    Ja, ich will! Die Entscheidung für Laufenten
    Artgerecht Laufenten halten 
    #1: Platz da! Das Laufenten Gehege
    #2: Ab ins kühle Nass: Der Laufenten Teich
    #3: Klappe zu und gute Nacht: Der Laufenten Stall
    Wie viele Laufenten soll ich halten?
    Laufenten Küken: Männlein oder Weiblein?
    Laufenten Futter: Was schmeckt der Laufente?
    Laufenten Haltung: Die tägliche Routine

    Ja, ich will! Die Entscheidung für Laufenten

    Wenn ich bloß mehr Platz hätte, würde ich schon längst wieder ein paar Laufenten halten! Ich war nämlich früher auf dem Hof, auf dem ich gearbeitet habe, die Enten-Verantwortliche und habe mich sofort in die kleinen Racker verliebt. ;)

    Laufenten, die auch indische Laufenten heißen, gehören zur Art der Stockenten und sind mit ihren langen Hälsen ein wirklich netter Anblick. Sie sind aber nicht nur unglaublich süß, sondern genau wie Hühner eine perfekte Ergänzung im Selbstversorger-Leben. Laufenten legen nämlich wunderschöne, große, blaue Eier und haben eine Leibspeise, die ich ihnen von Herzen vergönne: Schnecken!

    Ja, richtig gehört: Wenn du Laufenten hast, lautet der Deal „Gib deinen gefiederten Lieblingen Schnecken – im Gegenzug bekommst du von ihnen Eier!“  Ist das nicht ein absolut genialer Tausch? :)

    Du kannst deine kostbaren Jungpflanzen natürlich auch mit Schneckenkragen schützen, aber wenn du Laufenten hast, sorgen deine persönlichen Schneckenjäger dafür, dass dein Gemüse ungestört bleibt!

    Überlegst du dir jetzt, deine Gartentore für ein paar Laufenten zu öffnen? Dann lass uns checken, ob die drolligen Tiere auch ein schönes entenerfülltes Leben bei dir führen können!

    Wenn du noch unschlüssig bist, ob nicht doch eher Hühner dein Ding sind, erfährst du hier, wie gut Hühner zu dir und deinem Alltag passen – eine Checkliste zur Hühnerhaltung gibt’s obendrauf. Trag einfach deine Emailadresse hier ein, und dann flattert die Checkliste ruckzuck in deinen Posteingang!

    Alles parat, bevor deine Lieblinge einziehen? Hier ist deine Hühner halten-Checkliste!

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      Artgerecht Laufenten halten

      Laufenten sind genügsame Tiere und sie haben in vielerlei Hinsicht ganz ähnliche Bedürfnisse wie Hühner. Sie brauchen nämlich so wie sie ausreichend Platz, einen kleinen Laufenten Stall zum Übernachten und einen ordentlichen Zaun, der sie vor Mardern, Füchsen und Co schützt. Aber alles der Reihe nach…

      #1: Platz da! Das Gehege

      Der Name ist Programm: Lauf, Ente! Laufenten lieben ganz viel Platz für Spaziergänge und Erkundungstouren. Dabei durchforsten sie gerne feuchte Wiesen nach Schnecken und anderen Leckereien und halten im Sommer gern an einem schattigen Lieblingsplätzchen ihren Mittagsschlaf.

      Wenn du pro Laufente ca. 250 m2 Erkundungsfläche einplanst, haben die Tiere auf jeden Fall ausreichend Platz, um sich zu beschäftigen. Bei Streitereien können sie dann auch mal das Weite suchen und sich für eine Weile aus dem Weg gehen.

      Ihren Heißhunger auf Schnecken kannst du natürlich clever nutzen. Wenn du sie rund um deine Gemüsebeete ihr Entenwerk verrichten lässt, werden sie sich dort als prima Schneckenpolizei erweisen und fleißig die Beete entlang patrouillieren.

      Du musst dir aber gut überlegen, wie du die Beete sicher einzäunst! Beeten, auf denen Gründüngung steht, dürfen sie gerne einen Besuch abstatten. Nicht so gern gesehene Gäste sind sie da, wo dein Gemüse gerade wächst. Denn das könnte die Laufenten schon dazu verleiten, hier und dort ihren neugierigen Entenschnabel hineinzustecken und von dem einen oder anderen Blättchen zu naschen. So ein Salatherz ist aber auch zu köstlich!

      Meine Hühner sind übrigens auch geniale Schädlingsvertilger! Ich zäune sie in einer Art Korridor rings um meine Beete herum ein – das klappt prima und meine Gemüsepflanzen lassen sie auf diese Weise (notgedrungen) in Ruhe.

      Laufenten heißen übrigens nicht ohne Grund „Lauf“enten. Sie können nämlich weder klettern noch fliegen, so flink die Tiere sonst auf ihren zwei Paddelfüßen auch unterwegs sind (von wegen lahme Ente!) Das solltest du bei der Gestaltung ihres Auslaufes unbedingt bedenken.

      #2: Ab ins kühle Nass: Der Teich

      Aber Laufenten sind auch Wasservögel. Und damit sie so richtig happy sind, brauchen sie natürlich eins: Wasser! Die niedlichen Federtiere lieben es, morgens ein ausgiebiges Bad zu nehmen, zu planschen und im Wasser nach Leckerbissen zu fischen.

      Ente steht am Teich

      Eine Bademöglichkeit ist also Grundvoraussetzung, wenn du Laufenten halten möchtest. Es muss nicht unbedingt gleich ein Teich sein, eine alte Badewanne tut’s auch, solange sie da bequem rein- und rausmarschieren können.

      Gegebenenfalls musst du also eine Ein- und Ausstiegshilfe bauen. Das kann einfach ein großer Stein auf Höhe der Wasseroberfläche sein, oder auch eine kleine Rampe. Deine Laufenten werden es dir danken!

      Wenn du bereits einen Teich in deinem Garten hast mit Pflanzen, Fröschen, sauberem Wasser und vielleicht auch Fischen, solltest du dir allerdings gut überlegen, ob du deine Laufenten da reinlässt!

      Denn was sie vorne reinfressen, kommt erfahrungsgemäß hinten wieder raus und diese Hinterlassenschaften würden deinen kleinen Teich sehr schnell aus dem ökologischen Gleichgewicht bringen – Entenkot trägt viel zu viele Nährstoffe in den Teich ein.

      Da ist der alte Waschzuber vielleicht doch die bessere Badestelle für das Federvieh.

      Wichtig ist auch, dass du eine Möglichkeit hast, das Wasser regelmäßig zu wechseln, sonst wird’s bald unhygienisch. 

      #3: Klappe zu und gute Nacht: Der Stall

      Deine Laufenten sollten einen kuscheligen und raubtiersicheren Stall haben. So ein Entenstall muss gar nicht groß sein! Sie kuscheln sich nämlich gern aneinander und brauchen auch keine Sitzstangen oder eine andere Einrichtung.

      Ein Bett aus Stroh reicht ihnen vollkommen zum Glücklichsein! Die Tiere nutzen ihren Stall vor allem zum Übernachten. Und wenn du etwas Glück hast – und die Enten nicht im Morgengrauen aus dem Stall scheuchst – findest du vormittags dort auch das eine oder andere Ei.

      Enteneier im Stroh

      Es kann sein, dass deine Enten abends gar nicht daran denken, von alleine in den Stall zu marschieren. Geht es nach ihnen, ist eine Nacht unter dem Sternenhimmel perfekt! Wenn du aber jeden Abend kommst und sie in den Stall bringst, verinnerlichen sie diese Abendroutine und begeben sich von selber ins Häuschen, wenn du zum Zusperren kommst.

      Das Üben lohnt sich, denn wer im Stall übernachtet, schläft sicherer. Die freiheitsliebenden Enten haben ihre Rechnung nämlich leider ohne Fuchs und Marder gemacht. Denen sind die Enten draußen schutzlos ausgeliefert – sie können ja nicht wegfliegen.

      Wie viele Laufenten soll ich halten?

      Laufenten sind gesellig. Die Tiere brachen unbedingt ein paar Artgenossen zum Schnattern an ihrer Seite! Zu zweit sollten sie daher mindestens sein, aber so richtig glücklich machst du deine Enten, wenn du sie als Gruppe hältst. Mehr als ein Erpel ist bei kleinen Gruppengrößen aber keine gute Idee, sonst haben die Entendamen keine ruhige Minute mehr. 

      Mehrere weibliche Laufenten in einer kleinen Herde sind in der Regel kein Problem. Da halten die Mädels zusammen und machen sich eine gute Zeit. ;)

      Eine Laufenten-Bande solltest du niemals unüberlegt trennen oder Neuzugänge ohne eine Eingewöhnungszeit direkt dazulassen. Dann ist der Ärger nämlich vorprogrammiert!

      Laufenten Küken: Männlein oder Weiblein?

      Tja, die Sache mit dem Entengeschlecht kann ganz schön kniffelig sein…

      Normalerweise ziehen Laufenten als Küken in ihr neues Zuhause ein. Das ist toll, weil sie richtig zutraulich werden, wenn sie den Kontakt mit Menschen von klein auf gewohnt sind. Sie sollten dann aber mindestens acht Wochen alt sein, denn davor brauchen sie unbedingt noch ihre Entenmama!

      Die Sache mit den Laufenten Küken hat aber einen Haken: Es ist quasi unmöglich festzustellen, wer mal eine Entendame und wer ein Erpel wird.

      Ganz erfahrene Entenhalter behaupten aber trotzdem oft, das Geschlecht schon sehr früh erkennen zu können. Vielleicht hast du ja das Glück, deine jungen Quakis von so jemandem zu bekommen (und er hat diese Fähigkeit auch wirklich!). 

      Oder du legst dir erstmal schon etwas ältere Laufenten zu, sodass die Frauenquote in deiner kleinen Rasselbande sicher hoch ist. Denn Laufenten können zwar Schnecken in Eier verwandeln, aber diese magischen Kräfte besitzen eben nur die Damen…! ;)

      Wenn die Tiere sich im Alter von ungefähr sechs Monaten zum ersten Mal mausern, kannst du aber auch ohne Profiauge erkennen, mit wem du es zu tun hast und ob du dir Hoffnung auf Eier machen darfst.

      Erpel entwickeln dann eine kleine Schwanzlocke – daran erkennst du sie in jedem Fall. Allerdings können diese Federn natürlich auch ausfallen. Dann kann es vorkommen, dass du ein Männchen für ein Weibchen hältst. Hupsi!
       
      Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist übrigens die Stimme. Weibliche Laufenten schnattern gerne und laut, die Erpel klingen leiser und ein bisschen krächzig. Du musst also nur genau zuhören, dann verraten die Enten dir ihr Geschlecht schon. ;)

      Zwei Laufenten im Stall

      Laufenten Futter: Was schmeckt dem kleinen Schnabeltier?

      Laufenten verbringen ganz viel Zeit damit, im Gras zu schnäbeln und nach Körnern, Insekten, Schnecken, Würmer, Käfer und Schneckeneiern zu suchen. So decken sie, besonders in den warmen Monaten, bereits einen Großteil ihres Nahrungsbedarfes.

      Trotzdem solltest du ihnen auch Körnerfutter bereitstellen. Dazu eignet sich handelsübliches Hühner- oder Geflügelfutter. Ganz wichtig ist es, den Tieren immer frisches Wasser direkt neben dem Futter anzubieten. Sie sind nämlich große Gierhälse und verschlucken sich schnell mal an dem leckeren Futter. Und das kann ziemlich gefährlich werden. 

      Also ihr Enten, beim Essen immer genug Wasser trinken, habt ihr das verstanden?
      Genau wie Hühner lieben deine Laufenten Salat- und Gemüsereste und auch gekochte Kartoffeln und Reis. Damit darfst du sie gerne ab und zu verwöhnen. :)

      Laufenten kauen ihre Nahrung nicht, sondern schlingen sie herunter und zerkleinern sie mechanisch im Magen. Damit das klappt, fressen sie kleine Steinchen. Wenn du dir nicht sicher bist, ob deine Laufenten genug Steine finden, kannst du ihnen eine Schale mit Grit bereitstellen. Dann bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

      Laufenten Pin
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      Laufenten Haltung: Die tägliche Routine

      Beim Laufenten halten hast du diese tägliche To-Do-Liste:

      ✓ Jeden Morgen aus dem Stall lassen, füttern, Wasser austauschen und Eier sammeln

      ✓ Jeden Abend eine Geschichte vorlesen und zusperren ;)

      ✓ Einmal wöchentlich den Stall ausmisten

      ✓ Ab und zu das Badewasser austauschen

      Das musst du die nächsten 12-14 Jahre durchhalten, so lange ist nämlich die Laufenten Lebenserwartung.

      Dafür erwartet dich ein nahezu schneckenfreier Garten! Und natürlich ganz viele wunderbare Momente mit den putzigen Tieren. Es ist schon ein lustiger Anblick, wenn sie im Gänsemarsch anwatscheln und ihre Hälse neugierig zu dir rüber beugen in der Hoffnung auf ein paar Nacktschnecken, die du von deinem Gemüse abgesammelt hast.

      Und die gönnen wir ihnen wirklich von Herzen, oder?

      Laufenten ergänzen deinen Selbstversorger-Garten ganz wunderbar. Wenn du ihnen die richtige Infrastruktur bieten kannst und bereit bist, dich viele Jahre um diese niedlichen Tiere zu kümmern, kann steht deinem Entenabenteuer nichts mehr im Wege!

      Hühner interessieren dich genauso wie Laufenten? Dann vergiss nicht, dir deine Checkliste zur Hühnerhaltung noch schnell zu sichern!

      Wenn du noch ein bisschen stöbern magst, dann geht’s hier entlang:

      24 Gemüse, die Schnecken meiden – Erober dir deinen Garten zurück!

      Hühnerhaltung im Garten: Rassen, Stall, Auslauf & Co.

      Die 6 besten Hühnerrassen für einen bunten Eierkorb

      Hast du bereits Laufenten bei dir im Garten? Ich freue mich, wenn du mir in den Kommentaren von deinen schönsten Enten-Momenten erzählst!

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      Hochbeet im Garten

      Hochbeet befüllen – die ultimative Schritt-für-Schritt Anleitung!

      Du fragst dich, wie du dein Hochbeet befüllen sollst, nachdem es nun in seiner ganzen Pracht aber leer in deinem Garten steht?

      Dein Hochbeet nur mit Erde zu befüllen, ist keine gute Idee – deswegen zeige ich dir, wie du dein neues Hochbeet ratzfatz mit verschiedenen Schichten füllst und damit den Grundstein für eine dicke fette Gemüseernte legst. Los geht´s! 

      Inhaltsverzeichnis
      Aufgemerkt: Was muss ich beim Hochbeet befüllen beachten?
      Schicht im Schacht: Diese vier Hochbeet-Schichten brauchst du
      Nachgefragt: Warum soll ich das Hochbeet in Schichten anlegen?
      Gestrichen voll: Hochbeet (nach-)füllen
      Liebe zum Detail: Was du vor der Hochbeet-Befüllung tun solltest
      Alle Hände voll zu tun: Hochbeet-Bepflanzung

      Aufgemerkt: Was muss ich beim Hochbeet befüllen beachten?

      Ein Hochbeet ist neben vielem anderen – hoch. ;) Das heißt, du hast jede Menge Raum zu füllen! Wenn du in dein Hochbeet Erde und sonst nichts anderes füllen würdest, hättest du nicht nur ein großes Loch im Geldbeutel, du würdest deinen Pflanzen auch keinen besonderen Gefallen tun. Die fühlen sich nämlich in einer Hochbeet Füllung, die aus verschiedenen Schichten besteht, viel wohler!

      Das liegt daran, dass du quasi einen kleinen Kompost in deinem Hochbeet aufbaust. Unten sind die ganz groben Bestandteile. Je weiter du nach oben kommst, desto feiner und erdeähnlicher wird die Hochbeet Grundfüllung, um schließlich in einer Schicht reifem Kompost zu enden.

      Mit der Zeit verrotten diese Lagen nach und nach und deine Gemüsepflanzen finden dadurch nicht nur jede Menge leckeres Futter vor, sondern sie haben es besonders in der ersten Zeit auch muckelig warm, weil bei der Zersetzung von deiner Hochbeet-Füllung Wärme entsteht. Deshalb kannst du in deinem Hochbeet früher säen und pflanzen – und natürlich auch früher ernten. ;)

      Schicht im Schacht: Diese vier Hochbeet-Schichten brauchst du

      Die Hochbeet-Füllung ist ganz einfach: Wie beim Kuchenbacken packst du verschiedene Schichten aufeinander.

      Die einzelnen Lagen passt du dabei an die Gesamthöhe deines Hochbeets an – meine Angaben dazu sollen nur grobe Anhaltspunkte für dich sein.

      Grafik mit Hochbeet Schichten

      Gemüsepflanzen lieben diesen Veggie-Schichtkuchen, wir selber halten uns aber lieber an eine leckere Schwarzwälder Kirschtorte, oder? ;)

      Hochbeet-Schicht 1: Der Boden

      Ganz unten füllst du Äste oder Strauchschnitt in dein Hochbeet. Dazwischen sollen aber nicht zu große Zwischenräume sein, deshalb kletterst du am besten in dein Hochbeet hinein und trampelst alles kräftig nach unten. Dann legst du wieder Äste und Gehölzschnitt nach und trittst das nochmal fest. Insgesamt sollte diese – möglichst feste – Schicht ungefähr 30 Zentimeter hoch sein.

      Psst, cooler Nebeneffekt: Das gibt Muskeln in den Beinen! ;)

      Hochbeet-Schicht 2: Die Kirschen

      Jetzt kannst du umgedrehte Grassoden, Holzhackschnitzel, Laub, Rasenschnitt oder angerotteten Mist auf die Äste geben. Am besten mischst du die verschiedenen Materialien schon miteinander, bevor du sie auf die Äste gibst. Diese Schicht sollte 30 bis 50 Zentimeter hoch sein.

      Hochbeet-Schicht 3: Die Sahnecreme

      Die dritte Schicht deines Hochbeet-Kuchens besteht aus grobem Kompost, der noch nicht ganz ausgereift ist. Diese Schicht machst du ungefähr 20 Zentimeter hoch.

      Hochbeet-Schicht 4: Die Schokospäne

      Ganz oben packst du jetzt noch ungefähr 15 Zentimeter hoch feinen, ausgereiften Kompost, der wie Erde aussieht und nach Waldboden duftet. ;)

      Voilá, schon bist du mit Hochbeet befüllen fertig und kannst sofort mit Pflanzen und Säen loslegen! Falls du dein Hochbeet im Herbst anlegst und bis zum Frühjahr damit warten möchtest, säst du am besten eine Gründüngung ein oder packst erstmal eine dicke Mulchschicht auf dein Beet.

      Du willst keine Zeit mehr verlieren und sofort dein Hochbeet anlegen?
      Dann schau dir dazu doch meinen Beispiel-Pflanzplan an! Da habe ich schon alles ausgeklügelt, was Anbaupausen, Fruchtfolgen und Mischkultur betrifft. Du kannst ihn dir herunterladen und als Inspiration für dein Gemüse-Hochbeet verwenden – cool, oder? :)

      Trag dich gerne hier ein:

      Hol dir den Gemüsegarten-Beispielplan!

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        Mit dem Absenden bestätigst du meine Datenschutzbestimmungen und erteilst mir die Erlaubnis, dir Emails mit Tipps und Angeboten zum Thema Selbstversorgung zu schicken. Du kannst dich natürlich jederzeit wieder austragen.

        Nachgefragt: Warum soll ich das Hochbeet in Schichten anlegen?

        Du fändest es einfacher, dein Hochbeet nur mit Erde zu befüllen und fertig ist die Laube?

        Das kann ich gut verstehen, aber der Aufwand, die unterschiedlichen Materialien zusammenzusammeln und dann das Hochbeet damit richtig zu befüllen lohnt sich in mehrfacher Hinsicht!

        Mikroorganismen und Bodentierchen sorgen für eine langsame Verrottung und bilden dabei viele wertvolle Nährstoffe. Vorteil für dich: Du musst weniger düngen.

        Außerdem entsteht während der Kompostierung der unteren Schichten auch Wärme. Du hast also eine biologische Fußbodenheizung in deinem Beet, die dich keinen Cent kostet, deinen grünen Freunden aber ungeheuer guttut und dafür sorgt, dass sie niemals unter kalten Füßen, ääh Wurzeln leiden müssen! ;)

        Dadurch haben deine Pflanzen mehr Zeit zu wachsen und zu reifen und dir eine dicke Ernte zu liefern. Minusgrade werden ihnen nicht so schnell gefährlich.

        Hochbeet befüllen mit Strauchwerk

        Gestrichen voll: Hochbeet (nach-)füllen

        Auch wenn du beim Hochbeet befüllen alles möglichst fest geschichtet hast, wird sich der Aufbau deines Hochbeets mit der Zeit verdichten und absenken.

        Das ist aber gar nicht schlimm, denn du füllst dann mit Hochbeet Erde oder mit ausgereiftem Kompost nach, bis alles wieder auf der Höhe ist, die du dir vorstellst. So bringst du auch neue Nährstoffe in den Boden ein und deine zukünftigen Gemüsepflanzen finden ausreichend leckeres Futter vor.

        Starkzehrer solltest du allerdings trotzdem regelmäßig düngen – sie sind die ewig Hungrigen unter den Gemüsen. Ein kostenloser Dünger, den du ganz einfach herstellen kannst, ist Brennnesseljauche.

        Hochbeet befüllen
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        Liebe zum Detail: Was du vor der Hochbeet-Befüllung tun solltest

        Bevor du mit dem Hochbeet befüllen beginnst, solltest du dein Hochbeet noch ein wenig „pimpen“, damit du es optimal nutzen kannst:

        • Am Boden des Hochbeets befestigst du ein Drahtgitter zum Schutz vor Wühlmäusen. Die Quadrate dürfen aber nicht größer als 12 bis 13 Millimeter sein, sonst quetschen sich die frechen Tierchen problemlos durch diese Sperre!
        • Um das Holz vor Nässe zu schützen, kleidest du die Hochbeetwände mit einer Teichfolie aus, die du ganz easy mit einer Schere* passend zuschneidest und dann an den Innenwänden festtackerst.
        • Falls du eine Bau-Noppenfolie verwendest, zeigen die Noppen zum Holz. So schaffst du eine Belüftung zwischen Folie und Rahmen. 
        • Wenn du dir mit einem Stift auf der Folie die Füllhöhe der einzelnen Schichten markierst, erleichterst du dir das Hochbeet befüllen.
        Hochbeet Bepflanzung mit Gemüse

        Alle Hände voll zu tun: Hochbeet-Bepflanzung

        Du hast alles erledigt und dein Hochbeet im Garten braucht jetzt nur noch eine Bepflanzung?

        Grundsätzlich hast du mit einem Hochbeet den großen Vorteil, dass sich die Erde im Frühjahr besonders schnell erwärmt. Wärmeliebende Gemüse-Kandidaten sind deshalb besonders gut auf deinem Hochbeet untergebracht und danken dir den Premiumplatz mit einer dicken Ernte.

        Am besten schreibst du dir für die Planung deiner Hochbeet-Bepflanzung auf, welches Gemüse du am liebsten isst, ob du gerne jeden Tag Salat auf dem Tisch hättest und was du gerne einkochen möchtest.

        Wenn du deine Liste fertig hast, musst du sie mit der Größe deines Hochbeets abgleichen und vermutlich um mindestens die Hälfte kürzen – zumindest geht mir das immer so. Die Wünsche sind irgendwie immer größer als mein Hochbeet! ;)

        Dann teilst du dein Hochbeet in mehrere Abschnitte auf und platzierst darauf deine Wunschgemüse. Kleine Erinnerung: Mein Gemüsegarten-Beispielplan ist dir dabei eine super gute Hilfe!

        Ein Hochbeet befüllen ist nicht schwer und schnell gemacht. Von den verschiedenen Schichten profitieren deine Gemüsezöglinge jahrelang und danken es dir mit einer reichen Ernte.

        Du hast jetzt so richtig Lust bekommen, in Hochbeeten zu gärtnern? Dann schau dir doch auch diese Artikel an:

        Die 9 besten Gemüse für dein Hochbeet!

        Hochbeet clever bepflanzen – mit Beispiel-Jahresplan!

        7 geniale Garten-Hacks, die wirklich funktionieren!

        Welche Erfahrungen hast du mit dem Hochbeet befüllen? Ich freue mich darauf, wenn du deine Tipps und Tricks in den Kommentaren teilst!

        *Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

        Schildläuse bekämpfen – so wirst du sie mit einfachen Hausmitteln los!

        Wenn sich Schildläuse auf deiner Pflanze angesiedelt haben, solltest du sie bekämpfen. Denn sie sind ziemlich lästige Besucher, die gerne länger bleiben als einem lieb ist. Die kleinen Schurken treiben ihre Schandtaten nämlich nicht nur im Garten, sondern tummeln sich auch häufig auf dem Balkon und in Zimmerpflanzen. Dort schlägt die Schildlaus auch gerne ihr Winterquartier auf, breitet sich aus und macht es sich so richtig bequem.

        Schildläuse sind einer der wenigen Schädlinge, vor denen wir unsere grünen Freunde deshalb auch in der kalten Jahreszeit beschützen müssen. Also los: auf geht’s, lasst uns die blöden Schildläuse bekämpfen und loswerden!

        Aus dem Leben der Schildläuse

        Eine einzelne Schildlaus ist winzig und ehrlich gesagt ziemlich unscheinbar. Sie wird maximal sechs Millimeter groß – dann ist sie aber schon ein richtiges Prachtexemplar. Die allermeisten Schildläuse sind viel kleiner.

        Die Tierchen bleiben daher oft unerkannt und fallen uns erst auf, wenn sie bereits ganze Kolonien gebildet haben. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, denn sie sind undercover unterwegs – im wahrsten Sinne des Wortes.

        Schildläuse leben unter einem Panzer, dem sie auch ihren Namen verdanken. Viel mehr als ihre Behausung bekommen wir von den Tierchen nicht zu sehen.

        Braune Schildläuse auf der Unterseite eines Blattes.

        Du wirst auf deinen geplagten Pflanzen daher nur kleine Knubbel erkennen, dass es sich dabei um eine kleine Laus handelt, ist auf den ersten Blick nicht so leicht auszumachen, weil sie sich unter ihrem Schild verstecken. Oft finden sich die Schildläuse entlang der Blattadern, an den Unterseiten der Blätter oder am Stiel deiner Pflanze.

        Unter diesem Panzer bohrt die Schildlaus mit ihrem Saugrüssel die Pflanze an und saugt ihr den Saft aus. Das schwächt die Pflanzen und macht sie anfälliger für Viren, Bakterien und Pilzerkrankungen.

        In ihrem kleinen Unterschlupf legen die Schildläuse auch munter Eier – bis zu 250 auf einmal! Aus denen schlüpfen dann Larven, die unter dem Panzer hervorkrabbeln, sich auf der Pflanze ausbreiten und sobald sie erwachsen sind, selbst unter einem Schild sesshaft werden. So wird aus wenigen Schildläusen schnell eine Kolonie…

        Das tarnende Schild haben sie aber alle gemeinsam. Naja… um ehrlich zu sein nicht alle, sondern nur die Schildlausweibchen. Die Männchen haben keinen Panzer. Aber da die Herren der Schöpfung unsere Pflanzen in Ruhe lassen und auch nur wenige Tage leben, interessieren sie uns herzlich wenig. Sorry, Männer!

        Wolläuse auf der Rückseite eines Blattes.

        Das Schildlausschild kann ganz unterschiedlich aussehen. Je nach Art ist es braun, rötlich, gelb, weiß oder schwarz und kann glatt oder wollig sein. Eine bestimmte Farbe ist also leider kein klarer Hinweis dafür, dass du es mit Schildläusen zu tun hast. Den Hinweis auf die Schildlaus findest du an anderer Stelle…

        Schildläuse auf den Pflanzen erkennen

        Um die richtige Abwehrstrategie anzuwenden, musst du die Undercover-Agenten zunächst entlarven, also die Schildläuse erkennen. Das ausschlaggebende Indiz dafür ist oftmals eine Spur, welche die Schildläuse hinterlassen: der sogenannte Honigtau.

        Dabei handelt es sich um eine klebrige Flüssigkeit, welche die Schildläuse aussondern. Der Honigtau lässt nicht nur die Blätter glänzend und klebrig aussehen, oft findest du ihn auch um die Pflanzen herum auf dem Boden. Besonders bei Zimmerpflanzen ist das auffällig und auch ziemlich lästig, gerade wenn Möbel betroffen sind.

        Der Honigtau ist so klebrig, weil er jede Menge Zucker enthält. Und der Zucker lockt Ameisen an. Mir fällt oft zunächst auf, dass sich unglaublich viele Ameisen an den Pflanzen tummeln, bevor ich die Schildläuse entdecke.

        Auch Rußpilze fühlen sich auf dem feuchten Honigtau wohl und siedeln sich auf den befallenen Pflanzen an. Genau wie die Ameisen fallen Rußpilze durch ihre gräulich-schwarze Verfärbung meistens vor den winzigen Schildläusen auf.

        Für die Pflanzen sind die Rußpilze keine direkte Bedrohung, aber sie führen durch den zusätzlichen Belag dazu, dass weniger Sonnenlicht an die Blätter kommt. Die Pflanze kann dadurch weniger Photosynthese betreiben. Dadurch ist ihr gesamter Stoffwechsel gehemmt, und sie wird langfristig geschwächt.

        Manchmal hat das dann zur Folge, dass die Blätter welken oder komisch verformt sind.

        Eine besonders häufige Schildlausart ist die Wolllaus. Bei ihr ist der Name Programm! Sie ist weiß und pelzig. Befallene Pflanzen sehen auf den ersten Blick aus, als würden sie schimmeln. Auch das kann ein Anzeichen für Schildlausbefall sein.

        Starker Wolllausbefall auf einer Pflanze.

        Also: Wenn deine Pflanzen und ihre Umgebung seltsam klebrig aussehen und schimmern, wenn du viele Ameisen entdeckst oder sich grauer Belag auf Teilen deiner Schützlinge befindet, dann schnapp dir eine Lupe und schau unbedingt genauer hin, denn jetzt heißt es: Schildlausalarm!

        Der Ernstfall: Schildläuse bekämpfen

        Bist du der Honigtauspur und den Ameisen gefolgt und auf Schildläuse gestoßen? Das ist zwar ärgerlich, aber immerhin weißt du nun, was los ist, und kannst die richtigen Maßnahmen ergreifen, um die Schildläuse zu bekämpfen.

        Wie du die Schildläuse am besten bekämpfst, hängt vor allem davon ab, ob sie sich auf Büschen und Bäumen draußen oder an Zimmerpflanzen befinden.

        Sehr stark befallene Blätter solltest du besser ganz entfernen, wenn es sich dabei nur um einen kleinen Teil der Pflanze handelt. Die entfernten Pflanzenteile landen am besten in der Biotonne, damit die Larven nicht auf die nächstbesten Büsche umziehen.

        Schildläuse bekämpfen #1: Abschütteln und hinter dir lassen

        Bei kleineren Topfpflanzen kannst du die Schildläuse einfach bekämpfen, indem du sie abbürstest. Dabei musst du aber wirklich gründlich sein, denn auch wenn nur wenige Schildläuse übrigbleiben, kommt das Problem bald wieder.

        Abbürsten kannst du die Läuse gut mit einer alten Zahnbürste. Alternativ kannst du die Blätter auch vorsichtig mit einem Lappen abreiben, um die Schildläuse zu entfernen. Dabei musst du aber nicht nur die Schildläuse selbst, sondern auch die Larven erwischen. Das ist eine echte Sisyphusarbeit… aber es lohnt sich!

        Schildläuse mechanisch von der Pflanze entfernen.

        Robustere Pflanzen im Garten kannst du mit einem Wasserschlauch abspritzen. Wenn deine Pflanzen nicht super filigran und zart sind, dann nimm ruhig einen harten Wasserstrahl, um die Schilde der Tierchen von den Blättern zu lösen und wegzuwaschen.

        Kleiner Tipp: Wenn deine befallene Pflanze noch nicht riesig ist, dann lege sie auf die Seite, wenn du die Blätter und den Stiel mit der Zahnbürste oder einem harten Wasserstrahl bearbeitest. Auf diese Weise spülst du sie nicht in die Topferde, aus der die Blattläuse den Weg auf die Blätter deiner Pflanze gewiss schnell wiederfinden.

        Schildläuse bekämpfen #2: Ordentlich einölen und die Sache flutscht

        Eine weitere Geheimwaffe gegen Schildläuse ist Öl. Wenn du die Tierchen mit Öl betupfst, versiegelt das ihr Schild und sie ersticken darunter. Sei aber vorsichtig, so manches Öl – wie Teebaumöl – ist zwar sehr wirksam, irritiert deine Pflanze aber auch.

        Stattdessen eignen sich Rapsöl oder Olivenöl sehr gut und die hast du wahrscheinlich sowieso schon zuhause. Wenn du noch etwas schwereres Geschütz auffahren möchtest, dann tupfe die Schildläuse mit Neemöl ein.

        Bei der Behandlung mit Öl ist es wichtig, nur die betroffenen Stellen zu bestreichen, dort aber gründlich zu sein. Und von heute auf morgen geht es leider nicht. Hier ist Ausdauer gefragt. Zwei Wochen solltest du den Vorgang täglich wiederholen, um Erfolg zu haben.

        Vergiss dabei die Blattunterseiten nicht!

        Bei größeren Pflanzen ist das aber aussichtslos. Im Garten solltest du auch besser kein reines Öl verwenden, da es in die Umwelt gerät, andere Tiere irritieren oder gar schädigen kann, und auch schnell vom Regen davongewaschen wird. Es ist dann auch viel weniger wirksam.

        Schildläuse bekämpfen #3: Schildläuse mit Brühen und Jauchen bekämpfen

        Stattdessen kannst du draußen prima Brennesseljauche verwenden. Die vergrault die Schildläuse und stärkt gleichzeitig deine Pflanzen. Auch hier musst du aber beharrlich sein und die Jauche wirklich regelmäßig verwenden.

        Auch eine Brühe aus Wermut, Rainfarn und Knoblauch hilft. Ich verwende aber viel lieber die Brennesseljauche, weil ich sowieso meistens welche dahabe.

        Brennnesseljauche gegen Läuse einsetzen.

        Jauche oder Brühe füllst du mit Wasser verdünnt (Verhältnis 1:10) in eine Sprühflasche und sprühst die befallenen Pflanzen damit großzügig ein. Am besten ist es natürlich, wenn die Pflanzen danach nicht direkt nassregnen, denn der Regen wäscht den Pflanzensud sonst ganz schnell wieder ab.

        Vergiss auch hier die Blattunterseiten nicht und wiederhole das Ganze täglich, bis die Schildläuse verschwinden.

        Schildlausbefall vorbeugen statt bekämpfen

        Damit deine Pflanzen vorbeugend vor der Schildlaus geschützt sind, sollten sie möglichst gesund, kräftig und widerstandsfähig sein. Das macht sie generell viel weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

        Dafür musst du auf die individuellen Wünsche deiner Pflanzen eingehen. Wollen sie an einem sonnigen oder schattigen Ort wachsen? Wie viel Platz benötigen sie? Wie oft solltest du sie gießen? Wollen sie gedüngt werden, und womit? All das ist bei jeder Pflanze etwas anders.

        Grundsätzlich gilt: Glückliche Pflanzen, die das bekommen, was sie brauchen, werden viel weniger krank. Aber das ist bei uns ja schließlich genauso…

        Dabei sind Mischkulturen ein echtes Ass im Ärmel. Wenn du deine Pflanzen schlau kombinierst und nur Traumpaare nebeneinander anbaust, beeinflussen sich die Pflanzen positiv und können sogar Schädlinge abwehren – ohne, dass du ausrücken musst, um die Schildläuse zu bekämpfen.

        Einen Beispiel-Pflanzplan mit ausgeklügelten Mischkulturen kannst du dir hier ganz einfach herunterladen:

        Besonders Pflanzen wie Zitronenbäume, die wir im Winter ins Haus holen, leiden oft darunter, dass sie keine idealen Bedingungen haben. Denn ihnen ist es in beheizten Räumen viel zu warm, und oft auch zu dunkel. Im Idealfall überwintern sie in einem (frostfreien) kühlen und hellen Raum.

        Wenn du im Herbst dabei bist, deine Frostbeulen für ihren Umzug ins Haus vorzubereiten, solltest du sie unbedingt auf Schildlausbefall untersuchen. Dabei darfst du ganz genau hinschauen, denn die kleinen Biester sind wie gesagt ziemlich winzig und verstecken sich gerne.

        Es kann auch leicht passieren, dass Schildläuse gemeinsam mit neu erworbenen Pflanzen ins Haus einziehen. Wenn du dir neue Pflanzen anschaffst, dann inspizier sie zu Beginn unbedingt gründlich.

        Na? Hast du Schildläuse entdeckt? Dann musst du jetzt hartnäckig sein und schnell anfangen, die Schildläuse zu bekämpfen.

        Wenn du nicht nur mit Schildläusen zu kämpfen hast, sondern auch mit Kohlweißlingen, Erdflöhen oder der Weißen Fliege, dann solltest du dir unbedingt Gedanken machen, wie du mehr Nützlinge in deinen Garten einladen kannst. Die helfen dir nämlich dabei, Schädlinge ganz natürlich in Schach zu halten. :)

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        Welche Pflanzen sind von Schildläusen betroffen?

        Schildläuse treiben ihr Unwesen nicht nur, aber besonders gern an hölzernen Pflanzen. Die Schildlaus ist also kein typischer Gemüseschädling. Sie befällt stattdessen Obstbäume, vor allem Apfel-, Kirsch-, Zwetschgen- und Birnbäume, aber auch Beerensträucher wie Johannisbeeren und Stachelbeeren.

        Auf den Nutzgarten beschränken sich die Schildläuse aber nicht. Sie machen sich im Garten auch an deine Ziergewächse heran. Besonders oft findest du sie dort auf Oleander- und Lorbeerbüschen.

        Auch Zitruspflanzen leiden häufig unter Schildläusen. Das liegt auch daran, dass wir in Gefilden leben, in denen wir Zitrone, Mandarine und Co in Kübeln pflanzen und die Frostbeulen im Winter ins Warme holen. Das gefällt den Schildläusen ausgezeichnet, denn die mögen es gerne trocken und kuschelig warm.

        Sie ziehen dann einfach mit in die Wohnung um und verbringen dort vergnüglich den Winter. Haben sie es einmal ins Haus geschafft, breiten sich die Schildläuse auch mit Vergnügen auf deinen Grünpflanzen aus und du hast bald eine Horde Schildläuse zu bekämpfen.

        Zierpalmen, Sukkulenten und Orchideen mögen sie dabei besonders gerne. Richtig fies ist es, wenn sie in Kakteen einziehen, da kriegst du sie zwischen den Stacheln kaum wieder raus…

        Aber wir verbreiten die Schildläuse dadurch leider nicht nur im Haus. Bringen wir unseren Zitronenbaum im Folgejahr wieder in den Garten, können sich die Schildläuse dort nämlich in aller Seelenruhe an unsere Büsche und Bäume ranmachen. Gar nicht cool!

        Schidläuse auf Zitruspflanzen bekämpfen

        Auch gut zu wissen: Schildläuse haben es besonders auf geschwächte Pflanzen abgesehen. Wenn deine Pflanzen nicht genügend Wasser oder Nährstoffe bekommen, sind sie deshalb eine einfache Beute für die kleinen Übeltäter.

        Aber Achtung, auch überdüngte Pflanzen bieten viel Angriffsfläche. Sie wachsen oft zu schnell und sind dann instabil und nicht besonders widerstandsfähig.

        Zum Glück lassen sich die Schildläuse mit so einfachen Hausmitteln bekämpfen. So, ich hoffe, du bist für die Schildlausjagd jetzt ausreichend gewappnet. Beharrlichkeit zählt sich hier wirklich aus. Dein Zitronenbaum wird es dir danken – und all die anderen Pflanzen auch! :)

        Du möchtest noch ein bisschen auf dem Blog weiterschmökern? Dann schau doch mal bei diesen Artikeln vorbei:

        DIY-Schneckenring: Die Geheimwaffe gegen Schnecken!

        Das hilft wirklich gegen Wühlmäuse

        Erste Hilfe für Tomaten bei Kraut- und Braunfäule

        Musstest du in deinem Garten schon mal Schildläuse bekämpfen? Welches Hausmittel hat sie bei dir am besten in die Flucht gejagt? Ich freue mich über deinen Kommentar!

        Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

        Erntekorb mit Mangold

        Mangold zubereiten: Vom Grünzeug zum Gaumenschmaus

        Dein Mangold wächst prächtig und nun suchst du nach Rezepten, wie du deinen Mangold zubereiten kannst? Was im Garten so viel Freude bringt, sorgt in der Küche nämlich oft für ratlose Gesichter. In Supermärkten sucht man Mangold meistens vergeblich – genauso wie die Mangold-Rezepte in vielen Kochbüchern.

        Damit sich das schleunigst ändert, verrate ich dir hier alles, was du für die Zubereitung von Mangold wissen solltest. Außerdem gibt es meine allerliebsten Mangold-Rezepte obendrein!

        Wenn dir Mangold im Garten noch fehlt, dann erfährst du in meinem Beispiel-Gartenplan, wie du ihn am besten in deine Fruchtfolge integrieren kannst. Den Gartenplan kannst du dir hier ganz schnell und einfach herunterladen:

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          Mangold zubereiten: 5 Techniken

          #1 Fermentierte Mangoldstiele

          Die bunten Mangold-Stiele gewinnen durch die Fermentation ganz neue Aromen dazu. Dabei werden sie säuerlich – das solltest du schon mögen. Leider verlieren die hübschen Stiele nach ein paar Tagen ihre bunte Farbe – aber da drücken wir einfach mal ein Auge zu. ;)

          Mangold zu fermentieren ist super simpel. Außer sterilen alten Passataflaschen, Mangoldstielen und nicht jodiertem Salz brauchst du keine weiteren Zutaten.

          Du schneidest die geputzten Stiele in ca. 1,5 cm große Stücke und füllst sie dicht in deine Flaschen. Das Ganze füllst du dann mit Wasser auf.

          Die Flaschen lässt du nun bei Zimmertemperatur für drei Tage stehen. Am zweiten und dritten Tag wechselst du das Wasser. Dabei wird am dritten Tag, bevor neues Wasser ein- gefüllt wird, pro Flasche ein Teelöffel Salz auf den Mangold gegeben.

          Danach verschließt du die Flaschen fest und drehst sie einmal schnell um sich selbst, um Luftbläschen aus der Flüssigkeit heraus zu bekommen. Anschließend lagerst du sie an einem kühlen und dunklen Ort. Nach einer Woche kannst du den fermentierten Mangold in der Küche zubereiten.

          Mir schmeckt der fermentierte Mangold roh im Salat oder in einer bunten Gemüsepfanne total gut. :)

          Psst: Auch Gurken kannst du auf diese Weise super lecker einlegen! :)

          #2 Gedünsteten Mangold zubereiten

          Mangold, aus dem das meiste Wasser verdunstet ist, bietet eine tolle Grundlage, um allerlei schmackhafte Füllungen daraus zu zaubern – für Quiches, Teigtaschen und Co.

          Dafür dünstest du die kleingeschnittenen Blätter und Stiele bei schwacher Hitze, bis der Mangold so in sich zusammengefallen ist, dass kaum noch Wasser austritt.

          Meine allerliebsten Blätterteigtaschen haben so eine Mangoldfüllung. Mit Feta und Schwarzkümmel, mmmhhhhh…

          Zubereitung von Teigtaschen mit Mangold

          Gedünsteter und gewürzter Mangold ist übrigens auch eine himmlische Beilage. Hast du schon mal Mangoldgemüse zu Fisch und Zitrone probiert? Köstlich!

          Ich gebe beim Dünsten gerne auch schon Zwiebeln und Knoblauch dazu. Wenn ich noch Lauch, Grünkohl oder Spinat im Kühlschrank habe, die dringend gegessen werden wollen, dann finden auch die ihren Platz beim Mangold in der Pfanne.

          #3 Roher Mangold

          Ja, Mangold lässt sich roh essen. Roher Mangold schmeckt aber herber und intensiver als gekochter Mangold. Deshalb setze ich rohen Mangold nur in kleinen Mengen ein. Mein Tipp: Ganz junge, zarte, fein gehackte Mangoldblätter geben deinem Salat ein tolles Geschmackshighlight.

          Oder du mixt aus Mangold, Banane, Zitronensaft und deinen Lieblingszutaten einfach einen grünen Smoothie!

          Roher Mangold enthält allerdings relativ viel Oxalsäure. Die kennt man sonst vor allem von Rhabarber. Oxalsäure ist in größeren Mengen gesundheitsschädigend, daher solltest du keine allzu großen Portionen davon zu dir nehmen.

          Ich will die Pferde aber nicht scheu machen: Du müsstest schon sehr große Mengen rohen Mangold essen, um deine Gesundheit zu strapazieren.

          Es geht dabei auch wirklich nur um rohen Mangold. Durch den Kochprozess wird der Säuregehalt nämlich vermindert. Gekochter Mangold ist daher ganz unbedenklich, davon kannst du also so viel essen, wie du lustig bist.

          Mangold zubereiten
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          #4 Gekochter Mangold

          Natürlich kannst du Mangold ganz klassisch zubereiten, indem du ihn kochst oder blanchierst. Dabei blüht das Stielgemüse so richtig auf. Es lohnt sich allerdings, vor dem Kochen die Stiele aus den Blättern heraus zu schneiden und mit etwas Vorsprung ins Kochwasser zu geben, denn sie brauchen ein bisschen länger, bis sie gar sind.

          Gekocht findet sich Mangold in ganz unterschiedlichen Gerichten wieder: In Gemüselasagne, Kokoscurry oder Risotto – Mangold ist da ein echter Verwandlungskünstler und fügt sich in die unterschiedlichsten Geschmackswelten ein.

          Kurz in kochendem Wasser blanchiert, kannst du übrigens ein tolles Pesto aus deinem Mangold zaubern! Auch für Rouladen eignen sich blanchierte Mangoldblätter ganz hervorragend.

          Gericht mit Mangold zubereitet

          #5 Gegrillte Mangoldstiele

          Wie wär’s mal mit etwas ganz anderem vom Grill? Dann probier doch mal, wie dir die bunten Blätter gegrillt schmecken.

          Mangold bekommt beim Grillen eine leicht rauchige Note. Auf dem Teller rundet das eine „Chimichurri“ Sauce perfekt ab! Das ist eine fruchtig-frische Sauce aus gehackter Petersilie, Knoblauch und Zitronensaft.

          Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen und ich bekomme Lust, Berge von Mangold zu ernten und in der Küche zuzubereiten!

          Mangold zubereiten – der verkannte Alleskönner

          Du siehst, Mangold lässt sich vielfältig in der Küche zubereiten! Aber das ist nicht die einzige Stärke von diesem Kandidaten, denn wenn es eine richtig zuverlässige Gemüsepflanze gibt, dann ist es Mangold. Er muss nicht mühsam vorgezogen werden, sondern kann von Anfang an ins Freiland. Dort wächst er dann genügsam vor sich hin und bietet dir über mehrere Wochen oder sogar Monate treu seine Blätter zur Ernte und ihrer leckeren Zubereitung an.

          Schlechter Boden? Verregneter Sommer? Kühle Nächte? Der robuste Mangold stellt keine Ansprüche an dich und verzeiht dir (fast) alles. Auch Schnecken lassen deine Mangoldpflanzen links liegen, was ziemlich praktisch ist.

          Eigentlich verwunderlich, denn Mangold sieht sooo verlockend aus. Die Blätter und Stiele können je nach Sorte nicht nur weiß, sondern auch gelb, orange, aprikosenfarben, rot oder rosa sein.

          Pssst: Falls dein Mangold bisher immer nur weiß und grün war, dann probier doch bei der nächsten Aussaat mal die Sortenmischung „Rainbow“ aus. Da wird es im Beet dann kunterbunt zugehen, versprochen! Auch die Sorte „Feurio“ bringt richtig viel Farbe ins Beet – tiefrot und feurig!

          Mangoldsorte Rainbow

          Auch im Hochbeet fühlt sich Mangold pudelwohl. Wer dort die besten Beetpartner für ihn sind, erfährst du in diesem Artikel:
           
          Die 9 besten Gemüse für dein Hochbeet!

          Mangold kannst du das gesamte Gartenjahr hindurch ernten und zubereiten. Da er auch eisigen Temperaturen trotzt, bleibt er bis weit in die kalte Jahreszeit hinein stehen und liefert dir seine vitamin- und eisenreichen Blätter auch dann, wenn viele Gemüsepflanzen schon im tiefsten Winterschlaf sind.

          Kein Wunder also, dass die Pflanze in fast jedem Gemüsegarten aus dem ein oder anderen Beet hervorschaut. ;)

          Traumpartner für das Gemüse mit Sti(e)l

          Du baust bereits Berge von Mangold im Garten an und kannst noch ein wenig Inspiration gebrauchen, wie du deinen Mangold clever kombinieren kannst? Dann bitte Bühne frei für die Mangold-Traumpaare!

          • Mangoldlasagne mit Ricottakäse
          • Mangoldrouladen mit Hackfleisch- oder Sojafüllung
          • Fisch im Mangoldmantel
          • Mangoldcurry mit Kokosmilch
          • Mangoldquiche mit Kirschtomaten und Parmesan

          Dir fällt bestimmt noch viiiel mehr ein. Bei der Vielfalt ist deine Lust auf Mangold jetzt hoffentlich geweckt! Und wenn nicht, dann solltest du den Mangold in deiner Beetplanung vielleicht doch lieber durch ein anderes Gemüse ersetzen. ;)

          Du hast Lust, noch ein bisschen weiter zu schmökern? Dann wirst du hier bestimmt fündig:

          Apfelessig selber machen: Einfaches und gelingsicheres Rezept

          Basilikum ernten und trocknen: Dein Sommerfeeling im Glas

          Das leckerste Kimchi-Rezept – Kimchi schnell & einfach selber machen!

          Wie bereitest du deinen Mangold gerne zu? Ich freue mich, wenn du deine liebsten Mangold-Rezepte mit uns teilst!

          Plastikflasche auf einem Stock

          7 geniale Garten-Hacks, die wirklich funktionieren!

          Im Netz gibt es unheimlich viele Videos, die scheinbar geniale Garten-Hacks zeigen, in der Praxis aber überhaupt nicht funktionieren. Ich finde es super ärgerlich, wenn diese Videos Millionen von Menschen erreichen und Millionen Menschen dann feststellen müssen, dass das, was im Video toll aussieht, einfach nicht klappt.

          Aber: Ein paar sehr coole Lifehacks für den Garten gibt es zum Glück doch, die dir das Gärtnerleben wirklich versüßen können. Also, lets go!

          Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

          Garten-Hack #1: Leere Gläser zum Minitreibhaus machen

          Gemüsepflänzchen, die noch in den Kinderschuhen stecken, sind frostempfindlich und noch dazu ein gefundenes Fressen für Schnecken! Damit deine grünen Freunde ihre empfindliche Anfangszeit im Frühjahr und im Herbst unbeschadet überstehen, kannst du mit einem leer gefutterten und sauber gespülten Glas Abhilfe schaffen:

          Für diesen Garten-Hack stülpst du das Glas einfach über die zarten Pflänzchen, um sie vor Wind, Wetter und den fiesen Schleimern zu schützen. Dreh es ruhig ein wenig in den Boden hinein, damit sich keine ungebetenen Gäste hineinschmuggeln können! 

          Mit der Glashaube haben es deine Jungpflanzen kuschelig warm und gemütlich und können frostigen Tagen und Nächten trotzen. Und als Nebeneffekt bleiben Fressfeinde wie die nervigen Schnecken einfach ausgesperrt – die können dann nur noch mit tropfenden Lefzen durch das Glas auf ihr Lieblingsessen schauen. ;)

          Jungpflanze unter Schraubglas

          In deinem Keller schlummert ein ganzer Karton mit gesammelten Gläsern? Alte Schraubgläser kannst du auch prima nutzen, um gedörrte Kräutern einzulagern!

          Du musst bei diesem Garten-Hack aber aufpassen, dass es in dem Glashaus nicht zu heiß wird! Wenn die Sonne da nämlich unablässig draufscheint, können sich im Inneren des Glases schnell mal Temperaturen von über 40 Grad bilden – und dann kochst du dein Gemüse, bevor du es geerntet hast. ;) Deshalb nimmst du in den warmen Stunden des Tages die schützende Hülle ab und setzt sie nachmittags, wenn es kühl wird, wieder auf.

          Hol dir deinen Gemüsegarten-Pflanzplan!

          Hast du schon überlegt, wie du deine Beete bepflanzen möchtest? Mischkultur, Fruchtfolge, Vor-, Haupt- und Nachkultur… da gibt es viel zu beachten! Um dir die Planung zu erleichtern, habe ich einen von vorne bis hinten ausgeklügelten Pflanzplan für dich erstellt. Er hilft dir, deine Beete das ganze Jahr über optimal zu nutzen. Lad ihn dir gerne herunter!

          Garten-Hack #2: Der Plastikflaschen-Trick

          Hast du auch Wühlmäuse im Garten, die dir frech deine Ernte wegfressen und deine Pflanzen ausbuddeln? Gerade im Herbst stürzen sich die Mäuse auf meine Möhren und Süßkartoffeln, sodass für mich nichts mehr übrig bleibt, wenn ich keine Maßnahmen ergreife.

          Daher kommt hier ein einfacher aber genialer Garten-Hack gegen Wühlmäuse:

          Du nimmst einen langen Bambusstab oder einen anderen langen Stock und bohrst ihn da im Beet in die Erde, wo du den letzten Wühlmaus-Angriff hinnehmen musstest. Auf diesen Stab steckst du dann kopfüber eine möglichst große leere Plastikflasche. Der Wind rüttelt die dann hin und her und die Schallwellen und Vibrationen übertragen sich in den Erdboden.

          Das geht den Nagern ordentlich auf die Nerven und sie flüchten vor dieser ständigen Unruhe.

          Garten-Hack Plastikflasche mit Stock

          Wühlmäuse sind allerdings ziemlich hartnäckige Zeitgenossen, deshalb solltest du immer mehrere Abwehrmethoden gleichzeitig anwenden, um ihnen deine Beete so richtig madig zu machen. Du würdest dich ja auch nicht durch ein einzelnes Absperrband auf dem Weg zur deiner Lieblingsschokolade aufhalten lassen, oder? ;)

          Wusstest du, dass ich auch auf YouTube unterwegs bin? Hier ist die Video-Version zum Thema Garten-Hacks:

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          Garten-Hack #3: Upcycling: DIY-Anzuchttöpfchen aus Klopapierrollen

          Leeren Klopapierrollen kannst du, statt sie ins Altpapier zu tun, super ein neues Leben einhauchen: als Anzuchttöpfchen für deine Gemüsesamen!

          Dazu schneidest du sie an einem Ende in gleichmäßigen Abständen viermal ungefähr zwei Zentimeter weit ein und faltest dann die erste Lasche zur Mitte. Jetzt knickst du die zweite Lasche über die erste, die dritte Lasche über die zweite und die vierte Lasche sowohl über die dritte als auch unter die erste Lasche. Das hört sich vielleicht ein wenig verwirrend an, ist aber ganz simpel, wenn du es tust! :)

          Nach dem ganzen Knicken und Stecken hält dein Boden ohne Kleber zusammen. Jetzt drückst du ihn noch flach, damit dein zukünftiges Pflanztöpfchen auch gut stehen kann. Falls die Rollen trotzdem ständig umfallen wollen, nimmst du einfach fünf oder sieben Stück zusammen und stabilisierst sie mit einem Gummiring außen herum.

          Nun füllst du Kompost oder Anzuchterde hinein, holst deine Samentütchen hervor und säst, was das Zeug hält! In einem Untersetzer oder einer niedrigen Wanne bringst du viele solcher Gemüse-Kinderstuben unter und hast so eine kostenlose Jungpflanzenanzucht-Station – ich liebe diesen Garten-Hack!

          Psst, kleiner Tipp: Wenn du pro Rolle nur einen Samen aussäst, oder so pikierst, dass nur eine Pflanze übrig bleibt, kannst du deine Töpfchen später einfach komplett mit der Pflanze darin ins Beet setzen und verletzt so keine zarten Wurzeln!

          Außer Klopapierrollen habe ich noch zwei andere Ideen für dich, wie du plastikfrei Pflanztöpfchen herstellen kannst.

          Garten-Hack #4: Upcycling: Pflanzenschilder aus Plastikabfällen

          Du hast jetzt gaanz viele Aussaaten gemacht und möchtest wissen, wo in deinen Töpfchen was wächst? Dann habe ich hier noch einen tollen Garten-Hack für dich, wie du ganz einfach den Überblick behältst: 

          In unserem Haushalt fallen immer mal wieder Plastikbecher oder Plastikdeckel an und denen gebe ich gerne noch einen zweiten Nutzen, bevor sie in die (gelbe) Tonne wandern. Dafür spüle ich die Deckel gut und schneide sie mit einer Schere* in spitze Dreiecke. Auf diese Dreiecke schreibst du dann mit einem Edding den passenden Gemüsenamen. Dann steckst du deine neuen Pflanzenschilder mit der spitzen Seite in die Erde und schon bist du fertig!

          Weil der Stift wasserfest ist, brauchst du auch keine Angst zu haben, dass sich die Beschriftung mit der Zeit in Wohlgefallen auflöst. So musst du später nicht raten, ob du jetzt auf der linken oder auf der rechten Seite des Untersetzers die neue Salatsorte ausgesät hast oder ob das die vom letzten Jahr war. ;)

          Du kannst übrigens auch aus zerbrochenem Geschirr tolle Pflanzenschilder machen! Das Prinzip ist das gleiche. ;)

          Garten-Hack Klopapierrolle mit Pflanzschild

          Garten-Hack #5: Elektroinstallationsrohre für Kulturschutznetze nutzen

          Kennst du den Spruch “Viel Feind´ viel Ehr?” Auch wenn das keine besonders tolle Aussage ist: Wenn du danach gehst, müssten Kohl und Lauch mit die ehrenhaftesten Gemüsesorten überhaupt sein! ;) Sie haben nämlich so viele Fressfeinde, die es auf sie abgesehen haben, dass ich diese beiden Kandidaten nur unter Kulturschutznetzen anbaue. Und in diesem Garten-Hack geht es darum, wie du das Kulturschutznetz ganz einfach über deine Gemüsezöglinge spannen kannst.

          Damit die Kulturschutznetze einen guten Halt haben und eine sichere runde Schutzhülle um das Gemüse bilden, schneide ich mir aus Elektroinstallationsrohren mit Aluminiumkern lange Stücke ab und biege daraus Bögen.

          In den Boden drücke ich zwei Metallstäbe als Halt und stecke die beiden Enden des Bogens  da jeweils  drauf. Über mehrere dieser Bögen spanne ich dann mein Kulturschutznetz und befestige es mit Holzlatten oder Steinen am Boden. So müssen die fiesen Schädlinge draußen bleiben und können nicht an ihr Lieblingsessen ran. Tja, Pech gehabt, ihr Lieben!

          Psst, kleiner Tipp:  Im Winter machst du das Kulturschutznetz runter und ersetzt es durch ein Wintervlies. So haben es deine Gemüse kuschelig warm und müssen nicht frieren, wenn es draußen ungemütlich wird!

          Garten-Hack #6: Geteilte Freude ist doppelte Freude: Aus einer Pflanzkartoffel zwei machen

          Falls du feststellst, dass du zu wenig Pflanzkartoffeln hast, um deinen geplanten Kartoffelacker zu bestücken, habe ich einen ganz simplen Tipp für dich: Schneide doch deine Pflanzkartoffeln mit einem scharfen Messer so durch, dass an jeder Hälfte Augen sind. Nein, nicht damit ihr euch ständig verliebte Blicke zuwerfen könnt. Deine Kartoffeln kommen ja sowieso in die Erde. ;)

          Im Ernst: Augen nennt man die kleinen Knubbel an den Kartoffeln, aus denen später die Kartoffelkeime wachsen. Und wenn an einer Hälfte keine Augen sind, wächst da auch nichts raus – deshalb musst du bei deinem Schnitt aufpassen, dass du danach auch wirklich zwei neue Pflanzkartoffeln hast und nicht nur eine, von der ein Stück fehlt. Solltest du ein Exemplar mit ganz vielen Augen haben, kannst du deine Kartoffel sogar auch zweimal durchschneiden.

          Kartoffel durchgeschnitten

          Die frischen Schnittflächen bieten Keimen und Krankheitserregern allerdings eine weit offene Eintrittspforte. Deshalb lässt du sie erst mal gut abtrocknen, bevor du deine Kartoffeln in die Erde bringst.

          Wenn dir das zu lange dauert, kannst du sie auch in Pflanzenkohle tunken, mit der du sonst deinem Boden etwas Gutes tust. Die verschließt die Schnittwunden nämlich zuverlässig und schnell. 

          Schon gewusst: Kartoffeln kannst du übrigens nicht nur im Frühjahr, sondern auch im Herbst pflanzen!

          Du dachtest, das war es jetzt? Ha, falsch gedacht, einen hab ich noch! :)

          Garten-Hack #7: Bau dir einen DIY-Schneckenkragen

          Falls du deine Gemüsezöglinge nämlich gegen eine Schneckenarmada verteidigen musst, kannst du ihnen aus leeren Joghurtbechern ganz einfach einen Schneckenkragen basteln. Dann haben die Schleimer das Nachsehen und du fröhliche Jungpflanzen, die sich prächtig entwickeln!

          Mit allen diesen DIY Lifehacks für den Garten habe ich die besten Erfahrungen gemacht und kann dir versichern, dass sie wirklich funktionieren. Und macht es nicht total Spaß, aus Dingen, die eigentlich schon Abfall waren, neue und praktische Sachen zu herzustellen?

          Falls du durch die Garten-Hacks noch mehr Lust bekommen hast, ganz mühelos zu gärtnern, stöbere gerne hier weiter:

          So startest du deinen 3h/Woche-Selbstversorger-Garten!

          Gemüsegarten anlegen in 7 einfachen Schritten

          Kompost bauen: Einfach, schnell und stabil!

          Kennst du auch coole DIY Garten Hacks, die wirklich funktionieren? Ich bin gespannt darauf, was du an genialen Tricks auf Lager hast!

          *Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.