Kartoffelkäfer bekämpfen ist super wichtig, wenn du Kartoffeln anbaust und diese gestreiften kleinen Plagegeister entdeckst. Sie können sonst deine ganze Ernte vernichten! Dafür brauchst du aber keine Chemie: Ich zeige dir, wie du sie mit natürlichen Mitteln ganz schnell wieder loswirst.
Orange und prächtig leuchtet die Kartoffelkäfer Larve im Sommer zwischen den Kartoffelblättern hervor, aber leider ist dieser Anblick kein Grund zur Freude. Denn der Kartoffelkäfer vertilgt deine Kartoffelpflanzen! Er hat in unseren Breitengraden quasi keine natürlichen Feinde – deshalb kann das Tierchen sich gut vermehren und im Gemüsegarten zur Plage werden.
Aber du kannst den Kartoffelkäfer bekämpfen – zum Beispiel mit einer guten Fruchtfolge.
Fruchtfolge bedeutet, dass du eine Gemüsesorte nicht jedes Jahr auf demselben Beet anbaust, sondern den Standort immer wechselst. Dadurch können sich Schädlinge und Krankheiten schwerer ausbreiten. Das gilt auch für den Kartoffelkäfer! Er überwintert als ausgewachsener Käfer im Boden eines Beetes. Im Frühjahr krabbelt er aus der Erde und geht auf die Suche nach seinem Lieblingsfutter – den Kartoffelpflanzen. Stehen die dann direkt vor seiner Nase, hat er ein leichtes Spiel, kann sofort losfuttern und sich wunderbar vermehren. Wenn du deine Kartoffeln aber in diesem Jahr auf einem anderen Beet angebaut hast, muss sich der Käfer erst auf die Suche nach ihnen machen.
Eine dicke Mulchschicht um deine Kartoffelpflanzen herum verwirrt den Käfer zusätzlich: Er erkennt dadurch seine Leibspeise nicht so gut.
Auch einige Gemüsesorten können den Kartoffelkäfer durch ihren Geruch verwirren. Welche Beetpartner sich für deine Kartoffeln oder anderes Gemüse deshalb besonders gut eignen, kannst du ganz easy peasy in meiner Mischkulturtabelle sehen. Lad sie dir gerne hier herunter:
Übersichtstabelle:Kartoffelkäfer bekämpfen ohne Chemie
Wenn es der Kartoffelkäfer auf deine Kartoffelpflanzen geschafft hat, sind deine Kartoffeln noch nicht verloren. Denn auch ganz ohne Chemie kannst du wirkungsvoll den Kartoffelkäfer bekämpfen! Ich habe dir eine Übersichtstabelle gemacht, damit du alle Möglichkeiten schnell auf einen Blick findest.
Kartoffelkäfer Larve und Kartoffelkäfer Eier erkennen
Bevor du die Kartoffelkäfer bekämpfen kannst, musst du sie erstmal erkennen. Aber das ist gar nicht schwierig! Denn alles an den Käfern ist auffällig. Bereits die Eier leuchten knallgelb-orange unter dem Kartoffelblatt hervor. Aus ihnen schlüpfen orange Larven, die sich zusätzlich mit schwarzen Punkten schmücken. Der ausgewachsene Kartoffelkäfer schließlich fällt durch seinen gelb-schwarz gestreiften Panzer auf.
Dadurch heben sich Eier, Larven und der Kartoffelkäfer deutlich von den grünen Kartoffelpflanzen ab – und du musst nicht lange nach ihnen suchen!
In der Natur bedeuten knallige Farben häufig: Achtung giftig! Ganz so schlimm ist es beim Kartoffelkäfer nicht, aber unappetitlich ist der Kartoffelkäfer für eventuelle Fressfeinde schon. Denn sein Lieblingsessen, Nachtschattengewächse wie die Kartoffel, enthält reichlich Solanin und der Käfer nimmt das bei seinen Fressorgien mit auf. Potenzielle natürliche Feinde hält das davon ab, sich den Bauch mit Kartoffelkäfern vollzuschlagen.
Du möchtest dein Gemüse möglichst mühelos und ohne Schädlinge anbauen? Dann komm doch in meinen Kurs „Gemüsegarten starten“! Da zeige ich dir in vielen Videos und Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie du mit viel Spaß ohne viel Zeit eine fette Ernte einfährst. Ich freue mich, wenn du Teil unserer Gartencrew wirst! :)
Und hier kommen nun meine 5 ultimativen Tipps zum Kartoffelkäfer bekämpfen:
1. Tipp: Kulturschutznetz spannen
Wenn du ein engmaschiges Kulturschutznetz über deine Kartoffeln spannst, gelangen die Käfer nicht zu den Kartoffelpflanzen, um dort ihre Eier an die Blattunterseite zu legen. Die Voraussetzung dafür, dass das wirklich gut funktioniert, ist allerdings, dass im Vorjahr keine Kartoffeln auf diesem Beet gestanden haben. Denn sonst krabbeln die im Boden überwinternden Kartoffelkäfer im Frühjahr aus der Erde und sind unter dem Netz völlig ungestört – und das wäre wirklich ärgerlich! ;)
2. Tipp: Kartoffelkäfer bekämpfen: Absammeln und Eier abstreifen
Bei einem kleinen Kartoffelbeet kannst du dir das Absammeln der Kartoffelkäfer und das Abstreifen der Eier gut zur Routine machen! Wenn du dich für diese Methode entscheidest, stellst du am besten immer einen Eimer oder ein Glas griffbereit. So kannst du schnell und einfach die Eier von den Blättern entfernen und sowohl Käfer als auch Schnecken einsammeln. Fang am besten so bald wie möglich mit dem Absammeln an – die Menge an Kartoffelkäfern und anderen Schädlingen kannst du so von Anfang an gering halten.
3. Tipp: Gesteinsmehl
Kartoffelkäfer mögen es nicht gern schmutzig! Das kannst du dir zunutze machen und die Blätter deiner Kartoffeln gründlich mit Gesteinsmehl einstäuben. Bis zum nächsten Regenschauer hält der Gesteinsstaub auf den Blättern, deshalb funktioniert diese Methode bei schönem Sonnenwetter sehr gut. Wenn es regnet, solltest du aber die Larven und Kartoffelkäfer zusätzlich absammeln. Eine Kombination der beiden Methoden ist natürlich am wirkungsvollsten beim Kartoffelkäfer bekämpfen!
Auch gegen Erdflöhe wirkt Gesteinsmehl übrigens wunderbar!
4. Tipp: Neem-Öl und Bt-Präparat
Der Kartoffelkäfer entwickelt sich über insgesamt vier Larvenstadien zum erwachsenen Käfer. Die ersten drei Larvenstadien des Kartoffelkäfers kannst du mit Neem-Öl einsprühen, denn junge Larven vertragen die Inhaltsstoffe des Öls nicht. Nach der Behandlung sterben sie deshalb ab, ganz im Gegensatz zum ausgewachsenen Käfer. Der kann die Wirkstoffe nämlich problemlos abbauen! Du solltest deshalb möglichst frühzeitig mit Neem-Öl den Kartoffelkäfer bekämpfen. Weil Regen das Neem-Öl von den Blättern spült, wendest du es möglichst während einer längeren Trockenperiode an.
Statt Neem-Öl kannst du auch mit einem mit einem Bt-Präparat den Kartoffelkäfer bekämpfen. Der Bacillus thuringiensis wirkt aber wie das Neem-Öl nur bei den Larven. Außerdem verliert er seine Wirksamkeit durch UV-Licht, Regen und Temperaturen über 30° C. Das bedeutet, dass du mit der Behandlung am besten abends beginnst, wenn es tagsüber nicht wärmer als 25° C wird und länger kein Regen angesagt ist.
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5. Tipp: Meerrettich, Minze und Rainfarn
Auch einige Pflanzen kannst du im Garten einsetzen, um den fiesen Käfer zu vertreiben. Sie riechen intensiv und verderben dem gestreiften Burschen entweder den Appetit oder verwirren ihn, sodass er nicht mehr zu seinem Lieblingsessen findet. Aus Meerrettich, Minze oder Rainfarn kannst du auch einen Sud herstellen und deine Kartoffelpflanzen damit einsprühen. Der Kartoffelkäfer wird dann seine sonst so geliebte Leibspeise verschmähen.
Lade dir doch noch schnell die Mischkulturtabelle herunter, damit du geeignete Beetpartner für deine Kartoffeln findest!
Der Kartoffelkäfer ist ein Schädling im Gemüsebeet, der deine gesamte Ernte vernichten kann, wenn du nichts gegen ihn tust. Am besten kannst du den Kartoffelkäfer bekämpfen, wenn du mehrere Maßnahmen miteinander kombinierst und so den Schaden an deinen Kartoffelpflanzen gering hältst.
Nicht nur der Kartoffelkäfer, auch andere Schädlinge machen dir zu schaffen? Dann lies gerne hier weiter:
Mangold anbauen ist ganz einfach! Ich zeige dir, wie du Mangold in deinen Garten holst und seine Vielfalt entdeckst. Du wirst sehen, Mangold ist so unkompliziert wie kaum ein zweites Gemüse!
Du willst dir Mangold ins Beet holen? Super! Die farbenfrohe Schwester vom Spinat ist schon im Garten ein Augenschmaus – und in der Küche erst! Nach der Ernte kannst du richtig viele Leckereien aus den bunten Blättern und Stielen zaubern!
Es gibt auch etliche Mangoldsorten, die klassisch grün sind und dem Spinat optisch viel mehr ähneln als all die bunten Paradiesvögel – die sind natürlich auch super lecker! Aber so ein buntes Mangoldbeet mit roten, pinken und gelben Stielen stiehlt jedem Spinatbeet einfach die Show. ;)
Mit Mangold hast du strenggenommen nicht nur ein, sondern gleich zwei Gemüse im Beet. Denn sowohl Stiele als auch Blätter lassen sich ganz unterschiedlich verwerten – und bieten dir unzählige Möglichkeiten, deiner Kreativität in der Küche freien Lauf zu lassen. Wie wär’s mal mit Mangoldquiche oder fermentierten Mangoldstielen? Yams!
Mangold ist kein anspruchsvolles Gemüse. Sogar Gemüsebegeisterten ohne grünen Daumen wird er treu eine üppige Ernte liefern, da bin ich mir sicher!
Mangold punktet auch damit, dass du ihn so gut wie immer ernten kannst. Mangold anbauen funktioniert nämlich rund um’s Jahr! Er wächst und gedeiht auch bei kühlen Temperaturen und kann gerade auch in der kalten Jahreszeit deinen Appetit auf frisches Blattgemüse stillen.
Mit einer cleveren Erntemethode und ein paar Tricks rund um die richtige Aussaat kannst du dich mit dem bunten Grünzeug komplett selbst versorgen! Damit du keinen Saattermin mehr verpasst, gibt es hier als kleine Überraschung meinen Aussaatkalender zum Download: Trag einfach deine E-Mail-Adresse ein und schon flattert der Kalender in dein Postfach!
Mangoldsorten: Welche darf’s denn sein?
Vielleicht ist dir schon mal aufgefallen, dass die Samen von Mangold denen der Roten Bete sehr ähnlich sehen? Das ist kein Wunder, denn die beiden sind eng miteinander verwandt. Bei manchen Mangoldsorten ist es sogar richtig kniffelig, die Jungpflanzen von Rote Bete Pflanzen zu unterscheiden: Die Blätter sehen sich zum Verwechseln ähnlich! Also: Nach der Aussaat nicht vergessen, die Töpfchen oder Beetreihen zu beschriften! ;)
Andere Sorten unterscheiden sich da viel mehr von ihrer kugeligen, roten Tante. Mangold deckt wirklich eine breite Palette an Sorten und Erscheinungsbildern ab. Da wäre erst einmal die Unterscheidung in Blatt- und Stielsorten. Die Blattsorten sind am ehesten mit Spinat vergleichbar (der ist übrigens ebenfalls Teil derselben Pflanzenfamilie). Sie bilden ein üppiges Blatt aus – ein echtes Blattgemüse eben.
Stielsorten hingegen haben eher weniger Blattwerk – dafür aber einen ausgeprägten Stiel. Die Stiele eignen sich hervorragend zum Blanchieren oder Fermentieren. Sie leuchten dabei von einem zarten Hellrosa über Knallpink bis hin zum Sonnengelb. Ein paar Sorten sind sogar tiefrot. Ist dieses Farbenspiel nicht wunderschön?
Damit du die perfekte Mangoldsorte für Dich und dein Gemüsebeet auswählen kannst, findest du hier einen Überblick über einige Mangoldsorten und ihren Eigenschaften. Interessierst du dich auch für Tomatensorten? Dann schau doch mal in diesem Artikel! Dort verrate ich dir meine fünf absoluten Favoriten unter den Tomaten!
Sorte
Typ
Farbe
Anbau
Eigenschaften
Rainbow
Stielsorte
Bunt
Winteranbau im Gewächshaus
bunte Mischung mit leuchtend schönen Stielen
Roter Vulkan
Stielsorte
Rot
übersteht leichte Fröste
dekorativ und lecker
Feurio
Alleskönner
Rot
übersteht leichte Fröste
wunderschön, auch als Baby Leaf lecker
Lucullus
Alleskönner
Hellgrün
übersteht leichte Fröste
sehr wüchsig
Bright Yellow
Stielsorte
Gelb
winterhart
auch als Baby Leaf lecker
Walliser
Stielsorte
Weiß
schossfest
lange Beerntbarkeit
Verde da Taglio
Blattsorte
Grün
schossfest
zarte Blätter
Rhubarb Chard
Stielsorte
Rot
übersteht leichte Fröste
kräftiges Aroma
Fordhook Giant
Stielsorte
Weiß
schossfest und winterhart
starker Wuchs
Orange Glory
Stielsorte
Orange
winterhart
sehr dekorativ
Pink Passion
Stielsorte
Pink
winterhart
zarte Blätter
Pirol
Alleskönner
Gelb
übersteht leichte Fröste
wunderschön, auch als Baby Leaf lecker
Peppermint Twist
Stielsorte
Weiß-Pink gestreift
winterhart
sehr dekorativ
Grüner Schnitt
Blattsorte
Grün
winterhart
mehrmaliger Schnitt
Joy’s Midnight
Stielsorte
Rot
winterhart
gutes Wintergemüse
Mangold anbauen: Vorzucht oder Direktsaat?
Du hast die Qual der Wahl – beim Mangold anbauen ist alles möglich! Allerdings kommt es ein wenig auf den Zeitpunkt an: Du solltest Mangold nicht zu früh im Freien aussäen, denn die kalten Nächte im März könnten die Pflanze bereits richtig früh zum Blühen anregen. Möchtest du deinen Mangold so früh wie möglich ernten, ziehst du ihn daher im Haus vor.
Mangold im Haus vorziehen:
Je nach Sorte von Ende Februar bis Mitte August möglich
Für Stielsorten gut geeignet
Spart Saatgut, weil du die Anzahl der Jungpflanzen gut planen kannst
Damit du rund ums Jahr frische Mangoldblätter ernten kannst, planst du am besten zwei versetze Aussaaten im Jahr ein. Dadurch hast du immer Mangoldpflanzen verschiedenen Alters gleichzeitig in deinen Beeten. So hast du ein größeres Erntefenster und bist außerdem so flexibel, dass du den Pflanzen zwischen dem Beernten Pausen gönnen kannst, sodass sie sich immer wieder erholen und für die nächste Ernte nachwachsen können.
Diese clevere Anbauplanung nennt sich „gestaffelte Aussaat“. Zwei gute Zeitpunkte für die Aussaat von Mangold sind Anfang April und Mitte Juli. Auch für viele andere Gemüse lohnt sich eine gestaffelte Aussaat übrigens sehr. In meinem „Gemüsegarten starten-Onlinekurs“ steigen wir noch tiefer in die Gartenplanung ein, um einen richtig produktiven Gemüsegarten anzulegen, der dir wenig Arbeit macht und deinen Erntekorb ordentlich füllt. Ich würde mich freuen, wenn du dabei bist!
Mangold vorziehen: Schritt für Schritt
Schritt 1: Die Mangoldsamen steckst du circa 2 cm tief in mit Kompost gefüllten Anzuchttöpfe. Pro Topf verwendest du dabei nur einen Samen. Zur Anzucht kannst du Pflanzerde oder ausgereiften Grüngutkompost verwenden. Die Erde gießt du gut an und stellst sie bei 18-20 Grad an einen hellen Ort.
Schritt 2: Ab dem Zeitpunkt, wenn deine Pflanzen ihre Köpfe aus der Erde strecken, brauchen sie richtig viel Licht. Die kuschelig warme Temperatur ist jetzt nicht mehr so wichtig, nun darf es ruhig ein paar Grad kühler sein. Hast du ein Gewächshaus, kannst du deine Pflänzchen dort hineinstellen. Wenn es nachts noch sehr kalt ist, holst du sie abends ins Haus oder deckst sie mit einem schützenden Vlies ab. Hast du kein Gewächshaus, kannst du das junge Gemüse unter eine Pflanzlampe stellen.
Schritt 3: Die Samen des Mangolds sind eine sogenannte „Sammelsaat“. Das bedeutet, dass mehrere Pflänzchen aus einem Samenkorn wachsen. Zeigt sich pro Topf mehr als eine Mangoldpflanze, pikierst du sie in einzelne Töpfe, sobald die ersten echten Blätter da sind.
Wenn deine Mangoldpflanzen 5-10 cm groß sind, ist es Zeit, sie auszupflanzen!
Mangold mag ein sonniges bis halbschattiges Plätzchen mit einem lockeren, humosen Boden. Als Mittelzehrer reicht es ihm, wenn du dein Beet mit Kompost düngst.
Die Mangoldpflanzen baust du mit einem Reihenabstand von 30 cm und, je nach Sorte, einem Pflanzabstand von 5-20 cm an. Blattmangoldsorten kannst du eher enger pflanzen (5 cm) und Stielmangoldsorten setzt du weiter auseinander (20 cm). Möchtest du per Direktsaat deinen Mangold anbauen, kannst du einfach gleich diese Abstände beim Aussäen im Beet einhalten.
Wenn die Nächte nach der Pflanzung oder der Aussaat noch knackig frisch sind, dann kuschelst du deine jungen Mangoldpflanzen nachts in ein wärmendes Vlies ein.
Damit er schön zarte Blätter bekommt, braucht Mangold ausreichend Feuchtigkeit. Ein super Trick, um deinen Boden vor dem Austrocknen zu schützen, ist eine dicke Mulchschicht. Sie verhindert eine schnelle Verdunstung und hält das Regenwasser fest.
Mischkultur: Gute Nachbarn sind (Man)Gold wert
Mangold ist relativ anspruchslos und verträgt sich mit vielen anderen Gemüsesorten. Du kannst ihn mit Hülsenfrüchten wie Bohnen und Erbsen, mit Kohlgewächsen wie Radieschen, Grünkohl oder Kopfkohl und mit Doldenblütern wie Karotten und Pastinaken anbauen.
Mangold gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse und ist eng mit der Roten Bete und der Zuckerrübe verwandt. Alle drei gehören zur Art Beta vulgaris. Wegen dieser nahen Verwandtschaft solltest du Rüben und Rote Bete nicht neben Mangold anbauen. Sie sind sich einfach zu ähnlich, konkurrieren um die gleichen Nährstoffe, und locken dieselben Schädlinge und Krankheiten an. Auch Spinat gehört zur engeren Familie und sollte daher im Beet lieber auf Abstand bleiben.
Mangold anbauen: Die Ernte
Ungefähr sechs bis zehn Wochen nach der Pflanzung kannst du die ersten Mangoldblätter ernten. Dazu schneidest du die größeren Blätter außen an der Pflanze mit einem Messer ab. Die inneren, jungen Blätter – das sogenannte Herz – lässt du stehen und weiterwachsen. So kann die Mangoldpflanze immer wieder neu austreiben und du kannst kontinuierlich über einen langen Zeitraum hinweg ernten.
Alternativ dazu kannst du der Pflanze einen Radikalschnitt verpassen und alle Blätter ernten. Gängig ist das besonders für das Ernten von Blattsorten. So ist die Ernte ratzfatz erledigt und du hast eine etwas größere Ausbeute. Dein Mangold wird auch nach dieser etwas rabiateren Erntemethode wieder austreiben, braucht aber viel länger dafür, als wenn du das Herz stehen lässt. Wichtig dabei ist, dass du die unteren Zentimeter stehen lässt. Wenn es gerade trocken ist, dann gönn deiner Mangoldpflanze nach der Ernte ruhig etwas Wasser aus der Gießkanne. So kannst du den Blattaustrieb anregen.
Viele Mangoldsorten überstehen sogar den Winter – du kannst sie einfach das ganze Jahr über ernten. Im zweiten Jahr gehen sie allerdings irgendwann in die Blüte und bilden Samen aus. Das ist dann ein Zeichen, dass es auch für dich als Gärtner*in Zeit für eine neue Generation Mangold ist. Denk daran, rechtzeitig wieder mit der Aussaat zu beginnen, damit du nicht irgendwann auf dem Trockenen sitzt. Ich trage mir die Saattermine gerne lange im Voraus in meinen Aussaatkalender ein – dann kann nichts mehr schief gehen!
Aber bevor es nach der Ernte schon wieder an die Aussaat geht, heißt es: Ran an die Töpfe und Kochlöffel – lass dir deinen Mangold schmecken! Rezeptideen für die bunten Blätter und Stiele findest du in meinem Artikel „Mangold zubereiten: Vom Grünzeug zum Gaumenschmaus“.
Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!
Kleiner Tipp vorab: Große Mangoldblätter kannst du blanchieren und wie Weinblätter befüllen. Diese Art der Zubereitung findest du im Mittelmeerraum immer wieder. Da läuft mir das Wasser im Mund zusammen, wenn ich nur daran denke … :)
Mangold anbauen ist ganz einfach. Nach der Wahl der passenden Sorte ist die größte Hürde wohl schon überwunden. Ich liebe ja die Sortenmischung „Rainbow“! Dieser Mangold wächst im Beet kunterbunt durcheinander und schmeckt richtig gut! Mit der gestaffelten Aussaat kannst du die ganze Saison über junge, zarte Blätter ernten und genießen. Na, wie wäre es mal mit einem Mangoldrisotto oder einer Mangoldlasagne?
Drei weitere Gemüsekulturen, die bei dir im Garten garantiert wachsen und gedeihen werden, sind Zucchini, Kohlrabi und Kürbis. Stöber gerne hier weiter, wenn dein Gemüsehunger sich einfach nicht stillen lässt:
Ein Hochbeet anlegen ist eine tolle Sache – für dich, weil du dich nicht bücken musst beim Gärtnern und für deine grünen Freunde, weil sie es durch die besondere Befüllung kuschelig warm haben und immer genügend Futter da ist. So machst du dein Gemüse glücklich und fährst gleichzeitig bequem eine dicke Ernte ein. Ich zeige dir, was rund ums Thema Hochbeet anlegen wichtig ist!
Wenn du ein Hochbeet anlegen möchtest, solltest du nicht einfach in deinen Garten oder auf deinen Balkon rennen und wild loslegen. Mit einer guten Planung hast du nämlich lange Freude an deinem Hochbeet und kannst alle seine Vorteile prima nutzen!
Hochbeet Standort: Welcher Platz ist am besten?
Für dein neues Hochbeet ist ein sonniges, windgeschütztes Plätzchen in Ost-West-Ausrichtung ideal. Das heißt, dass die schmalen Seiten in Richtung Ost-West zeigen und die langen Seiten dementsprechend nach Nord-Süd.
So scheint die Sonne auf die gesamte Längsseite deines Hochbeetes und kann die Erde schnell erwärmen. Das ist auch ideal, wenn du für dein Hochbeet einen Frühbeetkasten-Aufsatz nutzen möchtest: Der schräge Deckel öffnet sich nach Süden und der Lichteinfall ist so groß wie möglich. Du musst bei der Hochbeet-Bepflanzung dann aber darauf achten, höhere Pflanzen auf die Nordseite zu setzen, damit sie niedrigerem Gemüse nicht die Sonne klauen.
Auch wenn du dir ein Balkon-Hochbeet anlegen möchtest, solltest du auf die Lichtverhältnisse achten. In welche Himmelsrichtung liegt dein Balkon? Wie viele Stunden können sich deine Pflänzchen die Sonne auf die Blätter scheinen lassen?
Es sollten mindestens fünf Stunden direktes Sonnenlicht sein, sonst macht ein Hochbeet auf dem Balkon keinen Sinn: Dein Gemüse würde bei so viel Schatten beleidigt klein und mickrig bleiben.
Nebenbei gesagt: Ein Wasseranschluss in Hochbeet-Nähe ist auch richtig richtig genial. Das erspart es dir nämlich, deine Gießkannen über eine lange Strecke schleppen zu müssen!
Wann ist der ideale Zeitpunkt zum Hochbeet anlegen?
Der beste Zeitpunkt zum Hochbeet anlegen ist der Herbst! Da fällt nämlich viel Strauch- und Gehölzschnitt an, den du super für die verschiedenen Hochbeet Schichten verwenden kannst. Falls du sowas nicht hast, geben dir deine Nachbarn ihr Grüngut bestimmt sehr gerne ab, statt es wegzufahren. :)
Nach dem Hochbeet befüllen kann sich das Material über den Winter setzen und ein langsamer Rotteprozess beginnt. Im Frühjahr hast du dann einen perfekt vorbereiteten nährstoffreichen Boden und kannst mit Säen und Pflanzen loslegen.
Aber keine Sorge: Wenn du es im Herbst einfach nicht geschafft hast, kannst du auch noch im Frühjahr dein Hochbeet anlegen und befüllen. Du musst dann nur damit rechnen, dass die Hochbeet Füllung während der Pflanzperiode absinkt.
Säen und Pflanzen machen dir zwar viel Spaß, aber du findest es super stressig, alle Termine im Auge zu behalten? Dann lad dir doch meinen Aussaatkalender herunter! Da habe ich dir alle wichtigen Zeitpunkte zum Säen und Pflanzen ausgeknobelt und auch eine gestaffelte Aussaat berücksichtigt. So weißt du ganz entspannt, welche Arbeit wann im Garten anfällt.
Trag dich gerne hier ein:
Welches Material ist für mein Hochbeet am besten geeignet?
Dein Hochbeet kann aus Holz, Metall, Steinen oder auch Kunststoff bestehen. Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile. Meine Tabelle soll dir dabei helfen, dich für ein Material zu entscheiden!
Material
Vorteile
Nachteile
Holz
nachhaltiger Rohstoff fügt sich harmonisch ins Balkon- oder Gartenbild ein stabil Lärche, Eiche oder Douglasie sind besonders witterungsbeständig
verrottet Bretter wölben sich durch die Witterung auf Herkunft und Behandlung nicht immer nachvollziehbar
Metall (Coton-Stahl)
unverwüstlich dünne Wandstärke speichert Wärme, was im Frühling/Herbst praktisch ist
teuer Patina muss gefallen Erde trocknet im Sommer schneller aus, weil das Material Wärme speichert
Steine
natürliches Material attraktives Gartenelement speichern Wärme und Feuchtigkeit unverwüstlich
teuer hohes Gewicht Erde trocknet im Sommer schneller aus, weil das Material Wärme speichert
Gabionen
Bausätze in vielen Formen einfach aufzubauen und zu befüllen
teuer hohes Gewicht durch die Befüllung mit Steinen dicke Wandstärke: braucht viel Platz
Kunststoff
leicht, daher für Balkone gut geeignet günstig viele Formen
nicht immer UV beständig erzeugt Plastikmüll nicht sehr stabil optisch nicht immer ansprechend
Na, hast du dich schon entschieden? Dann kann´s ja losgehen mit den Bauarbeiten! :)
Hochbeet anlegen und selber bauen: Sei Bob der Baumeister!
An den Boden des Hochbeets tackerst du ein Gitter zum Schutz vor den frechen Wühlmäusen. Die Maschenweite darf aber nicht größer sein als 13 Millimeter, sonst quetschen sich die Nager da nämlich auf der Suche nach leckerem Gemüse problemlos durch!
Die unterste Reihe Bretter sollte möglichst keinen Bodenkontakt haben, damit sie nicht so schnell zu faulen beginnt. Deshalb machst du ein Fundament aus feinem Kies und bettest Kantsteine hinein, auf die du das Hochbeet stellst. So liegt das Wühlmausgitter auf dem Kies auf und reißt nicht aus, wenn die Befüllung darauf kommt.
Dann kannst du noch die Hochbeet-Innenseiten mit Folie auskleiden. Das schützt das Holz vor Feuchtigkeit. Geeignet sind Noppenbahnen für den Mauerwerkschutz oder Noppenfolie für den Garten. Teichfolie oder PE Folie kannst du ebenfalls verwenden.
Du möchtest lieber ein Hochbeet anlegen, das niedriger ist, zum Beispiel für ein Kräuter-Hochbeet? Dann habe ich eine super „Hochbeet-selber-bauen-Anleitung“ für dich!
Denk beim Einkauf für dein Hochbeet auch an Dinge wie Folie, Schrauben, Tackerklammern, Wühlmausschutz, Lasur und Pinsel. So hast du alles für dein Hochbeet DIY zu Hause und musst nicht nochmal extra los!
Wenn dir das Hochbeet bauen zu aufwändig ist, kannst du natürlich auch ein fertiges Hochbeet kaufen. Es sollte aus hochwertigem, stabilen Material bestehen, mit dem du gut über viele Jahre hinweg gärtnern kannst.
Falls du ein Hochbeet aus Kunststoff kaufen möchtest, achte darauf, dass es aus Recycling Kunststoff besteht und dass es einigermaßen stabil gebaut ist. Wenn das Hochbeet dann auch noch gut aussieht, hast du alles richtig gemacht. ;)
Hochbeet anlegen und befüllen: Schicht(en) machen
Für die Hochbeet-Füllung brauchst du verschiedene Hochbeet-Schichten. Du beginnst mit grobem Strauchwerk ganz unten und endest oben mit ausgereiftem, feinkrümeligen Kompost.
Solltest du nirgendwo an Kompost kommen und auch selber noch nicht genügend davon hergestellt haben, kannst du beim Hochbeet anlegen auch eine gute Pflanzerde als abschließende Schicht verwenden. Dann arbeitest du noch ein paar Handvoll Pflanzenkohle* und Urgesteinsmehl* leicht in die Oberfläche ein.
Bevor du pflanzt oder säst, lockerst du die Erde vorsichtig mit einer kleinen Handhacke auf. So können deine Gemüsezöglinge ihre zarten Wurzeln ganz ungehindert tief in die Erde stecken und dort Wasser und Nährstoffe tanken.
Du fängst gerade erst an, Gemüse anzubauen? Wie du ganz easypeasy dein Gemüse selber anbaust und dafür sorgst, dass es prächtig wächst und eine tolle Ernte einbringt, erfährst du in meinem Kurs Gemüsegarten starten*. Ich würde mich riesig freuen, wenn du Teil unserer Gartensuchti-Gemeinschaft wirst! :)
Hochbeet bepflanzen: Alle Mann an Deck!
Du bist fertig mit Hochbeet anlegen und nur die Hochbeet Bepflanzung fehlt noch?
Dann pflanzt du da am besten die Gemüse an, die du am liebsten isst! Diese Kandidaten sortierst du nach Pflanzenfamilien und gibst ihnen Beetnachbarn, mit denen sie sich besonders gut verstehen. Wie das genau geht, zeige ich dir in meinem Artikel Hochbeet bepflanzen – So geht´s ganz einfach!
Bestimmte Gemüsesorten fühlen sich im Hochbeet besonders wohl, andere sind nicht so gut dafür geeignet, weil sie zum Beispiel zu hoch werden. Dann brauchst du für die Ernte eine Leiter. ;) Meine Lieblings-Hochbeet-Pflanzen sind bewährte Kandidaten für den Anbau in luftiger Höhe – ich kann sie dir wärmstens empfehlen! :)
Psst: Als Hochbeet Pflanzen eignen sich nicht nur Gemüse, auch Kräuter stehen super gern in erhöhter Lage. Wie wäre es mal mit einem Kräuterhochbeet?
Gemüse Hochbeet pflegen: Die drei Pflegestufen
Wenn du nun alle Premiumplätze in deinem Hochbeet vergeben hast, beginnt das Hegen und Pflegen deiner grünen Zöglinge. Dafür eignen sich Gartengeräte mit halblangem Stiel am besten, weil du ja auf Arbeitshöhe gärtnerst und nicht auf dem Boden.
Auch die Gießkanne eine Nummer kleiner erleichtert dir das Arbeiten, weil sie nicht so viel Gewicht hat und sich gut hochheben lässt. Deine Pflänzchen und Aussaaten brauchen jetzt neben viel Liebe auch hin und wieder dreifache Pflege: Gießen, mulchen und düngen. Dann wachsen sie prächtig heran und belohnen dich mit einer dicken Ernte!
Sollte sich die Erde nach dem Hochbeet anlegen während der Saison setzen und alles etwas tiefer rutschen, keine Panik! Das ist ganz normal. Die groben Schichten weiter unten beginnen nämlich zu verrotten und sacken zusammen. Im Herbst füllst du einfach entsprechend mit ausgereiftem Kompost nach.
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Balkon Hochbeet anlegen: Erhöhte Aufmerksamkeit
Wenn du ein Balkon Hochbeet anlegen möchtest, gibt es ein paar zusätzliche Dinge, über die du dir Gedanken machen solltest:
Gewicht von Erde und Hochbeet
Das Hochbeet und seine Befüllung sind zusammen ein ziemliches Schwergewicht!
Ist dein Balkon dafür statisch ausgelegt? Du kannst ein Hochbeet aus Kunststoff anschaffen und da schon einige Kilos einsparen. Aber Erde und vor allem nasse Erde wiegen richtig viel. Darum würde ich nur ein kleines Balkon Hochbeet anlegen.
Balkon Hochbeet anlegen: Wie befülle ich ein Balkon Hochbeet?
Auf dem Balkon brauchst du keinen Wühlmausschutz und keine verschiedenen Hochbeet Schichten. Aber vergiss nicht, in Boden und Folie einige Löcher zu bohren!
Mit einer fünf Zentimeter hohen Drainageschicht aus Blähton oder feinem Kies ganz unten sorgst du dafür, dass das Wasser gut ablaufen kann. Darauf füllst du dann ausgereiften Kompost oder eine gute Hochbeeterde.
Was passiert mit dem überschüssigen Wasser?
Durch die Löcher im Hochbeet Boden sorgst du dafür, dass dein Gemüse nicht plötzlich in einem See steht. Denn die meisten Pflanzen mögen Staunässe überhaupt nicht! Aber was passiert mit dem ablaufenden Wasser? Überschwemmst du damit deinen Balkon und duschst auch gleich noch die Nachbarn mit?
Falls dein Balkon Hochbeet Beine hat, findest du vielleicht hübsche Auffangbehälter, die du unter die Abzugslöcher stellst. So gibt es keine unschönen Flecken oder rutschige Stellen. Das Wasser kannst du dann sogar beim nächsten Mal wiederverwenden und es fließt nicht nur nutzlos davon. Wenn dein Balkon Hochbeet keine Beine hat, kannst du es mit Holzlatten so erhöhen, dass normale Untersetzer darunter passen.
Übrigens: Auch für das Hochbeet anlegen auf dem Balkon ist mein Aussaatkalender eine super wertvolle Planungshilfe. Lad ihn dir am besten gleich herunter!
Ein Hochbeet anlegen ist nicht schwierig. Du profitierst davon das ganze Jahr über, weil du bequem auf Arbeitshöhe gärtnerst und deinen Rücken schonst. Außerdem kannst du früh säen und pflanzen und natürlich ganz lange ernten. Am besten gehst du gleich los zum Bretter kaufen. ;)
Du möchtest nicht nur ein Hochbeet anlegen, sondern so richtig einsteigen in den Gemüseanbau? Dann kannst du hier weiterschmökern:
Himbeeren pflanzen, das steht schon sooo lange auf deiner To-Do-Liste? Dann ran an den Spaten! Ich zeige dir, wie, wo und warum du Himbeeren in deinem Garten pflanzen solltest.
Hast du dich auch schon einmal gefragt, ob die deutsche Bezeichnung „Himbeere“ nicht eigentlich eine Abkürzung für himmlische Beere ist? ;) Einen Platz in deinem Garten hat sie sich in jedem Fall durch ihren unwiderstehlichen Geschmack verdient!
Du kannst sie entweder direkt vernaschen oder die Früchte zu Marmelade oder Saft verarbeiten, um im kalten Winter einen Hauch vom eingemachten Sommer zu kosten. Himbeeren sind immer eine Delikatesse!
Wir bauen bei uns nicht nur Sommer-, sondern auch Herbsthimbeeren an. Sommerhimbeeren tragen nur an den zweijährigen Ruten zwischen Juni und Juli, während Herbsthimbeeren bereits an den einjährigen Ruten tragen und ab August köstliche Beeren reifen lassen. So können wir die Erntesaison oft bis in den November ausdehnen.
Himbeeren sind mit wenigen Sortenausnahmen Selbstbefruchter. Sie brauchen also keine Partner-Himbeere für die Bestäubung. Verschiedene Himbeeren pflanzen lohnt sich aber trotzdem: So verlängerst du dein Erntefenster und kannst die köstlichen Beeren länger genießen. ;)
How to: In 7 Schritten zu deiner Traum-Himbeerhecke
Lass uns zur Tat schreiten und Himbeeren pflanzen! Hier erfährst du, wie du Himbeersträuchern easy peasy ein Zuhause in deinem Garten schenkst:
#1 Vorbereitung ist das A und O
Zunächst bereitest du den Ort vor, wo du die Himbeeren pflanzen möchtest. Dazu entfernst du alle Beikräuter und lockerst die oberen 15 Zentimeter des Bodens mit einer Doppelgrabegabel. Wenn du deinen Himbeerstrauch rundum verwöhnen möchtest, kannst du die Erde mit etwas Kompost, kompostiertem Mist oder Pflanzerde vermischen.
Manche Gärtner*innen arbeiten auch noch Hornspäne oder Schafwollpellets als Langzeitdünger ein. So findet die Himbeere einen richtigen Nährstoffbooster vor, den sie sich genüsslich einverleiben und in köstliche Früchte verwandeln kann. ;)
#2 Rankgerüste
Nun ist der ideale Zeitpunkt, um ein Rankgerüst zu bauen, damit sich die Himbeeren daran festhalten können. Wie das genau funktioniert, erkläre ich dir weiter unten!
#3 Ein schön bequemes Pflanzloch
Es geht ans Pflanzloch (oder an die Pflanzlöcher)! Schnapp dir einen Spaten und buddel ein Loch, das vom Volumen her mindestens doppelt so groß ist wie der Wurzelballen der Himbeerpflanze, die dort zukünftig wachsen und gedeihen soll. Den Boden des Pflanzlochs kannst du noch mit etwas reifem Kompost auffüllen.
Du möchtest in deinem Garten nicht nur Himbeeren pflanzen, sondern auch Kräuter? Dann lade dir meinen ultimativen Kräuterplan herunter, damit in Zukunft auch Rosmarin, Petersilie, Salbei und Thymian deinen Garten schmücken!
#4 Wurzelmassage
Lockere den Wurzelballen mit den Händen auf. Wurzeln, die aus Platzmangel schon „um die Kurve“ gewachsen sind, zupfst du vorsichtig nach unten – so regst du die Wurzelbildung an und vermeidest den sogenannten Wurzel-Spiralwuchs, der die Versorgung deiner Himbeere beeinträchtigt.
#5 Himbeeren pflanzen
Die Erde ist vorbereitet, das Rankgerüst, steht, das Pflanzloch ist ausgehoben: Jetzt kannst du die Himbeeren pflanzen! Wenn du sie eingesetzt hast, füllst du das Pflanzloch mit Erde auf und trittst alles fest, um eventuelle Hohlräume um den Ballen herum auszufüllen.
Der ideale Pflanzabstand zwischen den einzelnen Sträuchern beträgt 40 – 50 Zentimeter. Manchmal sehen die kleinen Himbeerpflänzchen da noch ein bisschen verloren aus, aber keine Sorge! Das holen sie ganz schnell auf und mit der Zeit wächst eine prächtige Himbeerhecke heran! Spätestens im zweiten oder im dritten Jahr nach dem Himbeeren pflanzen haben die Sträucher ihren Platz vollständig erobert.
Nicht nur Himbeeren, auch anderes Obst und Gemüse möchtest du gern anbauen und dich zumindest ein Stück weit selbstversorgen? Dann komm doch in meinen Gemüsegarten starten Kurs, da zeige ich dir, wie du mit wenig Mühe einen tollen Gemüsegarten anlegst und eine dicke Ernte einfährst! Ich würde mich sehr freuen, wenn du dabei sein möchtest!
#6 Eine gründliche Dusche
Wasser marsch!* Nach dem Himbeeren pflanzen braucht dein Strauch jetzt eine durchdringende Bewässerung, die bis in die tiefen Bodenschichten reicht. So kann er Nährstoffe aufnehmen und gut anwachsen.
#7 Die Mulchdecke
Jetzt packst du auf den Boden unter deiner Himbeer-Pflanze noch eine dicke Mulchschicht. Die hält den Boden schön feucht und unterdrückt Beikräuter. Du musst dann nicht so viel gießen und jäten – cool, oder?
Für einen „beerenstarken“ Garten solltest du übrigens auch unbedingt wunderbar süße Erdbeeren anbauen! ;)
Ein Spalier für deine Himbeeren!
Himbeeren bilden ziemlich lange Ruten aus. Deswegen brauchen sie unbedingt ein Rankgerüst! Das können – ganz einfach – mehrere Drähte sein, die du zwischen Pfählen aufspannst.
Wenn du deine Himbeeren (vor allem deine Sommerhimbeeren) aber so richtig profimäßig aufbinden willst, eignet sich dafür die sogenannte „Staberziehung“:
Dafür schlägst du zunächst je einen Pfosten an den Enden deines Himbeerbeetes ein. Dazwischen spannst du einen Draht, ein Seil oder eine dünne Holzlatte. Alle 50 Zentimeter befestigst du daran einen dünnen senkrechten Stab, an dem du jeweils die einjährigen bzw die zweijährigen Ruten locker zusammenbindest und hochführst. Fertig!
So hast du die tragenden Ruten hübsch beieinander und die nicht-tragenden Ruten zusammengefasst. Das erleichtert die Ernte und auch das Schneiden deiner Himbeeren sehr!
Wenn du Herbst- Himbeeren pflanzen möchtest, genügt ein einfaches Rankgerüst. Für sie brauchst du keine Stabführung.
Himbeeren pflanzen: Der perfekte Standort und tolle Sorten
Alle Himbeer-Sorten stammen von der Wald-Himbeere (Rubus idaeus) ab. Diese Wald-Himbeere wächst – unschwer zu erraten – an Waldrändern.
Deshalb mögen unsere Gartenhimbeersträucher sonnige, windgeschützte und nicht zu trockene Standorte mit lockeren, humusreichen und leicht sauren Böden. Der pH-Wert sollte zwischen 5,5, und 6,5 liegen. Hast du einen schweren, verdichteten Boden, arbeitest du einfach etwas Sand und Kompost ein.
Zum Himbeeren pflanzen ist ein Zaun optimal: So hast du gleichzeitig einen Sicht- und einen Windschutz.
Himbeeren müssen nicht immer rot sein! Es gibt auch gelbe, violette und schwarze Exemplare. Sorten wie „Winklers Sämling“, „Autumn Bliss“, „ Meeker“, „Fallgold“ „Black Jewel“ oder „Willamet“ eignen sich wunderbar für deinen Garten. Du hast jetzt nur noch die Qual der Wahl! ;)
Du möchtest liebend gern Himbeeren pflanzen, findest aber in deinem Garten einfach kein Plätzchen mehr dafür? Keine Sorge, Himbeeren fühlen sich auch in Töpfen oder Pflanzkübeln wohl! Dafür nimmst du am besten Herbst-Himbeeren oder auch Zwerg-Himbeeren, die sich auch im Topf richtig wohlfühlen.
In einen Topf kannst du das ganze Jahr über Himbeeren pflanzen, da musst du dich nicht an Termine halten.
Psst: Auch Tomaten kannst du wunderbar im Topf ziehen!
Himbeeren pflanzen: Der perfekte Zeitpunkt
Bei Gartenhimbeeren sieht das allerdings etwas anders aus! Die allerbeste Zeit zum Himbeeren pflanzen ist der Spätherbst. Deine Himbeere konzentriert dann all ihre Kraft auf Anwachsen und Wurzelbildung und kann im Frühjahr mit voller Kraft austreiben.
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Himbeeren können prima über zehn Jahre am selben Standort bleiben. Du musst sie also nicht jedes Jahr umpflanzen.
Himbeeren hegen und pflegen
Auch nach dem Himbeeren pflanzen brauchen deine Beerenlieblinge Zuneigung und Pflege! Himbeeren freuen sich über eine jährliche Gabe Kompost oder kompostierten Mist und belohnen dich dann mit vielen aromatischen Früchten.
Sommerhimbeeren düngst du am besten im August. Für Herbsthimbeeren ist der Frühling der perfekte Zeitpunkt zum Düngen. Guten Appetit, liebe Himbeeren! ;)
Eine weitere wichtige Pflegemaßnahme ist die schützende und nährende Mulchschicht, die du beim Himbeeren pflanzen um deine Sträucher herum ausbringst. Weil Himbeeren ein flaches Wurzelsystem haben, können sie sich kein Wasser aus tieferen Bodenschichten holen. Eine dicke Mulchschicht sorgt dafür, dass der Boden an der Oberfläche nicht austrocknet.
Und dann ist da natürlich der Schnitt! Du solltest deine Himbeeren regelmäßig schneiden, damit du eine üppige Ernte der leckeren Beeren einfahren kannst.
Auch Johannisbeeren brauchen einen regelmäßigen Schnitt, um dir jedes Jahr eine dicke Ernte zu liefern!
Himbeeren pflanzen ist ganz einfach und nicht nur du hast deine helle Freude an den leckeren Früchten: Himbeeren spenden Nektar und Pollen und bieten Tieren Verstecke und Nistmöglichkeiten.
Darum ab mit dir in den Garten, schnapp dir einen Spaten und pflanz ein paar der himmlischen Beeren!
Psst: Vergiss nicht, dir meinen Kräuterplan herunterzuladen!
Du willst nicht nur Himbeeren pflanzen, sondern auch anderes Obst und Gemüse? Dann stöber gern weiter auf dem Blog:
Auch wenn du immer fleißig Rosmarin-Zweige erntest, solltest du jedes Jahr deinen Rosmarin schneiden, damit er seine schöne buschige Wuchsform behält. Also schnapp dir die Gartenschere – ich zeige dir, wie es geht!
Terminplanung: Wann soll ich meinen Rosmarin schneiden?
Liebst du Rosmarin auch so wie ich? Sein würziger, angenehmer Duft weckt in mir sofort Erinnerungen an Urlaub am Mittelmeer. :) Auch in der Küche beweist der Rosmarin seine Vielseitigkeit: Es gibt eigentlich kein Gericht, das sich mit ein paar Nadeln nicht aufpeppen lassen würde. Yams! :)
Rosmarin gehört zu den Halbsträuchern und kann im Garten theoretisch bis zu eineinhalb Meter hoch werden. Damit er schön buschig bleibt und möglichst wenig verholzt, musst du regelmäßig deinen Rosmarin schneiden. Dabei kommt es aber auf den richtigen Zeitpunkt an!
Topf-Rosmarin schneiden:
Wenn du einen grünen Hausfreund hast, dein Rosmarin also bei dir auf der Fensterbank steht, schneidest du ihn am besten im zeitigen Frühjahr, bevor er im Mai neu austreibt.
Im Herbst kannst du ihm dann noch einen kleinen Formschnitt verpassen, solltest aber keine größeren Eingriffe mehr vornehmen. Dein Rosmarin bereitet sich jetzt nämlich schon auf die Winterruhe vor und ist nicht mehr so widerstandsfähig.
Freiland-Rosmarin schneiden:
Bei allen harten Kerlen, die draußen tapfer Wind und Wetter trotzen, wartest du mit dem Rückschnitt bis nach den Eisheiligen. Falls es nämlich doch noch einen plötzlichen Kälte-Einbruch geben sollte, sind die frisch geschnittenen Triebe schutzlos dem Frost ausgeliefert.
Da im Herbst eine höhere Luftfeuchtigkeit herrscht, die Pilzkrankheiten ein perfektes Wohlfühlklima bietet, lässt du zu dieser Jahreszeit die Gartenschere im Regal und kuschelst deinen grünen Freund, wenn es kälter wird, lieber in ein Wintervlies ein. Damit hilfst du deinem Rosmarin, winterhart zu sein und die kalte Jahreszeit besser zu überstehen.
Im Garten wird es selten hektisch, aber es kommt auf den richtigen Zeitpunkt für die einzelnen Arbeiten an. Damit du ganz entspannt gärtnern kannst und dich um Termine nicht mehr sorgen musst, habe ich dir einen Aussaatkalender erstellt! Darin findest du alle wichtigen Termine zum Säen und Pflanzen und verpasst nichts mehr. Lad ihn dir gerne herunter:
Rosmarin schneiden: Alle Infos auf einen Blick
Beim Rosmarin-schneiden hast du ganz verschiedene Absichten. Du möchtest ihn beernten, in Form bringen, verjüngen, zurückschneiden oder kranke Triebe entfernen. Puuh, das sind ganz schön viele Möglichkeiten! ;)
Damit du nicht den Überblick verlierst, habe ich dir hier eine Übersicht erstellt, in der du auf einen Blick sehen kannst, wie du deinen Rosmarin richtig schneiden solltest.
Schnittart
Wie soll ich meinen Rosmarin schneiden?
Ernteschnitt
Ganze Zweige entfernen
Formschnitt
Zweige auf gewünschte Höhe zurückschneiden, aber insgesamt nicht mehr als ein Drittel entfernen. Vorjahrestriebe auf drei Zentimeter zurückschneiden. Zweige, die verholzt sind, bis auf drei Zentimeter nach einer grünen Abzweigung zurückschneiden. Störende oder zu dicht stehende Zweige ganz herausnehmen.
Erhaltungsschnitt
Zweige um ein Drittel kürzen, nicht in den verholzten Rosmarin schneiden.
Verjüngungsschnitt
Alte und abgestorbene Triebe bis auf den Boden entfernen, so dass sich wieder mehr Abstand zwischen den einzelnen Zweigen ergibt.
Radikalschnitt
Alle Zweige bis auf drei Zentimeter vor der Verholzung abschneiden, sonst auf drei Zentmeter zurückschneiden
Für eine perfekte Rosmarin-Pflege gehört das Rosmarin-schneiden im Frühjahr unbedingt auf deine To-do-Liste. Du vermeidest damit, dass du im Lauf der Jahre einen von unten her verkahlenden, holzigen Strauch bekommst, der nicht mehr schön aussieht, immer weniger Blüten bildet und dir auch nicht mehr so viele leckere Erntezweige einbringt. Aber das passiert dir von nun an nicht mehr. Denn ab jetzt bist du eine Rosmarin-Pflege-Fachkraft! ;)
Psst: Auch Johannisbeeren und Himbeeren freuen sich übrigens über einen regelmäßigen Schnitt und danken ihn dir mit einer üppigen Ernte! :)
Gewusst wie – Die verschiedenen Schnittarten für deinen Rosmarin
Dein Kopf schwirrt schon vor lauter Schnittarten und du weißt kaum noch, warum du was an deinem Rosmarin schneiden sollst? Keine Sorge, wir schauen uns die verschiedenen Schnittarten mal im Detail an:
Ernteschnitt
Du nimmst dir so viel von deinem Rosmarin ab, wie du gerade brauchst. Bitte zupf ihm nicht einfach die Nadeln weg, das schwächt die Pflanze. Beim Rosmarin-schneiden nimmst du am besten ganze Zweige. Die lassen sich nach dem Kochen auch besser wieder aus dem Essen herausfischen, wenn du sie nicht mitessen magst. ;)
Formschnitt
Diese Schnittart brauchst du, wenn du Höhe und Breite deines Rosmarin-Strauches unter Kontrolle halten möchtest. Falls du deinen Rosmarin als Hochstämmchen ziehst oder dir eine besondere Form für ihn wünschst, schneidest du alle Zweige, die sein Wunsch-Aussehen stören, weg.
Erhaltungsschnitt
Du liebst deinen Rosmarin genauso, wie er gerade aussieht? Dann ist ein Erhaltungsschnitt angesagt! Damit sorgst du dafür, dass alle Zweige schön grün und kräftig bleiben und auch ein schon etwas gesetzterer Rosmarin-Strauch möglichst wenig verholzt.
Verjüngungsschnitt
Ein Verjüngungsschnitt beim Rosmarin-schneiden bringt Licht und Luft ins Dunkel! Rosmarin, der sich an seinem Standort wohl fühlt und nicht geschnitten wird, legt sich nämlich ein dichtes Rosmarin-Zweige-Fell zu, das Wind und Sonne nur schwer durchdringen können. Dadurch verholzen die Zweige gern und die Nadeln vergilben.
Radikalschnitt
Wenn dein Rosmarin von einer fiesen Krankheit oder einer Schädlingsarmada befallen ist, hilft manchmal nur noch ein rigoroser Rückschnitt. Anschließend kannst du deinen kränkelnden Schützling zur Kräftigung mit Rainfarnbrühe gießen und fest die Daumen drücken, dass er wieder frisch und gesund austreibt.
Die goldene Regel beim Rosmarin-schneiden lautet: Möglichst nie in die Verholzung hineinschneiden! Dein Rosmarin nimmt dir das nämlich so richtig übel und treibt an dieser Stelle – wenn überhaupt – nur sehr zögerlich wieder aus.
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Das richtige Equipment: Welches Werkzeug brauche ich?
Zum Rosmarin-schneiden brauchst du geeignetes Werkzeug, damit du deinem nadeligen Kumpel beim Schnitt keine überflüssigen Verletzungen zufügst.
Für einen kleinen Rosmarin im Topf genügt eine einfache scharfe Schere*. Die Zweige sind noch weich und biegsam und brauchen deshalb kein schweres Gerät! ;)
Bei einem Freiland-Rosmarin sieht das je nach Alter und Zustand schon ganz anders aus. Hier können sich dickere Äste gebildet haben, die du vielleicht sogar komplett abschneiden möchtest.
Dafür verwendest du am besten eine kräftige Rosenschere, die beim Rosmarin-schneiden einen glatten Schnitt und keine „Verfransungen“ oder Quetschungen erzeugt. Sollten die Äste noch dicker sein, ist eine kleine Säge ziemlich hilfreich.
Setze die Schere oder die Säge immer möglichst schräg an, damit Regenwasser und Schnee abgleiten und die Schnittfläche schnell wieder abtrocknen kann.
Interessierst du dich dafür, nicht nur Rosmarin, sondern auch dein eigenes Gemüse im Garten anzubauen und dich ein Stück weit selbst zu versorgen? Dann komm doch in meinen Gemüsegarten-starten Kurs, da zeige ich dir, wie du ohne viel Mühe eine dicke Gemüse-Ernte einfährst. Ich würde mich freuen, dich als Mitglied unserer Gartencrew zu begrüßen! :)
„Reste“-Verwertung: Rosmarin trocknen und Rosmarin vermehren
Du hast das Rosmarin-Pflege-Programm erfolgreich absolviert und jetzt eine Menge Schnittgut übrig? Das solltest du auf keinen Fall wegwerfen, dafür gibt es nämlich super Verwendungsmöglichkeiten!
Möglichkeit #1: Rosmarin vermehren durch Stecklinge
Mach dir doch aus deinem Schnittgut einfach eine neue Rosmarin-Pflanze! Auf diese Weise hast du völlig weitere Exemplare dieses tollen Gewürzkrautes.
Hier zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du Rosmarin durch Stecklinge vermehrst.
Möglichkeit #2:Rosmarin trocknen und einen Wintervorrat anlegen
Für den Wintervorrat kannst du nach dem Rosmarin-schneiden die Zweige locker mit einer Schnur zusammenbinden und bei Zimmertemperatur trocknen. Die Nadeln behalten ihr Aroma und sind eine leckere Zutat für winterliche Eintöpfe.
Auch Basilikum und Tomaten lassen sich durch Trocknen ganz einfach haltbar machen!
Wenn du den Duft von Rosmarin auch so sehr liebst wie ich, kannst du dir einen natürlichen Raumduft aus deinem Schnittgut machen! Dazu füllst du ein kleines Marmeladenglas zur Hälfte mit Natron, zupfst die Rosmarin-Nadeln ab und gibst sie dazu. Alles gut miteinander vermischen. Jetzt bohrst du in den Deckel einige kleine Löcher, schraubst das Glas zu und stellst es in den Raum, den du beduften möchtest.
Möglichkeit #4: Mit Rosmarin räuchern
Nach dem Rosmarin-schneiden zupfst du die Nadeln von den Zweigen ab und hebst sie luftig bis zum nächsten Grillabend auf. Wenn dein Grillgut dann appetitlich auf dem Rost brutzelt, streust du einige Nadeln direkt auf die Kohle. Der aufsteigende Rauch gibt deinem Essen ein ganz besonders leckeres Aroma! Hmmm…!
Eine andere Variante ist es, deinem Räucherwerk Rosmarin-Nadeln beizugeben. Dem Duft und dem Rauch von Rosmarin wird nachgesagt, dass er Krankheit und Erschöpfung vertreibt und den Tatendrang anstachelt. Und was können wir im Garten besser brauchen als Tatendrang? Eben. ;)
Apropos Tatendrang: Hast du dir schon meinen Aussaatkalender heruntergeladen? Den lege ich dir wirklich ans Herz, weil er eine enorme Gartenhilfe ist! :)
Rosmarin schneiden ist nicht nur schnell gemacht, sondern auch wichtig, damit du deine Gewürzpflanze lange beernten kannst und viel Freude an ihren Blüten und ihrer schönen Wuchsform hast. Die abgeschnittenen Zweige kannst du anschließend auf viele unterschiedliche Arten verwenden. Drum nichts wie ran an den Rosmarin! :)
Falls du jetzt kräutermäßig auf den Geschmack gekommen bist, lies gerne hier weiter:
Wie steht´s bei dir mit dem Rosmarin-schneiden? Traust du dich das erste Mal an deinen Rosmarin heran? Ich freue mich, von deinen Erfahrungen zu hören!
Petersilie säen steht auf deiner To-Do-Liste? Ausgezeichnet! Ob deftige Hausmannskost, ein feines Süppchen oder das Rührei am Morgen – mit ein paar Blättern frischer Petersilie wird alles gut. Für echte Gourmets sollte das grüne Kraut daher im besten Fall stets griff- und schnittbereit am Küchenfenster oder im Gemüsebeet zu finden sein.
„Wozu die Mühe“, fragst du dich? „Petersilienpflänzchen im Topf gibt es schließlich überall zu kaufen!“ Stimmt. Meistens sind die Kräuter to go aber nicht dafür gemacht, langfristig gesund und kräftig zu wachsen und zu gedeihen. Die Pflanztöpfchen sind oft viel zu dicht besiedelt und nur mit schnell verfügbaren Nährstoffen – Fast Food – vollgepackt. So sehen die Kräuter im Laden zwar super aus, zuhause machen sie dann aber bald schlapp.
Doch was dein Supermarkt kann, kannst du schon lange! Ziemlich wahrscheinlich sogar besser…
Petersilie säen: Die Basics
Petersilie säen und großziehen ist nicht schwer. Du brauchst weder viel Platz noch jahrelange Gartenerfahrung. Lediglich ein paar Basics solltest du beachten. Für das nötige Know-How sorgen wir jetzt.
Eine Sache vorab: Petersilie säen ist nichts für Kurzentschlossene. Ein bisschen Geduld solltest du schon mitbringen. Denn das Peterle ist eine ganz schöne Schnarchnase. Der Langschläfer lässt sich mitunter ordentlich Zeit, bis es sich aus seinem Be(e)tt erhebt.
Bist du bereit? Dann an dein Saatgut, fertig, los! :)
Keimtemperatur: Zum Keimen mag Petersilie es kuschelig warm. Bei Temperaturen unter acht Grad Celsius werden alle Versuche, Petersilie zu säen, vergebliche Liebesmüh sein.
Hell oder Dunkel? Petersilie ist ein Dunkelkeimer. Die Samen sollten von einer ordentlichen Schicht Anzuchtkompost bedeckt sein, damit sie anfangen zu keimen.
Keimfähigkeit: Petersilie säen erfordert Geduld und ein wenig Nachsicht. Stell dich darauf ein, dass nicht alle Samen keimen werden. Säe lieber ein bisschen mehr aus, sodass du später die kräftigsten Pflänzchen auswählen kannst.
Keimdauer: Bis du die ersten grünen Spitzen der gesäten Petersilie entdeckst, können Wochen vergehen. Gib nicht auf – das ist ganz normal.
Obacht! Die Keimung ist immer eine kritische Angelegenheit. Achte unbedingt darauf, das Saatgut die ganze Zeit feucht zu halten. Trocknet es in dieser Phase einmal aus, passiert danach wahrscheinlich gar nichts mehr.
Petersilie kannst du entweder direkt im Beet säen oder aber auch drinnen vorziehen. Wie beides funktioniert, zeige ich dir gleich Schritt für Schritt. Ich mag die Anzucht im Haus, weil sie zu fast allen Jahreszeiten möglich ist. Schon im Februar kannst du in Anzuchttöpfchen* drinnen Petersilie säen.
Im Freiland musst du warten, bis es so richtig warm ist, sonst keimt die Petersilie nicht. Sie ist eben eine kleine Frostbeule – das muss man einfach so sagen. Allerdings gilt das nur für die zarten Pflänzchen. Hat sich die Petersilie erst mal zu einem ordentlichen Petrosilius Zwackelmann entwickelt, wird auch bei Minusgraden nicht mehr herumgekaspert.
Heißt: Eine gesunde Petersilienpflanze kannst du meistens völlig problemlos überwintern und im Frühjahr wieder beernten. Petersilie säen im Freiland ist deshalb besonders von Mai bis Juli eine super Idee – funktioniert bei den richtigen Temperaturen aber auch schon ab Anfang April.
Kleiner Tipp zur Ernte: Eine Petersilienpflanze kannst du über lange Zeit beernten. Am besten schneidest du dabei die großen Blätter außen ab und lässt das Herz stehen. Achtung! Hat deine Petersilie in ihrem zweiten Lebensjahr geblüht, dann ist die Ernte passé. Denn dann bildet sie das giftige Apiol. Aus diesem Grund sind auch die Same der Petersilie absolut tabu im Essen.
Du willst nicht nur deine Kräuter, sondern auch dein Gemüse selbst vorziehen? Dann schau doch mal in meinen Aussaatkalender, da habe ich die wichtigsten Termine schon vorgemerkt, damit du keinen mehr vergisst.
Im Haus Petersilie säen
Für die Vorzucht im Haus brauchst du:
deine Petersiliensamen (logisch);
eine Schale mit Untersetzer, damit das Gießwasser abfließen kann;
nährstoffarmen Anzuchtkompost;
wenn du hast: eine Ballbrause*. Wenn nicht, tut’s auch eine zerstäubende Gießkanne*.
Los geht’s: Such dir am besten einen Ort, der mit Kompost vollgekrümelt werden darf. Ich lege dafür gerne einfach etwas Zeitungspapier auf meinen Küchentisch. Dann füllst du deine Anzuchtschale* bis auf zwei Zentimeter unter dem Rand mit Kompost, und drückst ihn leicht fest. Anschließend kannst du ihn hier schon mal leicht befeuchten.
Im nächsten Schritt kommt das eigentliche Petersilie säen. Dafür streuselst du die feinen Samen auf den Kompost. Du kannst dabei ruhig großzügig sein. Die Petersilie wird hier nur eine kurze Zeit bleiben und schon bald wieder ausziehen. Du brauchst also keine Sorge haben, dass es zu eng wird.
Auf den Samen verteilst du dann nochmal eine Schicht Kompost und füllst die Schale bis knapp unter den Rand auf. Auch hier kannst du alles noch einmal ganz leicht festdrücken.
Was nun kommt, ist super wichtig: Wasser marsch! Erst dadurch werden die Samen zum Leben erweckt. Du hast zwei Möglichkeiten: Bad oder Dusche.
Für die „Variante Bad“ füllst du den Untersetzer mit Wasser – dann saugt sich der Kompost von unten so richtig voll. Hierbei siehst du nach einer Weile, wie sich die Oberfläche verfärbt. Das ist dann dein Zeichen, den Untersetzer zu leeren.
Wenn du deine Petersilie mit einer Dusche verwöhnen möchtest, dann bietet sich eine Ballbrause an*. Sie sprüht feine Tröpfchen auf den Kompost und sorgt so dafür, dass dieser nicht aufgeschwemmt wird. Alternativ dazu kannst du aber auch eine Gießkanne mit Aufsatz verwenden. Wichtig ist nur, dass das Wasser nicht in einem Schwall auf dem Kompost landet.
Bist du soweit? Dann darf die Schale jetzt an einen Ort wandern, wo du nicht vergisst, regelmäßig zu gießen. Wie hell dieser Ort ist, spielt vorerst übrigens keine große Rolle. Nun heißt es abwarten und gießen. Prüfe am besten täglich, ob sich der Kompost noch leicht feucht anfühlt.
Mit ein wenig Glück zeigt sich das erste Grün nach ein paar Wochen. Dann muss die Petersilie umziehen. Zunächst mitsamt Anzuchtschale. Sie sollte nun an einen hellen, nicht zu warmen Ort wandern, an dem sie möglichst viel (Sonnen)licht bekommt.
Hier darf sie munter vor sich hinwachsen, bis sie die ersten echten Blätter ausbildet. Damit sind die ersten Blätter gemeint, die so richtig nach Petersilienblättern aussehen. Zunächst bilden sich nämlich zwei ovale Blätter, die sogenannten Keimblätter, die noch so überhaupt nicht nach Petersilie aussehen.
Schon gewusst? Petersilie gehört zur Familie der Doldenblütler, wie auch Möhren, Pastinaken, Dill und Sellerie. Sie alle haben sehr ähnliche, fiedrige Blätter und sehr kleine Samen. Vielleicht ist dir das beim Dill oder Petersilie säen schon mal aufgefallen?
Zurück zur Anzuchtschale: Diese ersten echten Blätter künden den zweiten Umzug an. Jetzt wird pikiert! Wie das geht, erzähle ich ganz ausführlich in diesem Artikel. Danach musst du dich allerdings noch einmal gedulden, bis die Petersilie an ihren endgültigen Platz draußen im Pflanzkübel oder ins Gemüsebeet wandern darf. Sie muss dafür erst einmal noch kräftig wachsen. Die Pflänzchen sollten dafür ungefähr 5-7 cm hoch sein und ordentlich viele Wurzeln gebildet haben.
Wusstest du, dass es auch bei der Platzwahl im Gemüsebeet einiges zu beachten gibt? Das klären wir gleich, wenn es um die Aussaat direkt im Beet geht.
Im Freiland Petersilie säen
Petersilie direkt im Beet zu säen, scheint erstmal unkomplizierter. Allerdings kann es – besonders in heißen Sommern – schwierig sein, das Saatbeet kontinuierlich feucht zu halten.
Aber lass uns vorne anfangen… Ganz wichtig ist es, dass Petersilie-säen im Freiland nur zu bestimmten Zeiten gut funktioniert. Es muss warm sein – auch nachts dürfen die Temperaturen nicht unter acht Grad sinken. Dafür bietet sich der Sommer bis in den Juli hinein an. Danach wird es langsam knapp – denn kühle Nächte könnten den jungen Pflänzchen schwer zu schaffen machen.
Im Frühjahr würde ich mit einer Direktsaat bis nach den Eisheiligen im Mai warten.
Dann brauchst du natürlich den richtigen Platz für deine Petersilie. Klar, sonnig sollte er sein. Oder im Halbschatten. Ganz wichtig sind aber auch die Vormieter und die Frage, in welchem Zustand sie das Beet hinterlassen haben. Hier kommen wir zum Stichwort Fruchtfolge.
Denn die solltest du unbedingt beachten. Sonst riskierst du, dir lästige Krankheiten und Schädlinge im Garten einzufangen. Nicht nur der Petersilie kann das schaden, sondern auch allen anderen Familienmitgliedern. Also: Wer seine Möhren liebt, der wählt den Petersilienplatz mit Bedacht. Grundsätzlich gilt: Nur jedes vierte Jahr sollte ein Doldenblütler in ein und demselben Beet wachsen. Lass die Petersilie also durch deine Beete rotieren!
Ist das richtige Beet erstmal ausgewählt, gilt es ein feinkrümeliges Saatbeet zu bereiten. Dazu harkst du das Beet vorsichtig mit einem Rechen, zerkleinerst Klumpen und entfernst größere Stücke. Ist dein Beet sehr kompakt, kannst du es mit einer Grabegabel auflockern.
Im nächsten Schritt ziehst du eine Saatrinne. Die sollte etwa einen Zentimeter tief sein. Wenn du mehrere Reihen nebeneinander aussäst, sollte der Abstand zwischen den Reihen ungefähr 25 cm betragen.
Halt, stopp – noch nicht aussäen! Hier kommt nämlich ein kleiner Hack ins Spiel: Zuerst gießen! So schwemmst du die Samen nicht davon, wenn du mit der Gießkanne ankommst. Ist das erledigt, darfst du endlich deine Petersilie säen.
Streu die Samen ruhig großzügig in die Saatrinne. Petersilie ist dafür bekannt, nicht besonders zuverlässig aufzugehen. Mit mehr Saatgut stehst du besser da. Und entfernen und ausdünnen kannst du die Keimlinge später schließlich jederzeit.
Die Saatrinne verschließt du wieder mit deinem Rechen und gießt die Saat vorsichtig an. Dann legst du ein Brett auf die Saatrinnen – auf diese Weise trocknet der Boden nicht so schnell aus. Natürlich musst du regelmäßig kontrollieren, was unter dem Brett passiert, denn sobald sich die ersten grünen Spitzen zeigen, kommt das Brett wieder weg.
Wie bei der Aussaat im Haus heißt es auch hier: Abwarten und Tee trinken. Und natürlich gießen. An heißen, sonnigen Tagen kann das sogar zweimal am Tag nötig sein.
Kleiner Tipp: Markier dir die Stelle, an der deine Reihe Petersilie beginnt. Wenn du weißt, wo die Petersilie wächst, kannst du sie viel einfacher von aufkommendem Unkraut unterscheiden. Das solltest du nämlich entfernen, um deiner Petersilie ein leichtes Spiel zu gewähren.
Wo die wilde Petersilie wächst…
Petersilie ist nicht gleich Petersilie. Du hast die Wahl zwischen glatter und krauser Petersilie, beide hören auf Petroselinum crispum. Ja, das ist wider Erwarten kein Zauberspruch aus dem Harry Potter-Universum, sondern der hochoffizielle Name dieses kräftig würzigen Küchenkrautes.
Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!
Ob glatte oder krause Petersilie ist übrigens reine Geschmacksfrage. Ich finde beides lecker, und ein bisschen Abwechslung im Beet und auf dem Teller schadet nie. Hauptsache, es ist immer genug von den würzig-frischen Kräutern da, findest du nicht? Dann gibt es auch mal eine ordentliche grüne Soße, und nicht nur das dekorative Blättchen am Tellerrand.
Überhaupt sollte im Freiluftsupermarkt hinter dem Haus am besten immer ganz viel frisches Gemüse zu finden sein! Du findest das auch, brauchst aber noch ein wenig Unterstützung im Gemüsebeet? Dann ist mein Gemüsegarten-starten Kurs* genau das richtige für dich. Schau doch mal vorbei! :)
A propos Petersilienvariationen – da dürfen wir eine nicht vergessen: Die wildere Variante, die Wurzelpetersilie. Die sieht wiederum der Pastinake zum Verwechseln ähnlich. Es gibt aber (außer reinbeißen und probieren) einen Trick, wie du beide voneinander unterscheidest: Bei Pastinaken ist der Blattansatz nach innen gewölbt, wie eingesunken. Petersilienwurzeln haben eher einen nach außen hervorstehenden Blattansatz. Halt beide mal nebeneinander, du wirst den Unterschied klar erkennen!
Wenn das Petersilie-säen erledigt ist und die Pastinake dich jetzt schon davon träumen lässt, was du noch so alles in deinem Gemüsebeet anbauen könntest, dann vergiss nicht, dir deinen Aussaatkalender herunterzuladen. Und dann stöber doch mal hier weiter:
Himbeeren schneiden ist nicht schwer und super wichtig, wenn du Jahr für Jahr eine dicke Ernte der köstlichen Früchte einfahren möchtest. Zum Glück ist es auch gar nicht kompliziert oder besonders langwierig, deinen Himbeerstrauch zu schneiden. Also nix wie los in den Garten, ich zeige dir, wie es geht!
Dasselbe in Grün? Sommerhimbeeren, Herbsthimbeeren und Two Timer
Himbeeren gehören einfach zu den leckersten aller Früchte, findest du nicht? Zum Glück gibt es verschiedene Sorten, sodass du die ganze Saison über die roten knubbeligen Dinger ernten kannst!
Fun Fact: Das Wort Himbeere kommt vom althochdeutschen „Hintberi“ und bedeutet so viel wie „Beere der Hirschkuh“. Offenbar haben nicht nur wir eine Vorliebe für Himbeeren! ;)
Himbeere ist aber nicht gleich Himbeere und die verschiedenen Sorten haben beim Himbeeren-schneiden jeweils eigene Ansprüche. Wie erkennst du also, welche Art Himbeerstrauch in deinem Garten wächst? Das ist ganz einfach: Die fruchttragenden Ruten verraten es dir.
Sommerhimbeeren sind schon ab Juni bis in den August bereit, von dir vernascht zu werden und tragen ihre Früchte ausschließlich an zweijährigen Ruten. Das heißt: Im ersten Jahr wachsen die Ruten und erst im zweiten Jahr bilden sich daran Blüten und Früchte. Die müssen auch gar nicht immer rot sein. Es gibt nämlich auch gelbe und schwarze Himbeersorten!
Die „frühreifen“ Sommerhimbeeren sind allerdings Sensibelchen und werden häufiger als Herbsthimbeeren von Krankheiten und Schädlingen heimgesucht. Dafür sagt man ihnen nach, dass sie besser und intensiver schmecken und eine größere Ernte liefern.
Sommerhimbeeren wollen hoch hinaus – sie können bis zu 2,50 Meter groß werden und brauchen deshalb ein Spalier als Stütze.
Bewährte rote Sommerhimbeer-Sorten sind „Willamette“ und „Rubaca“. „Fallgold“ trägt gelbe Himbeeren und „Black Jewel“ schwarze Himbeeren.
Der Anbau von Obst und Gemüse macht dir viel Spaß, aber du verpasst immer wieder wichtige Aussaat- und Pflanztermine? Das passiert nicht mehr, wenn du dir meinen Aussaatkalender herunterlädst! Mit dem weißt du immer ganz genau, was wann im Garten gerade zu tun ist und verpasst keinen Aussaatzeitpunkt mehr!
Herbsthimbeeren reifen von August bis Oktober – manchmal sogar bis in den November hinein. Sie tragen ihre Früchte an einjährigen, neuen Trieben und erreichen eine Höhe von ungefähr 1,50 Meter. Herbsthimbeeren sind robuster als ihre sommerlichen Kollegen und auch einfacher zu schneiden.
Weil sie später blühen, kann der Himbeerkäfer seine Eier nicht ablegen – deshalb haben Herbsthimbeeren kaum mit lästigen Maden als Untermieter zu kämpfen. Und du hast keine unerwünschte Fleischbeilage in deiner Ernte! ;)
Auch gegen Schädlinge wie Blattläuse und Weiße Fliege gibt es übrigens ein paar ganz natürliche und chemiefreie Mittel, so dass du diese ungebetenen Gäste schnell loswirst!
Leckere, frostharte und robuste Herbsthimbeer-Sorten sind „Aroma Queen“ und „Heritage“ (rot) und „Golden Everest“ und „Autumn Amber“ (gelb).
Two Timer-Himbeeren sind eine Kreuzung aus Sommer- und Herbsthimbeeren und tragen zweimal im Jahr Früchte, allerdings nicht so viele wie ihre Cousinen. Genaugenommen sind Two Timer-Himbeeren keine neue Sorte, sondern Herbsthimbeeren, die du wie eine Sommerhimbeere schneidest. Du kannst also jede Herbsthimbeere mit dem richtigen Schnitt zur Two Timer-Himbeere machen. ;)
Damit sich deine Two Timer im Frühsommer nicht zu sehr verausgabt, solltest du sie nicht länger als drei Wochen beernten. Dann trägt sie ab August ein zweites Mal.
Eine besonders bewährte Two Timer-Sorte ist „Sugana“. Die eignet sich übrigens auch super für Pflanzkübel!
Mit Augenmaß: So schneidest du die verschiedenen Himbeersorten
Für das Himbeeren-zurückschneiden gibt es verschiedene Methoden – es kommt ganz darauf an, zu welcher Sorte deine Himbeerpflanzen gehören!
Damit du auf einen Blick sehen kannst, was du beim Himbeeren-schneiden beachten musst, habe ich dir eine Übersicht zusammengestellt.
Sorte
Wie schneiden?
Wann schneiden?
Sommer- himbeeren
Nach der Ernte schneidest du Ruten, die getragen haben, knapp über dem Boden ab. Ruten, die keine Früchte hatten, lässt du stehen, die produzieren nämlich deine Ernte im nächsten Jahr. Dünne Triebe nimmst du heraus und lässt zwischen den Ruten ungefähr zehn Zentimeter Platz.
Erziehungsschnitt: Nach dem Pflanzen schneidest du alle Ruten bis auf vier Augen oder 30 Zentimeter zurück. Im Februar oder März lichtest du dünne, schwache oder zu dicht stehende Triebe aus und begrenzt die Rutenanzahl auf insgesamt 12 Stück.
Herbst- himbeeren
Nach der Ernte schneidest du alle Ruten knapp über dem Boden ab.
Erziehungsschnitt: Nach dem Pflanzen schneidest du alle Ruten bis auf vier Augen oder 30 Zentimeter zurück. Im Mai schneidest du bis auf 20 Ruten alle Ruten heraus.
Two Timer-Himbeeren
Ab dem zweiten Jahr nach der Pflanzung unterscheidest du in Ruten vom Vorjahr, tragende Ruten aus dem laufenden Jahr und noch nicht tragende Ruten aus dem laufenden Jahr.
Erziehungsschnitt: Nach dem Pflanzen schneidest du alle Ruten bis auf vier Augen oder 30 Zentimeter zurück. Im Juni oder Juli schneidest du die fruchttragenden Ruten vom Vorjahr nach einer dreiwöchigen Ernte bodennah ab. Im Herbst schneidest du die beernteten Ruten von diesem Jahr nach der Ernte ab. Neue noch nicht tragende Ruten lässt du stehen.
Du siehst, am einfachsten ist das Herbsthimbeeren schneiden! Two Timer sind deutlich aufwändiger, haben aber den Vorteil, dass sie zweimal im Jahr tragen und sich deshalb gerade für kleine Gärten gut eignen. Und ob Sommerhimbeeren wirklich die leckersten Früchte hervorbringen, ist natürlich auch Geschmackssache. ;)
In meinem „Gemüsegarten starten“-Kurs zeige ich dir nicht nur, wie du Obst in deinem Garten anbaust, sondern auch, wie du ohne viel Mühe eine dicke Gemüseernte rund ums Jahr einfahren kannst. Ich würde mich riesig freuen, wenn du mit dabei bist! :)
Im Eimer: Kübel-Himbeeren schneiden
Du hast deine Himbeere in einem großen Kübel stehen? Mit der passenden Sorte ist das überhaupt kein Problem, aber auch Himbeeren in Kübeln solltest du regelmäßig zurückschneiden!
Aber zurück zum Himbeeren schneiden: Bei Sommerhimbeeren lässt du die Ruten stehen, die noch nicht getragen haben und schneidest die anderen knapp über dem Boden ab. Im Frühjahr wählst du je nach Topfgröße fünf bis sechs Ruten aus und schneidest die restlichen ab. Durch das Auslichten sorgst du dafür, dass sich deine Himbeere den Wind um die Ruten wehen lassen kann und so Krankheiten, wie zum Beispiel Pilzinfektionen, keine großen Chancen haben.
Psst: Wenn du deine Sommerhimbeeren an einem V-förmigen Rankgerüst ziehst, kannst du die einjährigen Triebe auf der einen Seite und die zweijährigen Triebe auf der anderen Seite festbinden. So weißt du immer ganz genau, welche Ruten wie alt sind!
Hast du Herbsthimbeeren im Kübel, schneidest du im Herbst oder zeitig im Frühjahr alle Triebe knapp über dem Boden ab. Im Mai dünnst du dann die neuen Triebe auf zehn Stück aus.
Bei Two Timern im Topf unterscheidest du wie bei deren Beetkollegen zwischen den verschiedenen Rutenstadien und schneidest sie entsprechend zurück. Auch beim Himbeeren-schneiden von Two Timern solltest du nicht mehr als fünf bis sechs Ruten insgesamt stehen lassen.
Himbeeren sind normalerweise winterhart, wenn sie im Beet stehen. Das gilt aber nicht unbedingt für die Bewohner von Töpfen. Da friert die wenige Erde schnell durch und deine Himbeerpflanzen gleich mit. Deshalb mulchst du die Erde im Topf dick mit Holzhackschnitzeln und kuschelst den Topf in ein Wintervlies oder einen Jutesack. Am besten stellst du ihn auch so auf, dass er keinen direkten Bodenkontakt hat und das Wasser gut ablaufen kann. Ich lege einfach eine Platte unter, von der das Wasser abfließt.
Nachwuchs fördern: Stecklinge nehmen beim Himbeeren schneiden
Falls du – so wie ich – gar nicht genug bekommen kannst von den köstlichen Himbeeren und dir noch ein paar mehr Himbeersträucher in deinem Garten wünschst, kannst du das Himbeeren-schneiden im Frühjahr gleich zur Himbeer-Vermehrung nutzen!
Dazu steckst du einfach 15 Zentimeter lange, leicht verholzte Ruten mit zwei bis drei Blättern in Anzuchterde. Dann gießt du sie gut an und sorgst dafür, dass sie nicht austrocknen.
Jetzt heißt es Geduld haben! :) Nach ein paar Wochen haben diese Stecklinge Wurzeln gebildet und dann kannst du sie an ihrem vorgesehenen Wohnort einpflanzen.
Himbeeren sind grundsätzlich über ihre Wurzelausläufer sehr vermehrungsfreudig. Sie versuchen mit Vorliebe, deinen Garten zu erobern. Mit Stecklingen kannst du sie gezielt dort pflanzen, wo du sie haben möchtest und eventuell gleich eine Wurzelsperre mit eingraben, damit sie sich besser im Zaum halten lassen.
Gut gerüstet: Was brauche ich zum Himbeeren schneiden?
Himbeeren haben häufig Stacheln, daher trägst du beim Himbeeren-schneiden am besten dicke Gartenhandschuhe, die gerne auch einen Teil deiner Arme bedecken. Sonst siehst du schnell aus, als ob du mit deiner Katze eine Meinungsverschiedenheit gehabt hättest! ;)
Außerdem brauchst du eine scharfe Gartenschere. Himbeeren gehören wie Äpfel zu den Rosengewächsen und haben oft richtig zähe, feste Triebe, die du am besten mit einer (scharfen) Rosenschere bearbeitest.
Falls du deine Himbeeren schon länger nicht mehr geschnitten hast und daher besonders dicke Ruten entfernen musst, leistet dir eine kleine Säge gute Dienste.
Psst: Falls ein Himbeerstrauch eine Krankheit hat, solltest du dein Werkzeug desinfizieren, bevor du die nächste Himbeere in Angriff nimmst.
Bevor du jetzt in den Garten rausgehst, lad dir doch noch schnell meinen Aussaatkalender herunter! Vielleicht kannst du nach dem Himbeeren-schneiden gleich noch ein paar Gemüse aussäen? :)
Das Himbeeren-schneiden ist nicht schwierig und sorgt dafür, dass dein Erntekörbchen jedes Jahr wieder übervoll ist. Wenn du konsequent jedes Jahr schneidest, dauert es auch gar nicht lange und du hast viel Freude an deinen Obstlieferanten! ;)
Nur Himbeeren-schneiden genügt dir nicht, du möchtest auch anderes Obst und Gemüse in deinem Garten anbauen und pflegen? Dann lies gerne hier weiter!
Mit einem Bokashi holst du die Welt der Fermentation in deinen Garten oder auf den Balkon. Diese geniale Erfindung ermöglicht es dir, auf kleinstem Raum Essensreste und Gartenabfälle zu kompostieren und gleichzeitig deinen eigenen Dünger herzustellen. Schauen wir uns das Ganze mal genauer an!
Ein Bokashi ist eine Art „Kompost aus der Dose“. Dadurch, dass du diesen Kompost in einem luftdichten Behälter anlegst, laufen aber andere Prozesse ab als bei einer herkömmlichen Kompostierung: der Kompost fermentiert. Aufregend! Im Grunde das gleiche Prinzip wie bei Sauerkraut, nur dass du keine Kohlköpfe fermentierst, sondern deinen Bioabfall.
Nur Deckel drauf reicht aber nicht: Damit sich auch die richtigen Bakterien vermehren, braucht ein Bokashi Starthilfe. Die meisten Gärtner*innen verwenden dazu sogenannte effektive Mikroorganismen – kurz auch EM genannt. Mit ihnen machen sie ihren Kompost ganz vorzüglich sauer. ;)
Darum lohnt sich ein Bokashi:
Geringe Nährstoffverluste: Ähnlich wie beim Sauerkraut konserviert der niedrige pH-Wert das organische Material – inklusive der meisten Nährstoffe. Die stehen dann später deinen Pflanzen wieder zur Verfügung.
Gut fürs Klima: Die fermentierenden Mikroorganismen arbeiten ohne Sauerstoff, wodurch weniger CO2 freigesetzt wird als bei einer gewöhnlichen Kompostierung.
Regenwürmer lieben das mikrobiell vorverdaute Futter – und wir lieben Regenwürmer ;)
Balkontauglich: Einen Bokashi kannst du auch dort anlegen, wo ein Komposthaufen keinen Platz hat: Auch auf kleinstem Raum machst du einfach den Deckel drauf, und Geruch und Dreck sind weg!
Rattensicher: Verschließt du die Behälter gut, kommt kein Nager an deine Bioabfälle mehr ran.
Kompostierung von Essensresten: Milchsäurebakterien sind salztolerant, weswegen du sogar Lebensmittelreste in deinem Bokashi kompostieren kannst.
Ähnlich wie Terra-Preta: Mischst du vor dem Verwenden Pflanzenkohle und Gesteinsmehl unter, produzierst du ein Substrat, das Terra-Preta, der Super-Erde schlechthin, nahekommt.
Deine Gemüsepflanzen werden sich über diesen Super-Kompost bestimmt so richtig freuen! Hast du deine Fruchtfolge nach Starkzehrern, Mittelzehrern und Schwachzehrern sortiert? Dann ab in die Starkzehrerbeete mit dem Bokashi-Kompost! Tomaten, Kürbisse, Kohlgewächse und Co werden dir für diese Extraportion Nährstoffe danken.
Bist du dir noch unsicher, wie du deine Beete bepflanzen sollst, um eine funktionierende Fruchtfolge zu schaffen? Dann hol dir doch Inspiration dazu aus meinem Pflanzplan! Trag einfach deine Emailadresse in das Formular ein, dann kannst du ihn dir als PDF ganz einfach herunterladen.
Kompost oder Bokashi? Die Unterschiede!
Ganz neu ist das Grundprinzip hinter Bokashi allerdings nicht. Menschen benutzen Mikroorganismen schon seit Tausenden von Jahren, um Lebensmittel zu fermentieren, verdaulicher zu machen und zu konservieren.
Das Prinzip „Fermentation“ auch für die Kompostierung zu nutzen, finde ich super spannend. Denn wenn fermentierte Lebensmittel so gesund für uns sind, warum soll fermentierter Kompost nicht auch den gleichen Effekt auf unsere Pflanzen haben?!
Das heißt aber nicht, dass ich keine herkömmlichen Komposthaufen mehr anlege. Aber zusätzlich noch ein, zwei Bokashi-Eimer zu „füttern“, finde ich super. So wird mein Kompost diverser, und Diversität ist schließlich das A und O für einen gesunden Garten.
Inwiefern sich Kompost und Bokashi unterscheiden, siehst du in hier:
Kompost
Bokashi
Dauer
4 – 6 Monate, manchmal auch länger
Fermentieren: 4 Wochen Vererden: 4 – 6 Wochen
Arbeitsschritte
Aufschichten, Umsetzen für die Heißrotte
Fermentieren im Eimer, Vererden
Sauerstoff
Ja, bitte!
Nein, danke!
Mikroorganismen
Je nach Phase: verschiedenartige Mikroorganismen, wärmeliebende Pilze und Bakterien, Bodentiere
Je nach Phase: vor allem Milchsäurebakterien, Hefepilze, Photosynthesebakterien, Bodentiere, verschiedenartige Mikroorganismen
Material
Hauskompost: Mischung aus Küchenabfällen und Grünschnitt
Küchenabfälle, zerkleinertes Grüngut
Verluste
als Gase: CO2 und Stickstoff; Auswaschung in den Boden
Gering; die Flüssigkeit mit Nährstoffen ist direkt verwendbar
Unterdrückung von Krankheiten und Unkrautsamen
Durch hohe Temperatur
Durch sauren pH-Wert
Bokashi-Eimer kaufen oder selbst bauen?
Um einen Bokashi anzulegen, brauchst du immer ein verschließbares Gefäß. Sonst kannst du nicht die Bedingungen herstellen, unter denen sich die erwünschten Bakterien wohlfühlen – denn erst in einem sauerstoffarmen Milieu gehen die Milchsäurebakterien so richtig ab. Ein spezieller Bokashi-Eimer eignet sich dafür am besten.
Bokashi-Eimer haben einen doppelten Boden und einen Auslasshahn, um den Bokashi-Saft, der bei der Fermentation entsteht, abzuzapfen. Mittlerweile kannst du viele verschiedene Bokashi-Eimer von unterschiedlichen Herstellern kaufen. Wenn du dir so einen anschaffen möchtest, dann überlege vorher gut, wie viel Gemüse du so „verputzt“.
Bist du ein echter Gemüse-Junkie und produzierst eine ordentliche Menge Küchenabfälle, dann füllt sich dein Bokashi-Eimer sehr schnell. Entweder kaufst du dir dann gleich drei oder vier Eimer, oder du suchst nach zwei großen Bokashi-Eimern. Oder ein Teil deines Biomülls kommt einfach weiterhin auf den Komposthaufen im Garten. :)
Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!
DIY: Bokashi-Eimer
Du kannst deinen Bokashi-Eimer aber natürlich auch selbst bauen. Bist du dabei? Dann los!
Für deinen selbst gemachten Bokashi-Eimer brauchst du:
zwei gleichgroße, ineinander steckbare Plastikeimer mit luftdichtem Deckel (5-20l)
einen Auslasshahn, z. B. von einer Bag-in-Box Apfelsaftpackung
eine UK-Metallsäge
eine Nagelschere
einen dicken Nagel
einen Hammer
Kleber
Eventuell etwas Silikon
(Gaffa Tape)
So geht’s:
Schritt 1:
Zunächst nimmst du dir einen der Eimer und machst Löcher in den Boden. Durch die Löcher kann später der Bokashi-Saft vom oberen in den unteren Eimer sickern. Um Löcher in den Eimer zu bekommen, nimmst du einfach einen Nagel und stichst oder hämmerst ihn vorsichtig durch das Plastik oder du schraubst mit einem Akkuschrauber Löcher hinein.
Schritt 2:
Jetzt kannst du deinen Auslasshahn vorbereiten. Ich nehme dafür den Hahn einer alten Bag-in-Box Apfelsaftpackung. Du kannst aber auch einen Auslasshahn aus dem Baumarkt kaufen. Damit die Eimer später auch ineinanderpassen, sägst du den Teil des Hahns, welcher sich im Inneren des Eimers befinden soll, auf 5 mm ab. Bei einem Auslasshahn aus dem Baumarkt musst du das nicht machen. Dieser wird mit einer Kontermutter festgeschraubt.
Schritt 3:
Nun wollen wir den Hahn anbringen. Dafür misst du zunächst die Größe des Lochs für den Auslasshahn ab – das Mittelstück des Hahns sollte genau hindurchpassen. Das Loch schneidest du in den zweiten Eimer, weit unten an die Wand. Bei einem dünnwandigen Eimer kannst du das einfach mit einer Nagelschere machen.
Schritt 4:
Hast du den Hahn gekürzt, probierst du jetzt aus, ob beide Eimer trotzdem noch ineinanderpassen. Das sollte unbedingt möglich sein. Steckst du die beiden Eimer ineinander, und der innere Eimer liegt auf dem Hahn auf, schließen die Eimer oben nämlich nicht mehr gut ab. In dem Fall solltest du den Auslasshahn um die Länge, die der innere Eimer noch an Platz braucht, kürzen.
Schritt 5:
Passt der Hahn in den Eimer, klebst du ihn einfach fest. Für diesen Schritt sollten die beiden Eimer natürlich nicht ineinanderstecken. Damit der Hahn gut anliegt während der Kleber trocknet, spannst du einfach eine Schnur ganz fest um den Auslasshahn und dem Eimer. Und jetzt heißt es warten… Wenn der Kleber nicht halten sollte, dichtest du den Hahn zusätzlich mit Silikon ab.
Schritt 6:
Den Eimer mit den Löchern im Boden steckst du jetzt in den Eimer mit Hahn hinein. Wenn die beiden Eimer oben nicht gut abschließen, solltest du den Übergang mit Gaffa Tape zusammenkleben. Stecken sie gut ineinander, brauchst du das nicht. Jetzt noch den Deckel drauf und dein Bokashi-Eimer ist fertig!
Bokashieren: Es kann losgehen!
Der Bokashi-Eimer ist gebaut oder besorgt? Prima, dann geht’s jetzt ans Eingemachte. Lass uns loslegen mit Bokashieren! :)
Dabei gelten die Grundregeln der Fermentation: Zwischen den Stücken, die fermentiert werden, sollte möglichst wenig Luft sein. Kleine Lücken füllen sich während der Fermentation mit Gärsaft.
1. Befüllen des Bokashi-Eimers
Her mit den Küchenabfällen! Je feiner deine Reste sind, umso weniger Luftlücken gibt es im Eimer. Den Küchenabfall zu zerkleinern, macht natürlich mehr Arbeit, aber es lohnt sich. Kartoffelschalen brauchst du nicht extra kleinschneiden, aber einen dicken Kohlstrunk solltest du schon in kleine Stücke schneiden.
Hop oder Top – was darf in den Bokashi rein?
YES! Das mag dein Bokashi: Gemüse, Obst, Kaffeesatz, Brot, Tee, Rasenschnitt, Eierschalen, kleine Mengen Essensreste und Milchprodukte, kleine Mengen Fleischabfälle, Blumen, Tiermist von Pflanzenfressern, krautige Pflanzenreste, Pflanzenkohle, Gesteinsmehl
NOPE! Das mag dein Bokashi so gar nicht: Knochen, große harte Kerne, stark verschimmeltes Brot oder Gemüse und Obst, große Mengen Fett, Holziges, Katzenstreu, menschliche Ausscheidungen, Kot von fleischfressenden Tieren
2. Beimpfen mit (effektiven) Mikroorganismen
Jetzt besprühst du den Inhalt im Eimer mit deiner ultimativen Gärflüssigkeit. Dafür brauchst du Effektive Mikroorganismen, die du fertig kaufen kannst, und in eine Sprühflasche füllst. Anschließend streust du noch Gesteinsmehl und Pflanzenkohle auf dein Bokashi-Substrat.
3. Nicht meckern, sondern beschweren
Wenn du einen Eimer mit doppeltem Boden verwendest, legst du eine Plastiktüte oder einen zugeschnittenen Plastikdeckel auf die Bioabfälle. Auf diesem Plastikdeckel platzierst du etwas Schweres – beispielsweise einen Ziegelstein. Der drückt alles richtig schön zusammen. Mit diesem Trick kommt kaum noch Luft an dein fermentiertes Allerlei.
4. Fermentationsphase
Nun kannst du nach und nach Küchenabfälle nachfüllen, bis dein Eimer voll ist. Dann heißt es warten. Du stellst den Eimer jetzt einfach für vier Wochen verschlossen an einen Ort, wo er dich nicht stört – und lässt die Mikroorganismen arbeiten! ;)
5. Last but not least: Die Vererdung
Ist alles gut sauer vergoren, kannst du dein Bokashi vererden. In diesem Prozess wird das fermentierte – sozusagen „vorverdaute“ – Material vollständig abgebaut. Dabei spielen jetzt nicht mehr die Milchsäurebakterien, sondern alle möglichen Bodentierchen und Mikroorganismen die Hauptrolle.
Für die Vererdung hast du mehrere Möglichkeiten zur Auswahl – je nachdem, wo und wie du gärtnerst. :)
Obacht! Erst die Vererdung vervollständigt die Kompostierung. Bis dein Bokashi-Ferment fertig abgebaut ist, kann es für Mäuse und Ratten attraktiv sein. Wenn du in deinem Garten mit diesen Schlingeln zu kämpfen hast, dann solltest du deinen Bokashi unbedingt in einer Tonne vererden (siehe unten).
Option 1 – im Pflanzkübel:
Hierfür mischst du den Bokashi-Kompost mit Erde in einem Pflanzkübel. Nach vier Wochen pflanzt du Tomaten oder andere Starkzehrer in die Mischung. Für Tomaten gibst du eine Hand voll Gesteinsmehl zur Calciumversorgung hinzu. Für die Wartezeit vor der Pflanzung deckst du deine Kübel am besten ab. So kommen keine Tiere an das Substrat heran.
Option 2 – imBeet:
Ist dein Bokashi während der Gartensaison fertig, kannst du ihn direkt ins Beet geben. Dafür ziehst du zwischen den Pflanzreihen Gräben und und gräbst deinen Bokashi-Kompost dort ein. Insbesondere Starkzehrer wie Zucchini, Tomaten und Kürbisse futtern die Extraportion gut weg. Achte nur darauf, dass Jungpflanzen nicht direkt mit dem vergorenem Bokashi in Kontakt kommen. Das mögen viele der Kleinen nämlich nicht so gerne!
Option 3 – auf dem Kompost:
Du kannst mit deinem Bokashi auch deinem Komposthaufen etwas richtig Gutes tun! Du wirst sehen, die Regenwürmer stürzen sich nur so auf die leckeren Reste! Allerdings lockst du damit schnell wilde Tiere in deinen Garten.
Option 4 – in der Tonne:
Hast du Probleme mit Ratten oder Mäusen, vererdest du dein Bokashi am besten in einer Tonne oder einem Maurerkübel, damit sich die Nagetiere nicht über ihn hermachen. In der Tonne mischst du einen Teil Bokashi mit zwei Teilen Erde. Eine Schippe Gartenkompost darf ruhig auch noch obendrauf. Das Ganze schließt du dann und lässt es so lange stehen, bis eine homogene Masse daraus geworden ist.
Bokashi Ferment, EM und andere Zusätze
Das Herzstück des Bokashi ist die Fermentation. Damit dieser Prozess startet, musst du deine Küchenabfälle im Bokashi-Eimer mit effektiven Mikroorganismen (EM) impfen. Die solltest du dir unbedingt besorgen, bevor du mit bokashieren loslegst.
Grundsätzlich kannst du Fermente eigentlich auch ohne Zusätze herstellen. Vielleicht machst du ja schon dein eigenes Sauerkraut oder Kimchi und hast da noch nie EM eingesetzt. Das ist in der Küche auch nicht nötig.
Beim Bokashi wird es aber komplizierter. Meistens ist das Material gröber und es ist kaum machbar, es wie Sauerkraut zusammen zu stampfen. Auch dadurch, dass du den Eimer zum Nachfüllen immer wieder öffnest, kommt regelmäßig Sauerstoff an das Ferment, was unerwünschte Bakterien anlocken kann.
Effektive Mikroorganismen
Die „guten“ Bakterienkulturen (aka EM) gleich zum Bioabfall dazu zu geben, ergibt also durchaus Sinn – denn damit lenkst du den Fermentationsprozess und überlässt nichts dem Zufall. Wenn sich nämlich die falschen Bakterien breit machen, werden deine Küchenabfälle vergammeln, statt zu fermentieren.
Ob du alles richtig gemacht hast, merkst du am Geruch und am Aussehen. Dein Bokashi sollte nach vier Wochen richtig fruchtig und säuerlich duften. Deine Gemüsereste dürfen nicht schimmeln und nicht faulig riechen. Ein weißer Belag ist aber nicht schlimm. Das sind nur Hefepilze, die vom restlichen Sauerstoff im Eimer leben.
Alternativen zu Effektiven Mikroorganismen
Im Grunde kannst du zum Fermentieren jede milchsauervergorene Flüssigkeit nehmen, die nicht erhitzt wurde, also noch aktiv ist. Neben EMs sind das unter anderem Brottrunk oder Sauerkrautsaft (Achtung, hier gibt es verschiedene – nur manche sind nicht erhitzt und eignen sich).
Wichtig ist, dass das Ferment, welches du zum Impfen nimmst, einen pH-Wert um drei hat. Im Vergleich zu diesen Fermenten haben die EMs noch ein Add-On – sie enthalten nämlich einige Arten von Nichtschwefelpurpurbakterien (das sind Photosynthesebakterien). Diese kleinen Knilche können wie Pflanzen Photosynthese betreiben und zusätzlich Stickstoff aus der Luft binden. Ganz schön cool, oder?
Zusätzlich kannst du Gesteinsmehl (ca. ein Gramm Gesteinsmehl pro zehn Liter Bokashi) und Pflanzenkohle (Ein Liter Pflanzenkohle pro zehn Liter Bokashi) hinzufügen. Mit dieser Mischung stellst du sogar dein eigenes Terra Preta her! Beide Zusätze binden außerdem den Geruch etwas, sodass deine Nachbarn nicht mehr die Nase über den silageartigen, gärigen Geruch rümpfen.
Bokashi clever im Garten einsetzen
Mit Bokashi kannst du deine (hungrigen) Pflanzen so richtig verwöhnen! Damit dir die kostbaren Nährstoffe am Ende nicht doch noch verloren gehen, ist es ganz wichtig, dass du dein vererdetes Bokashi nicht einfach wochenlang ohne Bepflanzung Wind und Wetter aussetzt. Pflanzen sind nämlich die besten Nährstoff-Catcher!
Hast du einmal keine Gemüsekulturen am Start, nimmst du einfach eine Gründüngung. Mit Bokashi und Gründünger gönnst du deinem Boden gleich zwei Wellness-Kuren auf einmal – die folgenden Gemüse werden es dir danken!
Den Bokashi-Saft kannst du verdünnt (1:100 mit Wasser gemischt) ebenfalls zum Düngen verwenden. Es gibt nur ein paar empfindliche Pflanzen, wie Basilikum und Petersilie, die Bokashi nicht so gerne mögen.
Mit Bokashi boosterst du dein Bodenleben und die Bodenfruchtbarkeit in deinem Garten. Du wirst sehen – dein Boden wird immer krümeliger, fruchtbarer und belebter werden! Halte die Augen offen, und beobachte mal, wie sich dein Boden mit der Zeit verändert…
Naa, habe ich dich angefixt? Eigenen Bokashi herzustellen ist wirklich nicht schwer. Du brauchst dafür nur einen guten Bokashi-Eimer, eine Menge Bioabfall und (effektive) Mikroorganismen.
Gerade wenn du Probleme mit Ratten im Garten oder zu wenig Platz für einen Komposthaufen hast, ist das Herstellen von Bokashi-Kompost in einem verschlossenen Behälter eine super Lösung, um deine Küchenabfälle zu verwerten und in wunderbaren Dünger zu verwandeln.
Das Basteln des Bokashi-Eimers ist voll dein Ding? Dann habe ich hier noch ein paar DIY-Anleitungen für den Garten…
Schnittknoblauch ist ein Exot unter den Zwiebelgewächsen – und dabei so genial: Frisches Grün wie beim Schnittlauch, aber ein würzig-pfeffriger Geschmack, wie ihn sonst nur Knoblauch (und vielleicht Bärlauch) zu bieten hat. Ich finde, er hat sich seinen Platz im Gemüsebeet verdient!
Hast du schon alle Beetplätze für die kommende Gartensaison vergeben? Nein? Dann stelle ich dir hier mal einen ganz schnittigen Kandidaten vor: Zugegebenermaßen noch etwas grün hinter den Ohren, aber dafür schon recht geerdet und mit einem hervorragenden Geschmack. Vorhang auf und Bühne frei für den Schnittknoblauch!
Schnittknoblauch ins ein mehrjähriger Kandidat im Gemüsebeet, er spielt also eine Sonderrolle bei der Planung deiner Beetbelegung. Wenn du bei der Beetplanung deiner einjährigen Gemüse noch ein bisschen Unterstützung brauchst, dann habe ich hier etwas für dich: Meinen super ausgetüftelten Beispiel-Gartenplan. Du kannst ihn dir in ein paar Minuten herunterladen – dafür trägst du einfach deine E-Mailadresse unten im Feld ein und ich schicke ihn dir gleich zu.
Wie viele Schnittknoblauch soll ich pflanzen?
Wenn du reichlich von dem würzigen Grün ernten willst, solltest du drei Reihenmeter einplanen.
Gute Mischkultur-Partner für Schnittknoblauch
Erdbeeren, Karotten, Pastinaken, Tomaten, Gurken und Salat sind alles wunderbare Beetgenossen für deinen Schnittknoblauch. Besonders die Kombination mit Erdbeeren funktioniert richtig gut, weil beide Pflanzen mehrere Jahre am selben Standort stehen bleiben.
Auch deine anderen Gemüse sind noch auf der Suche nach dem perfekten Partner? In meinem Artikel Die 7 wirkungsvollsten Mischkultur-Pflanzgemeinschaften zeige ich dir, welche Gemüse wahre Dream-Teams bilden. ;)
Der ideale Standort
Schnittknoblauch liebt humosen, nährstoffreichen Boden. Nasse Füße hat er jedoch nicht so gern, deshalb sollte der Boden nicht zu Staunässe neigen. Das Zwiebelgewächs mag außerdem eine sonnige Lage, kommt aber auch mit Halbschatten gut klar.
Schnittknoblauch aussäen oder pflanzen?
Beides geht! :) Schnittknoblauch kannst du im Haus vorziehen oder auch direkt ins Beet säen.
Die Voranzucht beginnt Mitte Februar. Bis Ende April kannst du mit der Aussaat in Töpfchen im Haus beginnen. Wenn du dir die Anzucht sparen möchtest, kannst du deinen Schnittknoblauch auch von Mitte März bis Mitte August direkt ins Beet bringen.
Ich säe im März gerne fünf bis sieben Samen in ein Töpfchen und pflanze die kleinen Schnittknoblauch-Pflanzen im Mai nach draußen. Zu dieser oft noch kühlen Jahreszeit wachsen die Pflänzchen anfangs sehr langsam, wenn du sie draußen säst. Mit dem Vorsprung im Töpfchen kann ich schon viel früher frischen, grünen Knoblauch ernten.
Übrigens: Schnittknoblauch ist ein Kaltkeimer. Die Samen keimen zuverlässiger, wenn du sie etwa zwei Wochen bei Temperaturen von 4°C lagerst. Dafür gibt es einen simplen, aber genialen Trick: Den Kühlschrank. ;) Dort dürfen die Samen gern ein bisschen frieren, bevor du sie aussäst.
Beete für Schnittknoblauch vorbereiten
Für eine Direktsaat sollte das Beet eben und feinkrümelig sein. Dafür harkst du es am besten vorsichtig mit einem Rechen. Vor der Pflanzung ist es außerdem gut, Mulchreste und eventuelle Unkräuter vom Beet zu entfernen.
Als Pflanzabstand empfehle ich 30 cm zwischen den Schnittknoblauch-Reihen und 25 cm zwischen den Pflanzen in einer Reihe (oder andersrum, das ist ganz egal).
Schnittknoblauch richtig pflegen
Dein Schnittknoblauch will gar nicht viel von dir, aber mit ein wenig Zuwendung und der richtigen Pflege bleibt er schön lange gesund, und du kannst ihn richtig lange beernten.
Sobald die Pflanzen 10 bis 15 cm hoch sind, mulchst du sie mit einer 5 cm dicken Schicht aus Grasschnitt und Holzhackschnitzeln. Du kannst auch andere Mulchmaterialien verwenden, die du gerade zur Hand hast. Durch den Mulch bleibt der Boden länger feucht, und es gibt weniger Konkurrenz durch Beikräuter.
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Über den Winter ziehen die Schnittknoblauch-Pflänzchen ihre Blätter zurück – treiben im folgenden Frühjahr aber erneut aus. Das Frühlingserwachen passiert früher, wenn du die Pflanzen mit einer sogenannten “Cloche” abdeckst. Dafür eignet sich auch ein großes Schraubglas, das sonst vielleicht sowieso nur im Altglas landet. Hierbei aber nicht vergessen, regelmäßig zu lüften. Besonders an sonnigen Tagen ist das wichtig. Die Cloche funktioniert nämlich wie ein Mini-Treibhaus.
Halte deine Augen offen: Gräser, die sich in die Horste des Schnittknoblauchs schummeln, solltest du frühzeitig jäten. Sie sind zwischen den lanzettenartigen Blättern des Schnittknoblauchs manchmal gar nicht so leicht zu entdecken…
Schnittknoblauch wächst gerne – und das auch in die Breite. Deswegen sollten die Wurzelstöcke ab und an geteilt werden, sodass der Schnittknoblauch nicht alles überwuchert. Nachbarn und Freunde freuen sich bestimmt über ein Pflänzchen oder zwei. Deine selbst gezogenen Pflanzen kannst du nach drei Jahren zum ersten Mal teilen.
Häufige Krankheiten
In kühlen und feuchten Sommern wird Schnittknoblauch, wie die anderen Zwiebelgewächse auch, oftmals von Rostpilzen befallen. Die sind aber nicht weiter schlimm, sie sehen vor allem unschön aus.
Du erkennst den Befall daran, dass die Blätter rostig-braune Flecken oder Pusteln aufweisen. Die befallenen Blätter am besten großzügig abschneiden und in der Biotonne entsorgen. Danach wird deine Pflanze in der Regel wieder gesund austreiben.
Um Krankheiten vorzubeugen, solltest du deinen Schnittknoblauch vorbeugend alle drei Jahre an einen neuen Ort umpflanzen.
Im Sommer kannst du deine Zöglinge mit etwas Brennnesseljauche stärken – am besten, kurz nachdem du die Pflanze beerntet hast. Brennnesseljauche schmeckt nämlich nicht besonders gut, wenn sie im Salat landet. ;)
Ernte und Verwendung
Ernten kann du Schnittknoblauch vom Frühjahr bis zum Herbst. Wenn du deine Schnittknoblauch-Pflänzchen selbst hochgezogen hast, kannst du die dickfleischigen Blätter der jungen Pflanzen zum ersten Mal beernten, sobald sie etwa 15 cm hoch sind.
Nach dem Rückschnitt treiben die Blätter erneut aus. Dann brauchst du nur etwas Geduld, bis du das nächste Mal erntest.
Schnittknoblauch kannst du wie Schnittlauch in Salaten, Dips oder als Topping verwenden. Er schmeckt allerdings stärker nach Knoblauch, als du das von Schnittlauch gewöhnt bist.
Ich liiiiiiebe den Geschmack der schnittigen Zwiebelgewächse in deftigem Kräuterquark, den ich gerne (und meist im Handumdrehen) auf ein paar Scheiben frisch gebackenem Brot verputze. Yams!
Schon gewusst? Schnittknoblauch hat übrigens nicht nur äußerst dekorative, sondern auch essbare Blüten. Probier doch mal, wie toll du damit Salate und Co zum Hingucker machen kannst!
Du bist auf der Suche nach weiteren Gemüsearten, die schon bald deine Beete bevölkern sollen? Wie wäre es mit diesen Kandidaten:
Essbare Blüten fehlen noch in deiner Pflanzen-WG? Dann komm mit auf eine blumige Entdeckungsreise in die Welt der essbaren Blüten! Du wirst staunen, wie viele Blüten nicht nur eine Augenfreude, sondern auch ein richtiger Gaumenschmaus sind – und das nicht nur für Insekten!
Ich muss es immer wieder sagen – und zwar nicht durch die Blume, sondern ganz unverblümt: Ich liebe es, wenn mein Garten nicht nur mein Lieblingsplatz ist, sondern sich auch die unterschiedlichsten Blumen und Kräuter dort wohlfühlen.
Denn je vielfältiger das Ökosystem Garten, desto widerstandsfähiger und gesünder ist es. Und wenn die Vielfalt dann auch noch nicht nur schön ausschaut, sondern auch essbar ist, kann wohl niemand widerstehen, oder?
In meinem Garten ziehen immer mehr Blumen mit essbaren Blüten in die Beete ein. Die bunten Einsprengsel umrahmen die Gemüsebeete, ziehen Nützlinge an, manche von ihnen verbessern den Boden und die allermeisten sind wirklich kinderleicht zu kultivieren.
Doch damit nicht genug: die blumigen Verführerinnen machen sich auch super auf dem Teller und sind echte Hingucker, egal ob frisch oder getrocknet. Vielfalt im Garten und auf dem Teller – essbare Blüten schaffen diesen Spagat spielend.
Wenn du keinen Garten hast, sondern vor allem auf dem Balkon gärtnerst, dann solltest du deine Ohren spitzen, denn viele der Pflanzen mit essbaren Blüten wachsen und gedeihen auch prima in Pflanzkübeln auf dem Balkon!
Wenn du dir fest vorgenommen hast, in der nächsten Gartensaison Ringelblumen, Speisechrysanthemen, Kapuzinerkresse und Co. anzupflanzen, dann solltest du dir unbedingt so früh wie möglich die perfekten Aussaatzeitpunkte notieren. So kannst du die Blumen zum richtigen Zeitpunkt aussäen, sodass sie den Sommer maximal auskosten können.
Das geht wunderbar in meinem Aussaatkalender, den du dir hier als PDF herunterladen kannst. Im Kalender findest du auch ganz viele Aussaattermine für alle meine Lieblingsgemüse, falls du da noch ein bisschen Inspiration brauchst! :)
11 Arten mit essbaren Blüten: Wildfänge, Schelme und Schönheiten
Was musst du wissen, bevor du Blumen mit essbaren Blüten in deinen Garten holst?
Frag dich, welche Blüten die richtigen für dich sind! Jede Pflanze hat ihren eigenen Geschmack und Charakter. Manche blühen nur ganz kurz, andere blühen eeewig; manche bleiben da, wo du sie pflanzt, und andere wiederum suchen sich ganz eigensinnig den Platz, an dem sie sich wohlfühlen. Königskerzen und Nachtkerzen sind zwei Beispiele für solche Blumendiven!
Wusstest du, dass die Blüten von Borretsch aussehen wie Sterne, die vom Himmel gefallen sind? Und hast du schon mal Chrysanthemen im Spätherbstnebel gesehen? Einfach atemberaubend schön! Ganz zu schweigen von den praktischen „Nebenwirkungen“: So mancher treuherzige Geselle – wie Tagetes, Ringelblume oder Schnittlauch – stellt sich nämlich schützend vor dein Gemüse und macht sich richtig nützlich im Garten!
„Störenfriede“, wie der allgegenwärtige Löwenzahn, sind plötzlich sehr willkommen, weil ihre Blätter im Salat oder im grünen Smoothie einfach toll schmecken. Aus den gelben Blüten kannst du übrigens einen leckeren Sirup machen – wenn du ihn nicht gerade auf dem Herd anbrennen lässt, so wie ich. ;)
Lern die verschiedenen Pflanzen unbedingt besser kennen! Es lohnt sich, versprochen! Mit 11 meiner liebsten Exemplare mache ich dich schon mal näher bekannt…
#1 Ringelbume – das Herzstück der Blumenwiese
Hand aufs Herz, wer liebt sie nicht, die Calendula? Sie ist in so vielerlei Hinsicht eine Bereicherung in Garten und Küche. Unter der Erde schafft sie Struktur mit ihren Wurzeln, und über der Erde übt sie eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf Schwebfliegen und andere kleine Nützlinge aus. Wenn du Ringelblumen pflanzt, wirst du sehen, wie schon bald die Insekten kommen und sich an ihren Blüten laben werden.
Die einjährig kultivierte Calendula mit ihren leuchtend orange-gelben Blüten ist außerdem ein richtiger Bodyguard für Gemüse und Beeren in deinem Garten. Die Powerblume schützt vor Schädlingen wie Nematoden und Drahtwürmern. Vor allem Kohl, Salate, Tomaten und Gurken freuen sich über einen Blütenkranz aus Calendula als Schutzwall um sich herum.
Kleiner Tipp: Du kannst Ringelblumen ausgezeichnet als Untersaat für Tomaten und Fenchel säen, oder auch zwischen Erdbeeren, damit diese von den blöden Nematoden in Ruhe gelassen werden. Abgemähte Calendula-Pflanzen eignen sich auch als Mulch, zum Beispiel unter deinen Tomatenpflanzen. Und selbst als Gründüngung machen Ringelblumen eine gute Figur.
Aber nicht genug, die Ringelblume kann noch mehr! Sie enthält ätherische Öle und sogenannte Flavonoide, weswegen sie auch als Arzneipflanze bekannt ist. Du kannst sie auch ganz einfach selbst zu einer wohltuenden Salbe verarbeiten, die bei Hautverletzungen helfen soll.
Last but not least: Die essbaren Blüten! Ob in Salaten oder Gemüsepfannen – sie sehen einfach unschlagbar aus. Zur Abwechslung kannst du aus ihnen auch ab und zu mal einen Tee kochen. Mmmhhh! Ringelblumenblüten haben einen milden, leicht süßlichen Geschmack. Für mich ist die Calendula ein Muss – aus meinem Garten ist sie definitiv nicht mehr wegzudenken!
#2 Borretsch – Essbare Blüten alles andere als boring
Der tiefwurzelnde und bei Insekten äußerst beliebte Borretsch (alias Gurkenkraut, Borago officinalis) mit seinen blauen Sternblüten ist ein richtiger Alleskönner im Garten. Er wächst rasch, ist nicht besonders anspruchsvoll, lockert den Boden und verdreht den bestäubenden Insekten die Köpfe. Und die sind in unseren Gemüsebeeten mehr als willkommen!
Die einjährige Blütenpflanze wird bis zu 60 cm hoch. Du kannst Borretsch zwischen April und Juni aussäen, entweder direkt in deine Beete oder in ein Pflanzgefäß auf dem Balkon. Einmal ausgesät, wird er immer mal wieder hier und dort in deinen Beeten auftauchen – auch ganz ohne dein Zutun. Die verträumt blau blühende Pflanze versteht sich ausgezeichnet mit Erdbeeren, Bohnen, Erbsen und Kohlarten.
Die himmelblauen, essbaren Blüten vom Borretsch schmecken – wie sein Beiname schon verrät – lecker frisch nach Gurke. Du kannst sie laufend ernten, genau wie die jungen Blätter, die ebenfalls essbar sind. Ich esse sie am liebsten kleingehackt im Salat oder streue sie über Gemüsepfannen. Du kannst Blätter und Blüten gut für alle Gerichte verwenden, zu denen auch Gurke passt. Schon mal Tsatsiki mit blauen Sternen gesehen? Nein? Dann wird es jetzt aber Zeit!
#3 Kornblume – Blue beauty
Strahlend blau und so, so schön – die Kornblume (Centaurea cyanus) sorgt für viel Charme im Garten. Auch an Feldrändern und in Blühstreifen ist sie eine gern gesehene Besucherin.
Kornblumen sind anhängliche Gesellen. Wenn sie einmal bei dir im Garten wachsen, samen sie sich gern selbst aus. So bleiben sie dir erhalten und sorgen jedes Jahr wieder für bunte Highlights in deinem Garten.
Gerade neben Ringelblumen bilden sie einen umwerfenden Farbkontrast – hach… Aber genug der Ästhetik gefrönt! Wenn du die Blüten essen möchtest, pflückst du einfach regelmäßig die blau blühenden Köpfchen. Genau wie die Ringelblume bildet die Kornblume dann immer weiter Blüten aus, weil sich die Pflanze ja vermehren möchte und dafür Samen produzieren will.
Geschmacklich haut mich die Kornblume nicht vom Hocker – sie schmeckt nicht besonders aufregend. Aber getrocknet und als Tee aufgebrüht wirkt sie entzündungshemmend und verdauungsfördernd und peppt mit ihrem Blau jede Teemischung auf.
Probier sie am besten selbst mal! Vielleicht gefällt dir ihre schwach würzige und leicht bittere Note auch in Salaten und Gemüsegerichten. Geschmäcker sind ja bekanntlich sehr verschieden.
#4 Schnittlauch – schnittige Beetumrandung
Den Schnittlauch brauche ich dir wohl eigentlich nicht nochmal vorstellen – ist er doch ein ziemliches Must-Have in den allermeisten Kräuter- und Küchengärten. Zu Recht! Aber wusstest du, dass nicht nur die grünen Pflanzenteile, sondern auch die wunderschönen rosa-weißen Blüten essbar sind?
Die Blüten dieses altbekannten Klassikers sind ein Geheimtipp in der Küche: Sie haben ein angenehmes, feines Knoblauch-Aroma, das wunderbar in Salate oder in Dips jeglicher Art passt.
Blühender Schnittlauch eignet sich super als lebendige Beetumrandung, wo er eine Art Schutzwall gegen Pilzkrankheiten bildet. Er ist also schon der zweite Bodyguard unter den Pflanzen mit essbaren Blüten. Schnittlauch freut sich, wenn du ihm einen gut durchfeuchteten Boden bietest, in trockenen Sommern stirbt er sonst recht schnell ab.
Übrigens: Auch Schnittknoblauch bildet essbare Blüten, die einen leckeren feinen Knoblauchgeschmack haben!
#5 Gewürztagetes – Probieren geht über Studieren
Ich liebe es, wenn mir der zitronige Duft von Gewürztagetes (Tagetes tenuifolia) in der Nase kitzelt. Diese reich blühende Pflanze ist schon kein Geheimtipp mehr, sondern ein gern gesehener Gast in vielen Gärten.
Mit der Gewürztagetes stelle ich dir unseren Bodyguard Nummer drei vor. Auch hier haben wir wieder eine Blütenpflanze, die mit ihren Wurzelausscheidungen dein Gemüse vor Schädlingen wie Nematoden schützt und nebenbei den Boden verbessert. Gewürztagetes ist somit also fast prädestiniert dafür, am Rand deines Gemüsebeetes zu wachsen.
Also, eine große Empfehlung, ganz besonders die Sorte „Lemon Gem“. Die Pflanze mit den gelben, roten oder orangen Blüten versteht sich prima mit Salat, Kohlgewächsen, Tomaten und Feldsalat. Sie steht bei Bienen und anderen Insekten hoch im Kurs. Ihre Blüten und Blätter sind aber auch für uns essbar.
Die Blätter der Tagetes kannst du gut in Tees verwenden. Wie wäre es mit einer eigenen Teemischung aus deinem Garten? Die Blüten, deren Geschmack mich ein bisschen an Mandarinen oder andere Zitrusfrüchte erinnert, bereichern so ziemlich jedes Essen. Ganz besonders habe ich sie in Risotto zu schätzen gelernt.
#6 Malve – Romantische Blütenträume
Moschusmalve, Rosenmalve, Wilde Malve, … Die Pflanze mit den vielen romantisch klingenden Namen kommt aus Asien und erfreute sich dort bereits vor 5000 Jahren großer Beliebtheit.
Kein Wunder, Malven mit ihren intensiv leuchtenden Blüten verschönern so ziemlich jeden Garten und jeden Salat und wirken dabei noch schleimlösend und reizlindernd.
Gibst du ihnen einen Platz an der Sonne, blühen sie den ganzen Sommer über emsig.
#7 Kapuzinerkresse – Verdient einen Orden
Kapuzinerkresse sieht einfach unfassbar toll aus und zieht alle Blicke auf sich – ob im Beet oder im Balkonkasten! Die krautige, rankende Pflanze blüht in den wunderschönsten Farben: Von hellem Gelb über kräftiges Orange bis hin zu leuchtendem Rot sind alle Farbvariationen vertreten.
Wusstest du, dass der deutsche Name der Kapuzinerkresse durch ihre Blüte inspiriert ist? Die ähnelt nämlich (mit viiiiel Fantasie) den Kapuzen von Kutten der Kapuzinermönche.
Schau doch mal in diesen Artikel, der widmet sich ganz ausführlich dieser wunderbaren essbaren Blume, die so viel mehr kann, als schmackhafte Blüten zu bilden.
#8 Echter Lavendel – Beruhigendes Lila
Bist du auch immer so versucht, im Vorbeigehen ein paar Blüten vom Lavendel abzuzupfen und zwischen deinen Fingern zu zerreiben? Kaum ein Duft wirkt auf mich so beruhigend wie der von frisch gepflückten Lavendelblüten. Damit bin ich sicher nicht alleine; nicht umsonst ist Lavendel ein Liebling in vielen Kräutergärten.
Wenn du deinem Lavendel einen schönen Platz im Garten bietest, kannst du dich nicht nur an den blaulila Blüten erfreuen (und beobachten, wie Mücken einen weiten Bogen um den Lavendelbusch machen), du kannst die Blüten auch ganz vielfältig in der Küche nutzen.
Der Einsatz in Salaten geht bekanntlich immer. ;) Aber auch zu deftigen Speisen passt Lavendel mit seiner verträumten Leichtigkeit prima, genau wie zu verschiedenen Nachtischen. Mein heißer Tipp: Lavendeltee. Dazu entweder frische oder getrocknete Blüten mit heißem Wasser übergießen und ungefähr 10 Minuten ziehen lassen und genießen!
#9 Königskerze – königlicher Blickfang
Der Name ist Programm: So eine Königskerze lenkt wirklich alle Blicke auf sich. Kein Wunder, die imposante Gestalt stellt viele andere Gartengewächse in ihren Schatten. Gerade im Zwielicht – in der Dämmerung oder im Regen – sehen Königskerzen atemberaubend schön aus. In diesem Licht leuchten ihre gelben Blüten dann regelrecht.
Jede Königskerzenblüte blüht nur einen Tag lang, genau dann solltest du sie pflücken. Keine Sorge, die Pflanze schiebt den Sommer über immer neue Blüten nach und wächst langsam, aber sicher, in die Höhe.
Königskerzen suchen sich ihren Platz zum Aussamen gern selbst aus. Also lass dich überraschen, welchen Ort sie in deinem Garten von Jahr zu Jahr als passend auserwählen.
So spektakulär das äußere Erscheinungsbild, so mild ist der Geschmack der Blüten. Sie lindern allerdings auch Reizhusten und asthmatischen Husten, wenn du sie Teemischungen beigibst.
Fun Fact für radikale Selbstversorger*innen: Die riesigen, weichen Blätter der Königskerze lassen sich als „Toilettenpapier“ im Garten nutzen. Also, wenn dir mal das Toilettenpapier ausgeht, weißt du jetzt, was zu tun ist. ;)
#10 Goldmelisse – ein neuentdecktes Goldstück
Diese wunderschön tiefrot blühende Pflanze kam aus ihrer ursprünglichen Heimat in Nordamerika zu uns nach Europa – welch ein Glück! Jetzt verzaubert uns die langlebige, winterharte Staude auch in unseren Gärten. Am einfachsten ist es, eine Goldmelissenpflanze an einen sonnigen oder halbschattigen Ort zu pflanzen.
Die Blütenblätter sind, wenn du sie einfach so naschst, ein regelrechter Gaumenschmaus. Sie sind würzig und die kleinen Kelche an jedem Blättchen enthalten einen sehr süßen Nektar. Mmmhhh… Auch als Tee schmecken Kraut und Blüten suuuper lecker. Yams!
#11 Speisechrysantheme – Die Vielfältige
Diese gelb blühende Sommerblume (Glebioniscoronaria L.), die dir vielleicht schon mal unter dem Namen Kronen-Wucherblume oder Goldblume über den Weg gelaufen ist, hat so einiges auf dem Kasten.
Ursprünglich kommt sie aus dem ostasiatischen Raum, wo sie als schmackhaftes Blattgemüse gerne auf dem Teller landet. Auch hierzulande wird sie dafür langsam aber sicher immer mehr geschätzt – und so wird eine Anbauform wiederbelebt, die in Südeuropa bis ins Mittelalter hinein gepflegt wurde.
Die Speisechrysantheme mit ihren strahlend hellgelben Blüten ist unkompliziert anzubauen. Bereits nach drei bis fünf Wochen kannst du die Blätter ernten. Sie bestechen mit einem feinherben, intensiven Geschmack und machen sich richtig gut in Salaten und Suppen oder, dem Spinat ähnlich, ganz einfach gedünstet.
Aber hier geht es ja hauptsächlich um die essbaren Blüten: Die kannst du über Salate oder Gemüsepfannen streuen. In der chinesischen Küche ist es üblich, die Blüten in Teig zu tauchen und in heißem Fett zu backen. Vielleicht hast du das schon mal mit Holunderblütendolden gemacht?
Holunder wäre nämlich schon der nächste Kandidat. Es gibt noch sooo viele weitere essbare Blüten, die ich hier aufzählen könnte!
Da sind noch Phlox, Klee, Mutterkraut und Rose. Da ist Johanniskraut und Hibiskus, oder die Schafgarbe mit ihrer verdauungsfördernden und entzündungshemmenden Wirkung. Aber auch Löwenzahn und Gänseblümchen, und Kräuter wie Salbei, Oregano, Thymian und wilder Majoran bilden essbare Blüten aus. Sogar die Blüten vieler Gemüsepflanzen sind essbar – ich sage nur Fenchel, Zucchini und Zwiebel.
Du siehst, essbare Blüten sind ein kleines buntes Universum für sich… Lass deiner Kreativität freien Lauf und probier doch mal, welche der Pflanzen sich bei dir im Garten wohl fühlen und dir am besten schmecken.
Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!
Essbare Blüten: Auch die inneren Werte zählen!
Weil Pflanzen an den Ort gebunden sind, an dem sie wachsen, und nicht einfach so umziehen können, wenn ihnen Gefahr droht, müssen sie sich anders zu helfen wissen. Ihre „Geheimwaffen“ sind Substanzen wie ätherische Öle und Bitterstoffe, die Keime und hungrige Tierchen abwehren.
Viele dieser sogenannten sekundären Pflanzenstoffe sind auch für uns Menschen ziemlich wirksame Arzneistoffe. So wirkt zum Beispiel das ätherische Öl im Dost wie ein natürliches Antibiotikum.
Natürlich kommt es dabei immer darauf an, wie die Substanzen in der jeweiligen Pflanze (oder in der essbaren Blüte) zusammengesetzt sind. Wenn Wirkstoffe isoliert und einzeln verabreicht werden, wirken sie ja oft ganz anders als in ihrer Gesamtheit.
Einige der wichtigsten Inhaltsstoffe von Blütenpflanzen sind:
ätherische Öle
Bitterstoffe, welche die Verdauung anregen
Flavonoide, die Zellen und Gewebe dadurch schützen, dass sie freie Radikale „einfangen“ und deren schädliche Reaktionen hemmen
Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.
Essbare Blüten frisch gepflückt genießen
In meinem Alltag verbringe ich viel Zeit im Garten: Ob bei den Hühnern, im Gemüsebeet, im Gewächshaus oder in der Hängematte – mein Garten ist einfach einer meiner Lieblingsorte.
Wenn ich also gerade sowieso in meinem persönlichen Freiluftsupermarkt bin und die Zutaten für das Abendessen einsammle, pflücke ich gerne gleich eine Handvoll essbare Blüten, die später am Tag auf unsere Teller wandern.
Am allerbesten schmecken essbare Blüten, wenn du sie morgens pflückst, nachdem sie sich gerade geöffnet haben. Dann ist ihr Aroma nämlich am intensivsten. Später am Tag, wenn die Sonne mit voller Kraft vom Himmel scheint, haben sich viele der ätherischen Öle nämlich verflüchtigt – ganz ähnlich wie bei vielen Kräutern.
Hast du dein Körbchen mit essbaren Blüten nun in die Küche bugsiert, schüttelst du sie am besten erst einmal aus – der ein oder andere Käfer wird dir dabei sicherlich entgegen purzeln. Waschen musst du essbare Blüten in der Regel nicht. Du kannst die Blüten aber eingelegt in Wasser einige Stunden frisch halten.
Als nächstes entferne ich immer die Stiele, Kelchblätter und Stempel und fertig sind sie – die aromatischen Geschmacksknospen!
Jetzt kannst du die essbaren Blüten nach Herzenslust einsetzen: Sie machen eine tolle Figur im Salat oder eingelegt in Essig oder Öl. Vielleicht hast du heute ja auch Lust auf ein Blütenbrot, eine Gemüsepfanne mit Löwenzahn-Blütenhaube oder etwas Quark mit Borretsch und Kapuzinerkresse?
Kleiner Tipp: Für Blütenbutter schneidest du die essbaren Blüten von Ringelblume oder Kapuzinerkresse klein und mischst sie zusammen mit etwas Zitronensaft (und wenn du möchtest Salz und Pfeffer) unter die weiche Butter. Die Blütenbutter schmeckt auf einer Scheibe frischem, selbstgebackenem Brot natürlich am besten.
Eigentlich verleihen essbare Blüten so ziemlich allen Gerichten diesen gewissen Pfiff. Und auch die Zuckerschnuten kommen auf ihre Kosten: Essbare Blüten kannst du kandieren, in Gelees und Marmelade verarbeiten oder mit ihnen das ein oder andere Dessert oder einen Kuchen verzieren.
Oder du verarbeitest sie in süßen Getränken! Wie wäre es mit superleckerem selbstgemachten Holunderblütensirup?
Regenbogen im Glas: Essbare Blüten selbst trocknen
Essbare Blüten sind frisch gepflückt ziemlich unschlagbar. Zum Glück kannst du den blumigen Sommergeschmack aber auch einfangen und das ganze Jahr lang genießen – denn die Blüten lassen sich auch trocknen!
Dazu bindest du die Blumen einfach an den Stängeln aneinander und hängst die Büschel kopfüber an einem trockenen, warmen und dunklen Ort auf. Sobald sie rascheltrocken sind, können die Blüten in Gläser umziehen. Am besten stellst du sie dann an einen dunklen und kühlen Ort, auch wenn du die Blütenpracht dann vielleicht nicht täglich bewundern kannst. So hält sich das Aroma besser.
Du kannst die Blüten auch alternativ dazu in einem Dörrautomaten (wenn du einen besitzt) oder auf einem Backblech trocknen. Sie halten sich dann bis zu ungefähr einem Jahr und behalten meist sogar ihre Farbe!
Ich freue mich immer riesig, wenn ich bunte Teemischungen mit blauen Kornblumenblüten, orangegelben Ringelblumen, lila Malvenblüten und strahlend roten Goldnesselblüten aus der dunklen Speiskammer holen kann, um mir einen Tee zu brühen, der von Sommersonne und frischer Lebendigkeit im Garten träumen lässt.
Der Garten träumt Blütenträume…
…und das Gartenherz mit ihm. Schöne Blüten üben eine fast magische Anziehungskraft auf mich aus. Erwischt, ich bin einfach ein bisschen pflanzenverrückt! Du auch? Willkommen im Club!
Lavendeltee, Holunderblütenpfannkuchen und Salat mit essbaren Blüten klingen nach Musik in deinen Ohren? Dann ab in den Garten und, schau, wo du noch Platz hast für die Blütenwunder und lass deine Ideen, äh Blumen, sprießen!
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