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Blühende Gründüngung

Gründüngung: Eine Wellnesskur für den Boden

Gründüngung ist ein hervorragender Lückenfüller und ein wertvolles Geschenk für deinen Boden und die ganzen Lebewesen, die sich darin tummeln. Gelbsenf, Phacelia, Wickroggen und Co bieten deinem Boden nämlich ein Spa-Programm der Extraklasse!

Inhaltsverzeichnis
Was ist eigentlich Gründüngung?
Ein Garten ohne Gründüngung?
Gründüngung im Herbst: Den Boden einmummeln
So funktioniert die Herbstaussaat
Drei Gründünger im Portrait
Warum ist Gründüngung so wertvoll?
How to: Finde den passenden Gründünger
How to: Gründüngung säen
How to: Der richtige Zeitpunkt zum Abmähen
Gründüngung, ein Muss in einem gesunden Garten

Was ist eigentlich Gründüngung?

Sprechen Gärtner von Gründüngung oder Gründüngern, meinen sie damit, dass sie bestimmte Pflanzen als Vor-, Zwischen- oder Nachkultur auf Beeten anbauen, die gerade frei geworden sind oder auf denen für ein paar Monate keine Gemüsekultur eingeplant ist.

Die Gründüngerpflanzen schützen Nährstoffe vor Auswaschung, erhalten die Bodenstruktur und liefern jede Menge Futter für alles, was unter der Bodendecke lebt. So bleiben die Nährstoffe an Ort und Stelle, werden vom Bodenleben wieder pflanzenverfügbar gemacht und stehen deinem Gemüse dann später zur Verfügung.

Auch in einem ganz kleinen Garten kannst du Gründüngung problemlos nutzen – ein total einfaches Prinzip, das viiiiele Vorteile hat!

Wohin damit?

„Aber wohin mit der Gründüngung?“, fragst du dich. Na, einfach in die Lücken! Vielleicht ist es dir auch schon mal so gegangen: Selbst nach langem Knobeln über deinem Pflanzplan passen die Aussaat- und Erntetermine verschiedener Gemüse einfach nicht so recht zusammen und hier und da bleibt eine Leerstelle.

Das ist aber gar nicht schlimm! Denn: Sobald in einem Beet eine Zeitlang Platz ist, kannst du dort Gelbsenf, Phacelia, Buchweizen, Lupinen oder Klee säen.

Wenn du gerade noch an deinem Pflanzplan tüftelst, solltest du die Gelegenheit unbedingt nutzen, um ein paar wertvolle Gründüngerpflanzen einzuplanen! Alternativ dazu kannst du dir auch einfach meinen Pflanzplan herunterladen. Der ist schon fix und fertig, und du kannst einfach die Gründüngung deiner Wahl in den Plan einbauen!

Die Gründüngerpflanzen erntest du nicht wie Gemüse, sondern mähst sie nach einiger Zeit auf dem Beet ab und lässt sie dort (als Mulch) oberflächlich liegen. Ein paar Wochen, bevor deine nächsten Gemüsepflanzen einziehen, arbeitest du die Reste dann in den Boden ein. Natürlich ganz vorsichtig und nur oberflächlich, damit wir unsere Freunde, die Bodenlebewesen, nicht durcheinanderbringen.

Ein Garten ohne Gründüngung?

Nein Danke! Wie wir Gartengurus wissen, gedeihen (Gemüse-)Pflanzen besser und sind gesünder, je belebter und humusreicher der Boden ist. Gesunder Boden, gesunde Gemüsepflanzen, gesunde Menschen – eine simple Gleichung. Deswegen kümmern wir uns nicht nur um die Pflanzen, sondern vor allem auch um die Gesundheit des Bodens.

Eine einfache, naturnahe Methode ist es, den Boden ständig bewachsen zu halten. Hast du in der Natur schon einmal unbewachsenen, blanken Boden gesehen? Ich nicht. Das ist nämlich richtig unnatürlich und allem zuwider, was der Boden will. Eine Pflanzendecke schützt den Boden und hat noch viele andere positive Effekte. Genau wie beim Mulchen schaust du dir also auch bei der Gründüngung ab, wie die Natur gärtnert! :)

Gründünger Klee

Also: Der Boden in unseren Gärten sollte nie offen liegen, sondern immer bedeckt sein, damit er geschützt ist. So ein ganzjährig bewachsener Boden ist eine Wohltat für die Bodenlebewesen, allen voran für den Regenwurm, unseren Freund und Helfer. So ein Wurm holt sich hier seine Nahrung – umso schöner also, wenn der Boden bedeckt und der Tisch reich gedeckt ist (je nach Perspektive).

Gründüngung und Bodenbedeckung sind suuuper wichtige Maßnahmen, die den Boden merklich und nachhaltig verbessern können. Deswegen kann ich mir meinen Garten gar nicht mehr ohne Gründüngung vorstellen.

Gründüngung im Herbst: Den Boden einmummeln

Auch wenn du Gründüngung prinzipiell das ganze Jahr über aussäen kannst, ist die wichtigste Gründüngung die, die über den Winter deine Beete bedeckt.

Ein brachliegender Boden ist Wind und Wetter hilflos ausgeliefert, wohingegen lebende Pflanzen und ihre Wurzeln den Boden zusammenhalten und vor Erosion schützen, das Bodenleben fördern und damit die Bodenfruchtbarkeit stetig steigern.

Warum stehen im Winter überhaupt so viele Beete leer? Gute Frage! In vielen Beeten wachsen ja bis in den September hinein noch die Sommergemüse. Erst danach werden die Beete wieder frei. Die meisten Gemüse kannst du so spät nicht mehr aussäen. Sie brauchen einfach zu lange, um zu wachsen und Früchte auszubilden – und der Winter macht ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Entweder setzt du im Herbst alsovorgezogene Pflänzchen in die Beete, sähst ein paar Spätzünder wie Wintererbsen und Postelein direkt ins Beet, oder verwöhnst deine Beete mit einer kuscheligen grünen Decke.

Zartes Pflänzchen? Nicht bei den Gründüngern!

Unter denen gibt es nämlich etliche robuste Kerlchen! Einige Gründüngerpflanzen wie zum Beispiel der Winterroggen oder die Winterwicke sind – die Namen verraten es schon – winterhart. Das heißt, dass ihnen Frost so schnell nichts anhaben kann.

Diese Gründüngerpflanzen kannst du ziemlich spät im Jahr noch säen, wenn du einen Großteil deines Gemüses schon geerntet und in deiner Schatzkammer eingelagert hast. Dort, wo jetzt freier Platz im Beet ist und wo kein Gemüse für die Winterernte wächst, kannst du nun den Boden begrünen.

Senfsaatgut in Hand

Auch im Spätherbst können die Samen dieser Pflanzen noch zum Keimen gebracht werden. Du kannst aber auch schon ab August damit beginnen und die freiwerdenden Beete in eine grüne Decke einmummeln. Die Wachstumsbedingungen sind dann noch ideal und die Beete werden ja erst im nächsten Frühjahr wieder bepflanzt.

Du musst also die Gründüngung nicht überall auf einmal aussähen, das kann ganz entspannt nach und nach passieren: Beet für Beet, oder auch Beetreihe für Beetreihe. Das geht natürlich nur, solange die Aussicht besteht, dass die Samen noch keimen können.

Die Gründüngung, die im Herbst gesät ist, bleibt einfach über den Winter stehen und wird dann im nächsten Frühjahr in den Boden eingearbeitet oder als Mulch auf den Beeten verteilt. So leitest du im Spätherbst schon die kommende Gartensaison ein.

Und was ist mit den Beeten, die erst so spät frei werden, dass auch keine Gründüngung mehr keimt? Kein Problem! Diesen Beetreihen verpasst du einfach eine dicke Mulchschicht, damit auch hier der Boden gut geschützt ist. Vielleicht liegt ja noch irgendwo abgefallenes Herbstlaub herum, dass du dafür nutzen kannst?

So funktioniert die Herbstaussaat

Lass mich dir die Herbstaussaat am Beispiel des Gelbsenfs, einer richtig tollen Gründüngerpflanze, noch mal genauer erklären: Du lockerst den Boden (am besten mit einer Grabegabel), gräbst ihn aber nicht um. Warum du das Umgraben sein lassen solltest, erfährst du hier.

Dieses Lockern hat denselben Effekt auf deinen Boden, wie wenn du eine Bettdecke gut ausschüttelst und das Zimmer vor dem Schlafengehen belüftest – es schafft ein besseres Klima.

In diesen gut belüfteten Boden säst du nun breitwürfig deine Senfsaat. Ein Teil der Samen fällt dabei in die entstandenen Luftlöcher, den Rest kannst du mit dem Rechen leicht einharken.

Falls es nicht regnet, solltest du die Saat in den ersten Tagen feucht halten, sodass sie gut aufgeht. Der Gelbsenf braucht in der Regel nur ein paar Tage, um zu keimen, und ergibt dann eine dichte grüne Decke, unter der dein Boden wohlig eingemummelt Winterruhe halten kann.

Schließlich friert der Gelbsenf bei Temperaturen unter -7°C ab und bildet dann einen lockeren Schleier auf dem Beet. Dieser Schleier zerfällt sehr schnell und kann deswegen ohne viel Aufwand im Frühjahr in den Boden eingeharkt werden. Praktisch, oder?

Drei Gründünger im Portrait

Wer kann was? Vorhang auf für ein paar dieser famosen Pflanzen!

#1 Gib deinen Gelbsenf dazu

Alle Gründüngerpflanzen haben ihre ganz eigenen Stärken. Gerade haben wir ihn schon kennengelernt: den schnellwachsenden, winterharten Gelbsenf mit seiner Pfahlwurzel.

Blühender Gelbsenf

Er ist, wie ich finde, die (fast) perfekte Gründüngerpflanze, weil er mühelos zu säen und sehr leicht zu handhaben ist. Er hinterlässt im Frühjahr keine großen Stängel (zumindest, wenn er nicht geblüht hat), die wir dann mühevoll kleinhacken müssten. Im Beet bildet er ein Miniwäldchen mit schattigem, feuchtem Untergrund. Gerade weil er den Boden so gut regeneriert, sollte er in deinem Garten nun wirklich seinen Senf dazugeben dürfen! 

Ein Manko gibt es allerdings: Gelbsenf zählt nämlich zur Familie der Kreuzblütler. Die kennst du bereits von deinen Kohlgewächsen. Wie ist das jetzt mit dem Gelbsenf, wenn sich im Garten schon mehrere Kohlarten und andere Kreuzblütler finden? Denn gerade bei dieser Pflanzenfamilie solltest du ja eine Anbaupause von 5-6 Jahren einhalten, bevor du sie in demselben Beet wieder anbaust. Nur so kannst du hartnäckigen Krankheiten wie der Kohlhernie vorbeugen.

Wenn du nun noch einen weiteren Vertreter dieser Pflanzenfamilie in deine Beetplanung einbeziehst, machst du dir das Leben also ziemlich kompliziert.

Der Gelbsenf als Gründüngung ist also dann ideal für dich, wenn Kohl nicht dein Lieblingsgemüse ist und du nicht sooo viele Pflanzen aus der Kreuzblütlerfamilie in deinen Beeten anbaust.

Dann pflegt und verbessert Senf deinen Boden ungemein, bringt das Bodenleben auf Trab, und unterdrückt noch dazu einige Schädlinge, wie zum Beispiel Kartoffelnematoden. Kurzum: Er ist ziemlich wertvoll für deinen Garten und hält ihn gesund.

Kleiner Tipp: Falls du im kalten Winter dringend das Bedürfnis nach frischen Vitaminen verspürst, kannst du ein paar dieser zarten und milden Senfpflanzen ernten und als Kraut in der Küche, zum Beispiel im Salat, verwenden.

#2 Phacelia, unsere Bienenfreundin

Die wunderschön lila blühende Phacelia, die auch unter dem schönen Namen Bienenfreundin durch die Gärten reist, ist eine alte, lange Zeit nicht besonders beachtete Pflanze, die sich heute in Biogärten wieder immer größerer Beliebtheit erfreut und die ihrem Namen auch wirklich alle Ehre macht.

Phacelia in Blüte

Die anspruchslose Pflanze ist nicht besonders picky. Sie verträgt Trockenheit und durchdringt so ziemlich alle Böden mit ihrer Pfahlwurzel. Die feinen Phacelia-Samen können bereits sehr früh im Jahr gesät werden und gehen auch als Wiederholungssaat zu verschiedenen Zeiten während des Jahres in der Regel gut auf. Deswegen ist Phacelia ideal, um im Laufe des Sommers immer wieder ausgesät zu werden und so auch kleinere Lücken zu schließen.

Phacelia steht ziemlich lange in Blüte und duftet dabei überschwänglich. Das entgeht auch den schwirrenden Faltern und Insekten nicht, die durch den Duft herangezogen werden.

Hast du schon einmal Phacelia gepflanzt? Dann hast du bestimmt beobachtet, wie ganze Wolken von Schwebfliegen, über den Phacelia-Quartieren in der Luft surren. Das Tolle daran ist, dass sich die Schwebfliegen über Blattlausarmeen in deinem Garten hermachen – eine ihrer Leibspeisen! 

Phacelia ist so ein regelrechter Magnet für das ein oder andere Helferlein im Garten, das deine Gehölze und Fruchtgemüsearten fördert und gesund hält. Großartig, wie unsere Bienenfreundin die Vermehrung und Entwicklung dieser Nützlinge so fördert.

Die von Insekten heißgeliebte Pflanze bildet einen feinen, gefiederten Teppich, sie wurzelt tief, beschattet den Boden, versprüht den Regen durch die reich geteilten Blätter hindurch, ist eine gute Taufängerin und bezirzt mit einer wunderschönen Farbe. Was will das Gartenherz mehr?

Wenn die Pflanze abgeblüht ist, solltest du sie schleunigst mähen, bevor sie Samen ausbilden kann. Sonst hast du bald keine Chance mehr, dein Gemüse zwischen den neu austreibenden Phaceliapflanzen zu finden. Die Stängel und Blätter lässt du einfach auf dem Boden liegen. Sie bilden dann als Mulch noch einmal eine dichte Bodenbedeckung.

#3 Lupinen: Ein Hoch auf Leguminosen

Die mindestens genauso schönen Lupinen, die mit den Erbsen und Bohnen verwandt sind, leben wie alle Hülsenfrüchte in Symbiose mit Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln. Zusammen mit diesen Bakterien haben sie die Superkraft, Stickstoff aus der Luft zu binden und anderen Pflanzen zur Verfügung zu stellen. Chapeau, Lupine!

Alle Lupinenarten bilden rasch eine kräftige Hauptwurzel. Bis zu zwei Metern tief können die mit Bakterien besetzten Wurzeln reichen! So kann dieses Dreamteam Stickstoff aus der Luft ernten, der dann nicht nur für das eigene Pflanzenwachstum zur Verfügung steht, sondern auch großzügig verteilt wird. Gerade die gelbe Lupine ist eine echte Selbstversorgerin und kann sogar auf sandigen, mageren Böden gut wachsen.

Ihre tiefe Wurzel lockert außerdem den Boden. Die so entstehenden Tunnel verbessern den Luft- und Wasserhaushalt des Bodens. So tuen Lupinen deinem Boden auf ganz unterschiedliche Art und Weise etwas Gutes.

Lupinen als Gründüngung

Auch hier gilt allerdings wieder: Anbaupause beachten, denn du wirst sicher auch andere Hülsenfrüchte bei dir im Garten anbauen.

Warum ist Gründüngung so wertvoll?

Gründüngerpflanzen haben ganz viele Eigenschaften, die wertvoll für deinen Garten sind. Sie alle halten Nährstoffe im Boden, erhalten die Bodenstruktur, füttern die Bodenlebewesen und schützen den Boden vor starkem Regen und Wind.
 
Manche von ihnen haben darüber hinaus aber noch regelrechte Spezialeffekte: Sie reichern deinen Boden mit Stickstoff an, bilden tiefe Wurzeln, die den Boden auflockern oder sind schon früh im Jahr eine wundervolle Bienenweide.

Schauen wir uns die verschiedenen Superkräfte mal genauer an…

#1 Gründüngung als Bodenverbesserer

Die bodenverbessernde Wirkung von Gründüngerpflanzen ist wahrscheinlich das wertvollste Geschenk an den Garten. Senf, Phacelia, Buchweizen und Wicken durchwurzeln, lockern und beleben den Boden, weil sie ihn für viele potentielle Bodenbewohner*innen attraktiver machen.

Gründüngung fördert den Humusaufbau, verbessert die Krümelstruktur des Oberbodens und versorgt ihn mit zusätzlichen Nährstoffen.

Wenn du mit Pflanzenkohle gärtnerst, wird die Pflanzenkohle im Boden durch die Nährstoffe der verrotteten Pflanzen wieder aufgeladen, jippie!

#2 Gründüngung als Klimaanlage

Viele der Gründüngerpflanzen haben Wurzeln, die pfahlförmig viel tiefer reichen, als man das auf den ersten Blick vermutet – manche sind bis zu 1,50 m tief! Wenn die Wurzeln zusammen mit den anderen Pflanzenbestandteilen dann irgendwann verrotten, bleiben die Röhren erhalten.

So entsteht dann ein regelrechtes Tunnelsystem im Boden, über das dieser belüftet wird. Du kannst dir das vorstellen wie eine Klimaanlage. Das ist vor allem für schwere und verdichtete Böden und ihre Bewohner*innen echter Balsam.

#3 Gründüngung als Nährstoffpipeline

Dass die Wurzeln der Gründüngerpflanzen so tief reichen, hat noch einen weiteren Vorteil: Sie können beim Nährstofftransport aus den unteren Bodenschichten helfen. Die durch die Pflanzenwurzeln entstehenden Luft- und Wasserporen bieten sich als Transportwege für den Nährstoffkreisläufen im Boden nur so an.

Darüber hinaus düngen die Pflanzen mit ihren eigenen Pflanzenkörpern, denn Wurzel-, Stängel und Blattmasse werden gleich wieder abgebaut, nachdem sie gemäht wurden. So wird der Humusgehalt des Bodens erhalten und sogar erhöht.

#4 Gründüngung als Schutzmantel

Ein nackter Boden ist Wind, Sonne und Regen gnadenlos ausgeliefert. Was liegt da näher, als ihn mit Hilfe von Grünpflanzen oder einer dicken Mulchschicht vor Wind und Wetter, vor Erosion und Austrocknung zu schützen? Die Rolle eines bedeckenden Schutzmantels ist Gründüngerpflanzen geradezu auf den Leib geschnitten.

#5 Gründüngung als Insektenfreude

Ich habe ja bei der Phacelia oben schon erwähnt, was für ein Insektenmagnet die blühende Pflanze ist. Da ist sie nicht allein! Auch Ringelblumen, Buchweizen und Tagetes sind toll blühende Gründüngerpflanzen, die verschiedenen Insekten vorzüglich schmecken.

Wenn du Blühmischungen als Gründüngung säst, finden Bienen, Hummeln und Schmetterlinge ein reiches Buffet vor. Kann dann überhaupt noch von Gründüngung die Rede sein? ;)

Andere Gründünger kannst du auch als Futterpflanzen für Haustiere verwenden. Klee freut Kaninchen zum Beispiel sehr! Und es geht noch weiter: Tagetes hat, genau wie Gelbsenf, zusätzlich eine abwehrende Wirkung auf Nematoden.

#6 Gründüngung als Stickstoffsammler

Leguminosen wie Ackerbohnen und Lupinen gehen an ihren Wurzeln Symbiosen mit Knöllchenbakterien ein, die den Stickstoff aus der Luft ernten können. Das ist total faszinierend! Die Knöllchenbakterien reichern den Boden so mit zusätzlichem Stickstoff an, der dann von den Gemüsen, die später dort wachsen und gedeihen, genutzt werden kann.

Die Leguminosen schaffen dadurch perfekte Startbedingungen für Kohl und andere Starkzehrer. Dabei wird mir wieder einmal richtig deutlich, dass der Garten einfach ein zusammenhängendes System ist – und sooo viel mehr als nur die Summe aller Pflanzen!

Erbsenmischung als Gründüngung

#7 Gründüngung als Beikrautunterdrücker

Vielleicht hast du es schon geahnt: Gründünger kann dir so einiges an Arbeit ersparen! Das gilt auch und ganz besonders für die Beikrautunterdrückung. Hier wirken Gründüngung und Mulch wieder recht ähnlich. Freche Beikräuter, die hier und da ihre Köpfe aus dem Boden stecken wollen, werden gehemmt.

Kleiner Tipp: Wenn du mehr Saatgut ausbringst, wachsen die Gründüngerpflanzen dichter und können die Beikräuter so noch besser unterdrücken.

How to: Finde den passenden Gründünger

Es gibt ein paar Dinge, die du beachten solltest, wenn du mit Gründüngung in deinem Garten arbeiten möchtest: Allen voran solltest du für deine Zwecke und deinen Garten die richtigen Pflanzen und den richtigen Aussaatzeitpunkt auswählen. Stelle dir dafür am besten folgende Fragen:

  1. In welcher Jahreszeit möchte ich die Gründüngung säen?
  2. Wie ist mein Boden grundlegend beschaffen?
  3. Wie lange kann die Gründüngung auf dem Beet stehen, und wann möchte ich es wieder für Gemüse nutzen?
  4. Wie sieht meine Fruchtfolge aus und welcher Gründünger passt da gut rein? Phacelia, Tagetes und Buchweizen sind in der Hinsicht ziemlich unkompliziert, weil die sich mit allen Pflanzen vertragen.

Winterharte Gründüngungspflanzen

PflanzeBeschreibungBodenBesonderheitenAussaat
RotkleeLeguminose, bildet Pfahlwurzel mit vielen NebenwurzelnFür lockere BödenMehrjährig, StickstoffsammlerMärz-August
WeißkleeLeguminoseAlle BödenVerträgt keine Trockenheit, bienenfreundlich, StickstoffsammlerMärz-August
InkarnatkleeLeguminose mit roten, länglichen Blüten, PfahlwurzelLeichte und mittlere, kalkhaltige BödenGut geeignet als Vorkultur für Gemüse, die erst nach den Eisheiligen ins Beet kommen, schnelle Durchwurzelung, Bienenweide, StickstoffsammlerMärz-Mitte September
WinterwickeLeguminose, bildet Ranken, blüht purpur bis violett, kräftige WurzelnAlle BödenStickstoffsammler, bildet auch im Winter Wurzelmasse, gern als Wickroggen in Mischung mit RoggenJuni-Oktober
SteinkleeLeguminose mit kräftiger PfahlwurzelAlle Böden, gern kalkhaltigeWurzel durchdringt auch verdichtete Böden, bienenfreundlich, StickstoffsammlerApril-August
LuzerneLeguminose mit kräftiger Pfahlwurzel, wird bis zu 1 m hoch, Wurzeln bis zu 4 m tiefKalkhaltige, leichte bis mittlere BödenMehrjährig, hat sehr gute beikrautunterdrückende Wirkung, verträgt Trockenheit, bienenfreundlich, StickstoffsammlerApril-September
RoggenGetreide, wächst raschSchwere Bödenlockert den Boden, gut in Kombination mit WinterwickeMärz-Oktober
ÖlrettichKreuzblütler, Rettichgewächs, wächst raschSchwere BödenLockert den Boden, reduziert NematodenAnfang August-Ende September
SpinatFuchsschwanz-gewächs, Blattgemüse Hinterlässt eine gute BodenstrukturMärz-September

Nicht-winterharte Gründüngungspflanzen

PflanzeBeschreibungBodenBesonderheitenAussaat
Alexandriner-kleeLeguminose mit Pfahlwurzel, schnelle WurzelbildungLeichte bis mittlere Böden, mag keinen niedrigen pH-WertHat es gern feucht, bienenfreundlich, StickstoffsammlerApril-Juli
Persischer Klee LeguminoseAlle BödenBienenfreundlich, Stickstoffsammler, gut mit Kohl, weil er Kohlfliege und Kohlweißling vertreibtMärz-August
SommerwickeRankende, violett blühende Leguminose mit verzweigten Wurzeln und vielen WurzelknöllchenAlle BödenGutes Grünfutter, starke Beikrautunterdrückung, starke BodendurchwurzelungJuni-August
PlatterbseTiefwurzelnde Leguminose mit großen WurzelknöllchenAlle BödenStickstoffsammlerBis September
AckerbohneRasch wachsende und sehr kältetolerante Leguminose mit kräftigen PfahlwurzelnTiefgründige, kalkreiche, mittlere BödenFixiert viel Stickstoff und sorgt für gute BodengareFebruar-Oktober
PhaceliaWunderschön lila blühendes Raublattgewächs mit Pfahlwurzel mit Seiten- und FeinwurzelnAlle BödenBienenfreundin, verträgt Trockenheit, hinterlässt sehr gute Bodenstruktur, verträgt sich gut mit allem GemüseFür Blüte: März-Juli, sonst Oktober
LupineLeguminose, Pfahlwurzel mit großen WurzelknöllchenLeichte bis mittelschwere BödenBienenfreundlich, StickstoffsammlerMärz-Juli
GelbsenfKreuzblütler mit gelben Blüten, das den Boden schnell abdecktAlle Böden, gern lockerer BodenSehr schnelle Durchwurzelung des OberbodensBis Oktober
BuchweizenKnöterichgewächs, das zierlich weiß-rosa blühtLeichte BödenVerträgt sich gut mit allem Gemüse, BienenweideApril-August
SerradellaLeguminose mit PfahlwurzelGut für nährstoffarme BödenBienenfreundlich, Stickstoffsammler, verbessert SandbödenApril-August
Insekt auf Phacelia

How to: Gründüngung säen

Es ist an der Zeit, die Gründüngung in deinem Garten auszubringen? Die Vorbereitung gelingt schnell: Lockere das Beet, zum Beispiel mit einer Grabegabel, ohne es umzugraben. In einem zweiten Schritt verteilst du das Gründüngungssaatgut von Phacelia und Co breitwürfig auf dem Beet. Anschließend rechst du das Saatgut oberflächlich ein und hältst es bis zur Keimung feucht – fertig!

Kleiner Tipp: Du möchtest dir selber eine Gründüngungsmischung zusammenstellen? Dann achte unbedingt auf das richtige Mischungsverhältnis, damit nicht einzelne Sorten die ganze Mischung dominieren und alles andere überwuchern.

Dazu nimmst du, wenn du zum Beispiel Ackerbohne und Senf aussäen willst, nicht 50:50, sondern die Hälfte der empfohlenen Saatgutmenge pro m² von Ackerbohne und die Hälfte der empfohlenen Saatgutmenge von Senf. So kannst du eigene Mischungen anteilig ausrechnen.

How to: Der richtige Zeitpunkt zum Abmähen

Wenn du nicht eine Mordsarbeit damit haben möchtest, die Gründünger in den Boden einzuarbeiten, solltest du auch darauf achtgeben, sie immer rechtzeitig zu mähen. Wenn die Stängel zu dick und die Pflanzen zu hoch werden, kann das Einarbeiten unter Umständen ziemlich anstrengend werden, gerade weil du in deinem Garten ja nicht mit schwerem Gerät ackerst.

Du solltest deinen Gründünger auch unbedingt abmähen, bevor er Samen bildet. Sonst wird er nämlich schnell unkontrollierbar und breitet sich in deinem Garten in Windeseile aus.

Damit einher geht auch die Faustregel, die Gründüngung lieber zu früh als zu spät einzuarbeiten. Bei mir hat es sich bewährt, die Gründüngung 2-3 Wochen vor der Aussaat von Gemüse im betreffenden Beet abzumähen, die Pflanzen dann etwas liegen zu lassen, um sie anschließend mit einer Grabegabel oberflächlich einzuarbeiten, damit der Verrottungsprozess möglichst schnell in Gang kommt.

Im Herbst und Frühjahr dauert das Ganze etwas länger, weil es ja kühler ist. Klar, du kannst die Pflanzen natürlich auch einfach als Mulch liegen lassen, den du dann etwas zur Seite ziehst, wenn du junges Gemüse pflanzt oder säst.

Gründünger, ein Muss in einem gesunden Garten

Jedes Mal, wenn du Gemüse erntest, entnimmst du dem Beet Pflanzenmasse und damit Nährstoffe, während die Gründüngerpflanzen dem Boden wieder Nährstoffe zuführen. Mit der Gründüngung bleibt der Boden in Balance.

Das Gemüse nährt uns, wir säen Gründüngung, der Gründünger ernährt den Boden, und der Boden versorgt wiederum das Gemüse. Ein kleiner Kreislauf von Geben und Nehmen, in dem die Gründüngung eine wichtige Stellschraube ist.

Hier bekommst du noch einmal alle Vorteile auf einen Blick: Gründünger…
 
 … durchwurzeln und beleben den Boden,
 … verleihen einem ausgelaugten Boden einen frischen Teint,
 … lockern den Boden mit ihren tiefen Wurzeln,
 … machen den Boden für viele Bewohner*innen attraktiver,
 … düngen und versorgen den Boden mit ihrer Pflanzenmasse,
 … erhöhen den Humusgehalt des Bodens,
 … unterdrücken Beikräuter,
 … beschatten den Boden und halten ihn feucht,
 … stabilisieren und schützen den Boden vor Austrocknen, Erosion, Wind und Wasser,
 … ziehen Nützlinge an und dienen als Bienenweide,
 … reichern den Boden mit Stickstoff an.

Wow! So eine Gründüngung ist wirklich das A und O in einem gesunden Garten!

Merk dir diesen Artikel auf Pinterest!

Wenn du dich jetzt an die Anbauplanung für das nächste Gartenjahr machst, dann bestell doch gleich etwas Gründüngungssaatgut mit.

Und falls du gerade mitten im Gartenjahr bist und sich eine Lücke im Beet auftut, dann ab mit dir in den Garten! Verpass deinem Boden eine Gründüngungs-Wellnesskur, die ihn so richtig verwöhnt!

Was du neben einer Gründüngung noch so tun kannst, um deinen Boden zum Schnurren zu bringen, das erfährst du hier:

So funktioniert Mulchen! Schritt für Schritt zum Mulchbeet 

So förderst du dein Bodenleben im Biogarten

So geht Permakultur: Schaff dir ein kleines Paradies!

Wie steht es mit Gründüngung in deinem Garten? Welche Mischungen haben sich bei dir bewährt? Schreib es mir gern in die Kommentare!

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Zucchini einmachen

Zucchini einmachen – Zucchinischwemme haltbar machen!

Hier kommt mein mit Abstand liebstes Rezept zum Zucchini einmachen. Für die Zeit, wenn du mitten in der sommerlichen Zucchinischwemme steckst und gar nicht mehr weißt, was du mit den ganzen geernteten Zucchini anstellen sollst. Dann ist es toll, wenn du einen Teil deiner Ernte für den Winter einmachen kannst und so später auch noch Zucchini aus dem eigenen Garten essen kannst.

Inhaltsverzeichnis
Hier geht’s direkt zum Rezept!
Grundregeln beim Einmachen
Eingekochte Zucchini in der Küche verwenden
Lust auf eine kleine Challenge?

Heute bekommst du mein allerliebstes Einmach-Rezept, direkt aus meinem Onlinekurs „Vorratskammer starten“. Viel Spaß damit! :)

Hol dir noch schnell meine 7 liebsten Rezepte für die Vorratskammer!

Kribbelt es dir auch schon in den Fingern, noch mehr Obst und Gemüse einzukochen? Dann hol dir das Rezepte-eBook mit meinen sieben liebsten Rezepten zum Einkochen und Fermentieren! Du kannst dich einfach mit deiner eMail-Adresse hier eintragen und schon flattert das Rezepte- eBook in dein Postfach:  

Zucchini einfach einkochen

Du brauchst:

  • 3 kg Zucchini
  • 2 rote Zwiebeln, geschält und in dünne Ringe geschnitten
  • 1 EL Salz
  • 600 ml Rotwein- oder Weißwein-Essig
  • 600 ml Wasser
  • 1 TL Pfeffer, grob gemahlen
  • 3 EL Zucker
  • 5-6 Lorbeerblätter
  • und 1 EL Piment

Psssst, kleiner Tipp: Wenn du deine Zucchini frisch geerntet hast, enthalten sie mehr Wasser, dann kommst du auch mit weniger Sud aus. In dem Fall würde ich statt 600 ml jeweils nur 500 ml Essig und Wasser verwenden. Gekaufte Zucchini, die schon länger lagern, enthalten weniger Wasser, sodass du jeweils einen Liter Essig und Wasser einplanen solltest.

So geht’s:

1. Zucchini in Würfel von einem Zentimeter Kantenlänge schneiden. Mit den in Ringe geschnittenen Zwiebeln in eine Schüssel geben und mit dem Salz vermengen. Abdecken und mindestens drei Stunden lang ziehen lassen.

2. Essig, Wasser, Pfeffer und Zucker in einem Topf mischen und kurz köcheln lassen.

3. Lorbeerblätter und Piment auf die sterilen Gläser verteilen. Zucchini und Zwiebeln mitsamt dem ausgetretenen Wasser einfüllen. Mit dem Essig-Sud auffüllen und die Gläser verschließen.

4. 15 Minuten bei 90°C im Wasserbad einkochen.

Sicher Einmachen und Einkochen – Grundregeln nicht vergessen

Beim Einmachen gilt es wie immer, die grundlegenden Regeln zu beachten. Wenn du noch nie eingekocht hast oder dein Einmach-Wissen schnell nochmal auffrischen willst, schau also erstmal hier vorbei:

Einkochen für Anfänger: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Außerdem habe ich noch einen Artikel zu den hartnäckigsten Einmach-Mythen geschrieben. Wusstest du zum Beispiel, dass es alles andere als förderlich ist, die Gläser nach dem Einmachen auf den Kopf zu stellen? Den Artikel findest du hier:

9 Einkoch-Mythen, die du kennen solltest

Psssst: Wenn du nach noch mehr Rezepte zum Haltbarmachen deiner Zucchiniernte suchst, dann schau unbedingt mal in diesem Artikel vorbei: Zucchinischwemme willkommen: Zwei köstliche Zucchini Rezepte!

Eingekochte Zucchini in der Küche verwenden

Die eingekochten Zucchini sind auch nach mehreren Jahren noch knackig und überhaupt nicht verkocht oder matschig, wie man es von anderen Rezepten kennt.

Wir verwenden die eingekochten Zucchini für Gemüsepfannen, Tomatensaucen, Aufläufe oder packen sie mit auf die Pizza. Dafür gieße ich den Sud einfach ab und träufle vor der Verwendung ein bisschen Olivenöl auf die Zucchini – das bringt das sommerliche Aroma so richtig schön hervor.

Antipasti gefällig? Richtig gut schmecken die Zucchini eingelegt in Olivenöl. Dafür gieße ich den Sud vollständig ab und vermenge die Zucchinistücke dann mit einem guten Olivenöl. Je nach Lust und Laune kommen noch ein paar frische Kräuter dran. So machen sie sich übrigens auch hervorragend als Topping auf belegten Broten. Yams!

Hach, es ist einfach wunderbar, auch im tiefen Winter noch Zucchini aus dem eigenen Garten zu essen und die Überschüsse während der Zucchinischwemme sinnvoll zu verwerten.

Merk dir dieses Rezept auf Pinterest!

Lust auf eine kleine Challenge?

Ich veranstalte regelmäßig die „Mach deine Ernte haltbar“-Challenge. In der Challenge machen wir drei Sachen haltbar und legen damit den Grundstein für eine mit selbstgemachten Schätzen gefüllte Voratskammer. Es macht einfach richtig viel Spaß, wenn wir alle zusammen unsere Ernteüberschüsse angehen und unsere Vorratskammern füllen. 

Wenn du gerne mitmachen möchtest, vielleicht weil du noch neu bist, was das
Einkochen betrifft oder du einfach Lust auf Austausch hast, dann kannst du dich
gerne für die Challenge anmelden: Zur Challenge!

Ich würde mich riesig freuen, wenn du mit dabei bist! 

Wie verwertest du deine Zucchini? Hast du Geheimtipps oder tolle Rezepte zum Zucchini einkochen? Dann teile sie gern unten in den Kommentaren! :)

Eingekochte Tomatensoße im Glas

Tomatensoße einkochen: Ganz einfach mit meinem Lieblingsrezept!

Mit meinem Lieblingsrezept zum Tomatensoße einkochen kannst du große Mengen Tomaten sicher für den Winter haltbar machen und dir so in der trüben Jahreszeit ein Stück Sommer zurückholen. Deine Tomatenpflanzen hängen üppig voll mit lauter prall-reifen köstlichen Früchten und du weißt langsam schon gar nicht mehr, wohin mit dieser wunderbaren Ernte? Dann nichts wie ab in den Kochtopf damit: Ich zeige dir, wie es geht!

Inhaltsverzeichnis
Tomatensoße selbstgemacht: Sicher ist sicher
Übersicht: 5 Schritte zur Tomatensoße aus frischen Tomaten
Tomatensoße Rezept: Die Zutaten
1. Schritt: Einkochzubehör vorbereiten
2. Schrittt: Zutaten vorbereiten
3. Schritt: Kochen
4. Schritt: Abfüllen
5. Schritt: Tomatensoße Einkochen

Tomatensoße selbstgemacht: Sicher ist sicher

Unsere Tomatensoße soll natürlich super lecker werden – aber auch lange und verlässlich haltbar sein. Damit das klappt, ist es super wichtig, die richtige Methode zu nutzen. Im Wasserbad kannst du alle Lebensmittel sicher einkochen, die einen pH-Wert von unter 4,5 haben. Tomaten liegen aber leider genau auf der Grenze, das heißt, manche Sorten können auch darüber sein. Was bedeutet das nun fürs Tomatensoße einkochen? Ist das Wasserbad denn dann überhaupt eine sichere Methode?

Die Antwort auf diese Frage ist: Ja, wenn du Zitronensaft verwendest! Denn in der richtigen Menge setzt der saure Saft den pH-Wert so herab, dass du auch im Wasserbad deine Tomatensoße haltbar machen kannst.

Deshalb beachtest du die Mengenangaben im Rezept am besten ganz genau, damit du dir keine Gedanken um Botulismus machen musst. Das ist nämlich eine ernstzunehmende Lebensmittelvergiftung, die tödlich enden kann.

Du hast dich mit Botulismus noch gar nicht auseinandergesetzt und weißt daher nicht recht, was das überhaupt ist? In meinem Artikel zum Botulismus habe ich das Wichtigste dazu für dich zusammengefasst.

Keine Sorge: Wenn du beim Einkochen säurerarmer Lebensmittel sichere Rezepte verwendest, die du auch ganz genau befolgst, kannst du mit Spaß und Freude deine Tomatensoße haltbar machen und genießen. Die Basics zum Einkochen findest du in diesem Artikel!

Frisch geerntete Tomaten

Übersicht: 5 Schritte zur Tomatensoße aus frischen Tomaten

Du stehst schon mit gezücktem Kochlöffel da und möchtest sofort loslegen mit dem Tomatensoße einkochen? Dann schau gern in diese Übersicht, da habe ich dir alle wichtigen Schritte kurz und knackig zusammengefasst. :)

So geht es
Schritt 1:
Einkochzubehör
vorbereiten
Gläser spülen*
– Deckel und Einkochringe* in Essigwasser fünf Minuten sprudelnd auskochen
Schritt 2:
Zutaten
vorbereiten
Zwiebel schälen und würfeln 
– Tomatenstrunk herausschneiden
– Tomaten halbieren
– Kräuter kleinschneiden
Schritt 3:
Kochen
– Zwiebel und Knoblauch anbraten
– restliche Zutaten dazugeben
– alles einkochen lassen
– pürieren und abschmecken
Schritt 4:
Abfüllen
– heiße Tomatensoße mit Trichter und Schöpfkelle in die Gläser füllen
– Schraubgläser: 2 Zentimeter Abstand zum oberen Glasrand
Weckgläser*: 0,5 – 1 Zentimeter Abstand zum oberen Glasrand
Schritt 5:
Einkochen
– Wasserbad und Tomatensoße sollen ungefähr dieselbe Temperatur haben
– 30 Minuten bei 90° C einkochen

In meiner Einkochen Checkliste findest du zusätzlich die 6 wichtigsten Grundregeln zum sicheren Einkochen. Damit kann nichts mehr schiefgehen beim Tomatensoße einkochen!

Einfach Emailadresse eingeben und schon flattert die Checkliste in dein Postfach!

Tomatensoße Rezept: Die Zutaten

Und jetzt kommt das Allerwichtigste – die Zutaten zum Tomatensoße einkochen:

  • 3 kg Tomaten
  • 1 große Zwiebel
  • 1-4 Knoblauchzehen
  • frische Kräuter (Rosmarin, Thymian, Oregano)
  • 5 EL Agavendicksaft
  • 5 EL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer
  • Öl zum Anbraten

Mehr brauchst du nicht für diese oberleckere einfache Tomatensoße!

Wenn du sehr viele Tomaten verarbeiten möchtest, kannst du dieses Rezept nach Belieben auch verdoppeln oder verzehnfachen, das ist überhaupt kein Problem. Du brauchst dann vielleicht nur mehrere Durchgänge für das Einkochen (und einen riiiesigen Kochtopf…). :)

Tomatensoße einkochen Schritt #1: Einkochzubehör vorbereiten

Egal, ob du Schraubgläser oder Weckgläser* verwendest, sie sollten auf jeden Fall sauber gespült sein. Du musst sie aber nicht sterilisieren, denn die Einkochzeit ist lange genug, um das für dich zu erledigen.

Deckel und Einkochringe kochst du* in Essigwasser fünf Minuten lang sprudelnd auf, damit sie wirklich sauber sind. Alle anderen Gerätschaften wie Trichter, Schöpflöffel usw. übergießt du mit kochendem Wasser.

Tomatensoße einkochen Schritt #2: Zutaten vorbereiten

So, alles ist sauber und bereit? Dann kümmern wir uns jetzt um die Zutaten!

Die Zwiebel und den Knoblauch schälst du und schneidest sie in Würfel. Dann brätst du die Zwiebelwürfel in Öl an, bis sie glasig sind. Jetzt kannst du den Knoblauch und die Kräuter zugeben.

Und nuun – Trommelwirbel – kommen die Stars der Soße an die Reihe: Deine köstlichen frisch geernteten Tomaten!

Du wäschst deine Ernteschätze gut ab, schneidest den Stielansatz heraus, halbierst sie und ab in den Topf mit ihnen! Ja, richtig gelesen, es genügt vollkommen, sie einfach nur auseinanderzuschneiden. Das spart bei großen Mengen richtig viel Zeit!

Wichtig ist dabei nur, dass du alle schadhaften Stellen sorgfältig entfernst und angegammelte Tomaten aussortierst. An ihnen sitzen nämlich viele Fäulniserreger, die deine Soße schnell gären lassen. Und wenn du schon deine Tomatensoße selbstgemacht hast, soll sie sich doch möglichst lange halten, oder?

Soße ohne Schale? Kein Problem:

Falls du in deiner Tomatensoße keine Schale haben möchtest, musst du die Tomaten vorm Kochen schälen. Und das geht so:

Du ritzt die Tomaten oben kreuzweise ein und tauchst sie dann für 1 bis 2 Minuten in kochendes Wasser. Jetzt kannst du die Schale mit einem Messer abziehen.

Mich stört die Schale aber gar nicht – im Gegenteil! Denn in der Schale sitzen Vitamine und wichtige sekundäre Pflanzenstoffe, die super gesund sind. Außerdem spare ich mir eine Menge doofer Arbeit. ;)

Wenn alle Tomaten im Topf sind, gebe ich noch etwas Wasser hinzu, damit nichts anbrennt. Das muss nicht viel sein, einfach nur ein kleiner Schuss. Wir wollen ja keine Suppe, sondern Tomatensoße einkochen.

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Tomatensoße einkochen Schritt #3: Kochen

Jetzt kommen auch Zitronensaft und Agavendicksaft in den Topf. Gut umrühren und kochen, bis die Tomaten zerfallen. Dann pürierst du alles so fein, wie du es haben möchtest.

Die fertige Soße lässt du unter regelmäßigem Rühren weiter köcheln, damit sie noch ein bisschen dicker wird. Sobald die Konsistenz für dich passt, schmeckst du alles kräftig mit Salz, Pfeffer und eventuell noch mehr Kräutern ab.

Währenddessen kannst du auch das Wasser in deinem Einkochtopf schon erhitzen, damit es nachher schneller geht.

Kleiner Tipp:
Es ist besser, die Soße erst dann zu würzen, wenn du sie nicht weiter reduzieren, also von der Konsistenz her dickflüssiger haben möchtest. Dadurch konzentriert sich nämlich auch die Würzung und vielleicht wird dir dann alles zu salzig oder zu scharf.

Noch viel mehr Tipps und Tricks zum Haltbarmachen findest du übrigens in meinem „Vorratskammer starten“-Onlinekurs! In einfachen Schritt-für-Schritt Anleitungen lernst du da alles, was du wissen musst, um deine Ernte sicher haltbar zu machen. Ob (Druck-)Einkochen, Dörren, Fermentieren oder Heiß abfüllen – du wirst zum Haltbarmachen-Profi und kannst so auch im Winter noch ein Stück Sommer genießen. Ich würde mich freuen, wenn du mit dabei bist! :)

Frisch eingekochte Tomatensoße

Tomatensoße einkochen Schritt #4: Abfüllen

Wenn deine Tomatensoße jetzt von Geschmack und Konsistenz her perfekt ist, füllst du sie in deine vorbereiteten Gläser ab. Ein Trichter und eine Schöpfkelle sind sehr nützliche Helfer dabei! Sie sorgen dafür, dass nichts daneben geht und der Glasrand sauber bleibt. Bei Schraubgläsern lässt du mindestens 2 Zentimeter Platz zum oberen Glasrand, bei Weckgläsern* reichen 0,5 bis 1 Zentimeter. Das ist wichtig, damit es dir beim Einkochen nicht die Hälfte des Inhalts aus deinen Gläsern herausdrückt.

Dann kontrollierst du, ob die Glasränder wirklich sauber geblieben sind und wischst sie bei Bedarf ab. Jetzt kommen Schraubdeckel oder Deckel, Ringe* und Klammern* drauf und ab mit den Gläsern in den Einkochtopf!

Tomatensoße einkochen Schritt #5: Einkochen

Das Wasser im Einkochtopf sollte ungefähr dieselbe Temperatur haben wie der Inhalt der Gläser, damit die Gläser durch den Temperaturunterschied nicht platzen.

Ich gebe in das Einkochwasser immer noch einen kleinen Schuss Essig , damit sich an den Gläsern keine unschönen Kalkablagerungen bilden.

Wenn du richtig viele Gläser Tomatensoße einkochen möchtest, kannst du sie im Einkochtopf auch stapeln. Über dem obersten Glas sollten dann noch ungefähr 2 Zentimeter Wasser stehen.

Jetzt kommt der Deckel auf den Topf und ein Thermometer ins Wasser. Sobald das Thermometer 90 Grad zeigt, beginnt die Einkochzeit von 30 Minuten.

Marie mit Glasheber und Tomatensoße

Nach dieser Zeit stellst du den Herd ab und holst die Gläser aus dem Topf heraus. Am besten benutzt du dazu einen Glasheber! Denn damit verbrennst du dir nicht die Finger und hältst die Gläser sicher fest, auch wenn sie nass und rutschig sind. Die Gläser stellst du auf ein Geschirrtuch und lässt sie komplett auskühlen.

Voilá: So geht Tomatensoße aus frischen Tomaten haltbar machen!

Falls du Weckgläser* verwendet hast, nimmst du die Klammern* ab. Der Deckel sollte jetzt auch ohne Klammern bombenfest sitzen, wenn alles geklappt hat. Aber mit meiner Einkochen Checkliste weißt du ja genau, worauf du achten musst, um sicher einzukochen. ;)

Und wie wäre es mit ein paar richtig schicken Etiketten für deine Gläser? Ein paar Wochen später ist es nämlich oft schwierig, sich daran zu erinnern, was du wann eingekocht hast – und die Etiketten auf deinen Gläsern sehen außerdem so richtig edel aus!

Trag dich hier ein und ich schicke dir die Etiketten per Mail zu!

Also: Tomatensoße einkochen ist gar nicht schwer, geht schnell und du füllst deine Regale mit gesundem Fastfood. Wenn es mittags mal wieder schnell gehen muss, einfach Glas öffnen, ein paar Nudeln in den Topf werfen und fertig ist das gesunde leckere Mittagessen für deine Liebsten! Guten Appetit! :)

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Du hast eine richtige Tomatenschwemme? Dann schau dir doch auch noch meine anderen Rezepte zum Tomaten verarbeiten ein – da ist bestimmt etwas für dich dabei!

Tomaten fermentieren-Rezept: Spritziger Sommer-Snack!

Tomaten trocknen – den Geschmack des Sommers einfangen

Tomaten einkochen: 5 super leckere Rezepte!

Welche Tipps und Tricks hast du zum Tomatensoße einkochen? Schreib sie gerne in die Kommentare!

*Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

Frühkartoffeln auf Jutesack

Frühkartoffeln: Der erste Kartoffel-Snack im neuen Gartenjahr

Ich freue mich jedes Jahr aufs Neue, auf Kartoffelschatzsuche zu gehen und die ersten Frühkartoffeln aus dem Boden zu holen. Diese Freude möchte ich mir dir teilen! Deswegen zeige ich dir, wie du Frühkartoffeln anbaust und welche Sorten sich gut eignen und besonders lecker sind. Zum Schluss verrate ich dir noch zwei tolle Rezepte für deine Frühkartoffeln – Los geht’s!

Inhaltsverzeichnis:
Frühkartoffeln – Was macht sie so besonders?
Ab ins Beet: Frühkartoffeln pflanzen
Kartoffelfest: Frühkartoffeln ernten
7 Leckerbissen: Frühkartoffeln Sorten
Gaumenschmaus: Frühkartoffeln Rezept

Frühkartoffeln – Was macht sie so besonders?

Frühkartoffeln sind die schnellsten Kandidaten im Kartoffelbeet, denn sie brauchen nur 90-110 Tage, bis du sie ernten und deinen ersten Kartoffelsnack der neuen Gartensaison genießen kannst. Nach einer Zeit von überlagerten Kartoffeln bringen Frühkartoffeln neue Frische auf den Teller. Wichtig ist, dass du deine Frühkartoffeln innerhalb von 10 Tagen verspeist, denn sie besitzen noch keine vollständig ausgereifte Schale und sind somit nicht gut lagerfähig.

Möchtest du deine Kartoffeln über den Winter lagern, lässt du die Pflanze und die Knollen richtig abreifen. Mittelfrühe und späte Kartoffelsorten bleiben viel länger im Boden (140-160 Tage). Die Schale ist dann richtig fest an der Knolle, sodass du sie wunderbar lagern kannst.

Fun Fact: Wusstest du, dass die ersten Kartoffeln für den Supermarkt meist in wärmeren Regionen wachsen und von weit hergeflogen kommen? Dabei können wir uns das ganze Jahr mit Kartoffeln selbstversorgen. Im Frühsommer sind die Lagerkartoffeln halt nicht mehr die Knackigsten. Aber umso schöner ist es, die ersten eigenen Frühkartoffeln zu ernten und dann so richtig zu schlemmen. ;)

Ab ins Beet: Frühkartoffeln pflanzen

Kleine Quizfrage: Wenn Frühkartoffeln super früh gepflanzt werden, sind sie dann schneller erntebereit? Na, weißt du die Antwort? Ich verrate sie dir!

Frühkartoffeln sind genauso Frostbeulen wie späte Kartoffeln und wollen nicht zu früh in die Kälte. Den Namen Frühkartoffeln tragen die Sorten nicht, weil sie früh gepflanzt werden können, sondern weil sie schneller wachsen. Deswegen sind sie früher erntereif.

Du baust zum ersten Mal Kartoffeln an? Dann schau dir gerne auch meinen Grundlagen Artikel zum Kartoffel-Anbau an: Kartoffeln pflanzen und anbauen – die ultimative Anleitung!

Kartoffelpflanze mit Holzhackschnitzel

Ein guter Zeitpunkt, um Kartoffeln zu pflanzen, ist zwischen Mitte und Ende April. Wenn du in einer wärmeren Region wohnst, kannst du die Kartoffeln sogar schon Anfang April pflanzen. Wichtig ist nur, dass es keine starken Nachtfröste mehr gibt, wenn die jungen Kartoffeln aus der Erde schauen.

Die richtigen Profis bauen Frühkartoffeln oft unter einem Vlies an, sodass sie früher gepflanzt und noch früher erntereif sind. So wie es Weinbau-Regionen gibt, gibt es auch Frühkartoffeln-Anbauregionen. Dort ist es besonders warm – du findest sie in der Pfalz, in Baden-Württemberg und in Niedersachsen.

Genau wie bei allen anderen Kartoffeln auch fängt der Anbau der Frühkartoffeln damit an, die Kartoffeln vorzukeimen. Wie Kartoffeln vorkeimen genau funktioniert, erkläre ich dir hier.

Möchtest du zu deinen Frühkartoffeln eigene Kräuter anbauen und ernten? Dann hol dir meinen Kräuter-Plan. So kannst du den Quark zu den Frühkartoffeln gleich mit eigenen Kräutern verfeinern! :)

Hol dir den 3-Zonen-Kräuterplan!

Trag dich hier ein und ich versorge dich rund ums Jahr mit meinen besten Gartentipps per Email. Und den 3-Zonen-Kräuterplan gibt’s als Willkommensgeschenk obendrauf!

    Mit dem Absenden bestätigst du meine Datenschutzbestimmungen und erteilst mir die Erlaubnis, dir Emails mit Tipps und Angeboten zum Thema Selbstversorgung zu schicken. Du kannst dich natürlich jederzeit wieder austragen.

    Kartoffelfest: Frühkartoffeln ernten

    Warst du schon mal auf einem Kartoffelfest? Ich kenne solche Feste aus dem Spätsommer und Herbst, wo es allerlei Gerichte aus Kartoffeln gibt. Auf einem Kartoffel-Hoffest gibt es einfach alles aus Kartoffeln: Kartoffelpuffer, Kartoffelsuppe, Bratkartoffeln, Kartoffelpizza und Kartoffelklöße mit Pflaumen.

    Zu dem Zeitpunkt gibt es jedoch keine Frühkartoffeln mehr. Die Frühkartoffelernte ab Anfang Juli ist mein persönliches Kartoffelfest, weil die ersten Knollen einfach so super lecker sind.

    Das Besondere bei der Ernte der Frühkartoffeln: du holst sie aus dem Boden, wenn die Pflanzen noch grün sind. Den richtigen Zeitpunkt, wann du loslegen kannst, verrät dir die Pflanze. Sobald sie nicht mehr blüht, ist es so weit. Du ziehst die Pflanze aus dem Boden und sammelst die ersten Frühkartoffeln ein* – Jippieh!

    Zu diesem Zeitpunkt ist die Schale deiner Kartoffeln noch nicht ausgereift und lässt sich mit dem Daumen leicht von der Knolle ziehen. Da du die Knollen so nicht lagern kannst, holst du dir am besten nur so viele Kartoffeln aus der Erde, wie du in den kommenden Tagen verzehrst. Nach und nach erntest du dann deine Frühkartoffeln aus dem Boden.

    Fun Fact: Du kannst auch einen Teil der Knollen von späteren Sorten vor der Abreife ernten, wenn sie noch nicht schalenfest sind. Den anderen Teil lässt du einfach im Boden. Sobald die Kartoffeln schalenfest sind (das erkennst du daran, dass sich die Schale nicht mehr mit dem Daumen abziehen lässt), kannst du eine größere Menge ernten und einlagern.

    Kartoffelernte mit Händen

    7 Leckerbissen: Frühkartoffeln Sorten

    Klassische Frühkartoffelsorten sind sehr frühe Sorten (90-110 Tage bis zur Ernte) und frühe Sorten (110-120 Tage bis zur Ernte). Ich habe hier sieben tolle Frühkartoffel-Kandidaten für dich, die ich dir genauer vorstelle möchte. Interessierst du dich auch für mittelfrühe und späte Sorten, schau dir gerne meinen Bericht über meinen Geschmacktest verschiedener Kartoffelsorten an.

    Annabelle – die Schöne

    Sie ist eine der sehr frühen Kartoffeln und ein Klassiker im Erwerbsanbau. Entstanden ist sie im Jahr 2002 in den Niederlanden. Als festkochende und wohlschmeckende Sorte wird sie der Frühkartoffel rund um gerecht.

    Anuschka – die Gute

    Mit guten Erträgen bringt dir die Frühkartoffel Anuschka eine reiche Ernte. Sie ist 2004 in Deutschland entstanden. Als sehr frühe und festkochende Sorte kannst du sie für den ersten eigenen Kartoffelsalat verwenden.

    Roter Erstling – Duke of York

    Diese Sorte hat nicht nur einen königlichen Namen, sondern schmeckt auch hervorragend. Diese alte schottische Sorte gibt es schon seit 1891 und ist eine der sehr frühen Frühkartoffeln. Und noch immer erfreut uns die vorwiegend festkochende Sorte mit ihrem kräftig süßen Geschmack.

    Glorietta – die Lagerfähige

    Diese Frühkartoffel Kandidatin zeigt eine gute Keimruhe, weswegen du sie nach der Schalenreife auch bis ins Frühjahr gut lagern kannst. Sie zählt deswegen zu den sehr frühen bis frühen Sorten. Die festkochende Kartoffel zeichnet sich durch einen sehr aromatischen Geschmack aus und ist die jüngste in meiner Auflistung. Sie gibt es seit 2012.

    La Ratte – die Feinschmeckersorte

    Diese Feinschmeckersorte ist 1872 in Frankreich entstanden und zählt zu den sehr leckeren Frühkartoffel-Sorten. Leider ist sie etwas anfällig im Anbau und bringt nicht die höchsten Erträge. Als sehr frühe und festkochende Sorte bringt sie dir jedoch den ersten Gaumenschmaus der Kartoffelsaison.

    Rosara – die Rotschalige

    Rosara ist eine vorwiegend festkochende Frühkartoffel mit einer cremigen Konsistenz. Sie ist eine sehr frühe bis frühe Sorte und sehr robust.

    Sieglinde – die Klassische

    Dieser alte Klassiker hält sich wacker und ist die älteste zugelassene Kartoffelsorte aus Deutschland. Sie ist nicht die früheste Frühkartoffel, braucht also ein paar Tage länger, aber dann landet sie als leckere Salatkartoffel mit festkochenden Eigenschaften auf unseren Tellern.

    Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

    Sortentipps habe ich nicht nur für Kartoffeln, sondern auch für Tomaten und alte Apfelsorten im Gepäck. ;)

    Gaumenschmaus: Frühkartoffeln Rezept

    Klassisch gehört die Frühkartoffel zur Spargelsaison. Neben Spargel á la Sauce Hollandaise kannst du noch viele weitere leckere Gerichte mit deinen Frühkartoffeln zaubern. Für mich sind Ofenkartoffeln aus Drillingen das Beste. Drillinge ist eine Bezeichnung für die ganz kleinen Kartoffeln, die normalerweise aussortiert werden. Dazu ein leckerer Wildkräuterquark und das Essen ist perfekt. Wenn du ein Knoblauch-Fan bist, empfehle ich dir, Schnittknoblauch in deinen Garten zu holen. Der passt auch wunderbar in einen Kräuterquark.

    Ofenkartoffeln in Pfanne

    Ofenkartoffeln mit Wildkräuterquark

    • 500 g Kartoffeln (Drillinge)
    • 250 g Quark
    • 1 Becher Schmand
    • Wildkräuter (zum Beispiel: Girsch, Knoblauchsrauke, Spitzwegerich, Vogelmiere, Löwenzahnblüte, Gänseblümchen)
    • Zitronensaft
    • Salz und Pfeffer
    • Öl

    Deine frisch geernteten Kartoffeln wäschst du gut ab. Nach dem Abtrocknen der Knollen mischst du sie mit Öl und Salz und verteilst sie auf einem Backblech. Deine Ofenkartoffeln backst du im vorgeheizten Ofen bei 200 °C für 30-40 Minuten.

    Während der Backzeit wäschst und schneidest du die Wildkräuter und mischst sie mit zwei Teelöffeln Schmand und einem Schuss Zitronensaft in den Quark. Dazu gibst du eine Prise Salz.

    Bist du ein Spargelfan, aber Spargel mit Sauce Hollandaise liegt dir zur schwer im Magen? Dann empfehle ich einen gemüsigen Kartoffelsalat mit grünem Spargel – ganz ohne Butter oder Mayonnaise.

    Frühkartoffelsalat mit grünem Spargel

    Als erstes setzt du deine Kartoffeln als Pellkartoffeln oder Salzkartoffeln mit Wasser auf den Herd. Den grünen Spargel schälst du und schneidest die holzigen Enden ab. Den Spargel garst du in Salzwasser, bis er bissfest ist.

    Während deine Kartoffeln und dein Spargel abkühlen, säuberst und schneidest du die Radieschen, die Pilze und die Frühlingszwiebeln. Sind deine Kartoffeln und der Spargel abgekühlt, schneidest du beides klein und mischst es mit den restlichen Zutaten.

    Guten Appetit!

    Habe ich dich überzeugt?! Mit Frühkartoffeln kannst du den ersten Kartoffel-Leckerbissen der Saison aus deinen Beeten holen. Die noch nicht schalenfesten Knollen erntest du einfach nach Bedarf aus dem Kartoffelbeet. Im Erntezeitpunkt und der Reifedauer unterscheidet sich die Frühkartoffel von der Lagerkartoffeln – Lagerkartoffeln erntest du schalenfest. Ansonsten baust du die Frühe genauso an wie alle anderen Kartoffeln.

    Du möchtest noch ein bisschen weiter schmökern? Dann schau doch mal hier vorbei:  

    Gurken pflanzen, anbauen und ernten – die komplette Anleitung!

    Tomaten anbauen: 7 ultimative Tipps für eine dicke Ernte!

    Kürbis pflanzen – der komplette Guide vom Säen bis zum Ernen 

    Baust du auch Frühkartoffeln an? Und ab wann bringst du sie in die Erde? Verrate mir auch gerne dein Frühkartoffel-Lieblingsrezept!

    *Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

    Sicher Einkochen im Druckeinkochtopf – so geht es richtig!

    Einkochen ist eine tolle Möglichkeit, die Ernte haltbar zu machen – für den Wintervorrat, schnelle Mahlzeiten oder einfach das gute Gefühl, etwas Selbstgemachtes im Glas immer greifbar zu haben. Bei säurearmen Lebensmitteln wie Fleisch und Gemüse ist das nur im Druckeinkochtopf sicher möglich – denn bei allen anderen Einkochmethoden besteht die Gefahr von Botulismus. Aber keine Sorge – mit dem richtigen Verfahren ist das Einkochen im Druckeinkochtopf sicher und unkompliziert. Dann steht der gut gefüllten Vorratskammer nichts mehr im Weg. Los geht’s! :) 

    Inhaltsverzeichnis:
    Was hat Botulismus mit dem richtigen Topf zu tun? 
    Wasserbad oder Druckeinkochtopf? 
    Wie funktioniert ein Druckeinkochtopf? 
    Häufige Fragen – einfach erklärt 
    Der Druckeinkochtopf im Alltag 
    Mit Wissen und Technik sicher einkochen

    Was hat Botulismus mit dem richtigen Topf zu tun?

    Botulismus ist eine seltene, aber sehr ernstzunehmende Lebensmittelvergiftung. Sie wird durch das Bakterium Clostridium botulinum verursacht, das sich in luftdicht verschlossenen, säurearmen Lebensmitteln vermehren kann – genau wie sie beim Einkochen entstehen. Dabei bildet das Bakterium ein Nervengift, das schon in kleinsten Mengen gefährlich ist, wenn es ins Essen gelangt.  

    Die Herausforderung: Du erkennst nicht immer auf den ersten Blick, ob ein Glas betroffen ist. Das Gift ist geschmacks- und geruchslos, weshalb ein Glas von außen völlig unauffällig wirken kann. Klingt ganz schön beunruhigend, oder? Umso wichtiger ist es daher, die passenden Einkochmethoden zu kennen und anzuwenden. 

    Einkochen im Druckeinkochtopf

    Wasserbad oder Druckeinkochtopf?

    Beim Einkochen wird grundsätzlich zwischen zwei Verfahren unterschieden: 

    • Im Wasserbad einkochen: Lebensmittel mit einem PH-Wert unter 4,5 (z. B. Obst, Chutneys, Tomatensoße mit Zitronensaft) kochst du im Wasserbad ein. In einer sauren Umgebung besteht keine Botulismus-Gefahr.
    • Im Druckeinkochtopf einkochen: Alle säurearmen Lebensmittel mit einem PH-Wert über 4,5 (z. B. Bohnen, Erbsen, Fleisch, Eintöpfe) musst du unter Druck einkochen, da Botulismus-Sporen nur bei über 120 °C sicher abgetötet werden – eine Temperatur, die weder im Wasserbad noch im Backofen erreicht wird. 

    Du willst es ganz genau wissen? In unserem „Vorratskammer starten“-Onlinekurs erklärt dir Marie ganz genau wie du deine Ernte sicher haltbar machst.

    Vielleicht hast du schon tolle Rezepte, mit denen du dein Gemüse haltbar machen möchtest, bist aber verwirrt, weil da Temperaturen weit über 100 °C drin stehen und du keinen Schimmer hast, wie du diese hohen Temperaturen erreichen sollst? Genau hier kommt der Druckeinkochtopf ins Spiel.

    Du kannst nämlich nur unter Druck Temperaturen über 100 °C erreichen und dadurch Bakterien vernichten, die das Einkochen bei niedrigeren Temperaturen überleben und sich dann im Glas breitmachen könnten. 

    Falls Du keinen Einkochtopf hast und erstmal nur säurehaltige Rezepte haltbar machen magst, dann lade dir unbedingt meine Checkliste zum sicheren Einkochen herunter. Hier kannst du dafür einfach deine Emailadresse eintragen und ich schicke sie dir zu! 

    Wie funktioniert ein Druckeinkochtopf?

    Ein Druckeinkochtopf ähnelt zwar einem Schnellkochtopf, ist aber speziell zum Einkochen gemacht. Schnellkochtöpfe haben in der Regel keine präzise Druckanzeige, wodurch das Einkochen einem Blindflug gleicht. Und das wollen wir natürlich vermeiden :).

    Die Funktionsweise ist eigentlich ganz einfach: Beim Einkochen im Druckeinkochtopf wird ein Teil des Wassers im Topf in Dampf umgewandelt, der nicht entweichen kann, wodurch im Inneren Druck entsteht. Mit steigendem Druck erhöht sich auch die Temperatur und so können bis zu 121 °C erreicht werden. Bei diesen Temperaturen werden auch die widerstandsfähigsten Sporen von Clostridium botulinum zerstört. 

    Fun Fact: Welchen Druck du im Topf benötigst, hängt auch davon ab, wo du lebst. Es macht nämlich einen Unterschied, ob du auf Meereshöhe wohnst, oder hoch in den Bergen. Denn die Höhe bestimmt den Umgebungsdruck, und der wirkt sich auf die Temperatur beim Kochen aus. 

    Wenn dein Wohnort auf einer Höhe zwischen 0 und 300 m über dem Meeresspiegel liegt, genügt bereits ein Druck von 10 PSI, um beim Einkochen unter Druck auf die benötigte Temperatur zu kommen.  

    Für Lagen über 300 m über dem Meeresspiegel ist ein Druck von 15 PSI erforderlich. Für die meisten Regionen in Deutschland reichen 10 PSI im Topf also völlig aus, um alle schädlichen Bakteriensporen, einschließlich die von Clostridium botulinum, zu zerstören. 

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    Mehr Informationen

    Und so gehts:

    Wenn die Einkochgläser nach dem Einkochen im Druckeinkochtopf abkühlen, entsteht ein Vakuum, das die Gläser luftdicht verschließt. Dadurch wird verhindert, dass neue Mikroorganismen in die Gläser gelangen und die Lebensmittel verderben. 

    Ganz schön viele Infos, ich weiß, aber mit dem richtigen Handling ist der Druckeinkochtopf ein unkompliziertes, sicheres und zuverlässiges Werkzeug: 

    • Vor dem ersten Einsatz: Lies die Bedienungsanleitung gut durch und passe die Einstellungen des Topfes so an, dass er für die Höhe an deinem Wohnort geeignet ist. 
    • Verwende nur saubere, passende Gläser: Wir empfehlen Weck-Gläser oder Mason Jars. Vor der Verwendung sterilisierst du diese am besten kurz. 
    • Nicht zu voll packen: Zwischen den Gläsern sollte Luft zirkulieren können. Mit der Stapelhilfe kannst du auf einer zweiten Ebene noch mehr Gläser im Topf unterbringen. 
    Eingekochte Bohnen im Glas

    Häufige Fragen – einfach erklärt

    „Aber meine Familie hat immer im Wasserbad eingekocht – da ist nie was passiert.“ 
    Das kann gut sein, Botulismus ist sehr selten. Aber da dir heute sicherere Methoden zur Verfügung stehen, ist es doch toll, dass du das Restrisiko mittlerweile vermeiden kannst. Der Druckeinkochtopf hilft dir dabei säurearme Lebensmittel sicher einzukochen.

    „Wie gehe ich mit eingekochten Vorräten um, die seit Jahren im Keller stehen?“ 
    Du hast Vorräte, von denen du nicht weißt, wie sie eingekocht wurden? Dann mach folgendes: Unsicher eingekochte Lebensmittel, besonders Bohnen oder Fleisch, kannst du vor dem Verzehr vorsichtshalber 15 Minuten im Topf sprudelnd aufkochen. Das Toxin ist hitzeempfindlich und wird beim Kochen zerstört – aber diese Methode ersetzt keine sichere Konservierung. 

    Kann ich eine Geruchs- oder Geschmacksprobe machen, um verdorbene Konserven zu erkennen?“
    Leider nein – bitte auf keinen Fall eine Geschmacksprobe machen! Das Gift ist geschmacks- und geruchslos, weshalb ein Glas von außen völlig unauffällig wirken kann. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger dein Gemüse mit einer sicheren Einkochmethode haltbar zu machen. Wenn sich das Vakuum im Glas gelöst hat, dann entsorge es lieber. 

    Der Druckeinkochtopf im Alltag

    Hast du das Einkochen mit dem Druckeinkochtopf einmal ausprobiert, wirst du ihn nicht mehr missen wollen: Gulasch, Linseneintopf, grüne Bohnen, fertige Gemüsegerichte – all das lässt sich fix und fertig einkochen, ohne Sorgen im Regal lagern und bei Bedarf schnell genießen. 

    Gerade in der Selbstversorgung ist das eine echte Erleichterung: Du kochst dein Lieblingsessen in größeren Mengen vor, verwertest deine gesamte Ernte und musst nichts wegwerfen. 

    Marie in der Küche mit Gläsern zum Einkochen

    Mit Wissen und Technik sicher einkochen

    Einkochen soll Freude machen, nicht verunsichern. Mit dem nötigen Wissen über Botulismus und der richtigen Methode für das richtige Lebensmittel wird’s auch in der Vorratskammer richtig sicher. 

    Für saure Lebensmittel bleibt das Wasserbad ein Klassiker. Bei Gemüse, Hülsenfrüchten und Fleisch sorgt der Druckeinkochtopf für die nötige Sicherheit. So bist du perfekt auf die Ernteschwemme im Sommer vorbereitet.  

    Wenn du noch tiefer ins Thema einsteigen möchtest trag dich für den nächsten „Vorratskammer starten“-Onlinekurs ein, da lernst du alles Schritt für Schritt. Die Vorratskammer mit den eigenen Schätzen zu füllen ist so ein tolles Gefühl. Im eigenen Supermarkt zuhause macht Shopping auch so richtig Spaß! :)

    Einen ausführlichen Artikel zu Botulismus und zwei leckere Rezepte kannst du in diesen Beiträgen nachlesen: 

    Botulismus vermeiden: So geht sicher einkochen! 

    Zucchini einkochen – Zucchinischwemme haltbar machen!

    Kürbis einkochen : Süß-saures Rezept zum Verlieben  

    Welche Rezepte hast du schon im Druckeinkochtopf ausprobiert? 

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    Mehltau bekämpfen: So wirst du ihn ohne Chemie schnell wieder los!

    Echter Mehltau und falscher Mehltau kommen jedes Jahr so zuverlässig wie Weihnachten daher – ganz egal wie das Wetter ist. ;) Deine Gemüsepflanzen sind den lästigen Pilzen aber nicht hilflos ausgeliefert. Es gibt nämlich einige sehr effektive Maßnahmen, um Mehltau zu bekämpfen. Welche das sind, schauen wir uns jetzt an!

    Inhaltsverzeichnis
    Echter und falscher Mehltau – was ist der Unterschied?
    Kann Mehltau für Menschen schädlich sein?
    Mehltau bekämpfen: 5 Tipps, um vorzubeugen
    Mehltau bekämpfen: Akutmaßnahmen im Ernstfall

    Leider passiert es Jahr für Jahr: Mehltau-Erreger befallen deine grünen Freunde sowohl in heiß-trockenen Sommern als auch dann, wenn die Wetterlage ungemütlich nass-kalt ist. Deshalb zeige ich dir heute, mit welchen Tricks du den Echten und auch den Falschen Mehltau wirkungsvoll mit Hausmitteln und ganz ohne Chemie bekämpfen kannst!

    Mehltau – was ist das eigentlich?

    „Mehltau“ meint eigentlich eine ganze Reihe verschiedener Pilzarten. Echter Mehltau gehört zu den sogenannten Schönwetterpilzen aus der Familie der Schlauchpilze und Falscher Mehltau zu den Schlechtwetterpilzen aus der Familie der Eipilze (die Eipilze sind übrigens gar keine richtigen Pilze, eigentlich sind sie näher mit den Algen verwandt).

    Das heißt, in einem Sommer mit super Badewetter, kaum Regen und großer Hitze macht sich Echter Mehltau auf unseren Pflanzen breit. Ist es nass und die Luftfeuchtigkeit hoch, kommt sein Kompagnon, der Falsche Mehltau um die Ecke und setzt unseren Gemüsezöglingen zu. Aber wunder dich nicht, trotz der unterschiedlichen Bedürfnisse, ist es nicht selten, dass beide Mehltau-Pilze es sich in der gleichen Saison in deinem Garten gemütlich machen.

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    Mehr Informationen

    Wusstest du, dass du ganz viele Schädlinge und Krankheiten im Gemüsegarten bereits vermeiden kannst, wenn du deine Pflanzen im Beet clever kombinierst? Welche Beetnachbarschaften besonders vorteilhaft sind, habe ich dir ganz übersichtlich in meiner Mischkulturtabelle aufgelistet – trag hier einfach deine Emailadresse ein und schon flattert sie in dein Email-Postfach:

    Echter Mehltau: Daran erkennst du ihn

    Die Sporen vom Echten Mehltau kommen mit dem Wind, Insekten oder aufspritzendem Gießwasser an die Pflanze und bilden an den Blättern und allen anderen Pflanzenteilen einen weißlich-gräulichen, abwischbaren Belag. Die Sporen des Echten Mehltau dringen aber nicht tief ins Pflanzengewebe ein, sondern bleiben an der Oberfläche, wo sie Nährstoffe und Wasser abzweigen.

    Die Blätter trocknen dadurch vom Rand her ein. Früchte stocken im Wachstum, verfärben sich und vertrocknen schließlich. Unbehandelt und bei bestem Wetter, führt Echter Mehltau letztendlich dazu, dass deine Pflanzen absterben.

    Vom Echten Mehltau betroffen sind vor allem Gurke, Zucchini, Kürbis, Karotten, Schwarzwurzeln und Stachelbeeren.

    Falscher Mehltau: Daran erkennst du ihn

    Eipilze  wie der Falsche Mehltau gehören botanisch gesehen eigentlich zu den Algen und heißen deshalb auch Algenpilze. Sie bleiben nicht wie der Echte Mehltau an der Oberfläche, sondern dringen in das Gewebe der Pflanzen ein. 

    Auf der Unterseite der Blätter bildet sich zuerst ein bräunlich-grauer Belag aus. Später entstehen an der Blattoberseite gelbliche mosaikförmige Flecken. Die Blätter vergilben, verdörren und die Pflanze stirbt schließlich ab. Der Pilz überwintert auf Ernteresten oder vertrockneten Blättern und kann so im nächsten Jahr erneut Pflanzen infizieren. Deshalb entfernst du befallene Pflanzen sorgfältig von deinen Beeten und entsorgst sie im Hausmüll.

    Vom Falschen Mehltau betroffen sind vor allem Gurke, Zucchini, Kürbis, Kartoffeln, Schwarzwurzeln, Salat, Erbsen, Kohl, Spinat und Zwiebeln.

    Kann Mehltau für Menschen schädlich sein?

    Der Kontakt mit den Sporen von Mehltau kann Hautirritationen oder Atembeschwerden auslösen. Am besten trägst du einfach Gartenhandschuhe, wenn du befallene Blätter abschneidest. Falls du allergisch gegen Pilze bist oder eine Penicillin-Allergie hast, solltest du auch einen Atemschutz tragen. Für gesunde erwachsene Menschen sind die Sporen sonst aber kein Problem. Von Echtem Mehltau befallene Früchte kannst du unbesorgt essen, wenn du sie vorher gut abwäschst. Falls deine Früchte aber dunkle Stellen vom Falschen Mehltau haben, entsorgst du sie besser im Hausmüll.

    Falscher Mehltau

    Mehltau bekämpfen: Vorbeugen ist besser als heilen

    Du wirst es nicht schaffen, deine Pflanzen über die gesamte Gartensaison vor Mehltau zu beschützen. Aber mit diesen fünf Tipps machst du es der fiesen Krankheit zumindest schwerer, deine Gemüse zu befallen!

    Tipp #1 Zeitversetztes Pflanzen

    Wenn du dir überlegt hast, wie viele Gurken, Zucchini und Kürbisse du pflanzen möchtest, teilst du sie in zwei Sätze auf. Den ersten Satz pflanzt du Mitte Mai. Den zweiten Satz säst du dann Ende Mai ins Freiland oder ziehst ihn vor und pflanzt ihn Mitte Juni ins Beet.

    Auf diese Weise befällt der Pilz zuerst die älteren Pflanzen und schwächt sie, während die jüngeren Pflanzen noch volle Power haben und so richtig Gas geben. Du hast so ein super langes Erntefenster, auch wenn einige Exemplare schon ausfallen sollten.

    Tipp #2 Mischkultur gegen Mehltau

    Pflanzen, die anfällig für Mehltau sind, pflanze ich gerne in Mischkultur mit Knoblauch oder Basilikum an. Die sorgen für eine Umgebung, die der Mehltau wenig ansprechend und ungemütlich findet. Das klappt übrigens auch super bei Erdbeeren!

    Mischkultur im Garten hilft nämlich ganz natürlich nicht nur gegen Krankheiten, sondern auch gegen Schädlinge! Vergiss nicht, dir deine Mischkulturtabelle herunterzuladen – die kostet dich keinen Cent, ist aber Gold wert. ;)

    Tipp #3 Pflanzabstand einhalten und für Belüftung sorgen

    Du neigst dazu, den nötigen Pflanzabstand zu verringern, damit du mehr Gemüse auf deinen Beeten unterbringen kannst? ;)

    Ich kann dir nur ganz eindringlich ans Herz legen, den korrekten Abstand einzuhalten. Weniger ist mehr lautet das Motto in diesem Fall! Nach einem Regenguss können die Blätter dann nämlich ruckzuck abtrocknen und bieten dem Mehltau keine günstigen Lebensbedingungen. Du solltest auch in deinem Gewächshaus die Pflanzabstände einhalten und dort regelmäßig lüften, um eine ständige hohe Luftfeuchtigkeit zu vermeiden.

    Tipp #4 Gießen und Mulchen

    Wenn du deine Beete gießt, machst du das am besten in der ersten Tageshälfte und gießt nur auf den Boden und nicht über die Blätter. So kommen deine Pflanzen trocken in die Nacht, wo schon grundsätzlich eine höhere Luftfeuchtigkeit herrscht.

    Eine dicke Mulchschicht auf dem Boden sorgt dafür, dass die Pilzsporen beim Gießen nicht aufwirbeln und sich auf den Blättern festsetzen können.

    Tipp #5 Nicht überfüttern

    Natürlich brauchen deine Pflanzen regelmäßige Düngergaben, damit sie prächtig wachsen und gedeihen. Wenn du es aber mit dem Stickstoff zu gut meinst, wird das Pflanzengewebe schwammig und weich und Pilzkrankheiten haben ein leichtes Spiel. Es ist wie bei uns Menschen: Ein Zuviel an Nahrung ist einfach nicht zuträglich. ;)

    Wenn deine Pflanzen ausreichend mit Kalium und Magnesium versorgt sind und du ihnen außerdem Ackerschachtelhalmbrühe und (nicht zu viel) Brennnesseljauche gibst, sorgst du dafür, dass die Zellwände stabil bleiben und keine einladende Angriffsfläche für den Pilz bieten.

    Sprühflasche Mehltau

    Mehltau bekämpfen: Jetzt wird es ernst!

    Wenn alles Vorbeugen nichts geholfen hat und sich die Pilzkrankheit über deine Pflanzen herzumachen droht, hast du verschiedene Möglichkeiten, Mehltau zu bekämpfen.

    Ich zeige dir, welche Mittel du am besten wann und wie einsetzt, damit du deine Gemüse möglichst lange beernten kannst! Bevor du loslegst, entfernst du aber erstmal alle stark befallenen Pflanzenteile und entsorgst sie im Hausmüll.

    Mittel gegen Echten Mehltau

    Dem Echten Mehltau rückst du am effektivsten zu Leibe, indem du den pH-Wert auf den Blättern veränderst. Damit machst du es ihm so richtig ungemütlich und der Pilz verschwindet im besten Fall klammheimlich.

    Dafür vermischst du 2 Liter Wasser mit einem Päckchen Backpulver und sprühst deine Pflanzen damit an einem bedeckten Tag gründlich ein. Das wiederholst du alle zwei bis drei Tage.

    Du kannst die Blätter auch mit Algenkalk oder Gesteinsmehl bestäuben – der hohe pH-Wert sorgt dafür, dass sich die Pilzsporen nicht mehr ausbreiten können.

    Ein weiteres wirksames Mittel gegen Mehltau ist (Roh-)milch. Die Milchsäurebakterien setzen den Mehltaupilzen, sodass die Pflanzen keine Nährstoffe mehr mit ihnen teilen müssen. Für diese Methode mischst du (Roh-)milch mit Wasser im Verhältnis 1:8 und füllst es in eine Sprühflasche um. Mit diesem Gemisch sprühst du deine Pflanzen an einem bedeckten Tag alle zwei bis drei Tage gründlich ein.

    Mittel gegen Falschen Mehltau

    Wenn du falschen Mehltau entdeckt hast, zerkleinerst du die Zehen einer ganzen Knoblauchknolle und übergießt sie mit 500 Millilitern kochend heißem Wasser. Dann lässt du den Sud abkühlen, seihst ihn ab und füllst ihn in eine Sprühflasche um.

    Alle zwei bis drei Tage sprühst du damit deine kranken Gemüselieblinge ein – aber nur, wenn die Sonne nicht direkt auf sie scheint!

    Du kannst auch eine Farnbrühe gegen den Falschen Mehltau herstellen. Dazu übergießt du 100 Gramm frische oder 10 Gramm getrocknete Farnblätter mit einem Liter Wasser und lässt dieses Gemisch 24 Stunden ziehen. Am nächsten Tag kochst du deinen Farntee für eine halbe Stunde, lässt ihn abkühlen und seihst ihn ab. Damit besprühst du deine kranken Pflanzen alle zwei bis drei Tage an bedeckten Tagen.

    Nützlinge gegen Mehltau einsetzen

    Marienkäferlarven haben einen Mehltaurasen zum Fressen gern! Du kannst die hungrigen Genossen im Fachhandel bestellen und dann auf deine befallenen Pflanzen loslassen. In Nullkommanichts haben sie alles abgemäht und deine Gemüse und du könnt wieder aufatmen. Das funktioniert am aller besten im Gewächshaus oder Folientunnel. ;)

    Mehltau gehört zum Gärtnern wie die Nacht zum Tag. Deshalb gibt es keinen Grund, in Panik zu verfallen, wenn du welchen entdeckst! Du weißt ja jetzt, wie du Mehltau schnell bekämpfen kannst und ihn so auch wieder loswirst. Dazu musst du nicht die Chemiekeule schwingen – ganz einfache Hausmittel wirken genauso effektiv und sind für Tiere und Umwelt viel besser verträglich.

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    Du kämpfst nicht nur mit Mehltau, sondern auch mit Braun- und Krautfäule? Dann schau mal, im folgenden Artikel zeige ich dir, was du dagegen tun kannst!: Erste Hilfe bei Tomaten für Tomaten bei Kraut- und Braunfäule

    Du hast Lust bekommen, in deinen Gemüsebeeten möglichst naturnah, mühelos und ohne Chemie zu gärtnern? Dann lies gerne hier weiter:

    So startest du deinen 3h/Woche-Selbstversorger-Garten!

    Gemüsebeet planen: Schritt für Schritt mit Beispielplan

    Wühlmäuse aus dem Garten vertreiben

    Welche Tricks zum Mehltau bekämpfen hast du auf Lager? Ich bin schon gespannt auf deinen Kommentar!

    Bohnen einkochen – von der Bohnenschwemme zu köstlichen Vorräten!

    Ob grün, lila oder gelb, Bohnen sind ein super leckeres Gemüse, das im Garten anspruchslos ist und dir eine reiche Ernte beschert!

    Wenn du dich also ab Juli vor einem Bohnenberg wiederfindest, den du beim besten Willen nicht innerhalb von ein paar Tagen wegschlemmen kannst, wird es Zeit zum Bohnen einkochen! Ich zeige dir, wie du die köstlichen Hülsenfrüchte schnell und sicher haltbar machen kannst. So hast du auch im Winter noch Bohnen in den Ohren ähm im Regal! ;)

    Inhaltsverzeichnis
    Wie gesund sind Bohnen?
    Welche Bohnen kann ich einkochen?
    Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen – wie werden Bohnen besser verträglich?
    Wie kann ich meine Bohnen einkochen?
    Jetzt geht’s ans Eingemachte – Rezepte zum Bohnen einkochen!
    Wie kann ich Bohnen sonst noch haltbar machen?

    Wie gesund sind Bohnen?

    Bohnen sind mit ihren Nährwerten ein super gesundes Gemüse! Sie haben mehr Eiweiß als Fleisch zu bieten und versorgen dich mit Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen.

    Weil sie die Kohlenhydrate nur langsam in die Blutbahn abgeben und dein Blutzuckerspiegel deshalb nicht plötzlich ansteigt, machen Bohnen lange satt. Sie können sogar den Cholesterinspiegel senken und sollen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arteriosklerose und Krebs vorbeugen. 

    Welche Bohnen kann ich einkochen?

    Es gibt sehr viele verschiedene Sorten von Bohnen, die du grundsätzlich alle einkochen kannst. Mit einem Buschbohnen Rezept kannst du genauso gut auch Stangenbohnen zubereiten oder Brechbohnen oder Dicke Bohnen. Lediglich Trockenbohnen musst du vor dem Einkochen über Nacht in Wasser einweichen.

    Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen – wie werden Bohnen besser verträglich?

    Wir sind ja unter uns ;) – deshalb kann dieses Thema ruhig auch zur Sprache kommen: Hülsenfrüchte wie Bohnen vertragen nicht alle Menschen gleich gut. Bei vielen führen sie zu Blähungen und anderen Verdauungsbeschwerden. Aber auch hier kannst du mit ein paar Tricks arbeiten!

    Trick #1: Bohnen gründlich waschen und (mit Natron) einweichen

    Wenn du Trockenbohnen einkochen möchtest, weichst du sie zusammen mit einem Gramm Natron pro Liter Wasser über Nacht ein und schüttest das Einweichwasser dann weg. So spülst du einen Teil der unverträglichen Stoffe einfach durch den Abfluss.

    Trick #2: Verdauungsfördernde Gewürze verwenden

    Kümmel, Anis oder Fenchel sorgen dafür, dass du deine Bohnen besser verträgst. Und lecker sind sie obendrein!

    Kräuter anpflanzen interessiert dich? Hier habe ich dir 18 tolle Kräuterpaare für dein Beet zusammengestellt!

    Trick #3: Menge langsam steigern

    Wenn du eine empfindliche Verdauung hast, isst du regelmäßig Hülsenfrüchte in kleiner und nur langsam ansteigender Menge. So gewöhnt sich dein Darm daran.

    Du suchst noch nach Inspirationen zum Einkochen und Fermentieren?

    Meine absoluten Einkoch-Geheimtipps sind Zimtpflaumen und orientalisches Birnenchutney – in beides könnte ich mich reinsetzen. ;) Na, bist du neugierig geworden? Dann hol dir das Rezepte-eBook mit meinen sieben liebsten Rezepten zum Einkochen und Fermentieren! Du kannst dich einfach mit deiner eMail-Adresse hier eintragen und schon flattert das Rezepte- eBook in dein Postfach:  

    Wie kann ich meine Bohnen einkochen?

    Bohnen gehören zu den säurearmen Lebensmitteln und enthalten viel Eiweiß. Deshalb musst du unbedingt eine der drei folgenden drei Einkochmethoden wählen, damit du deine Ernte auch sicher haltbar machst und Botulismus vermeidest.

    Du hast diese zwei Möglichkeiten zum Bohnen-Einwecken:

    #1: Bohnen einkochen im Druckeinkochtopf

    Wenn du einen Druckeinkochtopf besitzt, kannst du viele Bohnengläser auf einmal haltbar machen. Dieser große Kessel kocht wie der Schnellkochtopf unter Druck und erreicht so die erforderliche Temperatur von 120° Celsius. Pssst… wir haben einen tollen Druckeinkochtopf gefunden, mit dem wir so richtig zufrieden sind. Schau gerne in unserem Onlineshop nach.

    #2: Bohnen einkochen im Schnellkochtopf

    Wenn du nicht sehr viele Gläser mit Bohnen einkochen möchtest, kannst du deinen Schnellkochtopf dazu verwenden, wenn er mindestens 115° Celsius erreicht. Botulismus-Sporen sterben nämlich erst bei dieser Temperatur ab.

    Ob dein Schnellkochtopf sie erreichen kann, liest du in der Bedienungsanleitung nach. Solltest du da keine Angaben finden, kannst du davon ausgehen, dass er die erforderliche Temperatur nicht erreicht und deshalb ungeeignet ist. 

    Eingekochte Bohnen im Glas

    Jetzt geht’s ans Eingemachte – Rezepte zum Bohnen einkochen!

    Nach soviel Theorie wird es jetzt aber wirklich Zeit für die Praxis! :) Am besten erntest du deine Bohnen früh am Tag, denn da sind sie besonders knackig. Dann putzt du sie sorgfältig: Du wäschst sie gründlich ab, entfernst Blüten- und Stielansatz und schneidest unschöne Stellen weg.

    Deckel und Gummiringe* kochst du in Essigwasser fünf Minuten lang aus, damit sie steril sind. Deine Gläser* spülst du mit heißer Seifenlauge. Dann bist du perfekt vorbereitet!

    Bohnen einkochen als Bohnensalat: Der perfekte Begleiter

    Wenn du dein Abendbrot aufwerten oder deinem gemischten Salat Pepp verleihen möchtest, ist ein Glas eingemachter Bohnensalat genial: Damit hast ruckzuck eine super leckere Beilage!

    Zutaten:

    • 750 g grüne Bohnen
    • 500 ml Weinessig (5 %)
    • 500 ml Wasser
    • 1 (rote) Zwiebel gewürfelt
    • Bohnenkraut
    • Salz, Pfeffer, Zucker

    In deinen Einkochtopf gibst du soviel Wasser, dass die Gläser später darin bedeckt sind und erhitzt es. In einem Topf kochst du Wasser auf, salzt es und blanchierst darin deine Bohnen für drei Minuten. Im Anschluss gießt du das Wasser ab und schreckst die Bohnen mit kaltem Wasser ab, um den Kochvorgang zu stoppen. 

    Jetzt kochst du Wasser, Essig, Zwiebel, Kräuter und Gewürze auf und schmeckst den Sud so ab, dass er dir weder zu sauer noch zu süß sondern gerade richtig erscheint. Die blanchierten Bohnen schichtest du möglichst dicht in Gläser und übergießt sie mit dem heißen Sud. Dann verschließt du die Gläser mit Gummiring*, Deckel und Klammern*, setzt sie mit einem Glasheber in den Einkochtopf und stellst auch ein Thermometer hinein, wenn in deinem EInkochtopf keins integriert ist.

    Wenn das Thermometer 100° Celsius erreicht hat, beginnt die Einkochzeit. Sie beträgt 60 Minuten.

    Wie kann ich Bohnen sonst noch haltbar machen?

    Außer deine Bohnen einzukochen, kannst du sie auch einfrieren oder dörren. Bevor du sie einfrierst, solltest du sie aber für drei Minuten in Salzwasser blanchieren, abtropfen und abkühlen lassen. Dadurch erhalten sich Nährstoffe und Farbe besser und du tötest unerwünschte Mikroorganismen ab.

    Um deine Bohnen zu dörren, blanchierst du sie für drei Minuten, trocknest sie gut ab und lässt sie dann entweder in einem warmen Sommer an der Luft trocknen oder packst sie bei nicht mehr als 50° Celsius ins Dörrgerät, bis sie hart und trocken sind. Um sie verwenden zu können, weichst du sie vor dem Kochvorgang dann mindestens vier Stunden lang ein.

    Bohnen einkochen ist einfach und macht Spaß! Wenn dich deine Bohnen mit einer reichen Ernte beglücken, hast du viele Möglichkeiten, um sie für den Winter haltbar zu machen und diese leckeren Hülsenfrüchte jederzeit genießen zu können – auch wenn draußen Eis und Schnee herrschen. Das interessiert dich dann nicht die Bohne! ;)

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    Einkochen ist dein neues Hobby? Dann schau unbedingt auch hier vorbei:

    Fleisch einkochen: Lies das, bevor du loslegst!

    Marmelade einkochen: Rezept mit vier einfachen Schritten

    Pflaumen einkochen – mein Lieblingsrezept und andere tolle Einkochideen!

    Welche Tipps hast du zum Bohnen einkochen? Ich freue mich, von dir zu hören!

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    Kimchi selber machen Rezept

    Kimchi selber machen – das ultimative Rezept für Einsteiger!

    Kimchi selber machen – mit diesem Rezept gelingt es dir im Handumdrehen! Vielleicht weißt du, dass ich ein richtiger Fermentier-Nerd bin – und der koreanische Klassiker Kimchi war natürlich eines der ersten Rezepte, die ich ausprobiert habe. Ich komme dabei aus dem Schwärmen gar nicht heraus! Kimchi ist nicht nur suuuper lecker, es ist auch ganz leicht, es selber zu machen.

    Inhaltsverzeichnis:
    Kimchi selber machen: Die koreanische Sauerkraut-Variante
    Bevor du mit Kimchi selber machen anfängst…
    Und voilà: Mein allerliebstes Kimchi-Rezept!
    Kimchi selber machen: How to Kimchi
    Kimchi selber machen im Steintopf oder Glas
    Kimchi selber machen – eine Wohltat für den Darm!

    Kimchi selber machen: Die koreanische Sauerkraut-Variante

    In Korea ist Kimchi das, was hier in Deutschland das Sauerkraut ist – also ein richtiger Fermentier-Klassiker. Und das ganz buchstäblich: Das Wort Kimchi bedeutet übersetzt „fermentiertes Gemüse“.

    Dabei gibt es nicht das Kimchi. In Korea hat jede Familie ihr eigenes Rezept, nach dem sie dieses selbstgemachte Kraut herstellt. Auch bei uns ist Kimchi nicht nur in Fermentista-Kreisen auf dem Vormarsch. Kein Wunder, das gesunde Kraut verzaubert unsere Gaumen (und Verdauungssysteme) ganz gewaltig!

    Kimchi selber machen ist gar nicht schwer. Traditionell wird das koreanische Kraut aus Chinakohl gemacht und mit viel Ingwer, Chili und Knoblauch fermentiert. Heute gibt es aber richtig viele Varianten, von denen ich meine allerliebste hier mit euch teilen möchte! Also, schnapp dir einen Chinakohl, krame Einmachgläser* hervor und los geht´s!

    Bevor du mit Kimchi selber machen anfängst…

    …lies dir am besten nochmal den „Fermentier-Grundlagen-Artikel“ durch, dann kann nichts mehr schiefgehen und du kannst gleich loslegen! :-)

    Ich habe außerdem eine Anti-Schimmel-Checkliste erstellt, die du für alle deine Fermente verwenden kannst. Hier kannst du dir die Checkliste herunterladen:

    Und voilà: Mein allerliebstes Kimchi-Rezept!

    Zutaten

    • 1 großer Chinakohl
    • 1 weißer Rettich
    • 2 Möhren
    • 10 Frühlingszwiebeln
    • 4-6 EL Chilipulver
    • 4 Knoblauchzehen
    • 3-4 cm Ingwer
    • 2%ige Salzlake (1 EL nicht jodiertes Salz pro Liter Wasser)
    Chinakohl

    Kimchi selber machen: How to Kimchi

    1. Den Chinakohl in 1-2 cm breite Streifen schneiden. In eine große Schüssel geben und mit der Salzlake bedecken. Ein paar Minuten lang stampfen oder mit den Händen kneten, dann zwei Stunden lang stehen lassen.

    2. Den Rettich und die Möhren hobeln, die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden. Ingwer und Knoblauch schälen und fein hacken und mit dem Chilipulver mischen. Alles beiseitestellen.

    3. Den Chinakohl abgießen, die Lake dabei auffangen und aufheben – die brauchen wir gleich noch. Dann den Kohl, das restliche Gemüse und die Knoblauch-Ingwer-Chili-Mischung zurück in die Schüssel geben. Alles gut miteinander vermischen und nochmal kneten. Jetzt ist es Zeit für eine Kostprobe: Der Kohl sollte angenehm salzig schmecken. Hier musst du eventuell nochmal nachsalzen.

    4. Den Kimchi schichtweise in die sterilen Gefäße füllen und immer wieder gut einstampfen. Wenn das Gemüse nicht komplett von Flüssigkeit bedeckt ist, mit der Lake auffüllen. Mit einem Kohlblatt abdecken und so beschweren, sodass das Gemüse komplett unter der Flüssigkeit liegt.

    5. Drei bis sieben Tage bei Zimmertemperatur fermentieren, danach kühl und dunkel lagern, zum Beispiel in einem kühlen Keller, im Kühlschrank oder (so machen wir es) in einem kühlen Treppenhaus.

    Fun Fact: Früher wurde selbstgemachter Kimchi in Fässern im Erdreich gelagert. Heute findest du in fast jedem koreanischen Haushalt einen eigenen Kimchi-Kühlschrank, der perfekt temperiert ist!

    Dein Kimchi sollte mindestens 2-3 Wochen lang fermentieren, damit sich dieses besondere Kimchi-Aroma entfalten kann. Du kannst ihn aber auch schon vorher essen.

    Kimchi essen

    Der Kimchi hält sich ungefähr ein Jahr (wenn es nicht, wie bei uns, schon weit vorher genüsslich verspeist wird). Es ist aber wichtig, dass du regelmäßig kontrollierst, dass das gesamte Kimchi mit Flüssigkeit bedeckt ist.

    Kimchi selber machen im Steintopf oder Glas

    Es gibt schöne Gärtöpfe aus Steingut und Keramik, aber Einmachgläser* und Schraubgläser sind auch wunderbar geeignet, wenn du Kimchi selber machen willst. Gläser haben durch die kleineren Portionsgrößen den Vorteil, dass du in einem Schwung verschiedene Geschmackskreationen ausprobieren kannst.

    Ganz wichtig ist aber, dass dein Zubehör möglichst sauber und im besten Fall sogar steril ist. Ich sterilisiere mein gesamtes Zubehör mit kochend heißem Wasser, bevor es losgeht.

    Kimchi selber machen – eine Wohltat für den Darm!

    Selbstgemachtes Kimchi ist nicht nur ein Fest für die Geschmacksknospen, sondern auch ein richtiges Gesundheitspaket.

    Wie bei allem Fermentierten bleiben während der Milchsäuregärung Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme und Probiotika erhalten und vermehren sich teilweise sogar! Denn Milchsäurebakterien produzieren Vitamine, um untereinander zu kommunizieren. Biofilm Quorum Sensing nennt sich das. Abgefahren, oder?

    Die Milchsäurebakterien, die bei der Fermentation entstehen, sind Balsam für deinen Darm und unterstützen die Verdauung proaktiv. Fermentiertes Gemüse ist also selbstgemachtes Superfood für deinen Darm und hilft, dein Immunsystem zu stärken. Besser geht’s nicht!

    Du möchtest gern Abwechslung in dein Fermentierregal bringen? Dann probier doch mal fermentierte Tomaten und lass dich von diesem spritzigen Sommer-Snack in ganz neue Geschmackswelten entführen.

    Hach, Kimchi ist schon eine besondere Köstlichkeit unter den fermentierten Gemüsen. Also nichts wie ran an den Chinakohl! Ich wünsche dir viel Spaß beim Kimchi selber machen!

    Kimchi-Grafik
    Merk dir das Rezept auf Pinterest!

    Gibt es etwas Besseres als eine bis unter die Decke gefüllte Vorratskammer? Mit richtig leckeren, selbst eingekochten Gläsern voll sonnengereiften Früchten aus dem eigenen Garten? Oder einen frischen, knackigen Salat aus eingelegtem Gartengemüse, mitten im Winter?

    Es wird höchste Zeit, die Gärtöpfe und Einkochgläser hervorzukramen und den sommerlichen Überfluss für den Winter zu konservieren – aber wie geht das überhaupt? Wenn du gerade erst anfängst, Lebensmittel haltbar zu machen, schwirrt dir vermutlich einiges durch den Kopf: Mit welcher Methode mache ich welches Obst und Gemüse haltbar? Wie und wo lagere ich meine Ernte am besten?

    In meinem „Vorratskammer starten„-Kurs nehme ich dich an die Hand und zeige dir Schritt für Schritt alle Tricks und Kniffe, mit denen du deine Ernte in einen leckeren und sicher haltbaren Wintervorrat verwandelst. So kannst du deine Vorratskammer bis unter die Decke mit selbst eingekochten und fermentierten Lebensmitteln füllen!

    Hört sich gut an? Dann freu ich mich riesig, wenn du mal vorbeischnupperst. :)

    Das Fermentierfieber hat dich gepackt und die Fermentista in dir will raus? Wie wäre es dann mit Sauren Gurken oder anderen Schätzen aus meiner Rezepte-Bibliothek?

    Salzgurken einlegen in 3 Schritten – Das beste Saure-Gurken-Rezept!

    Apfelessig selber machen: Einfaches und gelingsicheres Rezept!

    Mhhh mir läuft beim Gedanken an den würzig-ingwerigen Kimchi in meiner Vorratskammer das Wasser im Mund zusammen! Hast du dich auch schon einmal ans Kimchi selber machen getraut? Welche Variante hast du probiert? Schreib es mir gern in die Kommentare!

    *Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

    Zucchini Rezepte: Chutney und Relish

    Zucchinischwemme willkommen: Zwei köstliche Zucchini Rezepte!

    Begrüßt dich deine Zucchinipflanze im Sommer auch mit einer riesigen Zucchini nach der anderen? Und mischt sich zur Freude darüber bei dir oft auch eine gewisse Ratlosigkeit, welche Zucchini Rezepte du jetzt noch ausprobieren kannst? Dann teste doch meine beiden neuen Lieblingsrezepte, mit denen du garantiert keine Angst mehr vor einer zu üppigen Ernte haben musst. Sie sind so köstlich, dass deine eingekochten Schätze kaum Zeit haben werden, es sich in deinem Vorratsregal gemütlich zu machen! :)

    Inhaltsverzeichnis
    Zucchini Rezepte auf einen Blick!
    #Zucchini Chutney
    #Zucchini Relish
    Was ist Zucchini Chutney und wie verwende ich das?
    Was ist Zucchini Relish und wie verwende ich das?
    Zucchini Rezepte: Das solltest du beim Einkochen beachten
    Kann ich die Zucchini Rezepte auch für Gurken verwenden? 
    Wie lagere ich meine leckeren Vorräte am besten?

    Zucchini Rezepte auf einen Blick!

    Ein Zucchiniberg liegt auf deinem Küchentisch und du möchtest schnell loslegen? Bitte schön, hier sind meine Zucchini Rezepte!

    Zucchini Chutney

    Das brauchst du:

    • 3 kg Zucchini
    • 1 kg Zwiebeln
    • 100 – 150 g Salz
    • 800 ml Weißweinessig
    • 400 g Zucker
    • 3-5 klein geschnittene Chilischoten (nach Geschmack auch weniger)
    • 3 El geschrotete Senfkörner
    • 4 El Kurkuma (gemahlen)
    • 2 El Dill (gehackt)

    Und so geht es:

    1. Zucchini reiben und Zwiebeln in kleine Würfel schneiden, mit Salz mischen und 2-3 Stunden ziehen lassen.

    2. Essig, Zucker, Chili, Senf und Kurkuma aufkochen. Zucchini, Zwiebeln und das gezogene Wasser dazugeben und ungefähr 15 Minuten kochen lassen. Dann den Dill dazugeben.

    3. Zucchinichutney in sterilisierte Gläser füllen und 15 Minuten bei 90°C im Wasserbad einkochen.

    Zucchini Rezepte: Zucchini Chutney

    Zucchini Relish

    Das brauchst du:

    • 3 kg Zucchini
    • 500 g Zwiebeln
    • 500 g Paprika
    • 400 g Zucker
    • 800 ml Essig
    • 600 ml Wasser
    • 100 – 150 g Salz
    • 8 El Paprika edelsüß
    • 2 El Kurkuma (gemahlen)
    • 1,5 El Pfeffer (gemörsert)

    Und so geht es:

    1. Zucchini, Zwiebeln und Paprika in Würfel schneiden, mit Salz mischen und 2-3 Stunden ziehen lassen.

    2. Essig, Zucker, Paprika edelsüß, Kurkuma und Pfeffer aufkochen, dann Zucchini, Paprika, Zwiebel, Wasser und das gezogene Wasser dazugeben und ungefähr 15 Minuten kochen lassen.

    3. Zucchini Relish in sterilisierte Gläser füllen und 15 Minuten bei 90°C im Wasserbad einkochen.

    Wenn du jetzt stolz auf deine gefüllten Gläser schaust, fehlt dir nur noch eins zum Einkochglück: Die passenden Etiketten! Mit ihnen behältst du nämlich ganz einfach den Überblick über deine Vorräte. Lad dir doch gleich die Etiketten herunter, die ich extra für dich entworfen habe:

    Was ist Chutney und wie verwende ich das?

    Chutney stammt ursprünglich aus Indien und ist ein Dip oder eine Sauce zu Fleisch oder Gemüsegerichten. Auch zu Käse schmeckt Chutney einfach himmlisch!

    Es hat eine Konsistenz ähnlich wie Püree und kann süß-sauer, pikant-scharf oder auch süß-scharf sein. Meistens sind Gemüse oder Obst – ganz fein geschnitten – die Hauptzutat. Die Zwiebeln in meinem Zucchini Rezept solltest du für das Chutney aber auf keinen Fall pürieren oder reiben, weil sie dabei einen bitteren Geschmack entwickeln können.

    Psst: Außer aus Zucchini kannst du auch aus Äpfeln richtig leckeres Chutney machen!

    Was ist Relish und wie verwende ich das?

    Relish kommt aus England und ist eine süß-saure, würzige Sauce aus Obst- oder Gemüsestücken. Du kannst es als Brotaufstrich oder zum Essen als Würzsoße schlemmen. 

    Wenn es bei der Brotzeit also wieder mal schnell gehen muss und im Kühlschrank gähnende Leere herrscht – öffne doch einfach ein Glas Zucchini Relish und schon hast du einen super leckeren Brotbelag! Dafür lässt du dir doch gerne die Butter vom Brot nehmen, oder? ;)

    Falls du jetzt so richtig Lust bekommen hast, deine Ernte haltbar zu machen und dir wünschst, ganz viele verschiedene Möglichkeiten zum Einkochen kennenzulernen, komm doch in meinen Obst und Gemüse haltbar machen ​Kurs! Da zeige ich dir Schritt für Schritt alles, was du zum Einkochen, Fermentieren und Heiß abfüllen wissen musst. Und ein ganzes Rezepte eBook gibt es gleich mit dazu. Ich würde mich freuen, wenn du bei uns Einkochsuchtis mitmischst! :)

    Zucchini Rezepte: Zucchini Relish

    Zucchini Rezepte: Das solltest du beim Einkochen beachten

    Damit sich deine Vorräte gut halten, gibt es auch für die Zucchini Rezepte ein paar grundlegende Dinge, die du beherzigen solltest. Es ist nämlich super ärgerlich, wenn die mit viel Liebe aus der eigenen Ernte gemachten Vorräte ein paar Wochen später zu schimmeln beginnen!

    • Wie immer beim Einkochen hat deshalb sauberes, hygienisches Arbeiten oberste Priorität. Arbeitswerkzeug, Deckel oder Glasdeckel und Gummiringe kochst du in Essigwasser aus und die gespülten Gläser übergießt du mit kochendem Wasser, bevor du dein Einkochgut einfüllst.
    • Das Wasser im Einkochtopf und dein Chutney oder Relish sollten ungefähr dieselbe Temperatur haben, wenn du die Gläser ins Wasser stellst.
    • Die Ränder deiner befüllten Gläser wischst du mit einem sauberen Tuch sorgfältig ab, bevor du sie mit dem Deckel verschließt.

    Pssst, kleiner Küchenhack: Wenn du das Wasser mit einem Wasserkocher erhitzt, dauert der Heizvorgang nicht so lange und du kannst Energie sparen!

    Kann ich die Zucchini Rezepte auch für Gurken verwenden?

    Natürlich kannst du die Zucchini Rezepte auch für Gurken verwenden! Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob Zucchini oder Gurke die Nase vorn haben, aber eines steht fest: köstlich sind sie alle beide! ;)

    Psst: Probier doch auch mal das Rezept für süß-saure Gurken aus!

    Wenn deine Gurken schon recht groß geraten sind, solltest du sie vor dem Verarbeiten halbieren und die Kerne mit einem Esslöffel herauskratzen. Die schmecken nämlich nach nichts und machen kein schönes Kaugefühl im Mund. ;) Die Kerne kannst du, statt sie zu essen, auch trocknen und daraus dein eigenes Saatgut gewinnen.

    Zucchini Rezepte
    Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

    Wie lagere ich meine leckeren Vorräte am besten?

    Deine Gläser sind vollständig abgekühlt? Dann wird es Zeit für den Umzug von deiner Küche in eine möglichst dunkle und kühle Vorratskammer! Davor beschriftest du deine Schätze noch mit dem Einkochdatum, damit du immer weißt, was du wann aufessen solltest. Mit meinen Etiketten ist das ganz einfach!

    Psst, kleiner Tipp: Es schadet auch nicht, draufzuschreiben was du da eingekocht hast. Nach ein paar Wochen bist du dir nämlich gar nicht mehr sicher, ob auf der linken Seite deines Regals nun das Zucchinichutney oder das Gurkenchutney steht… ;)

    Falls du Twist-Off-Gläser verwendet hast, kannst du deine etikettierten Gläser jetzt stolz in deinen Vorratsraum einräumen. Hast du mit Weckgläsern gearbeitet*, musst du erst noch die Klammern* abnehmen. Und dann soll die Winterzeit ruhig kommen – du kannst dir ja immer ein Stück Sommer zurückholen, indem du ein Glas von deinen eingekochten Köstlichkeiten genießt!

    Der nächsten Zucchinischwemme kannst du ab jetzt furchtlos ins Auge sehen: Du zückst einfach deine neuen Zucchini Rezepte und verarbeitest alles zu köstlichen Vorräten. Also nix wie raus in den Garten, Zucchini ernten! :)  Wenn du neugierig geworden bist und noch mehr über das Haltbarmachen erfahren möchtest, lies gerne hier weiter:

    Botulismus vermeiden: So geht sicher einkochen!

    Tomaten fermentieren-Rezept: Spritziger Sommer-Snack!

    Birnen einkochen: von Omas Rezept bis richtig trendy!

    Welche Zucchini Rezepte nutzt du, um deine Zucchini haltbar zu machen? Ich freue mich über deinen Kommentar! :)

    *Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

    Einkochen von Gemüse in Gläsern – sicher gegen Botulismus

    Botulismus vermeiden: So geht sicher einkochen!

    Beim Thema Botulismus wird vielen Menschen etwas mulmig – und das zu Recht. Denn obwohl die Wahrscheinlichkeit zu erkranken gering ist, fehlt es oft an fundiertem Wissen über die Gefahren beim Einkochen. Zeit, das zu ändern! Was Botulismus eigentlich ist, wie sich das Risiko minimieren lässt und welche Methoden beim Einkochen wirklich sicher sind, erfährst du in diesem Artikel. Die Vorratskammer füllen soll schließlich Spaß machen und keine Angst :) 

    Inhaltsverzeichnis
    Botulismus – selten, aber ernst 
    Warum Einkochen im Wasserbad oft nicht reicht 
    Säurearme Lebensmittel sicher einkochen – nur unter Druck! 
    Botulismusfreie Alternativen zum Einlegen
    Eiskalt oder extra sauer – so klappt’s auch ohne Einkochen
    Sicher einkochen mit gutem Gefühl 
    FAQ
    Vorratskammer starten?

    Botulismus – selten, aber ernst

    Botulismus ist in Deutschland weitgehend unbekannt – anders als in vielen anderen Ländern, wo deutlich selbstverständlicher mit der Thematik umgegangen wird. Ein bisschen Wissen über Botulismus hilft dabei, sicher und entspannt einzukochen. 

    Wenn wir von Botulismus reden, meinen wir damit eine Vergiftung, die durch das Botulinumtoxin verursacht wird. Dabei handelt es sich um ein Nervengift, das vom Bakterium Clostridium botulinum gebildet wird – und zwar, in einer ganz bestimmten Umgebung:

    Luftdichte, nicht sehr saure Bedingungen sind genau das, was Clostridium botulinum zur Bildung der giftigen Sporen braucht – und genau diese Umgebung wird beim Einkochen im Glas oft geschaffen, denn viele Rezepte mit Fleisch oder Gemüse enthalten nicht viel Säure.

    Das kann theoretisch jederzeit und überall passieren, denn das Bakterium kommt in unserer Umwelt ganz natürlich vor. Übers Gemüse oder Fleisch kann es sich in deinen Kochtopf und in die Einkochgläser schmuggeln – wo es dann zum Verhängnis wird.

    Das Problem daran ist, dass das Toxin unsichtbar, geschmacklos und geruchlos ist. Es entstehen oft keine Gase, das Vakuum bleibt intakt – eine gefährliche Kombination, wenn sich das Gift unbemerkt während der Lagerung im Einkochglas bildet. Du merkst gar nicht, wenn du ein betroffenes Glas öffnest und zubereitest. Gemein, oder? 

    Psst: Falls du lieber Videos schaust, ist hier die YouTube-Version:

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    Mehr Informationen

    Warum Einkochen im Wasserbad oft nicht reicht

    Vielleicht hast du bisher auch gedacht: „Einmal gut durchgekocht – passt schon.“ Leider nein. Denn Clostridium botulinum ist ziemlich zäh. Es bildet hitzestabile Sporen, die beim normalen Einkochen im Wasserbad locker überleben – selbst bei 100 °C. 

    Diese Sporen können in Vorratsgläsern überdauern und unter den richtigen Bedingungen wieder auskeimen. 

    Solche Bedingungen entstehen, wenn der Inhalt – wie bei eingekochten Vorratsgläsern – luftdicht verschlossen ist und nur wenig Säure enthält. 

    Daher reicht das Einkochen im Wasserbad für säurearme Lebensmittel wie Gemüse und auch Fleisch leider nicht aus. Tomaten sind eine Ausnahme – aufgrund ihres hohen Säuregehalts. Doch auch hier empfiehlt sich, vorsichtshalber Zitronensaft zur pH-Wert-Senkung hinzuzufügen. Das gilt auch für andere Gemüsesorten: Bohnen lassen sich z. B. sicher mit Essig einmachen. Dadurch sinkt der pH-Wert und den Botulinumbakterien wird es zu ungemütlich. 

    Du musst dir dabei aber wirklich sicher sein, dass der Inhalt deiner Einkochgläser auch sauer genug ist. Der pH-Wert muss unter 4,5 liegen, überall im Glas. Halte dich da also unbedingt an Rezepte, die sorgsam durchdacht sind und deren Quelle du absolut vertraust. 

    Wenn es richtig schön sauer ist, kannst du loslegen: Damit beim Einkochen im Wasserbad auch nichts schief geht, findest Du hier eine praktische Checkliste. Lade sie dir fix runter und dann geht’s ans Eingemachte: 

    Falls du schon einen großen Schwung deines Lieblingsrezepts im Wasserbad eingekocht hast und dir jetzt unsicher bist, ob alles seine Richtigkeit hat, dann musst du deine Vorräte nicht wegschmeißen. Du solltest den Inhalt aber auf gar keinen Fall probieren! Stattdessen lieber ab in einen Topf damit und rauf auf den Herd!

    Denn das Toxin selbst ist nicht hitzeresistent. Eine sichere Methode zur Inaktivierung des Botulinumtoxins ist deshalb das sprudelnde Aufkochen des Inhalts für mindestens 10 Minuten. Dabei muss die Kerntemperatur des Lebensmittels wenigstens 85 °C erreichen. Die 10 Minuten bieten dabei eine extrem hohe Sicherheit. Die erforderliche Kerntemperatur ist verständlicherweise bei Brühe schneller erreicht als bei Rouladen. Daher wurde auf Nummer sicher gegangen und eben die 10 Minuten festgelegt. (USDA, CDC, BfR, RKI)

    Säurearme Lebensmittel sicher einkochen – nur unter Druck!

    All jene Rezepte und Lebensmittel, die einen höheren pH-Wert haben (also nicht sonderlich sauer sind) musst du beim Einkochen stärker erhitzen, damit die hartnäckigen Sporen abgetötet werden. Je nach Rezept müssen dafür Temperaturen von 121 °C entstehen. Das ist im Wasserbad in einem normalen Topf physikalisch leider unmöglich. 

    Was hilft? Druck! Nur mit einem Druckeinkochtopf (oder einem entsprechend zertifizierten Schnellkochtopf) lassen sich die nötigen Temperaturen von über 121 °C erreichen. Erst da wird’s den Sporen zu heiß. 

    Allerdings ist nicht jeder Schnellkochtopf dafür geeignet. Nur Modelle, die Druck und Temperatur wirklich zuverlässig halten – am besten mit Anzeige – sind eine Option. Und: Ein größerer Topf lohnt sich! Damit lassen sich gleich mehrere Gläser auf einmal einkochen. 

    Wenn du noch auf der Suche nach einem passenden Topf bist, dann schau mal bei uns im Onlineshop vorbei – wir haben nämlich ein Modell gefunden, mit dem wir so richtig zufrieden sind! 

    Damit kannst du dann ganz sicher bei dir zu Hause säurearme Lebensmittel haltbar machen – ohne Botulismusgefahr. Juchuuuu! 

    Botulismusfreie Alternativen zum Einlegen

    Neben dem Einkochen gibt es natürlich noch weitere Methoden, um Gemüse haltbar zu machen – zum Beispiel das Einlegen in Öl.

    Aber kannst du dir vorstellen, welche Bedingungen im Gemüse herrschen, das mit Öl luftdicht versiegelt wird? Richtig! Es ist luftdicht abgeschlossen und – ohne Essig oder Zitronensaft – meist auch nicht wirklich sauer. Das bedeutet: Genau das gleiche Problem wie beim Einkochen.

    Dass das Einlegen von Gemüse in Öl aus Sicherheitsgründen nicht empfohlen wird, ist natürlich schade. Die Bedingungen in einem öligen, luftdichten Glas sind nämlich nahezu ideal für Clostridium botulinum – deshalb raten offizielle Stellen wie das BfR davon ab. Zum Glück gibt es aber jede Menge andere Möglichkeiten, Gemüse sicher haltbar zu machen, ganz ohne Gesundheitsrisiko. 

    Eiskalt oder extra sauer – so klappt’s auch ohne Einkochen

    Brrr… eine besonders einfache und bewährte Methode ist das Einfrieren. Das funktioniert zum Beispiel hervorragend bei Pesto oder klein geschnittenem Gemüse. In der Gefriertruhe herrschen Bedingungen, mit denen Botulismusbakterien nichts anfangen können: Es ist zu kalt, zu trocken und zu luftig. Damit zählt das Einfrieren zu den sichersten Methoden überhaupt, wenn es ums Haltbarmachen geht. 

    Auch das Fermentieren ist eine tolle Alternative. Zwar wird hier ebenfalls ein gewisser Luftabschluss geschaffen, aber bei dieser Methode übernehmen nützliche Mikroorganismen die Kontrolle. Die typischen Milchsäurebakterien senken den pH-Wert im Ferment schnell und zuverlässig ab – und genau das macht es Clostridium botulinum unmöglich, aktiv zu werden. So entstehen aromatische, gesunde Fermente, die ganz ohne Risiko auskommen. Gemüse-Gurus lieben diesen Trick ;). 

    Pssst: Dieses Rezept für fermentierte Tomaten kann ich nur empfehlen. Es ist superlecker!

    Tomaten fermentieren-Rezept: Spritziger Sommer-Snack!

    Sicher einkochen mit gutem Gefühl

    Hoffentlich sind damit die wichtigsten Fragen rund um Botulismus geklärt – und der Grundstein gelegt, damit du beim Einkochen mit einem sicheren Gefühl loslegen kannst. Mit dem nötigen Wissen und den richtigen Methoden steht dem selbstgemachten Vorrat an Gemüse, Saucen und Co. nichts mehr im Weg. 

    Einkochen soll schließlich nicht verunsichern, sondern Freude machen – und genau das tut es auch, wenn ein paar einfache Grundregeln beachtet werden. Denn was gibt es Schöneres, als im Herbst ein Regal voller selbst eingekochter Leckereien zu bestaunen? 

    Also, besorg dir einen Druckeinkochtopf und sichere Rezepte und leg los! 

    FAQ 

    1. Wie kommen die Bakterien in mein Glas? 

    Clostridium botulinum kommt ganz natürlich überall vor – und kann auch auf Gemüse „mitreisen“. Solange das Gemüse roh gegessen oder gründlich durchgekocht wird, ist das völlig unbedenklich. Erst bei der Lagerung nach dem Einkochen kann es problematisch werden. 

    2. Wie kann man Botulismus beim Einkochen vermeiden? 

    Botulismus lässt sich vermeiden, indem säurearme Lebensmittel wie Gemüse oder Fleisch nicht im Wasserbad, sondern unter Druck eingekocht werden. Nur im Druckeinkochtopf entstehen Temperaturen von über 120 °C, die hitzestabile Sporen von Clostridium botulinum zuverlässig abtöten. Alternativ dazu sollte der pH-Wert im Glas unter 4,5 liegen – das geht z. B. durch Zugabe von Essig oder Zitronensaft 

    3. Warum reicht Einkochen im Wasserbad nicht aus? 

    Im Wasserbad werden maximal 100 °C erreicht – das reicht nicht, um die hitzebeständigen Sporen von Clostridium botulinum zu zerstören. Diese Sporen können im Glas überdauern, später auskeimen und das gefährliche Botulinumtoxin bilden. Besonders säurearme Lebensmittel wie Bohnen, Kürbis oder Fleisch sollten daher niemals nur im Wasserbad eingekocht werden. 

    4. Welche Temperatur tötet Botulismus-Sporen ab? 

    Um die Sporen von Clostridium botulinum sicher abzutöten, sind mindestens 121 °C notwendig. Diese Temperatur lässt sich nur mit einem Druckeinkochtopf oder einem entsprechend zertifizierten Schnellkochtopf erreichen. Normales Einkochen im Topf oder Backofen bleibt unter dieser Schwelle und ist bei säurearmen Lebensmitteln unsicher. Im Backofen erhitzt sich die Luft zwar auf über 100 °C, das Wasser im Einkochglas wird aber nie heißer als 100 °C – das ist physikalisch unmöglich. 

    5. Woran erkennt man Botulismus im Einkochglas? 

    In vielen Fällen gar nicht. Einige Stämme bilden keine Gase, verursachen keinen Geruch und lassen das Vakuum im Glas intakt. Besonders die sogenannten nicht-proteolytischen Stämme von Clostridium botulinum sind deshalb gefährlich. Ein Glas kann äußerlich völlig in Ordnung wirken – und dennoch toxisch sein. Sicherheit gibt nur das richtige Einkochverfahren. 

    6. Welche Lebensmittel darf man nicht im Wasserbad einkochen? 

    Säurearme Lebensmittel wie Bohnen, Kürbis, Möhren, Erbsen, Fleisch oder Fisch dürfen nicht im Wasserbad eingekocht werden. Der pH-Wert liegt hier meist über 4,5 – ideale Bedingungen für Botulismusbakterien. Diese Lebensmittel müssen immer im Druckeinkochtopf verarbeitet werden, um sicher haltbar zu sein. 

    Vorratskammer starten? 

    Psst: In unserem Kurs „Vorratskammer starten“ wird gemeinsam geplant, sortiert, gelagert und eingekocht, was das Zeug hält. Jetzt loslegen und durchstarten :)

    Ich möchte dabei sein!  

    Wenn du noch ein bisschen Inspiration brauchst dann schau doch mal hier:
     
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    Welches Gemüse oder Obst kochst du am liebsten ein?

    *Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.