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Sprossen ziehen

Sprossen ziehen: Hol dir die Extraportion Vitamine!

Sprossen ziehen macht Spaß, geht ganz leicht und die kleinen Keimlinge strotzen nur so vor Kraft. Keimsprossen versorgen dich das ganze Jahr über mit einem besonderen Frischekick. Gerade in der dunklen Jahreszeit ist die extra Portion Vitamine Gold wert. Alles, was du über das Ziehen von Sprossen wissen musst, erfährst du hier! Also, nichts wie ran an die kleinen Kraftpakete!

Inhaltsverzeichnis
Warum du Sprossen ziehen solltest
Welche Keimsprossen eignen sich?
Zubehör zum Sprossen ziehen
Schritt für Schritt: Sprossen ziehen
Wer außer dir auch auf Keimsprossen steht
Gefahren, Probleme und Geheimtipps

Warum du Sprossen ziehen solltest

Keimsprossen sind sooo unfassbar gesund! Sie sind wahre Wunderwerke der Natur. Hast du schon mal Brokkoli aus Samen gezogen? Wenn der Keimling noch jung, zart und winzig klein ist, sieht er nicht so aus, als ob da schon viel drinstecken würde. Aber Pustekuchen! In den Keimlingen sind nahezu schon alle Vitamine und Nährstoffe vorhanden – ganz kompakt. Die Kleinen strotzen nur so vor Kraft!

Keimsprossen sind tatsächlich richtige Angeber, wenn es um ihre inneren Werte geht. Zum Beispiel bei sekundären Pflanzenstoffen sind Keimsprossen wahre Experten!

Dabei handelt es sich um Stoffe, die nicht unbedingt essenziell für unsere Ernährung sind, aber dennoch großen Einfluss auf viele Stoffwechselprozesse haben. Es ist bekannt, dass einige dieser Stoffe entzündungshemmend, antioxidativ, cholesterin- und blutzuckersenkend sind. Selbst die Krebsforschung hat ein großes Interesse an ihnen. Und jetzt der Clou: Keimsprossen sind voll von sekundären Pflanzenstoffen.

Frisch gekeimte Sprossen

Und damit noch nicht genug! Der Körper hat manchmal Schwierigkeiten, die Vitamine und Nährstoffe, die wir ihm zur Verfügung stellen, auch wirklich aufzunehmen. In Keimsprossen haben diese gesunden Helferlein oft eine verbesserte Bioverfügbarkeit und der Körper kann sie ratzfatz aufnehmen. Nicht schlecht, oder?

Wenn dein Gemüsegarten im Winter etwas kläglich daherkommt oder du sowieso auf die Vitamine aus dem Supermarkt angewiesen bist, ist Sprossen ziehen eine super leckere, schnelle, knackige und einfache Nahrungsergänzung.

Und gerade für all die Fans von die frischem Grün, die keinen eigenen Garten haben, sind Sprossen super! Denn sie gelingen in jeder Wohnung. Wenn du zusätzlich noch einen Balkon hast, dann findest du in meinem Balkongemüse-Kompass eine Auswahl von Pflanzen, die auch in Töpfen und Kübeln super wachsen. Lad ihn dir am besten gleich herunter!

Welche Keimsprossen eignen sich?

Egal, ob Brokkoli Sprossen ziehen, Mungobohnensprossen ziehen, Linsen Sprossen ziehen, Alfalfa Sprossen ziehen… Du hast sooo viele leckere Möglichkeiten deine Mahlzeiten gesund aufzupeppen.

Grundsätzlich kannst du aus fast jedem Saatgut köstliche Sprossen ziehen. Dabei brauchst du noch nicht mal spezielles Keimsprossen Saatgut zu kaufen. Du kannst nahezu alles verwenden. Ich achte allerdings immer auf Bioqualität, denn irgendwelche Pflanzenschutzmittel möchte ich nicht auf meinem Teller haben.

Meine Top-Favoriten beim Sprossen ziehen sind: Brokkolisprossen, Radieschensprossen, Linsensprossen, rote Bete Sprossen und natürlich meine geliebte Kresse.

Ich habe hier eine praktische Sprossen ziehen Tabelle mit jeder Menge möglicher  Keimsprossen für dich zusammengestellt. Nicht wundern, ich habe auch sogenannte „Schleimbildner“ markiert. Was das genau bedeutet, erkläre ich dir ein Stückchen weiter unten. ;) Außerdem habe ich dir Keimsprossen aufgelistet, die du vor Verzehr besser abkochst, wenn du große Mengen davon essen magst. Als kleiner Snack sind auch sie roh unproblematisch.

Typische KeimsprosseSchleimbildnerVor Verzehr kochen
Alfalfa/Luzernex  
Amaranthx  
Basilikum x 
Bockshornkleex  
Brokkolix  
Buchweizen x 
Chia x 
Erbsen  x
Feldsalatx  
Gerstex  
Grünkohlx  
Haferx  
Kohlrabix  
Kresse x 
Lauchx  
Leinsamen x 
Linsen  x
Möhrex  
Mungobohnen  x
Quinoax  
Radieschenx  
Rettichx  
Roggenx  
Rote Betex  
Rotkohlx  
Rucola x 
Senf x 

Dir läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn du auf diese Tabelle guckst? Du willst nicht nur Keimsprossen genießen, sondern auch diese Vielfalt in deinem Garten sehen und jede Menge Gemüse ernten? Dann ist mein „Gemüsegarten starten“– Onlinekurs genau das richtige für dich. Schau doch mal rein! :)

Obacht: Alle Nachtschattengewächse, also Aubergine, Chili, Paprika, Tomaten und Kartoffeln enthalten in ihren Keimen das giftige Solanin. Sie eignen sich nicht, um als Sprossen auf den Tisch zu kommen. Aber auch ohne sie ist die Auswahl bestimmt groß genug.

Keimschale zum Sprossen ziehen

Sprossen ziehen: Was sind Schleimbildner?

Unter den Keimsprossen gibt es auch ein paar eitle Kollegen, die gerne rumschleimen und eine Sonderbehandlung einfordern. So dramatisch ist es aber gar nicht. ;) Einige Saaten bilden eine Art Geleeschicht, wenn sie mit Wasser in Berührung kommen. Vielleicht kennst du das von Chiapudding oder Leinsamen?

Diese Schleimbildner eignen sich nicht unbedingt für Keimgläser. Sie speichern sehr viel Flüssigkeit. Wenn sie im Glas übereinander liegen, hat der Schimmel leichtes Spiel. Bei ihnen ist es wichtig, dass genig Luft an die Sprossen kommt, damit nichts zu schimmeln anfängt. Richtig gut geht das in einer speziellen Keimschale. Das Beste: Sie eignet sich zwar besonders gut für Brokkoli, Rucola, Senf und Co., aber du kannst so ziemlich alle Sprossen in ihr anbauen.

Warum muss ich einige Sprossen vor Verzehr blanchieren?

Hülsenfrüchte enthalten im Sprossen-Stadium oft etwas Blausäure. Es ist nicht viel, aber auf Nummer Sicher gehst du, wenn du diese Sprossen einfach einmal kurz blanchierst. Damit machst du die Blausäure unschädlich. In einem lauwarmen Salat schmecken die Sprossen dann umso köstlicher! :)

Keimsprossen im Salat

Zubehör zum Sprossen ziehen

Es gibt unendlich viele Varianten von Zubehör zum Spossen ziehen: Siebe, Gläser und Schalen findest du in vielen Varianten. Wirklich gut geeignet ist eine Keimschale mit Siebaufsatz, besonders für die Schleimbildner ist sie super hilfreich.

Alle anderen Sprossen kannst du recht einfach im Keimglas ziehen – und das musst du gar nicht kaufen, sondern kannst es sogar ganz einfach selber machen!

Es gibt nämlich 1001 Upclycling-Ideen und genauso viele Varianten, mit denen du dein eigenes Keimglas herstellen kannst. Hier meine Lieblinge und wovon ich eher abraten würde:

Aus Schraubglas wird Keimglas

Du kannst quasi aus jedem Schraubglas mir nichts, dir nichts ein Sprossenglas zaubern. Zum Beispiel kannst du einen Plastikdeckel (wie vom Honig) nehmen, und fix einige Löcher reinpieksen. In die Metalldeckel von normalen Twist-off Gläsern könntest du zwar auch mit dem Bohrer Löcher machen, das würde ich aber nicht empfehlen, weil dann ganz schnell Rost entsteht.

Eine Alternative zu löchrigen Deckeln wäre zum Beispiel Tüllstoff, ein Feinstrumpf oder eine flexible Gittermembran, die du einfach über das Glas stülpst und mit einem Küchengummi befestigst. Denk daran, alles vorher auszukochen, damit sich kein Schimmel bildet.

Keimen auf Küchenpapier

Sprossen ziehen auf Küchenpapier ist natürlich mega easy! Das bietet sich vor allem für Saaten an, die viel Wasser speichern – aka unsere Schleimbildner! Lies oben nochmal nach, wen ich damit meine. ;) Die genaue Anleitung dafür für die Anzucht auf Küchenpapier findest du hier.

Sprossen ziehen im Keimglas

Gewürzgläser oder Zuckerstreuer

Wenn du dich in deiner Küche ein bisschen umsiehst, findest du bestimmt etwas, was sich sonst noch zum Sprossen züchten eignet. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Zuckerstreuer oder Gewürzgläsern mit Streuaufsatz? Tadaaa du hast ohne irgendetwas tun zu müssen ein gut belüftetes Keimglas. Achte bei der Auswahl darauf, dass sich dein Gefäß gut reinigen lässt und licht- und luftdurchlässig ist.

Sprossen aus dem Sieb: Mal was anderes als Nudeln abgießen

Wer hat kein Sieb zuhause? Eben! Du kannst es ganz prima zum Sprossen ziehen verwenden. Das Einweichen kannst du vorher in einem normalen Glas machen. Gerade das Durchspülen geht mit einem Sieb super leicht. Du solltest natürlich entsprechend der Größe deines Saatguts das Sieb auswählen, damit die feinen Samen nicht einfach durchrieseln. Zum Abtropfen hängst du dein „Sprossen-Sieb“ einfach in eine Schüssel.

Etwas kniffelig wird es beim Abdecken. Wenn du zum Beispiel Fruchtfliegen in der Küche hast, würde ich eein Sieb nicht einfach so offen stehen lassen. Vielleicht findest du ja eine Glasschüssel, die du über das Sieb stülpen kannst? Es sollte natürlich noch Licht durchkommen!

…Und wie schüttest du jetzt dein Nudelwasser ab ohne Sieb? Na, einfach mithilfe des Topfdeckels. Draufsetzten, einen Spalt breit öffnen, Geschirrhandtuch von Griff zu Griff über den Deckel spannen, Deckel gut festhalten und abgießen!

Keimsprossen auf Brot

Sprossen ziehen Schritt für Schritt

Egal, ob gekauft oder gebasteltes Glas: Keimlinge ziehen funktioniert in wenigen Schritten. Achte bitte immer auf eine gute Hygiene! Hände waschen, Equipment spülen und sterilisieren gehören da unbedingt dazu. Auch wenn Pflanzen normalerweise ein bisschen Zuspruch mögen, solltest du nicht unnötig in deine Keimgläser atmen oder reden, so gelangen dort nämlich jede Menge Keime rein – und zwar nicht die, die wir haben wollen. ;)

So geht’s:

  1. Du füllst deine Saat in dein ausgekochtes Keimglas. Die Winzlinge werden ihr Volumen vervielfachen! Achte also darauf, dass du maximal 1/8 des Glases befüllst.
  2. Jetzt weichst du deine Saat mit kaltem Wasser ein. Fülle das Glas und mache deinen „Verschluss“ drauf. Gönne deinen Keimsprossen to-be das Bad ca. zehn Stunden lang – am besten also über Nacht.
  3. Schütte das Wasser vollständig ab und spüle deine Saat ordentlich durch. Auch dieses Wasser schüttest du wieder ab.
  4. Nun stellst du dein Keimglas schräg auf, sodass überschüssiges Wasser abfließen kann.
  5. Spüle deine Sprossenzöglinge regelmäßig (2-3 mal täglich) mit frischem Wasser ab und stelle sie immer wieder schräg auf.
  6. Nach wenigen Tagen Geduld, siehst du, dass die Sprossen im Glas richtig zu sprießen beginnen. Einige Sorten sind Raketenstarter und können schon nach 3-4 Tagen vertilgt werden. Andere sind kleine Schnarchnasen und brauchen schonmal 10 Tage Zeit.
  7. Du kannst sie „ernten“ sobald sich winzige Würzelchen zeigen. Gerne kannst du aber auch noch etwas länger warten, bis der Keimling etwas kräftiger wird und du kleine Microgreens produziert hast. Das Spülen weiterhin nicht vergessen!
  8. Wenn du deine Sprossen essen möchtest, spüle sie noch ein letztes Mal gründlich ab. Das reduziert die Keimbelastung.
  9. Es ist soweit: Garniere mit den köstlichen Keimsprossen deinen Salat oder dein Käsebrot. Die süßlicheren Sprossen passen auch super zu Müsli. Jeder Smoothie wird durch Keimsprossen übrigens zum Immunbooster-Superstar. Egal, wie du sie verwendest, ich wünsche dir einen guten Appetit!
Sprossen ziehen Anleitung

Wer außer dir auch auf Keimsprossen steht

Na Hühner! Hast du vielleicht eine gackernde Schar Hühner bei dir daheim? Oh, ich liebe diese kleinen Dino-Nachfahren. Es ist so unglaublich putzig, ihnen beim Sandbaden und Scharren zuzusehen. Und das Beste ist, wenn der „Eieralarm“ losgeht. Meine Damen sind so unfassbar stolz, wenn sie ein Ei gelegt haben, dass sie es gleich allen lauthals mitteilen möchten. :) Zu süß!

In diesem Video erzähle ich dir von meiner Hühnerschar und gebe Tipps, was es bei den Damen alles zu beachten gibt. Schau doch mal rein. ;)

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Mehr Informationen

Die Hennen versorgen mich so fleißig mit ihren kostbaren Eiern, dass sie natürlich auch etwas von mir zurückbekommen! Gerade in der dunklen Jahreszeit passe ich besonders auf, dass sie genug frisches und eiweißhaltiges Futter bekommen. Da drängen sich die kleinen Kraftpakete namens Keimsprossen förmlich auf – die mögen Hühner nämlich richtig gerne.

Meine Favoriten dafür sind Linsen, Erbsen, Weizen, Gerste und Roggen. Meine Hühner lieeeben die knackig frischen Keimsprossen. Im Nu sind die vertilgt.

Gefahren, Probleme und Geheimtipps beim Sprossen ziehen

Dass Sprossen auch Krankheiten übertragen können, hält sich spätestens seit dem EHEC-Ausbruch aus dem Jahr 2011 hartnäckig. Damals standen Bockshornkleesprossen aus Ägypten im Verdacht, eine gemeine Erkrankung auszulösen. Ist also Sprossen selber ziehen gefährlich?

Das würde ich mit einem klassischen Jein beantworten. Natürlich ist ein feuchtes, bei Raumtemperatur stehendes Lebensmittel anfällig für Bakterien. Daher rate ich dir in meiner Anleitung zum umsichtigen und hygienischen Umgang mit deinen Keimsprossen und dem dazugehörigen Equipment.

Übrigens: Gerade deshalb stehe ich den in Folie eingeschweißten Keimsprossen im Supermarkt mehr als kritisch gegenüber! Das ist nämlich genau das richtige Milieu für die Vermehrung der Keime. Also lieber selber machen. Ist eh besser für die Umwelt. ;)

Immunsupprimierte und Schwangere sollten sicherheitshalber alle Keimsprossen (auch die selbst gezogenen) blanchieren.

Iiiih meine Sprossen stinken!

Dann ist definitiv etwas schiefgelaufen. Bitte iss diese Sprossen auf keinen Fall! Verlass dich auf deine Sinne und versuche beim nächsten Ansatz nochmal mehr auf die Hygiene zu achten. Falls das immer nur bei demselben Saatgut vorkommt, könnte auch dieses kontaminiert sein.

Da sind so weiße Häarchen auf meinen Keimsprossen. Ist das Schimmel?

Schau nochmal ganz genau hin. Ist es ein haariger Flaum, möglicherweise sogar teils grünlich, schwärzlich? Dann tut es mir leid. Das ist tatsächlich Schimmel. Aber viiiel öfter sind es nur die kleinen, feinen Wurzelfüßchen deiner Keimsprossen, wie auf dem Bild. Dann ist es genau das, was du mit der ganzen Aktion erreichen wolltest! Guten Appetit!

Feine Wurzeln von Keimsprossen

Wie erkenne ich, ob meine Keimsprossen gesundheitsgefährdend sind?

Tja, mit dem bloßen Auge können wir gemeine Keime oft leider nicht erkennen. Aber wenn du umsichtig und sauber gearbeitet hast, kannst du dich auf deine Sinne verlassen. Falls du doch ein schlechtes Gefühl haben solltest, dann blanchiere deine Keimsprossen kurz. Oder aber, du wendest meine Geheimtricks an, dann sollte nichts mehr schief gehen. ;)

Meine ultimativen Geheimtipps gegen Schimmel beim Sprossen ziehen

Im Kampf gegen den Schimmel und irgendwelche fiesen Keime kann uns die Natur helfen! Kamillentee hat eine antimikrobielle Wirkung. Wenn du dein Saatgut in kaltem Kamillentee statt in Wasser quellen lässt, haben deine Keimsprossen beste Voraussetzungen, schimmelfrei durch ihr kurzes Leben zu kommen.

Auch Mischungen von verschiedenen Keimsprossen können kleine Wunder bewirken. Denn zum Beispiel die ätherischen Öle von Radieschen können das Wachstum von gemeinen Schimmelpilzen und garstigen Bakterien wirkungsvoll hemmen. Also kannst du immer ein paar Radieschensamen zu deinen heranwachsenden Leckereien geben.

Sprossen ziehen
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Einen letzten Tipp habe ich noch für dich: Setze lieber immer nur kleine Portionen Keimsprossen an, sodass du sie innerhalb von ein oder zwei Tagen aufessen kannst. Im Internet steht oft, dass sich die Sprossen so oder so lange im Kühlschrank halten. Ich bin allerdings Fan davon, ganz regelmäßig kleine Portionen Keimsprossen zu züchten, statt riesige Mengen irgendwie aufbewahren zu müssen.

Sprossen ziehen ist super einfach und jederzeit möglich. Du kannst dir so eine unglaublich gesunde Vielfalt an Keimsprossen zur Nahrungsergänzung auf den Teller holen. Mit meinen Geheimtipps wirst du keine Probleme mit Schimmel haben. Also, worauf wartest du? Hol dir deinen persönlichen Frischekick.

Während deine Keimlinge vor sich hin sprießen, kannst du ja schonmal deine Fermentieren-Checkliste durchstöbern oder hier gleich weiterlesen:

Kresse – Dein würziger Vitaminbooster für das ganze Jahr

Gemüse pflanzen für Anfänger: Wann, wie, wo?!

Kimchi selber machen – das ultimative Rezept für Einsteiger!

Was sind deine Lieblingssprossen? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

Aussaat & Pflanzen im Januar + Gemüsegarten-Pflanzplan 2026

Es geht wieder los! Kennst du es auch? Dieses Kribbeln, diese Ungeduld, der Wunsch endlich wieder mit den Händen in der Erde zu wühlen? Dann kommen hier die guten Nachrichten: Schon im Januar kannst du die ersten Samentütchen öffnen und mit den Aussaaten im Haus starten. Und ein Gemüse darf sogar direkt ins Beet. Also los, die Gartensaison wartet!

Inhaltsverzeichnis
Vorziehen im Haus – das steht im Januar an
Gemüse fürs Frühbeet vorziehen
Gemüse fürs Gewächshaus vorziehen
Hol dir deinen Gemüsegarten-Pflanzplan!
Gartenarbeiten im Januar

Vorziehen im Haus – diese Aussaaten stehen jetzt im Januar an!

Hier kommt eine Übersicht mit den Pflanzen, die du im Januar schon im Haus vorziehen kannst. Wenn du kein Gewächshaus oder Frühbeet hast, dann halte dich diesen Monat an diese Aussaaten. Falls du auch schon Gemüse für den geschützen Anbau vorziehen magst, dann findest du weiter unten auch dafür eine Liste.

Im Januar Gemüse fürs Freiland vorziehen

Übrigens gibt es richtig tolle Helferlein, die die Anzucht deiner kleinen Pflänzchen im Haus enorm erleichtern. Mit Quickpots und einer Ballbrause, die dafür sorgt, dass die Samen nicht weggeschwemmt werden, bist du gut ausgerüstet.

Wer schon im Januar mit den Aussaaten im Haus loslegt, hat ein Problem – das fehlende Licht. Das natürliche Tageslicht ist jetzt nämlich noch zu schwach, um das Wachstum der jungen Pflanzen anzukurbeln. Eine spezielle Anzuchtlampe sorgt dafür, dass deine kleinen Zöglinge in der dunklen Jahreszeit genug Licht bekommen.

Wenn du wissen möchtest, was du bei der Jungpflanzenanzucht noch alles beachten solltest, findest du hier die passende Anleitung.

Aussaat Pflanzen Gewächshaus Januar

Aussaat im Januar: Gemüse fürs Frühbeet oder das Gewächshaus vorziehen

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Mehr Informationen

Dein fertiger Gemüsegarten-Pflanzplan – nicht nur für die Aussaat im Januar!

Damit jedes Gemüse im Beet auch an der optimalen Stelle landet, gibt’s eine kleine Gartenhilfe für dich: Unseren 0 € Gemüsegarten-Beispielplan, den du dir ganz einfach downloaden kannst.

Darin erfährst du, was in welchem Monat was gepflanzt oder gesät wird – und wie du die Gemüsepflanzen im Beet kombinierst. Das ist super praktisch, wenn du ohne viel Planung direkt loslegen magst und trotzdem mit System gärtnern willst.

Den Gemüsegarten-Pflanzplan kannst du 1:1 auf deine Beete übertragen, ganz ohne Kopfzerbrechen über passende Mischkulturpartner, Vor-, Nach- und Zwischenkulturen oder was wann gesät oder gepflanzt werden muss.

Der Plan ist so konzipiert, dass du das ganze Jahr über kontinuierlich erntest und jeden Monat sofort losgärtnern kannst.

Trag dich hier ein und schon flattert der Pflanzplan in dein E-Mail Postfach:

Wichtige Gartenarbeiten im Januar

Im Januar heißt es vorfreuen, träumen und planen – aber auch schon anpacken!

Wenn du bereits im Vorjahr gegärntert hast, darfst du an frostfreien Tagen die Wintergemüse wie Kohl, Lauch oder Salate ernten, ab und an gießen und empfindliche Pflanzen mit Vlies oder einer Frühbeethaube schützen.

Und natürlich ist jetzt die Zeit zum jetzt Beetpläne schmieden, um neues Saatgut zu besorgen und dein Werkzeug auf Vollständigkeit checken und reinigen.

Wer dieses Jahr Süßkartoffeln, Chili, Peperoni oder Physalis anbauen will, sollte wirklich nicht zu lange warten. Bei diesen Pflanzen bietet sich eine Aussaat im Januar an, weil sie langsam wachsen und lange brauchen, bis sie Früchte bilden.

Klingt kompliziert? Dann kommt hier etwas für dich: Für alle, die dieses Jahr zum ersten Mal im Garten durchstarten und sich über Unterstützung und gaaanz viel Inspiration freuen, ist unser Onlinekurs »Gemüsegarten-starten« eine tolle Anlaufstelle!

Auch die Tierwelt freut sich im Januar noch über ein bisschen Zuwendung, z. B. die Vögel über etwas Futter und Wasser. Igel und Insekten sind jetzt im Tiefschlaf. Lass also Laubhaufen und unaufgeräumte Ecken bis in den Frühling hinein unangetastet, um sie nicht zu stören.

Und wenn es dich bei der Kälte noch so gar nicht raus zieht, ist jetzt drinnen eine wunderbare Zeit für DIY-Projekte oder einfach nur für eine gemütliche Tasse Tee und ganz viel Vorfreude auf die neue Saison.

Aussaat im Januar
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Dir kribbelt es schon doll in den Fingern? Mit diesen Artikeln vertreibst du dir im Januar die Zeit bis es endlich richtig los geht:

Gute Nachbarn im Gemüsebeet: 7 tolle Pflanzgemeinschaften + Mischkulturtabelle

Fruchtfolge – dein Guide zum perfekten Gartenplan!

Gemüsegarten planen – Schritt für Schritt mit Beispielplan

Welche Aussaaten stehen bei dir im Januar an und worauf freust du dich am meisten in der neuen Gartensaison? Schreib mir doch in den Kommentaren, welche Pläne du bereits geschmiedet hast!

Dieser Beitrag gehört zur Wurzelwerk GmbH und enthält Werbung für unsere eigenen Produkte und Partnerprodukte.

Aussaatkalender 2026 – dein PDF zum Herunterladen

Der Aussaatkalender für 2026 ist da! Mit diesem super praktischen Helferlein verpasst du ab jetzt garantiert keinen Aussaat- oder Pflanztermin mehr. :)

Inhaltsverzeichnis
Der Aussaatkalender 2026 als PDF zum Herunterladen
Wie funktioniert der Aussaatkalender?
Direktsaat und gestaffelte Aussaat
So klappt die Jungpflanzenanzucht
Aussaaten bündeln = Zeit sparen!

Der Aussaatkalender ist wie jedes Jahr ein kleines Dankeschön an dich. Die Wurzelwerk-Community ist einfach weltklasse – ich finde, das muss auch mal gefeiert werden! Was gibt es da besseres als diesen tollen Begleiter für dein nächstes Gartenjahr? Du kannst das PDF einfach herunterladen und ausdrucken.

Der Aussaatkalender 2026 als PDF zum Herunterladen

Hier kannst du dir deinen Aussaatkalender ganz einfach und schnell herunterladen:

Wie funktioniert der Aussaatkalender?

In deinem Aussaatkalender findest du die besten Aussaat-Zeitpunkte für deine Jungpflanzenanzucht und für die Direktsaat im Freiland. So hast du immer genügend kräftige und prachtvolle Jungpflanzen am Start, wenn die Auspflanzzeit ansteht.

Außerdem habe ich für viele Gemüse eine gestaffelte Aussaat im Freiland ausgeknobelt – so fährst du mühelos das ganze Jahr über eine kontinuierlich fette Ernte ein und hast in deinem Freiluft-Supermarkt immer ein üppiges Angebot an verschiedenen leckeren Gemüsen zur Verfügung.

Damit du auf einen Blick siehst, welche Gartenarbeiten anstehen, habe ich dir Symbole für die verschiedenen Aufgaben in deinen Aussaatkalender 2026 gepackt.

Detailansicht Aussaatkalender

Das Samentütchen: Immer, wenn dieses Symbol im Kalender auftaucht, schnappst du dir die entsprechenden Samentütchen und säst im Freiland aus!

Das kleine Haus: Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um dein Gemüse im Haus auszusäen und vorzuziehen. Wie du siehst, darfst du schon im Januar Wintersalat vorziehen und auch im Februar gibt es bereits einiges zu tun. Deine kribbeligen, ungeduldigen Gärtnerfinger müssen also nicht allzu lange stillhalten! ;) 

Das Pflänzchen: Nun können deine selbst vorgezogenen oder gekauften Jungpflanzen in die Beete umziehen. Denke daran, deine Schützlinge abzuhärten, also sie behutsam an die raue Welt da draußen zu gewöhnen, bevor du sie in die Freiheit entlässt.

Unter jedem Monat habe ich dir im Aussaatkalender-PDF zusätzlichen Platz gelassen, damit du dir eigene Notizen machen kannst. Denn wenn du fleißig alle deine Erfahrungen und Gedanken aufschreibst, entsteht daraus im Laufe der Zeit ein wunderbares Tagebuch mit allen Einzelheiten deiner Gemüseabenteuer.

Noch Jahre später kannst du immer wieder nachlesen, welche Gemüse sich bei welchen Bedingungen wie entwickelt haben. So erschaffst du dir einen super wertvollen Erfahrungsschatz, auf den du jederzeit zurückgreifen kannst. :)

Aussaatkalender 2026 von Wurzelwerk

Dein Gemüse-Aussaatkalender: Direktsaat und gestaffelte Aussaat

Manche Gemüse wachsen ganz unkompliziert auch bei etwas ungemütlicheren Temperaturen zu prächtigen und super leckeren Gemüse-Exemplaren heran: Das sind die robusten Zeitgenossen, die du unbesorgt direkt ins Beet säen kannst. Mit ihnen hast du kaum Arbeit und du kannst dem Gemüse entspannt vom Liegestuhl aus beim Wachsen zusehen (und es gelegentlich anfeuern). ;)

Vor der Aussaat solltest du darauf achten, den Samen ein feinkrümeliges und lockeres Saatbett zu bereiten. Ziehe den Mulch einfach an den Beetrand und locker den Boden mit einer (Doppel-)Grabegabel, ohne ihn zu wenden.

Gröbere Bestandteile kannst du mit einem Rechen zerkleinern. Dann fühlen sich deine Samenkörner nämlich so wohl, dass sie es kaum abwarten können, zu keimen und ihre ersten Blättchen in die Luft zu strecken.

Damit du das ganze Jahr über leckeres Gemüse schlemmen kannst, ist es wichtig, dass du dein Gemüse gestaffelt aussäst – es also alle paar Wochen neu aussäst. In deinem Aussaatkalender 2026 stehen natürlich schon alle Nachsaat-Termine drin. Du kannst sofort loslegen, ohne lange zu planen und zu knobeln!

Bei der gestaffelten Aussaat schickst du dein Gemüse zum Sport – dem Staffellauf. Die erste Aussaat keimt, wächst, wird geerntet und übergibt währenddessen den Staffelstab an die folgende Saat. Die keimt, wächst, wird geerntet und übergibt den Staffelstab… du verstehst das Prinzip? ;) Alles was du noch tun musst, ist, das Saatgut rechtzeitig in den Boden zu bringen und kontinuierlich zu ernten.

Durch ständiges Nachsäen entstehen keine Lücken im Beet und du nutzt deine Fläche optimal aus. Auch von kleinen Beeten kannst du so einen ziemlichen Berg an Gemüse ernten. Genial, oder?

Wurzelwerk Aussaatkalender 2026

So klappt die Jungpflanzenanzucht

Es gibt Gemüse, die sich super lange in den Beeten räkeln, bevor sie uns mit einer Ernte belohnen. Wenn diese Kandidaten dann zusätzlich auch noch ziemliche Frostbeulen sind, haben sie kein leichtes Spiel. Denn in unseren Breitengraden, wo es bis Mitte Mai noch Frost geben kann, schaffen diese Kandidaten es kaum, in der kurzen Zeit Früchte anzusetzen und ausreifen zu lassen.

Damit du von diesen Gemüsen trotzdem üppig ernten kannst, solltest du sie im Haus vorziehen – diese Termine findest du auch in deinem Aussaatkalender-PDF. So verschaffst du ihnen den entscheidenden Wachstumsvorsprung.

Achte darauf, dass sie im Haus alles haben, was sie brauchen – allem voran einen kühlen (aber nciht kalten) Standort und das richtige Licht. So wachsen sie zu kräftigen Jungpflanzen heran. Tolle Helfer für die Jungpflanzenanzucht sind außerdem praktische Anzuchtplatten und eine Ballbrause zum sanften Bewässern.

Alles weitere, was du für eine erfolgreiche Jungpflanzenanzucht wissen solltest, kannst du in dem Artikel „Jungpflanzenanzucht im Haus vorziehen“ nachlesen. Schau da gerne einmal vorbei!

Wenn du sie nach den Eisheiligen auspflanzt, sind deine Pflänzchen dann schon kräftige Teenager, die sich im Beet schnell einleben und zu großen und prächtigen erwachsenen Pflanzen werden. Es bleibt ihnen dann genügend Zeit, viiiele leckere Früchte anzusetzen und dir eine super Ernte zu verschaffen.

Tomaten Jungpflanzen

Aussaaten bündeln = Zeit sparen!

Ich bündele meine Aussaaten gerne, sodass ich gleich mehrere Gemüse an einem Tag vorziehe, aussäe oder pflanze. Das ist eine echte Zeitersparnis! Deswegen habe ich im Aussaatkalender auch immer sinnvolle Gemüse zusammen gelegt.

Und das ist nur einer von vielen Tricks, um ohne viel Zeitaufwand und Mühe leckeres Gemüse rund ums Jahr zu ernten. Du willst noch mehr Tricks? Aber sehr gerne!

Schau doch einfach mal bei meinem Artikel „10 Tipps für einen pflegeleichten Gemüsegarten“ vorbei. Da zeige ich dir noch mehr Tricks zum mühelosen Gärtnern.

Dein Aussaatkalender und der Mulch

Mit dem Aussaatkalender für dein Gemüse hast du ein geniales Tool an der Hand, um zum richtigen Zeitpunkt zu säen und zu pflanzen. Aber eines ist auch noch super wichtig: Das Mulchen deiner Beete, damit sich deine Zöglinge pudelwohl fühlen!

Wenn deine Jungpflanzen ungefähr zehn Zentimeter hoch sind, kannst du sie das erste Mal mulchen. Die kuschelige Decke aus zum Beispiel Grasschnitt und Holzhackschnitzeln auf dem Boden sorgt nämlich dafür, dass deine Pflänzchen es immer schön feucht haben. Außerdem unterdrückt der Mulch auch das lästige Unkraut, das so gerne versucht, deine Beeten zu erobern – und sich mit deinem Gemüse einen Wettkampf um Licht und Nährstoffe liefert.

Damit du alles richtig machst beim Mulchen, schau dir am besten auch meinen Artikel „Die 7 größten Fehler beim Mulchen von Gemüsebeeten“ an. Ich wäre froh gewesen, wenn ich das alles am Anfang meiner Gärtnerlaufbahn schon gewusst hätte! Und du musst ja nicht unbedingt meine Fehler wiederholen. ;)

Tomaten Aussaat Pflanzung

Mit deinem Aussaatkalender 2026 kannst du ganz beruhigt in die neue Gartensaison starten und schon mal von einer super reichen Ernte träumen. Du verpasst nämlich ab jetzt keinen einzigen wichtigen Termin mehr in deinem Garten und wirst dich das ganze Jahr mit deinem eigenen Gemüse verwöhnen können. Das sind doch tolle Aussichten, oder?

Du hast so richtig Lust bekommen, deinen Garten für das nächste Jahr zu planen? Dann schau doch auch bei diesen Artikeln vorbei:

Was ist deine perfekte Gartengröße?

Gemüsegarten anlegen in 7 einfachen Schritten

Dein fix und fertiger Gemüsegarten-Beispielplan

Naa, hast du dir den Aussaatkalender für 2026 schon geholt? Hast du noch mehr Tipps zur Aussaatplanung? Ich freue mich über Kommentare!
Paprika pflanzen und anbauen

Paprika pflanzen – In 5 Schritten zu einer fantastischen Ernte!

Du möchtest Paprika pflanzen? Was für ein guter Plan! Paprika gibt es in ganz vielen Formen und Farben und sie schmecken besonders aus dem eigenen Garten unglaublich lecker – also nichts wie los, ich zeige dir, wie es geht!

Inhaltsverzeichnis
Übersicht: So funktioniert Paprika pflanzen
Schritt #1: Wie finde ich die passende Paprika-Sorte?
Schritt #2: Paprika vorziehen
Schritt #3: Paprika pflanzen im Freiland, Kübel oder im Gewächshaus
Schritt #4: Paprikapflanzen pflegen: gießen, düngen, schneiden
Schritt #5: Paprika überwintern

Übersicht: So funktioniert Paprika pflanzen

Du bist schon ganz hibbelig und willst sofort loslegen? Dann schau mal, hier habe ich dir alle Arbeitsschritte kurz und knackig zusammengefasst!

Paprika pflanzen in 5 SchrittenWas ist wichtig?
Schritt #1: Paprikasorte auswählenfür Freiland oder Gewächshaus? Farbe, Form, Verwendung
Schritt #2: Paprika Pflanzen vorziehenPflanzenlampe*, Wärme
Schritt #3: Paprika pflanzen im Freiland, Kübel oder Gewächshausabhärten, Düngergabe
Schritt #4: Paprika Pflanzen pflegengießen, düngen, schneiden
Schritt #5: Paprika überwinternbei 10°C oder bei 20°C

Gärtnern ist selten hektisch, aber viele Pflanzen müssen zu bestimmten Zeiten gesät werden. Damit du keinen wichtigen Termin mehr verpasst, lad dir doch meinen Aussaatkalender herunter! So siehst du auf einen Blick, welche Arbeit im Garten wann zu tun ist und kannst ganz entspannt losgärtnern!

Schritt #1: Wie finde ich die passende Paprika-Sorte?

Es gibt ziemlich viele verschiedene Paprikasorten da draußen und es ist gar nicht so einfach, sich für eine oder zwei davon zu entscheiden! ;) Damit es dir leichter fällt, kannst du dir diese Fragen stellen:

Wo möchte ich meine Paprika pflanzen?

Wenn du kein Gewächshaus hast, solltest du eine freilandgeeignete Paprikapflanze nehmen. „Rote Augsburger“*, „Neusiedler Ideal“ oder „Pantos“ tragen auch im Freien viele leckere Früchte!

Yolo Wonder“* gedeiht ebenfalls im Freiland, fühlt sich im geschützten Anbau besonders wohl. Diese Paprika Pflanze kann aber auch gerne im Topf an einer Haus-Südwand stehen.

Welche Farbe und welche Form haben die Früchte?

Es gibt grüne, gelbe, orange, rote und braune Paprikafrüchte und die können groß oder klein, länglich-spitz oder blockförmig-dickwandig sein. Sie schmecken süß-saftig oder würzig-scharf. Du solltest die Paprika pflanzen, die dir am besten schmeckt!

Psst: Falls du dich auch für Tomaten interessierst, habe ich dir hier meine liebsten Tomatensorten aufgeschrieben!

Wie möchte ich die Paprika verwenden?

Planst du, deine Paprika vor allem roh zu vernaschen, möchtest du sie kochen, auf der Pizza genießen oder Mini-Paprika mit Frischkäse füllen? Es gibt soo viele Möglichkeiten! Yams!

Schritt #2: Paprika vorziehen

Paprikapflanzen sind sehr wärmebedürftig und haben ein lange Kulturdauer, deshalb musst du Paprika im Haus vorziehen Im Februar ist es soweit: Du packst deine Samentütchen und säst in Anzuchterde aus. Die optimale Keimtemperatur von Paprika liegt bei 22 °C, sobald die Pflanzen aufgegangen sind, solltest du sie aber etwas kühler stellen.

Dann musst du die Saat immer gut feucht halten, sie darf auf keinen Fall austrocknen! Allerdings ist auch zu viel Wasser nicht gut: Da finden Trauermücken ideale Lebensbedingungen vor und die können deinen Jungpflanzen ganz schön zusetzen.

Sobald sich die ersten grünen Spitzen zeigen, stellst du deine Schützlinge unter eine Pflanzenlampe*. Nur am Fensterbrett bekommen sie nämlich nicht genügend Licht und werden zu langen, schwächlichen, blassgrünen Exemplaren – und du möchtest doch eine dunkelgrüne, gedrungene kräftige Paprikapflanze haben!

Wenn deine Pflanzen zwei echte Blätter haben, pikierst du sie: Das heißt, jede von ihnen bekommt ein eigenes Töpfchen spendiert und darf dann wieder unter das wohltuende Pflanzenlicht.

Paprika pflanzen: Paprika Jungpflanzen

Schritt #3: Paprika pflanzen im Freiland, Kübel oder im Gewächshaus

Mitte Mai, nach den Eisheiligen, dürfen deine grünen Freunde hinaus in die weite Welt: Je nach Sorte kommen sie nun ins Beet, in den Topf oder ins Gewächshaus. Paprikapflanzen im Topf stellst du an einem geschützten sonnigen Ort auf.

Bevor du sie in die Freiheit entlässt, musst du sie aber unbedingt schrittweise an die Sonne gewöhnen! Denn deine zarten grünen Freunde würden sonst einen schweren Sonnenbrand bekommen und vor lauter Schreck erstmal aufhören zu wachsen.

Wie du deine Paprikapflanzen so abhärtest, dass sie problemlos mit Wind und Wetter zurechtkommen, zeige ich dir in meinem Artikel Tomaten richtig pflanzen und abhärten.

Dann wird es ernst: Auf geht’s zum Paprika pflanzen! Du hebst ein Pflanzloch aus und setzt deine Paprika hinein. Dann füllst du mit reifem Kompost auf und stützt die Pflanze mit einem Stab, damit sie nicht umkippt. Den Stängel bindest du mit einer Schnur am Stab fest. Der Pflanzabstand bei Paprika sollte in etwa 50 cm x 60 cm betragen.

Falls du jetzt Lust bekommen hast, nicht nur Paprika, sondern noch viel mehr Gemüse anzubauen und dich ein Stück weit selbstzuversorgen, komm doch in meinen „Gemüsegarten starten“ Onlinekurs! Da zeige ich dir, wie du ohne viel Mühe eine dicke Ernte einfährst und jede Menge Spaß im Garten hast! :)

Paprika pflanzen – alle Infos auf einen Blick

Schritt #4: Paprikapflanzen pflegen: gießen, düngen, schneiden

Auch wenn sie jetzt an ihrem richtigen Standort angekommen sind, brauchen die Paprikapflanzen deine Aufmerksamkeit!

Zum einen musst du sie regelmäßig mit Wasser versorgen. Damit das Wasser nicht so schnell verdunstet, mulchst du sie am besten mit Holzhackschnitzeln.

Als Starkzehrer freuen sich Paprika über eine regelmäßige Düngergabe. Du kannst dafür einen Bio-Flüssigdünger für Gemüse nehmen oder du setzt eine Brennnesseljauche an.

Eine immerwährende Diskussion unter den Gärtnern dreht sich um das Schneiden der Paprikapflanzen! Du kannst deine Paprika so wie Tomaten ausgeizen und nur die Blüten und Früchte stehen lassen, die sich am Haupttrieb bilden. Die Pflanze konzentriert ihre Energie dann vor allem auf das Ausbilden und Ausreifen der Früchte und nicht auf die Blätter.

Durch das Auslichten kann außerdem die Luft besser zirkulieren und Krankheiten und Schädlinge schaffen es nicht so einfach, sich auszubreiten.

Ich habe meine Paprikapflanzen mal ausgegeizt und mal nicht und konnte bisher ehrlich gesagt keinen Unterschied erkennen. Hier ist trotzdem ein Bild (am Beispiel von Tomaten), das dir hilft, die Geiztriebe zu erkennen. Beim Ausgeizen brichst du die Seitentriebe heraus.

Paprika pflanzen: Tomate mit Geiztrieb

Paprikafrüchte sind reif, wenn der Farbumschlag von grün zur jeweiligen Sortenfarbe abgeschlossen ist. Du kannst aber jederzeit deine Paprika ernten – sogar, wenn sie noch grün ist. Dann schmeckt sie nur etwas herb-bitter statt aromatisch-süß.

Schritt #5: Paprika überwintern

Eigentlich sind Paprika mehrjährige Pflanzen, die aber so wärmebedürftig sind, dass sie ab einer Temperatur von 5° Celsius zu erfrieren beginnen. Wenn du fertig bist mit Paprika ernten, kannst du deine Paprika Pflanze überwintern, statt sie zu kompostieren!

Und das geht so:

Im Herbst, wenn die Temperaturen draußen nur noch 5° Celsius betragen, holst du sie ins Haus und stellst sie entweder kühl und hell (bei ungefähr 10°) oder warm und hell (bei Zimmertemperatur) auf.

Vor allem bei einem kühlen Standort brauchen deine Paprikapflanzen nicht viel Wasser und gar keinen Dünger. Erst im März, wenn die Tage wieder länger werden, weckst du deine Paprikapflanze liebevoll aus dem Winterschlaf, indem du sie wieder regelmäßig düngst und gießt.

So haben deine Paprikapflanzen einen Vorsprung, weil sie gleich loslegen können mit dem Ausbilden von Blüten und Früchten und nicht erst vom Samenkorn zu einer gestandenen Paprika Pflanze werden müssen. ;) Meistens trägt eine Paprikapflanze im zweiten Jahr sogar mehr Früchte als im ersten Jahr.

Paprika pflanzen und pflegen ist nicht schwer, wenn du der kleinen Frostbeule ein möglichst warmes und sonniges Plätzchen spendierst. Und Paprika aus eigenem Anbau schmecken einfach unvergleichlich gut! Also ran an die Samentütchen – und vergiss nicht, dir vorher noch schnell den Aussaatkalender herunterzuladen, damit du genau weißt, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist! ;)

Falls du jetzt Lust bekommen hast, auch noch andere Gemüsesorten anzubauen, lies gerne hier weiter:

Tomaten pflanzen: Schritt für Schritt zu Traum-Tomaten!

Gurken pflanzen, anbauen und ernten – die komplette Anleitung!

Kürbis pflanzen – der komplette Guide vom Säen bis zum Ernten!

Welche Sorten hast du beim Paprika pflanzen am Start? Ich freue mich, von dir zu hören!

Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

Aubergine-pflanzen-im-Garten

Aubergine pflanzen – die besten Tipps für eine dicke Ernte!

Eine Aubergine im eigenen Garten zu pflanzen ist ziemlich genial, denn sie macht im Beet mit ihren hübschen Blüten richtig was her und bereichert deinen Freiluftsupermarkt hinterm Haus, um ein vielfältiges Gemüse. Wenn du genau weißt, was die Aubergine aka Eierfrucht glücklich macht, kannst du dafür sorgen, dass sie sich in deinen Beeten rundum wohlfühlt und dich mit viiielen leckeren Früchten belohnt.

Inhaltsverzeichnis:
Die besten Auberginen Sorten
Aubergine in Mischkultur pflanzen
Boden & Sonnenbedarf: Ideale Bedingungen für Auberginen
Auberginen im Topf pflanzen
Auberginen säen – so geht’s

Die besten Auberginen-Sorten

Die Auberginen-Sorte Violetta lunga hat sich ein Plätzchen in unserem Gewächshaus verdient – das schützende Dach und die Wärme im Glashaus möchte sie nicht missen. Die Sorte De Barbentane* macht im Freiland eine super Figur und wirft tolle Erträge ab.

Wer die kleine lila-weiße Sorte Lea* anbaut, versteht sehr schnell, warum die Aubergine auch den Namen Eierfrucht trägt. Diese Auberginen-Sorte lässt sich übrigens auch toll im Topf pflanzen.

Wie viele Auberginen soll ich pflanzen?

Eine Auberginen-Pflanze liefert dir – je nahc Sorte – etwa drei bis fünf leckere Früchte. Wie viele es am Ende wirklich werden, hängt davon ab, welche Auberginen-Sorte du pflanzt und ob du ihr ein warmes und sonniges Plätzchen in deinem Garten spendierst. 

Wir pflanzen drei bis vier Auberginen pro Person und kommen damit sehr gut über die Runden. Wenn du ein riesiger Auberginen-Fan bist und viel Platz im Garten hast, kannst du natürlich dementsprechend mehr Pflanzen anbauen.

Gute Mischkulturpartner für Auberginenpflanzen

Nette und hilfsbereite Nachbarn sind uns allen am liebsten. Auch die Aubergine freut sich über Beetpartner, mit denen sie gut klarkommt: Am besten versteht sie sich mit Blumenkohl, Brokkoli, Salat, Kohl und Spinat.

Eine mit cleveren Mischkulturen gespickte Anbauplanung lohnt sich sooo sehr beim Management von Schädlingen wie dem Kohlweißling. Welche Gemüse sich gerne die Wurzeln reichen und welche eher nicht, kannst du von meiner Mischkulturtabelle ablesen – da siehst du auf einem Blick, welche Gemüse sich gerne miteinander verkuppeln lassen. ;)

Ideale Bedingungen für Auberginen

Die Aubergine ist schon eine kleine Prinzessin auf der Erbse! Damit sie große und vor allem vollreife Früchte bilden kann, braucht sie nämlich gaanz viel Sonne und Wärme. Je wärmer, desto besser! Wenn es ihr zu kalt ist, werden ihre Früchte nämlich gar nicht erst reif und die ganze Mühe war umsonst.

Deswegen ist es wichtig, die Primadonnen an einen sehr sonnigen und kuschelig warmen Platz im Gemüsegarten zu pflanzen: Vielleicht an die Südseite deines Hauses oder an eine Steinmauer? Das Plätzchen sollte windgeschützt sein, damit die wohlig warme Luft nicht ständig abtransportiert wird.

Auberginen wissen einen humosen und tiefgründigen Boden zu schätzen. Ein mittelschwerer Boden – zum Beispiel schluffige oder sandige Lehme – erwärmen sich im Frühjahr leichter und das kommt der sensiblen Eierfrucht sehr entgegen.

Auberginen im Gewächshaus anbauen

In deinem Garten steht ein Gewächshaus oder Folientunnel? Super – dann ist dir eine dicke Ernte der leckeren Frucht ziemlich sicher. Im geschützten Anbau solltest du aber im Blick haben, dass deine Sprösslinge genug Frischluftzufuhr bekommen, weil sie sich in einer Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit nicht so wohlfühlen.

Auberginen im Topf pflanzen

Auberginen eignen sich auch prima für die Kultur im Topf – so kannst du sie genau dahin verfrachtet, wo es schön warm und sonnig ist. Damit die hungrigen Pflanzen genug Platz haben, um ihre Wurzeln in der Erde auszustrecken, sollte der Pflanzkübel mindestens 25 Liter Fassungsvermögen aufweisen.

Aubergine-pflanzen-weiße-Sorte

Auberginen säen oder pflanzen?

Die wärmeliebenden Pflanzen brauchen einen Wachstumsvorsprung im Haus, um viele reife Früchte ausbilden zu können. Ich ziehe diese Sonnenanbeter daher drinnen vor und pflanze sie später in meine Beete.

Wann Auberginen säen und pflanzen?

Von Februar bis März kannst du Auberginen-Pflänzchen vorziehen. Damit die Samen keimen, brauchen sie konstante Temperaturen zwischen 20-25°C. Wunder dich nicht, wenn die Keimung etwas auf sich warten lässt: Es kann gut und gerne mal zwei bis drei Wochen dauern, bis die Schnarchnasen aus der Erde schauen.

Du kannst die Samen entweder gleichmäßig in eine große Schale einsäen oder gleich einzelne Samen in kleine Töpfchen ablegen. Die optimale Saattiefe beträgt 0,5 bis 1 cm. Sobald die Samen gekeimt sind und sich die ersten Laubblätter zeigen, können deine Pflänzchen in eigene Töpfe umziehen. Dieser Schritt ist nicht notwendig, wenn du die Samen gleich in einzelne Töpfe gesät hast. 

Wenn du nochmal nachlesen möchtest, wie du deine kleinen Pflänzchen am besten in größere Töpfe pikierst, dann schau doch mal hier vorbei: Richtig pikieren: Wann, wie, welche Pflanzen?

Kleiner Tipp: Die Töpfe für deine Auberginen-Jungpflanzen sollten einen Durchmesser von mindestens zehn Zentimetern haben. Sonst wird es deinen Schützlingen zu eng, bis sie in dein Beet umziehen können.

Mitte Mai – nach den Eisheiligen – kannst du deine Auberginen ins Beet pflanzen. Denk unbedingt daran, sie vorher eine Woche abzuhärten, damit der Umzugsschock nicht zu groß wird. Wie das Abhärten funktioniert, kannst du in meinem Anzucht-Artikel nachlesen. Falls du Auberginen im Gewächshaus pflanzen möchtest, kannst du sie auch etwas früher umsiedeln.

Die Nachtschattengewächse brauchen viel Platz für ihre freie Entfaltung, deshalb pflanze ich meine Auberginen mit 100 x 50 cm Abstand voneinander.

Auberginen-Beete vorbereiten

Bevor du deine vorgezogenen Auberginen pflanzt, kannst du ihnen etwas Gutes tun, indem du den Boden mit einer Grabegabel lockerst, ohne ihn zu wenden. In die Pflanzlocher gebe ich gerne noch ein paar Hornspäne und etwas Urgesteinsmehl hinein * – so finden deine grünen Freunde die besten Startbedingungen im Beet vor.

Am besten steckst du gleich noch für jede Pflanze einen Pflanzstab mit in die Erde, an dem du die Aubergine später aufrecht hochleiten kannst. Wenn du das machst, bevor du deine Auberginen pflanzt, verletzt du keine ihrer zarten Wurzeln.

Aubergine-pflanzen-Ernte

Aubergine pflanzen: Die Pflege

Sind die Pflanzen gut in ihrem neuen Zuhause angekommen, kannst du die Anzahl der Fruchttriebe auf drei bis fünf pro Pflanze begrenzen. Auf diese Weise kann die Aubergine ihre ganze Power in die auserwählten Früchte stecken, sodass die richtig schön groß werden. Wenn die Pflanze wachsen darf wie sie möchte, sind die Früchte zwar etwas kleiner, aber dafür zahlreicher – und mindestens genauso lecker. ;)

Immer wenn deine Auberginen einen Wachstumsschwung machen, bindest du sie wieder an deiner Rankhilfe fest, damit die Pflanzen stabil stehen und nicht unter der Last ihrer Früchte zusammenbrechen.

Das Nachtschattengewächs ist ein ziemlich durstiger Geselle und benötigt reichlich Wasser, weil über die großen Blätter viel Wasser verdunstet. Gieße deine Pflanzen aber am besten nur von unten, damit ihre Blätter nicht ständig nass werden. So kannst du Pilzerkrankungen vorbeugen.

Wenn du deine Auberginen-Pflanzen großzügig mulchst, verdunstet nicht so viel Wasser aus dem Boden. Ich mulche meine Auberginen, wenn sie etwa handhoch sind das erste Mal mit Holzhackschnitzeln und erhöhe die Mulchschicht dann nach und nach auf etwa 15-20 cm. In der heißen Sommerzeit bewirkt das wahre Wunder!

Auberginen sind Starkzehrer und brauchen viele Nährstoffe. Vier bis fünf Wochen nachdem ich sie gepflanzt habe, bekommen sie einen ordentlichen Schwung verdünnte Brennnesseljauche oder einen anderen organischen Flüssigdünger. Um die hungrigen Mäuler zu stopfen, wiederhole ich das alle vier Wochen.

Du kannst auch eine Handvoll Hühnermist auf der Mulchdecke ausbringen. Der Regen verdünnt den Mist und spült die Nährstoffe an die Wurzeln. Wenn du deine Pflanzen nicht oder nur ganz dünn mulchst, solltest du das aber besser sein lassen, weil der frische Hühnermist dann für die Wurzeln zu scharf ist.

Gegrillte Aubergine

Wann und wie Auberginen ernten?

Die ersten Früchte im Freiland sind zwischen Ende Juni und Anfang August reif. Wann sie ihren optimalen Reifegrad erreicht haben, erkennst du an der voll ausgefärbten Schale und einem unwiderstehlichen Glanz. Die Kelchblätter sind im besten Fall noch grün und noch nicht bräunlich – dann sind die Früchte nämlich überreif und können schwammig werden.

Kleiner Tipp: Kennst du die Daumenregel? Drücke die Aubergine leicht ein. Nimmt sie ihre ursprüngliche Form sofort wieder an, kannst du sie ernten und vernaschen! 

Schneide die Früchte mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere über dem Kelch ab. Sie sitzen recht fest an der Pflanze. Passe daher auf, dass du nicht gleich den ganzen Trieb mitabreißt – das ist mir schon einige Male passiert. Falls du kein Messer zur Hand hast, drehe die Früchte am besten behutsam ab. ;)

Am besten schmecken Auberginen frisch geerntet und direkt verarbeitet. Du kannst die aber auch problemlos einige Tage – etwa bei 10°C – aufbewahren. Lager sie aber lieber nicht direkt neben Äpfeln, weil die das Reifegas Ethylen verströmen, auf das die Aubergine empfindlich reagiert und sie schneller verderben lässt.

Krankheiten und Schädlinge von Auberginen

Wenn die Auberginen häufig nass werden oder die Luftfeuchtigkeit um sie herum sehr hoch ist, haben die Erreger der gefürchteten Krautfäule oder der Grauschimmel ein leichtes Spiel. Deswegen ist es wichtig, dass die Pflanzen immer schön abtrocknen können und die Temperaturen nicht zu niedrig sind.

Gegen einen Befall mit Spinnmilben, Läusen oder der Weißen Fliege kannst du die Blätter mit einem Gemisch aus Rapsöl und Wasser (5:1) plus etwas Spülmittel einsprühen. Das wiederholst du alle paar Tage, bis deine Aubergine die Schädlinge los ist.

Aubergine - Pflanzen-Pin
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Du hast Lust noch ein bisschen weiter zu stöbern? Dann schau gerne mal bei diesen Artikeln vorbei:

Tomaten im Topf pflanzen: die 11 wichtigsten Schritte! 

Wie du einen Anbauplan für deinen Gemüsegarten erstellst!

Gemüse pflanzen für Anfänger: Wann, wie, wo?! 

Hast du schon mal Auberginen gepflanzt? Was sind deine liebsten Auberginen-Sorten? Ich freue mich über deinen Kommentar!

* Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

Blumenkohl anbauen Guide

Blumenkohl pflanzen – der komplette Anbau-Guide

Du möchtest Blumenkohl pflanzen und richtig schöne, dicke Köpfe ernten? Super, dann bist du hier genau richtig!

Wusstest du, dass Blumenkohl eine der beliebtesten Gemüsesorten hierzulande ist?

Na, dann wird es aber höchste Zeit, den leckeren und vielseitigen Blumenkohl im eigenen Garten zu pflanzen. Aber: Dabei gibt es einiges zu beachten, denn Blumenkohl gehört zu den eher zickigen Gemüsearten und hat besondere Ansprüche.

Ich habe einige Jahre herum experimentiert, bis ich genau wusste, was ich tun muss, um dicke fette Blumenkohlköpfe zu ernten. Und in diesem Artikel zeige ich dir wie das genau funktioniert. Also – los geht’s! :)

Die besten Blumenkohl-Sorten

Ich baue sehr gerne die Sorte ‚Neckarperle‘ und die sehr frühe Sorte ‚Amabile‘ an.

Neben der bekannten Blumenkohl-Art mit dem weißen runden Kopf gibt es auch gelb-grünen und violetten Blumenkohl. Gute Erfahrungen habe ich mit der violetten Sorte ‚Di Sicilia Violetto‘ gemacht. Ein Highlight ist auch Romanesco, auch „Türmchen-Blumenkohl“ genannt wird. Das sind soo wunderschöne Pflanzen!

verschiedene Blumenkohl-sorten

Wie viel Blumenkohl pflanzen?

Wir pflanzen über das Jahr verteilt fünf bis sieben Blumenkohl-Pflanzen pro Person. Aber das kommt natürlich ganz darauf an, wie Blumenkohl-vernarrt du und deine Familie seid.

Gute Mischkulturpartner von Blumenkohl

Dem Blumenkohl geht es ähnlich wie uns: Mit den richtigen Leuten zusammen geht alles viel besser! ;)

Darum pflanzt du ihn am besten neben Beet-Partner, in deren Gesellschaft er sich wohl fühlt – Das sind zum Beispiel Rote Bete, Sellerie, Aubergine, Erbsen und Kartoffeln.

Eine ganze Liste mit tollen Mischkultur-Partnern von Gemüse kannst du dir hier anschauen.

Der ideale Standort zum Blumenkohl pflanzen

Blumenkohl wächst am liebsten auf tiefgründigen Böden mit einer guten Bodenstruktur und einem hohen Humusgehalt. Er fühlt sich auf Kompostbeeten also besonders wohl.

Blumenkohl pflanzen oder säen?

Blumenkohl sollte auf jeden Fall im Haus vorgezogen werden.

Fünf bis sieben Wochen bevor du den Blumenkohl ins Beet pflanzen möchtest, fängst du an, deine Blumenkohl-Pflanzen vorzuziehen. Die Anzucht-Zeit beginnt also Ende Januar und endet Anfang Juli. Dazwischen kannst du immer wieder neue Pflänzchen vorziehen.

Blumenkohl vorziehen

Das ist besonders clever, denn: Wenn du deine Anzucht “staffelst”, also zum Beispiel alle vier Wochen neue Blumenkohl-Pflanzen aussäst (und entsprechend auspflanzt), kannst du die ganze Saison über Blumenkohl ernten!

Hol dir deinen Aussaatkalender!

Wenn du stets ein volles Erntekörbchen haben möchtest, musst du regelmäßig aussäen und pflanzen. Um dabei nicht den Überblick zu verlieren und damit du stets das perfekte Zeitfenster abpasst, gibt es den Aussaatkalender!

Einfach ausdrucken, an die Wand pinnen und lossäen. Jeden Monat findest du eine Übersicht mit allen Gemüsepflanzen, die du drinnen oder draußen säen kannst und wann es Zeit ist, deine Jungpflanzen nach draußen zu pflanzen.

Trag deine Emailadresse also unbedingt hier ein, um den Aussaatkalender herunterzuladen und keine Aussaat mehr zu verpassen:

Wenn du noch ein bisschen Unterstützung für die Anzucht deiner Blumenkohl-Pflanzen brauchst, dann schau gerne in diesem Artikel vorbei: So ziehst du super vitale Jungpflanzen vor

Sollte dir das zu kompliziert sein, kannst du natürlich auch Jungpflanzen in der Gärtnerei kaufen! ;)

Wann Blumenkohl pflanzen?

Zwischen März und August kannst du deine Jungpflanzen ins Beet pflanzen.

Die zeitigen Frühjahrssätze deckst du am besten mit einem Vlies ab. Auf diese Weise ist dein Blumenkohl früher erntebereit.

Beete zum Blumenkohl pflanzen vorbereiten

Vor der Pflanzung lockerst du den Boden mit einer Grabegabel oder Grelinette, ohne ihn zu wenden. Den super hungrigen Blumenkohl-Pflanzen gibst du am besten etwas Hornspäne oder Schafwollpellets als Langzeitdünger mit ins Pflanzloch.

Jetzt kannst du deine Blumenkohl-Jungpflanzen mit einem Abstand von 50 x 50 cm ins Beet pflanzen.

Blumenkohl anbauen: Die Pflege

Vier bis sieben Wochen nach der Pflanzung deines Blumenkohl ist es Zeit für eine erste Düngergabe. Blumenkohl ist nämlich ein kleiner Vielfraß und braucht einige Nährstoffe, damit er groß und stark wird.

Du kannst ihn dafür mit Brennnesseljauche oder einem biologischen Flüssigdünger düngen.

Sobald die Pflanzen etwa zehn Zentimeter hoch sind, mulchst du sie mit Grasschnitt oder Holzhackschnitzeln. Später im Jahr wiederholst du das, sodass die Mulchdecke insgesamt fünfzehn bis zwanzig Zentimeter dick ist. So bleibt der Boden auch an heißen Tagen angenehm feucht und du musst weniger gießen*. Außerdem unterdrückt Mulch Beikräuter auf natürliche Art und Weise.

Wenn du möchtest, dass dein Blumenkohlkopf strahlend weiß bleibt, knickst du die großen Hüllblätter und baust deinem Blumenkohl daraus einen Sonnenschirm. Auf diese Weise kann die Sonne ihn nicht gelblich färben. Das ist aber nur eine optische Sache – schmecken tut der Blumenkohl in weiß und in gelb. ;)

Blumenkohl pflanzen

Wann soll ich den Blumenkohl ernten?

Der Kopf ist gut ausgebildet und die Blüten haben sich noch nicht geöffnet? Dann ist Erntezeit!

Wenn deine Pflanzen schießen, also in die Blüte gehen, nimm das nicht zu tragisch. Die kleinen Blüten eignen sich auch perfekt für einen Salat. Und nächstes mal bist du einfach schneller und isst ihn vorher auf. ;)

Krankheiten und Schädlinge von Blumenkohl

Schnecken sind ganz scharf auf junge Blumenkohl-Pflanzen. Deshalb schützt du sie am besten mit einem Schneckenkragen.

Um Schädlinge wie die Kohlfliege und die Kohlblattlaus abzuhalten, solltest du den Blumenkohl von Anfang an mit einem Insektenschutznetz abdecken, das sie aus deinen Beeten aussperrt.

Anbaupausen und Fruchtfolgen sorgen dafür, dass der Boden nicht einseitig ausgelaugt wird und sich Krankheiten und Schädlinge nicht ungehindert ausbreiten können.

Merk dir diesen Artikel auf deiner Pinnwand!

Falls du noch ein bisschen weiterlesen möchtest, dann schau doch mal bei diesen Artikeln vorbei, die werden dir bestimmt gefallen:

Richtig pikieren: Wann, wie, welche Pflanzen?

Die besten 9 Gemüse für dein Hochbeet!

So erntest du rund ums Jahr eigenes Gemüse!

Hast du schon mal Blumenkohl gepflanzt? Wenn du weitere Tipps zum Blumenkohl-Anbau hast, teile die gerne in den Kommentaren! :)

*Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

Some like it hot – Chili säen, pflanzen und ernten!

Es gibt unendlich viele Sorten von Chili-Pflanzen – da ist wirklich für jeden Geschmack was dabei, auch wenn du kein Fan der Red Hot Chili Peppers bist! ;) Außerdem machen Chilis im Beet auch richtig was her: Die Früchte der Sorte „Lila Luzi“ wechseln zum Beispiel bis zur Reife mehrmals die Farbe.

Na, angefixt? ;) Wenn du rechtzeitig loslegst und ein paar grundsätzliche Dinge beachtest, ist der Chili-Anbau völlig unkompliziert. Also los, ich zeige dir, wie es geht!

Inhaltsverzeichnis
Chili, Paprika oder Peperoni?
Die besten Chilisorten
Chili säen – so geht’s!
Chili Pflanzen richtig pflegen
Ernte, Verwertung und Haltbarmachen

Was ist der Unterschied zwischen Paprika-Pflanzen, Peperoni-Pflanzen und Chili-Pflanzen?

Paprika, Peperoni und Chili sind wie Geschwister: Sie gehören zur selben Familie, sind aber völlig verschieden, was Geschmack und Schärfe betrifft. 

Die Paprika ist die gutmütige große Schwester. Sie peppt mit ihrem mild-würzigen Geschmack Gemüsegerichte und Fleischeintöpfe auf, drängt sich aber niemals in den Vordergrund.

Die Peperoni ist das Sandwichkind und liegt in Größe und Schärfe zwischen Paprika und Chili. Sie kann sowohl mild als auch scharf und geschmacklich durchaus dominant sein.

Für die Chili gilt: klein aber oho! Schon in geringen Mengen erzeugt sie eine unglaubliche Schärfe und lässt Nase und Tränen ungehemmt fließen. Das liegt aber nicht daran, dass Chilis einem die Laune verderben, sondern daran, dass die Kleinste im Bunde viel mehr Capsaicin enthält als ihre großen Geschwister.

Capsaicin ist ein Wirkstoff, der den Geschmacksnerven in deinem Mund vorgaukelt, dass das Essen zu heiß ist – deshalb brennt auch alles, was mit ihm in Berührung kommt super arg!

Chilis der Sorte Lila Luzi

Wer die Wahl hat, hat die Qual – Welche Chilisorten soll ich anpflanzen?

Es gibt viele tausend Chili-Sorten. Welche Chili du anbauen möchtest, kannst du frei nach Schärfe, Farbe und Größe wählen. Für Chili gibt es eine Schärfeskala von eins bis zehn, die Schärfe-Einheit heißt „Scoville“. Du kannst die Skala in drei Stufen einteilen:

  • Stufe 1-3 oder 1000-1500 Scoville gelten als mäßig scharf. Hierzu gehört zum Beispiel die Sorte „Jaranda“ (Capsicumannuum). Sie hat rote längliche Früchte.
  • Stufe 4-6 oder 5000 -15.000 Scoville ist schon deutlich scharf. Die Sorte „Peruvian Purple“ (Capsicumbaccatum) mit lila-schwarzen Früchten und einem rauchigen Geschmack ist eine sehr leckere Vertreterin dieser Stufe. Auch „De Cayenne“ mag ich richtig gern.
  • Stufe 7-10+ oder 15.000 bis zu einer Million Scoville ist extrem scharf. „Habanero Orange“ (Capsicum chinense) ist mit 10 sehr scharf. Als die allerschärfsten Chilisorten gelten „Carolina Reaper“ und „Bhut Jolokia“ mit 10+.

Richtig tolle Sorten sind die bunte Sorte ‚Lila Luzi‘, die gelbe, zitronige Sorte ‚Lemon Drop‚, die mittelscharfe Sorte ‚De Cayenne‘ und der ‚Milde Spiral‘. Zugegebermaßen ist letztere Sorte eine Peperoni, aber eine unheimlich leckere!

Dir tränen schon beim Lesen die Augen und du möchtest lieber Paprika anbauen? Dann bitte einmal hier entlang. ;) 

Chili Samen im Tütchen

Jetzt geht´s aber los: Chili säen

Die Chili Anzucht braucht vor allem eins: Geduld. Viel Geduld. Die Samen lassen sich gerne bis zu vier Wochen und länger Zeit, bevor sie einen kleinen grünen Keimling aus der Erde strecken. Super neugierig sind Chili also eher nicht. ;) Darum ist schon Mitte januar bis Mitte März die optimale Zeit, um sie zu säen. Chilis säst du ungefähr 1 cm tief in die Töpfchen.

Die Anzuchttöpfchen sollten nach der Aussaat möglichst gleichmäßig warm und leicht feucht bei etwa 25° C stehen. Zum Gießen frisch ausgesäter Gemüsepflänzchen eignet sich eine Ballbrause super. Wenn du sie mit einer Haube abdeckst, sorgst du für ein optimal feucht-warmes Klima. Du musst in deiner Kinderstube aber regelmäßig lüften, damit sich kein Schimmel bildet! Und sobald du die ersten Keimlinge entdeckst, nimmst du die Haube komplett ab. 

Wenn du das erste richtige Blattpaar nach den Keimblättern entdeckst, ist es Zeit, dass deine Chili-Pflanzen aus dem beengten Apartment in eine größere Wohnung umziehen: du kannst deine Chili-Pflanzen jetzt also pikieren. Setze deine Pflänzchen in den neuen Töpfen bis zu den Keimblättern in die Erde, damit sie möglichst viele Wurzeln ausbilden können. Dann stellst du sie etwas kühler, aber möglichst hell auf.

Wenn du zum ersten Mal Jungpflanzen im Haus vorziehen möchtest, schau gerne mal bei diesem Artikel vorbei, dort habe ich all meine Tipps zur Jungpflanzenanzucht zusammengefasst. 

Peperoni Früchte an der Pflanze

Dein Gemüse-Aussaatkalender zum Herunterladen

Hast du immer alle Aussaattermine im Kopf? Nein? Keine Sorge, ich definitiv auch nicht! Deswegen lade dir doch einfach den Aussaatkalender herunter! Hier findest du jeden Monat die besten Aussaatzeitpunkte für deine Gemüsepflanzen, ohne dass du dir selber darüber den Kopf zerbrechen musst.

Einfach runterladen und lossäen. Der Kalender verrät dir übrigens nicht nur die Aussaattermine für die Voranzucht, er zeigt dir auch, wann du welche Samen direkt ins Freiland aussäen kannst und wann der perfekte Pflanztermin für deine Jungpflanzen ist!

Und damit es nicht nur ein Aussaatkalender, sondern DEIN Aussaatkalender ist, hast du unten noch ganz viel Platz für eigene Gedanken, Beobachtungen und Ideen!

Trag dich ein für den Aussaatkalender:

Ab ins Grüne! – Chili ins Beet oder in Kübel pflanzen

Nach den Eisheiligen ist es dann endlich soweit: Deine Chili sind bereit, sich Wind und Sonne um die Blätter streichen zu lassen. Damit sie in der neuen ungewohnten Umgebung keinen Sonnenbrand bekommen, härtest du sie aber zuerst vorsichtig ab. Das heißt, du stellst sie erst ein paar Stunden nur in den Schatten und gewöhnst sie über mehrere Tage nach und nach an die Sonne und das raue Leben da draußen.

Wenn du das geschafft hast, steht ihrer Freilassung nichts mehr im Wege! Chili-Pflanzen lieben einen warmen windgeschützten Platz. Das kann ein Gewächshaus sein oder die Südseite an einer Mauer im Garten. 

Chili Jungpflanze

In Obhut nehmen: Die Pflege von Chili Pflanzen

Bei der Auspflanzung gönnst du deinen Chili noch eine Handvoll Langzeitdünger oder eine Gabe Kompost (wenn du in Kompostbeeten gärtnerst, brauchst du keinen zusätzlichen Kompost in das Pflanzloch geben). Als Starkzehrer sind sie ständig hungrig und freuen sich alle drei Wochen über eine Düngung mit Brennnesseljauche.

Hast du schonmal Jauche selber hergestellt? Brennnesseljauche ist ein super Dünger, den du ganz einfach selber machen kannst! 

Damit deine Chili-Pflanzen gut anwachsen und sich zu prächtigen Exemplaren mit vielen Früchten entwickeln, ist aber nicht nur eine regelmäßige Düngung wichtig, sondern auch eine gleichmäßige Wasserversorgung. Wenn die Erde nämlich während Blüte oder Fruchtansatz austrocknet, sind Chili schnell beleidigt und werfen Blüten und Früchte ab.

Chili Pflanzen richtig gießen

Am besten verwendest du Regenwasser und gießt deine Chili ausschließlich von unten, ohne die Blätter zu beregnen.

Zu nass darf die Erde aber auch nicht sein, weil die Wurzeln sonst schnell zu faulen beginnen.

Damit du nicht ständig gießen musst, bedeckst du dein Beet oder deinen Kübel am besten mit einer dicken Mulchschicht, sobald deine Pflänzchen zehn bis fünfzehn Zentimeter hoch sind.

Knospen von Chili Pflanzen

Chilisorten, die besonders hoch hinaus wachsen, spendierst du eine Stütze und bindest sie daran fest. Das kann entweder ein Bambusstab sein oder auch ein Spiralstab, wie du ihn für Tomaten verwendest.

Wenn sich deine Schützlinge gut eingelebt haben und bereits schöne Früchte tragen, kannst du während der Reifezeit ab und zu die Wasserversorgung aussetzen und so eine künstliche Dürreperiode schaffen. Dadurch erhöht sich der Capsaicin Gehalt in den Chilischoten und sie werden besonders scharf. Natürlich sollen deine Pflanzen nicht vertrocknen, aber die Blätter dürfen schon schlaff hängen, bevor du zur Gießkanne greifst.

Schädlinge an Chili Pflanzen vermeiden

Nicht nur du, auch Blattläuse lieben Chili-Pflanzen! Wenn sich die kleinen Plagegeister eingenistet haben, kannst du sie mit einem scharfen Wasserstrahl herunterspritzen und die Blätter mit einer Schmierseifenlösung besprühen.

Auch gegen Erdflöhe, weiße Fliege und Kohlweißlinge gibt es sanfte chemiefreie Abwehrmaßnahmen!

Chili, die geerntet wird

Lohn der Arbeit: Chili ernten

Chili solltest du nur ernten, wenn sie vollständig ausgereift und nicht mehr grün hinter den Ohren sind. ;) Bei bunten Chilischoten erkennst du das ganz einfach daran, dass sie sich vollständig in ihre farbige Schale geworfen haben und prächtig rot, orange, lila oder gelb leuchten. Aber wie ist das bei ihren grünen Artgenossen?

Hier hilft der „Press-Test“: Wenn die Schoten sich prall anfühlen, aber ein wenig nachgeben, sind sie erntebereit. Früchte, die sich anfühlen wie ein fester Block, sind noch unreif und dürfen weiter an der Mutterpflanze hängen bleiben.

Um die Chili Pflanze nicht zu verletzen, schneidest du die Schoten mit einer Schere* ab.

Abgeschnittene Chilischoten reifen nicht nach. Wenn die Temperaturen unter 10 °C zu fallen drohen und du immer noch viele unreife Früchte an deiner Pflanze hängen hast, holst du deine Chili am besten ins Haus. Aber achte darauf, dass die Außen- und die Innentemperatur am Umzugstag möglichst gleich sind. Starke Temperaturschwankungen nimmt die scharfe Lady nämlich übel und wirft dann gerne empört ihre Blätter ab.

Chili, Tomaten und Paprika Pflanzen im Topf

Chili überwintern – geht das?

Du kannst deine Chili-Pflanze problemlos überwintern! Wenn du sie ins Beet gepflanzt hast, gräbst du sie im Herbst vorsichtig mit viel Erde drumherum aus und setzt sie in einen Topf, der zehn bis zwanzig Liter Volumen hat. Chili-Pflanzen, die bereits in Töpfen stehen, holst du einfach herein.

Jetzt kürzt du alle Äste um zehn Zentimeter und stellst die Chili kühl und hell auf. Das Fensterbrett im Schlafzimmer oder ein ungeheizter, frostfreier heller Raum sind ideal dafür.

Wenn du keinen solchen Ort hast, kannst du die Pflanzen auch bei Raumtemperatur überwintern. Dann solltest du gelegentlich die Blätter mit etwas Wasser besprühen, damit sie nicht vertrocknen. 

Es kann passieren, dass die Chili – trotz deiner Mühen – nach und nach alle Blätter abwirft im Winter. Lass dich von diesem Striptease nicht verunsichern! Im Frühjahr treibt sie neue Blätter aus und alles ist wieder in Ordnung.

Wenn du keine Lust hast auf diese Art Dauerherbst, kannst du deine Chili für die Überwinterung auch rigoroser zurückschneiden: Du entfernst alle Blätter und Zweige, bis du nur noch ein Chili-Ypsilon vor dir hast, also vom Stamm abgehend je einen Ast nach links und nach rechts. Auf diese Weise musst du nicht ständig Blätter aufsammeln und hast auch keine Probleme mit Schädlingen. Voraussetzung für diesen Radikalschlag ist allerdings ein heller Standort, der nicht mehr als zehn Grad hat.

Während der kalten Jahreszeit braucht deine Chili keinerlei Dünger und nur sehr wenig Wasser. Sie hält ihren verdienten Winterschlaf und möchte möglichst ungestört bleiben.

Im Februar klingelt dann aber der Wecker!

Jetzt verpasst du deiner Chili bei Bedarf einen luftigen  Frühjahrsschnitt und entfernst alle trockenen Zweige und Blätter. Außerdem gießt du wieder regelmäßig. 

Ab März oder April topfst du deine Chili-Pflanze dann in frische Erde um und verwöhnst sie mit einem Langzeitdünger. Wenn sie gut abgehärtet ist, kannst du sie wieder nach draußen stellen – natürlich erst, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist.

Nach ungefähr drei Jahren wird deine Chili aber erschöpft sein und immer weniger Früchte tragen. Dann ist es an der Zeit, eine neue Generation heranzuziehen! Aus den geernteten Chilischoten suchst du dafür die Schönsten aus und nimmst die Samen heraus. Die lässt du einige Wochen trocknen und bewahrst sie dann in einer Papiertüte auf. So bist du bestens gerüstet, um im nächsten Jahr Chili zu säen!

Du musst aber nicht bis zum nächsten Frühjahr warten, um deine Hände endlich wieder in krümelige Erde strecken zu können: Auch im Winter kannst du draußen viele leckere Gemüse anbauen!

getrocknete Ernte

Der Scharfmacher: Chilischoten trocknen

Alles hat super funktioniert und jetzt sitzt du vor einem Ernteberg mit Chilischoten? Dann wird es Zeit, sie zu trocknen! Dafür kannst du einen festen Faden und eine Nadel nehmen und damit durch die grünen Chili-Hüte stechen. So aufgereiht hängst du die Chili-Kette auf und hast gleich noch ein tolles Deko-Element im Raum! Sie sind fertig getrocknet, wenn sie sich mit den Fingern leicht zerbröseln lassen.

Chili kannst du auch im Dörrautomat oder im Backofen bei 40° C trocknen. Die Backofentür sollte dabei immer ein Stück geöffnet bleiben, damit die Feuchtigkeit abziehen kann.

Die rascheldürren Schoten kannst du jetzt in einem Glas aufbewahren und nach Bedarf über dein Essen bröseln. Oder du gibst einen Teil in eine Mühle, um feines Chilipulver zum Würzen zur Verfügung zu haben. Damit darin alles schön locker und trocken bleibt, packst du einige Reiskörner dazu.

Achtung: Am besten verarbeitest du deine Chilischoten nur mit Einweghandschuhen! Wenn du nämlich mit bloßen Händen tätig bist und dir dann ins Auge fasst, ist das eine Erfahrung der ausgesprochen schmerzhaften Art! Und glaube mir, ich weiß, wovon ich spreche… ;)

Chilis anbauen - merk dir den Artikel
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Chili-Pflanzen sind eine tolle Ergänzung für den Gemüseanbau. Denn was wären Chili con Carne oder Currys ohne eine ordentliche Portion Chili? Darum nix wie los, Chili anbauen!

Nur Chili pflanzen reicht dir nicht? Hier findest du Schritt-für-Schritt Anleitungen für andere leckere Gemüse:

Tomaten anbauen

Kräftige Gurken vorziehen

Zwiebeln anbauen

Kennst du noch andere Hacks beim Chili pflanzen? Lass mir gern einen Kommentar da!

*Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

Winterportulak mit Blüten

Postelein, dein Held im Winterbeet

Postelein – auch Winterportulak genannt – ist DER Held für kalte Wintertage! Der drollige Name sagt dir gar nichts? Dann hast du noch eine kleine Salat-Offenbarung vor dir! Postelein ist nämlich deine Chance für eine dicke Ernte bei knackigen Minusgraden. Hier erfährst du, wie du das leckere Grün in deine Beete bekommst und dir den zarten, nussigen Salatgenuss sicherst. Auch gerade dann, wenn der Frost an die Fenster klopft.

Inhaltsverzeichnis
Winterportulak und seine Superkräfte
Das richtige Plätzchen für Postelein
Winterportulak aussäen
So pflegst du deinen Winterportulak
Winterportulak richtig ernten
Auch Winterhelden haben mal Probleme
Rezepte für deinen Postelein

Winterportulak und seine Superkräfte

Winterportulak ist – wie der Name schon sagt – ein wahrer Kälteheld. Mit Sommerportulak hat er, außer dem Namen, allerdings so gar nichts gemeinsam. Der ist mit Winterportulak noch nicht einmal verwandt! Sommerportulak kann mit Kälte auch so gar nichts anfangen und sein Geschmack ist mehr so… naja.

Winterportulak dagegen steht auch bei knackigen Minusgraden noch salopp im Beet. Der Winterheld kommt ursprünglich aus Alaska, da wissen wir doch, was wir erwarten können. ;) Sein Geschmack ist wunderbar nussig, zart und frisch: Eine echte Delikatesse!

Durch seinen unaufdringlichen Geschmack kannst du Postelein für Smoothies, Salate oder als Alternative zu Spinat verwenden. Ein echter Alleskönner. Mir ist daher völlig schleierhaft, warum es Winterportulak so super selten zu kaufen gibt. Er ist doch einfach der ideale Wintersalat für unser Klima!

Aber es ist ja auch schön, etwas ernten zu können, was es eben nicht im Laden gibt. Wenn die Gemüserarität dann auch noch so mild, zart und pflegeleicht daherkommt wie dieser knackige Kälteheld, dann gerne mehr davon!

Dein Postelein versorgt dich über den Winter mit einer ordentlichen Portion Eisen und Vitamin C. Eine echte Besonderheit ist, dass Winterportulak auch Omega-3-Fettsäuren enthält. Im Vergleich zum Spinat brauchst du dir beim Winterportulak auch keine Gedanken über den Nitratgehalt machen. Du kannst also ohne Bedenken schlemmen! 

Damit du dein Erntekörbchen füllen kannst, muss natürlich rechtzeitig ausgesät sein. Damit dir ab sofort keine Aussaat mehr durch die Lappen geht, habe ich als kleinen Reminder einen Aussaatkalender für dich erstellt. Einfach deine E-Mail-Adresse eintragen und schon kommt der Aussaatkalender von ganz allein zu dir!

Das richtige Plätzchen für Postelein

Dein Winterportulak ist völlig zufrieden mit einem Plätzchen im Halbschatten, auch Schatten macht ihm nichts aus. Er ist insgesamt ein unproblematischer Typ und damit super für Gartenneulinge geeignet!

Besonders praktisch für die Fruchtfolge: Postelein ist ein Quellkrautgewächs. Diese Pflanzenfamilie kommt unter den Gemüsen sonst eigentlich nicht vor. Das gibt dir absolute Flexibilität: Du kannst ihn überall hinpflanzen, wo im Beet gerade ein Platz frei wird, ohne dir groß Gedanken über die Fruchtfolge machen zu müssen.

Du hältst Ausschau nach guten Beetnachbarn für deinen Winterportulak? Da kann ich dir Pflücksalate, Rettich und Rucola empfehlen.

Einmal gekeimt, macht Winterportulak nicht nur dich glücklich! Ganz nebenbei ist er auch noch ein Gründünger, der deinen Boden so richtig verwöhnt. Er hört einfach nicht auf, großartig zu sein! :) Keine Ahnung, warum es bei uns nicht ganze Felder voller Postelein gibt.

Sobald die Temperatur unter 4 Grad sinkt, stellt Winterportulak sein Wachstum ein. Wenn du etwas später im Jahr dran bist, kann es sein, dass du erst im Frühling so richtig ernten kannst. Denn wenn die Temperaturen das Thermometer wieder hochklettern, beginnt auch dein Winterportulak wieder zu wachsen.

Eine super Idee ist es, deinen Winterhelden einfach im Gewächshaus einzuquartieren! Hier hat er ein milderes Klima und du hast gleich eine Gründüngung fürs Gewächshaus organisiert. Deine Tomaten werden sich im Mai sicherlich über den Winterbesuch freuen. ;)

Winterportulak aussäen

Du stehst schon mit dem Samentütchen an der Tür? Hier ist eine Übersicht für den Schnellstart:

VoranzuchtDirektsaat
AussaatAugust – OktoberAugust – Oktober
Saattiefe0,5 cm0,5 cm
AuspflanzenSeptember – Oktober
PflanzabstandBei Büscheln 10 cm5 cm
Reihenabstand15 cm15 cm

Der beste Zeitraum zum Säen von Postelein ist im September. Ein Winterheld verlangt gebührend kalte Temperaturen – Winterportulak braucht nämlich schonmal unter 12 Grad, um überhaupt zu keimen. 

Ideal ist also die Zeit im Jahr, in denen es die meiste Zeit des Tages zwischen 4 und 12°C kalt ist. Tagsüber darf es ruhig auch etwas wärmer werden, das kurbelt das Wachstum an.

Junger Postelein

Der direkte Weg

Die Samen vom Winterportulak sind so fein, dass sie ziemlich schwer zu dosieren sind. Die Aussaat wird sehr leicht viel zu dicht, und dann stehen sich die Pflanzen gegenseitig im Weg herum. Als kleinen Trick kannst du das Saatgut für die Direktsaat mit Sand mischen.

Die Erde lockerst du oberflächlich mit einer Harke oder Gartenkralle auf, damit du ein feinkrümeliges Beet hast. Dann ziehst du die Rillen für deine Saat und streust das Saatgut aus. Samen von Winterportulak bedeckst du anschließend nur leicht mit Erde, etwa einen halben Zentimeter dick. Es reicht also, wenn du die Rillen vorsichtig wieder zuharkst.

Wenn es gleich mehrere Reihen sein sollen, dann ist ein Reihenabstand von 15 cm perfekt.

Ist alles ausgesät und abgedeckt, drückst du die Ansaat nun leicht an. So sind die Samen schön dicht von Erde umschlossen und werden nicht wegschwemmt. Nun nur noch mit der Brause angießen*, feucht halten und warten, bis das frische Grün los sprießt. Yay! :)

Postelein vorziehen

Wenn im Beet gerade noch kein Platz ist, kannst du Winterportulak auch einfach vorziehen. Am besten sind dafür größere Quickpots geeignet, in die du pro Abteil 5-8 Samen legst. Es wachsen dann regelrechte Büschel von Winterportulak, die du später im 15 cm Abstand auspflanzen kannst.

Damit der Winterheld all seine Superkräfte walten lassen kann, braucht er Schulterschluss, sobald er ausgewachsen ist. Du hast dann einen Salatteppich, der kein Unkraut mehr durchlässt! Wenn du, so wie ich, mit Kompostbeeten arbeitest, solltest du aber mit Unkraut sowieso kaum noch Probleme haben. ;)

Beim Auspflanzen ist es superschlau, den Winterportulak etwas höher zu setzen. So wächst er schön luftig und liegt später nicht auf dem Boden auf. Dieser Trick schützt ihn vor Pilzkrankheiten. Innerhalb der Reihe ist ein Abstand von 5 cm perfekt!

So pflegst du deinen Winterportulak

Winterportulak ist ein eher asketischer Held, der keine besondere Düngung braucht. Wie der Feldsalat ist er ein Gründünger und bereitet deinen Boden über den Winter ganz nebenbei auch noch auf das neue Jahr vor!

Willst du deinem Winterportulak ein bisschen unter die Arme fassen? Kuschel ihn doch mit einer Mulchschicht ein, die ihn vor Trockenheit schützt. Die zweite Wohltat für deinen Winterportulak ist das Vereinzeln. Damit sorgst du dafür, dass die Pflanzen schön abtrocknen können und Pilzkrankheiten keine Chance haben. 

Im Frühling beginnt Winterportulak zu blühen. Er bekommt dann hübsche kleine weiße Blüten in der Mitte seiner Blätter. Wenn du nicht möchtest, dass er sich selbst aussät, musst du ihn jetzt zurückschneiden. Die blühenden Blätter kannst du einfach mitessen. Praktisch, oder?

blühender Winterportulak, auch Postelein genannt

Winterportulak richtig ernten

Wenn nicht gerade wochenlang unter 4 Grad sind, kannst du etwa 6 Wochen nach der Aussaat deinen ersten Winterportulak ernten.

Dabei haben wir es nicht nur auf die Blätter abgesehen, der ganze Held ist essbar! Also schneidest du am besten einige Zentimeter über dem Boden. Der Winterportulak wächst nach und du kannst immer wieder ernten.

Wenn es wirklich frostig wird, hat dein Winterportulak die Superkraft, eigenes Frostschutzmittel zu produzieren. So platzen seine Zellen nicht und nach dem Frost ist er wieder frisch und knackig!

Störe deinen Winterportulak während dieses Manövers auf keinen Fall. Wenn du ihn jetzt berührst oder gar erntest, wird er braun und matschig – das sollten wir dem Superhelden ersparen.

Als Wintergärtner*in bist du aber clever und hast du den Wetterbericht deshalb immer im Blick. Wenn eine längere Frostperiode angesagt ist, huschst du in den Garten und versorgst dich mit einem Vorrat. Bestaunen darfst du den wunderschön beraureiften Helden natürlich ausgiebig. ;)

Dein Vorrat hält, feucht in ein Tuch oder einer Tüte gepackt, ungefähr eine Woche durch. Winterportulak schmeckt wunderbar entweder pur, ganz frisch aufs Butterbrot oder im Salat. Sind die Blätter nicht mehr so zart, kannst du ihn genau wie Spinat kurz kochen. Mit diesem Winterportulak-Spinat kannst du zum Beispiel deine Nudeln krönen, yams!

Du willst noch mehr Helden im Beet, die dich durch das Jahr bringen? Dann komm unbedingt in meinen Gemüsegarten starten Kurs. Dort zeige ich dir jede Menge tolle Anbautechniken, mit denen du im Handumdrehen deine Traumernte verwirklichst. Komm doch mit dazu, dann machen wir zusammen dein Ernteglück perfekt! :)

Winterportulak mit roten Blättern

Auch Winterhelden haben mal Probleme

Im Freiland können deinem Winterportulak extremer Wind und Frosttrocknis Probleme bereiten. Frosttrocknis bedeutet, dass die Pflanzen, die auch im Winter Wasser verbrauchen, aus dem gefrorenen Boden keines mehr aufnehmen können. Dadurch geraten sie ganz schön ins Schwitzen und leiden unter dem Trockenstress.

Du kannst den Winterportulak mit einem Vlies vor der Wintersonne und übermäßigem Wind schützen. So transpiriert er nicht zu sehr und verliert weniger Wasser. Hast du ihn im Gewächshaus oder im Kasten, schattierst du den an sehr sonnigen Tagen einfach.

Sobald der Bodenfrost vorbei ist, solltest du bei Bedarf ein bisschen wässern, damit dein Winterheld seine Reserven auffüllen kann. Die gute Nachricht: Sind deine Beete dick gemulcht, gibt es wahrscheinlich keine Probleme mit Trockenheit im Winter.

Wenn es dem Postelein wirklich mal zu kalt und trocken geworden ist, dann werden die Blätter rötlich und verhärten.

Rezepte für deinen Postelein

Yay, es ist geschafft! Dein Winterportulak sprießt zu einem wunderschönen grünen Teppich! Aber du weißt nicht so recht, was du damit machen sollst? Das ist ein schönes Problem, für das ich auf jeden Fall ein oder zwei Lösungen habe. :) Hier kommen meine zwei allerliebsten Rezepte mit Winterportulak.

Winterportulak Salat mit gebratenen Mairübchen

Ganz klassisch starten wir mit einem Winterportulak-Salat. Ich liiiebe geröstete Kerne und Nüsse zur zarten Postelein-Salatbasis. Herzhafte Mairüben runden das ganze ab.

Das brauchst du:

  • 50 g Winterportulak
  •  2  Mairüben (insgesamt etwa 150 g)
  •  3 EL Kerne oder gehackte Nüsse deiner Wahl
  •  1 Teelöffel Sojasauce
  •  4-5 Stängel Petersilie
  •  Salz, Pfeffer
  •  Olivenöl

So wird’s gemacht:

  1. Zuerst bereite ich den Winterportulak vor, indem ich ihn wasche und vorsichtig trocken tupfe.
  2. Die Kerne (bei mir eine Mischung aus Sonnenblumenkernen, Kürbiskernen und Cashewkernen) röste ich in einer Pfanne ohne Öl. Wenn sie Farbe bekommen und zu duften beginnen, sind sie genau richtig. Dann löschst du sie mit der Sojasauce ab. Das macht sie herrlich herzhaft!
  3. Die Mairüben wäschst du gründlich und schneidest sie in etwa 5 mm dicke Scheiben. Brate sie in Öl von beiden Seiten an, bis sie knusprig braun sind. Dafür kannst du die Herdplatte ruhig etwas hochdrehen, damit sie innen nicht matschig sind, bevor sie außen knusprig werden. ;)
  4. Die Petersilie fein hacken und die Rüben mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  5. Den Winterportulak auf die Teller verteilen und mit Salz und Olivenöl versorgen. Jetzt können die Rübchen darauf. Zuletzt vollendest du alles mit den gerösteten Nüssen und der gehackten Petersilie.
Grüner Smoothie mit Postelein

Winterhelden-Smoothie mit Postelein

Alles Salat? Ganz ehrlich, zum Frühstück will ich noch keinen Salat essen, aber Winterportulak würde ich schon nehmen… Winterhelden wie der Winterportulak können natürlich auch fancy. Hier kommt er als leckerer Smoothie: für ein schnelles Frühstück oder zum Mitnehmen für unterwegs.

Das brauchst du:

  • 1 Apfel
  •  1 Birne
  •  Eine Hand voll Winterportulak
  •  2 EL Cashewkerne oder Sonnenblumenkerne
  •  30 g Haferflocken
  •  1 Spritzer Zitrone
  •  150 ml Wasser

Und so wird’s gemacht:

  1. Winterportulak, Apfel und Birne bekommen erstmal eine Dusche! Viertele die Birne und den Apfel und entferne das Kerngehäuse.
  2. Ab mit Birnen, Äpfeln und Winterportulak in den Standmixer. Nun kannst du deine zwei Esslöffel Lieblingskerne oder -nüsse dazu geben. Die Haferflocken kommen auch dazu, mit einen Schuss Zitronensaft.
  3. Es ist so weit, volle Kraft voraus: Mixen! Mixe ruhig eine Minute auf höchster Stufe.
  4. Das Wasser gebe ich jetzt nach und nach dazu, bis die Konsistenz so ist, wie ich mir das vorstelle. Wir wollen ja weder dicken Brei, noch Winterportulak-Wasser ;)
  5. Mehr Süße? Wirf noch eine Dattel rein! Cremiger? Noch ein paar Haferflocken! Nach dem Abschmecken pürierst du noch einmal und schon ist dein fancy Winterhelden-Smoothie startklar!
  6. Du hast keinen Standmixer? Wenn du die Kerne über Nacht einweichst, kannst du es mit einem Stabmixer wagen. Dem solltest du aber zwischendrin immer mal ein Päuschen gönnen, damit er dir nicht zu heiß wird!
Winterportulak aka Postelein
Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

Naaaa? Konnte ich dich überzeugen und du probierst Winterportulak dieses Jahr mal aus? Einen Superhelden wie ihn brauchen wir eigentlich alle im Beet, oder? Schnapp dir den Aussaatkalender, dann ist es schnell gar nicht mehr so eine verrückte Idee, auch im Winter Salat zu ernten!

Du willst eine noch größere Winterernte? Schnupper doch mal hier rein, da habe ich noch jede Menge Tipps, was im Winter so alles geht:

Wintergemüse anbauen: rund um´s Jahr ernten!

30 Gemüse, die du im Winter ernten kannst!

So erntest du den ganzen Winter über frischen Salat!

Hast du schon Helden wie den Winterportulak angebaut? Erzähl doch mal in den Kommentaren!

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Selbstversorger-garten-größe

3 m²? 300 m²? Bestimme deine perfekte Gartengröße!

Warum es sich lohnt, die richtige Gartengröße zu bestimmen? Ganz einfach: Dein Gemüsegarten soll dir Freude, eine Auszeit und eine leckere Ernte bringen. Ist er zu klein, wirst du wenig ernten und viele Ideen nicht umsetzen können. Ist er zu groß, werden dir Unkraut und Arbeit über den Kopf wachsen. Und dann macht Gärtnern plötzlich nicht mehr glücklich, sondern stresst. Und das wollen wir auf keinen Fall. :)

Damit du von Anfang an gut startest, findest du hier eine einfache Entscheidungshilfe – und ein Quiz, mit dem du deine passende Fläche ganz leicht Gartengröße bestimmen kannst. Los geht’s!

Inhaltsverzeichnis
Gemüse anbauen für Einsteiger
Dein Gemüsegarten Pflanzplan
Selbstversorgung aus dem Garten – Wie groß muss die Beetfläche sein?
Die richtige Garten-Größe für DEINE Selbstversorgung
Deine Entscheidungshilfe: Das Gartengröße-Quiz!

Um die passende Gartengröße für dich und deinen Gemüsegarten zu finden, musst du erst einmal herausfinden was du mitbringst – und wo du hinwillst. Und genau das machen wir jetzt!

Gartengröße bestimmen: Gemüse anbauen für Einsteiger

Bevor du Quadratmeter zählst, kannst du dich zuerst fragen was du mit deinem Garten erreichen willst? Willst du einen kleinen Naschgarten, in dem du dein Lieblingsgemüse anbaust und dir ab und zu etwas Leckeres auf den Teller holst? Oder willst du mehr, und dich vielleicht sogar (teilweise) selbst versorgen?

Wenn du gerade startest, fährt oft ein kleiner Garten die bessere Ernte pro Fläche ein. Warum? Du siehst alles und hast einen viiiiel besseren Überblick. So entdeckst du freie Lücken im Beet schneller, kümmerst dich intensiver um deine Pflanzen und erwischst Schädlinge oder Krankheiten, bevor sie dir das Beet zerlegen. Genau deshalb lohnt es sich, beim Gartengröße bestimmen nicht automatisch groß zu denken, sondern erstmal passend für dich und deine Bedürfnisse.

Gartengröße bestimmen - Hochbeete anlegen

Dein fertiger Gemüsegarten-Pflanzplan

Apropos freie Lücken im Beet – damit jedes Gemüse im Beet auch an der optimalen Stelle landet, gibt’s eine kleine Gartenhilfe für dich: Unseren 0 € Gemüsegarten-Beispielplan, den du dir ganz einfach downloaden kannst.

Darin erfährst du, was in welchem Monat was gepflanzt oder gesät wird – und wie du die Gemüsepflanzen im Beet kombinierst. Das ist super praktisch, wenn du ohne viel Planung direkt loslegen magst und trotzdem mit System gärtnern willst.

Den Gemüsegarten-Pflanzplan kannst du 1:1 auf deine Beete übertragen, ganz ohne Kopfzerbrechen über passende Mischkulturpartner, Vor-, Nach- und Zwischenkulturen oder was wann gesät oder gepflanzt werden muss.

Der Plan ist so konzipiert, dass du das ganze Jahr über kontinuierlich erntest und jeden Monat sofort losgärtnern kannst.

Trag dich hier ein und schon flattert der Pflanzplan in dein E-Mail Postfach:

Selbstversorgung aus dem Garten – Wie groß muss die Beetfläche sein?

Wenn du über den Sommer (oder sogar das ganze Jahr) viel Gemüse aus dem Garten holen willst, brauchst du mehr Beetfläche. Aber: Du musst die Fläche auch gut gewuppt bekommen, sonst nimmt sie dir die Freude. Und das wollen wir auf keinen Fall!

Viele starten zum Beispiel mit 8 m² Beetfläche und ernten davon schon richtig viel. Wenn du zusätzlich mit gestaffelter Aussaat arbeitest, holst du noch mehr raus: Du säst nach, sobald eine Kultur abgeerntet ist, und nutzt deine Fläche die ganze Saison über.

Wenn du danach wachsen willst, fühlen sich für viele 30–40 m² nach einem richtig guten nächsten Schritt an: Du hast Platz zum Ausprobieren, ohne dass du dich ständig gehetzt fühlst. Und wenn du irgendwann richtig in die Selbstversorgung einsteigen willst, kannst du die Fläche weiter erweitern – Schritt für Schritt, so wie es zu deinem Leben passt.

Als grober Richtwert: Für eine weitgehende Gemüse-Selbstversorgung kannst du etwa 60 m² Beetfläche pro Person einplanen. Wenn du sehr viel Gemüse isst, viel einlagerst und haltbar machst, oder zusätzlich Kulturen für Verarbeitung und Vorrat anbaust, brauchst du eher mehr. Beim Gartengröße bestimmen zählen also nicht nur Quadratmeter, sondern auch dein Appetit und deine Ziele. :)

Übrigens: Falls du lieber Videos schaust, statt Texte zu lesen, geht’s hier zur Video-Version dieses Artikels:

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Mehr Informationen

Die richtige Gartengröße bestimmen für DEINE Selbstversorgung

Wenn du deine Gartengröße bestimmen willst, geh einmal diese Fragen durch:

  • Wie viel Zeit kannst und willst du wirklich pro Woche investieren?
  • Willst du es pflegeleicht oder liebst du es, viel zu experimentieren?
  • Geht’s bei dir um Naschen, oder Teil-Selbstversorgung?
  • Für wie viele Menschen soll dein Garten mit ernten?
  • Willst du viel haltbar machen (einkochen, fermentieren, lagern)?

Und bitte merk dir: Du musst nicht alles auf einmal schaffen. Wenn du einen Teil deiner Versorgung aus dem Garten holst, ist das schon richtig stark.

Selbstversorgung und Gartengröße bestimmen

Deine Entscheidungshilfe: Das Gartengröße-Quiz!

Du willst nicht lange rechnen, sondern endlich wissen, welche Fläche zu dir passt? Dann nutz das Gartengröße-Quiz.

Du beantwortest ein paar kurze Fragen – und am Ende bekommst du eine klare Empfehlung, wie groß deine Beetfläche sein sollte. So kannst du deine Gartengröße bestimmen, ohne dich zu verzetteln. Und danach startest du viel entspannter, weil du weißt, was du dir vornimmst.

Ja, ich will sofort wissen, welche Gartengröße für mich ideal ist! :)

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Wie viel Arbeit ein Garten macht, hängt auch sehr stark davon ab, wie pflegeleicht du ihn gestaltest. Also schau auf jeden Fall bei diesen Artikeln vorbei:

Fruchtfolge – dein Guide zum perfekten Gartenplan!

Gemüsegarten planen – Schritt für Schritt zum Gartenparadies

Aussaat & Pflanzen im Januar

Naa, was ist deine perfekte Gartengröße? Und hast du vor die Größe in den nächsten Jahren zu verändern? Erzähl gerne mal von deinen Plänen! :)

Dieser Beitrag gehört zur Wurzelwerk GmbH und enthält Werbung für unsere eigenen Produkte und Partnerprodukte.

Wildbienenhotel: Insektenhotel

Wildbienenhotel bauen: So lockst du die Nützlinge in deinen Garten!

Ein Wildbienenhotel ist eine super Sache, um Wildbienen in den Garten zu locken. Sie sorgen neben den Honigbienen für die Bestäubung von Obst und Gemüse und helfen dir, eine dicke Ernte einzufahren. Darum lass uns für deinen Garten ein Wildbienenhotel bauen – ich zeige dir, wie es geht!

Inhaltsverzeichnis
Was sind Wildbienen und warum sind sie so wichtig?
Wildbienenhotel Basics
Gute Materialien für ein Wildbienenhotel
Schlechte Materialien für ein Wildbienenhotel
Der richtige Standort
Wildbienenhotel Pflege

Was sind Wildbienen und warum sind sie so wichtig?

Honigbienen kennt jedes Kind – aber was genau sind eigentlich Wildbienen? Ganz einfach: Wildbienen heißen alle anderen Bienenarten, die ganz ohne menschliche Fürsorge in deinem Garten herumfliegen. ;)

Wildbienen helfen neben den Honigbienen kräftig mit bei der Bestäubung von Obst und Gemüse und sorgen für eine prächtige Ernte. Es gibt ganz unterschiedliche Arten: Die meisten sind überzeugte Singles, manche schließen sich zu kleinen Gruppen zusammen und die Kuckucksbienen schieben ihren Nachwuchs einfach anderen Wildbienen unter.

Bestimmt hast du auch schon vom „Bienensterben“ gehört. Damit ist nicht nur die Honigbiene gemeint, auch Wildbienen sind vom Aussterben bedroht. Viele Arten haben sich nämlich auf ganz bestimmte Pflanzen spezialisiert und verhungern einfach, wenn sie die nicht in der Natur finden können. Darum ist es nicht nur wichtig, mindestens ein Wildbienenhotel im Garten aufzustellen, sondern auch, möglichst viele verschiedene Pflanzen anzubauen. Je breiter das Nahrungsangebot ist, desto wohler fühlen sich die wilden geflügelten Gäste in deinem Garten nämlich. :)

Aber nicht alle Pflanzen mögen sich! Wie bei den Menschen gibt es (Beet-)Nachbarn, mit denen sie gut oder eher schlechter zurechtkommen.

Damit die Harmonie in deinen Beeten gesichert ist, lad dir doch meine Mischkulturtabelle herunter! Da siehst du auf einen Blick, wer gern mit wem im Beet steht. So kannst du auch auf kleinen Flächen viele verschiedene Pflanzen anbauen und ein richtig tolles, leckeres Büffet für die Wildbienen schaffen.

Lad dir die Mischkulturtabelle hier herunter:

Du hast noch kaum Erfahrung im Gemüseanbau? Kein Problem, in diesem Video zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du auch als Anfänger erfolgreich eigenes Gemüse ernten kannst. Schau gerne mal vorbei:

Wildbienenhotel Basics

Eigentlich ist das Wort „Wildbienenhotel“ etwas irreführend: Die Wildbienen brauchen ihre Unterkunft nämlich nicht nur für ein paar Nächte, sondern bis zu einem Jahr lang. Sie fahren  sozusagen gleich mit dem Möbelwagen vor und richten es ihrem Nachwuchs so richtig kuschelig dauerhaft ein.

Da es in vielen Gärten aber super aufgeräumt und kahl zugeht, finden die kleinen Tierchen immer weniger hohle Stängel oder abgestorbene Äste. Deshalb ist eine „Insekten Nisthilfe“, wie ein Wildbienenhotel eigentlich besser heißen sollte, ein willkommener Ort für alle Wildbienenarten, die weder im Boden leben, noch die Nachwuchspflege einfach anderen Bienenarten aufzwingen.

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Mehr Informationen

Dabei ist allerdings längst nicht jedes gut gemeinte Bienen Hotel auch wirklich hilfreich. Ich sehe leider immer wieder dieselben Fehler:

Bettenburgen

Mit einem Wildbienenhotel ist es wie mit dem Massentourismus: Riesige Hotelbauten bieten zwar viel Platz, sind aber keine attraktive Unterkunft.

Ein großes Bienen Hotel zieht schnell hungrige Vögel und Spinnen an und bietet auch Parasiten eine wunderbare Bleibe. Außerdem konkurrieren viele Wildbienen um das Büffet, äh Nahrungsangebot. Es ist deshalb viel sinnvoller, kleine Wildbienenhäuser an verschiedenen Stellen im Garten aufzubauen. So findet jede Wildbiene den für sie passenden Ort und hat nicht so viele Konkurrenten, wenn es um Pollen und Nektar geht. 

Zugluft

Wildbienen lieben längliche hohle Wohnröhren. Wenn sie aber auf beiden Seiten offen sind, zieht es darin wie Hechtsuppe! Würdest du in einem Raum leben wollen, wo Fenster und Türen ständig offenstehen? Eben. ;) Darum brauchst du beim Wildbienenhotel Selbstbau unbedingt eine Rückwand. Das kann entweder eine Holzwand sein, die sich eng an die Öffnungen anschließt, oder der Boden einer Konservendose, in die du ein Bündel hohler Stängel packst.

Kein Abstand zum Boden

Ein Wildbienenhotel darf niemals direkt auf dem Boden stehen. Wildbienen wohnen nicht gern in unmittelbarer Nähe zu Feuchtigkeit, Schimmel und Frost und würden ihren Nachwuchs niemals so einer Absteige anvertrauen. 50 Zentimeter Bodenfreiheit sind das absolute Minimum, damit Wildbienen dein Hotel überhaupt in Betracht ziehen.

WG mit anderen Insektenarten

Wenn du dir ein Hotel aussuchst, möchtest du dann darin gemeinsam mit Kühen und Raubvögeln leben? Nein? Genauso ist es bei einem Wildbienenhotel! Es macht keinen Sinn, darin Räume für Ohrenschlüpfer, Schmetterlinge und Florfliegen einzurichten, weil sie völlig andere Ansprüche an Lage und Ausstattung haben und deshalb die angebotene Unterkunft nicht einmal finden würden.

Ein Wildbienenhotel bauen ist nur sinnvoll, wenn du alle diese Fehler vermeidest. Dann bist du aber auf einem guten Weg, Gastgeber des Jahres zu werden!

Wildbienenhotel: Insektenhotel bauen

Gute Materialien für ein Wildbienenhotel

Nachdem wir jetzt die wichtigsten Grundsätze geklärt haben, ist der nächste Punkt die geeignete Einrichtung für dein Wildbienenhotel. Keine Angst, du musst keinen Innenarchitekten engagieren, das schaffst du ganz alleine! ;)

Ausgehöhlte Markstängel von Holunder oder Brombeeren, Schilfstängel, glatt geschliffene, sauber ausgehöhlte Bambusröhren ohne Fransen – das sind die Wohnträume unserer Wildbienen! Du kannst auch Bohrlöcher zwischen drei bis sechs Millimetern Durchmesser in unterarmdickes Totholz oder gut abgelagertes Holz von Laubbäumen bohren. Holz von Nadelbäumen ist als Wildbienen Nisthilfe leider nicht geeignet, weil es zu viel Harz enthält.

Aber Achtung: Niemals in die Stirnseite bohren, weil sich bei Feuchtigkeit die waagrechten Holzfasern in das Bohrloch spreizen und die Wildbienen tödlich verletzen können. Deshalb entfernst du die Rinde vom Holz und bohrst senkrecht zur Holzfaser Löcher, die acht bis zwanzig Zentimeter tief sind. Am besten lässt du zwischen den einzelnen Apartments mindestens zwei Zentimeter Platz. So entstehen weniger leicht Risse und ein wenig Privatsphäre schadet schließlich auch nicht. ;)

Psst, kleiner Trick: Wenn du an deinem Bohrer die gewünschte Länge abmisst und an der entsprechenden Stelle ein Klebeband drumrum wickelst, weißt du immer ganz genau, bis wohin du bohren musst!

Sobald du fertig bist, klopfst du alle Löcher sorgfältig aus und schmirgelst die Holzvorderseite sorgfältig mit feinem Sandpapier ab. Das Innere der Löcher schleifst du mit zusammengerolltem Sandpapier glatt. 

Jetzt kannst du mit den fertigen Elementen dein Wildbienenhotel geschmackvoll einrichten! Am besten schützt du die Vorderseite noch mit etwas Hasendraht, den du in ungefähr zwei Zentimeter Abstand zu den Brutröhren befestigst. So können Vögel sich die Stängel nicht als Nistmaterial mopsen. Ein Dach mit etwas Überstand schützt vor Sonne, Regen und Schnee.

Schlechte Materialien für ein Wildbienenhotel

Bestimmt hast du im Baumarkt oder Supermarkt schon oft ein Wildbienenhotel zum Kauf angeboten gesehen. 90 Prozent dieser Angebote erfreuen zwar das Auge von uns Menschen, eine Wildbiene aber würde diese Bauwerke als Unterkunftsmöglichkeit gar nicht erkennen und deshalb vorbeifliegen, statt einzuziehen.

Kiefernzapfen, leere Schneckenhäuser, Sägespäne, Stroh, Lochziegel und Röhren, die nicht hohl sind, lassen Wildbienen unbeachtet links liegen. Auch fransige, raue, ungeschliffene Röhrchen sowie (Nadel-)Holz mit Bohrlöchern in der Stirnseite sind keine Insekten Nisthilfe.

Manche der angebotenen Wildbienenhotels locken mit Röhrchen aus Plastik, um den Nistvorgang zu beobachten. Dieses Material ist aber völlig ungeeignet, weil kein Luftaustausch stattfinden kann und die Bewohner darin im Hochsommer verkochen würden. Deshalb machst du dich am besten selber ans Werk, eine perfekt passende 5-Sterne-Wildbienen Nisthilfe für die nützlichen Insekten zu schaffen. :)

Wildbienenhotel: Wildbiene

Der richtige Standort

Du hast wie ein Weltmeister gebohrt, geschliffen, geputzt und alle Wildbienenhotel Basics beachtet? Herzlichen Glückwunsch, dann fehlt jetzt nur noch der richtige Standort! Schau dich doch mal in deinem Garten oder auf deinem Balkon um, wo du ein geschütztes sonniges Plätzchen findest. Die ideale Ausrichtung ist nach Südosten.

Dein Wildbienenhotel bringst du fest an einem Baum, einem Pfahl oder einer Wand an, damit es nicht im Wind schaukelt. Wildbienen empfinden das sonst als ungemütlichen und gefährlichen Ort und ziehen nicht ein.

Außerdem gehört ein üppiges Büffet aus verschiedenen Pflanzenblüten unbedingt zur all-inclusive Buchung dazu! 30 Meter zur nächsten Pollen- und Nektarquelle sind ideal. Mehr als 300 Meter sollten es auf keinen Fall sein, damit alle Wildbienenarten sie auch erreichen können.

Du möchtest dich so richtig ins Gärtnerleben stürzen und nicht nur ein tolles Büffet für die Wildbienen, sondern auch für dich und deine Lieben schaffen? Dann komm doch in meinen „Gemüsegarten starten“-Onlinekurs! Da zeige ich dir, wie du ohne viel Mühe dein Obst und Gemüse selber anbaust und eine schöne Ernte einfährst. Die Wildbienen helfen dir sicher super gerne bei der Bestäubung! ;)

Wenn du den Standort deines Wildbienenhotels nachträglich ändern möchtest, kannst du das nur im Winter tun. Dann ist die Brut ordentlich eingenistet und die Wildbienen überwintern dort an ihrem geschützten Platz und machen keine Ausflüge mehr. Wenn du es früher verstellst, finden deine Gäste ihre Zimmer nicht mehr, können ihre Brut nicht fertig einkuscheln und alles ist verloren. Und das wäre doch jammerschade!

Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

Wildbienenhotel Pflege

Wenn du ein attraktives Bienen Hotel geschaffen hast, werden bald die ersten Gäste einziehen. Du erkennst das daran, dass die Bohrlöcher plötzlich ausgefüllt sind. Dann heißt es „Bitte nicht stören“!

Es genügt, ab und zu nach dem Rechten zu schauen und eine kleine Checkliste abzuhaken:

  • viele Löcher sind versiegelt? – Dein Wildbienenhotel ist ein gefragtes Haus!
  • die Nestverschlüsse sind im Winter intakt? – Eine Renovierung ist noch in weiter Ferne.
  • Vögel machen sich am Wildbienenhotel nicht zu schaffen? – Die Security funktioniert bestens!
  • alles ist pilz- und schimmelfrei? – Die Hygieneauflagen sind vollständig erfüllt!

Du hast überall grüne Haken? Super, dein Hotel läuft prächtig! Nach drei oder vier Jahren allerdings wird es Zeit für eine gründliche Renovierung. Dann haben die Wildbienen ihre Zimmer nämlich bereits mehrfach genutzt und können den entstandenen Abfall nicht mehr selbständig entsorgen. Entweder machst du jetzt eine Kernsanierung und tauschst die Röhren und Holzklötze aus. Oder du engagierst dich im Housekeeping und reinigst die Niströhren mit einem Schraubenzieher oder einer schmalen Rundfeile.

Ein Wildbienenhotel Selbstbau ist schnell und ohne großen Aufwand erledigt. Wenn du dabei einige grundlegende Dinge beachtest, schaffst du einen wunderbaren Rückzugsort für diese vom Aussterben bedrohten wichtigen Insekten und trägst so zum Artenschutz bei. Und mit meiner Mischkulturtabelle findest du ganz fix die passenden Beetnachbarn für dein Wildbienen Büffet. Hast du sie dir schon heruntergeladen? ;)

Also nichts wie los, schnapp dir einen Bohrer und passendes Material und werde zum erfolgreichen Hotelier! :)

Du möchtest möglichst alles selber machen, statt fertige Produkte zu kaufen? Dann kannst du in diesen Artikeln noch mehr Inspirationen finden:

3 Ideen, um Anzuchttöpfe selber zu machen – Pflanzenanzucht ohne Plastikmüll!

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Hast du schon mal ein Wildbienenhotel gebaut? Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen! :)