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Die 13 wichtigsten Gartenarbeiten im März

Es ist März – das heißt, die Tage werden endlich wieder länger, die Sonne verwöhnt uns wieder öfter und es kribbelt einem schon ordentlich in den Fingern. Bereits jetzt im März kannst du draußen schon richtige viele wichtige Gartenarbeiten erledigen und so eine tolle neue Gartensaison einläuten.

Also raus aus dem Winterschlaf, rein in die Gummistiefel und ab geht´s in den Garten!

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#1: Auf die Zehen, fertig, los: Knoblauch stecken!

Wenn du im Herbst noch keinen Knoblauch gesteckt hast, ist jetzt der ideale Zeitpunkt, das nachzuholen. Die Knollen werden jetzt zwar nicht mehr so dick wie die im Herbst gepflanzten, dafür kannst du sie schon in ein paar Monaten ernten und musst dich nicht allzu lange gedulden!

Unser Knoblauch ist schon seit Oktober in der Erde, wir haben aber anscheinend letztes Jahr bei der Ernte ein paar Knollen vergessen. An diesen Stellen treiben jetzt munter die kleinen Knoblauch-Pflänzchen aus. Falls dir das auch passiert ist, kannst du diese jetzt super vereinzeln und neu einpflanzen. Such dir zum Pflanzen die dicksten Zehen raus und die kleineren Jungknoblauche kannst du dir als ersten kleinen Frühlingssnack aus dem Garten gönnen. :)

Falls du dich mit Knoblauch stecken noch nicht so gut auskennst, findest du hier eine komplette Anbau-Anleitung: Knoblauch pflanzen, anbauen, ernten und lagern.

Knoblauch_stecken

#2: Bitte die volle Sonnendröhnung!

Eigentlich bin ich ja kein großer Fan von nackter Gartenerde, aber jetzt, wo die ersten wärmenden Sonnenstrahlen auf die Erde fallen, ist es am besten, wenn dein Gemüsebeet blankzieht. So erwärmt sich dein Beet am schnellsten und deine neu gesäten und gepflanzten Gemüse fühlen sich gleich pudelwohl.

Reche also am besten den Mulch, der im Winter für eine tolle Wärmeisolation gesorgt hat, zur Seite: Ich ziehe ihn dafür einfach auf die Wege, bis er wieder zum Einsatz kommt.

Gemüse, welches vom letzten Jahr noch deine Beete bewohnt und mit Mulch bedeckt ist, kannst du in Frieden lassen. Die Pflanzen freuen sich jetzt noch über etwas zusätzlichen Schutz – im März sind die Temperaturen in der Nacht meist ja noch sehr niedrig.

Falls du übrigens lieber Videos schaust, statt Texte zu lesen, kannst du dir hier die YouTube-Version des Artikels anschauen:

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#3: Gartenarbeit im März: Hochbeete in Höchstform bringen

Nach der letzten Gartensaison müssen deine Hochbeete wahrscheinlich erst mal wieder auf Vordermann gebracht werden. Es ist ziemlich erstaunlich, wie viel ein Hochbeet an Volumen über ein Jahr hinweg verliert. Nach dem Winter sind die Hochbeete schnell mal um 20 cm abgesackt.

Deswegen ist jetzt im März ein toller Zeitpunkt, um ihnen ein bisschen neues Leben einzuhauchen. Fülle sie dafür einfach mit reifem Kompost wieder auf. Jetzt ist dein Hochbeet nicht nur wieder richtig flott, auch die neuen Hochbeetbewohner werden sich sehr über diese Gartenarbeit freuen, vor allem wenn du vor hast, hungrige Gemüse wie Paprika oder Auberginen anzupflanzen.

Welche Gemüse ansonsten für einen Platz im Hochbeet Schlange stehen würden, kannst du hier nachlesen: Die 9 besten Gemüse für dein Hochbeet!

#4: Frühbeetkasten: Wasser marsch!

Im Frühbeetkasten strecken im März schon die ersten Pflänzchen die Köpfe aus der Erde. Die warme Erde unter dem schützenden Glas sorgt nämlich für einen echten Wachstums-Schnellstart! Bei mir sind zum Beispiel schon die ersten kleinen Spinat-Pflänzchen, Frühlingszwiebeln, Erbsentriebe und Mangold aufgegangen.

Damit deine Sprösslinge ab jetzt richtig gut gedeihen, gehört zu deinen Gartenarbeiten, die Pflänzchen regelmäßig zu gießen*. So toll ihr wärmender Brutkasten auch ist, unter der Haube kommt kein Tropfen Regenwasser bei ihnen an. Vergiss also nicht, nach deinen Schützlingen zu schauen.

#5: Gartenarbeit im März: Eine wärmende Decke auslegen

Auch wenn die Sonne schon echte Frühlingsgefühle auslöst, ist es im März nachts zum Teil immer noch richtig klirrend kalt. Große Pflanzen aus dem Vorjahr, wie die dicken Bohnen oder der Wirsing, können das ohne Probleme ab, aber deine neuen Pflänzchen freuen sich bei diesen Temperaturen noch über ein wenig Nestwärme.

Meine frisch geschlüpften Spinatpflänzchen mummele ich zum Beispiel in ein schönes warmes Vlies ein. Aber Vorsicht: Mehr als zwei Lagen Vlies solltest du nicht über deine Pflanzen legen, sonst sitzen die Jungpflanzen ruck, zuck in der Dunkelkammer.

Tatsächlich ist im Winter nämlich oft nicht die Kälte das größte Problem, sondern das fehlende Sonnenlicht. Durch zwei Lagen Vlies kommen jedoch noch genügend helle Strahlen hindurch und deine Schützlinge haben es trotzdem gemütlich warm und wachsen so in Windeseile zu erntereifen Pflanzen heran. :)

Ich falte mein Vlies einfach einmal in der Mitte und befestige es mit ein paar Steinen am Rand. So fliegt es beim nächsten Windstoß nicht davon.

#6: Verpass deinen Kartoffeln einen Wachstumsvorsprung

Die Kartoffeln pflanzen wir erst im April und Mai, jetzt ist aber die perfekte Zeit, um deine Pflanzkartoffeln vorzukeimen. Dafür legst du deine Kartoffeln einfach an einem eher kühlen, hellen Ort aus, sodass sie kräftige dicke Keime bilden. So verpasst du deinen Pflanzen einen ordentlichen Wachstumsvorsprung, wenn sie später dann in die Erde wandern.

Das bedeutet, dass deine Kartoffelpflanzen im Beet dann mehr Zeit haben, um schön dicke Knollen zu bilden.

Kartoffeln vorkeimen in Schale

#7: Obacht: Beikräuter auf dem Vormarsch

Über die wärmende Sonne und die längeren Tage freuen sich nicht nur deine Gemüse-Pflanzen, auch die wilden Beikräuter haben den Pfiff gehört und werden nun versuchen, es sich in deinen Beeten gemütlich zu machen. Deswegen solltest du ihnen so schnell wie möglich dazwischenfunken!

Auch wenn Jäten nicht die tollste Gartenarbeit ist, so hast du jetzt, wo die Beikräuter noch klein sind, ein leichtes Spiel.

Wir haben in unserem Garten durch die Kompostbeete zwar so gut wie kein Unkraut, aber wenn sich bei dir gerne ungebetene Gäste zeigen, empfehle ich dir, jetzt schon mit dem Jäten loszulegen.

#8: Gartenarbeit im März: Neue Beete anlegen

Wenn du während deiner Gemüseplanung und Knobelei festgestellt hast, dass du eindeutig zu wenig Gemüsebeete hast (was irgendwie immer der Fall ist, oder? ;)), dann ist jetzt im März auch ein toller Zeitpunkt, um neue Beete anzulegen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer Fan von Kompostbeeten bin! Die lassen sich auch jetzt im Frühjahr noch fix anlegen und sind direkt einsatzbereit. Und nicht nur das, mit Kompostbeeten kannst du auch schon im ersten Jahr eine richtig dicke Ernte einfahren.

Wenn du auch Kompostbeete anlegen willst, dann kannst du dich gerne für das Bootcamp anmelden. Das ist ein Minikurs, indem ich euch ganz genau zeige, wie ihr die Kompostbeete in wenigen Schritten anlegen könnt.

Hier kannst du dich für das Gemüsegarten-Bootcamp anmelden.

#9: Neuer Schnitt gefällig?

Beerensträucher und Obstbäume möchten gerne besonders schick in die neue Gartensaison starten und deshalb noch eine neue Frisur verpasst bekommen.

Das sorgt nicht nur für gesündere Pflanzen, sondern auch für eine üppigere Ernte – Win-win-Situation würde ich sagen. :)

Hier kannst du nachlesen, wie du rote, weiße oder schwarze Johannisbeeren selber schneiden kannst.

#10: Rhabarber vortreiben

Dein Rhabarber treibt viel früher im Jahr aus, wenn du ihn, sobald die ersten Blättchen aus der Erde schauen, mit einem Mörtelkübel oder mit einer Cloche zum Vortreiben abdeckst. Manchmal können wir so schon vier Wochen später den ersten Rhabarber ernten.

Rhabarber-vortreiben

Wenn du ihn zusätzlich mit Kompost und Holzhackschnitzeln mulchst, entsteht unter der Haube außerdem mehr Wärme und das Ganze geht noch schneller.

#11: Neues Naschbeet gefällig? :)

Wenn du genauso auf Erdbeeren stehst wie wir, kannst du jetzt wunderbar ein neues Erdbeerbeet anlegen. Dafür kannst du entweder Ausläufer deiner alte Erdbeerpflanzen nehmen oder dir Erdbeerjungpflanzen in der Gärtnerei oder auf dem Wochenmarkt besorgen.

Meine Lieblingssorte ist übrigens die “Korona”. Ich hoffe, sie kommt ohne Imageschaden aus der Pandemie. Aber die kleinen Monatserdbeeren sind auch super lecker und liefern außerdem den ganzen Sommer über frische Früchte.

Erdbeeren-Schale

#12: Jungpflanzen vorziehen

Auch wenn es streng genommen keine Gartenarbeit ist, darf diese Aufgabe natürlich im März nicht fehlen: Jungpflanzen vorziehen!

Es gibt nichts Schöneres, als drinnen im Warmen, während es draußen diesig und regnerisch ist, Jungpflanzen vorzuziehen. Da kann man schon mal richtig vom Sommer träumen, oder? ;)

Rotkohl, Brokkoli, Lauch, Tomate und viele andere Gemüse können jetzt fröhlich im warmen Zuhause keimen und erst einmal die Kinderstube genießen.

Eine Übersicht mit allen Gemüsen, die du im März aussäen und pflanzen kannst, findest du übrigens in diesem Artikel: Aussaat & Pflanzen im März + Beispiel-Pflanzplan.

Und wenn du gleiche eine komplette Jahresübersicht willst, dann lade dir gerne den Aussaatkalender herunter.

Einfach ausdrucken, an die Wand pinnen und lossäen. Jeden Monat findest du eine Übersicht mit allen Gemüsepflanzen, die du drinnen oder draußen säen kannst und wann es Zeit ist, deine Jungpflanzen nach draußen zu pflanzen.

Trag dich also hier ein, um den Aussaatkalender herunterzuladen und keine Aussaat mehr zu verpassen:

#13: Nur die Harten kommen in den Garten

Jetzt im März kommen aber nicht nur Samen unter die Erde, auch die ersten Jungpflanzen sind schon so groß, dass sie nach draußen umziehen dürfen. Deswegen gilt es jetzt, die Pflanzen auf den Ernst des Lebens vorzubereiten. ;)

Das heißt, die jungen Pflänzchen dürfen ab jetzt regelmäßig frische Luft schnuppern. Dafür stelle ich sie für ein paar Stunden nach draußen in den Schatten. Jetzt können sie zum ersten Mal den kalten Wind auf ihren Blättern spüren, bevor es wieder ins warme Haus geht. Zwei, drei Tage später dürfen sie dann auch mal ein paar Stunden Sonne tanken.

Du kannst dir das Abhärten ein bisschen wie eine Expedition auf einen großen Berg vorstellen. Bevor es ganz nach oben auf die Spitze geht, heißt es akklimatisieren. Ein Stück nach oben, dann wieder runter ins Basecamp. Beim nächsten Mal dann wieder ein Stück weiter, bevor es wieder zurück zur Basis geht.

So hat der Körper genügend Zeit, sich an die eisige Kälte und dünne Luft dort oben zu gewöhnen. Bei den Pflänzchen ist das ganz ähnlich. Die Sprösslinge haben schließlich noch nie Sonne, Regen oder Wind auf ihren Blättern gespürt. Bereite sie also sachte darauf vor, dann sollten sie problemlos für das raue Leben im Gemüsebeet gewappnet sein. :)

Kleiner Tipp: Ich härte meine Pflänzchen meistens eine Woche lang ab, danach dürfen sie in den Garten umziehen.

Jungpflanzen_abhärten

Wenn du bis hier hin durchgehalten hast, dann entlasse ich dich jetzt sofort in deinen Garten.Wenn du jedoch noch in Lesestimmung bist, findest du hier noch weitere Artikel, die dich super auf deine neue Gartensaison vorbereiten:

Gemüsegarten planen – Schritt für Schritt mit Beispielplan

Super vitale Tomaten vorziehen: Tomaten-Anzucht im Haus

Gemüse pflanzen für Anfänger: Wann, wie, wo?!

Auf welche Gartenarbeit freust du dich im März am meisten? Schreib es mir gerne in die Kommentare! :)

Dieser Artikel enthält einen Affiliate-Link. Das bedeutet, dass ich eine kleine Provision erhalte, wenn du über diesne Link einkaufst. Du zahlst deswegen keinen Cent extra, es ist aber eine tolle Art, meinen Blog zu unterstützen. Danke an alle, die das machen!

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Gurken richtig ausgeizen: Alles, was du wissen musst!

Bei Tomaten ist der Fall klar – geizt du regelmäßig aus, dann fährst du am Ende eine üppigere Ernte ein. Aber solltest du auch deine Gurken ausgeizen? Wann und wie du Gurken am besten ausgeizt und wann du dir die Arbeit sparen kannst, erfährst du in dieser Anleitung!

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Gurken ausgeizen oder wild wachsen lassen?

Bescheren dir ausgegeizte Gurken auch ein volleres Erntekörbchen und gesündere Pflanzen?

Tatsächlich scheiden sich die Geister, wenn darum geht, Gurken auszugeizen. Dass du dadurch eine bessere Gurkenernte herausholen kannst, wurde jedenfalls noch nicht belegt, es gibt aber noch viele andere gute Gründe, deine Gurken auszugeizen:

1. Gurken in Schach halten

Gerade, wenn dein Platzangebot begrenzt ist, kannst du durchs Ausgeizen verhindern, dass deine Gurken außer Rand und Band geraten und ihre Triebe überall hin wuchern. Deine ausgegeizten Gurken kannst du dann ganz leicht an Schnüren nach oben leiten und so pro Fläche mehr Gurken anbauen. Das ist gerade im Gewächshaus, wo es eigentlich nie genug Platz gibt, ein Grund für einen kleinen Freudentanz, oder? ;)

2. Energiekonzentration

Deine Gurkenpflanze soll so viel Energie wie möglich in die Früchte pumpen, damit du am Ende auch eine tolle Gurkenernte hast. Durch gezieltes Ausgeizen kannst du lenken, in welche Triebe die Pflanze Zucker, Kohlenhydrate und anderes Superfood aus der Fotosynthese leitet. Knipst du die Geiztriebe ab, kann die Pflanze ihre geballte Kraft in den Haupttrieb und die Fruchtansätze stecken!

3. Keine Macht den Krankheitserregern!

Pilze können sich wunderbar dort ausbreiten, wo es schön feucht ist. In Kombinationen mit warmen Gewächshaustemperaturen finden die Pilze ein wahres Paradies vor. Mach ihnen also einen Strich durch die Rechnung, indem du ausgeizt und so für mehr Platz zwischen dem Laub sorgst. So kann die Luft viel besser zirkulieren und die Blätter trocknen schneller ab. Unter diesen Bedingungen haben es die Pilze und andere Krankheitserreger viel schwerer, deine Gurken anzugreifen.

Übrigens: Wusstest du, dass ich auch einen YouTube-Kanal habe? Hier ist die Video-Version zum Thema Gurken ausgeizen für diejenigen, die lieber Videos schauen:

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Freilandgurken vs. Gewächshausgurken

Anders als bei Tomaten werden unter den Gurken nur die Gewächshauskandidaten ausgegeizt. Baust du also Freilandgurken wie beispielsweise die typischen Essiggurken an, kannst du dich entspannt zurücklehnen und sie einfach wild wachsen lassen. Haben deine Freilandgurken ein gewisses Alter erreicht, lassen sich Haupttrieb und Seitentriebe bei den am Boden rankenden Pflanzen sowieso kaum noch unterscheiden. ;)

Bei Gewächshausgurken, wie den klassischen Salatgurken, lohnt sich es dafür umso mehr, störende Seitentriebe zu entfernen.

Sonderfall: Gurken an Rankhilfen ausgeizen

Einen kleinen Spezialfall bilden Freilandgurken, die nicht am Boden entlang wachsen, sondern nach oben ranken, zum Beispiel an einem Spalier. In diesem Fall ist es ebenfalls eine super Sache, wenn du die Gurken gezielt ausgeizt. Indem du die Seitentriebe einkürzt, verhinderst du zum Beispiel, dass durch schwere Früchte schwächere Seitentriebe einfach abbrechen. Die ersten 50 cm deiner Gurkenpflanze darfst du dabei auch ruhig ein bisschen großzügiger ausgeizen. So verhinderst du, dass später Blätter oder Früchte mit der feuchten Erde in Kontakt sind.

Was ist der Geiztrieb?

Bevor wir gleich Schritt für Schritt durchgehen, wie du deine Gurken ausgeizen kannst, wiederholen wir am besten nochmal kurz, was überhaupt ein Geiztrieb ist. Das ist ganz wichtig, damit du nicht aus Versehen die winzigen Fruchtansätze oder sogar den Hauptrieb abkappst. ;)

Geiztriebe bilden sich in den Blattachseln, also zwischen dem Stamm und dem Blattstiel. Den Haupttrieb, den du unbedingt behalten willst, erkennst du daran, dass er direkt aus dem Stiel oder Stamm der Gurke herauswächst.

Gurken Geiztrieb

Gurken ausgeizen – Schritt-für-Schritt

Gurken auszugeizen, ist gar nicht schwer, alles was du dazu brauchst sind deine Finger und für bereits sehr dicke Geiztriebe ein scharfes Messer.

Hast du deine Utensilien bereit, kann es auch schon losgehen: Als erstes nimmst du deine Gurkenpflanzen in Augenschein und schaust, wo sich der Haupttrieb in deinem Gurkendschungel befindet. Der Haupttrieb muss auf jeden Fall stehen bleiben, sonst war´s das mit deiner Gurkenernte. Wenn du veredelte Gurken anbaust, kannst du deine Gurken auch zweitriebig ziehen, dann hast du also nicht einen, sondern zwei gleichwertige Haupttriebe. 

In den Blattachseln des Haupttriebes wachsen die Seitentriebe, die wir im nächsten Schritt abknipsen wollen. Aber warte noch kurz, – bevor du gleich euphorisch loslegst, sollten wir noch eine kleine Unterteilung vornehmen! Zum Ausgeizen unterteilst du deine Gurkenpflanze am besten in drei Abschnitte: Unten, Mitte und die Spitze.

Den unteren Teil der Gurken ausgeizen

Nichts ist ärgerlicher als von nervigen Pilzkrankheiten die Gurkenernte vermiest zu bekommen, deswegen gilt genau wie bei den Tomaten: Am besten keinen Bodenkontakt. Schenke deinen Gurken Beinfreiheit, indem du alle Seitentriebe bis auf 50 cm ausgeizt. Auch wenn es weh tut, eventuell vorhandene Blütenansätze abzuknipsen, so verhinderst du, dass deine Gurken am Ende die nasse Erde berühren und so für Pilze und andere Krankheitserreger leichte Beute sind.

Kleiner Tipp: Am besten hast du generell ein Auge darauf, ob deine Gurkenpflanzen irgendwo mit der nassen Erde Kontakt haben. Das kannst du zum Beispiel während du gießt oder beim Ernten kurz überprüfen und falls du matschige Blätter oder Blüten entdeckst, kannst du sie direkt entfernen.

Hol dir deinen Aussaatkalender!

Übrigens: Hast du Lust auf einen Aussaatkalender? Wenn du nicht jedes Mal das Saatguttütchen hervorkramen willst oder alle Termine im Hinterkopf behalten willst, ist das super praktisch!

Hier findest du neben den Gurken auch für alle anderen Gemüsepflanzen den passenden Saatzeitpunkt. Einfach runterladen und lossäen. Der Kalender verrät dir übrigens nicht nur Aussattermine für die Voranzucht, er sagt dir auch, wann du welche Samen ins Freie aussäen kannst und wann der perfekte Pflanztermin für deine Jungpflanzen ist!

Und damit es nicht nur ein Aussaatkalender, sondern DEIN Aussaatkalender ist, hast du unten noch ganz viel Platz für eigene Gedanken, Beobachtungen und Ideen.

Hier kannst du dir den Kalender herunterladen:

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    Die Gurken-Mitte ausgeizen

    Oberhalb der ersten 50 cm deiner Gurkenpflanze kannst du ein bisschen zurückhaltender ausgeizen. Wenn du einen Geiztrieb entdeckt hast, kannst du ein bis zwei Früchte am Geiztrieb stehen lassen und den Trieb erst dahinter abkappen. Dafür nimmst du den Geiztrieb zwischen Daumen und Zeigefinger und knipst ihn ab oder brichst ihn zur Seite weg. Ist der Geiztrieb schon dicker, dann greif lieber zu einem Messer, bevor du deine Gurkenpflanze verletzt.

    Als Faustregel kannst du dir merken: Je kleiner der Geiztrieb, desto einfacher kannst du ihn rausknipsen. Deswegen am besten schnell sein, dann geht das Ausgeizen kinderleicht und die Pflanze hat noch keine Unmengen an Energie in den Trieb reingesteckt.

    Die Spitze der Gurkenpflanze kappen?

    Bevor deine Gurkenpflanzen an deinem Gewächshausdach kleben, kappe besser die Spitze und leite die Pflanze an zwei Seitentrieben an deiner Rankhilfe horizontal weiter. Du kannst aber auch, wie bei Tomaten, den Hauptrieb wieder nach unten leiten. Hat deine Gurkenpflanze sehr viele Blüten, solltest du in diesem Zug gleich ein paar von ihnen entfernen. Damit erreichst du, dass die Pflanze nur so viele Gurken ausbildet, wie auch rechtzeitig reif werden können.

    Übrigens: Anders als bei Tomaten, die man gefühlt nur einen Tag aus den Augen lässt und schon haben sich zehn neue Geiztriebe gebildet, musst du bei den Gurken nur einmal ran! Einmal ausgegeizt, wachsen die Seitentriebe nicht mehr nach. Du kannst dich also nach getaner Arbeit in deiner Hängematte ausruhen. ;)

    Wann soll ich meine Gurken ausgeizen?

    Einen festen Termin zum Ausgeizen lässt sich im Kalender nicht festmachen. Klar ist aber, wenn deine Pflanze gut im Saft steht, wird sie fröhlich überall Seitentriebe produzieren. Am besten legst du also schon während der Jungpflanzenphase los. Sobald du störende Seitentriebe entdeckst, kannst du sie direkt abknipsen und so deine Pflanze bereits gut in Form bringen. :)

    Kräfte sammeln

    Nicht nur durchs Ausgeizen kannst du die Kräfte deiner Pflanze konzentrieren, sei auch bei der Ernte am besten immer auf zack. Sobald die Gurke groß genug ist, kannst du sie ernten, damit deine Gurkenpflanze ihre Energie direkt wieder in die nächste Gurke stecken kann.

    Gurken ausgeizen – Alles kann, nichts muss!

    Am Ende kannst du ganz frei entscheiden, ob du deine Gurken ausgeizt oder nicht. Auch wenn du dich dagegen entscheidest, werden deine Gurken bei liebevoller Pflege gut gedeihen und Früchte produzieren! Wenn du deine Gurken von ein paar Seitentrieben befreist, werden sie es dir jedoch auf keinen Fall verübeln. Vor allem deine Gewächshausgurken und die Gurken, die sich im Freiland an Rankhilfen empor schlängeln, werden sich eher darüber freuen. Und da sich der Aufwand in Grenzen hält, ist es sicher einen Versuch wert. ;)

    Wenn du jetzt direkt noch mehr übers Anbauen von Gurken erfahren willst, kann ich dir den Anbau-Guide für Gurken ans Herz legen: Gurken pflanzen, anbauen und ernten – die komplette Anleitung! 

    Und wenn du noch Inspiration für eine Rankhilfe brauchst, wirst du hier sicher fündig: 7 wunderschöne Rankhilfen, die du selber bauen kannst

    Hast du schon mal Gurken ausgegeizt? Was hast du damit für Erfahrungen gemacht? Ich freue mich von dir in den Kommentaren zu hören!

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    Rotkohl Pflanzen

    Rotkohl pflanzen – Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Ernte

    Rotkohl gehört zu den leckersten, aber auch anspruchsvolleren Kandidaten im Gemüsegarten. Zum einen braucht der Starkzehrer ordentlich Nährstoffe, um seine dicken Köpfe auszubilden, zum anderen gibt es einige Krankheiten und jede Menge Schädlinge, die es darauf anlegen, deinen Rotkohl-Pflanzen das Leben schwer zu machen. 

    Trotzdem gibt es kaum etwas Besseres als Rotkraut aus dem eigenen Garten zu schlemmen und deswegen kommt hier eine Anleitung, mit der du erfolgreich Rotkohl pflanzen wirst. 

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    Die leckerste Rotkohl-Sorte

    Bei Rotkohl pflanze ich gerne die Sorte „Granat“ an. Das ist eine tolle, gesunde und lagerfähige Sorte. Die Köpfe kannst du locker bis Weihnachten an einem passenden Ort deponieren. Wie wäre also ein Weihnachtsessen mit Rotkohl aus dem eigenen Garten? ;)

    Wie viele ExemplareRotkohl pflanzen?

    Wir bauen je fünf Köpfe Rotkohl pro Person für die Ernte im Sommer und fünf Köpfe zum Einlagern oder Fermentieren an.

    Gute Mischkulturpartner für Rotkohlpflanzen

    Kopfkohl, also auch Rotkohl, teilt sich das Beet besonders gerne mit Möhren, Erbsen, Rhabarber, Tomate, Sellerie, Spinat, Kresse, Gurken, Aubergine, Mangold, Rote Bete und Pfefferminze.

    Eine mit cleveren Mischkulturen gespickte Anbauplanung lohnt sich sooo sehr beim Management von Schädlingen und um die Beete effektiv zu nutzen. Welche Gemüse sich gerne die Wurzeln reichen und welche eher nicht, kannst du von meiner Mischkulturtabelle ablesen – da siehst du auf einem Blick, welche Gemüse sich gerne miteinander verkuppeln lassen. ;)

    Rotkohl pflanzen: Ideale Bedingungen

    Da dieser Kreuzblütler ein starkzehrendes Glied der Fruchtfolge ist, braucht er eine gute Nährstoffversorgung. Rotkohl pflanzt du deswegen am besten auf Böden mit einem hohen Humusanteil an. So kannst du sicherstellen, dass der hungrige Kohl auch genügend Nährstoffe abbekommt.

    Rotkohl aussäen oder pflanzen?

    Du kannst Rotkohl entweder direkt ins Beet säen, oder du ziehst ihn vorab vor und pflanzt ihn dann an sein Plätzchen im Beet. Beides funktioniert, ich ziehe die Pflanzen allerdings gerne vor. So kann ich besser die Pflanzabstände bestimmen und meine Beete länger für andere Kulturen nutzen.

    Wann Rotkohl pflanzen?

    Schnellwachsenden Rotkohl wie die Sorte „Granat“ kannst du in zwei Sätzen gestaffelt pflanzen, sodass du über den Sommer verteilt immer wieder frischen Rotkohl schlemmen kannst. Ich pflanze Rotkohl einmal Ende März und dann wieder Mitte Mai, um rundherum versorgt zu sein. 

    Der optimale Pflanzabstand in den Beeten liegt bei 60 x 60 cm. Wenn du die Jungpflanzen ins Beet pflanzt, erscheint einem dieser Abstand zunächst riesig. Aber Kopfkohl legt unglaublich an Größe zu und braucht dann eine ganze Menge Platz. Darum solltest du die Pflanzabstände wirklich einhalten! Kleinere Abstände führen zu kleineren Kohlköpfen und einem insgesamt niedrigeren Ertrag.

    Wenn du deine Rotkohl-Pflanzen selbst vorziehen möchtest, überlege dir, wann du sie pflanzen möchtest. Fünf bis acht Wochen vor diesem Termin kannst du sie dann im Haus aussäen

    Beete vorbereiten

    Kohl hat ein stark ausgeprägtes Wurzelwerk und kann seine Wurzeln bis zu einem Meter tief in die krümelige Erde stecken. Damit dein Rotkohl seine Wurzeln dabei ohne Hindernisse ausbreiten kann, empfehle ich dir, den Boden mit einer Grabegabel oder Grelinette schön tief zu lockern. 

    Wenn du deine Pflanzen verwöhnen möchtest, harkst du auch noch etwas Gesteinsmehl und aktivierte Kohle oberflächlich in die Beete ein. Ich gebe außerdem gerne eine Portion Hornspäne oder Schafwollpellets als Langzeitdünger mit ins Pflanzloch. So wachsen deine Kohlpflanzen zu richtig schönen – und dicken – Kugeln heran.

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    Rotkohl pflanzen: Pflege und Düngung

    Sobald die Pflanzen zehn cm hoch sind, kannst du sie zum ersten Mal mulchen. Später im Jahr mulche ich sie dann noch einmal, sodass die Mulchdecke insgesamt 15 bis 20 cm dick ist.

    Nach vier bis sieben Wochen ist es Zeit, deine kleinen Vielfräße zu düngen, zum Beispiel mit Brennnesseljauche. Wenn du deine Pflanzen dick mulchst, kannst du stattdessen auch etwas Hühnermist auf dem Mulch verteilen. Der Regen verdünnt die Nährstoffe und spült sie direkt an die Wurzeln.

    Wann und wie Rotkohl ernten?

    Frühe Kohlsorten kannst du schon im Sommer ernten, viele Sorten sind aber erst im Herbst reif. Vor der Ernte solltest du fühlen, ob die auserwählte Pflanze wirklich einen festen Kopf gebildet hat. Falls nicht, feuer sie ordentlich an und gib ihr noch ein wenig Zeit.

    Bei milden Temperaturen kann der Rotkohl ruhig auf dem Beet bleiben und wenn du ihn in der Küche brauchst, holst du ihn dir einfach direkt vom Beet – aus deinem eigenen Freiluftsupermarkt hinterm Haus. Vor Kahlfrösten oder anhaltenden Niederschlägen holst du den Rotkohl jedoch besser vom Beet.

    Rotkohl kannst du mit einem scharfen Messer ernten, indem du den Kohl direkt unter dem Kopf abschneidest. Alternativ kannst du auch den ganzen Kohl, samt Wurzeln ernten und so einlagern.

    Rotkohl auf dem Feld

    Häufige Probleme und Lösungen

    Um Kohlfliege, Thripse, Kohlmottenschildläuse und gefräßige Raupen wie den Kohlweißling von deinen Kohlpflanzen fernzuhalten, helfen Kulturschutznetze. Allerdings musst du besonders bei den Raupen aufpassen, denn sie legen ihre Eier schon im Herbst in den Boden. Wenn sie unter dem Netz schlüpfen, können sie ungestört schlemmen.

    Es lohnt sich also, alle paar Tage zu kontrollieren, wie es unter dem Netz aussieht. Wenn der Befall sehr stark ist, kannst du auch ein bt-Präparat einsetzen, das nach Bio-Standards zugelassen ist. Insektenschutznetze halten auch Vögel davon ab, an deinen Pflanzen herumzupicken. Die enge Maschenweite verhindert, dass sie sich darin mit ihren Füßchen verheddern.

    Gegen Pilzbefall an Wurzeln und Strunk und auch gegen Kohlhernie hilft es, die Anbaupause von sechs Jahren strikt einzuhalten.

    Mehr Tipps wie du deinen Boden und Gemüsegarten gesund hältst, findest du übrigens hier:

    So förderst du dein Bodenleben im Biogarten

    28 Gemüsearten und ihre wirksamsten Mischkultur-Partner + Beispielplan

    Warum du deine Beete nicht umgraben solltest – und was du stattdessen machst!

    Kennst du noch mehr Tricks zum Rotkohl pflanzen? Schreib deine Erfahrungen gerne in die Kommentare. :)

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    Gemüse anbauen: Schritt für Schritt für Anfänger!

    Du träumst davon, eigenes Gemüse anzubauen? Von knackigen roten Tomaten, frischem Salat und Bohnen in allen Formen und Farben? Dann bist du hier genau richtig!

    Von A wie Anbauplan bis Z wie… naja, Zuckererbse erfährst du hier alles, was du wissen musst, um auch schon in deinem ersten Gartenjahr eine richtig dicke Ernte einzufahren – und das ohne stundelange Gartenarbeit. :)

    Also los geht’s! 

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    Wie sieht dein Traumgarten aus?

    Bevor wir richtig loslegen, schließe doch nochmal für einen Moment die Augen und stelle dir vor, wie dein absoluter Traumgarten aussieht. Wächst dein Gemüse in ebenerdigen Beeten oder in Hochbeeten? Sind deine Beete im ganzen Garten verteilt oder alle am selben Fleck? Welches Gemüse möchtest du überhaupt anbauen und ziehen auch Tiere in deinen Garten ein?

    Erlaube dir, groß zu träumen! Du musst ja nicht gleich alles auf einmal umsetzen. ;)

    Um meine Träume noch besser visualisieren zu können, nutze ich super gerne Pinterest und erstelle mir dort ein „Inspirations-Board“. Auf das kann ich immer wieder zurückgreifen und habe meine Träume genau vor den Augen! Und es macht richtig viel Spaß, auf dem Pinboard Ideen zu sammeln. :)

    Die perfekte Gartengröße, um Gemüse anzubauen

    Mit wie viel Fläche du deinen Gemüsegarten planst, hängt natürlich davon ab, wieviel Platz du zur Verfügung hast und wie viele hungrige Mäuler du stopfen möchtest. ;) Träumst du von der kompletten Selbstversorgung oder eher von einem kleinen Naschgarten, der nicht allzu viel Arbeit macht?

    Falls dies dein erstes Gartenjahr ist, „halbiere“ deine Gartenträume am besten erstmal und fang lieber etwas kleiner an. So behältst du alles im Blick und hast genug Zeit, das Gärtnern zu lernen. Du kannst nach und nach ausprobieren, welche Kulturen dir besonders viel Spaß machen und dir richtig gut schmecken.

    Am Anfang zu groß zu starten, kann schnell in Überforderung enden und dir den ganzen Spaß am Gemüse anbauen verderben. Und das wäre doch wirklich schade, oder?

    Hast du schon etwas mehr Erfahrung, möchtest dich und deine Familie mindestens den Sommer über selbstversorgen und dir hilft sogar noch jemand bei den anfallenden Arbeiten? Dann muss natürlich etwas mehr Beetfläche her. 

    Aber auch hier gilt: Am besten ist, wenn dein Gemüsegarten zusammen mit deinen Gartenskills wächst. So hast du stets genug Platz für alle deine kleinen und großen Gartenträume, aber der Garten wächst dir trotzdem nicht über den Kopf.

    Wenn du genau herausfinden möchtest, welche Gartengröße perfekt zu deinen Zielen und deinen Gartenerfahrungen passt, schaue gerne bei meinem kleinen Quiz vorbei, indem ich dir mit ein paar gezielten Fragen helfe, dich für eine Gartengröße zu entscheiden.

    Wilder Permakultur-garten

    Der beste Standort zum Gemüse-Anbauen

    Von der idealen Größe kommen wir nun zum idealen Standort. Um herauszufinden, wo du deine Beete am besten anlegst, mach doch mal einen kleinen Erkundungsgang durch deinen Garten. Hast du schon herausgefunden, wo die Sonne den ganzen Tag über scheint und welche Bereiche eher im Schatten liegen? Ist dein Garten umrandet mit Büschen und Hecken oder zieht es an manchen Stellen? Wie ist der Boden in deinem Garten? All diese Faktoren sollten in deine Standortauswahl mit einfließen.

    Einige Gemüse sind wahre Sonnenanbeterinnen, die es gar nicht mögen, wenn es „wie Hechtsuppe“ zieht! Der beste Standort für deine Gemüsepflänzchen ist also ein sonniges Plätzchen, das bestenfalls noch vor Wind geschützt ist.

    Es ist aber nicht immer leicht einen Standort zu finden, der alle Kriterien in vollster Zufriedenheit erfüllt. Das ist auch kein Problem, denn es gibt für (fast) alles eine Lösung, beziehungsweise das richtige Gemüse! Solange dein Garten nämlich nicht durchgehend im Schatten liegt, kannst du einige Gemüse sogar ziemlich glücklich machen, wenn sie nicht in der prallen Sonne brutzeln müssen. ;)

    Hier findest du eine Liste mit Gemüsen, die auch gerne im Schatten chillen: 43 Kräuter, Obst- und Gemüsepflanzen, die auch im Schatten wachsen

    Hast du einen guten Platz für deine Beete zum Gemüse anbauen gefunden? Dann geht’s weiter.

    Welches Gemüse möchtest du anbauen?

    Nachdem wir den richtigen Standort und deine Gartengröße herausgefunden haben, können wir uns überlegen, welche Gemüse du auf deinen Beeten anbauen möchtest. Anbaupläne zu erstellen, klingt vielleicht erstmal super theoretisch und staubtrocken. Sie sind aber ein absolutes Ass im Gärtner-Handschuh, wenn du deine Gartenfläche optimal nutzen möchtest. ;)

    Mach es dir am besten gemütlich, nimm einen Zettel und einen Stift zur Hand und notiere die Obst- und Gemüsesorten, die du in deinem Garten anbauen möchtest. Welche Gemüse dürfen in keinem Fall in deinen Beeten fehlen? Am besten suchst du genau die Kandidaten aus, die dir und deinen Liebsten richtig gut schmecken. Aber natürlich kannst du auch ein wenig herumexperimentieren. Welches fancy Gemüse wolltest du schon immer mal selber anbauen?

    Du bist dir unsicher, welches Gemüse du in deinem ersten Gartenjahr anbauen solltest? In diesem Artikel zeige ich dir 9 Gemüse, die jeder hinkriegt. :)

    Gemüse anbauen_Planung

    Planung ist die halbe Ernte ;) Warum du unbedingt einen Anbauplan haben solltest!

    Hast du deine Wunschliste zusammen? Super, dann kann es nun mit der konkreten Planung losgehen! Wunder dich dabei nicht: Ein ausgeklügelter Pflanzplan kann schon mal zu einem rauchenden Köpfchen führen, da es doch so einiges zu beachten gibt:

    Mit sinnvollen Fruchtfolgen kannst du deinem Gemüse auf ganz natürliche Weise Schädlinge und Krankheiten vom Leib halten. Und ob du es glaubst oder nicht, auch Gemüse sind wählerisch, was ihre Beetnachbarn angeht. 

    Mit ihren liebsten Kuppelpartnern an der Seite laufen sie erst so richtig zur Höchstform auf. ;) Wenn du außerdem vor Ernteschwemmen verschont bleiben und lieber das ganze Jahr über dein eigenes leckeres Gemüse ernten möchtest, ist es auch super wichtig, an eine gestaffelte Aussaat zu denken.

    Das hat dich überzeugt und du möchtest dich sofort an die Arbeit machen und deinen eigenen Anbauplan ausknobeln? Super cool! Schau mal, ich habe einen ganzen Artikel geschrieben, der sich rund um die Anbauplanung im Gemüsegarten dreht. :) 

    Dafür hast du gerade gar keine Zeit oder Muße? Das ist auch kein Problem. Du kannst auch meinen Pflanzplan herunterladen und dich ins gemachte Beet setzen. ;) In diesem Plan ist bereits alles ausgeklügelt, was es zu berücksichtigen gibt. Du kannst den Plan entweder direkt übernehmen oder noch an deine individuellen Bedürfnisse anpassen. 

    Beete anlegen ohne Umgraben

    Sooo, nach all der Theorie wird es jetzt aber wirklich Zeit, die Gummistiefel anzuziehen und Schaufel und Spaten aus dem Schuppen zu holen. „Moment, wir wollten die Beete doch ohne umgraben anlegen?!“, denkst du dir. Absolut richtig, warum du den Spaten trotzdem mitnehmen darfst, erfährst du gleich! ;)

    Kompostbeete ohne umgraben anzulegen, ist super praktisch und auf jeder Bodenart möglich. Du schonst dabei nicht nur die Bodenlebewesen, sondern auch deinen Rücken, es spart unglaublich viel Zeit und um Unkräuter brauchst du dich erstmal nicht mehr zu sorgen.

    Und wie das geht? Ganz einfach:

    Wir legen unsere Beete direkt auf der Wiese an. Um die zukünftigen Beete herum kommt eine Umrandung aus Baumstämmen oder Steinen. Damit das Gras nicht direkt von außen wieder in unsere Beete hineinwächst, graben wir an den Beeträndern noch eine Rasenkante mit ein. Für die Rasenkante heben wir einen kleinen Graben mit dem Spaten aus, danach kannst du ihn schon wieder zurückstellen, sein großer Einsatz ist getan. ;)

    Gemüse anbauen_beete anlegen

    Im nächsten Schritt brauchen wir nun einiges an unbedruckter Pappe*, die wir auf unseren schön umrandeten Beeten auslegen. Auf die Pappe bringen wir im Anschluss noch eine mindestens 10 cm dicke Kompostschicht auf und als Wege kannst du Holzhackschnitzel aufschütten.

    Tadaa! :)  Schon sind deine Gemüsebeete fertig und du kannst direkt los säen und pflanzen. Wenn du noch etwas mehr zum Anlegen der Gemüsebeete wissen möchtest, schau doch mal bei diesem Artikel vorbei: 

    Gemüsebeet anlegen ohne umgraben 

    Gemüse säen und pflanzen– An das Saatgut, fertig, los!

    Juhuuu, deine Beete sind fertig und die Pflänzchen können endlich einziehen. Auf deiner Liste stehen bestimmt ganz unterschiedliche Gemüsesorten mit ganz individuellen Bedürfnissen. Salat keimt zum Beispiel besser bei niedrigen Temperaturen, während die wärmeliebenden Sonnenanbeter wie Tomaten erst bei kuscheligen Temperaturen zum Leben erwachen.

    Hast du dir die unterschiedlichen Samen von Möhre, Spinat und Zuckererbse einmal angeschaut? Es fasziniert mich immer wieder, in welchen Formen und Farben das Saatgut daherkommt. 

    Als Faustregel kannst du dir merken: Der Samen wird doppelt so tief gesät, wie er selber groß ist. Kleiner Tipp: Auf den Saatgut-Tütchen findest du in der Regel genaue Informationen über die Bedürfnisse der enthaltenen Gemüsesamen.

    Beim Gemüseanbau gibt es im Wesentlichen zwei Aussaatwege. Entweder du säst die Samen direkt in dein Beet oder du ziehst deine Pflänzchen im Haus vor.

    Gemüse aussäen

    Direkt ins Beet säen oder im Haus vorziehen?

    Ich empfehle dir, möglichst viele Gemüse direkt ins Beet zu säen. Das hat den Vorteil, dass die Pflänzchen ihre Wurzeln direkt in die krümelige Erde strecken und dadurch ein viel tieferes Wurzelsystem ausbilden können. Diese Pflanzen können sich aus tieferen Bodenschichten Wasser und Nährstoffe stibitzen als die im Topf vorgezogenen Kandidaten.

    Das ist besonders in den trockenen Sommermonaten ein Vorteil, weil die Pflanzen dadurch viel „selbstständiger“ sind und sie nicht gleich verdursten, nur weil du mal ein paar Tage nicht in deinem Garten vorbeischaust.

    Ich will das Vorziehen im Haus aber gar nicht schlecht machen. ;) Wer möchte schon auf Tomaten oder Paprika im eigenen Gemüsegarten verzichten?! Viele wärmeliebenden Pflanzen wie Tomaten, Aubergine oder Zucchini brauchen kuschelig warme Keimtemperaturen, die wir in unserer Region so früh im Jahr nur in der warmen Stube erreichen können.

    Jungpflanzen wachsen

    Was soll ich wann säen und pflanzen?

    Der größte Fehler, den ich bei Gemüsegarten-AnfängerInnen sehe, isst, dass sie einmal im Frühling ganz viel aussäen und danach überhaupt nicht mehr. Das führt zu einer großen Ernteschwemme im Sommer, wo du dich vor Zucchini und Salat gar nicht mehr retten kannst, den Rest des Jahres über bleibt das Erntekörbchen aber leer.

    Es ist gar nicht so einfach, die perfekten Aussaatzeitpunkte festzulegen, um das zu verhindern. Wir haben das auch erst nach und nach durch Ausprobieren herausgefunden. Aber ich hab gute Neuigkeiten für dich:

    Gemüse hegen und pflegen

    Wenn du die Kompostbeete nach meiner Methode angelegt hast, dann hast du schon einen Großteil der Arbeit hinter dir. Damit dein Garten aber möglichst pflegeleicht bleibt, kommen hier noch meine besten Tipps: 

    • In Reih und Glied

    Eine super einfache, aber sehr, sehr zeitsparende Technik ist das Aussäen in geraden Reihen – auch wenn das etwas spießig klingt. ;) Aber durch die geraden Reihen, machst du dir viele Arbeiten leichter. Denn, falls sich doch mal ein Unkraut in deinem Garten breit macht, kannst du es ganz fix entfernen, indem du mit der Hacke durch die Reihen gehst. Und auch das Mulchen geht viel einfacher von der Hand, wenn dein Gemüse in Reih und Glied steht. ;)

    • Gemüsebeete mulchen

    Á propos Mulchen. Damit kommen wir schon zum zweiten Tipp. Mulchen ist der absolute Oberhammer! Wurzelunkräuter haben bei einer mindestens 10 cm dicken Mulchschicht keine Chance, das Sonnenlicht zu erblicken, und falls sich doch mal Löwenzahn-Samen auf deine Beete verirren, können sie in der dicken Mulchschicht nicht wurzeln. 

    Aber Mulchen ist nicht nur ein absoluter Unkraut-Schreck. Ein weiterer Vorteil ist, dass deine Beete länger feucht bleiben, da die Mulchschicht deinen Boden vor Verdunstung schützt. Dadurch musst du viel weniger gießen.

    Grabegabel in Mulch
    • Nicht verwöhnen

    Ich weiß, dass du in deine Pflänzchen ganz viel Liebe steckst und du nur das Beste für sie möchtest. Es ist zwar gut gemeint, sie jeden Tag zu gießen* – das führt aber dazu, dass deine Pflänzchen nicht auf eigenen Wurzeln stehen. ;) 

    Wenn du deine Pflanzen jeden Tag gießt, feuchtest du den Boden nur ganz oberflächlich an. Dein Gemüse bekommt so zwar jeden Tag einen Schluck Wasser, welches den Boden aber gar nicht tief durchdringen kann. Die Folge ist, dass deine Gemüse ihre Wurzeln nur oberflächlich ausbilden, was sie weniger stark und widerstandsfähig macht.

    Gieß lieber nur alle paar Tage, selbst wenn es heiß und trocken ist, dafür aber so viel, dass dein Boden bis in die tieferen Schichten durchtränkt wird. Nur so müssen sich die Wurzeln deiner Pflänzchen bis nach unten strecken, um sich dort am Wasser zu bedienen. Zwischen den Gießzeiten dürfen die Pflanzen ruhig mal etwas durstig sein. So lernen sie, wie sie sich selbst um sich kümmern können.

    • Früh Jäten 

    Und last but not least: Früh Jäten!! Wenn sich nun doch einmal ein paar Unkräuter auf deinen Beeten breit gemacht haben, warte nicht zu lange ab. Jäte sie, wenn sie noch jung und klein sind. So verhinderst du, dass sie zur Blüte kommen und Nachwuchs bekommen.

    Die gejäteten Unkräuter solltest du stets separat entsorgen. Du kannst einen „Unkrautkompost“ anlegen, den du im Anschluss nicht für deine Gemüsebeete verwendest sondern für Hecken und Sträucher. Wenn du nur ein paar wenige Beete hast, entsorge die Unkräuter einfach in der Biotonne. So kannst du sicher sein, dass sich die Unkräuter nicht gleich wieder in deinem Garten verbreiten.

    Gemüse aus dem eigenen Anbau ernten

    Und nach all dem Gehege und Gepflege kommt endlich die wohlverdiente Ernte. Siehst du ihn schon vor dir, den Korb mit all den frischen Gemüsen, die nur darauf warten, von dir verarbeitet und vernascht zu werden? Ich sehe ihn bereits! :)

    Gemüseernte

    Aber bei all der Ernteeuphorie: ist es dir auch schon mal passiert, dass du den richtigen Erntezeitpunkt einfach verpasst hast? Plötzlich ist der Salat geschossen und die Zucchini gleicht eher einer Keule als einem Gemüse?

    Auch hier gilt, dass Planung schon die halbe Ernte ist. Mir hilft es total, wenn ich mir am Sonntag, bei einem Spaziergang durch den Garten, meine Pflanzen anschaue. Was wird die nächste Woche erntereif? Meistens fallen mir sogar direkt ein paar Rezepte ein. Das hilft mir ungemein auch in einer stressigen Woche, meine Ernte gut zu planen.

    Aber auch sonst, gibt es noch ein paar Dinge, die du für eine gute Ernte beachten solltest:  

    • Jung ernten

    Die meisten Gemüse schmecken am besten, wenn du sie jung erntest. Die riesigen Zucchini-Giganten sehen zwar eindrucksvoll aus, jedoch lässt der Geschmack zu wünschen übrig. 

    • Mehrmals ernten

    Viele Salate, aber auch Spinat und Mangold, kannst du mehrmals ernten! Ist das nicht cool? Entweder verwendest du nur die äußeren Blätter oder du schneidest die Pflanze circa vier cm oberhalb des Bodens ab. So kannst du Regrowing in deinem eigenen Garten ausprobieren. (; 

    • Behalte das Wetter im Blick

    Das ist vor allem im Winter super wichtig, damit dir der Frost keinen Strich durch die Ernte macht. Wenn du dein Blattgemüse nämlich gefroren erntest, erwartet dich nach dem Tauen eine eher matschige Überraschung. Aber auch im Sommer solltest du darauf achten, dass du manches Gemüse nicht in der prallen Sonne oder im strömenden Regen erntest.

    Haltbarmachen für den Winter

    Damit du auch wirklich das ganze Jahr mit Gemüse aus deinem eigenen Garten versorgt bist, ist es einfach super praktisch, einen Teil deiner Ernte haltbar zu machen. Du kannst zum Beispiel einen Extra-Satz nur fürs Haltbarmachen in deinen Anbauplan integrieren. Oder du verwertest einfach deine Ernteüberschüsse. Ich bin ein richtiger Einkoch-Suchti und bei mir ruckelt der Einkochtopf den ganzen Sommer über. ;) 

    Gemüse haltbarmachen

    Einkochen, fermentieren, lagern….

    Dir fällt beim Haltbarmachen nur das Einkochen ein? Das ist aber nur eine von vielen coolen Techniken. Du kannst dein Gemüse auch fermentieren. Beim Fermentieren helfen dir viele, viele, viele kleine Milchsäurebakterien, dein Gemüse haltbar zu machen. Und – nope! – das geht nicht nur bei Sauerkraut. ;)

    Einige deiner Gemüse kannst du auch hervorragend einlagern. Zwiebeln, Knoblauch oder Kürbis zum Beispiel. Auch das Einfrieren kann eine gute Methode sein, obwohl du da immer auf eine konstante Stromversorgung angewiesen bist. 

    Hui, da sind einige Methoden und Tricks zusammengekommen, die es dir erleichtern sollen, richtig leckeres Gemüse anzubauen.

    Wenn du Lust hast noch ein bisschen weiter auf dem Blog zu stöbern, dann schau doch mal bei diesen Artikeln vorbei:

    Gemüsebeet anlegen in 6 Schritten

    Wie du einen Anbauplan für deinen Gemüsegarten erstellst

    Richtig pikieren: Wann, wie, welche Pflanzen?

    Sitzt du noch auf der Couch oder bist du schon draußen, um dein eigenes Gemüse anzubauen? :) Erzähl mir in den Kommentaren von deinen Gemüseabenteuern!

    *Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

    Johannisbeeren schneiden

    Johannisbeeren richtig schneiden: rote, weiße, schwarze!

    Was du und deine Johannisbeeren gemeinsam haben? Richtig, ihr müsst beide regelmäßig zum Schneiden! Du, damit deine Haare nicht bis zum Boden wachsen, und deine Johannisbeeren, damit sie dich jedes Jahr mit einer leckeren fetten Ernte belohnen.

    Johannisbeeren tragen nämlich längere Trauben und vieeel dickere Früchte, wenn du für einen regelmäßigen Rückschnitt sorgst. An alten Trieben hast du nicht nur eine schlechtere Fruchtqualität, dein Johannisbeerstrauch trägt auch immer weniger Beeren.

    Je nachdem, wie lange du deine Johannisbeersträucher schon hast und um welche Sorte es sich handelt, brauchen sie einen anderen Hairstyle.

    Also schnapp dir deine Gartenschere, hier kommt meine Johannisbeerschnitt-Anleitung!

    Johannisbeeren_schneiden_Pin
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    Bitte nur die Spitzen: Frisch gepflanzte Johannisbeeren schneiden

    Kaum in der Erde und schon zum Friseur? Ja, das Leben kann hart sein. In Wirklichkeit tust du dir und deinem neuen Gartenkumpel aber einen großen Gefallen!

    Die Johannisbeere setzt nämlich alles daran, in die Höhe zu wachsen, und lenkt ihren Saftfluss vor allem in die oberen Knospen. Die Wurzeln deines Jungspunds entwickeln sich deshalb nur zögerlich und die unteren Knospen treiben gar nicht aus. Sie schlafen den Schlaf der Gerechten.

    Zeit für einen Wake-up Call! ;)

    Du kürzt die Triebe deiner Johannisbeere gleich nach der Pflanzung um ein Drittel ein. Dadurch lenkst du den Saftfluss zu den Wurzeln und den weiter unten gelegenen Knospen und sorgst dafür, dass beide in die Gänge kommen und ordentlich austreiben. So wächst deine Johannisbeere super an und treibt viel Fruchtholz aus.

    Falls du übrigens lieber Videos schaust, statt Texte zu lesen, kannst du dir hier die YouTube-Version des Artikels anschauen:

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    Mehr Informationen

    Die Igelfrisur: Rote und weiße Johannisbeeren schneiden

    Pssst: Weiße Johannisbeeren sind eine Variante der roten Johannisbeeren, deshalb schneidest du beide auf dieselbe Weise zurück! 

    Kein Trieb an deinen Johannisbeeren sollte älter als vier Jahre sein, weil er dann immer weniger trägt und kleinere Früchte ausbildet. Je älter ein Trieb ist, desto dunkler und dicker ist er. Alte Triebe sind auch oft grün angelaufen oder von Flechten bewachsen. 

    Dreijähriger Trieb von einer Roten Johannisbeere.

    Rote und weiße Johannisbeeren tragen die meisten Früchte an zwei- bis dreijährigen Trieben. Wenn du in deinem Garten genügend Platz hast, kann ein Strauch acht bis zehn Haupttriebe haben. Mehr Triebe würden zu dicht stehen und sich gegenseitig behindern.

    Im Idealfall ist deine Johannisbeere nach dem Schnitt so aufgebaut:

    • 2x einjährige Triebe
    • 2x zweijährige Triebe
    • 2x dreijährige Triebe
    • 2x vierjährige Triebe

    Wenn du von Johannisbeeren gar nicht genug bekommen kannst, zeige ich dir, wie du sie ganz einfach durch Stecklinge vermehren kannst

    Vierjähriger Trieb von einer Roten Johannisbeere.

    Direkt nach der Ernte oder im Frühjahr entfernst du alle Triebe, die vier Jahre oder älter sind.

    Sei dabei ruhig tapfer und furchtlos! ;) Ein radikaler Rückschnitt verjüngt deinen Strauch und sorgt dafür, dass du auf lange Sicht ganz viele leckere Johannisbeeren ernten kannst.

    Johannisbeeren schneiden
    Nicht verzagen! ;)

    Als Ersatz für die alten Triebe wählst du zwei kräftige neue einjährige Triebe aus, die genügend Abstand zueinander haben und bleiben dürfen.

    Einjähriger Trieb einer Roten Johannisbeere.

    Wenn du besonders viele alte Äste herausgenommen hast, kannst du auch mehr neue Triebe stehen lassen. Alle anderen schneidest du bis auf einen Stummel über dem Boden ab. Daraus entstehen wieder neue Triebe.

    Als nächstes kommen die Seitentriebe der Hauptäste an die Reihe, die schon Früchte getragen haben. Die schneidest du bis auf einen Zentimeter zurück, damit sich aus ihnen neue Fruchttriebe bilden.

    Du möchtest auch andere Beeren im Garten anbauen? Dann schau gern bei meinem Erdbeer-Guide vorbei!

    Wenn Triebe auf dem Boden hängen, sehr kuschelig-eng beieinander oder über Kreuz stehen, schneidest du einige davon auf einen Zentimeter zurück, so dass die übrigen wieder genügend Licht und Luft haben. Ein wenig Abstand tut schließlich jeder Gemeinschaft gut! ;)

    Geschnittener Johannisbeerstrauch

    Bei Hochstämmchen besteht die perfekte Krone aus einem Mitteltrieb mit vier möglichst gleichmäßig angeordneten Trieben drum herum.

    Nach der Ernte schneidest du die vier Triebe auf 30 Zentimeter zurück und entfernst alle Seitentriebe, die dem Mitteltrieb näher als fünf Zentimeter kommen.

    Die Seitentriebe, von denen du leckere Johannisbeeren geerntet hast, schneidest du auf einen Zentimeter zurück.

    Um dein Hochstämmchens zu verjüngen, schneidest du dann noch ein oder zwei Triebe gleich über einem neuen Seitentrieb ab. In der Fachsprache heißt das Ableitungsschnitt. Du übergibst quasi den Staffelstab einem jüngeren Trieb, damit der die Aufgaben vom alten Trieb übernimmt.

    Nicht nur Beeren, auch Gemüse lässt sich super gut im Garten anbauen. Also lad dir gerne meinen Aussaatkalender herunter, damit du keinen Aussaat- und Pflanztermin mehr verpasst! 

    Der Undercut: Schwarze Johannisbeeren schneiden

    Schwarze Johannisbeeren tragen die meisten Früchte an den einjährigen Trieben. Deshalb musst du sie stärker zurückschneiden als rote oder weiße Johannisbeeren.

    Dein grüner Freund mit den schwarzen köstlichen kleinen Kugelfrüchten sollte aus acht bis zehn jungen Trieben bestehen, damit du ganz viel von ihm ernten kannst. Dafür schneidest du nach der Ernte alle dreijährigen Triebe heraus und lässt drei bis vier neue Triebe stehen. 

    Hochstämmchen schneidest du ebenfalls nach der Ernte oder im Frühjahr zurück. Bei ihnen besteht die perfekte Krone aus einem Mitteltrieb mit sechs möglichst gleichmäßig angeordneten Trieben drum herum.

    Nach der Ernte schneidest du alle sechs Triebe gleich über einem jungen Seitentrieb ab. Alle Triebe, die Früchte getragen haben, schneidest du auf zwei Zentimeter zurück. 

    Triebe, die schwächlich sind, senkrecht nach oben wachsen oder ins Innere der Krone hinein schneidest du komplett weg. Sogenannte Wasserschosser, die sich aus dem Stamm oder dem Wurzelstock bilden, schneidest du bis zur Basis zurück. An ihnen bilden sich keine Früchte.

    Vom Afro zum Blunt Cut: Alte Johannisbeeren schneiden

    Auch altehrwürdige Johannisbeer-Opas in deinem Garten, die du schon länger nicht mehr oder noch nie geschnitten hast, kannst du durch einen Rückschnitt verjüngen und zu neuen Höchstleistungen anspornen!

    Alter Johannisbeerstrauch muss geschnitten werden.

    Dazu suchst du im zeitigen Frühjahr in dem wilden Gestrüpp nach jungen, hellen Bodentrieben und nach alten verholzten Trieben, die einen jungen Seitentrieb haben. Die sind nämlich deine Hoffnungsträger für die nächste Ernte! ;)

    Die Neutriebe lässt du so, wie sie sind. Die alten Äste mit den jungen Seitentrieben schneidest du kurz über einem neuen Seitentrieb oder einer außenliegenden Knospe ab, aus der ein neuer Trieb wachsen wird.

    Alle anderen Triebe, die alt, verholzt oder abgestorben sind, schneidest du dicht über dem Boden ab.

    Und voilá: Schon ist dein Johannisbeer-Opa zu einem hippen Jüngling geworden, der dir wieder eine tolle Ernte einbringt!

    Du siehst: Johannisbeer-Friseur zu sein ist gar nicht schwer und verhilft dir zu einer Menge köstlicher Johannisbeeren, die du zu Gelee und Kuchen oder in Soßen verarbeiten kannst.

    Ich wünsche dir ein tolles, beerenreiches Jahr!

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    Kräuter zusammen in einer Kräuterspirale pflanzen

    Welche Kräuter zusammen pflanzen? 18 tolle Kräuterpaare!

    Du fragst dich, welche Kräuter du in deinem Garten zusammen pflanzen sollst? Welche Kräuter echte Beetfreunde sind und welche sich lieber nicht die Wurzeln reichen? Dann bist du hier genau richtig!

    Kräuter zusammen pflanzen – die richtige Mischung macht´s

    Genau wie im Gemüsebeet auch pflanzt du deine Kräuter am besten in einer bunten Mischung zusammen. Wer mit wem ins Beet geht, ist dabei aber kein Zufall, sondern ein gut durchdachter Plan! Jedes Kraut hat nämlich seine Vorlieben, was den perfekten Beetnachbarn angeht.

    Pflanzt du die richtigen Kräuter zusammen, ergeben sie ein perfektes Team, das sich gegenseitig die Schädlinge und Krankheiten vom Hals hält und sich positiv beim Wachsen beeinflusst!

    Praktisch bedeutet das: Deine Pflanzen wachsen super gesund und für dich springt eine dickere Ernte raus. Klingt nach einem Plan, oder? ;)

    Mischkultur ist übrigens auch platzsparend, weil die Pflanzen enger zusammenstehen und die Beetfläche optimal genutzt wird. Deswegen ist Mischkultur gerade auch für kleinere Gärten eine super Sache!

    Kräuter und Gemüse die zusammen passen, Pin für Pinterest
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    Passende Kräuter zusammen pflanzen: Worauf kommt es an?

    Und die richtigen Kräuter im Beet zusammen zu pflanzen, gibt es die Kräuter-Partnerbörse! Die Kräuter-Partnerbörse kannst du dir genau wie eine Dating-Plattform vorstellen. Anhand verschiedener Kriterien wird geschaut, ob es zwischen Kraut A und Kraut B ein Match gibt, oder eben nicht.

    Während es bei Menschen dabei eher um Sportvorlieben, Alter oder Lieblingsfilme geht, hat die Kräuter-Partnerbörse ihre ganz eigenen Kriterien, um zu schauen, welche Kräuter zusammen passen:

    • Nährstoffe: Es gibt unter den Kräutern richtige Vielfraße, während andere wiederrum so gut wie gar keinen Appetit haben. So ist der Thymian zum Beispiel äußerst genügsam, während Basilikum richtig reinhaut. ;)

      Ich pflanze Kräuter mit ählichen Ansprüchen am liebsten nebeneinander, dann weiß ich genau, welche Kräuter sich über eine Extra-Portion Kompost freuen und das Düngen ist schnell erledigt.
    Basilikum-Jungpflanzen im Kompostbeet
    • Standortansprüche: Stell dir vor, du sitzt im Büro und frierst. Dein Kollege hingegen spaziert ab 10 Grad Plus im T-Shirt herum und möchte am liebsten den ganzen Tag das Fenster offen haben. Eure Vorlieben passen da einfach nicht zusammen.

      Bei den Kräutern gibt es ebenfalls unterschiedliche Präferenzen. Damit es im Beet harmoniert, sollten die Vorlieben für Bodenbeschaffenheit, Feuchtigkeit oder Sonnenscheindauer ähnlich sein. Welche Kräuter absolute Sonnenanbeter sind und welche ein halbschattiges Plätzchen bevorzugen, klären wir später noch. :)
    • Nützlinge und Schädlinge: Besonders Kräuter verströmen ja gerne einen ganz besonderen Duft. Kräuter, die direkt nebeneinanderstehen, sollten sich deshalb gegenseitig gut riechen können, denn die Inhaltsstoffe werden über die Luft oder Wurzeln an die Nachbarpflanze weitergegeben. Bei der richtigen Kräuterkombination kann das tolle Nebeneffekte haben!
       
      Zum Beispiel, indem der Duft Schädlinge wie die weiße Fliege, Blattläuse oder auch Pilzkrankheiten vom Beet fernhält. Oder sie geben Substanzen an die Nachbarpflanze weiter, mit denen diese viel besser wachsen kann. Außerdem können gute Beetfreunde nicht nur Feinde verdrängen, sondern mit ihrem Duft auch Nützlinge einladen.
    • Platz: In einer guten Partnerschaft engt man sich nicht ein, stattdessen hat jeder Platz, sich zu entfalten. Ein gutes Kräuterpaar gibt sich also sowohl oberirdisch als auch unterirdisch ausreichend Raum. Unter der Erde sind es die Wurzeln, die ausreichend Platz brauchen, um gut an Wasser und Nährstoffe ranzukommen. Deswegen ist es praktisch, tief- und flachwurzelnde Kulturen nebeneinander pflanzen. Über der Erde sollte es jedoch auch nicht zu eng sein, das Kraut soll schließlich einen üppigen Schopf ausbilden, damit du auch was zu ernten hast. ;)

    Welche Kräuter passen zusammen?

    Jetzt, wo wir wissen, wieso Mischkultur auch im Kräuterbeet wichtig ist, geht es nun noch um die Preisfrage, welche Kräuter gut zusammen passen und wer mit wem ins Beet geht! 

    Zur kurzen Wiederholung, gute Nachbarschaft basiert auf folgenden Kriterien:

    • Ähnliche Ansprüche (Standort, Nährstoffe)
    • Sie fördern sich gegenseitig

    Bei Kräutern, die sich nicht vertragen, ist genau das Gegenteil der Fall. Kräuter-Pflanzen, die nicht zusammenpassen:

    • Hemmen sich im Wachstum
    • Haben ganz unterschiedliche Ansprüche an ihren Standort
    • Unterdrücken sich teilweise

    Auf diesen Kriterien aufbauend habe ich eine kleine Kräuter-Mischkultur Tabelle für dich zusammengestellt, mit der du sofort siehst, welcher Kräuter du problemlos zusammen pflanzen kannst und welche Kräuter nicht zusammen passen:

    KrautGünstige MischkulturpartnerUngünstige Mischkulturpartner
    BasilikumBohnenkraut, Kerbel, Oregano, PetersilieDill, Zitronenmelisse, Thymian
    BohnenkrautLavendel, Oregano, Salbei, Thymian, Basilikum, Rosmarin, Thymian, CurrykrautPfefferminze
    BorretschDill, Kerbel, Majoran, Petersilie, Gartenkresse
    CurrykrautLavendel, Bohnenkraut, Thymian
    DillKerbel, Borretsch, Petersilie, Gartenkresse, Majoran, Schnittlauch, Kamille, KorianderEstragon, Kümmel, Fenchel, Basilikum
    KorianderDillEstragon, Kümmel, Fenchel, Basilikum
    KerbelDill, Majoran, Petersilie, Kamille, Basilikum, Zitronenmelisse, Minze, BorretschKoriander
    KamilleDill, Schnittlauch, Majoran, KerbelPfefferminze
    LavendelOregano, Thymian, Rosmarin, Bohnenkraut, Currykraut, Majoran, SalbeiPetersilie
    MajoranBorretsch, Dill, Kerbel, Petersilie, KamilleThymian, Oregano
    OreganoSalbei, Bohnenkraut, Lavendel, BasilikumMajoran
    PfefferminzeKerbel, SchnittlauchPetersilie, Kamille, Bohnenkraut
    PetersilieSchnittlauch, Estragon, Basilikum, Dill, Borretsch, Majoran, KresseLavendel, Pfefferminze, Koriander
    RosmarinThymian, Lavendel, Salbei, Basilikum, Oregano, BohnenkrautSchnittlauch
    SalbeiEstragon, Zitronenmelisse, Thymian, Schnittlauch, Oregano, Bohnenkraut, Rosmarin, LavendelBasilikum
    SchnittlauchPetersilie, Kamille, Dill, Estragon, Pfefferminze, BorretschKoriander, Rosmarin
    ThymianSalbei, Lavendel, Currykraut, Estragon, Currykraut, Bohnenkraut, Rosmarin, LavendelMajoran, Basilikum

    Alle Kräuter zusammen pflanzen? – Einsame Wölfe

    Nicht alle Kräuter-Pflanzen haben Lust, sich zusammen ein Beet zu teilen und möchten viel lieber alleine sein. Die ewigen Singles haben zum Beispiel einen sehr großen Platzbedarf oder wirken sich schlichtweg negativ auf ihre Pflanzpartner aus. Folgende Kräuter pflanzt du also am besten ohne direkten Beetnachbarn:

    • Liebstöckel
    • Wermut
    • Engelwurz
    Wermut-Pflanze

    Welche Gemüse und Kräuter zusammen pflanzen?

    Kräuter bleiben nicht nur unter sich, sie schauen auch gerne mal über den Beetrand hinaus und bändeln mit verschiedenem Gemüse an.

    Kräuter zusammen mit Gemüse in ein Beet zu pflanzen, hat gleich mehrere tolle Vorteile: In der richtigen Kombination locken sie Nützlinge an und halten dir lästige Krankheiten und Schädlinge vom Beet. Und als kleines i-Tüpfelchen sind sie auch optisch oft ein richtiger Hingucker.

    Gemüse-Kräuter Mischkultur-Kombis

    #1 Sellerie und Kohlgemüse

    Die erste Gemüse-Kräuter-Kombination zeigt direkt, was eine gute Partnerschaft ausmacht: Man hält sich gegenseitig den Rücken frei. Während Sellerie mit seinem Duftaroma aufdringliche Kohlfliegen und Kohlblattläuse vom Beet fernhält, sorgt das Kohlgemüse dafür, dass sich auf seinem Partner kein Sellerierost ausbreitet.

    Wirksam ist diese Beetfreundschaft übrigens mit verschiedensten Vertretern aus der Kohlfamilie, egal ob Weißkohl, Blumenkohl, Rosenkohl oder Brokkoli. Ganz besonders grün sind sich jedoch Kohlrabi und Sellerie, denn beide stecken am liebsten in schön feuchter Gartenerde.

    #2 Bohnen und Bohnenkraut

    Bohnen und Bohnenkraut sind ebenfalls wie füreinander gemacht und passen perfekt nebeneinander ins Beet. Vielleicht denkst du jetzt: Moment, Bohnen und Bohnenkraut… handelt es sich hierbei nicht um die gleiche Familie und Pflanzen aus der gleichen Familie vertragen sich doch meist nicht gut, oder? 

    Könnte man denken, tatsächlich gehören Bohnen jedoch zur Familie der Hülsenfrüchte und Bohnenkraut zu den Lippenblütlern. In Kombination passen sie wunderbar zusammen, denn der Duft des Bohnenkrautes kommt bei der schwarzen Bohnenlaus überhaupt nicht gut an.


    Darüber freut sich natürlich die Bohne und du kannst kurze Gartenwege genießen, schließlich landen Bohnenkraut und Bohnen meist sowieso zusammen im Erntekorb. ;)

    #3 Gurken und Dill

    Gurken und Dill zusammen pflanzen und ernten

    Gurken und Dill lassen sich super zusammen in der Küche verarbeiten, sie passen aber auch im Beet wunderbar zusammen und du solltest diese beiden Kandidaten unsebdingt zusammen pflanzen. Dill ist Doldenblütler und hat ganz ähnliche Ansprüche wie die Gurke, jedoch ist Dill längst nicht so hungrig und klaut dem Kürbisgewächs deshalb auch keine Nährstoffe. Im Gegenteil, Dill tut deinen Gurken was Gutes, indem er sich positiv auf die Keimfähigkeit deiner Gurken auswirkt!

    Wenn du dem Ganzen jetzt noch die Krone aufsetzen willst, kannst du zu den beiden noch Borretsch pflanzen. Borretsch betört mit seinen blauen Blüten zahlreiche bestäubende Insekten und bringt dir dadurch eine richtige dicke Gurkenernte.

    #4 Basilikum, Petersilie und Tomate

    Manchmal sind zwei Helfer besser als einer, deswegen pflanzt du unter deine Tomatenpflanzen am besten nicht nur Petersilie, sondern auch gleich noch Basilikum. Zusammen ist das Kräuterduo nämlich richtig gut im Schädlinge vertreiben! Der Duft von Petersilie hält Blattläuse auf Abstand und Basilikum vertreibt Mehltau und die weißen Fliegen, die niemand im Garten haben möchte.

    Die drei sind außerdem nicht nur auf dem Beet eine tolle Kombination, auch in der Küche kannst du aus den Dreien einen richtig leckeren Salat zaubern.

    Alle meine Kräuter: Die 3 Persönlichkeiten

    Wenn du dich unter deinen Liebsten mal umschaust, kennst du sicher folgende Vertreter: Typ A, der am liebsten zum ersten Frost in den Süden abdüst und erst nach den Eisheiligen wiederkommen würde, und Typ B, der sich, sobald das Thermometer die 25 Gradmarke knackt, in den kühlen Keller verkrümelt und nur beim Gedanken an Hitze zu schwitzen beginnt.

    Ja, auch bei den Kräutern gibt es unterschiedliche Persönlichkeiten. Als GärtnerIn ist es deine Aufgabe, für jeden Persönlichkeitstyp die perfekten Bedingungen zu schaffen, damit sich jedes Kraut pudelwohl fühlt und prächtig gedeihen kann.

    Damit du deine Kräuter besser einschätzen und dann auch besser zusammen pflanzen kannst, stelle ich dir jetzt die drei Kräuterpersönlichkeiten vor:

    #1 Die ganz Heißen

    Bei diesen Kräutern handelt es sich um echte Sonnenanbeter! Sie wachsen prächtig in der prallen Hitze und können mit Schatten nichts anfangen. Auch mit Trockenheit kommen sie super klar. Gießen musst du sie, nachdem sie gut angewachsen sind, überhaupt nicht mehr.

    Den Boden mögen sie am liebsten sandig, also such dir am besten ein sonniges Plätzchen aus und arbeite, bevor du mit dem Pflanzen beginnst, etwas Sand in dein Beet ein. Bei den heißen Kräutern ist eine gute Drainage nämlich äußerst wichtig, denn niemand aus dieser Gruppe mag nasse Füße.

    Wer in diese Gruppe gehört kannst du dir sicher schon denken: es sind vor allem die mediterranen Kräuter wie Rosmarin oder Thymian, die aus dem warmen Süden kommen und Hitze und Trockenheit gewohnt sind.

    Wie gut Kräuter aus dieser Gruppe Frost vertragen, kommt zum einen auf die Sorte und zum anderen auf ihr Alter an.

    Im ersten Jahr empfehle ich dir, bei frostigen Temperaturen einen kleinen Winterschutz mit Schichten aus Laub oder Reisig zu bauen. Im zweiten Jahr sind die meisten Kräuter schon genug verholzt und robust genug, um auch kältere Temperaturen ohne Probleme wegstecken zu können. 

    #2 Heiß und hungrig

    Sonne? Ja gerne, aber bitte keine sandigen Beete! Die Kräuter aus dieser Kategorie lieben ebenfalls Sonne pur, jedoch wollen sie auch eine ordentliche Ladung Nährstoffe. Diese Kräuter pflanzt du also am besten in ein schön sonniges Beet, ohne dass du Sand einarbeitest!

    Wir bauen übrigens alle unsere Kräuter in Kompostbeeten an und haben damit super Erfahrungen gemacht. Wenn du wissen möchtest, wie du so ein Kompostbeet anlegst, dann kannst du hier die Anleitung lesen: Gemüsebeet anlegen in 6 Schritten – ganz ohne Umgraben!

    Typische Vertreter aus dieser Kategorie sind zum Beispiel Oregano oder Basilikum.

    Oregano in Mischkultur

    #3 Die Coolen

    Den Abschluss machen die Coolen, also alle Kräuter, die gerne im Halbschatten Platz nehmen und ihre Wurzeln in feuchte Erde stecken. Damit der Boden länger feucht bleibt, solltest du am besten auch hier keinen Sand in dein Beet einarbeiten.

    Und auch wenn die Coolen noch so lässig drauf sind, eigentlich brauchen sie von dir besonders viel Liebe! Ihnen wird es schnell zu trocken und vor allem im Hochsommer solltest du am besten regelmäßig gießen* und überprüfen, ob die Erde noch schön feucht ist. Besonders ein Vertreter aus dieser Gruppe, die Brunnenkresse, kann trockenen Boden nicht ausstehen. 

    Andere Vertreter der coolen Kräuter sind zum Beispiel Schnittlauch oder Minze.

    Übrigens: So ganz im Schatten läuft auch bei den Coolen nichts. Ein paar Stunden Sonne sollte dein Beet ab Tag schon abbekommen, damit auch diese Kräuter bestens wachsen können. ;)

    Hol dir deinen Kräuterplan!

    Wenn du jetzt bereits denkst: „Aber Marie, woher weiß ich denn zu welcher Gruppe all meine Kräuter gehören?“ Keine Panik, ich habe alle Kräuter den passenden Gruppen zugordnet, damit du eine übersichtliche Liste hast und direkt loslegen kannst!

    Damit auch wirklich nichts mehr schieflaufen kann, habe ich auch gleich die passenden Pflanzabstände mit aufgeschrieben, damit du eine möglichst große Kräuterernte aus deinem Beet holen kannst!

    Trag dich also gerne hier ein, um den Kräuterplan herunterzuladen:

    Hol dir den 3-Zonen-Kräuterplan!

    Trag dich hier ein und ich versorge dich rund ums Jahr mit meinen besten Gartentipps per Email. Und den 3-Zonen-Kräuterplan gibt’s als Willkommensgeschenk obendrauf!

      Mit dem Absenden bestätigst du meine Datenschutzbestimmungen und erteilst mir die Erlaubnis, dir Emails mit Tipps und Angeboten zum Thema Selbstversorgung zu schicken. Du kannst dich natürlich jederzeit wieder austragen.

      Damit der Start gelingt!

      Raucht dir schon der Kopf von der Planung, welche Kräuter du zusammen pflanzen möchtest? Dann am besten direkt in die Gummistiefel schlüpfen, um nach draußen zu gehen. Auch wenn das alles sehr kompliziert klingt: Das Wichtigste ist, dass du überhaupt anfängst. :)

      Wo du deine Kräuter zusammen pflanzt, ist dabei ganz dir überlassen. Selbst auf dem Balkon kannst du Kräuter in kleinen Mischkulturen in einem Kübel oder Topf anpflanzen. Im Garten funktioniert ein 3-Zonen Beet super oder du probierst die klassische Kräuterspirale aus. Wie das mit dem 3-Zonen-Beet funktioniert, zeige ich übrigens in diesem Artikel.

      Im 3-Zonen-Beet finden alle Kräuter ihren Platz, aber auch eine Kräuterspirale ist für fast alle Kräuter gut geeignet, nur sehr tiefwurzelnde Pflanzen oder Kräuter, die mächtig in die Höhe schießen, machen sich besser in einem ebenerdigen Beet.

      Kräuter im Kübel zusammen pflanzen

      Damit deine Kräuter außerdem direkt einen super Start in ihr Pflanzenleben haben, solltest du sie zunächst ordentlich angießen. Auch in den nächsten Wochen kannst du regelmäßig mit der Gießkanne vorbeischauen* – solange, bis deine Kräuter gut angewachsen sind.

      Ich errichte um meine neu gepflanzten Kräuter auch sehr gerne eine Art “Gießkragen“.  Das bedeutet einfach, dass ich einen kleinen Wall aus Erde um meine Pflanzen schichte, der dafür sorgt, dass mein Gießwasser nicht davonläuft.

      Wie es danach weiter geht hängt vom Charaktertyp deiner Kräuter ab, erinnerst du dich noch an die 3 Typen? ;)

      Welche Kräuter zusammen pflanzen: Zusammenfassung

      Fassen wir also nochmal kurz zusammen: Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel mitgeben, dass Mischkultur richtig super ist. Nicht nur zwischen verschiedenem Gemüse, sondern auch zwischen Kräutern oder zwischen Gemüse und Kräutern. Für welche Kombi du dich auch entscheidest, Kräuter-Mischkulturen sind immer eine tolle Sache! 

      Welche Kräuter du zusammen pflanzen solltest, hängt dabei von vielen Faktoren ab. Vor allem sollten die Standort- und Nährstoffansprüche, der Platzbedarf und der Duft bzw. die Wirkstoffe der Kräuter zusammenpassen.

      Die Mischkultur ist geglückt, wenn die Kräuter sich gegenseitig positiv beeinflussen und du dadurch gesunde Pflanzen und eine dicke Ernte hast. ;)

      Um dir das Ganze ein bisschen leichter zu machen, kannst du die Kräuter in drei Gruppen einteilen: die Heißen, die Heiß/Hungrigen und die Coolen. Wer alles dazugehört, steht im Kräuterplan.

      Wo du deine Kräuter dann zusammen pflanzt, ist ganz dir überlassen. Ob im Kübel, 3-Zonen Beet oder in der Kräuterspirale: alle Wege sind möglich. Damit deine Kräuter einen guten Start haben, am Anfang Gießen nicht vergessen. ;)

      Wenn du noch tiefer in die Mischkultur einsteigen willst, habe ich hier noch drei weitere Artikel für dich verlinkt:

      Die 8 wirksamsten Mischkultur-Partner für Tomaten!

      Die 7 wirkungsvollsten Mischkultur-Pflanzgemeinschaften + Mischkultur-Beispielplan

      Die Milpa und ihre Geheimnisse: Mischkultur von Mais, Kürbis und Bohnen!

      Und jetzt bist du dran! Welche Kräuter pflanzt du gerne zusammen? Und hast du bereits Erfahrungen mit bestimmten Kräuter Kombinationen gesammelt? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

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      Selbstversorgung_Jahresbedarf

      Selbstversorger werden: So baust du deinen Jahresbedarf Gemüse an!

      Weißt du, was ein Freiluft-Supermarkt ist? Nein, das ist kein Laden, der alle seine Waren draußen anbietet. Das ist dein Selbstversorger-Garten, aus dem du das ganze Jahr über alle deine Lieblings-Gartengemüse erntest und der immer geöffnet hat, wenn du was daraus brauchst!

      Heute zeige ich dir, wie du in fünf einfachen Schritten dein Gemüse komplett selber anbaust, statt es im Supermarkt zu kaufen. Und auch die unter euch, die (noch) nicht planen, Gemüse-Selbstversorger zu werden, können etwas für sich und ihren Garten mitnehmen. Für euch habe ich nämlich einen coolen Vorschlag:

      Such dir ein Gemüse aus, das du dieses Jahr ausschließlich aus deinem Garten ernten und nicht mehr im Supermarkt kaufen möchtest. Vielleicht möchtest du dir ein Salat-Buffet in deinem Hochbeet anlegen? Es ist so großartig, immer frischen Salat parat zu haben! Und nächstes Jahr klappt die Selbstversorgung dann vielleicht schon mit zwei Gemüsen. :)

      Challenge accepted? ;) Dann lass uns loslegen!

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      Selbstversorger-Schritt #1: Lieblingsgemüse aussuchen und Gemüse-Bedarf ermitteln

      Als erstes schreibst du einen Wunschzettel. Nein, nicht den ans Christkind! Du schreibst auf, welche Gemüse du super gerne anbauen würdest, weil sie so lecker schmecken oder weil deine Kinder sie lieben oder weil… ;)

      Geschafft? Super! Jetzt musst du noch herausfinden, wie viel du von welchem Gemüse übers Jahr brauchst. Sonst hast du von einem Gemüse viel zu viel und von einem anderen viel zu wenig.

      Ich liebe Tomaten zum Beispiel wirklich sehr, aber wenn der Erntesegen einfach kein Ende nimmt und ich gar nicht mehr weiß, wohin damit, alle Gläser schon voll sind mit Tomatensoße und die Nachbarn bereits dankend abwinken – da kühlt dann auch die heißeste Tomatenliebe ziemlich ab. Dafür hätte ich lieber mehr von dem leckeren Blumenkohl gehabt, der viel zu schnell aufgegessen war. ;)

      Übrigens: Falls du lieber Videos schaust, statt zu lesen, ist hier die YouTube-Variante dieses Artikels:

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      Mehr Informationen

      Als zukünftige Selbstversorgerin oder zukünftiger Selbstversorger musst du deshalb einen guten Überblick darüber bekommen, wie viel du von welchem Gemüse rund ums Jahr brauchst. 

      Um das herauszufinden, führst du am besten ein Haushaltsbüchlein, indem du eine Zeitlang alle deine Gemüse-Einkäufe notierst. So siehst du, welche Menge du von welchen Gemüsen brauchst.

      Psst, kleiner Tipp: Wenn du in der Alltagshektik nicht dazu kommst, alles sofort in dein Büchlein zu schreiben, hebe einfach die Kassenzettel auf und trage deine Gemüse-Einkäufe gebündelt am Ende des Monats ein!

      Falls dir das zu umständlich ist, kannst du im Internet nach Listen zum Gemüsebedarf eines Durchschnittserwachsenen recherchieren. Die änderst du dann nach deinen Vorlieben ab. Wenn du zum Beispiel keinen Kohlrabi magst, macht es nicht viel Sinn, dieses Gemüse anzubauen. Wenn du dafür so ein Erdbeerfan bist wie ich, solltest du deutlich mehr Erdbeeren anbauen als empfohlen. ;)

      Erbeeren in Metalltopf

      Selbstversorger-Schritt #2: Essen wie ein Selbstversorger

      Iss schon jetzt so, wie du es als zukünftiger Selbstversorger tun wirst!

      Im Winter kannst du weder Paprika noch Tomaten aus deinem Selbstversorger-Garten ernten und darum -logisch – auch nicht essen. Stattdessen gibt es jede Menge Wintergemüse, die es man jetzt frisch aus Deutschland bekommt.

      Deshalb kauf am besten schon jetzt keine Tomaten oder Paprika mehr im Supermarkt ein. So stellst du dich darauf ein, dass nicht alle Gemüse zu jedem Zeitpunkt verfügbar sind. Ausschließlich mit saisonalem und regionalem Gemüse zu kochen ist übrigens eine Erfahrung, die tolle neue Ideen für Rezepte hervorbringt. Yamms! ;)

      Als Selbstversorger Gemüse haltbarmachen

      Und ich sage dir: So wie ich mich auf die ersten Tomaten im Sommer freue, kann ich es im Winter kaum abwarten, endlich die leckeren Rosenkohl Röschen zu vernaschen. Wenn die Gemüse nicht das ganze Jahr über verfügbar sind, ist jeder Erntebeginn ein wahres Fest!

      Wenn du im Vorjahr schon fleißig gegärtnert und eingemacht hast, kannst du natürlich ganz entspannt auf dein Eingekochtes zurückgreifen und dir mitten im Winter ein Glas Tomatensoße für deine Nudeln öffnen. Ein bisschen Sommer im Glas – cool, oder?

      Wie du deine Gemüse-Ernte in leckere Vorräte verwandelst, zeige ich dir in meinem Artikel „6 Techniken, mit denen du Obst und Gemüse haltbar machen kannst“.

      Selbstversorger-Schritt #3: Gemüse anbauen für Frischverzehr und Vorrat

      In einem Selbstversorger-Garten baust du nicht nur Gemüse zum Sofortessen an, sondern auch für den Vorrat, damit du im Winter leckere eingelegte Zucchini schlemmen oder die selbst eingekochte Tomatensauce auf den Tisch bringen kannst.

      Deshalb baue für die Selbstversorgung am besten doppelt soviel Gemüse an, wie du zum Frischverzehr brauchst – dann kannst du im Winterhalbjahr nämlich von deinen eingekochten Gemüsevorräten essen. So bist du rund ums Jahr mit ganz vielen verschiedenen leckeren Gemüsen versorgt!

      Ein Selbstversorger-Garten muss nicht viel Zeit kosten. Hier kannst du nachlesen, wie du mit minimalem Zeitaufwand eine maximale Ernte einfährst.

      Selbstversorgung_gemüsekiste

      Selbstversorger-Schritt #4: Wie viel Beetfläche brauchst du?

      Du hast jetzt eine Liste, auf der dein monatlicher Gemüsebedarf für jedes Gemüse in Kilogramm steht. Den rechnest du nun auf das ganze Jahr hoch, um deinen gesamten Gemüsebedarf zu erfassen. Im nächsten Schritt schaust du dir an, wieviel Beetfläche du brauchst, um so viel Gemüse anzubauen.

      Wie viel Kilogramm Gemüse du von welcher Beetfläche erwarten kannst, habe ich dir hier aufgeschrieben. Bedenke bei den Zahlen, dass die tatsächliche Erntemenge von vielen Einflussfaktoren abhängig ist: Sortenwahl, Pflanzabstand, Nährstoffangebot, Wasserverfügbarkeit, Wetter und Klima, Krankheits- und Schädlingsdruck beeinflussen, welche Gemüsemengen in deinem Erntekorb landen.

      Erträge von Gemüse in kg/m2

      Möhren : 2 bis 4

      Pastinaken: 4 bis 5

      Kartoffeln : 3 bis 4

      Tomaten : 5 bis 8

      Paprika : 0,7 bis 1,5

      Mangold: 2 bis 4

      Spinat: 1,5 bis 2

      Buschbohnen: 1,5 bis 2

      Stangenbohnen : 2,2 bis 3

      Salat : 2,5 bis 3

      Pflücksalat: 1,5 bis 2

      Kohlrabi: 1,5 bis 3

      Grünkohl/Palmkohl : 1,5 bis 2

      Rotkohl: 2 bis 4

      Lauch: 2,5 bis 4

      Speisezwiebeln: 2 bis 5

      Kürbis : 3 bis 5

      Zucchini : 4 bis 6

      Bei schnell wachsenden Gemüsearten wie Salat, Roter Bete oder Radieschen kannst du mit einer gestaffelten Aussaat mehrere Sätze hintereinander auf demselben Beet anbauen. Das bedeutet, dass du den Platzbedarf für solche Raketen-Gemüse verringern kannst. Wenn du nämlich zwei Sätze anbaust, halbierst du die ursprünglich benötigte Beetfläche, wenn du vier Sätze anbaust, viertelst du sie usw. Du brauchst also viel weniger Platz, weil du deine Beete effizient nutzt – das ist super praktisch!

      Selbstversorgung_rote_Bete

      Die gestaffelte Aussaat ist vor allem für den Frischverzehr sehr interessant, weil du auf diese Weise mit dem Aufessen gut nachkommst und gleichzeitig kontinuierlich mit Gemüse versorgt bist. Für den Vorrat baust du dein Gemüse so an, dass du die benötigte Menge auf einmal ernten und haltbar machen kannst. Auf diese Weise sparst du dir viel Zeit.

      Schau dir dazu auch gerne meinen Artikel zur gestaffelten Aussaat an! Dafür bitte einmal hier entlang. :)

      Mit all diesen Punkten im Kopf kannst du jetzt deinen Anbauplan perfekt ausknobeln – ich liebe es, mich im Januar aufs Sofa zu kuscheln und über meinen Plänen zu brüten. Es macht so viel Spaß, darüber nachzudenken, welche leckeren Gemüse ich anbauen und ernten will.

      Kribbelt es nicht auch schon ganz gewaltig in deinem grünen Daumen? :)

      Hol dir deinen Aussaatkalender!

      Wenn du keine Lust aufs Knobeln hast und trotzdem stets ein volles Erntekörbchen haben möchtest, hole dir gerne meinen Aussaatkalender! So verlierst du vor lauter Aussaaten nicht den Überblick und kannst immer das perfekte Zeitfenster abpassen.

      Einfach ausdrucken, an die Wand pinnen und lossäen. Jeden Monat findest du eine Übersicht mit allen Gemüsepflanzen, die du im Haus vorziehen oder direkt ins Freiland säen kannst. Natürlich habe ich auch notiert, wann es an der Zeit ist, dass deine Jungpflanzen in die Beete umziehen. ;)

      Trag dich also hier ein, um den Aussaatkalender herunterzuladen und keine Aussaat mehr zu verpassen:

      Selbstversorger-Schritt #5: Das vergangene Gartenjahr auswerten

      Wenn das Gartenjahr vorüber ist, kommt noch ein letzter und super wichtiger Schritt: Die Auswertung! Du notierst dir, welche Gemüse von der Menge ganz wunderbar gereicht haben, was zu viel war und wovon du gern noch mehr geerntet hättest. 

      Dazu schreibst du am besten schon während des Jahres in deinem Gartentagebuch mit, was und wieviel du wann gesät und geerntet hast. So weißt du ganz genau, in welchem Monat ein weiterer Satz Salat gut gewesen wäre oder ob du mit der Ernte hingekommen bist.

      Selbstversorgung_ernte

      Mit diesen Erfahrungen planst du dann deine nächste Saison. Dein Anbauplan passt sich mit der Zeit immer perfekter an deinen tatsächlichen Bedarf an. So kommst du Schritt für Schritt zu deinem eigenen Freiluft-Supermarkt, in dem genau die Gemüse auf dich warten, die du und deine Lieben gerne essen.

      Wenn du noch ein bisschen auf dem Blog weiterstöbern möchtest, findest du hier noch ein paar Artikel zum Thema Selbstversorger-Garten und Gemüse anbauen:

      9 einfache Schritte zu deinem Gartenplan

      Unsere Erfahrungen als Selbstversorger

      Selbstversorgung aus dem Garten: Ist 100%ige Selbstversorgung möglich?

      Wie sehen deine Pläne in Punkto Selbstversorg dieses Jahr aus? Lass mir gerne einen Kommentar da!

      Ganzjährig-Gemüse-ernten

      So erntest du rund ums Jahr eigenes Gemüse!

      Mit dem Gemüse aussäen ist das so eine Sache: Wenn du im Frühjahr zu überschwänglich die Samentüte schwenkst, kannst du dich im Sommer vor reifem Gemüse kaum noch retten. Viel alltagstauglicher sind verwertbare Mengen an Gemüse, die du laufend frisch aus dem Garten ernten kannst.

      Aber wie klappt das?

      Ganz einfach: Indem du nicht nur einmal im Frühling aussäst, sondern so gut wie rund ums Jahr über immer wieder. So kannst du das ganze Jahr über immer so viel Gemüse aus dem Garten ernten, wie du und deine Familie problemlos verbrauchen könnt. Genauso, wie wenn du jede Woche einkaufen gehst – nur, dass dein Supermarkt direkt hinterm Haus liegt. :)

      Wie du deine gestaffelte Aussaat und Ernte am besten planst, welches Gemüse überhaupt gestaffelt gesät werden möchte und welches nicht, erzähle ich dir in diesem Artikel.

      Ganzjährig ernten mit gestaffelten Aussaaten - PIN
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      Einmalige Sache oder Wiederholungstäter?

      Mit einigen Gemüsen hast du mehrfach das Vergnügen, andere wiederum brauchst du nur einmal aus der Samentüte zu schütteln. Also erstell dir am besten erst einmal eine Diese-Gemüse-will-ich-unbedingt-anbauen-Liste, um diese Gemüse dann in die passende Kategorie einzuordnen.

      Tolle Kandidaten für eine regelmäßiges Aussaat sind Wurzelgemüse wie beispielsweise Karotte, rote Bete oder Radieschen und verschiedene Blattgemüse wie Salat, Spinat oder Mangold.

      Auch einige Vertreter aus der Kohlfamilie wie Rotkohl oder Brokkoli kannst du ohne Probleme regelmäßig neu aussäen und dann kontinuierlich frisch aus dem Garten ernten. Bei diesen Gemüsen darfst du also ruhig etwas großzügiger bei der Saatgutbestellung sein. ;)

      Ein Gemüse, das du am besten nur einmal aussäst, ist beispielsweise die Tomate. Bei der Tomate erntest du nämlich, anders als bei der Karotte oder den Radieschen, nicht die ganze Pflanze, sondern nur die Früchte.

      Deswegen gilt generell für Fruchtgemüse, wie Tomaten, Paprika, Aubergine oder Kürbis : besser nur einmal aussäen und dann regelmäßig die Früchte ernten. Und zwar soviel wie du gerade in deiner Küche verarbeiten möchtest. Die Fruchtgemüse machen es dir also einfach, indem sie quasi ganz ohne dein Zutun regelmäßig leckere Früchte für dich nachproduzieren. :)

      Tomaten ernten

      Die einzigen Gemüse aus dieser Sparte, die ich manchmal gestaffelt anbaue, sind Gurken und Zucchini. Die Stars in der gestaffelten Aussaat bleiben aber definitiv die Blatt- und Wurzelgemüse.

      Hier ist übrigens die YouTube-Variante dieses Artikels, falls du lieber Videos schaust als Texte zu lesen:

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      Mehr Informationen

      Wann säen, wann ernten?

      Also schnappe dir deine Gemüse-Wunschliste und markiere alle Gemüse farbig, bei denen eine gestaffelte Aussaat sinnvoll ist. So hast du direkt alle relevanten Anwärter im Blick und wir können uns an den nächsten Schritt wagen: Den Aussaatplan.

      Jetzt geht es also ans Eingemachte. Um genau planen zu können, in welchen Abständen du aussäen musst, um ganzjährig die passenden Gemüsemengen aus dem Garten zu ernten, musst du wissen, wie lange dein Gemüse braucht, bis es erntereif ist.

      Die passenden Infos dafür findest du hinten auf den Samentütchen. Da stehen fast immer die wichtigsten Daten, mit denen du das Wachstumsfenster ganz einfach herausbekommst: 

      Du schaust zuerst auf den Zeitpunkt der Aussaat und danach, wann du es ernten kannst. So bekommst du schnell raus, wie lange dein Gemüse das Beet belegt.

      Rund ums Jahr Salat ernten

      Im nächsten Schritt der Planung gilt es, herauszufinden, wie viele Salatköpfe du und deine Familie jede Woche so verspeist. Das ist manchmal gar nicht so einfach einzuschätzen, vor allem, wenn du das Gemüse noch nie selber angebaut hast. In den nächsten Wochen folgt deswegen noch ein Artikel, in dem ich dir helfe, die perfekte Anbaumenge für dich und deine Familie herauszufinden. :)

      Bis dahin sind Kassenzettel aus dem Supermarkt ein guter Anhaltspunkt, um zu schauen, was du jede Woche an Gemüsemengen einkaufst. 

      Idealerweise planst du also beispielsweise so, dass jede Woche so viele Salatköpfe erntereif werden, wie ihr sie in der Küche verbrauchen könnt.

      Salat-ernten-ganzjährig

      Wenn du jetzt sagst: Marie, wie soll ich es denn hinbekommen, dass jede Woche genau zwei Salatköpfe reif sind?

      Keine Sorge, ganz so genau muss es zum Glück nicht sein. Das allermeiste Gemüse kannst du nämlich länger als nur eine Woche ernten. Deswegen empfehle ich dir, den Salatbedarf für einen kompletten Monat gebündelt auszusäen.

      Wenn ihr als Familie drei Salatköpfe pro Woche esst, dann solltest du im Februar Saatgut für 12 Köpfe ausbringen, die du dann von Anfang bis Ende Mai ernten kannst.

      So gibt es Anfang Mai noch zarte Köpfe und Ende Mai landen dann die dicken Brummer auf dem Tisch. ;)
       
       Im März säest du dann den Salat für Juni und im April den Salat für Juli.

      Tipp: Bei Salat kannst du die Aussaaten sogar noch ein bisschen entzerren, da dieser Kandidat wieder nachwächst, wenn du ihn über dem Boden abschneidet und das Herz unbeschädigt bleibt. So kannst du ganz einfach das Erntefenster ausdehnen und statt monatlich alle zwei Monate neuen Salat aussäen.

      Als Faustregel kannst du dir jedoch einprägen, dass du zartes Blattgemüse am besten alle vier bis sechs Wochen neu aussäen solltest, wenn du dich laufend mit frischem Grün aus dem Garten versorgen willst.

      Salat-gestaffelte-Aussaat

      Aussaatabstände – Auf die Sorte kommt´s an

      Aber vorsicht: Je nach Sorte können die Zeitfenster, bis das Gemüse erntereif ist, nämlich ziemlich variieren.

      Wir bauen zum Beispiel gerne die sehr schnellwachsende Karottensorte “Gonsenheimer Treib“ an. Die liefert flugs die ersten Karotten, die zwar nicht sonderlich lang, aber eine echte Freude sind, weil sie die erste frische Möhrenernte einläuten.

      Sorten für Lagermöhren brauchen wiederum länger. Da musst du also ein bisschen puzzeln und mit den Infos auf den Samentütchen schauen, wie oft du wieder neu aussäen musst, um rund ums Jahr versorgt zu sein.

      Wenn du keine Lust hast, dir darüber den Kopf zu zerbrechen, kannst du dir auch gerne meinen Aussaatkalender herunterladen! Da habe ich die gestaffelte Aussaat schon berücksichtigt, du musst ihn also nur noch ausdrucken und lossäen:

      Ganzjährig ernten: Ernteschwemme erwünscht?

      Auch wenn übervolle Erntekörbe und kiloweise reifes Gemüse im Alltag fast immer unpraktisch sind, gibt es Zeiten im Jahr, da will man genau das, und zwar dann, wenn es ans Haltbarmachen geht!

      Das ist eine ganz wichtige Aufgabe im Sommer, damit du auch im Winter noch genüsslich Gemüse aus dem eigenen Garten schlemmen kannst. Diese Aufgabe ist für uns also ganz elementar und macht auch super viel Spaß. Und deswegen berücksichtige ich das Haltbarmachen immer in meiner Anbauplanung.

      Wenn ich zum Beispiel Sauerkraut mache, möchte ich an einem Tag genug für das ganze Jahr ansetzen, also brauche ich entsprechend viele Kohlköpfe. Das heißt, ich plane jetzt schon ein einen richtigen großen Satz zwischendurch mit ein, damit ich genügend Kohl für meine Sauerkrautproduktion ernten kann.

      Das Haltbarmachen nimmt nämlich viel Zeit in Anspruch und mir fällt es leichter, einmal eine größere Menge haltbar zu machen statt jede Woche ein bisschen.

      Ganzjährig-ernten-Kohl

      Solche großen Sätze planst du also am besten für alle Gemüse, die du im Sommer haltbar machen möchtest, in deine regelmäßigen Aussaaten mit ein.  

      Kleiner Sortentipp an dieser Stelle: Für Sauerkraut baue ich am liebsten die Weißkohl-Sorte “Dormana“ an und für die gestaffelte Aussaat verwende ich gerne den Sommerkohl “Nagels Frühweiß“.

      Auch Kartoffeln integrierst du am besten als einen großen Satz. So musst du nicht ständig neue Kartoffeln ausgraben, sondern erledigst das in einem Rutsch. Einmal ausbuddeln, dann alle Kartoffeln gesammelt auf dem Beet abtrocknen lassen und einlagern. 

      Wie oft du aussäst und in welchem Umfang, hängt also auch immer davon ab, ob du das Gemüse frisch wegsnacken möchtest, oder ob du im großen Stil haltbar machen und einlagern möchtest.

      Da wir uns als Familie täglich mit unserem frischen Gemüse versorgen und natürlich auch einlagern und haltbar machen, ist für mich eine Mischung aus regelmäßigen Aussaaten und großen Sätzen der beste Weg. So ernten wir ganzjährig überschaubare Mengen an leckerem Gemüse und haben Ernteschwemmen nur dann, wenn wir sie auch gebrauchen können. ;)

      Du möchtest noch ein bisschen auf dem Blog stöbern? Dann schau doch mal bei diesen Artikeln vorbei:

      Super vitale Tomaten anziehen: Tomaten-Anzucht im Haus

      Gemüse pflanzen für Anfänger: Wann, wie, wo?

      Gemüsegarten anlegen in 7 einfachen Schritten

      Naa, wer kennt das, wenn einem im Sommer die Zucchini zu den Ohren herauskommen und man es kaum schafft, den Salat aufzuessen, bevor er in die Blüte geht? Ich freue mich über deinen Kommentar!

      Unser Selbstversorger-Jahr 2020: Brandstifter, Ziegenmörder & überall Tomaten

      Es ist wieder so weit: Herzlich willkommen zum Rückblick auf unser Selbstversorger-Jahr 2020! Ich erzähle euch, welche Erfahrungen wir gemacht haben, was bei uns super gut geklappt hat und was total in die Hose gegangen ist.

      Das war schon ein richtig richtig krasses Jahr, oder? Genau dasselbe habe ich zwar schon in meinem Jahresrückblick von 2019 gesagt, aber 2020 toppt es bei Weitem – für alle von uns!

      Die fünf tollsten Highlights aus unserem Selbstversorger-Jahr 2020

      #1: Hartmais anbauen

      Wir haben das erste Mal überhaupt statt Zuckermais Hartmais in zwei verschiedenen Sorten angebaut. Eine Sorte für Polenta und die andere Sorte für Brot, Pfannkuchen und Popcorn. Und damit haben wir super gute Erfahrungen gemacht!

      Ich habe den Hartmais auf unserem Acker angebaut. Die meisten von euch wissen, dass der recht weit von unserem Wohnort entfernt ist. Deshalb war ich außer zum Säen und zum Ernten nur einmal da, um nach meinem Hartmais zu sehen. Der hat mir das aber nicht übelgenommen und einfach ohne mich lauter große, wunderbare, perfekte bunte Kolben ausgebildet! Soo toll! Eine super Pflanze für die Selbstversorgung.

      Insgesamt sehe ich Mais jetzt viel positiver als vorher: Er ist nämlich eigentlich eine ganz alte und wertvolle Kulturpflanze und nicht nur eine pestizidverseuchte Monokultur, die unseren Ackerböden schadet. Ich bin total angefixt vom Hartmais und werde im nächsten Jahr auf alle Fälle wieder welchen anbauen!

      #2: Maisbrot aus eigenem Maismehl backen

      Aus meinem eigenen Maismehl backe ich jetzt Brot. Das schmeckt unbeschreiblich köstlich und ich bin sooo stolz, aus meinem Garten jetzt auch Brot essen zu können! :)

      Viele von euch wollten ja das Rezept haben, aber ich muss noch mehr Erfahrungen sammeln, damit es dann auch Hand und Fuß hat. Dafür ist hier aber einen Geheimtipp von Carol Deppe: Damit dein Maisbrot nicht bröckelig wird, verknetest du vor dem Backen ungefähr ein Drittel des Mehls mit heißem Wasser und lässt es quellen. Damit bewahrt es Haltung. ;)

      Falls du noch ein Rezept für ein super einfaches und leckeres Sauerteigbrot suchst, schau gerne in meinem Artikel “Richtig gutes Sauerteigbrot backen vorbei”!

      #3: Tomaten – die volle Dröhnung

      Unsere Tomatenernte war der Hammer! Wir konnten uns vor der Tomatenflut kaum retten und obwohl der Einkochkessel praktisch rund um die Uhr gelaufen ist, bin ich kaum hinterher gekommen, sie alle zu verwerten. Für nächstes Jahr habe ich mir vorgenommen, nicht ganz so viele Tomaten anzubauen. Definitiv! Ziemlich sicher! Ööhm… außer, ich finde noch ein paar interessante tolle neue Sorten… ;)

      Wenn du nächstes Jahr auch eine super dicke Tomatenernte einfahren möchtest, lad dir gerne meinen Tomaten-Guide herunter:

      #4: Meine Ziegenherde wächst

      Du kannst dir vielleicht vorstellen, dass “shoppen” nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählt. Mit einer Ausnahme: ZIEGEN SHOPPEN!! ;)

      Ziegen shoppen ist absolut genial! Es vergeht keine Woche, in der ich nicht online ein paarmal schaue, ob es Ziegen gibt, die gut zu meiner kleinen Herde passen würden.

      Und jetzt hab ich zwei Anglo-Nubier gekauft. Das ist eine super hübsche Milchziegenrasse, nach der ich mich schon seit Jahren verzehre. :)

      Eine davon ist sogar gefleckt, was bei dieser Sorte sehr selten ist. Nächstes Jahr lasse ich sie decken und kann es kaum abwarten, die kleinen Zicklein über die Weide springen zu sehen.

      Meine Milchziege „Lupinchen“ wurde schon gedeckt und Anfang April kommt der Nachwuchs. Ich freu mich so sehr auf die Zicklein und auf das Melken. Im Winter haben wir nämlich keine eigene Ziegenmilch und es ist irgendwie seltsam, im Laden zu stehen und Ziegenkäse zu kaufen, statt ihn selber zu machen.

      Du überlegst dir, Ziegen zu halten? Hier zeige ich dir, welche Rassen dafür besonders geeignet sind!

      #5: Das seid IHR! Ein Hoch auf Euch alle da draußen!

      Es macht soo viel Spaß, die Videos für euch zu filmen und die Artikel zu schreiben – und ich freue mich immer super arg über eure unzähligen lieben Kommentare.

      Bitte seid nicht böse, dass ich nicht auf alle antworten kann, das schaffe ich zeitlich einfach nicht. Ich müsste wirklich rund um die Uhr nur am Computer sitzen und ich möchte doch auch mal rausgehen zum Ziegenkuscheln und Garteln (und natürlich, um viele neue Videos für euch drehen)!

      An dieser Stelle möchte ich euch auch ein ganz dickes Lob aussprechen: Es ist einfach unglaublich, was ihr alles geschafft habt. Wie ihr zu Gartenexperten und Selbstversorgern werdet, wie ihr Wiesen in tolle Gemüsebeete umwandelt und welche Erfahrungen ihr mit dem Selbstversorger-Leben macht. Es ist so schön, eure Erfolge zu sehen und eure Ernten zu feiern. Ihr könnt verdammt stolz auf euch sein!

      Die fünf größten Rückschläge aus unserem Selbstversorger-Jahr 2020

      Leider war aber nicht alles wunderbar in diesem Jahr, mal ganz abgesehen von der allgegenwärtigen Pandemie. Es gab einige wirklich unschöne Ereignisse.

      #1: Ziegenmörder und Brandstifter

      Es fing langsam an und wurde immer schlimmer: Jemand mochte offensichtlich unsere Ziegen nicht. Erst hat er die Pfosten der Zäune herausgezogen und den Batteriekasten umgeworfen, sodass unsere Ziegen entwischten und wir sie mühsam wieder einfangen mussten. Das kam ungefähr einmal pro Woche vor.

      Dann brannte im Sommer plötzlich einer der Heuballen. Das Feuer war so mächtig, dass sechs Feuerwehrleute eine halbe Stunde lang löschen mussten! Es war eindeutig Brandstiftung.

      Im Ziegenstall lagen plötzlich dicke Knüppel, die die Ziegen da unmöglich selber reingetragen haben können. Und eine Woche nach dem Brand fand ich eine meiner Ziegen tot auf der Weide. Sie hatte ganz viele Blutergüsse vom Gesicht über den Hals zur Schulter. Jemand hat sie totgeschlagen. Das ist richtig krank und entsetzlich – wer tut so etwas!?

      Natürlich habe ich Anzeige erstattet. Jetzt fährt die Polizei da Streife. Meine Wildkameras überwachen die Ziegenweide noch zusätzlich. Das war eine verdammt harte und schmerzhafte Zeit.

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      #2: Unsere erbärmliche Winterkohlernte

      Das habe ich dir bestimmt schon mal erzählt: Walnüsse unterdrücken alle anderen Pflanzen und beanspruchen Nährstoffe und Wasser für sich allein. Deshalb solltest du Beete nie unter einem Walnussbaum anlegen.

      Direkt neben der Walnuss haben wir das Problem mit Hochbeeten gelöst: In der frischen Komposterde konnten sich die Pflanzen wunderbar ausbreiten und sind gut gewachsen.

      In den ebenerdigen Beeten in der Nähe von der Walnuss hatte ich eigentlich im letzten Jahr die Erfahrung gemacht, dass meine Kohlköpfe einigermaßen mit der Walnuss-Nachbarin zurechtkamen. Deshalb habe ich den gesamten Winterkohl noch näher an den Walnussbaum gepflanzt. Auf diesen Beeten ist letztes Jahr auch schon so gut wie nichts gewachsen, aber ich dachte, der Kohl kann das ab.

      Tja, Pustekuchen!

      Die Köpfe sind gerade mal faustgroß. Der Lauch ist so dick wie mein kleiner Finger, obwohl ich ihn ganz früh gepflanzt hab. Ein totales Desaster! Aber ich lerne daraus und nächstes Mal setze ich nicht alles auf eine Karte und die Walnuss-Beete werden nur mit Gemüsen bepflanzt, auf die wir im Zweifel auch verzichten können.

      #3: Hühner und Pfaue verwüsten die Beete

      Im Vergleich zu den letzten Gartenjahren war 2020 eines der schlechtesten Jahre für uns. Das liegt vor allem an den Hühnern und Pfauen unserer Nachbarn, die zuverlässig immer dann in unserem Garten einfallen, wenn wir gerade neu gepflanzt haben.

      Meine ersten beiden Sätze Gemüse wurden von den Hühnern und Pfauen vernichtet. Jedes Mal, wenn ich die Pflänzchen gerade in die Erde gesetzt hatte, kam tierischer Besuch und hat sich einmal durch meine Beete gewühlt.

      Ich hatte ja versprochen, euch den Anbau von Chicorée zu zeigen. Leider wurde auch mein Chicorée von den Pfauen verputzt. Aber ich probiere es nächstes Jahr nochmal. Für neue Anzuchten war es dann einfach irgendwann einfach zu spät. Super schade und ärgerlich!

      Aber auch das gehört zum Selbstversorger-Leben: Rückschläge zu verkraften und einfach weiterzumachen.

      Ich freue mich schon so darauf, wenn wir irgendwann einen eigenen Garten haben, wo ich mein Gemüse mit festen Zäunen vor ungebetenen Gästen schützen kann.

      #4: Der Umzug

      Dass wir ausziehen müssen, ist auch ein herber und unerwarteter Schlag gewesen. In meinem Artikel „Wir müssen umziehen-Selbstversorger ohne Hof?“ erzähle ich dir, warum wir ausziehen müssen.

      Link: https://www.wurzelwerk.net/2020/10/17/selbstversorger-umzug/

      Für den Übergang haben wir inzwischen eine schöne Wohnung gefunden. Sie hat zwar keinen Garten, aber wir dürfen ja unseren Garten hier weiternutzen und darüber bin ich sehr froh. Mit diesem Zwischenschritt gewinnen wir die Zeit, in Ruhe etwas Passendes zu finden.

      Unser neues Zuhause braucht in jedem Fall die Möglichkeit, unsere Tiere in Sichtweite vom Haus zu haben. Da kann ich sie viel besser beschützen!

      Rückschlag #5: Corona

      Ich bin sehr viel und sehr gern zu Hause und arbeite auch von dort aus. Ich habe weder ein großes Bedürfnis noch die Zeit zu verreisen – auch deshalb, weil wir die Tiere haben. Darum hat Corona für mich nicht so viele Veränderungen gebracht und das Jahr ließ sich ganz gut aushalten.

      Trotzdem war und ist es leider noch immer ein riesiger Einschnitt. Niemand hätte sich das letztes Jahr vorstellen können.

      Aber wie schön, dass so viele Leute die freie Zeit genutzt haben, um Gemüsebeete anzulegen und erste Selbstversorger-Erfahrungen zu machen! Je mehr Menschen rausgehen und mit den Händen in der Erde wühlen, desto besser! Daumen hoch für alle, die dieses Jahr das erste Mal gegärtnert haben! :)

      Wenn du mehr zum Thema Selbstversorgung wissen möchtest, kannst du gern auch in diesen Artikeln schmökern:

      3m2? 300m2? Was ist deine perfekte Gartengröße?

      So startest du deinen 3h/Woche-Selbstversorger-Garten!

      Unkrautfrei gärtnern – Jaa, das geht! ;)

      Schreib mir doch mal, wie deine Selbstversorger-Erfahrungen in diesem Jahr gewesen sind, was du dir vornimmst für 2021 und was du vielleicht ändern möchtest. Ich freue mich, von dir zu hören. Einen guten Rutsch und bis nächste Woche!

      Bodenlebewesen-fördern

      Bodenlebewesen fördern im Biogarten

      Ein gesunder Boden mit vielen Bodenlebewesen ist die Grundlage für prall gefüllte Erntekörbe. Auch wenn wir ihm oft nicht so viel Aufmerksamkeit schenken:

      Der Boden unter unseren Füßen ist ein ziemlich ausgeklügeltes System. Lose Mineralteilchen schließen sich zu Aggregaten zusammen, wodurch im Boden ein Porensystem entsteht, das einen Lebensraum für zahlreiche Kleinstlebewesen bietet.

      Der Boden ist also nicht nur ein bisschen Staub oder Dreck – Der Boden lebt! Und damit du genau Bescheid weißt, wer da unten rumkreucht und welche wichtigen Aufgaben diese Organismen für uns übernehmen, gibt es heute einige praktische Methoden, mit denen du Bodenlebewese fördern kannst. 

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      Ein fruchtbarer Boden lebt!

      Ich finde die Bodenlebewesen super spannend, weil sie an so vielen wichtigen Prozessen und Kreisläufen beteiligt sind: Alleine die Verwandlung von Bioabfall und Ernteresten bis zum feinkrümeligen Kompost ist doch richtig faszinierend, oder?

      Aber sie können noch so viel mehr, als organische Substanz zu zersetzen: sie sind am Humusaufbau beteiligt, setzen Nährstoffe für die Pflanzen frei oder fördern die Verwitterung, indem sie organische Säuren ausscheiden – sie sind generell super wichtige Akteure im Stickstoff- und Kohlenstoff-Kreislauf!

      Diese ganzen Prozesse, die da „undercover“ stattfinden, führen mitunter dazu, dass unser Gemüse in den Beeten auf natürliche Art und Weise, ganz ohne Mineraldünger und Chemiekeule, gut wachsen und gedeihen kann.

      Darf ich vorstellen: Die Bodenlebewesen

      Bodenlebewesen sind super vielfältig und es gibt Spezialisten in ganz unterschiedlichen Bereichen. Wir gehen auch gleich noch auf zwei richtig coole und im Garten super nützliche Kandidaten genauer ein.Zu Beginn gibt es aber erst mal einen kleinen Blick aus der Vogelperspektive auf die zahlreichen Bodenbewohner.

      Die Bodenlebewesen lassen sich gut ihrer Größe nach einteilen:

      Bodenlebewesen-födern-Maulwurf

      #1: Die Riesen unter den Bodenlebewesen

      Zu den größten Tieren im Boden zählen zum Beispiel Maulwürfe und Mäuse – das sind auch die Bewohner, die im Gemüsegarten eher nicht so willkommen sind, weil sie sich nicht an gerade Aussaatrillen halten und ganz schön viel Chaos im Gemüsebeet anrichten können. Aber auch die haben ihre Berechtigung. ;)

      Kleiner Tipp: Wenn der Maulwurf meine Aussaatrillen durcheinander gebracht hat, pflanze ich sehr gerne Kräuter und Blumen als Lückenfüller in die Beete – das ergibt tolle Mischkulturen. ;)

      Übrigens: Wenn du lieber Videos schaust, als Texte zu lesen, kommst du hier zur YouTube-Variante dieses Artikels, wo ich ein Interview mit Jacky aus meinem Team führe, die sich mit Bodenlebewesen richtig gut auskennt:

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      #2: Die Normalos

      Zu dieser Größenfraktion der Bodenlebewesen zählen Asseln, Käfer oder Regenwürmer. Du kannst sie mit bloßem Auge noch sehr gut erkennen und hast bestimmt schon, dass ein oder andere Mal, einige dieser Kandidaten in deinen Beeten angetroffen.

      Die besten Zeiten, um Regenwürmer zu beobachten, sind übrigens der Frühling und der Herbst. Dann sind die Temperaturen noch moderat und wenn wir Glück haben fällt auch schön viel Niederschlag. In den heißen und trockenen Sommermonaten ziehen sich die Würmer lieber in tiefere Bodenschichten zurück.

      Bodenlebewesen-fördern-Springschwanz

      #3: Die gerade noch so großen

      Na, so richtig groß sind die eigentlich nicht mehr, aber diese Bodenbewohner zählen immer noch zu den Tieren. Dazu gehören zum Beispiel Milben, Springschwänze und Enchyträen (das sind die kleinen Verwandten der Regenwürmer).

      Was machen diese Lebewesen eigentlich im Boden?

      Viele dieser Bodenlebewesen wohnen in den luftgefüllten Grobporen im Boden oder in der Streuschicht – mache dauerhaft und andere kommen nur zu bestimmten Zeiten vorbei – zum Beispiel, um ihre Eier im Boden abzulegen. Andere Bodenbewohner schaffen selber Poren oder legen sogar ganze Gangsysteme im Boden an, wie der Regenwurm oder Mäuse.

      Die Bodenlebewesen durchwühlen den Boden und fressen auf ihrem Weg organische Substanzen wie Blätter oder Erntereste. Dabei durchmischen sie die organische Auflage mit dem darunterliegenden Mineralboden, wodurch der Humus auch in tiefere Bodenschichten gelangt (das nennt sich Bioturbation). 

      Diese Durchmischung kann den Wurzelraum deiner Pflanzen nachhaltig verbessern, weil sie ihre Wurzeln noch tiefer in das lockere krümelige Erdreich strecken können. Noch dazu können die ganz kleinen Bodenbewohner diese zum Teil vorverdauten Streureste besser im feuchten Erdreich weiterverarbeiten.

      Die Regenwürmer spielen im Boden eine ganz besondere Rolle: Sie vermischen in ihrem Darm Organische Substanz und Mineralpartikel, wodurch sich „Ton-Humus-Komplexe“ bilden, das sind ziemlich stabile und fruchtbare Aggregate, die in einem bindigen Boden noch weiterwachsen können und irgendwann schöne Krümel bilden.

      Und ein krümeliger Boden lässt das Gärtnerherz doch gleich höherschlagen, oder? ;)

      Bodenlebewesen_fördern_pilzgeflecht

      #4: Die mikroskopisch kleinen Bodenlebewesen

      Mit dem Auge sind sie meist nicht mehr zu erkennen, so klein sind die Mikroorganismen. Zu den bekanntesten gehören Pilze, Bakterien und Algen. Sie sind zwar klein – aber oho! Du solltest die Mikroorganismen auf keinen Fall unterschätzen, denn sie machen etwa 90% der lebenden Biomasse im Boden aus.

      Die wichtigste Aufgabe dieser ganz kleinen Lebewesen ist es, die Nährstoffe aus der organischen Substanz – zum Beispiel aus deinen Ernteresten – wieder in die Stoffkreisläufe zurückzuführen, sodass die Pflanzen sie am Ende wieder aufnehmen können. Sie sind also wahre Recycling-Meister! 

      Außerdem sind sie am Humusaufbau beteiligt und können sogar Krankheitserreger im Boden einschränken. Unter den Ganz-Kleinen sind auch super viele Spezialisten anzutreffen, die zum Beispiel Stickstoff aus der Luft binden und in eine pflanzenverfügbare Form umwandeln können.

      Die Mykorrhizaeine faszinierende Symbiose

      Die Mykorrhiza ist eine ziemlich coole Lebensgemeinschaft zwischen Pilz und Pflanzenwurzel. Diese Symbiose gibt es schon richtig, richtig lange, denn sie hat die Besiedlung der Erdoberfläche mit Pflanzen wahrscheinlich erst möglich gemacht.

      Beide Partner ziehen Vorteile aus dieser Beziehung: Die Pilze erhalten Kohlenhydrate von der Pflanze und die Pflanze wird von dem beteiligten Pilz mit Wasser und Stickstoff, vor allem aber auch mit Phosphor versorgt.

      Phosphor ist im Boden generell nicht so gut mobilisierbar und daher sind deine Gemüse sehr dankbar, wenn der Pilz sie darin unterstützt, Phosphor aus dem Boden aufzunehmen.

      Außerdem sind die Phosphor-Vorkommen endlich (Peak Phosphor), weshalb die Vorteile dieser Symbiose in Zukunft wichtiger werden denn je. Pflanzen, die mit einem Mykorrhiza-Pilz zusammenleben, kommen viel besser ohne ständige Phosphor-Düngung aus und wachsen viel selbstständiger in deinen Beeten.

      Es gibt verschiedene Formen der Mykorrhiza. In unseren Gärten spielt insbesondere die Form mit dem komplizierten Namen „Arbuskuläre Mykorrhiza“ eine Rolle (übersetzt heißt das: bäumchenförmiger Wurzelpilz).

      Sie dringen mit ihren Hyphen (also mit den Pilzfäden) in die Wurzelzellen ein und bilden dort baumartige Verzweigungen aus. An dieser Schnittstelle tauschen die Pflanze und der Pilz ihre Stoffe z.B. Phosphor und Kohlenhydrate aus. Überschüssige Energie speichert der Pilz in der Pflanzenwurzel in Form von kleinen Fett-Tröpfchen – den Vesikeln.

      Eine mit Mykorrhiza „infizierte“ Pflanzenwurzel unter dem Mikroskop. Das Bild wurde uns von Dr. Ramia Jannoura zur Verfügung gestellt.

      Das Myzel des Pilzes (das sind alle Hyphen zusammen, also das gesamte Pilzgeflecht) kann ein viel größeres Volumen im Boden durchwurzeln, als es die Pflanze alleine schafft und kann dadurch Nährstoffe und Wasser auch aus weiter entfernten Bereichen im Boden erschließen – in trockenen Sommern ist das ein großer Vorteil für die Pflanzen.

      Die Pilzfäden verbauen außerdem die Krümel im Boden und halten sie zusammen, wodurch sich die Bodenkrümel stabilisieren und der Boden eine tolle Struktur bekommt.

      Hier kommen ein paar Besispiel-Gemüse, die eine Symbiose mit der „Arbuskulären Mykorrhiza“ eingehen:

      Leguminosen (Bohnen, Erbsen), Mais, Kartoffeln, Sonnenblumen, Gurken, Knoblauch, Paprika, Spargel, Tomaten, Zwiebeln, Knollenfenchel, Topinambur und Salat

      Kreuzblütler sind nicht daran interessiert, eine Symbiose mit dem Mykorrhiza-Pilz einzugehen, und freuen sich, wenn du sie stattdessen mit etwas Brennnesseljauche oder einem anderen organischen Dünger verwöhnst. Auch Fuchsschwanzgewächse wie Spinat halten nichts von dieser Symbiose.

      Mykorrhiza im Garten fördern

      Du kannst mit einer ausgeklügelten Fruchtfolge nicht nur fiese Krankheiten und Schädlinge vermeiden, sondern auch die fleißigen Bodenlebewesen bei der Stange halten. Achte daher bei der Anbauplanung am besten darauf, dass auf deinen Beeten immer wieder Gemüse wachsen, die eine Symbiose mit dem Mykorrhiza-Pilz eingehen können.

      Auf eine Düngung mit frischem Mist oder Gülle stehen die Mykorrhiza-Pilze nicht so sehr. Besser ist es, die Beete mit ausgereiftem Kompost zu versorgen. 

      Bei der Bodenstörung gibt es in der Forschung verschiedene Beobachtungen: Ich habe in Berichten schon gelesen, dass eine Störung den Pilz sogar anregt, mehr Hyphen auszubilden. Andere haben dahingegen beobachtet, dass es für die Mykorrhiza nicht förderlich ist, den Boden regelmäßig umzugraben.

      Daher ist meine Meinung: Es kann nicht schaden, den Pilz – zum Beispiel mit einer Doppelgrabegabel – ein bisschen zu ärgern, damit er angeregt wird, mehr Hyphen auszubilden. Auf eine extreme Bearbeitung wie Umgraben solltest du aber besser verzichten.

      Im Handel gibt es auch Mykorrhiza-Impfkulturen zu kaufen. Auf die kannst du aber getrost verzichten, denn in den meisten Gartenböden kommen sowieso schon Mykorrhiza-Pilze vor. Wenn du auf einem sehr ausgelaugten Boden gärtnerst und eine Impfkultur einsetzen möchtest, dann bringe sie in direkter Nähe zur Pflanzenwurzel aus.

      Wurzelknöllchen_in_Hand

      Knöllchenbakteriensind tolle Gartenhelferlein

      Die taffen Knöllchenbakterien gehören zu den Bakterienarten, die Stickstoff aus der Luft binden und in eine pflanzenverfügbare Form überführen können. Das ist ziemlich cool, denn Stickstoff ist ein Hauptnährstoff für Pflanzen. Und in der Luft ist eine große Menge Stickstoff vorhanden, die den Pflanzen in der Form aber nicht zur Verfügung steht.

      Diese Bodenlebewesen gehen mit den Leguminosen eine Symbiose ein und die haben zusammen einen Weg gefunden, wie sie den Stickstoff aus der Luft für sich nutzbar machen können. Um sich zu finden, stoßen die Wurzeln von Leguminosen Ausscheidungen aus, von denen sich die Knöllchenbakterien angezogen fühlen und so den Symbiose-Partner erkennen, das ist schon ziemlich genial.

      An der Wurzelspitze der Pflanzen dringen die Bakterien ein und etablieren sich in der Wurzel, wodurch an der Stelle kleine Verdickungen entstehen. An diesen Wurzelverdickungen, den sogenannten „Wurzelknöllchen“, in denen die Bakterien leben, kannst du eine „Infektion“ mit Rhizobien daher sehr gut erkennen.

      Aufgeschnittenes Wurzelknöllchen auf Holzbrett

      Warum sind die Wurzelknöllchen von innen rot? (Achtung „Nerd-Alarm“ ;))

      Die Pflanze und die Knöllchenbakterien müssen bei der Stickstoff-Fixierung aktiv zusammenarbeiten, damit das Ganze überhaupt funktioniert.

      Die Bakterien produzieren nämlich das Enzym „Nitrogenase“ für die Stickstoff-Fixierung, das extrem sauerstoffempfindlich ist. Die Knöllchenbakterien brauchen aber Sauerstoff zum Atmen. Daher ist es wichtig, dass der Sauerstoffgehalt in den Knöllchen so ausbalanciert ist, dass weder das Enzym Schaden nimmt noch die Knöllchenbakterien am Arbeiten gehindert werden.

      Deswegen kommen jetzt die Pflanzen ins Spiel, die bilden nämlich das eisenhaltige Leghämoglobin, das überschüssigen Sauerstoff in den Wurzelknöllchen bindet, sodass der Sauerstoffgehalt für den Prozess optimal ist. Dieses Leghämoglobin färbt das Gewebe von den Wurzelknöllchen in dieses hübsche rosa-rot.

      Bakterien und Pflanzen arbeiten also sehr eng zusammen, was eine Symbiose ja auch ausmacht. ;)

      Der Vorteil dieser Symbiose für die Pflanzen liegt also darin, dass die Bakterien pflanzenverfügbare Stickstoffverbindungen an die Pflanzenzelle liefern. Deswegen sind Leguminosen wie Erbsen oder Bohnen im Gemüsegarten Schwachzehrer und du musst sie nicht düngen.

      Und was haben die Bakterien von dieser Symbiose? Die Pflanze stellt den Bakterien organische Kohlenstoffverbindungen aus der Fotosynthese zur Verfügung, sodass sie ihren hohen Energiebedarf damit decken können.

      So kannst du die Leistung der Knöllchenbakterien nutzen

      Die Stickstoff-Fixierleistung dieser wunderbaren Symbiose kannst du super gut für die Fruchtfolge deiner Gemüsebeete nutzen. Dafür baust du nach den Leguminosen einfach starkzehrende Gemüse wie Kohl, Paprika oder Zucchini an, die von dem reichgedeckten Tisch profitieren und dich als Dank mit einer dicken Ernte beschenken.

      Kleiner Tipp: Das ist eine tolle Möglichkeit, um vegan zu gärtnern, weil du so nicht auf den Stickstoff aus dem Mist von Tieren angewiesen bist.

      Für eine hohe Nährstoffausbeute ist es wichtig, die Wurzeln der Leguminosen im Boden zu lassen und die Pflanzen nur oberirdisch abzuschneiden. Mit der Blattmasse kannst du hungrige Gemüse mulchen. Du kannst auch Klee oder Luzerne in einem Beet aussäen und die Blattmasse mehrmals im Jahr schneiden, um noch mehr nährstoffreichen Mulch in deinen Beeten ausbringen zu können.

      Bodenlebewesen_fördern_Sojabohne

      Übrigens: Es gibt nicht das eine Knöllchenbakterium, sondern ganz verschiedene, wirtsspezifische Arten.Wenn wir zum Beispiel das erste Mal Sojabohnen in unserem Garten anbauen, können wir uns sicher sein, dass die richtige Bakterienart wohl noch nicht in unserem Garten wohnt – dann lohnt es sich, den Boden mit den passenden Bakterienstämmen zu impfen.

      Knöllchenbakterien im Boden fördern

      Leguminosen bevorzugen neutrale Böden mit pH-Werten zwischen sechs und sieben. In einer Symbiose ist es wichtig, dass beide Partner glücklich und zufrieden sind. Das heißt: wenn die Bedingungen für die Pflanzen gut sind, profitieren davon auch die Knöllchenbakterien.

      Der optimale pH-Wert deines Bodens hängt von der Bodenart ab, auf der du gärtnerst. Schwere Böden mit einem hohen Tonanteil haben einen höheren pH-Wert als leichte Böden, die einen hohen Sandanteil aufweisen. Wenn der pH-Wert deines Bodens zu niedrig ist, dann solltest du ihn kalken.

      Auch die Knöllchenbakterien stehen mehr auf Kompost als auf Mist. Denn wenn der Stickstoffanteil im Boden sowieso schon hoch ist, dann sind die Leguminosen nicht auf die Knöllchenbakterien angewiesen und sehen es nicht ein, energiereiche Stoffe an die Bakterien abzugeben.

      Ansonsten kannst du den Knöllchenbakterien etwas Gutes tun, wenn du deine Beete mit einer dicken Schicht Mulch versorgst, sodass der Boden immer schön feucht ist.

      Eine Impfung mit wirtsspezifischen Knöllchenbakterien macht Sinn, wenn du keinerlei Wurzelknöllchen an deinen Erbsen oder Bohnen findest oder du ein „exotisches“ Gemüse wie Sojabohnen zum ersten Mal in deinen Beeten anbaust.

      Du hast Lust, noch ein bisschen weiter auf dem Blog zu schmökern? Dann schau doch mal bei diesen Artikeln vorbei:

      Warum du deine Beete nicht umgraben solltest – und was du stattdessen machst!

      Fruchtfolge erstellen – Schritt für Schritt zum perfekten Gemüsegarten-Fruchtwechsel

      So geht Permakultur: Schaff dir ein kleines Paradies!

      Na, hast du Knöllchen an den Wurzeln deiner Erbsen oder Bohnen gefunden? Ich freue mich auf deinen Kommentar!