Neueste Artikel

Rosmarin schneiden mit Gartenschere

Rosmarin schneiden: Einfache Schritt-für-Schritt Anleitung!

Auch wenn du immer fleißig Rosmarin-Zweige erntest, solltest du jedes Jahr deinen Rosmarin schneiden, damit er seine schöne buschige Wuchsform behält. Also schnapp dir die Gartenschere – ich zeige dir, wie es geht!

Inhaltsverzeichnis
Terminplanung: Wann soll ich meinen Rosmarin schneiden?
Rosmarin schneiden: Alle Infos auf einen Blick
Gewusst wie – Die verschiedenen Schnitte beim Rosmarin schneiden
Das richtige Equipment: Welches Werkzeug brauche ich?
„Reste“-Verwertung: Rosmarin trocknen und Rosmarin vermehren

Terminplanung: Wann soll ich meinen Rosmarin schneiden?

Liebst du Rosmarin auch so wie ich? Sein würziger, angenehmer Duft weckt in mir sofort Erinnerungen an Urlaub am Mittelmeer. :) Auch in der Küche beweist der Rosmarin seine Vielseitigkeit: Es gibt eigentlich kein Gericht, das sich mit ein paar Nadeln nicht aufpeppen lassen würde. Yams! :)

Rosmarin gehört zu den Halbsträuchern und kann im Garten theoretisch bis zu eineinhalb Meter hoch werden. Damit er schön buschig bleibt und möglichst wenig verholzt, musst du regelmäßig deinen Rosmarin schneiden. Dabei kommt es aber auf den richtigen Zeitpunkt an!  

Topf-Rosmarin schneiden:

Wenn du einen grünen Hausfreund hast, dein Rosmarin also bei dir auf der Fensterbank steht, schneidest du ihn am besten im zeitigen Frühjahr, bevor er im Mai neu austreibt. 

Im Herbst kannst du ihm dann noch einen kleinen Formschnitt verpassen, solltest aber keine größeren Eingriffe mehr vornehmen. Dein Rosmarin bereitet sich jetzt nämlich schon auf die Winterruhe vor und ist nicht mehr so widerstandsfähig.

Freiland-Rosmarin schneiden:

Bei allen harten Kerlen, die draußen tapfer Wind und Wetter trotzen, wartest du mit dem Rückschnitt bis nach den Eisheiligen. Falls es nämlich doch noch einen plötzlichen Kälte-Einbruch geben sollte, sind die frisch geschnittenen Triebe schutzlos dem Frost ausgeliefert.

Da im Herbst eine höhere Luftfeuchtigkeit herrscht, die Pilzkrankheiten ein perfektes Wohlfühlklima bietet, lässt du zu dieser Jahreszeit die Gartenschere im Regal und kuschelst deinen grünen Freund, wenn es kälter wird, lieber in ein Wintervlies ein. Damit hilfst du deinem Rosmarin, winterhart zu sein und die kalte Jahreszeit besser zu überstehen.

Im Garten wird es selten hektisch, aber es kommt auf den richtigen Zeitpunkt für die einzelnen Arbeiten an. Damit du ganz entspannt gärtnern kannst und dich um Termine nicht mehr sorgen musst, habe ich dir einen Aussaatkalender erstellt! Darin findest du alle wichtigen Termine zum Säen und Pflanzen und verpasst nichts mehr. Lad ihn dir gerne herunter:

Rosmarin schneiden: Alle Infos auf einen Blick

Beim Rosmarin-schneiden hast du ganz verschiedene Absichten. Du möchtest ihn beernten, in Form bringen, verjüngen, zurückschneiden oder kranke Triebe entfernen. Puuh, das sind ganz schön viele Möglichkeiten! ;)

Damit du nicht den Überblick verlierst, habe ich dir hier eine Übersicht erstellt, in der du auf einen Blick sehen kannst, wie du deinen Rosmarin richtig schneiden solltest.

SchnittartWie soll ich meinen Rosmarin schneiden?
ErnteschnittGanze Zweige entfernen
FormschnittZweige auf gewünschte Höhe zurückschneiden, aber insgesamt nicht mehr als ein Drittel entfernen. Vorjahrestriebe auf drei Zentimeter zurückschneiden. Zweige, die verholzt sind, bis auf drei Zentimeter nach einer grünen Abzweigung zurückschneiden. Störende oder zu dicht stehende Zweige ganz herausnehmen. 
ErhaltungsschnittZweige um ein Drittel kürzen, nicht in den verholzten Rosmarin schneiden.
VerjüngungsschnittAlte und abgestorbene Triebe bis auf den Boden entfernen, so dass sich wieder mehr Abstand zwischen den einzelnen Zweigen ergibt.
RadikalschnittAlle Zweige bis auf drei Zentimeter vor der Verholzung abschneiden, sonst auf drei Zentmeter zurückschneiden

Für eine perfekte Rosmarin-Pflege gehört das Rosmarin-schneiden im Frühjahr unbedingt auf deine To-do-Liste. Du vermeidest damit, dass du im Lauf der Jahre einen von unten her verkahlenden, holzigen Strauch bekommst, der nicht mehr schön aussieht, immer weniger Blüten bildet und dir auch nicht mehr so viele leckere Erntezweige einbringt. Aber das passiert dir von nun an nicht mehr. Denn ab jetzt bist du eine Rosmarin-Pflege-Fachkraft! ;)

Psst: Auch Johannisbeeren und Himbeeren freuen sich übrigens über einen regelmäßigen Schnitt und danken ihn dir mit einer üppigen Ernte! :)

Rosmarin schneiden: Blühender Rosmarin

Gewusst wie – Die verschiedenen Schnittarten für deinen Rosmarin

Dein Kopf schwirrt schon vor lauter Schnittarten und du weißt kaum noch, warum du was an deinem Rosmarin schneiden sollst? Keine Sorge, wir schauen uns die verschiedenen Schnittarten mal im Detail an:

Ernteschnitt

Du nimmst dir so viel von deinem Rosmarin ab, wie du gerade brauchst. Bitte zupf ihm nicht einfach die Nadeln weg, das schwächt die Pflanze. Beim Rosmarin-schneiden nimmst du am besten ganze Zweige. Die lassen sich nach dem Kochen auch besser wieder aus dem Essen herausfischen, wenn du sie nicht mitessen magst. ;)

Formschnitt

Diese Schnittart brauchst du, wenn du Höhe und Breite deines Rosmarin-Strauches unter Kontrolle halten möchtest. Falls du deinen Rosmarin als Hochstämmchen ziehst oder dir eine besondere Form für ihn wünschst, schneidest du alle Zweige, die sein Wunsch-Aussehen stören, weg.

Erhaltungsschnitt

Du liebst deinen Rosmarin genauso, wie er gerade aussieht? Dann ist ein Erhaltungsschnitt angesagt! Damit sorgst du dafür, dass alle Zweige schön grün und kräftig bleiben und auch ein schon etwas gesetzterer Rosmarin-Strauch möglichst wenig verholzt.

Verjüngungsschnitt

Ein Verjüngungsschnitt beim Rosmarin-schneiden bringt Licht und Luft ins Dunkel! Rosmarin, der sich an seinem Standort wohl fühlt und nicht geschnitten wird, legt sich nämlich ein dichtes Rosmarin-Zweige-Fell zu, das Wind und Sonne nur schwer durchdringen können. Dadurch verholzen die Zweige gern und die Nadeln vergilben.

Radikalschnitt

Wenn dein Rosmarin von einer fiesen Krankheit oder einer Schädlingsarmada befallen ist, hilft manchmal nur noch ein rigoroser Rückschnitt. Anschließend kannst du deinen kränkelnden Schützling zur Kräftigung mit Rainfarnbrühe gießen und fest die Daumen drücken, dass er wieder frisch und gesund austreibt.

Du hast mit Schädlingen in deinem Gemüsebeet zu kämpfen? Hier findest du Erste Hilfe gegen Blattläuse, Weiße Fliegen und Trauermücken!

Die goldene Regel beim Rosmarin-schneiden lautet: Möglichst nie in die Verholzung hineinschneiden! Dein Rosmarin nimmt dir das nämlich so richtig übel und treibt an dieser Stelle – wenn überhaupt – nur sehr zögerlich wieder aus. 

Rosmarin schneiden
Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

Das richtige Equipment: Welches Werkzeug brauche ich?

Zum Rosmarin-schneiden brauchst du geeignetes Werkzeug, damit du deinem nadeligen Kumpel beim Schnitt keine überflüssigen Verletzungen zufügst.

Für einen kleinen Rosmarin im Topf genügt eine einfache scharfe Schere*. Die Zweige sind noch weich und biegsam und brauchen deshalb kein schweres Gerät! ;)

Bei einem Freiland-Rosmarin sieht das je nach Alter und Zustand schon ganz anders aus. Hier können sich dickere Äste gebildet haben, die du vielleicht sogar komplett abschneiden möchtest.

Dafür verwendest du am besten eine kräftige Rosenschere, die beim Rosmarin-schneiden einen glatten Schnitt und keine „Verfransungen“ oder Quetschungen erzeugt. Sollten die Äste noch dicker sein, ist eine kleine Säge ziemlich hilfreich.

Setze die Schere oder die Säge immer möglichst schräg an, damit Regenwasser und Schnee abgleiten und die Schnittfläche schnell wieder abtrocknen kann. 

Interessierst du dich dafür, nicht nur Rosmarin, sondern auch dein eigenes Gemüse im Garten anzubauen und dich ein Stück weit selbst zu versorgen? Dann komm doch in meinen Gemüsegarten-starten Kurs, da zeige ich dir, wie du ohne viel Mühe eine dicke Gemüse-Ernte einfährst. Ich würde mich freuen, dich als Mitglied unserer Gartencrew zu begrüßen! :)

Rosmarin schneiden: Rosmarinzweig

„Reste“-Verwertung: Rosmarin trocknen und Rosmarin vermehren

Du hast das Rosmarin-Pflege-Programm erfolgreich absolviert und jetzt eine Menge Schnittgut übrig? Das solltest du auf keinen Fall wegwerfen, dafür gibt es nämlich super Verwendungsmöglichkeiten!

Möglichkeit #1: Rosmarin vermehren durch Stecklinge

Mach dir doch aus deinem Schnittgut einfach eine neue Rosmarin-Pflanze! Auf diese Weise hast du völlig weitere Exemplare dieses tollen Gewürzkrautes.

Hier zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du Rosmarin durch Stecklinge vermehrst.

Möglichkeit #2: Rosmarin trocknen und einen Wintervorrat anlegen

Für den Wintervorrat kannst du nach dem Rosmarin-schneiden die Zweige locker mit einer Schnur zusammenbinden und bei Zimmertemperatur trocknen. Die Nadeln behalten ihr Aroma und sind eine leckere Zutat für winterliche Eintöpfe.

Auch Basilikum und Tomaten lassen sich durch Trocknen ganz einfach haltbar machen!

Möglichkeit #3: natürlichen Lufterfrischer herstellen

Wenn du den Duft von Rosmarin auch so sehr liebst wie ich, kannst du dir einen natürlichen Raumduft aus deinem Schnittgut machen! Dazu füllst du ein kleines Marmeladenglas zur Hälfte mit Natron, zupfst die Rosmarin-Nadeln ab und gibst sie dazu. Alles gut miteinander vermischen. Jetzt bohrst du in den Deckel einige kleine Löcher, schraubst das Glas zu und stellst es in den Raum, den du beduften möchtest.

Möglichkeit #4: Mit Rosmarin räuchern

Nach dem Rosmarin-schneiden zupfst du die Nadeln von den Zweigen ab und hebst sie luftig bis zum nächsten Grillabend auf. Wenn dein Grillgut dann appetitlich auf dem Rost brutzelt, streust du einige Nadeln direkt auf die Kohle. Der aufsteigende Rauch gibt deinem Essen ein ganz besonders leckeres Aroma! Hmmm…!

Eine andere Variante ist es, deinem Räucherwerk Rosmarin-Nadeln beizugeben. Dem Duft und dem Rauch von Rosmarin wird nachgesagt, dass er Krankheit und Erschöpfung vertreibt und den Tatendrang anstachelt. Und was können wir im Garten besser brauchen als Tatendrang? Eben. ;)

Apropos Tatendrang: Hast du dir schon meinen Aussaatkalender heruntergeladen? Den lege ich dir wirklich ans Herz, weil er eine enorme Gartenhilfe ist! :)

Rosmarin schneiden ist nicht nur schnell gemacht, sondern auch wichtig, damit du deine Gewürzpflanze lange beernten kannst und viel Freude an ihren Blüten und ihrer schönen Wuchsform hast. Die abgeschnittenen Zweige kannst du anschließend auf viele unterschiedliche Arten verwenden. Drum nichts wie ran an den Rosmarin! :)

Falls du jetzt kräutermäßig auf den Geschmack gekommen bist, lies gerne hier weiter:

Kräuterhochbeet: Lieblingskräuter ganz einfach anbauen und ernten!

Welche Kräuter zusammen pflanzen? 18 tolle Kräuterpaare!

43 Kräuter, Obst- und Gemüsepflanzen, die auch im Schatten wachsen

Wie steht´s bei dir mit dem Rosmarin-schneiden? Traust du dich das erste Mal an deinen Rosmarin heran? Ich freue mich, von deinen Erfahrungen zu hören!

*Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

Keimende Kartoffeln

Kartoffeln vorkeimen: Das Geheimnis einer üppigen Ernte!

DAS Geheimnis einer guten Kartoffelernte ist, die Kartoffeln vorkeimen zu lassen. Allerdings solltest du dazu nicht einfach keimende Knollen aus dem Keller nehmen, sondern schön kurze, kräftige Triebe an deine Pflanzkartoffeln zaubern. Ich verrate dir, wie du das ganz einfach hinbekommst und mit diesem Trick eine super Kartoffelernte einfährst.

Inhaltsverzeichnis
Warum du Kartoffeln vorkeimen solltest
Kartoffeln vorkeimen – aber richtig
Wie viele Kartoffeln vorkeimen?
Kartoffeln vorkeimen: Schritt für Schritt
Pflanzkartoffeln kaufen oder selber ziehen?
Saatkartoffeln: Was ist der Unterschied?

Warum du Kartoffeln vorkeimen solltest

Kartoffeln sind ziemliche Frostbeulen, denen es schnell mal zu kalt wird. Sie wollen deshalb erst relativ spät im Frühjahr ins Beet. Und leider kommt dann oft schon bald die Kraut- und Braunfäule um die Ecke, die deinen Kartoffelpflanzen auf die Pelle rückt. Oder die Kartoffelkäfer sind bereits geschlüpft und machen sich über die Kartoffeln her.

Der Trick, um trotzdem eine gute Ernte einzufahren, ist deshalb, die Kartoffeln vorkeimen zu lassen. So haben sie einen Wachstumsvorsprung und können die Zeit im Beet ausnutzen, um schön dicke Knollen zu bilden.

Beim Vorkeimen bilden die Knollen nämlich kleine Triebe, die ruckzuck zu wachsen anfangen, sobald sie ins Beet kommen – am besten natürlich in Kompostbeete. Mit diesem Blitzstart kann die Pflanze so richtig loslegen, bevor die fiesen Krankheiten und Schädlinge unsere schöne Ernte bedrohen. Mulchst du die Kartoffeln zusätzlich, geht es deinen Pflanzen so richtig gut.

Ein weiterer Vorteil vom Kartoffeln vorkeimen ist, dass deine Kartoffeln schneller loswachsen, und so einen satten Vorsprung vor Unkräutern haben. Die müssen dann sehen, wo sie bleiben. ;)

Also: Kompostbeete + Kartoffeln vorkeimen + Mulch ist deine perfekte Strategie für eine pralle Kartoffelernte.

Wenn du noch nicht weißt, welche Kartoffelsorten du als nächstes anbauen möchtest, dann schau doch mal, was bei meinem Kartoffel-Geschmacktest herausgekommen ist und welche Sorten ich dir empfehlen kann.

Kleiner Tipp: Übrigens ist die Knolle, wenn sie im Boden eingegraben ist, vor leichten Minusgeraden geschützt. Nur wenn die Pflänzchen aus der Erde schauen und es nochmal Nachtfröste gibt, ist das kritisch. Falls also Minusgrade angesagt sind, solltest du deine Kleinen mit Stroh oder einem dicken Vlies abdecken – dann war das Kartoffeln vorkeimen nicht umsonst. Weitere wichtige Tipps rund um das Kartoffeln pflanzen findest du hier.

Vorgekeimte Kartoffeln

Kartoffeln vorkeimen – aber richtig

Wir kennen es alle: Aus den Kartoffeln im Vorratsschrank kommen helle Keimtriebe. Wenn die Kartoffeln es zu warm haben, passiert es schnell, dass sie austreiben. Diese langen, dünnen Triebe sind aber eher zart und brechen sehr schnell, weswegen du sie nur bedingt zum Auspflanzen nehmen kannst. Aus ihnen wachsen zwar auch Kartoffeln – nur halt nicht so gut.

Um zu vermeiden, dass deine Kartoffeln wahllos vor sich hin keimen, gibt es aber auch den ein oder anderen Trick, mit dem du das vermeiden kannst. 

Mit Plan Kartoffeln vorkeimen hat das Ziel, kleine, kräftige Triebe mit einer grünvioletten Farbe an den Knollen wachsen zu lassen. Diese kleinen Triebe von ca. 1-2 cm brechen nicht so schnell ab und haben die ganze Power der Knolle in sich vereint, um kräftig los zu wachsen.

Wie viele Kartoffeln vorkeimen?

Bevor es mit dem Kartoffeln vorkeimen losgeht, solltest du dir überlegen, wie viele Kartoffeln du in deinen Beeten setzen willst, damit du dann die passende Menge vorgekeimte Kartoffeln parat hast.

Fürs kleine Kartoffelbeet:

Auf kleineren Flächen ist das ganz einfach: Überlege dir, wie viele Reihen Kartoffeln du in deinem Beet anpflanzen möchtest. Kartoffeln werden in der Regel mit einem Reihenabstand von 60 cm und einem Pflanzabstand von 30 cm angebaut. Das kannst du aber natürlich auch anders machen.

Wenn du im selben Abstand pflanzt wie ich, dann schaust du nun zuerst, wie viele Kartoffelreihen bei einem Reihenabstand von 60 cm in dein Beet passen. Ich fange die erste Reihe immer mit einem halben Reihenabstand Platz zum Beetrand an.

Dann misst du noch, wie lang deine Kartoffelreihen werden. Deine Beetlänge teilst du dann durch 30 cm und schaust mal, wie viele Kartoffelpflanzen du in einer Reihe unterkriegst.

Und? Wie viele sind’s? Die Zahl musst du jetzt nur noch mit der Anzahl deiner Reihen multiplizieren, und schon weißt du genau, wie viele Pflanzkartoffeln du brauchst. Keim aber ruhig ein paar mehr vor, denn vielleicht bildet die ein oder andere Kartoffel keine schönen Keimspitzen.

Kartoffelernte per Hand

Fürs große Kartoffelbeet:

Du willst eine größere Fläche Kartoffeln anbauen und möchtest deine Pflanzkartoffeln nur ungern zählen, weil es so viele sind? Dafür gibt’s auch einen Trick. Um ein bisschen Mathematik kommst du dann aber nicht drum herum… Aber keine Sorge, so kompliziert ist es nicht! Lediglich drei Faktoren solltest du dir vorher überlegen: das Gewicht deiner Knollen und den Pflanz- sowie Reihenabstand.

Wenn du diese Zahlen hast, kannst du sie einfach in die folgende Formel einsetzen, um die Anzahl zum Kartoffeln vorkeimen für 1 m2 auszurechnen:

(Knollen/Reihe) x (Reihe/m2) x (kg/Knolle)

Die Knollen/Reihe berechnest du einfach mit 1 m pro Reihe geteilt durch Pflanzabstand pro Knolle in m.

Die Reihen/m2 ergibt sich aus 1 m2 geteilt durch Reihenabstand in m.

Wenn du also deine Kartoffeln mit einem Pflanzabstand von 30 cm und einem Reihenabstand von 60 cm anbauen möchtest und deine Knollen 100 g wiegen, brauchst du folgende Menge Knollen pro Quadratmeter:

(1/0,3) x (1/0,6) x 0,1 kg = 0,55 kg

Wiegen deine Knollen 50 g und du möchtest sie mit einem Abstand von 25 cm pflanzen, bekommst du ein ganz anderes Ergebnis:

(1/0,25) x (1/0,6) x 0,05 kg = 0,33 kg

Also wieg mal schnell deine Knollen und trag die Zahlen einfach in die Formel ein. Dann weißt du, ob du genug Kartoffeln für deine neue Gartensaison eingeplant hast. :)

Gut zu wissen: Wenn deine Kartoffeln alle unterschiedlich groß sind, rechnest du einfach mit 5-6 Knollen pro m2

Kartoffeln vorkeimen: Schritt für Schritt

Sobald im Februar die ersten Frühlingsgefühle hochkommen, kannst du deine Kartoffel-Vorzucht planen. Denn 4-8 Wochen vor dem eigentlichen Pflanztermin solltest du deine Knollen dem Licht aussetzen und treiben lassen. Am wohlsten fühlen sich die Kartoffeln in einem hellen Raum bei einer Temperatur von 12-15 Grad.

Du weißt nicht, wann du deine Kartoffeln pflanzen sollst? Dann lade dir doch meinen Aussaatkalender herunter. Darin habe ich ganz viele Saat- und Pflanztermine meiner Lieblingsgemüse notiert – und da darf die Kartoffel natürlich nicht fehlen. Um zu wissen, wann du mit dem Vorkeimen beginnst, rechnest du einfach 4-8 Wochen vom Pflanztermin zurück. Das ist ja auch ein ziemlich großes Zeitfenster – da kann also eigentlich nichts schief gehen. ;)

Die richtigen Profis kitzeln mit einem kurzen Wärmestoß von 17-20 Grad zu Beginn des Kartoffeln Vorkeimens einmal alles aus der Knolle heraus. Zusätzlich härten sie die keimenden Knollen kurz vor dem Auspflanzen bei 5-10 Grad nochmal ab. Diesen Aufwand musst du aber nicht unbedingt betreiben – die Kartoffeln wachsen auch so wunderbar.

Aber wie funktioniert denn nun das eigentliche Kartoffeln vorkeimen?
 
 Also… Die Knollen legst du dazu in eine kleine Kiste. Alternativ dazu organisierst du dir Eierkartons und ersetzt die Eier durch deine Pflanzkartoffeln. Wichtig ist, dass du die Kartoffeln nicht stapelst, sodass sie schön viel Licht abbekommen. Dann stellst du die Kiste oder die Eierkartons an einen hellen Ort mit 12-15 Grad Celsius. Wenn du Eierkartons verwendest, sollten die natürlich offenbleiben.

Und jetzt heißt es: Warten. Das ist oft die schwierigste Disziplin als Gärtner*in, findest du nicht? Wachsen in den nächsten Wochen viele kleine grüne Triebe aus deinen Knollen, hast du beim Kartoffeln vorkeimen alles richtig gemacht. :)

Junge Kartoffelpflanze wächst

Die Paprika, eine Schwester der Kartoffel aus der Familie der Nachtschattengewächse, mag es übrigens auch sehr gerne, wenn sie im Februar vorgezogen wird. Hier findest du meinen kompletten Guide zum Paprika anbauen. 

Pflanzkartoffeln kaufen oder selber ziehen?

Warum soll ich eigentlich spezielle Pflanzkartoffeln kaufen, wenn ich selber ganz viele Kartoffeln habe? Gute Frage! Oft ist das tatsächlich gar nicht nötig. Sehen deine Knollen gesund aus, kannst du sie im nächsten Jahr zum Kartoffeln vorkeimen verwenden. Achte dabei auf ausreichende Größe: Eine optimale Pflanzkartoffel wiegt zwischen 50 und 100 Gramm.

Tauchen jedoch Krankheiten auf, kaufst du dir besser neue Pflanzkartoffeln. Sonst riskierst du einen Totalausfall im Kartoffelbeet. 

Hast du schwarze Punkte auf deinen Kartoffeln, haben sie sehr wahrscheinlich die Wurzeltöterkrankheit (Rhizoctoniasolani). Und faulen viele deiner Kartoffeln im Lager, musst du mit Braunfäule oder bakterieller Welke rechnen. In diesen Fällen ist es immer besser, dir neues Pflanzgut zum Kartoffeln vorkeimen zu kaufen. Auch deformierte Knollen solltest du nicht wieder pflanzen. Ja, dazu zählen auch herzförmige… Aber die dürfen herzlich gerne auf deinem Teller landen. ;)

Auch Pflanzkartoffeln, die du kaufen kannst, stammen übrigens ausschließlich von Betrieben, deren Pflanzbestand (so heißt das bewachsene Feld bei Landwirt*innen) auf Krankheiten kontrolliert wurde.

Was du beim Kauf von Gemüse-Saatgut beachten solltest, erzähle ich dir in diesem Artikel. Auch bei Kartoffeln lohnt es sich, deine Lieblingssorte mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Saatkartoffeln – der Unterschied

Du hast schon von Saatkartoffeln und Pflanzkartoffeln gehört, und findest den Unterschied nicht? Lass dich nicht verwirren – den Unterschied gibt es nämlich gar nicht. Beide Begriffe meinen die Knollen, die wir in die Erde legen.

Ich finde den Begriff „Saatkartoffeln“ aber sehr irreführend, denn Kartoffeln werden ja nicht gesät, sondern gepflanzt. Wir bringen ja keine Samen, sondern Teile der Wurzel der Kartoffelpflanze aus. 

Jede der Knollen, die du erntest, ist somit genetisch identisch mit der Mutterknolle. Ja genau, deine Pflanzknolle ist eine Mutterknolle, die ganz viele Tochterknollen bildet. Kein Scherz, der Kartoffelanbau ist sehr matriarchalisch organisiert. Von einer Vaterknolle habe ich noch nie gehört. Linda, Laura, Annabelle… ich habe mich schon oft gefragt, ob dass der Grund ist, warum Kartoffelsorten vor allem weibliche Namen haben. ;)

Fun Fact: Wenn du die Samen einer Kartoffelpflanze aussäst, wächst daraus auch etwas – und zwar sehr wahrscheinlich eine neue Kartoffelsorte. Hier kommt ein unbekannter Vater mit ins Spiel. Im Kartoffelsamen haben sich nämlich zwei Pflanzen gekreuzt (Mutter- und Vaterpflanze). Im ersten Jahr sind die Knollen an den gesäten, jungen Pflanzen allerdings winzig klein. 

Kartoffeln aus Samen zu ziehen wäre also nicht nur sehr ungewöhnlich, sondern es würde auch wahnsinnig lange dauern, bis du die ersten Knollen ernten kannst. Da bleiben wir lieber beim Kartoffel-vorkeimen und haben dann schon bald einen vollen Erntekorb. ;)

Merk dir diesen Artikel auf Pinterest!

Fassen wir nochmal zusammen: Kartoffeln vorkeimen ist nicht schwer, kann dir aber eine üppige Kartoffelernte bescheren. Klingt doch gut, oder?

Damit du nicht zu viele Kartoffeln vorkeimst, rechnest du dir die Menge aus, die du brauchst. Deine Pflanzkartoffeln legst du dann ab Ende Februar/Anfang März an einen hellen, kühlen Ort in deinem Haus – am besten einlagig in einer Kiste oder einem Eierkarton. Jetzt heißt es warten und die Kartoffeln vorkeimen lassen.

Sind deine Kartoffeltriebe klein, kräftig und von einer dunkelgrünen bis violetten Farbe, hast du beim Kartoffeln vorkeimen alles richtig gemacht – ab in die Erde damit! Und schauen deine Kartoffeln richtig gesund aus, kannst du im nächsten Jahr dein eigenes Pflanzgut verwenden – vorausgesetzt natürlich, du lagerst sie gut während des Winters.

Fängst du gerade mit dem Gärtnern an? Dann vergiss deinen Pflanzplan nicht – und schau doch mal in diese Artikel, die könnten dich dann besonders interessieren:

Kartoffeln ernten: Wann kann die tolle Knolle aus der Erde?

Jungpflanzenanzucht: Gemüse selber im Haus vorziehen

Gemüsegarten-Pflanzplan erstellen in 6 Schritten + Beispielplan

Hast du schon mal Kartoffeln vorkeimen lassen? Schreib mir gerne von den Erfahrungen, die du beim Kartoffeltreiben gesammelt hast!

Blätter der Petersilie

Petersilie säen – so klappt die Anzucht garantiert!

Petersilie säen steht auf deiner To-Do-Liste? Ausgezeichnet! Ob deftige Hausmannskost, ein feines Süppchen oder das Rührei am Morgen – mit ein paar Blättern frischer Petersilie wird alles gut. Für echte Gourmets sollte das grüne Kraut daher im besten Fall stets griff- und schnittbereit am Küchenfenster oder im Gemüsebeet zu finden sein.

Inhaltsverzeichnis
Petersilie säen: Die Basics
Im Haus Petersilie säen
Im Freiland Petersilie säen
Wo die wilde Petersilie wächst…

„Wozu die Mühe“, fragst du dich? „Petersilienpflänzchen im Topf gibt es schließlich überall zu kaufen!“ Stimmt. Meistens sind die Kräuter to go aber nicht dafür gemacht, langfristig gesund und kräftig zu wachsen und zu gedeihen. Die Pflanztöpfchen sind oft viel zu dicht besiedelt und nur mit schnell verfügbaren Nährstoffen – Fast Food – vollgepackt. So sehen die Kräuter im Laden zwar super aus, zuhause machen sie dann aber bald schlapp.

Doch was dein Supermarkt kann, kannst du schon lange! Ziemlich wahrscheinlich sogar besser…

Petersilie säen: Die Basics

Petersilie säen und großziehen ist nicht schwer. Du brauchst weder viel Platz noch jahrelange Gartenerfahrung. Lediglich ein paar Basics solltest du beachten. Für das nötige Know-How sorgen wir jetzt.

Eine Sache vorab: Petersilie säen ist nichts für Kurzentschlossene. Ein bisschen Geduld solltest du schon mitbringen. Denn das Peterle ist eine ganz schöne Schnarchnase. Der Langschläfer lässt sich mitunter ordentlich Zeit, bis es sich aus seinem Be(e)tt erhebt.

Bist du bereit? Dann an dein Saatgut, fertig, los! :)

  • Keimtemperatur: Zum Keimen mag Petersilie es kuschelig warm. Bei Temperaturen unter acht Grad Celsius werden alle Versuche, Petersilie zu säen, vergebliche Liebesmüh sein.
  • Hell oder Dunkel? Petersilie ist ein Dunkelkeimer. Die Samen sollten von einer ordentlichen Schicht Anzuchtkompost bedeckt sein, damit sie anfangen zu keimen.
  • Keimfähigkeit: Petersilie säen erfordert Geduld und ein wenig Nachsicht. Stell dich darauf ein, dass nicht alle Samen keimen werden. Säe lieber ein bisschen mehr aus, sodass du später die kräftigsten Pflänzchen auswählen kannst.
  • Keimdauer: Bis du die ersten grünen Spitzen der gesäten Petersilie entdeckst, können Wochen vergehen. Gib nicht auf – das ist ganz normal.
  • Obacht! Die Keimung ist immer eine kritische Angelegenheit. Achte unbedingt darauf, das Saatgut die ganze Zeit feucht zu halten. Trocknet es in dieser Phase einmal aus, passiert danach wahrscheinlich gar nichts mehr.

Petersilie kannst du entweder direkt im Beet säen oder aber auch drinnen vorziehen. Wie beides funktioniert, zeige ich dir gleich Schritt für Schritt. Ich mag die Anzucht im Haus, weil sie zu fast allen Jahreszeiten möglich ist. Schon im Februar kannst du in Anzuchttöpfchen* drinnen Petersilie säen.

Im Freiland musst du warten, bis es so richtig warm ist, sonst keimt die Petersilie nicht. Sie ist eben eine kleine Frostbeule – das muss man einfach so sagen. Allerdings gilt das nur für die zarten Pflänzchen. Hat sich die Petersilie erst mal zu einem ordentlichen Petrosilius Zwackelmann entwickelt, wird auch bei Minusgraden nicht mehr herumgekaspert.

Heißt: Eine gesunde Petersilienpflanze kannst du meistens völlig problemlos überwintern und im Frühjahr wieder beernten. Petersilie säen im Freiland ist deshalb besonders von Mai bis Juli eine super Idee – funktioniert bei den richtigen Temperaturen aber auch schon ab Anfang April.

Kleiner Tipp zur Ernte: Eine Petersilienpflanze kannst du über lange Zeit beernten. Am besten schneidest du dabei die großen Blätter außen ab und lässt das Herz stehen. Achtung! Hat deine Petersilie in ihrem zweiten Lebensjahr geblüht, dann ist die Ernte passé. Denn dann bildet sie das giftige Apiol. Aus diesem Grund sind auch die Same der Petersilie absolut tabu im Essen.

Du willst nicht nur deine Kräuter, sondern auch dein Gemüse selbst vorziehen? Dann schau doch mal in meinen Aussaatkalender, da habe ich die wichtigsten Termine schon vorgemerkt, damit du keinen mehr vergisst.

Im Haus Petersilie säen

Für die Vorzucht im Haus brauchst du:

  • deine Petersiliensamen (logisch);
  • eine Schale mit Untersetzer, damit das Gießwasser abfließen kann;
  • nährstoffarmen Anzuchtkompost;
  • wenn du hast: eine Ballbrause*. Wenn nicht, tut’s auch eine zerstäubende Gießkanne*.

Los geht’s: Such dir am besten einen Ort, der mit Kompost vollgekrümelt werden darf. Ich lege dafür gerne einfach etwas Zeitungspapier auf meinen Küchentisch. Dann füllst du deine Anzuchtschale* bis auf zwei Zentimeter unter dem Rand mit Kompost, und drückst ihn leicht fest. Anschließend kannst du ihn hier schon mal leicht befeuchten.

Im nächsten Schritt kommt das eigentliche Petersilie säen. Dafür streuselst du die feinen Samen auf den Kompost. Du kannst dabei ruhig großzügig sein. Die Petersilie wird hier nur eine kurze Zeit bleiben und schon bald wieder ausziehen. Du brauchst also keine Sorge haben, dass es zu eng wird.

Auf den Samen verteilst du dann nochmal eine Schicht Kompost und füllst die Schale bis knapp unter den Rand auf. Auch hier kannst du alles noch einmal ganz leicht festdrücken.

Was nun kommt, ist super wichtig: Wasser marsch! Erst dadurch werden die Samen zum Leben erweckt. Du hast zwei Möglichkeiten: Bad oder Dusche.

Für die „Variante Bad“ füllst du den Untersetzer mit Wasser – dann saugt sich der Kompost von unten so richtig voll. Hierbei siehst du nach einer Weile, wie sich die Oberfläche verfärbt. Das ist dann dein Zeichen, den Untersetzer zu leeren.

Wenn du deine Petersilie mit einer Dusche verwöhnen möchtest, dann bietet sich eine Ballbrause an*. Sie sprüht feine Tröpfchen auf den Kompost und sorgt so dafür, dass dieser nicht aufgeschwemmt wird. Alternativ dazu kannst du aber auch eine Gießkanne mit Aufsatz verwenden. Wichtig ist nur, dass das Wasser nicht in einem Schwall auf dem Kompost landet.

Petersilie beim Pikieren

Bist du soweit? Dann darf die Schale jetzt an einen Ort wandern, wo du nicht vergisst, regelmäßig zu gießen. Wie hell dieser Ort ist, spielt vorerst übrigens keine große Rolle. Nun heißt es abwarten und gießen. Prüfe am besten täglich, ob sich der Kompost noch leicht feucht anfühlt.

Mit ein wenig Glück zeigt sich das erste Grün nach ein paar Wochen. Dann muss die Petersilie umziehen. Zunächst mitsamt Anzuchtschale. Sie sollte nun an einen hellen, nicht zu warmen Ort wandern, an dem sie möglichst viel (Sonnen)licht bekommt.

Hier darf sie munter vor sich hinwachsen, bis sie die ersten echten Blätter ausbildet. Damit sind die ersten Blätter gemeint, die so richtig nach Petersilienblättern aussehen. Zunächst bilden sich nämlich zwei ovale Blätter, die sogenannten Keimblätter, die noch so überhaupt nicht nach Petersilie aussehen.

Schon gewusst? Petersilie gehört zur Familie der Doldenblütler, wie auch Möhren, Pastinaken, Dill und Sellerie. Sie alle haben sehr ähnliche, fiedrige Blätter und sehr kleine Samen. Vielleicht ist dir das beim Dill oder Petersilie säen schon mal aufgefallen?

Zurück zur Anzuchtschale: Diese ersten echten Blätter künden den zweiten Umzug an. Jetzt wird pikiert! Wie das geht, erzähle ich ganz ausführlich in diesem Artikel. Danach musst du dich allerdings noch einmal gedulden, bis die Petersilie an ihren endgültigen Platz draußen im Pflanzkübel oder ins Gemüsebeet wandern darf. Sie muss dafür erst einmal noch kräftig wachsen. Die Pflänzchen sollten dafür ungefähr 5-7 cm hoch sein und ordentlich viele Wurzeln gebildet haben.

Wusstest du, dass es auch bei der Platzwahl im Gemüsebeet einiges zu beachten gibt? Das klären wir gleich, wenn es um die Aussaat direkt im Beet geht.

Im Freiland Petersilie säen

Petersilie direkt im Beet zu säen, scheint erstmal unkomplizierter. Allerdings kann es – besonders in heißen Sommern – schwierig sein, das Saatbeet kontinuierlich feucht zu halten.

Aber lass uns vorne anfangen… Ganz wichtig ist es, dass Petersilie-säen im Freiland nur zu bestimmten Zeiten gut funktioniert. Es muss warm sein – auch nachts dürfen die Temperaturen nicht unter acht Grad sinken. Dafür bietet sich der Sommer bis in den Juli hinein an. Danach wird es langsam knapp – denn kühle Nächte könnten den jungen Pflänzchen schwer zu schaffen machen. 

Im Frühjahr würde ich mit einer Direktsaat bis nach den Eisheiligen im Mai warten.

Eine Reihe Petersilie im Beet

Dann brauchst du natürlich den richtigen Platz für deine Petersilie. Klar, sonnig sollte er sein. Oder im Halbschatten. Ganz wichtig sind aber auch die Vormieter und die Frage, in welchem Zustand sie das Beet hinterlassen haben. Hier kommen wir zum Stichwort Fruchtfolge.

Denn die solltest du unbedingt beachten. Sonst riskierst du, dir lästige Krankheiten und Schädlinge im Garten einzufangen. Nicht nur der Petersilie kann das schaden, sondern auch allen anderen Familienmitgliedern. Also: Wer seine Möhren liebt, der wählt den Petersilienplatz mit Bedacht. Grundsätzlich gilt: Nur jedes vierte Jahr sollte ein Doldenblütler in ein und demselben Beet wachsen. Lass die Petersilie also durch deine Beete rotieren!

Ist das richtige Beet erstmal ausgewählt, gilt es ein feinkrümeliges Saatbeet zu bereiten. Dazu harkst du das Beet vorsichtig mit einem Rechen, zerkleinerst Klumpen und entfernst größere Stücke. Ist dein Beet sehr kompakt, kannst du es mit einer Grabegabel auflockern.

Im nächsten Schritt ziehst du eine Saatrinne. Die sollte etwa einen Zentimeter tief sein. Wenn du mehrere Reihen nebeneinander aussäst, sollte der Abstand zwischen den Reihen ungefähr 25 cm betragen.

Halt, stopp – noch nicht aussäen! Hier kommt nämlich ein kleiner Hack ins Spiel: Zuerst gießen! So schwemmst du die Samen nicht davon, wenn du mit der Gießkanne ankommst. Ist das erledigt, darfst du endlich deine Petersilie säen.

Streu die Samen ruhig großzügig in die Saatrinne. Petersilie ist dafür bekannt, nicht besonders zuverlässig aufzugehen. Mit mehr Saatgut stehst du besser da. Und entfernen und ausdünnen kannst du die Keimlinge später schließlich jederzeit.

Die Saatrinne verschließt du wieder mit deinem Rechen und gießt die Saat vorsichtig an. Dann legst du ein Brett auf die Saatrinnen – auf diese Weise trocknet der Boden nicht so schnell aus. Natürlich musst du regelmäßig kontrollieren, was unter dem Brett passiert, denn sobald sich die ersten grünen Spitzen zeigen, kommt das Brett wieder weg.

Wie bei der Aussaat im Haus heißt es auch hier: Abwarten und Tee trinken. Und natürlich gießen. An heißen, sonnigen Tagen kann das sogar zweimal am Tag nötig sein.

Kleiner Tipp: Markier dir die Stelle, an der deine Reihe Petersilie beginnt. Wenn du weißt, wo die Petersilie wächst, kannst du sie viel einfacher von aufkommendem Unkraut unterscheiden. Das solltest du nämlich entfernen, um deiner Petersilie ein leichtes Spiel zu gewähren.

Wo die wilde Petersilie wächst…

Petersilie ist nicht gleich Petersilie. Du hast die Wahl zwischen glatter und krauser Petersilie, beide hören auf Petroselinum crispum. Ja, das ist wider Erwarten kein Zauberspruch aus dem Harry Potter-Universum, sondern der hochoffizielle Name dieses kräftig würzigen Küchenkrautes.

Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

Ob glatte oder krause Petersilie ist übrigens reine Geschmacksfrage. Ich finde beides lecker, und ein bisschen Abwechslung im Beet und auf dem Teller schadet nie. Hauptsache, es ist immer genug von den würzig-frischen Kräutern da, findest du nicht? Dann gibt es auch mal eine ordentliche grüne Soße, und nicht nur das dekorative Blättchen am Tellerrand.

Überhaupt sollte im Freiluftsupermarkt hinter dem Haus am besten immer ganz viel frisches Gemüse zu finden sein! Du findest das auch, brauchst aber noch ein wenig Unterstützung im Gemüsebeet? Dann ist mein Gemüsegarten-starten Kurs* genau das richtige für dich. Schau doch mal vorbei! :)

A propos Petersilienvariationen – da dürfen wir eine nicht vergessen: Die wildere Variante, die Wurzelpetersilie. Die sieht wiederum der Pastinake zum Verwechseln ähnlich. Es gibt aber (außer reinbeißen und probieren) einen Trick, wie du beide voneinander unterscheidest: Bei Pastinaken ist der Blattansatz nach innen gewölbt, wie eingesunken. Petersilienwurzeln haben eher einen nach außen hervorstehenden Blattansatz. Halt beide mal nebeneinander, du wirst den Unterschied klar erkennen!

Wenn das Petersilie-säen erledigt ist und die Pastinake dich jetzt schon davon träumen lässt, was du noch so alles in deinem Gemüsebeet anbauen könntest, dann vergiss nicht, dir deinen Aussaatkalender herunterzuladen. Und dann stöber doch mal hier weiter:

Radieschen säen und ernten – so funktioniert es garantiert!

Some like it hot – Chili säen, pflanzen, ernten!

Rucola anbauen – die komplette Anleitung!

Lass uns Petersilie säen! Bist du eher Team glatte Petersilie oder Team krause Petersilie?

*Werbung

Reife Himbeeren am Strauch

Himbeeren schneiden: Der ultimative Guide!

Himbeeren schneiden ist nicht schwer und super wichtig, wenn du Jahr für Jahr eine dicke Ernte der köstlichen Früchte einfahren möchtest. Zum Glück ist es auch gar nicht kompliziert oder besonders langwierig, deinen Himbeerstrauch zu schneiden. Also nix wie los in den Garten, ich zeige dir, wie es geht!

Inhaltsverzeichnis
Dasselbe in Grün? Sommerhimbeeren, Herbsthimbeeren und Two Timer
Mit Augenmaß: So schneidest du die verschiedenen Himbeersorten 
Im Eimer: Kübel-Himbeeren schneiden
Nachwuchs fördern: Stecklinge nehmen beim Himbeeren schneiden
Gut gerüstet: Was brauche ich zum Himbeeren schneiden?

Dasselbe in Grün? Sommerhimbeeren, Herbsthimbeeren und Two Timer

Himbeeren gehören einfach zu den leckersten aller Früchte, findest du nicht? Zum Glück gibt es verschiedene Sorten, sodass du die ganze Saison über die roten knubbeligen Dinger ernten kannst!

Fun Fact: Das Wort Himbeere kommt vom althochdeutschen „Hintberi“ und bedeutet so viel wie „Beere der Hirschkuh“. Offenbar haben nicht nur wir eine Vorliebe für Himbeeren! ;)

Himbeere ist aber nicht gleich Himbeere und die verschiedenen Sorten haben beim Himbeeren-schneiden jeweils eigene Ansprüche. Wie erkennst du also, welche Art Himbeerstrauch in deinem Garten wächst? Das ist ganz einfach: Die fruchttragenden Ruten verraten es dir.

Sommerhimbeeren sind schon ab Juni bis in den August bereit, von dir vernascht zu werden und tragen ihre Früchte ausschließlich an zweijährigen Ruten. Das heißt: Im ersten Jahr wachsen die Ruten und erst im zweiten Jahr bilden sich daran Blüten und Früchte. Die müssen auch gar nicht immer rot sein. Es gibt nämlich auch gelbe und schwarze Himbeersorten!

Deine Johannisbeeren könnten auch einen Rückschnitt vertragen? Schau gerne bei meinem Blogartikel vorbei!

Die „frühreifen“ Sommerhimbeeren sind allerdings Sensibelchen und werden häufiger als Herbsthimbeeren von Krankheiten und Schädlingen heimgesucht. Dafür sagt man ihnen nach, dass sie besser und intensiver schmecken und eine größere Ernte liefern.

Sommerhimbeeren wollen hoch hinaus – sie können bis zu 2,50 Meter groß werden und brauchen deshalb ein Spalier als Stütze.

Bewährte rote Sommerhimbeer-Sorten sind „Willamette“ und „Rubaca“. „Fallgold“ trägt gelbe Himbeeren und „Black Jewel“ schwarze Himbeeren.

Der Anbau von Obst und Gemüse macht dir viel Spaß, aber du verpasst immer wieder wichtige Aussaat- und Pflanztermine? Das passiert nicht mehr, wenn du dir meinen Aussaatkalender herunterlädst! Mit dem weißt du immer ganz genau, was wann im Garten gerade zu tun ist und verpasst keinen Aussaatzeitpunkt mehr!

Herbsthimbeeren reifen von August bis Oktober – manchmal sogar bis in den November hinein. Sie tragen ihre Früchte an einjährigen, neuen Trieben und erreichen eine Höhe von ungefähr 1,50 Meter. Herbsthimbeeren sind robuster als ihre sommerlichen Kollegen und auch einfacher zu schneiden.

Weil sie später blühen, kann der Himbeerkäfer seine Eier nicht ablegen – deshalb haben Herbsthimbeeren kaum mit lästigen Maden als Untermieter zu kämpfen. Und du hast keine unerwünschte Fleischbeilage in deiner Ernte! ;)

Auch gegen Schädlinge wie Blattläuse und Weiße Fliege gibt es übrigens ein paar ganz natürliche und chemiefreie Mittel, so dass du diese ungebetenen Gäste schnell loswirst!

Leckere, frostharte und robuste Herbsthimbeer-Sorten sind „Aroma Queen“ und „Heritage“ (rot) und „Golden Everest“ und „Autumn Amber“ (gelb). 

Two Timer-Himbeeren sind eine Kreuzung aus Sommer- und Herbsthimbeeren und tragen zweimal im Jahr Früchte, allerdings nicht so viele wie ihre Cousinen. Genaugenommen sind Two Timer-Himbeeren keine neue Sorte, sondern Herbsthimbeeren, die du wie eine Sommerhimbeere schneidest. Du kannst also jede Herbsthimbeere mit dem richtigen Schnitt zur Two Timer-Himbeere machen. ;)

Damit sich deine Two Timer im Frühsommer nicht zu sehr verausgabt, solltest du sie nicht länger als drei Wochen beernten. Dann trägt sie ab August ein zweites Mal.

Eine besonders bewährte Two Timer-Sorte ist „Sugana“. Die eignet sich übrigens auch super für Pflanzkübel!

Rote und gelbe Himbeeren im Topf

Mit Augenmaß: So schneidest du die verschiedenen Himbeersorten

Für das Himbeeren-zurückschneiden gibt es verschiedene Methoden – es kommt ganz darauf an, zu welcher Sorte deine Himbeerpflanzen gehören!

Damit du auf einen Blick sehen kannst, was du beim Himbeeren-schneiden beachten musst, habe ich dir eine Übersicht zusammengestellt.

SorteWie schneiden?Wann schneiden?
Sommer-
 himbeeren
 
Nach der Ernte schneidest du Ruten, die getragen haben, knapp über dem Boden ab.  Ruten, die keine Früchte hatten, lässt du stehen, die produzieren nämlich deine Ernte im nächsten Jahr. Dünne Triebe nimmst du heraus und lässt zwischen den Ruten ungefähr zehn Zentimeter Platz.Erziehungsschnitt: Nach dem Pflanzen schneidest du alle Ruten bis auf vier Augen oder 30 Zentimeter zurück. Im Februar oder März lichtest du dünne, schwache oder zu dicht stehende Triebe aus und begrenzt die Rutenanzahl auf insgesamt 12 Stück.  
Herbst-
 himbeeren
Nach der Ernte schneidest du alle Ruten knapp über dem Boden ab.  Erziehungsschnitt: Nach dem Pflanzen schneidest du alle Ruten bis auf vier Augen oder 30 Zentimeter zurück. Im Mai schneidest du bis auf 20 Ruten alle Ruten heraus.
Two Timer-HimbeerenAb dem zweiten Jahr nach der Pflanzung unterscheidest du in Ruten vom Vorjahr, tragende Ruten aus dem laufenden Jahr und noch nicht tragende Ruten aus dem laufenden Jahr. Erziehungsschnitt: Nach dem Pflanzen schneidest du alle Ruten bis auf vier Augen oder 30 Zentimeter zurück. Im Juni oder Juli schneidest du die fruchttragenden Ruten vom Vorjahr nach einer dreiwöchigen Ernte bodennah ab. Im Herbst schneidest du die beernteten Ruten von diesem Jahr nach der Ernte ab. Neue noch nicht tragende Ruten lässt du stehen.  

Du siehst, am einfachsten ist das Herbsthimbeeren schneiden! Two Timer sind deutlich aufwändiger, haben aber den Vorteil, dass sie zweimal im Jahr tragen und sich deshalb gerade für kleine Gärten gut eignen. Und ob Sommerhimbeeren wirklich die leckersten Früchte hervorbringen, ist natürlich auch Geschmackssache. ;)

In meinem „Gemüsegarten starten“-Kurs zeige ich dir nicht nur, wie du Obst in deinem Garten anbaust, sondern auch, wie du ohne viel Mühe eine dicke Gemüseernte rund ums Jahr einfahren kannst. Ich würde mich riesig freuen, wenn du mit dabei bist! :)

Im Eimer: Kübel-Himbeeren schneiden

Du hast deine Himbeere in einem großen Kübel stehen? Mit der passenden Sorte ist das überhaupt kein Problem, aber auch Himbeeren in Kübeln solltest du regelmäßig zurückschneiden!

Wenn du die richtige Sorte wählst, kannst du übrigens auch Tomaten prima im Topf anbauen!

Aber zurück zum Himbeeren schneiden: Bei Sommerhimbeeren lässt du die Ruten stehen, die noch nicht getragen haben und schneidest die anderen knapp über dem Boden ab. Im Frühjahr wählst du je nach Topfgröße fünf bis sechs Ruten aus und schneidest die restlichen ab. Durch das Auslichten sorgst du dafür, dass sich deine Himbeere den Wind um die Ruten wehen lassen kann und so Krankheiten, wie zum Beispiel Pilzinfektionen, keine großen Chancen haben.

Psst: Wenn du deine Sommerhimbeeren an einem V-förmigen Rankgerüst ziehst, kannst du die einjährigen Triebe auf der einen Seite und die zweijährigen Triebe auf der anderen Seite festbinden. So weißt du immer ganz genau, welche Ruten wie alt sind!

Hast du Herbsthimbeeren im Kübel, schneidest du im Herbst oder zeitig im Frühjahr alle Triebe knapp über dem Boden ab. Im Mai dünnst du dann die neuen Triebe auf zehn Stück aus.

Bei Two Timern im Topf unterscheidest du wie bei deren Beetkollegen zwischen den verschiedenen Rutenstadien und schneidest sie entsprechend zurück. Auch beim Himbeeren-schneiden von Two Timern solltest du nicht mehr als fünf bis sechs Ruten insgesamt stehen lassen.

Himbeeren sind normalerweise winterhart, wenn sie im Beet stehen. Das gilt aber nicht unbedingt für die Bewohner von Töpfen. Da friert die wenige Erde schnell durch und deine Himbeerpflanzen gleich mit. Deshalb mulchst du die Erde im Topf dick mit Holzhackschnitzeln und kuschelst den Topf in ein Wintervlies oder einen Jutesack. Am besten stellst du ihn auch so auf, dass er keinen direkten Bodenkontakt hat und das Wasser gut ablaufen kann. Ich lege einfach eine Platte unter, von der das Wasser abfließt.

Weitere Tipps dazu, wie du deinen Garten und die Pflanzen darin winterfest machst, findest du in meinem Blogartikel.

Himbeeren schneiden
Merk dir diesen Artikel auf Pinterest!

Nachwuchs fördern: Stecklinge nehmen beim Himbeeren schneiden

Falls du – so wie ich – gar nicht genug bekommen kannst von den köstlichen Himbeeren und dir noch ein paar mehr Himbeersträucher in deinem Garten wünschst, kannst du das Himbeeren-schneiden im Frühjahr gleich zur Himbeer-Vermehrung nutzen!

Auch Johannisbeeren und Kräuter kannst du über Stecklinge vermehren!

Dazu steckst du einfach 15 Zentimeter lange, leicht verholzte Ruten mit zwei bis drei Blättern in Anzuchterde. Dann gießt du sie gut an und sorgst dafür, dass sie nicht austrocknen.

Jetzt heißt es Geduld haben! :) Nach ein paar Wochen haben diese Stecklinge Wurzeln gebildet und dann kannst du sie an ihrem vorgesehenen Wohnort einpflanzen.

Himbeeren sind grundsätzlich über ihre Wurzelausläufer sehr vermehrungsfreudig. Sie versuchen mit Vorliebe, deinen Garten zu erobern. Mit Stecklingen kannst du sie gezielt dort pflanzen, wo du sie haben möchtest und eventuell gleich eine Wurzelsperre mit eingraben, damit sie sich besser im Zaum halten lassen.

Himbeeren schneiden

Gut gerüstet: Was brauche ich zum Himbeeren schneiden?

Himbeeren haben häufig Stacheln, daher trägst du beim Himbeeren-schneiden am besten dicke Gartenhandschuhe, die gerne auch einen Teil deiner Arme bedecken. Sonst siehst du schnell aus, als ob du mit deiner Katze eine Meinungsverschiedenheit gehabt hättest! ;)

Außerdem brauchst du eine scharfe Gartenschere. Himbeeren gehören wie Äpfel zu den Rosengewächsen und haben oft richtig zähe, feste Triebe, die du am besten mit einer (scharfen) Rosenschere bearbeitest.

Falls du deine Himbeeren schon länger nicht mehr geschnitten hast und daher besonders dicke Ruten entfernen musst, leistet dir eine kleine Säge gute Dienste.

Psst: Falls ein Himbeerstrauch eine Krankheit hat, solltest du dein Werkzeug desinfizieren, bevor du die nächste Himbeere in Angriff nimmst.

Bevor du jetzt in den Garten rausgehst, lad dir doch noch schnell meinen Aussaatkalender herunter! Vielleicht kannst du nach dem Himbeeren-schneiden gleich noch ein paar Gemüse aussäen? :)

Das Himbeeren-schneiden ist nicht schwierig und sorgt dafür, dass dein Erntekörbchen jedes Jahr wieder übervoll ist. Wenn du konsequent jedes Jahr schneidest, dauert es auch gar nicht lange und du hast viel Freude an deinen Obstlieferanten! ;)

Nur Himbeeren-schneiden genügt dir nicht, du möchtest auch anderes Obst und Gemüse in deinem Garten anbauen und pflegen? Dann lies gerne hier weiter!

Apfelbaum pflanzen – In 7 Schritten zur leckeren Apfelernte!

Gemüse anbauen: Schritt für Schritt für Anfänger!

Kräuter pflanzen: Der perfekte Standort mit dem 3-Zonen-Beet!

Welche Tipps und Tricks hast du beim Himbeeren-schneiden? Ich freue mich, von dir zu hören!

Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

Fermentierter Bokashi in einem Eimer

Bokashi: Der Super-Kompost aus dem Eimer

Mit einem Bokashi holst du die Welt der Fermentation in deinen Garten oder auf den Balkon. Diese geniale Erfindung ermöglicht es dir, auf kleinstem Raum Essensreste und Gartenabfälle zu kompostieren und gleichzeitig deinen eigenen Dünger herzustellen. Schauen wir uns das Ganze mal genauer an!

Inhaltsverzeichnis
Was ist Bokashi?
Kompost oder Bokashi? Die Unterschiede!
Bokashi Eimer kaufen oder selbst bauen?
DIY: Bokashi-Eimer
Bokashieren: Es kann losgehen!
Hop oder Top – was darf in den Bokashi rein?
Bokashi Ferment, EM und andere Zusätze
Bokashi clever im Garten einsetzen

Was ist Bokashi?

Ein Bokashi ist eine Art „Kompost aus der Dose“. Dadurch, dass du diesen Kompost in einem luftdichten Behälter anlegst, laufen aber andere Prozesse ab als bei einer herkömmlichen Kompostierung: der Kompost fermentiert. Aufregend! Im Grunde das gleiche Prinzip wie bei Sauerkraut, nur dass du keine Kohlköpfe fermentierst, sondern deinen Bioabfall.

Nur Deckel drauf reicht aber nicht: Damit sich auch die richtigen Bakterien vermehren, braucht ein Bokashi Starthilfe. Die meisten Gärtner*innen verwenden dazu sogenannte effektive Mikroorganismen – kurz auch EM genannt. Mit ihnen machen sie ihren Kompost ganz vorzüglich sauer. ;)

Darum lohnt sich ein Bokashi:

  • Geringe Nährstoffverluste: Ähnlich wie beim Sauerkraut konserviert der niedrige pH-Wert das organische Material – inklusive der meisten Nährstoffe. Die stehen dann später deinen Pflanzen wieder zur Verfügung.
  • Gut fürs Klima: Die fermentierenden Mikroorganismen arbeiten ohne Sauerstoff, wodurch weniger CO2 freigesetzt wird als bei einer gewöhnlichen Kompostierung.
  • Regenwürmer lieben das mikrobiell vorverdaute Futter – und wir lieben Regenwürmer ;)
  • Balkontauglich: Einen Bokashi kannst du auch dort anlegen, wo ein Komposthaufen keinen Platz hat: Auch auf kleinstem Raum machst du einfach den Deckel drauf, und Geruch und Dreck sind weg!
  • Rattensicher: Verschließt du die Behälter gut, kommt kein Nager an deine Bioabfälle mehr ran.
  • Kompostierung von Essensresten: Milchsäurebakterien sind salztolerant, weswegen du sogar Lebensmittelreste in deinem Bokashi kompostieren kannst.
  • Ähnlich wie Terra-Preta: Mischst du vor dem Verwenden Pflanzenkohle und Gesteinsmehl unter, produzierst du ein Substrat, das Terra-Preta, der Super-Erde schlechthin, nahekommt.

Deine Gemüsepflanzen werden sich über diesen Super-Kompost bestimmt so richtig freuen! Hast du deine Fruchtfolge nach Starkzehrern, Mittelzehrern und Schwachzehrern sortiert? Dann ab in die Starkzehrerbeete mit dem Bokashi-Kompost! Tomaten, Kürbisse, Kohlgewächse und Co werden dir für diese Extraportion Nährstoffe danken.

Bist du dir noch unsicher, wie du deine Beete bepflanzen sollst, um eine funktionierende Fruchtfolge zu schaffen? Dann hol dir doch Inspiration dazu aus meinem Pflanzplan! Trag einfach deine Emailadresse in das Formular ein, dann kannst du ihn dir als PDF ganz einfach herunterladen.

Hol dir den Gemüsegarten-Beispielplan!

Trag dich hier ein und ich versorge dich rund ums Jahr mit meinen besten Gartentipps per Email. Und den Gemüsegarten-Pflanzplan gibt’s als Willkommensgeschenk obendrauf!

    Mit dem Absenden bestätigst du meine Datenschutzbestimmungen und erteilst mir die Erlaubnis, dir Emails mit Tipps und Angeboten zum Thema Selbstversorgung zu schicken. Du kannst dich natürlich jederzeit wieder austragen.

    Kompost oder Bokashi? Die Unterschiede!

    Ganz neu ist das Grundprinzip hinter Bokashi allerdings nicht. Menschen benutzen Mikroorganismen schon seit Tausenden von Jahren, um Lebensmittel zu fermentieren, verdaulicher zu machen und zu konservieren.

    Das Prinzip „Fermentation“ auch für die Kompostierung zu nutzen, finde ich super spannend. Denn wenn fermentierte Lebensmittel so gesund für uns sind, warum soll fermentierter Kompost nicht auch den gleichen Effekt auf unsere Pflanzen haben?!

    Das heißt aber nicht, dass ich keine herkömmlichen Komposthaufen mehr anlege. Aber zusätzlich noch ein, zwei Bokashi-Eimer zu „füttern“, finde ich super. So wird mein Kompost diverser, und Diversität ist schließlich das A und O für einen gesunden Garten.

    Inwiefern sich Kompost und Bokashi unterscheiden, siehst du in hier:

    KompostBokashi
    Dauer4 – 6 Monate, manchmal auch längerFermentieren: 4 Wochen
    Vererden: 4 – 6 Wochen
    ArbeitsschritteAufschichten, Umsetzen für die HeißrotteFermentieren im Eimer, Vererden
    SauerstoffJa, bitte!Nein, danke!
    MikroorganismenJe nach Phase: verschiedenartige Mikroorganismen, wärmeliebende Pilze und Bakterien, BodentiereJe nach Phase:
    vor allem Milchsäurebakterien, Hefepilze, Photosynthesebakterien, Bodentiere, verschiedenartige Mikroorganismen
    MaterialHauskompost: Mischung aus Küchenabfällen und GrünschnittKüchenabfälle, zerkleinertes Grüngut
    Verlusteals Gase: COund Stickstoff; Auswaschung in den BodenGering; die Flüssigkeit mit Nährstoffen ist direkt verwendbar
    Unterdrückung von Krankheiten und UnkrautsamenDurch hohe TemperaturDurch sauren pH-Wert

    Bokashi-Eimer kaufen oder selbst bauen?

    Um einen Bokashi anzulegen, brauchst du immer ein verschließbares Gefäß. Sonst kannst du nicht die Bedingungen herstellen, unter denen sich die erwünschten Bakterien wohlfühlen – denn erst in einem sauerstoffarmen Milieu gehen die Milchsäurebakterien so richtig ab. Ein spezieller Bokashi-Eimer eignet sich dafür am besten.

    Bokashi-Eimer haben einen doppelten Boden und einen Auslasshahn, um den Bokashi-Saft, der bei der Fermentation entsteht, abzuzapfen. Mittlerweile kannst du viele verschiedene Bokashi-Eimer von unterschiedlichen Herstellern kaufen. Wenn du dir so einen anschaffen möchtest, dann überlege vorher gut, wie viel Gemüse du so „verputzt“.

    Bist du ein echter Gemüse-Junkie und produzierst eine ordentliche Menge Küchenabfälle, dann füllt sich dein Bokashi-Eimer sehr schnell. Entweder kaufst du dir dann gleich drei oder vier Eimer, oder du suchst nach zwei großen Bokashi-Eimern. Oder ein Teil deines Biomülls kommt einfach weiterhin auf den Komposthaufen im Garten. :)

    Bokashi
    Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

    DIY: Bokashi-Eimer

    Du kannst deinen Bokashi-Eimer aber natürlich auch selbst bauen. Bist du dabei? Dann los!

    Für deinen selbst gemachten Bokashi-Eimer brauchst du:

    • zwei gleichgroße, ineinander steckbare Plastikeimer mit luftdichtem Deckel (5-20l)
    • einen Auslasshahn, z. B. von einer Bag-in-Box Apfelsaftpackung
    • eine UK-Metallsäge
    • eine Nagelschere
    • einen dicken Nagel
    • einen Hammer
    • Kleber
    • Eventuell etwas Silikon
    • (Gaffa Tape)

    So geht’s:

    Schritt 1:

    Zunächst nimmst du dir einen der Eimer und machst Löcher in den Boden. Durch die Löcher kann später der Bokashi-Saft vom oberen in den unteren Eimer sickern. Um Löcher in den Eimer zu bekommen, nimmst du einfach einen Nagel und stichst oder hämmerst ihn vorsichtig durch das Plastik oder du schraubst mit einem Akkuschrauber Löcher hinein.

    Schritt 2:

    Jetzt kannst du deinen Auslasshahn vorbereiten. Ich nehme dafür den Hahn einer alten Bag-in-Box Apfelsaftpackung. Du kannst aber auch einen Auslasshahn aus dem Baumarkt kaufen. Damit die Eimer später auch ineinanderpassen, sägst du den Teil des Hahns, welcher sich im Inneren des Eimers befinden soll, auf 5 mm ab. Bei einem Auslasshahn aus dem Baumarkt musst du das nicht machen. Dieser wird mit einer Kontermutter festgeschraubt.

    Schritt 3:

    Nun wollen wir den Hahn anbringen. Dafür misst du zunächst die Größe des Lochs für den Auslasshahn ab – das Mittelstück des Hahns sollte genau hindurchpassen. Das Loch schneidest du in den zweiten Eimer, weit unten an die Wand. Bei einem dünnwandigen Eimer kannst du das einfach mit einer Nagelschere machen.

    Schritt 4:

    Hast du den Hahn gekürzt, probierst du jetzt aus, ob beide Eimer trotzdem noch ineinanderpassen. Das sollte unbedingt möglich sein. Steckst du die beiden Eimer ineinander, und der innere Eimer liegt auf dem Hahn auf, schließen die Eimer oben nämlich nicht mehr gut ab. In dem Fall solltest du den Auslasshahn um die Länge, die der innere Eimer noch an Platz braucht, kürzen.

    Schritt 5:

    Passt der Hahn in den Eimer, klebst du ihn einfach fest. Für diesen Schritt sollten die beiden Eimer natürlich nicht ineinanderstecken. Damit der Hahn gut anliegt während der Kleber trocknet, spannst du einfach eine Schnur ganz fest um den Auslasshahn und dem Eimer. Und jetzt heißt es warten… Wenn der Kleber nicht halten sollte, dichtest du den Hahn zusätzlich mit Silikon ab.

    Schritt 6:

    Den Eimer mit den Löchern im Boden steckst du jetzt in den Eimer mit Hahn hinein. Wenn die beiden Eimer oben nicht gut abschließen, solltest du den Übergang mit Gaffa Tape zusammenkleben. Stecken sie gut ineinander, brauchst du das nicht. Jetzt noch den Deckel drauf und dein Bokashi-Eimer ist fertig!

    Bokashieren: Es kann losgehen!

    Der Bokashi-Eimer ist gebaut oder besorgt? Prima, dann geht’s jetzt ans Eingemachte. Lass uns loslegen mit Bokashieren! :)

    Dabei gelten die Grundregeln der Fermentation: Zwischen den Stücken, die fermentiert werden, sollte möglichst wenig Luft sein. Kleine Lücken füllen sich während der Fermentation mit Gärsaft.

    1. Befüllen des Bokashi-Eimers

    Her mit den Küchenabfällen! Je feiner deine Reste sind, umso weniger Luftlücken gibt es im Eimer. Den Küchenabfall zu zerkleinern, macht natürlich mehr Arbeit, aber es lohnt sich. Kartoffelschalen brauchst du nicht extra kleinschneiden, aber einen dicken Kohlstrunk solltest du schon in kleine Stücke schneiden.

    Küchenabfälle

    Hop oder Top – was darf in den Bokashi rein?

    YES! Das mag dein Bokashi: Gemüse, Obst, Kaffeesatz, Brot, Tee, Rasenschnitt, Eierschalen, kleine Mengen Essensreste und Milchprodukte, kleine Mengen Fleischabfälle, Blumen, Tiermist von Pflanzenfressern, krautige Pflanzenreste, Pflanzenkohle, Gesteinsmehl

    NOPE! Das mag dein Bokashi so gar nicht: Knochen, große harte Kerne, stark verschimmeltes Brot oder Gemüse und Obst, große Mengen Fett, Holziges, Katzenstreu, menschliche Ausscheidungen, Kot von fleischfressenden Tieren

    2. Beimpfen mit (effektiven) Mikroorganismen

    Jetzt besprühst du den Inhalt im Eimer mit deiner ultimativen Gärflüssigkeit. Dafür brauchst du Effektive Mikroorganismen, die du fertig kaufen kannst, und in eine Sprühflasche füllst. Anschließend streust du noch Gesteinsmehl und Pflanzenkohle auf dein Bokashi-Substrat.

    3. Nicht meckern, sondern beschweren

    Wenn du einen Eimer mit doppeltem Boden verwendest, legst du eine Plastiktüte oder einen zugeschnittenen Plastikdeckel auf die Bioabfälle. Auf diesem Plastikdeckel platzierst du etwas Schweres – beispielsweise einen Ziegelstein. Der drückt alles richtig schön zusammen. Mit diesem Trick kommt kaum noch Luft an dein fermentiertes Allerlei.

    4. Fermentationsphase

    Nun kannst du nach und nach Küchenabfälle nachfüllen, bis dein Eimer voll ist. Dann heißt es warten. Du stellst den Eimer jetzt einfach für vier Wochen verschlossen an einen Ort, wo er dich nicht stört – und lässt die Mikroorganismen arbeiten! ;)

    5. Last but not least: Die Vererdung

    Ist alles gut sauer vergoren, kannst du dein Bokashi vererden. In diesem Prozess wird das fermentierte – sozusagen „vorverdaute“ – Material vollständig abgebaut. Dabei spielen jetzt nicht mehr die Milchsäurebakterien, sondern alle möglichen Bodentierchen und Mikroorganismen die Hauptrolle.

    Fermentierter Bokashi wird vererdet

    Für die Vererdung hast du mehrere Möglichkeiten zur Auswahl – je nachdem, wo und wie du gärtnerst. :)

    Obacht! Erst die Vererdung vervollständigt die Kompostierung. Bis dein Bokashi-Ferment fertig abgebaut ist, kann es für Mäuse und Ratten attraktiv sein. Wenn du in deinem Garten mit diesen Schlingeln zu kämpfen hast, dann solltest du deinen Bokashi unbedingt in einer Tonne vererden (siehe unten).

    Option 1 – im Pflanzkübel:

    Hierfür mischst du den Bokashi-Kompost mit Erde in einem Pflanzkübel. Nach vier Wochen pflanzt du Tomaten oder andere Starkzehrer in die Mischung. Für Tomaten gibst du eine Hand voll Gesteinsmehl zur Calciumversorgung hinzu. Für die Wartezeit vor der Pflanzung deckst du deine Kübel am besten ab. So kommen keine Tiere an das Substrat heran.

    Option 2 – im Beet:

    Ist dein Bokashi während der Gartensaison fertig, kannst du ihn direkt ins Beet geben. Dafür ziehst du zwischen den Pflanzreihen Gräben und und gräbst deinen Bokashi-Kompost dort ein. Insbesondere Starkzehrer wie Zucchini, Tomaten und Kürbisse futtern die Extraportion gut weg. Achte nur darauf, dass Jungpflanzen nicht direkt mit dem vergorenem Bokashi in Kontakt kommen. Das mögen viele der Kleinen nämlich nicht so gerne!

    Pflanzen in einem Gewächshaus

    Option 3 – auf dem Kompost:

    Du kannst mit deinem Bokashi auch deinem Komposthaufen etwas richtig Gutes tun! Du wirst sehen, die Regenwürmer stürzen sich nur so auf die leckeren Reste! Allerdings lockst du damit schnell wilde Tiere in deinen Garten.

    Option 4 – in der Tonne:

    Hast du Probleme mit Ratten oder Mäusen, vererdest du dein Bokashi am besten in einer Tonne oder einem Maurerkübel, damit sich die Nagetiere nicht über ihn hermachen. In der Tonne mischst du einen Teil Bokashi mit zwei Teilen Erde. Eine Schippe Gartenkompost darf ruhig auch noch obendrauf. Das Ganze schließt du dann und lässt es so lange stehen, bis eine homogene Masse daraus geworden ist.

    Bokashi Ferment, EM und andere Zusätze

    Das Herzstück des Bokashi ist die Fermentation. Damit dieser Prozess startet, musst du deine Küchenabfälle im Bokashi-Eimer mit effektiven Mikroorganismen (EM) impfen. Die solltest du dir unbedingt besorgen, bevor du mit bokashieren loslegst.

    Grundsätzlich kannst du Fermente eigentlich auch ohne Zusätze herstellen. Vielleicht machst du ja schon dein eigenes Sauerkraut oder Kimchi und hast da noch nie EM eingesetzt. Das ist in der Küche auch nicht nötig.

    Beim Bokashi wird es aber komplizierter. Meistens ist das Material gröber und es ist kaum machbar, es wie Sauerkraut zusammen zu stampfen. Auch dadurch, dass du den Eimer zum Nachfüllen immer wieder öffnest, kommt regelmäßig Sauerstoff an das Ferment, was unerwünschte Bakterien anlocken kann.

    Effektive Mikroorganismen

    Die „guten“ Bakterienkulturen (aka EM) gleich zum Bioabfall dazu zu geben, ergibt also durchaus Sinn – denn damit lenkst du den Fermentationsprozess und überlässt nichts dem Zufall. Wenn sich nämlich die falschen Bakterien breit machen, werden deine Küchenabfälle vergammeln, statt zu fermentieren.

    Bokashi

    Ob du alles richtig gemacht hast, merkst du am Geruch und am Aussehen. Dein Bokashi sollte nach vier Wochen richtig fruchtig und säuerlich duften. Deine Gemüsereste dürfen nicht schimmeln und nicht faulig riechen. Ein weißer Belag ist aber nicht schlimm. Das sind nur Hefepilze, die vom restlichen Sauerstoff im Eimer leben.

    Alternativen zu Effektiven Mikroorganismen

    Im Grunde kannst du zum Fermentieren jede milchsauervergorene Flüssigkeit nehmen, die nicht erhitzt wurde, also noch aktiv ist. Neben EMs sind das unter anderem Brottrunk oder Sauerkrautsaft (Achtung, hier gibt es verschiedene – nur manche sind nicht erhitzt und eignen sich).

    Wichtig ist, dass das Ferment, welches du zum Impfen nimmst, einen pH-Wert um drei hat. Im Vergleich zu diesen Fermenten haben die EMs noch ein Add-On – sie enthalten nämlich einige Arten von Nichtschwefelpurpurbakterien (das sind Photosynthesebakterien). Diese kleinen Knilche können wie Pflanzen Photosynthese betreiben und zusätzlich Stickstoff aus der Luft binden. Ganz schön cool, oder? 

    Zusätzlich kannst du Gesteinsmehl (ca. ein Gramm Gesteinsmehl pro zehn Liter Bokashi) und Pflanzenkohle (Ein Liter Pflanzenkohle pro zehn Liter Bokashi) hinzufügen. Mit dieser Mischung stellst du sogar dein eigenes Terra Preta her! Beide Zusätze binden außerdem den Geruch etwas, sodass deine Nachbarn nicht mehr die Nase über den silageartigen, gärigen Geruch rümpfen.

    Bokashi clever im Garten einsetzen

    Mit Bokashi kannst du deine (hungrigen) Pflanzen so richtig verwöhnen! Damit dir die kostbaren Nährstoffe am Ende nicht doch noch verloren gehen, ist es ganz wichtig, dass du dein vererdetes Bokashi nicht einfach wochenlang ohne Bepflanzung Wind und Wetter aussetzt. Pflanzen sind nämlich die besten Nährstoff-Catcher! 

    Hast du einmal keine Gemüsekulturen am Start, nimmst du einfach eine Gründüngung. Mit Bokashi und Gründünger gönnst du deinem Boden gleich zwei Wellness-Kuren auf einmal – die folgenden Gemüse werden es dir danken!

    Den Bokashi-Saft kannst du verdünnt (1:100 mit Wasser gemischt) ebenfalls zum Düngen verwenden. Es gibt nur ein paar empfindliche Pflanzen, wie Basilikum und Petersilie, die Bokashi nicht so gerne mögen.

    Abzapfen des Bokashi-Saft aus einem Bokashi-Eimer

    Mit Bokashi boosterst du dein Bodenleben und die Bodenfruchtbarkeit in deinem Garten. Du wirst sehen – dein Boden wird immer krümeliger, fruchtbarer und belebter werden! Halte die Augen offen, und beobachte mal, wie sich dein Boden mit der Zeit verändert…

    Naa, habe ich dich angefixt? Eigenen Bokashi herzustellen ist wirklich nicht schwer. Du brauchst dafür nur einen guten Bokashi-Eimer, eine Menge Bioabfall und (effektive) Mikroorganismen.

    Gerade wenn du Probleme mit Ratten im Garten oder zu wenig Platz für einen Komposthaufen hast, ist das Herstellen von Bokashi-Kompost in einem verschlossenen Behälter eine super Lösung, um deine Küchenabfälle zu verwerten und in wunderbaren Dünger zu verwandeln.

    Das Basteln des Bokashi-Eimers ist voll dein Ding? Dann habe ich hier noch ein paar DIY-Anleitungen für den Garten…

    Hochbeet aus Holz selber bauen: Einfache Bauanleitung

    Kompost bauen: Einfach, schnell und stabil!

    Hochbeet bauen leicht gemacht: Bauanleitung in 5 Schritten

    Und hast du Lust bekommen, deinen eigenen Bokashi anzulegen? Erzähl mir gerne in den Kommentaren, wie es klappt und halte mich auf dem Laufenden!

    Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

    Schnittknoblauch auf Brettchen

    Schnittknoblauch anbauen: Von der Saat bis zur Ernte

    Schnittknoblauch ist ein Exot unter den Zwiebelgewächsen – und dabei so genial: Frisches Grün wie beim Schnittlauch, aber ein würzig-pfeffriger Geschmack, wie ihn sonst nur Knoblauch (und vielleicht Bärlauch) zu bieten hat. Ich finde, er hat sich seinen Platz im Gemüsebeet verdient!

    Inhaltsverzeichnis
    Wie viele Schnittknoblauch soll ich pflanzen?
    Gute Mischkultur-Partner für Schnittknoblauch
    Der ideale Standort
    Schnittknoblauch aussäen oder pflanzen?
    Beete für Schnittknoblauch vorbereiten
    Schnittknoblauch richtig pflegen
    Häufige Krankheiten
    Ernte und Verwendung

    Hast du schon alle Beetplätze für die kommende Gartensaison vergeben? Nein? Dann stelle ich dir hier mal einen ganz schnittigen Kandidaten vor: Zugegebenermaßen noch etwas grün hinter den Ohren, aber dafür schon recht geerdet und mit einem hervorragenden Geschmack. Vorhang auf und Bühne frei für den Schnittknoblauch!

    Schnittknoblauch ins ein mehrjähriger Kandidat im Gemüsebeet, er spielt also eine Sonderrolle bei der Planung deiner Beetbelegung. Wenn du bei der Beetplanung deiner einjährigen Gemüse noch ein bisschen Unterstützung brauchst, dann habe ich hier etwas für dich: Meinen super ausgetüftelten Beispiel-Gartenplan. Du kannst ihn dir in ein paar Minuten herunterladen – dafür trägst du einfach deine E-Mailadresse unten im Feld ein und ich schicke ihn dir gleich zu.

    Wie viele Schnittknoblauch soll ich pflanzen?

    Wenn du reichlich von dem würzigen Grün ernten willst, solltest du drei Reihenmeter einplanen.

    Gute Mischkultur-Partner für Schnittknoblauch

    Erdbeeren, Karotten, Pastinaken, Tomaten, Gurken und Salat sind alles wunderbare Beetgenossen für deinen Schnittknoblauch. Besonders die Kombination mit Erdbeeren funktioniert richtig gut, weil beide Pflanzen mehrere Jahre am selben Standort stehen bleiben.

    Auch deine anderen Gemüse sind noch auf der Suche nach dem perfekten Partner? In meinem Artikel Die 7 wirkungsvollsten Mischkultur-Pflanzgemeinschaften zeige ich dir, welche Gemüse wahre Dream-Teams bilden. ;)

    Mischkultur aus Zwiebelgewächsen und Erdbeeren

    Der ideale Standort

    Schnittknoblauch liebt humosen, nährstoffreichen Boden. Nasse Füße hat er jedoch nicht so gern, deshalb sollte der Boden nicht zu Staunässe neigen. Das Zwiebelgewächs mag außerdem eine sonnige Lage, kommt aber auch mit Halbschatten gut klar.

    Schnittknoblauch aussäen oder pflanzen?

    Beides geht! :) Schnittknoblauch kannst du im Haus vorziehen oder auch direkt ins Beet säen.

    Die Voranzucht beginnt Mitte Februar. Bis Ende April kannst du mit der Aussaat in Töpfchen im Haus beginnen. Wenn du dir die Anzucht sparen möchtest, kannst du deinen Schnittknoblauch auch von Mitte März bis Mitte August direkt ins Beet bringen.

    Ich säe im März gerne fünf bis sieben Samen in ein Töpfchen und pflanze die kleinen Schnittknoblauch-Pflanzen im Mai nach draußen. Zu dieser oft noch kühlen Jahreszeit wachsen die Pflänzchen anfangs sehr langsam, wenn du sie draußen säst. Mit dem Vorsprung im Töpfchen kann ich schon viel früher frischen, grünen Knoblauch ernten.

    Übrigens: Schnittknoblauch ist ein Kaltkeimer. Die Samen keimen zuverlässiger, wenn du sie etwa zwei Wochen bei Temperaturen von 4°C lagerst. Dafür gibt es einen simplen, aber genialen Trick: Den Kühlschrank. ;) Dort dürfen die Samen gern ein bisschen frieren, bevor du sie aussäst.

    Junger Schnittknoblauch, bereit zur Pflanzung

    Beete für Schnittknoblauch vorbereiten

    Für eine Direktsaat sollte das Beet eben und feinkrümelig sein. Dafür harkst du es am besten vorsichtig mit einem Rechen. Vor der Pflanzung ist es außerdem gut, Mulchreste und eventuelle Unkräuter vom Beet zu entfernen.

    Als Pflanzabstand empfehle ich 30 cm zwischen den Schnittknoblauch-Reihen und 25 cm zwischen den Pflanzen in einer Reihe (oder andersrum, das ist ganz egal).

    Schnittknoblauch richtig pflegen

    Dein Schnittknoblauch will gar nicht viel von dir, aber mit ein wenig Zuwendung und der richtigen Pflege bleibt er schön lange gesund, und du kannst ihn richtig lange beernten.

    Sobald die Pflanzen 10 bis 15 cm hoch sind, mulchst du sie mit einer 5 cm dicken Schicht aus Grasschnitt und Holzhackschnitzeln. Du kannst auch andere Mulchmaterialien verwenden, die du gerade zur Hand hast. Durch den Mulch bleibt der Boden länger feucht, und es gibt weniger Konkurrenz durch Beikräuter.

    Schnittknoblauch
    Merk dir diesen Artikel auf Pinterest!

    Über den Winter ziehen die Schnittknoblauch-Pflänzchen ihre Blätter zurück – treiben im folgenden Frühjahr aber erneut aus. Das Frühlingserwachen passiert früher, wenn du die Pflanzen mit einer sogenannten “Cloche” abdeckst. Dafür eignet sich auch ein großes Schraubglas, das sonst vielleicht sowieso nur im Altglas landet. Hierbei aber nicht vergessen, regelmäßig zu lüften. Besonders an sonnigen Tagen ist das wichtig. Die Cloche funktioniert nämlich wie ein Mini-Treibhaus.

    Halte deine Augen offen: Gräser, die sich in die Horste des Schnittknoblauchs schummeln, solltest du frühzeitig jäten. Sie sind zwischen den lanzettenartigen Blättern des Schnittknoblauchs manchmal gar nicht so leicht zu entdecken…

    Schnittknoblauch wächst gerne – und das auch in die Breite. Deswegen sollten die Wurzelstöcke ab und an geteilt werden, sodass der Schnittknoblauch nicht alles überwuchert. Nachbarn und Freunde freuen sich bestimmt über ein Pflänzchen oder zwei. Deine selbst gezogenen Pflanzen kannst du nach drei Jahren zum ersten Mal teilen.

    Häufige Krankheiten

    In kühlen und feuchten Sommern wird Schnittknoblauch, wie die anderen Zwiebelgewächse auch, oftmals von Rostpilzen befallen. Die sind aber nicht weiter schlimm, sie sehen vor allem unschön aus.

    Zwiebelrost auf Schnittknoblauch

    Du erkennst den Befall daran, dass die Blätter rostig-braune Flecken oder Pusteln aufweisen. Die befallenen Blätter am besten großzügig abschneiden und in der Biotonne entsorgen. Danach wird deine Pflanze in der Regel wieder gesund austreiben.

    Um Krankheiten vorzubeugen, solltest du deinen Schnittknoblauch vorbeugend alle drei Jahre an einen neuen Ort umpflanzen.

    Im Sommer kannst du deine Zöglinge mit etwas Brennnesseljauche stärken – am besten, kurz nachdem du die Pflanze beerntet hast. Brennnesseljauche schmeckt nämlich nicht besonders gut, wenn sie im Salat landet. ;)

    Ernte und Verwendung

    Ernten kann du Schnittknoblauch vom Frühjahr bis zum Herbst. Wenn du deine Schnittknoblauch-Pflänzchen selbst hochgezogen hast, kannst du die dickfleischigen Blätter der jungen Pflanzen zum ersten Mal beernten, sobald sie etwa 15 cm hoch sind.

    Nach dem Rückschnitt treiben die Blätter erneut aus. Dann brauchst du nur etwas Geduld, bis du das nächste Mal erntest.

    Schnittknoblauch kannst du wie Schnittlauch in Salaten, Dips oder als Topping verwenden. Er schmeckt allerdings stärker nach Knoblauch, als du das von Schnittlauch gewöhnt bist. 

    Frisches Brot mit Kräuterquark

    Ich liiiiiiebe den Geschmack der schnittigen Zwiebelgewächse in deftigem Kräuterquark, den ich gerne (und meist im Handumdrehen) auf ein paar Scheiben frisch gebackenem Brot verputze. Yams!

    Schon gewusst? Schnittknoblauch hat übrigens nicht nur äußerst dekorative, sondern auch essbare Blüten. Probier doch mal, wie toll du damit Salate und Co zum Hingucker machen kannst!

    Du bist auf der Suche nach weiteren Gemüsearten, die schon bald deine Beete bevölkern sollen? Wie wäre es mit diesen Kandidaten:

    Frühlingszwiebeln pflanzen, anbauen und ernten – die ultimative Anleitung!

    Die 9 besten Gemüse für dein Hochbeet mit Pflanztabelle!

    Radieschen säen und ernten – so funktioniert es garantiert!

    Hast du schon mal Schnittknoblauch angebaut? Schreib mir deine Erfahrungen gern in die Kommentare!
    Essbare Blüten

    Essbare Blüten: Bunte Verführung in Garten und Küche

    Essbare Blüten fehlen noch in deiner Pflanzen-WG? Dann komm mit auf eine blumige Entdeckungsreise in die Welt der essbaren Blüten! Du wirst staunen, wie viele Blüten nicht nur eine Augenfreude, sondern auch ein richtiger Gaumenschmaus sind – und das nicht nur für Insekten!

    Inhaltsverzeichnis
    Essbare Blüten: Zu schön, um wahr zu sein
    11 Arten mit essbaren Blüten: Wildfänge, Schelme und Schönheiten
    Essbare Blüten: Auch die inneren Werte zählen!
    Essbare Blüten frisch gepflückt genießen
    Regenbogen im Glas: Essbare Blüten selbst trocknen
    Der Garten träumt Blütenträume…

    Essbare Blüten: Zu schön, um wahr zu sein

    Ich muss es immer wieder sagen – und zwar nicht durch die Blume, sondern ganz unverblümt: Ich liebe es, wenn mein Garten nicht nur mein Lieblingsplatz ist, sondern sich auch die unterschiedlichsten Blumen und Kräuter dort wohlfühlen. 

    Denn je vielfältiger das Ökosystem Garten, desto widerstandsfähiger und gesünder ist es. Und wenn die Vielfalt dann auch noch nicht nur schön ausschaut, sondern auch essbar ist, kann wohl niemand widerstehen, oder?

    In meinem Garten ziehen immer mehr Blumen mit essbaren Blüten in die Beete ein. Die bunten Einsprengsel umrahmen die Gemüsebeete, ziehen Nützlinge an, manche von ihnen verbessern den Boden und die allermeisten sind wirklich kinderleicht zu kultivieren. 

    Doch damit nicht genug: die blumigen Verführerinnen machen sich auch super auf dem Teller und sind echte Hingucker, egal ob frisch oder getrocknet. Vielfalt im Garten und auf dem Teller – essbare Blüten schaffen diesen Spagat spielend.

    Wenn du keinen Garten hast, sondern vor allem auf dem Balkon gärtnerst, dann solltest du deine Ohren spitzen, denn viele der Pflanzen mit essbaren Blüten wachsen und gedeihen auch prima in Pflanzkübeln auf dem Balkon!

    Wenn du dir fest vorgenommen hast, in der nächsten Gartensaison Ringelblumen, Speisechrysanthemen, Kapuzinerkresse und Co. anzupflanzen, dann solltest du dir unbedingt so früh wie möglich die perfekten Aussaatzeitpunkte notieren. So kannst du die Blumen zum richtigen Zeitpunkt aussäen, sodass sie den Sommer maximal auskosten können.

    Das geht wunderbar in meinem Aussaatkalender, den du dir hier als PDF herunterladen kannst. Im Kalender findest du auch ganz viele Aussaattermine für alle meine Lieblingsgemüse, falls du da noch ein bisschen Inspiration brauchst! :)

    11 Arten mit essbaren Blüten: Wildfänge, Schelme und Schönheiten

    Was musst du wissen, bevor du Blumen mit essbaren Blüten in deinen Garten holst?

    Frag dich, welche Blüten die richtigen für dich sind! Jede Pflanze hat ihren eigenen Geschmack und Charakter. Manche blühen nur ganz kurz, andere blühen eeewig; manche bleiben da, wo du sie pflanzt, und andere wiederum suchen sich ganz eigensinnig den Platz, an dem sie sich wohlfühlen. Königskerzen und Nachtkerzen sind zwei Beispiele für solche Blumendiven!

    Essbare Blüten der Königskerze

    Wusstest du, dass die Blüten von Borretsch aussehen wie Sterne, die vom Himmel gefallen sind? Und hast du schon mal Chrysanthemen im Spätherbstnebel gesehen? Einfach atemberaubend schön! Ganz zu schweigen von den praktischen „Nebenwirkungen“: So mancher treuherzige Geselle – wie Tagetes, Ringelblume oder Schnittlauch – stellt sich nämlich schützend vor dein Gemüse und macht sich richtig nützlich im Garten!

    „Störenfriede“, wie der allgegenwärtige Löwenzahn, sind plötzlich sehr willkommen, weil ihre Blätter im Salat oder im grünen Smoothie einfach toll schmecken. Aus den gelben Blüten kannst du übrigens einen leckeren Sirup machen – wenn du ihn nicht gerade auf dem Herd anbrennen lässt, so wie ich. ;) 

    Lern die verschiedenen Pflanzen unbedingt besser kennen! Es lohnt sich, versprochen! Mit 11 meiner liebsten Exemplare mache ich dich schon mal näher bekannt…

    #1 Ringelbume – das Herzstück der Blumenwiese

    Hand aufs Herz, wer liebt sie nicht, die Calendula? Sie ist in so vielerlei Hinsicht eine Bereicherung in Garten und Küche. Unter der Erde schafft sie Struktur mit ihren Wurzeln, und über der Erde übt sie eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf Schwebfliegen und andere kleine Nützlinge aus. Wenn du Ringelblumen pflanzt, wirst du sehen, wie schon bald die Insekten kommen und sich an ihren Blüten laben werden.

    Die einjährig kultivierte Calendula mit ihren leuchtend orange-gelben Blüten ist außerdem ein richtiger Bodyguard für Gemüse und Beeren in deinem Garten. Die Powerblume schützt vor Schädlingen wie Nematoden und Drahtwürmern. Vor allem Kohl, Salate, Tomaten und Gurken freuen sich über einen Blütenkranz aus Calendula als Schutzwall um sich herum.

    Essbare Blüten der Ringelblume in Erntekorb

    Kleiner Tipp: Du kannst Ringelblumen ausgezeichnet als Untersaat für Tomaten und Fenchel säen, oder auch zwischen Erdbeeren, damit diese von den blöden Nematoden in Ruhe gelassen werden. Abgemähte Calendula-Pflanzen eignen sich auch als Mulch, zum Beispiel unter deinen Tomatenpflanzen. Und selbst als Gründüngung machen Ringelblumen eine gute Figur.

    Aber nicht genug, die Ringelblume kann noch mehr! Sie enthält ätherische Öle und sogenannte Flavonoide, weswegen sie auch als Arzneipflanze bekannt ist. Du kannst sie auch ganz einfach selbst zu einer wohltuenden Salbe verarbeiten, die bei Hautverletzungen helfen soll.  

    Last but not least: Die essbaren Blüten! Ob in Salaten oder Gemüsepfannen – sie sehen einfach unschlagbar aus. Zur Abwechslung kannst du aus ihnen auch ab und zu mal einen Tee kochen. Mmmhhh! Ringelblumenblüten haben einen milden, leicht süßlichen Geschmack. Für mich ist die Calendula ein Muss aus meinem Garten ist sie definitiv nicht mehr wegzudenken!

    #2 Borretsch – Essbare Blüten alles andere als boring

    Der tiefwurzelnde und bei Insekten äußerst beliebte Borretsch (alias Gurkenkraut, Borago officinalis) mit seinen blauen Sternblüten ist ein richtiger Alleskönner im Garten. Er wächst rasch, ist nicht besonders anspruchsvoll, lockert den Boden und verdreht den bestäubenden Insekten die Köpfe. Und die sind in unseren Gemüsebeeten mehr als willkommen!

    Die einjährige Blütenpflanze wird bis zu 60 cm hoch. Du kannst Borretsch zwischen April und Juni aussäen, entweder direkt in deine Beete oder in ein Pflanzgefäß auf dem Balkon. Einmal ausgesät, wird er immer mal wieder hier und dort in deinen Beeten auftauchen – auch ganz ohne dein Zutun. Die verträumt blau blühende Pflanze versteht sich ausgezeichnet mit Erdbeeren, Bohnen, Erbsen und Kohlarten.

    Borretschblüte

    Die himmelblauen, essbaren Blüten vom Borretsch schmecken – wie sein Beiname schon verrät – lecker frisch nach Gurke. Du kannst sie laufend ernten, genau wie die jungen Blätter, die ebenfalls essbar sind. Ich esse sie am liebsten kleingehackt im Salat oder streue sie über Gemüsepfannen. Du kannst Blätter und Blüten gut für alle Gerichte verwenden, zu denen auch Gurke passt. Schon mal Tsatsiki mit blauen Sternen gesehen? Nein? Dann wird es jetzt aber Zeit!

    #3 Kornblume – Blue beauty

    Strahlend blau und so, so schön – die Kornblume (Centaurea cyanus) sorgt für viel Charme im Garten. Auch an Feldrändern und in Blühstreifen ist sie eine gern gesehene Besucherin.

    Kornblumen sind anhängliche Gesellen. Wenn sie einmal bei dir im Garten wachsen, samen sie sich gern selbst aus. So bleiben sie dir erhalten und sorgen jedes Jahr wieder für bunte Highlights in deinem Garten.

    Gerade neben Ringelblumen bilden sie einen umwerfenden Farbkontrast – hach… Aber genug der Ästhetik gefrönt! Wenn du die Blüten essen möchtest, pflückst du einfach regelmäßig die blau blühenden Köpfchen. Genau wie die Ringelblume bildet die Kornblume dann immer weiter Blüten aus, weil sich die Pflanze ja vermehren möchte und dafür Samen produzieren will.

    Geschmacklich haut mich die Kornblume nicht vom Hocker – sie schmeckt nicht besonders aufregend. Aber getrocknet und als Tee aufgebrüht wirkt sie entzündungshemmend und verdauungsfördernd und peppt mit ihrem Blau jede Teemischung auf.

    Probier sie am besten selbst mal! Vielleicht gefällt dir ihre schwach würzige und leicht bittere Note auch in Salaten und Gemüsegerichten. Geschmäcker sind ja bekanntlich sehr verschieden.

    #4 Schnittlauch – schnittige Beetumrandung

    Den Schnittlauch brauche ich dir wohl eigentlich nicht nochmal vorstellen – ist er doch ein ziemliches Must-Have in den allermeisten Kräuter- und Küchengärten. Zu Recht! Aber wusstest du, dass nicht nur die grünen Pflanzenteile, sondern auch die wunderschönen rosa-weißen Blüten essbar sind?

    Die Blüten dieses altbekannten Klassikers sind ein Geheimtipp in der Küche: Sie haben ein angenehmes, feines Knoblauch-Aroma, das wunderbar in Salate oder in Dips jeglicher Art passt.

    Schnittlauch essbare Blüten

    Blühender Schnittlauch eignet sich super als lebendige Beetumrandung, wo er eine Art Schutzwall gegen Pilzkrankheiten bildet. Er ist also schon der zweite Bodyguard unter den Pflanzen mit essbaren Blüten. Schnittlauch freut sich, wenn du ihm einen gut durchfeuchteten Boden bietest, in trockenen Sommern stirbt er sonst recht schnell ab.

    Übrigens: Auch Schnittknoblauch bildet essbare Blüten, die einen leckeren feinen Knoblauchgeschmack haben!

    #5 Gewürztagetes – Probieren geht über Studieren

    Ich liebe es, wenn mir der zitronige Duft von Gewürztagetes (Tagetes tenuifolia) in der Nase kitzelt. Diese reich blühende Pflanze ist schon kein Geheimtipp mehr, sondern ein gern gesehener Gast in vielen Gärten.

    Mit der Gewürztagetes stelle ich dir unseren Bodyguard Nummer drei vor. Auch hier haben wir wieder eine Blütenpflanze, die mit ihren Wurzelausscheidungen dein Gemüse vor Schädlingen wie Nematoden schützt und nebenbei den Boden verbessert. Gewürztagetes ist somit also fast prädestiniert dafür, am Rand deines Gemüsebeetes zu wachsen.  

    Also, eine große Empfehlung, ganz besonders die Sorte „Lemon Gem“. Die Pflanze mit den gelben, roten oder orangen Blüten versteht sich prima mit Salat, Kohlgewächsen, Tomaten und Feldsalat. Sie steht bei Bienen und anderen Insekten hoch im Kurs. Ihre Blüten und Blätter sind aber auch für uns essbar.

    Die Blätter der Tagetes kannst du gut in Tees verwenden. Wie wäre es mit einer eigenen Teemischung aus deinem Garten? Die Blüten, deren Geschmack mich ein bisschen an Mandarinen oder andere Zitrusfrüchte erinnert, bereichern so ziemlich jedes Essen. Ganz besonders habe ich sie in Risotto zu schätzen gelernt.

    #6 Malve – Romantische Blütenträume

    Moschusmalve, Rosenmalve, Wilde Malve, … Die Pflanze mit den vielen romantisch klingenden Namen kommt aus Asien und erfreute sich dort bereits vor 5000 Jahren großer Beliebtheit. 

    Kein Wunder, Malven mit ihren intensiv leuchtenden Blüten verschönern so ziemlich jeden Garten und jeden Salat und wirken dabei noch schleimlösend und reizlindernd.

    Gibst du ihnen einen Platz an der Sonne, blühen sie den ganzen Sommer über emsig.

    #7 Kapuzinerkresse – Verdient einen Orden

    Kapuzinerkresse sieht einfach unfassbar toll aus und zieht alle Blicke auf sich – ob im Beet oder im Balkonkasten! Die krautige, rankende Pflanze blüht in den wunderschönsten Farben: Von hellem Gelb über kräftiges Orange bis hin zu leuchtendem Rot sind alle Farbvariationen vertreten.

    Wusstest du, dass der deutsche Name der Kapuzinerkresse durch ihre Blüte inspiriert ist? Die ähnelt nämlich (mit viiiiel Fantasie) den Kapuzen von Kutten der Kapuzinermönche. 

    Schau doch mal in diesen Artikel, der widmet sich ganz ausführlich dieser wunderbaren essbaren Blume, die so viel mehr kann, als schmackhafte Blüten zu bilden.

    #8 Echter Lavendel – Beruhigendes Lila

    Bist du auch immer so versucht, im Vorbeigehen ein paar Blüten vom Lavendel abzuzupfen und zwischen deinen Fingern zu zerreiben? Kaum ein Duft wirkt auf mich so beruhigend wie der von frisch gepflückten Lavendelblüten. Damit bin ich sicher nicht alleine; nicht umsonst ist Lavendel ein Liebling in vielen Kräutergärten.

    Blühender Lavendel

    Wenn du deinem Lavendel einen schönen Platz im Garten bietest, kannst du dich nicht nur an den blaulila Blüten erfreuen (und beobachten, wie Mücken einen weiten Bogen um den Lavendelbusch machen), du kannst die Blüten auch ganz vielfältig in der Küche nutzen.

    Der Einsatz in Salaten geht bekanntlich immer. ;) Aber auch zu deftigen Speisen passt Lavendel mit seiner verträumten Leichtigkeit prima, genau wie zu verschiedenen Nachtischen. Mein heißer Tipp: Lavendeltee. Dazu entweder frische oder getrocknete Blüten mit heißem Wasser übergießen und ungefähr 10 Minuten ziehen lassen und genießen!

    #9 Königskerze – königlicher Blickfang

    Der Name ist Programm: So eine Königskerze lenkt wirklich alle Blicke auf sich. Kein Wunder, die imposante Gestalt stellt viele andere Gartengewächse in ihren Schatten. Gerade im Zwielicht – in der Dämmerung oder im Regen – sehen Königskerzen atemberaubend schön aus. In diesem Licht leuchten ihre gelben Blüten dann regelrecht.

    Jede Königskerzenblüte blüht nur einen Tag lang, genau dann solltest du sie pflücken. Keine Sorge, die Pflanze schiebt den Sommer über immer neue Blüten nach und wächst langsam, aber sicher, in die Höhe.

    Königskerzen suchen sich ihren Platz zum Aussamen gern selbst aus. Also lass dich überraschen, welchen Ort sie in deinem Garten von Jahr zu Jahr als passend auserwählen. 

    So spektakulär das äußere Erscheinungsbild, so mild ist der Geschmack der Blüten. Sie lindern allerdings auch Reizhusten und asthmatischen Husten, wenn du sie Teemischungen beigibst.

    Fun Fact für radikale Selbstversorger*innen: Die riesigen, weichen Blätter der Königskerze lassen sich als „Toilettenpapier“ im Garten nutzen. Also, wenn dir mal das Toilettenpapier ausgeht, weißt du jetzt, was zu tun ist. ;)

    #10 Goldmelisse – ein neuentdecktes Goldstück

    Diese wunderschön tiefrot blühende Pflanze kam aus ihrer ursprünglichen Heimat in Nordamerika zu uns nach Europa – welch ein Glück! Jetzt verzaubert uns die langlebige, winterharte Staude auch in unseren Gärten. Am einfachsten ist es, eine Goldmelissenpflanze an einen sonnigen oder halbschattigen Ort zu pflanzen.

    Die Blütenblätter sind, wenn du sie einfach so naschst, ein regelrechter Gaumenschmaus. Sie sind würzig und die kleinen Kelche an jedem Blättchen enthalten einen sehr süßen Nektar. Mmmhhh… Auch als Tee schmecken Kraut und Blüten suuuper lecker. Yams!

    Goldmelissenblüte

    #11 Speisechrysantheme – Die Vielfältige

    Diese gelb blühende Sommerblume (Glebioniscoronaria L.), die dir vielleicht schon mal unter dem Namen Kronen-Wucherblume oder Goldblume über den Weg gelaufen ist, hat so einiges auf dem Kasten.

    Ursprünglich kommt sie aus dem ostasiatischen Raum, wo sie als schmackhaftes Blattgemüse gerne auf dem Teller landet. Auch hierzulande wird sie dafür langsam aber sicher immer mehr geschätzt – und so wird eine Anbauform wiederbelebt, die in Südeuropa bis ins Mittelalter hinein gepflegt wurde.

    Die Speisechrysantheme mit ihren strahlend hellgelben Blüten ist unkompliziert anzubauen. Bereits nach drei bis fünf Wochen kannst du die Blätter ernten. Sie bestechen mit einem feinherben, intensiven Geschmack und machen sich richtig gut in Salaten und Suppen oder, dem Spinat ähnlich, ganz einfach gedünstet.

    Aber hier geht es ja hauptsächlich um die essbaren Blüten: Die kannst du über Salate oder Gemüsepfannen streuen. In der chinesischen Küche ist es üblich, die Blüten in Teig zu tauchen und in heißem Fett zu backen. Vielleicht hast du das schon mal mit Holunderblütendolden gemacht?

    Holunder wäre nämlich schon der nächste Kandidat. Es gibt noch sooo viele weitere essbare Blüten, die ich hier aufzählen könnte! 

    Da sind noch Phlox, Klee, Mutterkraut und Rose. Da ist Johanniskraut und Hibiskus, oder die Schafgarbe mit ihrer verdauungsfördernden und entzündungshemmenden Wirkung. Aber auch Löwenzahn und Gänseblümchen, und Kräuter wie Salbei, Oregano, Thymian und wilder Majoran bilden essbare Blüten aus. Sogar die Blüten vieler Gemüsepflanzen sind essbar – ich sage nur Fenchel, Zucchini und Zwiebel.

    Du siehst, essbare Blüten sind ein kleines buntes Universum für sich… Lass deiner Kreativität freien Lauf und probier doch mal, welche der Pflanzen sich bei dir im Garten wohl fühlen und dir am besten schmecken.

    Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

    Essbare Blüten: Auch die inneren Werte zählen!

    Weil Pflanzen an den Ort gebunden sind, an dem sie wachsen, und nicht einfach so umziehen können, wenn ihnen Gefahr droht, müssen sie sich anders zu helfen wissen. Ihre „Geheimwaffen“ sind Substanzen wie ätherische Öle und Bitterstoffe, die Keime und hungrige Tierchen abwehren.

    Viele dieser sogenannten sekundären Pflanzenstoffe sind auch für uns Menschen ziemlich wirksame Arzneistoffe. So wirkt zum Beispiel das ätherische Öl im Dost wie ein natürliches Antibiotikum.

    Natürlich kommt es dabei immer darauf an, wie die Substanzen in der jeweiligen Pflanze (oder in der essbaren Blüte) zusammengesetzt sind. Wenn Wirkstoffe isoliert und einzeln verabreicht werden, wirken sie ja oft ganz anders als in ihrer Gesamtheit.

    Einige der wichtigsten Inhaltsstoffe von Blütenpflanzen sind: 

    • ätherische Öle
    • Bitterstoffe, welche die Verdauung anregen
    • Flavonoide, die Zellen und Gewebe dadurch schützen, dass sie freie Radikale „einfangen“ und deren schädliche Reaktionen hemmen
    • Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

    Essbare Blüten frisch gepflückt genießen

    In meinem Alltag verbringe ich viel Zeit im Garten: Ob bei den Hühnern, im Gemüsebeet, im Gewächshaus oder in der Hängematte – mein Garten ist einfach einer meiner Lieblingsorte.

    Wenn ich also gerade sowieso in meinem persönlichen Freiluftsupermarkt bin und die Zutaten für das Abendessen einsammle, pflücke ich gerne gleich eine Handvoll essbare Blüten, die später am Tag auf unsere Teller wandern.

    Am allerbesten schmecken essbare Blüten, wenn du sie morgens pflückst, nachdem sie sich gerade geöffnet haben. Dann ist ihr Aroma nämlich am intensivsten. Später am Tag, wenn die Sonne mit voller Kraft vom Himmel scheint, haben sich viele der ätherischen Öle nämlich verflüchtigt – ganz ähnlich wie bei vielen Kräutern.

    Hast du dein Körbchen mit essbaren Blüten nun in die Küche bugsiert, schüttelst du sie am besten erst einmal aus – der ein oder andere Käfer wird dir dabei sicherlich entgegen purzeln. Waschen musst du essbare Blüten in der Regel nicht. Du kannst die Blüten aber eingelegt in Wasser einige Stunden frisch halten.

    Als nächstes entferne ich immer die Stiele, Kelchblätter und Stempel und fertig sind sie – die aromatischen Geschmacksknospen!

    Jetzt kannst du die essbaren Blüten nach Herzenslust einsetzen: Sie machen eine tolle Figur im Salat oder eingelegt in Essig oder Öl. Vielleicht hast du heute ja auch Lust auf ein Blütenbrot, eine Gemüsepfanne mit Löwenzahn-Blütenhaube oder etwas Quark mit Borretsch und Kapuzinerkresse? 

    Salatschüssel mit essbaren Blüten

    Kleiner Tipp: Für Blütenbutter schneidest du die essbaren Blüten von Ringelblume oder Kapuzinerkresse klein und mischst sie zusammen mit etwas Zitronensaft (und wenn du möchtest Salz und Pfeffer) unter die weiche Butter. Die Blütenbutter schmeckt auf einer Scheibe frischem, selbstgebackenem Brot natürlich am besten.

    Eigentlich verleihen essbare Blüten so ziemlich allen Gerichten diesen gewissen Pfiff. Und auch die Zuckerschnuten kommen auf ihre Kosten: Essbare Blüten kannst du kandieren, in Gelees und Marmelade verarbeiten oder mit ihnen das ein oder andere Dessert oder einen Kuchen verzieren.

    Oder du verarbeitest sie in süßen Getränken! Wie wäre es mit superleckerem selbstgemachten Holunderblütensirup?

    Regenbogen im Glas: Essbare Blüten selbst trocknen

    Essbare Blüten sind frisch gepflückt ziemlich unschlagbar. Zum Glück kannst du den blumigen Sommergeschmack aber auch einfangen und das ganze Jahr lang genießen – denn die Blüten lassen sich auch trocknen!

    Dazu bindest du die Blumen einfach an den Stängeln aneinander und hängst die Büschel kopfüber an einem trockenen, warmen und dunklen Ort auf. Sobald sie rascheltrocken sind, können die Blüten in Gläser umziehen. Am besten stellst du sie dann an einen dunklen und kühlen Ort, auch wenn du die Blütenpracht dann vielleicht nicht täglich bewundern kannst. So hält sich das Aroma besser.

    Du kannst die Blüten auch alternativ dazu in einem Dörrautomaten (wenn du einen besitzt) oder auf einem Backblech trocknen. Sie halten sich dann bis zu ungefähr einem Jahr und behalten meist sogar ihre Farbe!

    getrocknete essbare Blüten

    Ich freue mich immer riesig, wenn ich bunte Teemischungen mit blauen Kornblumenblüten, orangegelben Ringelblumen, lila Malvenblüten und strahlend roten Goldnesselblüten aus der dunklen Speiskammer holen kann, um mir einen Tee zu brühen, der von Sommersonne und frischer Lebendigkeit im Garten träumen lässt.

    Der Garten träumt Blütenträume…

    …und das Gartenherz mit ihm. Schöne Blüten üben eine fast magische Anziehungskraft auf mich aus. Erwischt, ich bin einfach ein bisschen pflanzenverrückt! Du auch? Willkommen im Club!

    Lavendeltee, Holunderblütenpfannkuchen und Salat mit essbaren Blüten klingen nach Musik in deinen Ohren? Dann ab in den Garten und, schau, wo du noch Platz hast für die Blütenwunder und lass deine Ideen, äh Blumen, sprießen! 

    Du willst mehr? Dann stöber doch noch weiter auf dem Blog:

    Kräuterhochbeet: Lieblingskräuter ganz einfach anbauen und ernten!

    Basilikum ernten und trocknen: Dein Sommerfeeling im Glas

    7 geniale Garten-Hacks, die wirklich funktionieren!

    Welche sind deine Lieblinge unter den essbaren Blüten und wie bereitest du sie zu? Schreib mir gern einen Kommentar, ich freue mich über Inspiration!

    Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

    Alte Apfelsorten bewahren

    Alte Apfelsorten: Ein Kulturgut zum Wiederentdecken

    Bist du auf der Suche nach alten Apfelsorten für deinen Garten? Oder hast du gar einen alten Apfelbaum draußen stehen und willst endlich wissen, wie die Sorte heißt? Dann lade ich dich hiermit ein in die Welt der Obstkundigen und Pomologen! Wir schauen uns die besten alten Apfelsorten an und ich berichte dir, was ein Pomologe alles draufhat! Los geht’s!

    Inhaltsverzeichnis
    Warum du unbedingt alte Apfelsorten pflanzen solltest!
    Die 13 leckersten alten Apfelsorten für deinen Garten
    Süß oder sauer: Vom „Berlepsch Apfel“ bis zum „Ontario Apfel“
    # Reifeklasse
    # Nutzungsform
    Gesund, Gesünder – „Wellant Apfel“
    Alte Apfelsorten bestimmen – die Welt der Pomologen

    Warum du unbedingt alte Apfelsorten pflanzen solltest!

    Moderne Apfelsorten findest du zuhauf im Supermarkt. Doch wenn du schon einmal in den Genuss von einer der vielfältigen alten Sorten gekommen bist, ist die Sortenentscheidung für den eigenen Apfelbaum im Garten eigentlich schon gefallen: Denn an den Geschmack kommen die süßen aber vergleichsweise faden Supermarktäpfel einfach nicht heran.

    In alten Apfelsorten steckt ein vergessenes Potential, das darauf wartet, von dir entdeckt zu werden! Nicht nur der Geschmack überzeugt. Pflanzt du eine alte Apfelsorte, wächst ein Stück Kulturgeschichte ganz jung und robust aus deinem Gartenboden.

    Erhaltung eines Kulturguts und von Biodiversität: Alte Apfelsorten waren einmal das Beste vom Besten. Doch wenn sie keiner mehr anbaut und wir sie nicht essen, sterben sie irgendwann aus. Und damit gehen die Eigenschaften dieser tollen Sorte unwiderruflich verloren. Zum Glück reicht in der Regel ein einziger Baum aus, um eine alte Apfelsorte zu bewahren. Doch am sichersten erhält sich eine Sorte, wenn viele Bäume über das ganze Land verteilt wachsen – vielleicht ja auch bald in deinem Garten!

    Vielfalt an Geschmack, Nutzungen, Formen und Farben: Kommst du einmal in den Genuss der Vielfalt, besteht große Suchtgefahr. Deine Sinnesorgane bekommen nicht genug von süß säuerlichen Äpfeln wie dem „Berlepsch Apfel“ oder dem nussigen Aroma einer „Goldparmäne“. Du beißt in den Apfel und die Geschmacksknospen in deinem Mund explodieren förmlich. Möchtest du Äpfel lange lagern, brauchst du unbedingt einen „Onatrio“. Dieser Apfel hält sich im Keller sogar bis Mai und kommt nicht aus Neuseeland.

    Robuste Sorte für die Bedingungen in deinem Garten: Auch hier ist die Vielfalt groß. Es gibt robuste Kerlchen wie den „Boskoop“, der Wind und Wetter mit Leichtigkeit trotzt. Und dann findest du auch ein paar Prinzessinnen und Prinzen unter den Apfelbaum Sorten – zum Beispiel den „Cox Orange“. Der braucht einen fruchtbaren, lockeren Boden an einem schönen Sonnenplätzchen. Du kannst dir ganz einfach eine Sorte aussuchen, die zu deinem Garten und deinen Wünsche passt.

    Begibst du dich einmal auf die Suche, ist die Sortenauswahl bombastisch. Seit Jahrhunderten züchten Menschen Apfelbäume. Dementsprechend gibt es super viele Apfelbaum Sorten. Die Vielfalt entstand häufig in Klostergärten, Gutshöfen oder Baumschulen. Die ein oder andere Sorte ist aber auch aus einem Apfelgriebsch als Zufallssämling gewachsen. Daher erwartet dich im Fundus der alten Apfelsorten eine große Auswahl. Bist du kurz davor, einen Apfelbaum in die Erde zu bringen, schau dir gerne noch meine wichtigsten Tipps zum Pflanzen eines Apfelbaums an.

    Damit es dir ein bisschen leichter fällt, zu entscheiden, welche alte Apfelsorte zu dir und deinem Garten passt, habe ich dir in diesem Artikel meine 13 liebsten alten Apfelsorten mit all ihren Eigenschaften in einer Tabelle zusammengefasst.

    Du bist schon stolzer Besitzer oder stolze Besitzerin eines alten Apfelbäumchens? Dann kannst du auch gleich zum untersten Kapitel weiterscrollen.

    Möchtest du in deinem Obstgarten auch gleich noch ein paar Gemüsebeete anlegen? Dann lass dich gerne von meinem Pflanzplan inspirieren!

    Hol dir den Gemüsegarten-Beispielplan!

    Trag dich hier ein und ich versorge dich rund ums Jahr mit meinen besten Gartentipps per Email. Und den Gemüsegarten-Pflanzplan gibt’s als Willkommensgeschenk obendrauf!

      Mit dem Absenden bestätigst du meine Datenschutzbestimmungen und erteilst mir die Erlaubnis, dir Emails mit Tipps und Angeboten zum Thema Selbstversorgung zu schicken. Du kannst dich natürlich jederzeit wieder austragen.

      Die 13 leckersten alten Apfelsorten für deinen Garten

      Fragst du dich, warum ich dir genau 13 alte Apfelsorten für deinen Garten empfehle? Ich bin ganz ehrlich, ich habe es einfach nicht geschafft, mich auf zehn Stück festzulegen. ;) Bei der Auswahl der besten alten Apfelsorten war mir eine Eigenschaft allerdings besonders wichtig – sie alle eignen sich sehr gut für Hausgärten!

      SorteAlterGeschmackVerwendungPflückreifeLagerdauerWuchs
      Alkmene Herbstapfel1930süßsäuerlich, aromatisch, saftigTafelapfelMitte Sept.Sept.-Nov.mittelstark, robust 
      Berlepsch Winterapfel1880süßsäuerich., aromatisch, sehr saftigTafelapfel, SüßmostMitte Okt.Dez.-Märzmittelstark, robust 
      Boskoop WInterapfel1856säuerlich, aromatischTafelapfel, WirtschaftsapfelMitte-Ende Okt.Dez.-Märzsehr stark, robust 
      Dülmener Rosenapfel Herbstapfel1870süßsäuerlich, aromatisch, saftigTafelapfelMitte Sept.Sept.-Nov.mittelstark, robust 
      Gewürzluiken Winterapfel1885süßsäuerlich, aromatischTafelapfel, WirtschaftsapfelMitte Okt.Nov.-Märzstark, wärmeliebend 
      Goldparmäne Winterapfel1510süßsäuerlich, nussaromatischTafelapfelEnde Sept.-Anfang Okt.Okt.-Jan.mittelstark 
      Gravensteiner Sommer-/ Herbstapfel1669süßsäuerlich, sehr aromatisch, sehr saftigTafelapfel, WirtschaftsapfelEnde Aug.-Anf. Sept.Aug.-Okt.sehr stark, robust 
      Holsteiner Cox Herbstapfel1918süß, edel-aromatisch, saftigTafelapfelMitte Okt.Okt.-Jan.stark, robust 
      Ontario Winterapfel1820säuerlich, saftigTafelapfel, WirtschaftsapfelEnde Okt.- Anf. Nov.Jan.-Maimittelstark, robust 
      Prinz Albrecht v. Preußen Herbstapfel1865süßsäuerlich, aromatisch, saftigTafelapfel, WirtschaftsapfelMitte-Ende Sept.Sept.-Nov.schwach, robust 
      Weißer Klarapfel Sommerapfel1852süßsäuerlich, aromatischWirtschaftsapfel, TafelapfelEnde Juli-Mitte Aug.Juli-Aug.mittelstark 
      Winter
      glockenapfel Winterapfel
      o.J.säuerlich, saftigTafelapfel, WirtschaftsapfelEnde Okt.Jan.-Aprilmittelstark, robust 
      Zuccalmaglio Renette Winterapfel1878süßsäuerlich, aromatisch, saftigTafelapfelEnde Okt.Nov.-Feb.schwach 

      Wenn der Baum viel Platz hat, um sich zu entfalten, empfehle ich dir eine starkwachsende Sorte wie „Boskoop“ oder „Gravensteiner“. Ist dein Garten eher klein und verwinkelt, nimmst du besser einen schwachwachsenden Baum wie den „Prinz Albrecht von Preußen“ oder die „Zuccalmaglio Renette“. Sonst platzt dir dein Garten noch aus allen Nähten ­– ähm Äpfeln. ;)

      Hast du gar eine Streuobstwiese, kannst du dir richtige Hochstämme holen und die Bäume richtig groß und alt werden lassen. Deine Enkelkinder freuen sich in ein paar Jahrzehnten bestimmt über die leckeren Äpfel!

      Psst: Eins ist für alle Apfelbäumen gleich – Sie wollen regelmäßig mit der Schere in Form gebracht werden, um dir zuverlässig und über Jahre hinweg eine üppige Ernte liefern zu können. In diesem Artikel findest du eine Schnittanleitung für deine Apfelbäume.

      Alte Apfelsorten für Kinder erhalten

      Süß oder sauer: Vom „Berlepsch Apfel“ bis zum „Ontario Apfel“

      Apfel ist nicht gleich Apfel! Gerade wenn du dich mit Obst selbstversorgen möchtest, besitzen die verschiedenen alten Apfelsorten ganz unterschiedliche Eigenschaften und Nutzungsmöglichkeiten. Bevor du dir blindlings Sorten für deinen Garten im Baummarktcenter kaufst, überlege dir am besten gründlich, was du von deinem Apfel genau erwartest. Mit diesen Wünschen kannst du dich wunderbar in einer Baumschule für alte Apfelsorten beraten lassen. Damit du rausfindest, was für eine Apfelsorte du möchtest, liste ich dir die wichtigsten Eigenschaften nochmal auf:

      #Reifeklassen

      Angelehnt an die Jahreszeit, in der die alten Apfelsorten genussreif sind, unterteilen sich die Sorten in Reifeklassen. Ein Sommerapfel schmeckt im Dezember beispielsweise nicht mehr besonders gut –­ wahrscheinlich ist er als Fallobst längst von den Regenwürmern vertilgt. Dagegen fängt der Winterapfel im Lager Richtung Weihnachten erst richtig an, abzureifen. Was ganz besonderes sind die knallroten Weihnachtsäpfel. Diese dienten früher zum Schmücken von Tannenbaum und Adventskranz: Die dunkelroten Früchte sehen einfach wunderschön aus.

      Sommerapfel: Ein Sommerapfel bringt die ersten frischen Äpfel bereits im Juli oder August – ein leckerer erster Apfelsnack der neuen Saison. Sobald sie reif sind, solltest du zuschlagen. Denn nach dem Sommer ist es auch mit diesen Äpfeln vorbei. Der bekannteste Sommerkandidat unter den alten Apfelsorten ist der „Weiße Klarapfel“.

      Herbstapfel: Zum Glück löst der Herbstapfel die Ernte aus dem goldenen August ab. Denn jetzt beginnt der wahre Gaumenschmaus, ein Apfel schmeckt besser als der andere. Hier haben die alten Apfelsorten viel zu bieten! Süße Apfelsorten wie den „Holsteiner Cox“ kannst du gleich verputzen. Eher säuerliche Äpfel wie der „Prinz Albrecht von Preußen“ machen sich gut im Apfelmus oder als Apfelringe.

      Für eine gewisse Zeit kannst du Herbstäpfel an einem kühlen Ort aufheben. Lange durchhalten tun sie im unverarbeiteten Zustand jedoch nicht.

      Alte Apfelsorten
      Merk dir diesen Artikel auf Pinterest!

      Winterapfel: Die richtigen Lageräpfel sind die Winteräpfel. Manche von ihnen, wie der „Berlepsch Apfel“, entwickeln ihr volles Aroma sogar erst nach 4 Wochen Lagerung. Ach wäre das schön, wenn ich nur vom Rumliegen immer besser werden würde! ;)

      Für die richtigen Selbstversorger-Nerds ist der „Ontario“ der Apfelschatz der alten Apfelsorten. Sogar bis in den Frühsommer hinein hält sich der Apfel in einem guten Lagerkeller oder Erdkeller.

      Weihnachtsapfel: Unsere roten Christbaumkugeln waren ursprünglich mal alte Apfelsorten wie die „Rote Sternrenette“ oder der „Purpurroter Causinot“. Oh wie das duftet – und dazu brutzelt ein leckerer Bratapfel im Backofen. Das können rote Glaskugeln definitiv nicht! Ganz besonders macht sich am Weihnachtsbaum auch ein rotfleischiger Apfel, also ein Apfel mit rotem Fruchtfleisch. Ein Sortenbeispiel ist die alte russische Apfelsorte „Roter Mond“.

      #Nutzungsformen

      Holst du dir einen Apfelbaum, überlegst du vorher, wofür du die Äpfel verwenden möchtest. Magst du einfach nur im Herbst in einen Apfel reinbeißen oder willst du Kuchen backen und leckeren eigenen Apfelsaft herstellen? Zum Glück gibt es Kandidaten unter den alten Apfelsorten, die beides können, falls du einen Allrounder möchtest. ;) Fängst du gerade erst mit Einkochen und Co an, hol dir gerne meine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

      Dein eigenes Apfelmus einkochen ist ganz einfach

      Tafelapfel: Die Tafeläpfel sind die klassischen Leckerbissen – die Äpfel sind süß oder süß-säuerliche und ein wahrer Gaumenschmauß. In diesem Zusammenhang kommt das Wort „Tafel“ übrigens vom „fürstlich gedecktem Tisch“. Die aromatischen Köstlichkeiten freuen sich darauf, fürstlich von dir verspeist zu werden. Eine sehr alte Apfelsorte ist die „Goldparmäne“. Schon zu Zeiten Luthers kam sie in die Obstschale – unglaublich wie alt sie schon ist und uns immer noch erfreut unter den alten Apfelsorten.

      Wirtschaftsapfel: Kochst du gerne selbst Apfelmus und backst leckeren Apfelkuchen, brauchst du säuerliche Äpfel wie den „Gravensteiner“ oder einen „Boskoop“. Die süßen Apfelsorten allein bringen nämlich nicht das richtige Aroma. Das gleiche gilt für selbstgedörrte Apfelchips und eigenen Apfelsaft.

      Äpfel zum Verarbeiten heißen auch Wirtschaftsäpfel. Alte Apfelsorten können oft beides – lecker schmecken und verarbeitet werden! Verarbeitest du gerne auch anderes Obst, habe ich hier leckere Rezepte für Birnen und Pflaumen für dich.

      Mostapfel: Für die Saftherstellung gibt es die eigene Kategorie der Mostäpfel. Aber auch Wirtschaftsäpfel lassen sich zu einem guten Saft verarbeiten. Ein sortenreiner Saft aus der „Goldparmäne“ oder dem „Berlepsch“ sind was ganz Besonderes. Bei einer Mischung aus allerlei süßen Apfelsorten und säuerlichen Äpfeln machst du auf jeden Fall alles richtig. Eine Mischung alter Apfelsorten ist was ganz Feines!

      Gesund, Gesünder – „Wellant Apfel“

      Der „Wellant Apfel“ ist eigentlich gar keine alte Apfelsorte, sondern ein junger Hüpfer. So sieht er allerdings nicht aus, deswegen zählen ihn viele zu den alten Apfelsorten. Eine wichtige Eigenschaft hat er mit vielen alten Apfelsorten gemeinsam – Apfelallergiker*innen vertragen ihn viel besser als Supermarktäpfel. Viele moderne Sorten lösen bei einigen Menschen unangenehmes Kribbeln und Atemnot aus. Aber – oh Wunder, alte Sorten vertragen sie sehr gut. Psst, ich verrate dir, woran das liegt: Viele der alten Apfelsorten sind voller super gesunder Polyphenole – die, die freie Radikale fangen und noch vieles mehr.

      Einer dieser Phenole ist „Quercetin“. Es wirkt antioxidativ und beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einige Krebsarten vor. Auch im Rennen um andere gesunde Inhaltsstoffe gewinnen alte Apfelsorten wie „Berlepsch“ und Co. Der gute „Freiherr von Berlepsch“ enthält beispielsweise sehr viel Vitamin C als die typischen Supermarktsorten. Saure Äpfel wie „Boskoop“, „Gravensteiner“ und „Ontario“ bringen zusätzlich ganz viel Pektin in deinen Darm. Eine gute Nebenwirkung des Pektins ist, dass es Cholesterinwerte und Bluthochdruck senkt. So ist der „Ontario“ auch als Apfel für Diabetiker bekannt.

      An dem Sprichwort „An apple a day keeps the doctor away!” muss wohl was dran sein. ;)

      Alter Apfelbaum im eigenen Garten

      Alte Apfelsorten bestimmen – die Welt der Pomologen

      Nein, der Pomologe ist kein merkwürdiger Facharzt, sondern ein Obstkundler. Dieser schöne Name kommt von „Pomona“, der römischen Göttin der Gartenfrüchte. Die Welt der Apfelkundigen ist wahrlich märchenhaft. Vielleicht liegt das an den vielen alten Sortennamen oder an den naturverbundenen raritätensammelnden Menschen. Pomologen haben einiges drauf in puncto alte Apfelsorten. Mit nur ein paar Früchten eines Baumes können sie an Form, Farbe und Musterung die alten Apfelsorten bestimmen. Diese Apfelexperten triffst du im Pomologenverein oder auf einem Apfelfest.

      Möchtest du alte Apfelsorten bestimmen lassen, nimmst du einfach drei bis fünf Äpfel deines Baumes mit und evtl. noch einen kleinen Zweig mit einem Blättchen dran. Zeigst du dein Hab und Gut den Apfelexperten, können sie dir in wenigen Minuten sagen, ob du einen alten Klassiker, gar etwas Unbekanntes oder eine verschollene Sorte in deinem Garten stehen hast. Die Bewahrung deiner alten Apfelsorte ist gerettet.

      Neben dem Bestimmen von alten Apfelsorten legen Pomologen Sortengärten und Streubobstwiesen mit verschiedensten Apfelbaum Sorten an. Und der ein oder andere von ihnen geht auf die Suche nach verschollenen Obstsorten. Vielleicht wächst ja eine in deinem Garten!? ;)

      Möchtest du dich selbst auf die Suche nach deiner alten Apfelsorte begeben, findest du in den Obstsortendatenbanken Beschreibungen und Bildchen vieler alter Apfelsorten aufgelistet. Allein sich die vielen alten Zeichnungen der alten Apfelsorten anzuschauen, lohnt sich schon! ;)

      Und bist du überzeugt? Alte Apfelsorten sind einfach toll! Die besten unter ihnen sind robust, einfach nur lecker und zu allem bereit. Pflanzt du ein Bäumchen wie den „Berlepsch“ oder „Ontario“ in deinen Garten, bleibt ein wichtiges Kulturgut lebendig und für die Zukunft erhalten.

      Und nicht nur das, vernascht du eine alte Apfelsorte, tust du gleichzeitig etwas für deine Gesundheit. Die Polyphenole aus den Äpfeln freuen sich schon darauf, freie Radikale in deinem Körper zu fangen. Bist du ein richtiger Einkochsuchtie und Selbstversorger-Nerd, brauchst du unbedingt einen Apfelbaum in deinem Garten! Hast du schon einen und willst du wissen, wie dieser leckere Apfel heißt, begibst du dich am besten auf die Suche nach Pomologen. Mit einem Blick erkennen sie, welches Schätzchen du in deiner Hand hältst.

      Interessierst du dich auch für anderes Obst? Dann schau dir gerne diese Seiten an:

      Johannisbeeren richtig schneiden: rote, weiße, schwarze!

      Der komplette Kiwi-Guide: Kiwis pflanzen, anbauen und ernten

      Der komplette Erdbeer-Guide: Erdbeeren pflanzen, anbauen und ernten

      Und jetzt bist du dran! Welche alte Apfelsorten sind dir schon begegnet? Hast du gar eine alte Lieblingssorte? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

      Mexikanische Minigurke

      Einen Sichtschutz für deinen Balkon pflanzen: Super schöne und leckere Pflanzideen!

      Für ungestörte lauschige Stunden möchtest du einen Sichtschutz auf dem Balkon pflanzen? Dann bist du hier genau richtig! Meine absoluten Lieblings-Pflanzen dafür schirmen nicht nur zuverlässig neugierige Nachbarsblicke ab, sondern sorgen auch für super leckere Nasch-Gelegenheiten. Sichtschutzmatten und Vorhänge waren gestern, hier kommt mein super cooler lebendiger Balkon-Sichtschutz aus Pflanzen! :)

      Inhaltsverzeichnis
      Schlemmer-Sichtschutz oder grüner Dschungel: Hauptsache blickdicht!
      Maßgeschneidert: Übersichtstabelle Balkon Sichtschutz-Pflanzen
      Liebe auf den ersten Biss: Essbarer Pflanzen-Sichtschutz auf dem Balkon
      Magisch angezogen: Insektenfreundliche Balkon Sichtschutz-Pflanzen
      Das Gras wachsen hören: Schilf und Gräser als Wind- und Sichtschutz
      Harte Schale weicher Kern: Winterharte Sichtschutz-Pflanzen 
      Die Felle davonschwimmen sehen? Sichtschutz-Pflanzen richtig gießen
      Hinter die Kulissen geschaut: Balkon-Sichtschutz pflanzen – aber wie?

      Schlemmer-Sichtschutz oder grüner Dschungel: Hauptsache blickdicht!

      Auch wenn du deine Nachbarn richtig gerne magst, willst du bestimmt nicht ständig unter ihrer Beobachtung stehen. Ein bisschen Privatsphäre darf – finde ich – schon sein!

      Mit einem Balkon-Sichtschutz aus Pflanzen schaffst du dir eine super gemütliche und uneinsehbare Outdoor-Wellness-Oase. Aber wie findest du jetzt die passenden Kandidaten dafür?

      Bei der Auswahl musst du erstmal überlegen, was deine neuen grünen Freunde alles können sollen. Du machst quasi eine gedankliche Stellenausschreibung!

      • Eignen sich deine Kandidaten für den Anbau in Töpfen und Kästen?
      • Wieviel Platz brauchen sie jeweils – wie viele kannst du unterbringen?
      • Sind sie schnellwüchsig, damit du und dein Balkon möglichst bald keinen neugierigen Blicken mehr ausgesetzt seid?
      • Möchtest du nicht nur einen Sichtschutz auf dem Balkon pflanzen, sondern auch einen kleinen Naschgarten schaffen?
      • Wäre es super schön, sich den Duft von Kräutern oder Duft-Pflanzen um die Nase wehen zu lassen?
      • Legst du Wert auf eine wunderbare Blütenpracht, die auch Insekten als Nahrung dient?
      • Brauchst du einen Windschutz?
      • Sollen deine Pflanzen winterhart sein?

      Du hast nach dieser Fragerunde vielversprechende Anwärter gefunden? Glückwunsch, dann kannst du ja gleich in das nächste Gartencenter fahren und Pflanzen kaufen!

      Tomaten als Pflanzen-Sichtschutz auf dem Balkon

      Maßgeschneidert: Übersichtstabelle Balkon Sichtschutz-Pflanzen

      Du bist noch unsicher, welche Balkon-Sichtschutz-Pflanzen du nehmen sollst, weil es soo viele Möglichkeiten gibt? Du würdest gerne sowohl essbare Pflanzen als auch ein Blütenmeer haben, aber duftende Kräuter wären auch eine richtig coole Sache? Mit einer geschickten Pflanz-Kombination kannst du dir problemlos alle diese Wünsche erfüllen. Schau doch mal in meine Tabelle rein, da habe ich dir balkongeeignete Pflanzen mit ihren jeweiligen Skills aufgeschrieben.

      PflanzePlatzbedarfWuchsessbarinsektenfrdlWindschutzwinterhartduftend
      Cocktailtomaten10 – 20 Liter bis zu 4 Meterjajaneinneinnein
      Hänge-ErdbeerenBlumenampelbis zu 50 Zentimetern rankendjajaneinja mit Schutznein
      Hirschhornwegerich10 – 20 Liter20 – 30 Zentimeterjaneinneinja mit Schutznein
      Kräuter1 – 2 Liter je nach Sorte 20 bis 100 Zentimeterjajaneinteilweise mit Schutzja
      Lavendel1 – 2 Liter bis zu 50 Zentimeterjajajaja mit Schutzja
      Malabarspinat10 – 20 Literbis zu 10 Meterjajaneinneinnein
      Feuerbohne/Stangenbohne 10 – 20 LiterBis zu 3 Meterjajajaneinnein
      Mexikanische Minigurke20 Literbis zu 2 Meterjajaneinneinnein
      Blauraute10 Liter  bis zu 1 Meterneinjajaja mit Schutzja
      Prunkwinde10 Liter  bis zu 3 Meterneinjaneinneinnein
      Geißblatt20 – 30 Liter  bis zu 3 Meterneinjaneinjaja
      Schwarzäugige Susanne10 Literbis zu 1,50 Meterneinjaneinneinnein
      Flammengras10 Liter  bis zu 40 Zentimeterneinneinjaja mit Schutznein
      Chinaschilf kleinwüchsig20 – 30 Literbis zu 1,25 Meterneinneinjaja mit Schutznein

      Liebe auf den ersten Biss: Essbarer Pflanzen-Sichtschutz auf dem Balkon

      Wenn du gerne zwei Fliegen mit einer Klappe schlägst, wählst du als Balkon-Sichtschutz Pflanzen aus, von denen du eine leckere Ernte bekommst!

      Dazu brauchst du Gemüse und Kräuter, die sich für den Anbau in Kübeln und Kästen eignen und dir gleichzeitig auch Sichtschutz bieten können. Da dein leckerer Sichtschutz aber nicht super viel Platz für seine Wurzeln hat, solltest du die Pflanzen regelmäßig gießen und düngen, damit sie sich prächtig entwickeln und möglichst viele Früchte ansetzen.

      Auch durch regelmäßiges Ernten regst du deine neuen Freunde zu verstärktem Wachstum an. Aber ernten sollte ja kein Problem sein, oder? ;)

      Damit du alle deine Zöglinge rechtzeitig säst oder pflanzt, lade dir gerne meinen Aussaatkalender für den Balkon herunter. Damit siehst du immer auf einen Blick, welches Gemüse gerade ausgesät werden will, und kannst deinen Balkon ganz entspannt begrünen!

      Magisch angezogen: Insektenfreundliche Balkon-Sichtschutz Pflanzen

      Dein Balkon soll nicht nur für dich, sondern auch für Insekten zur Wohlfühlzone werden? Dann könntest du für deinen Balkon-Sichtschutz Pflanzen auswählen, die die kleinen nützlichen Tierchen zum Fressen gern haben!

      Grundsätzlich locken ungefüllte Blüten, duftende Blüten und möglichst viele verschiedene Pflanzen in den Balkonkästen die Insekten an. Wenn im Lauf der Saison immer wieder eine andere Blume oder ein anderes Kraut blüht, gewöhnen sich die wichtigen Gartenhelferlein an das dauerhafte Nahrungsangebot und besuchen dich regelmäßig.

      Das ist auch sehr praktisch, wenn deine Balkon-Pflanzen einmal unter ungebetenen Gästen leiden sollten – dann sind die passenden Fressfeinde schon da. Bei einer insektenfreundlichen Bepflanzung ist die Security nämlich inklusive! ;)

      Und du hast auch was davon: Gegen wunderbar blühende Pflanzen den ganzen Sommer lang ist schließlich nichts einzuwenden, oder?

      Falls du noch ein Plätzchen an einer geschützten Stelle frei hast: Das ist der ideale Ort für ein kleines Insektenhotel! Es ist sicherlich sehr begehrt, wo es doch ganz in der Nähe ein üppiges Nahrungsangebot gibt. Auf dem Immobilienmarkt würde man von einer guten Infrastruktur sprechen. ;)

      Lavendel als Pflanzen-Sichtschutz auf dem Balkon

      Das Gras wachsen hören: Schilf und Gräser als Wind- und Sichtschutz

      Auf deinem Balkon weht häufig ein frisches Lüftchen und du bist davon eher weniger begeistert? Dann kannst du als Sichtschutz Balkon-Pflanzen wählen, die dir den Wind aus den Segeln beziehungsweise vom Balkon nehmen!

      Chinaschilf und Gräser sorgen nämlich nicht nur für einen Schutz vor allzu viel nachbarlicher Neugier, sie schirmen dich auch von unangenehmer Zugluft ab. Wenn du im Gartenmarkt Gräser oder Schilf auswählst, achte darauf, dass sie mehr in die Breite als in die Höhe wachsen und insgesamt nicht zu hoch werden. Im Herbst schneidest du die alten Halme nicht ab, sondern bindest sie zusammen. Erst wenn die Temperaturen im Frühjahr wieder steigen, verpasst du deinem Windschutz einen Rückschnitt.

      Harte Schale weicher Kern: Winterharte Kübelpflanzen als Sichtschutz

      Winterharte Pflanzen für den Sichtschutz auf deinem Balkon haben den Vorteil, dass du einen Teil deiner Kästen und Töpfe nicht jedes Jahr neu bepflanzen musst. Aber auch wenn diese grünen Kerlchen furchtbar robust und unerschrocken tun, brauchen sie trotzdem unbedingt einen guten Schutz, bevor es richtig kalt wird. Ihr Wohnraum im Kübel oder Kasten ist nämlich naturgemäß viel eingeschränkter als im Gartenboden und die Erde friert deshalb schnell komplett durch. Trotz aller Winterhärte hält das kaum eine Pflanze aus. 

      Im Herbst mummelst du deshalb deine „harten Kerle“ in Wintervlies oder Sackleinen kuschlig ein und stellst die Töpfe auf Bretter oder Steine, um den direkten Bodenkontakt zu vermeiden. Wenn du dann noch daran denkst, sie hin und wieder zu gießen (aber wirklich nur hin und wieder, denn in der kalten Jahreszeit brauchen deine Pflanzen kaum Wasser), steht einer erfolgreichen Auswinterung nichts mehr entgegen!

      Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

      Die Felle davonschwimmen sehen? Sichtschutz-Pflanzen richtig gießen

      Und da kommen wir auch gleich zum nächsten wichtigen Punkt: Dem Gießen.

      Anders als im Garten bist du nämlich auf dem Balkon viel mehr gefordert, deine Pflanzen im Sommer regelmäßig zu gießen. Einerseits ist in den Töpfen nicht viel Raum und das Wasser verdunstet rasch: Deinem grünen Balkon-Sichtschutz hängt an heißen Tagen deshalb schnell die Zunge heraus und er lechzt nach Wasser.

      Andererseits brauchst du auf dem Balkon unbedingt Untersetzer, wenn du dich und deine Nachbarn nicht regelmäßig mit einer Springflut beglücken möchtest. Ein ständiges Fußbad nehmen dir die meisten Pflanzen aber wiederum so richtig übel!

      Deshalb musst du zwischen Austrocknung, Überschwemmung und Zeitaufwand jonglieren. Aber keine Sorge, ich habe ein paar Tipps für dich, wie du das ganz einfach hinkriegst und alle Gießkannen, äh Bälle in der Luft hältst! :)

      Als erstes lässt du die Erde in deinen Kästen oder Töpfen nicht einfach unbedeckt, sondern mulchst sie mit Laub, Holzhackschnitzeln oder Brennnesseln. Durch das Mulchen verdunstet das Wasser nicht so schnell und die Pflanzen können es gut aufnehmen.

      Pflanzen, die nicht so viele Nährstoffe mögen wie zum Beispiel Kräuter, mulchst du mit feinem Kies oder Tonscherben. Die speichern außerdem gleich noch die Wärme und helfen den Hungerkünstlern über kühle Nächte hinweg.

      Gieß ruhig durchdringend, wenn du gießt, damit deine Zöglinge das Wasser nicht nur an der Oberfläche aufnehmen, sondern auch lernen, ihre Wurzeln so tief wie möglich in die Erde zu strecken. 

      Hinter die Kulissen geschaut: Balkon-Sichtschutz pflanzen – aber wie?

      Pflanzen, die einen Sichtschutz auf deinem Balkon bieten sollen, kannst du nur in Kübeln und Kästen anbauen. Dabei solltest du auf ein paar Dinge achten:

      • Die meisten Pflanzen verübeln dir Staunässe, deshalb gibst du auf den Topfboden eine Drainageschicht aus Blähton. Wenn du magst, kannst du anschließend noch ein Gartenvlies einlegen, damit sich die Erde beim Gießen nicht zwischen die Tonkügelchen schummelt.
      • Verwende eine hochwertige Pflanzerde, die an die Bedürfnisse deiner Balkon-Pflanzen angepasst ist.
      • Als Gießrand sollten vom Mulch bis zum Topfrand mindestens zwei Zentimeter Platz bleiben.
      • Achte auf die Lichtverhältnisse auf deinem Balkon. Einige Pflanzen sind Sonnenanbeter, andere dagegen wollen lieber ein Schattendasein führen.
      • Sind deine neuen grünen Zöglinge Vielfraße oder handelt es sich um Spartaner? Je nachdem musst du sie gut düngen oder die Düngerflasche im Regal stehen lassen.
      • Das Volumen in den Töpfen ist begrenzt. Kontrolliere regelmäßig, ob es deinen Pflanzen zu eng wird in ihrem Zuhause. Spätestens wenn die Wurzeln unten aus dem Topf herauswachsen, wird es Zeit für ein größeres Gefäß!
      • Kübelpflanzen bieten dem Wind eine gute Angriffsfläche und fallen schnell um. Achte darauf, dass du alles gut befestigst. Du kannst deine Töpfe auch mit Steinen auf dem Mulch beschweren.

      Vergiss nicht, dir gleich noch meinen Aussaatkalender herunterzuladen, damit du keinen wichtigen Termin verpasst. Jetzt sollte einem üppig wuchernden Pflanzendschungel nichts mehr im Weg stehen! :)

      Ein Sichtschutz auf dem Balkon aus Pflanzen ist wunderschön anzusehen und schafft dir eine kleine grüne Oase, wo du ungestört entspannen und die Zeit vergessen kannst. Die verschiedenen Pflanzenarten bieten dir neben einem Sichtschutz auch eine leckere Ernte, Windschutz oder ein Insektenparadies. Am besten fängst du gleich an, deinen lebendigen Sichtschutz zu planen!

      Du findest den Anbau von Gemüse und Kräutern super spannend und möchtest noch mehr darüber erfahren? Dann lies gerne hier weiter:

      Gemüseanbau für Anfänger: In 9 Schritten zur dicken Ernte!

      Kräuter pflanzen: Der perfekte Standort mit dem 3-Zonen-Beet!

      Tomaten anbauen: Die 7 wichtigsten Tipps für eine große Ernte!

      Welche Pflanzen hast du für deinen Sichtschutz auf dem Balkon ausgesucht? Ich freue mich auf deine Kommentare!

      Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

      Regenwurm

      Der Regenwurm: Dein Freund und Helfer

      Regenwürmer sind allgegenwärtig, aber gleichzeitig irgendwie underrated. Das muss sich schleunigst ändern! Denn es gibt wohl kaum einen anderen Gartenbewohner, der so viel Großartiges leistet und dabei so gnadenlos unterschätzt wird wie der Regenwurm.

      Inhaltsverzeichnis
      Ein Boden ohne Regenwürmer?
      So kannst du den Regenwurm fördern
      Warum der Regenwurm dein wichtigster Mitarbeiter ist
      #1 Der Regenwurm als Bauarbeiter
      #2 Der Regenwurm als Statiker
      #3 Der Regenwurm als Abwasserexperte
      #4 Der Regenwurm als Müllabfuhr
      #5 Der Regenwurm als Lieferservice
      Fazit: Der Regenwurm ist immer der Gärtner
      Wer ist eigentlich DER Regenwurm?
      Hörst du die Regenwürmer husten?

      Ein Boden ohne Regenwürmer?

      Wie sähe unsere Welt ohne Regenwürmer aus? Das mag man sich gar nicht vorstellen. Denn die Tiere sind zwar klein und unscheinbar, leisten aber einen immensen Beitrag dazu, dass unsere Böden lebendig und fruchtbar bleiben.
       
      Denn Boden ist nicht nur bloß Fläche, auf der wir Gemüse anbauen können. Der Boden ist ein unglaublich wichtiger Lebensraum, in dem unzählige Tierarten in einer faszinierenden Wohngemeinschaft zusammenleben, sich gegenseitig ergänzen und unterstützen.

      Ohne die Bodentierchen und ihre Arbeit wäre Boden nur tote Substanz, die auch deine Pflanzen nicht lange versorgen könnte. Das machen erst die Bodenlebewesen möglich. Allen voran der Regenwurm.

      In einem Quadratmeter Boden können mehrere hundert Regenwürmer leben. Abgefahren, oder? Und da sich ein Regenwurm nie einen völlig kaputten Boden als Zuhause aussuchen würde, gilt: Ist der Wurm drin, dann hast du einen guten Boden. Je mehr Würmer, desto besser.

      Regenwürmer im Boden

      Leider sind Regenwürmer aber nicht mehr so häufig, wie sie mal waren. Weltweit gehen die Regenwurmpopulationen immer weiter zurück. Manche Regenwurmarten sind inzwischen selten geworden oder sogar vom Aussterben bedroht.

      Denn trotz all seiner guten Eigenschaften nimmt die Landwirtschaft kaum Rücksicht auf den armen Wurm. Beim Pflügen und Umgraben der Äcker werden nicht nur die Regenwurmgänge zerstört, viele Regenwürmer sterben auch direkt durch die rabiate Bodenbearbeitung.

      Der Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln hat ebenfalls einen großen Einfluss auf den Lebensraum der Regenwürmer – und nimmt die Tierchen ganz schön mit. Auch lange Dürreperioden, die immer häufiger werden, machen dem Regenwurm zu schaffen.

      Kurzum – er hat es nicht leicht! Ein bisschen Unterstützung kann der Regenwurm daher gut gebrauchen.

      So kannst du den Regenwurm fördern

      Deshalb solltest du deinen Garten unbedingt in ein Regenwurmparadies verwandeln! Die gute Nachricht ist: Es gibt einiges, was du tun kannst, um den Wurm bei dir willkommen zu heißen.

      Es ist wahrscheinlich selbstverständlich: Der Regenwurm fühlt sich besonders in Biogärten wohl. Also dort, wo keine Chemie eingesetzt wird. Im nächsten Schritt solltest du unbedingt aufs Umgraben verzichten. Das ist suuuuper wichtig! Der Frage, wie das Gärtnern ohne Umgraben gelingt und warum du dabei unbedingt Kompost verwenden solltest, habe ich in meinem Gemüsegarten-Starten-Onlinekurs sogar ein ganzes Modul gewidmet.

      Wer seine Regenwürmer liebt, der sorgt dafür, dass sie genug zu fressen haben. Deine kleinen Freunde brauchen nämlich richtig viele Pflanzenreste, um sich wohlzufühlen. Die solltest du ihnen unbedingt zur Verfügung stellen. Am unkompliziertesten ist es, wenn du alte Wurzeln, Pflanzenreste und abgefallene Blätter auf den Beeten lässt. Also einfach nicht so genau sein mit dem Aufräumen. ;)

      Ein weiteres Zauberwort ist mulchen. Damit ist das Abdecken des Bodens zwischen den Gemüsepflanzen gemeint. Das machst du am besten mit organischem Material wie Stroh, Grasschnitt oder Holzhackschnitzeln.

      Mit Stroh gemulchter Mangold

      Der Regenwurm hat durch den Mulch einen regelrechten Essensvorrat direkt über seinem Kopf. Das freut deinen Untermieter besonders! Im Winter hat so eine Mulchschicht noch dazu eine isolierende Wirkung. Dadurch haben es die Würmer, die sich bei Kälte in tiefere Bodenschichten zurückziehen, dort weiterhin muckelig warm.

      Ein Upgrade zum Mulch ist ein ganzjährig bewachsener Boden. Das erfordert eine gute Planung. Denn neue Jungpflanzen müssen schon bereitstehen, wenn du ein Gemüse abgeerntet hast, damit du die Lücken füllen kannst.

      Wenn das jetzt super kompliziert klingt, dann lade dir doch einfach meinen fertigen Pflanzplan herunter! Dazu musst du nur deine Emailadresse hier eintragen, und schon landet der Plan in deinem Postfach. Mach das am besten gleich, denn du weißt: Der frühe Vogel fängt den Wurm! ;)

      Warum der Regenwurm dein wichtigster Mitarbeiter ist

      Du wirst mit der Arbeit im Gemüsegarten immer alleine gelassen? Das glaube ich kaum. Es gibt da nämlich einen treuen Begleiter in deinen Beeten. Er ist immer da, arbeitet leise vor sich hin und nimmt dir ganz schön viel Arbeit ab.

      Regenwürmer sind Lieferservice, Bauarbeiter und Müllabfuhr in einem. Damit sind sie absolut systemrelevant für deinen Garten und sollten definitiv mehr Wertschätzung bekommen, findest du nicht?

      Schauen wir uns doch mal an, was sie alles Großartiges leisten…

      #1 Der Regenwurm als Bauarbeiter

      Wie es sich für einen regen Wurm gehört, sind viele Regenwürmer passionierte Tunnelgräber. Sie sind tagein, tagaus in der Erde unterwegs und hinterlassen ihre berühmten Regenwurmgänge. Je nachdem, mit welchem Wurm du es zu tun hast, können diese Gänge locker ein bis zwei Meter tief in die Erde reichen. Du siehst: Der Regenwurm ist kein oberflächliches Kerlchen, sondern hat richtig Tiefgang!

      Dabei schafft es der Regenwurm, den Boden schonend zu lockern und zu belüften. Er ist da einfach viiiiiel talentierter als wir mit unserer Grabegabel! Und deine Pflanzen finden das super, denn ein luftiger, lockerer Boden ist ideal für sie.

      Regenwurm im Gang

      Außerdem können deinen Pflanzen ihre Wurzeln dank der Regenwurmgänge easypeasy ganz weit ausstrecken. Denn wo ein Regenwurmgang ist, da ist auch ein Weg. Und wenn der schon da ist, können die Wurzeln mühelos auch in tiefere Bodenschichten gelangen.

      Die Regenwurmgänge sind tatsächlich regelrechte Luxussuiten für Pflanzenwurzeln. Geräumig, mit Frischluftzufuhr, immer fließend Wasser, und durch die Hinterlassenschaften der Regenwürmer sind die Innenwände mit Nährstoffen tapeziert. Na, wenn das kein Schlaraffenland ist!

      #2 Der Regenwurm als Statiker

      Wer selbst gärtnert, weiß: Ein poriger, feinkrümeliger Boden ist Gold wert. Den hinzubekommen, ist aber gar nicht so einfach. Zumindest für uns! Für einen Regenwurm ist das ein Klacks. Er schafft es nämlich, den Boden nicht nur zu lockern, sondern ihm auch richtig viel Stabilität zu verleihen. Sozusagen ein Multitalent bei der Bodenbearbeitung!
       
      Regenwurmgänge sind unglaublich stabil und geben deinem Boden Halt. Man kann sie sich in etwa vorstellen wie hohle Säulen im Boden.

      Gleichzeitig brechen Regenwürmer kompakte Klumpen mit ihren Gängen auch auf und machen dadurch verdichtete Böden überhaupt erst zugänglich.

      So verschaffen Regenwürmer dem Boden Stabilität und Struktur! Danke, lieber Regenwurm!

      #3 Der Regenwurm als Abwasserexperte

      Natürlich hat ein einzelner Regenwurm nur einen kleinen Einfluss auf deinen Boden. Aber dort, wo viele Regenwürmer leben, ist der Effekt ihrer Arbeit ganz schön beachtlich!

      Dann können Regenwürmer uns sogar vor Hochwasser beschützen! Die Regenwurmgänge dienen nämlich als Abwasserrohre, durch die Regenwasser ganz einfach und zügig in tiefere Bodenschichten abfließen kann.

      Gleichzeitig bilden sich so auch an der Bodenoberfläche weniger Pfützen, die die oberste Bodenschicht wegschwemmen könnten. Somit wird der Boden durch den Regenwurm auch vor Erosion geschützt. Das Tier kümmert sich halt um sein Zuhause!

      Durch dieses effektive Abwassersystem entsteht auch seltener Staunässe. Dafür bedanken sich deine Gemüsepflanzen. Die freuen sich übrigens auch darüber, dass das kühle Nass sich dank der Wasserleitungen gleichmäßig an ihren Wurzeln verteilt, sodass sie jederzeit nach Lust und Laune davon trinken können. Prost!

      Aber auch sonst spielen Regenwürmer eine enorm wichtige Rolle im Wasserhaushalt des Bodens. Durch die Bodenstruktur, die sie schaffen, verhält sich der Boden wie ein Schwamm. Heißt: Er speichert Wasser sehr zuverlässig und gibt es nach und nach an die Pflanzen ab. Für uns bedeutet das: Byebye Gießkanne! ;)

      #4 Der Regenwurm als Müllabfuhr

      Regenwürmer sind richtige Resteverwerter. Sie sind ganz schön bescheiden und ernähren sich ausschließlich von abgestorbenen Pflanzenteilen. So sorgen sie für Ordnung im Beet. Aber nur aufzuräumen, reicht dem Regenwurm nicht. Nein, ein wahrer Undercover-Held wie er recycelt natürlich!

      Was vorne rein kommt, kommt bekanntermaßen hinten auch wieder raus. Und das, was da hinten rauskommt, hat fünfmal mehr Stickstoff, siebenmal mehr Phosphor, und sogar elfmal mehr Kalium als das, was vorne reinkommt!!! Und Stickstoff, Kalium und Phosphor sind DIE drei Nährstoffe, die für deine Pflanzen absolut überlebenswichtig sind.

      Ich gebe zu, wo vorne und wo hinten ist, ist beim Regenwurm auf den ersten Blick nicht so leicht erkennbar. Aber Fakt ist: Der Regenwurm produziert einen Superdünger für deine Pflanzen!

      Den hast du bestimmt auch schon mal gesehen. Denn Regenwürmer sind stubenrein und erledigen gewisse Dinge draußen, also an der Bodenoberfläche. Dort finden sich dann kleine braune Häufchen, auch Wurmlosung genannt.

      Regenwurmlosung

      Stopp, nicht putzen! Die Regenwurmhaufen sind nämlich ein wahrer Grund zur Freude und dürfen gern in den Beeten und auf dem Rasen bleiben. Sie sind der Shit überhaupt!

      Nicht nur die Inhaltsstoffe sind vom Feinsten, auch die Struktur der Regenwurmlosung bessert deinen Boden auf. Die ist der von Tonpartikeln nämlich sehr ähnlich. Das heißt: Der Kot ist so aufgebaut, dass er eine große Oberfläche hat. Dadurch kann er Wasser und Nährstoffe speichern.

      Vielleicht denkst du dir jetzt: Naja, wie viel kann so ein Wurm denn fressen, dass das für den Boden tatsächlich eine Rolle spielt? Sehr gute Frage! 

      Da der Stoffwechsel der Würmer nicht sonderlich effektiv ist, müssen sie sich durch eine ganze Menge abgestorbener Blätter fressen. Jeden Tag produzieren sie so Superdünger von ungefähr der Hälfte ihres Körpergewichts.

      Ich habe mal nachgerechnet: Wenn in einem Quadratmeter Boden 100 Regenwürmer leben, die alle ungefähr 2 g wiegen, dann sind das 200 g Regenwurmgewicht in diesem kleinen Stückchen Boden. Zusammen produzieren diese 100 Würmer dann Tag für Tag 100 Gramm Regenwurmlosung. Das heißt: Alle 10 Tage entsteht so 1 Kilo fruchtbarster Pflanzendünger. 3 Kilo im Monat! Auf jedem Quadratmeter Boden!
       
      Und das ist eine seeeeehr konservative Schätzung. Denn auf einem Quadratmeter können bei guter Pflege weit mehr als 100 Regenwürmer leben! :O

      #5 Der Regenwurm als Lieferservice

      Aber damit nicht genug. Regenwürmer beliefern nämlich auch andere Bodenlebewesen mit Futter. Sie ziehen alte Blätter und tote Pflanzen mit in ihre Gänge, tief in die Unterwelt. Ein Regenwurm kann das Vielfache seines eigenen Körpergewichts bewegen, ein bisschen wie eine Ameise.

      Tief in den Regenwurmgängen macht es sich der Regenwurm dann gemütlich, frisst aber selten alles ratzeputz auf. Der ein oder andere Krümel bleibt immer für die Kollegen übrig, die dauerhaft dort unten leben, und bei denen frisches Futter rar und kostbar ist.

      Leerfahrten gibt es beim Regenwurm nicht. Auf seinem Rückweg zurück ans Licht hat er nämlich mineralisches Material im Gepäck. Das ist wiederum ein wahrer Segen für die Pflanzen, deren Wurzeln nicht bis zu den tieferliegenden Nährstoffen reichen. Eine echte Win-Win-Situation!

      Fazit: Der Regenwurm ist immer der Gärtner

      Der Regenwurm kümmert sich also sehr zuverlässig darum, dass dein Boden fruchtbar bleibt und deinen Gemüsepflanzen ideale Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum bietet. Er wandelt Pflanzenreste in Nährstoffe um und sorgt dafür, dass diese im Boden bleiben und den Pflanzen zur Verfügung stehen. Außerdem regelt er Struktur, Luft- und Wasserhaushalt des Bodens.

      Man hat mehrfach versucht, die Arbeit der Regenwürmer in wirtschaftlichem Wert auszudrücken. So ganz geht das natürlich nicht auf, und der Regenwurm interessiert sich wahrscheinlich auch nicht die Bohne für Geld.

      Aber spannend ist es trotzdem. Denn es zeigt, was der Regenwurm Unfassbares leistet. Manche Schätzungen gehen davon aus, dass die Regenwürmer jährlich auf den landwirtschaftlichen Flächen weltweit, also allein auf Äckern und Wiesen, Arbeit im Wert von 250 Milliarden Euro leisten. Eine Viertel Billion Euro! Solche Zahlen kann man sich kaum vorstellen…

      Aber zurück in den Garten…

      Denn hier spielt der Regenwurm nicht zuletzt auch eine wichtige Rolle in der Nahrungskette. In der findet sich der Resteverwerter ganz weit unten wieder. Das macht ihn aber umso wichtiger! Auf Tieren wie ihm baut nämlich das ganze Ökosystem auf.

      Zahlreiche größere Tiere ernähren sich von dem kleinen Kerl. Neben Hühnern, zu deren Leibspeise der Regenwurm gehört, ist er auch für viele wilde Vögel, Maulwürfe und Igel eine wichtige Nahrungsquelle.

      Junge Amsel frisst einen Regenwurm

      Und viele von denen sind bei uns im Garten herzlich willkommen. Denn sie helfen mit, Schädlinge wie den Kohlweißling oder Schnecken in Schach zu halten. Du siehst: Wenn du dem Regenwurm ein einladendes Zuhause bietest, hat das unglaublich viele positive Auswirkungen auf deinen Garten!

      Wer ist eigentlich DER Regenwurm?

      Den Regenwurm gibt es übrigens gar nicht. Weltweit gibt es ungefähr 3000 verschiedene Arten, in Deutschland leben circa 40 davon. Besonders der Tauwurm, auch Lumbricus terrestris genannt, kommt bei uns häufig vor.

      Man kann die verschiedenen Regenwurmarten grob in drei Kategorien einteilen, und zwar je nachdem, wo sie im Boden leben: Es gibt tiefgrabende Regenwürmer, flachgrabende Regenwürmer und Streubewohner, die in der obersten Schicht bleiben.

      Sie alle sind nachtaktiv, blind, taub und können bis zu sechs Jahren alt werden. Da sie Zwitter sind, müssen sich nur zwei beliebige Regenwürmer treffen, damit beide danach Eier legen und Nachwuchs produzieren können.
       
      Praktisch, oder? So haben sie jedes Jahr die Chance auf viiiele Nachkommen. Umso besser, denn wir möchten am liebsten eine Regenwurm-Großfamilie bei uns im Garten wohnen haben!

      Hörst du die Regenwürmer husten?
       
      Hier kommt noch ein kleines Ratespiel für dich: Drei Behauptungen, zwei davon sind falsch, eine ist wahr. Errätst du, welche stimmt?

      „Aus einem Regenwurm kann man ganz einfach zwei machen, wenn man ihn in der Mitte teilt.“

      „Regenwürmer lieben Wasser, deshalb kommen sie bei Regen alle aus der Erde gekrochen.“

      „Jeder Regenwurm hat eine feste Wohnröhre, in der er lebt.“

      Und? Worauf tippst du? Die Auflösung folgt…

      Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

      „Aus einem Regenwurm kann man ganz einfach zwei machen, wenn man ihn in der Mitte teilt.“

      Mit diesem Mythos müssen wir an dieser Stelle unbedingt aufräumen. Der ist nämlich ganz klar falsch. Mit etwas Glück kann nach einer Teilung ein Teil weiterleben. Aber auch nur der vordere Teil. Denn so faszinierend ein Regenwurm auch ist, einen Mund kann das hintere Teil nicht ausbilden und stirbt daher bald nach der Trennung.

      Regenwürmer lieben Wasser, deshalb kommen sie bei Regen alle aus der Erde gekrochen.

      Auch falsch. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Bei Regen läuft das Zuhause der Regenwürmer voll mit Wasser, und die Tiere kommen an die Oberfläche, um nicht zu ertrinken.

       „Jeder Regenwurm hat eine feste Wohnröhre, in der er lebt.“

      Jaaa, du hast richtig getippt! Jeder Regenwurm hat tatsächlich ein festes Zuhause. Ist das nicht wundervoll? Umso wichtiger ist es, dass wir dafür sorgen, dass er in seinem Heim bleiben kann und nicht ständig umziehen muss.

      Ach ja, Regenwürmer sind schon toll. Sie sind einfach unfassbar nützliche Tierchen! Und ohne sie wären wir beim Gemüseanbau sowas von aufgeschmissen. Also lasst uns rausgehen, eine dicke Mulchschicht verteilen und den Regenwurm mal so richtig feiern. Das hat er sich wahrlich verdient!

      Was du neben einer ausgeklügelten Anbauplanung noch so tun kannst, um die Biodiversität in deinem Garten zu fördern, das erfährst du hier:

      So förderst du dein Bodenleben im Biogarten

       So geht Permakultur: Schaff dir ein kleines Paradies!

       So funktioniert Mulchen! Schritt für Schritt zum Mulchbeet

      Wie sieht’s aus im Regenwurmparadies? Hast du deinen Boden schon mal genauer unter die Lupe genommen? Schreib mir gern in den Kommentaren, wie viele Regenwürmer du gefunden hast!