Jetzt beginnt wieder die Zeit, in der die Gemüsegärten explodieren und man mehr erntet, als man essen kann oder mag. Da wäre es doch schön, auch im Winter noch etwas davon zu haben und einen Teil des Gemüses haltbar zu machen. Genau deswegen möchte ich dir jetzt eine geniale Konservierungsmethode vorstellen, die heutzutage kaum noch jemand beherrscht: das Fermentieren.
Beim Fermentieren macht man sich kleine Bakterien zunutze, die natürlicherweise auf dem Gemüse vorkommen: die Milchsäurebakterien. Mit ihrer Hilfe kann man das Gemüse mindestens sechs Monate aufbewahren, teilweise sogar bis zu zwei Jahre.
Inhaltsverzeichnis
Gemüse haltbar machen: 11 Gründe, warum Fermentieren absolut klasse ist!
1. Der Geschmack
2. Auch im Winter regional essen
3. Fermentierte Gemüse sind vorverdaut
4. Das Gemüse bleibt knackig
5. Noch mehr Vitamine!
6. Noch mehr Mineralstoffe!
7. Kein Extra-Zubehör, kein Schnickschnack
8. Eine Zutatenliste, die ihren Namen eigentlich gar nicht verdient
9. Das gibt es nirgends zu kaufen
10. Die Haltbarkeit
11. Einfach und sicher
Früher war die Fermentation die gängigste Art, um Gemüse haltbar zu machen, und das völlig zurecht. Fermentieren ist super einfach, wenn man den Dreh einmal raushat, kommt ohne teures Zubehör und Schnickschnack aus und funktioniert sogar ganz ohne Strom oder elektrische Kühlung.
Und das Beste:
Bei allen anderen Konservierungsmethoden gehen Inhaltsstoffe und Vitamine verloren. Ob das jetzt Einkochen ist, Einfrieren, Dörren, Einlegen oder Einlagern. Beim Fermentieren bleiben die Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe aber nicht nur erhalten, das Gemüse enthält nach dem Fermentieren sogar noch mehr Vitamine.
Dazu kommt, dass die Milchsäurebakterien richtige kleine Verdauungs-Booster sind. Wenn du deine Fermente roh isst, nimmst du massenhaft Probiotika zu dir. Sozusagen selbstgemachtes Superfood. ;)
Mit Aufkommen der Konservenindustrie ist die Fermentation leider immer weiter in Vergessenheit geraten. Heutzutage kennen die meisten Menschen Fermente nur noch von Sauerkraut und Salzgurken.
Was viele nicht wissen:
Man kann auch so gut wie jedes andere Gemüse fermentieren. Knoblauch, Möhren, Tomaten, Kürbis – ALLES! Da gibt es jenseits von Sauerkraut und Salzgurken ein ganzes Geschmacks-Universum, von dem die meisten Menschen keinen blassen Schimmer mehr haben.
Ich bin absolut dafür, dass wir die Kunst des Fermentierens neu aufblühen lassen und uns diese Fähigkeiten wieder aneignen. Deswegen kommt hier eine Hommage an die wohl genialste Art, Gemüse haltbar zu machen.

Gemüse haltbar machen: 11 Gründe, warum Fermentieren absolut klasse ist!
1. Der Geschmack
Du kannst das Gemüse zusammen mit allen Kräutern und Gewürzen fermentieren, die dir in den Sinn kommen. Fermentierte Möhren mit Ingwer sind zum Beispiel wahnsinnig gut. Oder selbstgemachter Kimchi, mmmh! Beim Fermentieren kannst du so gut wie nichts falsch machen – ich fand selbst meine wagemutigsten Experimente immer saulecker.
2. Auch im Winter regional essen
Regional ist erste Wahl, oder? ;) Als wir noch keinen eigenen Garten hatten, habe ich im Sommer massenhaft regionales Gemüse auf dem Markt gekauft und es zuhause haltbar gemacht. So hatten wir auch im Winter noch regionale Tomaten im Vorratsschrank. Weil das Gemüse in der Hauptsaison günstiger ist, haben wir nebenbei auch noch eine ganze Menge Geld gespart.
Am besten finde ich aber, dass ich dadurch so wahnsinnig viel übers Haltbarmachen gelernt habe und mir die verschiedensten Methoden aneignen konnte. Selbst wenn du (noch) keinen eigenen Garten hast: Lass dich davon nicht aufhalten und probier es einfach mit gekauftem Gemüse.
3. Fermentierte Gemüse sind vorverdaut
Die Milchsäurebakterien machen sich während des Fermentationsprozesses über dein Gemüse her und verdauen es für dich vor. Was sich erstmal irgendwie ekelig anhört, ist eigentlich eine tolle Sache. Dadurch ist das Gemüse nämlich viel besser bekömmlich und kann sehr gut vom Darm verwertet werden.
4. Das Gemüse bleibt knackig
Du kannst die Konsistenz des Gemüses ziemlich gut über die Größe der Gemüsestücke, die du fermentierst, steuern. Je größer die Stücke, desto fester bleibt das Gemüse. Wenn du also möchtest, dass das Gemüse schön knackig bleibt, fermentierst du einfach möglichst große Stücke und falls du es eher weich magst, zerkleinerst du es vorher.

5. Noch mehr Vitamine!
Wie ich schon erzählt habe, bleiben die Vitamine beim Fermentieren nicht nur erhalten, sie vermehren sich auch noch. Die Milchsäurebakterien produzieren nämlich Vitamine, um untereinander zu kommunizieren. Biofilm Quorum Sensing nennt sich das. Abgefahren, oder?
Kein Wunder, dass schon die alten Seefahrer immer ein paar Fässer Sauerkraut an Bord hatten. Der hohe Vitamingehalt hat sie vor der Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut geschützt.
6. Noch mehr Mineralstoffe!
Nicht nur die Vitamine, auch die Mineralstoffe sind ein großer Pluspunkt. Sauerkraut enthält super viel Calcium, Magnesium und Kalium und auch Spurenelemente wie Eisen oder Zink.
Bist du dabei in der „Mach deine Ernte haltbar“-Challenge?
Ich veranstalte im Sommer immer meine “Mach deine Ernte haltbar“- Challenge mit allen Leuten, die in meinem Newsletter eingetragen sind. Da motivieren wir uns gegenseitig, tauschen uns aus oder schicken uns Fotos. Es macht einfach richtig viel Spaß, wenn wir alle zusammen unsere Ernteüberschüsse angehen und unsere Vorratskammern füllen.
Wenn du gerne mitmachen möchtest, vielleicht weil du noch neu bist, was das Einkochen betrifft oder du einfach Lust auf Austausch hast, dann kannst du dich gerne für die Challenge anmelden:
Ich würde mich riesig freuen, wenn du mit dabei bist!
7. Kein Extra-Zubehör, kein Schnickschnack
Um zu fermentieren, musst du dir keinen teuren Gärtopf und sonstiges Zubehör anschaffen. Das Tomatensoßenglas von gestern Abend tut’s genauso. Und statt mit einem Krauthobel kannst du deine Kohlköpfe auch auf einer normalen Küchenreibe reiben – oder sie mit einem Messer in schmale Streifen schneiden.
Zum Fermentieren brauchst du keinen teuren Schnickschnack. Du kannst gleich loslegen mit dem, was du zuhause hast.
8. Eine Zutatenliste, die ihren Namen eigentlich gar nicht verdient
Die Zutatenliste beim Fermentieren ist unglaublich kurz. Gemüse und Salz – und je nach Geschmack noch ein paar Gewürze. Einfacher geht’s nicht.
9. Das gibt es nirgends zu kaufen
Diese Geschmacksvielfalt gibt es in keinem Supermarkt und die gesundheitlichen Pluspunkte erst recht nicht. Das Sauerkraut, das du im Laden bekommst, wird nach dem Fermentieren abgekocht. All die tollen Bakterien sind also längst tot und der Gesundheitsaspekt fällt fast vollständig weg. Da hilft nur eins: Selbermachen. :)
10. Die Haltbarkeit
Korrekt fermentiertes Gemüse wird nicht schlecht, nur saurer. Irgendwann ist es dann so sauer, dass man es nicht mehr essen will, aber bis dahin können unter Umständen zwei Jahre vergehen. Nach sechs Monaten sind die meisten Gemüse noch sehr, sehr lecker, selbst nach acht oder zehn Monaten noch. Fermentieren ist also eine tolle Möglichkeit, sich den ganzen Winter hindurch mit Gemüse zu versorgen, bis der Garten im Frühsommer wieder genug abwirft.
11. Einfach und sicher
Solange man ein paar Grundregeln beachtet, ist Fermentieren wahnsinnig sicher. Und es ist so simpel! Wenn du es einmal drauf hast, kannst du so gut wie JEDES Gemüse haltbar machen, das dir unter die Finger kommt, und brauchst dafür noch nicht mal ein Rezept. Du kannst deiner Kreativität beim Fermentieren absolut freien Lauf lassen. Solange du dich an die Grundregeln hältst, kann nichts schiefgehen.
Falls du jetzt ganz scharf auf’s Fermentieren bist und wissen willst, wie zum Henker das denn jetzt eigentlich funktioniert:
Hier findest du eine Schritt für Schritt-Anleitung zum Fermentieren.
Hol dir meine Fermentier-Checkliste!
Lad dir gerne meine Checkliste zum Fermentieren ohne Schimmelgefahr herunter, in der ich alle Schritte übersichtlich für dich gegliedert habe.
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