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Wintergemüse: Geerntetes Gemüse im Schnee

Wintergemüse anbauen: So klappt’s mit der Winterernte!

Wintergemüse ist genau das Richtige für dich, wenn du im Herbst nur schweren Herzens deine Beete räumst und es im Frühjahr gar nicht erwarten kannst, dass das Gartenjahr endlich wieder anfängt. Denn die gute Nachricht ist: Mit Wintergemüse kannst du rund um´s Jahr gärtnern! :)

Inhaltsverzeichnis
Fünf Gründe für Wintergemüse
Welche Gemüse wachsen im Winter?
Wintergemüse anbauen – so klappt‘s!
 #1: Basics im Wintergarten
 #2: Wintergemüse unter Dach und Fach
 #3: Das richtige Timing für Wintergemüse
 #4: Die Fruchtfolge im Wintergarten
 Wintergemüse oder kein Wintergemüse?

Fünf Gründe für Wintergemüse

Gärtnern geht nur im Sommer? Da lachen ja die Hühner! Ich habe die letzten Jahre immer mehr Wintergemüse angebaut, die ich inzwischen weder im Garten noch auf dem Teller missen möchte. Deinen Gemüsegarten rund ums Jahr zu nutzen, lege ich dir deshalb unbedingt ans Herz! Hier kommen fünf Gründe, warum ich Wintergärtnern toll finde:

1. Nutze deine Beete und werde Winter-Selbstversorger!

Es funktioniert: Auch im Winter kannst du richtig viele Gemüsearten anbauen! Natürlich wachsen sie nicht alle in den frostigen Monaten: Aubergine, Zucchini und Co verabschieden sich spätestens im Oktober, weil es ihnen dann zu ungemütlich wird. Danach stehen allzu viele Gemüsebeete leer, bis im Frühjahr neue Jungpflanzen einziehen.

Das muss aber nicht sein! Denn es gibt so viele Wintergemüse, die der Kälte trotzen und es dir auch im Winter ermöglichen, dein eigenes Gemüse zu ernten. Ich finde es toll, meine Beete so noch besser nutzen zu können und auch im Winter richtig viel aus ihnen herauszuholen – im wahrsten Sinne des Wortes! Und wer sich – wie ich – größtenteils selbst versorgen will, der kommt um Wintergemüse nicht herum. :)

Wintergemüse: Buntes Ofengemüse aus dem Garten

2. Wintergemüse ist bunt und abwechslungsreich!

Du denkst bei Wintergemüse an Kopfkohl und Pastinaken und stellst dir das eher langweilig vor? Dann sei gespannt auf die bunte Vielfalt, die du auch im Winter ernten kannst. Du wirst sehen, da geht einiges!

Denn außer Weiß-, Rot- und Rosenkohl gibt es auch frisches Blattgemüse wie MangoldGrünkohl, Lauch und Spinat; knackige Wintersalate wie Feldsalat, Postelein und Radicchio – und natürlich die ganze Palette an Wurzelgemüse: Möhren, Pastinake und Co.

Hier findest du einen Überblick über die Gemüse, die du auch im Winter ernten kannst:

WintergemüseFamilieFür wen geeignet?
FeldsalatBaldriangewächsAlle
MöhreDoldenblütlerAlle mit ersten Gartenerfahrungen
PastinakeDoldenblütlerAlle mit ersten Gartenerfahrungen
MangoldFuchsschwanzgewächsAlle
SpinatFuchsschwanzgewächsAlle
Rote BeteFuchsschwanzgewächsAlle mit ersten Gartenerfahrungen
SchwarzwurzelKorbblütlerAlle mit ersten Gartenerfahrungen
TopinamburKorbblütlerAlle
EndivieKorbblütlerAlle
AsiasalatKreuzblütlerAlle mit ersten Gartenerfahrungen
GrünkohlKreuzblütlerAlle mit ersten Gartenerfahrungen
PalmkohlKreuzblütlerAlle mit ersten Gartenerfahrungen
Kopfkohl (Rot-, Weißkohl)KreuzblütlerEher Fortgeschrittene Gärtner*innen
RosenkohlKreuzblütlerAlle mit ersten Gartenerfahrungen
SteckrübeKreuzblütlerAlle
WirsingKreuzblütlerEher Fortgeschrittene Gärtner*innen
BlumenkohlKreuzblütlerEher Fortgeschrittene Gärtner*innen
PosteleinQuellkrautgewächseAlle
LauchZwiebelgewächseAlle mit ersten Gartenerfahrungen
WinterheckenzwiebelZwiebelgewächseAlle mit ersten Gartenerfahrungen

3. Frische, Geschmack und Immunbooster zum Selberernten!

Wintergemüse anzubauen, liefert dir gleich mehrere Vorteile: Du weißt ganz genau, wo das Gemüse auf deinem Teller herkommt und kannst immer ernten, was du gerade brauchst. Das frisch geerntete Gemüse strotzt nur so vor Vitaminen und Mineralstoffen. Und gerade im Winter können wir die ein oder andere Vitaminbombe gut gebrauchen, oder? Deshalb ist mein Motto: Aus der Erde direkt auf den Teller!

Es gibt da allerdings auch Ausnahmen: Zu Sauerkraut verarbeiteter Kopfkohl wird erst durch die Fermentation ein regelrechter Immunbooster. Rohes Sauerkraut steckt voller Vitamin C, Mineralstoffe und Milchsäurebakterien und ist dadurch super gesund. Ich mache jedes Jahr mein eigenes Sauerkraut, und schlemme dann den ganzen Winter lang aus dem Gärtopf. Mmmmhhh…! :)

Frisches Wintergemüse schmeckt oft super intensiv und süß, ist dir das schon mal aufgefallen? Die kalten Temperaturen sorgen nämlich dafür, dass viele Gemüse aufhören, Zucker in Stärke umzuwandeln. Und wenn der Zucker als solcher in den Pflanzen eingelagert wird, schmecken die einfach süßer! Vielleicht hast du das schonmal bei Möhren oder Pastinaken beobachtet?

4. Entdecke neue Gemüsewelten! ;)

Wer weiß, vielleicht kommst du im Wintergarten ja auch auf den Geschmack von eher unbekannteren Gemüsearten, die es im Supermarkt einfach nicht gibt. Hast du schonmal Schwarzwurz, Flowersprouts oder Topinambur probiert? Ich wette, mindestens eines dieser Gemüse ist neu für dich! Wie wär’s damit, das dieses Jahr einfach selbst anzubauen?!

5. Dein Boden wird’s dir danken!

Wachsen auch im Winter Gemüsepflanzen in deinen Beeten, muss dein Boden nicht blank und leer überwintern. Denn das ist etwas, was ihm gar nicht gefällt! Du tust deinem Boden und all den Bodentierchen einen riesigen Gefallen, wenn du dafür sorgst, dass die Oberfläche immer bedeckt ist.

Und die beste Lösung dafür sind… Pflanzen! Warum dann nicht gleich Wintergemüse? Das macht schließlich nicht nur den Boden, sondern auch dich glücklich!

Wenn du dich im Winter aber lieber auf das Sofa verkrümelst und deinen Garten bis zum Frühling gerne in Ruhe lässt, kannst du auch mit einer Gründüngung oder einer dicken Mulchschicht dafür sorgen, dass es deinem Boden an nichts fehlt und er gesund über den Winter kommt.

Wintergemüse: Hochbeet mit Minitunnel

Wintergemüse anbauen – so klappt‘s!

Egal ob im Sommer oder im Winter – die Basics beim Gemüseanbau sind immer dieselben: Es geht darum, deinen Schützlingen die bestmöglichen Bedingungen zu bieten, damit sie gesund bleiben, kräftig werden und leckeres Gemüse produzieren. Aber da die Ausgangssituation im Winter eine ganz andere ist als im Sommer, solltest du beim Anbau von Wintergemüse ein paar Dinge beachten:

#1: Basics im Wintergarten

Der Sommer mit seinen langen Tagen, warmen Nächten und Sonnenschein satt bietet den meisten Pflanzen ideale Bedingungen für das Wachstum. Denn für ihren Stoffwechsel brauchen sie vor allem eines: Licht! Das ist im Winter eher Mangelware. Die Pflanzen betreiben daher viel weniger Photosynthese und wachsen nur noch sehr langsam.

Da der ganze Stoffwechsel dann sozusagen auf Sparflamme läuft, brauchen deine grünen Freunde auch weniger Wasser und Nährstoffe. Ums Gießen und Düngen musst du dir bei deinem Wintergemüse also eher keine Gedanken machen. Im Gegenteil: Im Winter ist manchmal sogar zu viel Wasser da, und das Wintergemüse schaut mit dauernassen Wurzeln wie ein begossener Pudel aus den Beeten. 

#2: Wintergemüse unter Dach und Fach

Es gibt einige Gemüse, die für den Winter zwar geeignet sind – aber denen es im Freiland so ganz ungeschützt doch zu kalt wird. Diese Kandidaten kannst du mit verschiedenen Methoden ziemlich simpel vor Regen, Schnee und Frost schützen, und sie so auch im Winter anbauen.

Vom Gemüsevlies über Treibhaushauben und Frühbeetkasten bis hin zum Gewächshaus gibt es für jedes Wintergemüse eine passende Anbaumethode. Aber keine Sorge, eine ganze Reihe an Gemüse lässt sich auch im Winter ohne größeres Equipment im Freiland anbauen.

Für den Einstieg ist ein gutes Wintervlies perfekt: Du kannst es bei ganz vielen Gemüsearten einsetzen! Es puffert kalte Temperaturen ab, schützt dein Gemüse gerade in frostigen Nächten und wirkt wahre Wunder!

Wintervlies für den Gemüsegarten im Winter

Informier dich vor deinem ersten Winterabenteuer im Gemüsegarten am besten gut, welches Gemüse welche Temperaturen noch toleriert und ab wann es dann doch zu ungemütlich wird.

#3: Das richtige Timing für Wintergemüse

Eigentlich müsste es nicht „Wintergärtnern“, sondern „Winterernten“ heißen. Denn all die Gemüse, mit denen du in den kalten Monaten deinen Erntekorb füllst, säst, pflanzt und pflegst du schon ab dem Frühsommer. Ja – Wintergärtnern fängt schon im Sommer an!

Denn sobald die Tage kürzer und kälter werden, wachsen auch die Wintergemüse nur noch langsam. Sie benötigen den Sommer, um groß und robust genug zu werden, damit sie später dem Frost trotzen können. Die meisten Wintergemüse sind auch eher gemächlich unterwegs und brauchen viiiiel Vorlauf, um aus ihren Kinderschuhen hinauszuwachsen. Lauch und Blumenkohl sind typische Beispiele für solche Schnarchnasen. ;)

Was du im Winter ernten möchtest, solltest du dir daher bereits im Frühjahr überlegen und rechtzeitig mit der Anzucht und Pflanzung beginnen. Wenn es für eine Aussaat schon zu spät ist, schau doch mal, ob du noch Jungpflanzen der Wintergemüse deiner Wahl bei dir in der Nähe bekommst. So kannst du auch etwas später im Jahr noch ins Wintergemüsegame einsteigen. ;)

Um all die Aussaattermine für deine Gemüseernte nicht zu verpassen, gibt’s hier einen fix und fertigen Aussaatkalender für dich: Einfach herunterladen und du hast alle wichtigen Aussaaten und Pflanzungen immer auf einen Blick parat!

#4: Die Fruchtfolge im Wintergarten

Für die Planung deiner Wintergemüse solltest du die Fruchtfolge im Gemüsegarten genauso beachten wie für die Sommergemüse auch. Denn sonst schaffst du geradezu Oasen für Krankheiten und Schädlinge, wo sie ideal überwintern können.

Das ist immer eine kleine Herausforderung, denn ganz viele wunderbare Leckereien aus dem Wintergarten gehören zu ein und derselben Pflanzenfamilie: den Kreuzblütlern. Blumenkohl, Rüben, Rosenkohl, Rucola, Brokkoli, Rettich, Grünkohl und viele weitere sind so eng miteinander verwandt, dass sie von denselben Schadtierchen und Krankheiten heimgesucht werden.

Um zu vermeiden, dass sich die in deinen Beeten einnisten, solltest du nach dem Anbau von Kreuzblütlern immer sechs Jahre warten, bis du im selben Beet wieder Mitglieder dieser Pflanzenfamilie anbaust. Es ist daher super hilfreich, wenn du mehrere Beete hast, wo deine Lieblingsgemüse Jahr für Jahr das Beet wechseln können.

Wintergemüse: Kohl im Winterbeet

Wintergemüse oder kein Wintergemüse?

Surprise: Nicht jede Gemüsepflanze, die im Winter aus der Erde schaut, ist ein Wintergemüse! Es gibt da nämlich auch noch die überwinternden Gemüse. Das sind die Kandidaten, die du zwar schon im Spätsommer oder Herbst pflanzt, aber erst im folgenden Jahr erntest.

Ein typisches Beispiel für überwinternde Gemüse sind Dicke Bohnen. Sie werden im Spätsommer gesät, machen ihren ersten Wachstumsschub im Herbst, und verharren dann als junge, aber frostharte Pflanzen über den Winter im Boden. So haben sie einen ordentlichen Wachstumsvorsprung gegenüber den Bohnen, die erst im Frühjahr gesät werden und können bei den ersten Sonnenstrahlen und Plusgraden bereits munter weiterwachsen.

Auch Knoblauch erntest du in der Regel erst im Folgejahr, nachdem du im Sommer die Zehen in die Erde gesteckt hast. Im Winter gibt’s da leider noch nichts zu holen, da ist Geduld angesagt. ;)

Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

Na, konnte ich dich mit meiner Begeisterung für Wintergemüse anstecken? Es ist wirklich ein grandioses Gefühl, auch im Winter noch Gemüse aus dem eigenen Garten ernten zu können. Was glaubst du, wie die Verwandtschaft staunt, wenn du ihnen an Weihnachten selbst geernteten Rosenkohl servierst? Darum nichts wie los: Schnapp dir deinen Gartenplan und schreib auf, welche Wintergemüse du in den kalten Monaten genießen willst!

Wenn du noch ein bisschen weiterschmökern magst zum leckeren Wintergemüse, lies gerne hier weiter:

Rosenkohl pflanzen: Der komplette Guide vom Anbau bis zur Ernte!

Der komplette Grünkohl-Guide: Pflanzen, Anbauen & Ernten

 Rucola anbauen – die komplette Anleitung!

Hast du schon mal Wintergemüse angebaut? Schreib mir in den Kommentaren gerne von deinen Erfahrungen!

Kompost anlegen in 5 Schritten: So machst du richtig guten Kompost!

Kompost anlegen ist eine der wichtigsten Aufgaben im Garten, um einen perfekten Nährstoffkreislauf zu schaffen: Deine Pflanzen bekommen mit Kompost Dünger und werden nach der Ernte selber zu Kompost, der dann wiederum der nächsten Pflanzengeneration nutzt. Deshalb solltest du in deinem Garten unbedingt ein Fleckchen für Kompost reservieren – das spart nicht nur Geld, sondern ist auch richtig nachhaltig!

Inhaltsverzeichnis
In aller Kürze: Kompost anlegen
Kompostsysteme & der richtige Standort
Anleitung zum Kompost anlegen
Nach dem Kompost anlegen: Die Pflege
Verwendung von Kompost
Kompost anlegen auf dem Balkon
Probleme beim Kompost anlegen

In aller Kürze: Kompost anlegen

Du möchtest nicht lange fackeln, sondern am liebsten sofort mit dem Kompost anlegen beginnen? Dann schau doch mal in meine Tabelle, da habe ich dir sämtliche Schritte kurz und knackig zusammengefasst!

Kompost anlegen: Die ArbeitsschritteGewusst wieTipps und Tricks
# 1: passenden Standort finden und Kompostbehälter aufstellengut erreichbar, windgeschützt, beschattetunbedingt direkt auf dem Erdboden anlegen
# 2: passendes Material zerkleinern und in den Komposter füllenGartenabfälle, angewelkter Grasschnitt, Küchenabfälle, Stroh, Kleintiermistkeine Essensreste, Fleisch oder Milchprodukte, keine Teile von kranken Pflanzen oder Unkräutern
# 3: Kompost in Schwung bringen und richtig pflegen10 % fertigen Kompost oder Gartenerde untermischen, EM dazugebenKompost Starter aus 10 l Wasser, 1 Würfel Hefe und 1 kg Zucker mischen und über den Komposthaufen gießen
# 4: Kompost umsetzennach 3 bis 6 Wochen, so gelangen die äußeren Schichten nach innenwenn du deinen Kompost nicht umsetzt, dauert es nur länger bis er fertig ist. ;)
# 5: Kompost verwendenMulch, Dünger, AussaaterdeKompost je nach Reifestadium entsprechend verwenden

Du siehst: Das Kompost anlegen ist nicht besonders kompliziert. Und wenn dein Kompost fertig ist und du das schwarze Gold vor dir liegen hast, kannst du es als wunderbar nährstoffreiche Erde in deinen Beeten verwenden. Besonders Starkzehrer wie Tomaten freuen sich ganz besonders über Komposterde.

Apropos Tomaten: Isst du die auch so gerne wie ich und kannst gar nicht genug von den runden Dingern bekommen? Dann lad dir doch meinen Tomatenguide herunter! Da zeige ich dir, wie du ganz einfach und mit ein paar kleinen Kniffen zu einer üppigen Tomatenernte kommst.

Hier kannst du ihn herunterladen:

Kompostsysteme & der richtige Standort

Jetzt geht es in die konkrete Planungsphase: Denn ja, auch zum Kompost anlegen braucht es ein paar Überlegungen vorab: Du willst schließlich den perfekten Platz zum Komposthaufen anlegen finden, und musst dich für das passsende Komposter Modell entscheiden.

Der richtige Komposter Standort

Da, wo du deinen Komposthaufen anlegen möchtest, musst du unbedingt ganz unkompliziert mit einer Schubkarre hinkommen. Außerdem sollte der Platz windgeschützt liegen und Schatten haben und es wäre vielleicht auch nicht verkehrt, wenn du deinen Kompost ein bisschen verstecken könntest? Denn so riiiiichtig dekorativ ist er ja nicht! ;)

Bäume und Sträucher eignen sich prima als Sicht- und Sonnenschutz in Kompostnähe. Wenn da, wo du den Komposthaufen planst, noch nichts wächst, kannst du auch einfach neu pflanzen.

Psst: Wie wäre es mit Beerensträuchern? Die bringen dir nicht nur Schatten, sondern auch eine leckere Ernte! ;)

Kompost anlegen: Himbeeren als Sichtschutz

Ohne Beschattung würde dein Kompost während eines heißen Sommers schnell austrocknen und anschließend stellen die Bodenorganismen beleidigt ihre Arbeit ein. Es dauert dann viiel länger, bis dein Kompost endlich fertig ist.

Die Bodenorganismen, die für die Umwandlung von organischen Abfällen in nährstoffreiche Erde verantwortlich sind, solltest du auch sonst bei Laune halten: Sie möchten ihre Arbeit gerne immer am selben Ort verrichten und nicht umziehen müssen. Wenn der Komposthaufen seinen festen Platz hat, arbeiten sie effizienter und zügiger.

Mehr Informationen zu Bodenorganismen und wie du dein Bodenleben fördern kannst, findest du in diesem Video:

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Mehr Informationen

Außerdem solltest du direkt auf dem Erdboden den Kompost anlegen und zwar auf einem Untergrund, der wasserdurchlässig ist. So kann sich keine Staunässe bilden.

Kompostsysteme

Du hast einen schönen Kompostplatz gefunden? Prima, dann musst du nur noch den passenden Kompost Kasten finden! Es gibt verschiedene Kompostsysteme:

  • Holzkomposter bestehen meistens aus einfachen Holzbrettern und haben keine Abdeckung. Dadurch wird die Rotte nicht so heiß wie in einem verschlossenen Komposter und Gerüche können sich ungehindert ausbreiten. Du verwendest aber ein natürliches und nachhaltiges Material.
  • Du kannst auch im Schnellkomposter oder Thermokomposter Kompost anlegen. Das sind verschlossene Kunststoffbehälter. Wenn sie eine Entladeklappe haben, kannst du den fertigen Kompost ganz bequem herausnehmen. Sie sollten aber mindestens 200 Liter fassen, damit die Verrottung schnell und effektiv abläuft. Wenn du dich für einen Schnellkomposter entscheidest, achte auf einen Kunststoff, der UV-stabil und wetterfest ist.
  • Offene Komposthaufen sollten mindestens 1,20m breit, 80cm hoch und mehrere Meter lang sein. Beim Kompost schichten lässt du die Seiten schräg abfallen. Offene Haufen eignen sich vor allem für sehr große Gärten, in denen viel Material anfällt.

Anleitung zum Kompost anlegen

Zum Kompost anlegen brauchst du – ganz genau: Kompostgut! ;) In Küche und Garten fallen viele organische Abfälle an.

Braune Materialien wie Stroh, Hackschnitzel, Laub oder Äste enthalten viel Kohlenstoff (C).

„Grüne“ Materialien wie Reste vom Gemüseschnibbeln, Grünschnitt, Brennnesseln, Kaffeesatz, Mist, Jauche und Grasschnitt enthalten viel Stickstoff (N).

Für eine optimale Rotte sollte das C/N-Verhältnis des Kompostguts etwa zwischen 15:1 bis 25:1 liegen. Einfacher gesagt: Kompost richtig anlegen bedeutet, immer mehr braune als grüne Materialien auf den Haufen zu geben. Wenn es möglich ist, füllst du braune und grüne Kompost Schichten außerdem immer abwechselnd ein.

Wenn du deine organischen Abfälle möglichst klein schneidest, können die Bodenorganismen besser arbeiten. Dafür eignet sich ein Häcksler hervorragend, aber auch eine einfache Gartenschere leistet schon gute Dienste!

Zu klein muss es aber gar nicht werden. Ein bisschen Luft darf ruhig durch deinen Kompost zirkulieren. Ansonsten können die Materialien anfangen zu schimmeln.

Kompost anlegen: Äste zum Kompostieren

Was darf in den Kompost?

Von Garten- und Küchenabfällen über Stroh, Mist, Federn, Pappe, Tee- oder Kaffeesatz: Die allermeisten organischen Rohstoffe sind auf dem Komposthaufen gut aufgehoben.

Auch Schalen von Eiern und Biozitrusfrüchten kannst du ganz problemlos kompostieren, wenn du sie in kleinen Stücken dazugibst und gut mit dem übrigen Kompost vermischst.

Die Verrottung von Laub, Rinden und Holz dauert länger, deshalb solltest du für diese Materialien besser einen eigenen Kompost anlegen.

Was darf nicht in den Kompost?

Gekochte Essensreste, Fleisch, Milchprodukte und Gebäck können Ratten anziehen und haben daher auf dem Komposthaufen nichts verloren.

Abgesehen davon gibt es auch anderes kritisches Kompostgut:

  • Unkraut gehört nicht auf den Kompost: Bei der normalen „Haus-Kompostierung“ liegen die Komposthaufen meistens offen da und erhitzen sich deshalb nicht so stark, wie es nötig wäre, um Samen und Wurzelunkräuter unschädlich zu machen. Mit der Komposterde aus diesem Kompost würdest du Unkräutern den roten Teppich ausrollen und es wieder in deine Beete eintragen.
  • Teile von kranken Pflanzen dürfen aus demselben Grund nicht auf dem Komposthaufen landen. Für Unkräuter und kranke Pflanzen würde ich deshalb einen getrennten Kompost anlegen, dessen Erde ich nur unter Büschen und Bäumen, aber nicht auf meinen Beeten ausbringe.
  • Grasschnitt kann zwar grundsätzlich auf den Kompost, aber nur in dünnen Schichten. Außerdem sollte er bereits leicht angewelkt sein, damit sich nicht so leicht faulige Schichten bilden.
  • Hobelspäne und Sägemehl solltest du nur in kleinen Mengen kompostieren, damit die Drahtwürmer deine Beete nicht zu ihrem neuen Lieblingsaufenthaltsort erklären.

Kompost in Schwung bringen

Du kannst es kaum abwarten, bis nach dem Kompost anlegen aus deinen Gemüseabschnitten und Gartenabfällen wunderbare neue Erde entstanden ist? Dann habe ich hier ein paar Tricks für dich, wie du deinen Kompost auf Trab bringst:

  • Damit die Bodenorganismen so richtig durchstarten können, mischst du ungefähr zehn Prozent tonhaltige Gartenerde oder fertigen Kompost unter die Abfälle.
  • Du kannst Effektive Mikroorganismen (EM) nutzen, die du mit Wasser vermischst und auf deinen Kompost gießt. Mit ihrer Hilfe kompostieren deine Abfälle nicht nur wesentlich schneller, EM-Kompost ist auch nährstoffreicher und fault nicht so schnell wie herkömmlicher Kompost.
  • Alternativ dazu kannst du dir einen Kompost Starter aus 10 l Wasser, 1 Würfel Hefe und 1 kg Zucker mischen und über den Komposthaufen gießen. Diese Aufbaunahrung lieben die Bodenorganismen!

In meinem „Gemüsegarten starten“-Onlinekurs zeige ich dir übrigens nicht nur noch mehr Tipps und Tricks zum Kompost anlegen, sondern du lernst auch, wie du dich ohne viel Mühe ein Stück weit selbst versorgen kannst. Supermarkt war gestern – wir bauen unser Obst und Gemüse jetzt selber an! :)

Kompost anlegen: 1x1 des Kompostierens
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Wann ist der Kompost fertig und wann bringe ich ihn aus?

Wann dein Kompost fertig ist, hängt von verschiedenen Dingen ab: Je nachdem wie fleißig du beim Kompost umsetzen bist, welches organische Material in deinem Komposter verrotten soll und welche Jahreszeit gerade ist, dauert das Kompostieren einige Wochen oder viele Monate.

Dein Kompost ist fertig, wenn er nach Waldboden riecht und keine großen Stücke mehr zu sehen sind. Einzelne unverrottete Teile kannst du mit einem Kompostsieb heraussieben und zurück auf den Haufen werfen.

Die beste Zeit, um Kompost auszubringen, ist das Frühjahr. Dann packst du eine 1 bis 2 cm dicke Schicht auf deine Beete und arbeitest sie leicht ein. Fertigen Kompost, den du nicht gleich verwendest, lagerst du abgedeckt, damit der Regen keine Nährstoffe auswäscht.

Im Sommer ist der Kompost ein wunderbarer Dünger für starkzehrende Pflanzen wie Tomaten oder Kohl.

Apropos Tomaten: Hast du dir schon dir meinen Tomatenguide heruntergeladen? ;)

Wenn du Kompost im Herbst ausbringen möchtest, solltest du das nur tun, solange der Boden noch warm ist und ihn mit einer Mulchdecke schützen.

Nach dem Kompost anlegen: Die Pflege

Auch wenn dich dein Komposthaufen bei der Arbeit eigentlich nicht braucht, gibt es paar Faktoren, die für eine zügige Verrottung wichtig sind und auf die du achten solltest.

  • Temperatur
    In einem geschlossenen Komposter erreichst du höhere Temperaturen als in einem offenen Komposter, das heißt, die Verrottung geht entweder schneller oder dauert etwas länger, je nachdem.
  • Feuchtigkeit
    Zu wenig Feuchtigkeit lässt die Bodenorganismen vertrocknen und verzögert die Verrottung. Ist der Kompost zu nass, kommt nicht mehr genug Luft ins Innere und er fault. Woher also wissen, wie viel Wasser gut ist? Mein Tipp: Wenn sich das Innere des Komposthaufens wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlt, ist alles genau richtig!
  • Sauerstoff
    Beim Kompost anlegen solltest du darauf achten, dass Schichten aus Grasschnitt oder Tonerde nicht zu dick geraten. Sonst gerät nämlich kein Sauerstoff mehr ins Innere des Haufens und die für die Kompostierung wichtigen Bakterien sterben.
Kompost anlegen: Gemüseabfälle und Eierschalen

Verwendung von Kompost

Wenn schon ein wenig Zeit seit dem Kompost anlegen vergangen ist, gibt es mehrere Kompost-Reifestadien, die du jeweils auf unterschiedliche Weise verwenden kannst.

  • Reifestadium 1: Mulch
    Die Temperatur des Komposts ist deutlich abgefallen, er riecht neutral, aber es sind noch gröbere Stückchen zu erkennen. Dieser Kompost eignet sich perfekt zum Mulchen.
  • Reifestadium 2: Kompost Dünger
    Die Temperatur des Komposts ist deutlich abgefallen und es sind nicht mehr viele gröbere Stückchen zu erkennen. Der Geruch erinnert an Walderde. Jetzt kannst du ein paar Schaufeln Kompost als Kopfdüngung für Starkzehrer wie Tomaten und Gurken verwenden.
  • Reifestadium 3: Aussaaterde
    Der Kompost riecht angenehm nach Walderde und es sind keine größeren Stücke mehr zu sehen. In diese Erde kannst du probemlos säen und pflanzen.

Kompost anlegen auf dem Balkon

Du gärtnerst auf dem Balkon und hast keinen Platz für Kompost? Kein Problem! In diesem Fall kannst du deine Gemüseabfälle wunderbar in einer Wurmkiste kompostieren. Die ist nicht nur geruchsneutral, sondern auch super effektiv.

Wurmkisten kannst du entweder selber bauen oder fertig kaufen. Die zukünftigen Bewohner (Rote Mistwürmer) gibt es online.

Eine andere Möglichkeit ist ein Bokashi Eimer , in dem du deine Gemüseabfälle fermentierst und in nährstoffreiche Erde verwandelst.

Probleme beim Kompost anlegen

Nicht immer läuft beim Kompost anlegen alles problemlos. Deshalb habe ich dir hier die häufigsten Probleme zusammengetragen – natürlich mitsamt passenden Lösungen:

Problem #1: Mein Kompost stinkt!
Wenn dein Komposthaufen stinkt, fault er, statt zu verrotten.

► In diesem Fall öffnest du den Haufen und kontrollierst, ob der Boden darunter wasserdurchlässig ist. Dann ist Kompost umschichten angesagt! Dabei mischst du trockenes Material unter. Falls dein Komposter eine Abdeckung hat: Ist sie dicht?

Problem #2: Mein Kompost schimmelt!
Schimmel ist ein Zeichen dafür, dass der Kompost zu trocken ist.

► Komposthaufen umsetzen und etwas reifen Kompost untermischen. Das aktiviert ihn neu. Dann gönnst du dem Kompost ein paar Kannen Wasser. In der folgenden Zeit kontrollierst du deinen Kompost regelmäßig auf ausreichende Feuchtigkeit und gießt ihn, falls er zu trocken ist.

Problem #3: Mein Kompost wird einfach nicht fertig!

► Wenn dir alles viiiel zu langsam geht, kannst du alle drei bis vier Wochen deinen Kompost umsetzen. Dadurch kommt Sauerstoff hinein und aktiviert die Bodenorganismen, die dann so richtig Vollgas geben können. ;)

Du wirst sehen, mit den richtigen Tipps und Tricks ist das Kompost anlegen gar nicht schwer. Dein Gemüse wird in dem „schwarzen Gold“ ganz bestimmt prächtig wachsen und dir eine dicke Ernte bescheren. Darum nichts wie los, such gleich mal nach einem schönen Platz für deinen zukünftigen Komposter! :)

Außer Kompost anlegen interessieren dich noch ganz viele andere Gartenthemen? Dann lies gerne hier weiter:

Gemüsegarten für Anfänger: Crashkurs in 11 Schritten

Mehr Permakultur für deinen Garten! 9 konkrete Ideen & Methoden

Wie mein Garten fast von selbst unkrautfrei bleibt

Was hast du für Tipps zum Kompost anlegen? Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen!

Gemüsegarten planen – Schritt für Schritt zum Gartenparadies

Einen Gemüsegarten planen – das ist der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zu einer üppigen eigenen Ernte. Denn so viel Freude ein eigener Gemüsegarten auch macht: Er entsteht nicht von allein. Erst ein durchdachter Plan sorgt dafür, dass dein Garten dich übers ganze Jahr hinweg mit frischem Gemüse versorgt und dich jeden Tag mit Freude und Stolz erfüllt.

Also schnapp dir Stift und Papier – jetzt ist genau der richtige Moment, deinen Gemüsegarten zu planen und den Grundstein für dein ganz persönliches Gartenglück zu legen.

Inhaltsverzeichnis
1. Schritt: Träume und Inspiration
2. Schritt: Den richtigen Standort finden
3. Schritt: Welches Gemüse steht hoch im Kurs?
4. Schritt: Gemüse-Mengenlehre
5. Schritt: Gemüse-Partnerbörse
6. Schritt: Die passende Fruchtfolge
7. Schritt: Gestaffelte Aussaat & Pflanzung
8. Schritt : Vom Plan zum Beet

Gemüsegarten planen Schritt 1: Träume und Inspiration

Bei allem Kopfrauchen ist die Gartenplanung am Anfang des Jahres auch eine total schöne Zeit: Die Saatgutkataloge flattern ins Haus und du kannst es dir gemütlich machen und träumen, wie dein Garten in der nächsten Saison aussehen soll und was du vielleicht anders machen möchtest als im letzten Jahr.

Möchtest du neue Beete anlegen? Ganz neue Gemüsesorten aussäen? Wie wäre es mit einem Wildblumenbeet? Oder vielleicht einem Rankgitter für Bohnen und Kürbisse? Erträum dir deinen absoluten Wunschgarten – der Fantasie sind in diesem Schritt erstmal keine Grenzen gesetzt!

Pssst: Falls du schon genau weißt, wie dein Garten im Lauf des Jahres aussehen soll, du aber noch so gar keinen Plan hast, wie du dort hin kommst, ist hier schonmal ein kleiner Tipp: Probier den »Gemüsegarten starten«-Onlinekurs aus! Im Kurs wirst du von der Planung bis zur Umsetzung deines neuen Gemüsegartens an die Hand genommen und du bekommst super viel Inspiration und Tipps mit auf den Weg in dein Gartenabenteuer.

In diesem Artikel bekommst du schon mal einen Einblick wie du deinen Traum-Gemüsegarten planen und anlegen kannst. Los geht’s!

Beim Gemüsegarten planen ist es hilfreich, den Boden zu kennen. Regenwürmer sind dabei ein toller Indikator!

Schritt 2: Den richtigen Standort finden

First things first: dein Gemüsegarten braucht ein passendes Zuhause. Denn auch die Lage entscheidet darüber, ob deine Pflanzen kräftig wachsen oder schwierigere Ausgangsbedingungen haben. Wichtig sind vor allem viel Licht, ein guter Boden und etwas Windschutz.

Bestenfalls ist der Weg zum Garten nicht zu weit, denn je leichter du an deine Beete kommst, desto öfter wirst du dort ernten und dich um deine Gemüse-Schützlinge kümmern. Ideal für das Wachstum deiner Pflanzen ist außerdem ein sonniger Platz mit mindestens sechs Stunden Licht pro Tag.

Schau auch gerne mal auf Youtube rein, außer dem Video zum 3 Stunden-Selbstversorger Garten findest du hier ebenfalls jede Menge Tipps und Tricks :):

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Mehr Informationen

Kurz und Knapp – diese fünf Kriterien helfen bei der Standortwahl:

  • Nähe zum Haus: Der kürzeste Weg zum Abendessen ist der beste. Wer Kräuter und Salat direkt neben der Küche anbaut, greift häufiger zu frischem Grün und kocht automatisch gesünder.
  • Viel Sonne: Die meisten Gemüsesorten lieben Sonne! Täglich mindestens sechs Stunden Licht sind ideal. Vor allem Tomaten, Zucchini und Gurken sind ausgesprochene Sonnenanbeter. Für halbschattige Plätze bieten sich Mangold, Spinat und Kräuter an.
  • Guter Boden: Dunkel, locker und krümelig lieben wir unsere Erde! Wenn sie beim Drücken leicht zerfällt, ist alles bestens. Keine Sorge, du musst kein Spezialwissen in der Bodenkunde haben, um einschätzen zu können, ob dein Boden fruchtbar ist. Regenwürmer sind zum Beispiel ein toller Indikator für einen fruchtbaren Boden. Im 3-Phasen Gartensystem spielt Kompost eine große Rolle! Mit diesem lässt sich auch müder Boden in fruchtbare Erde verwandeln.
  • Windschutz: Dein Gemüse liebt Sonne, aber keinen Sturm. Eine Hecke oder Beerensträucher rund ums Beet bremsen den Wind und schaffen ein geschütztes Mikroklima. Außerdem gibt’s im Sommer gleich noch eine Portion Himbeeren obendrauf. Hmmm, lecker!
  • Ebene Fläche: Wer nicht am Hang wohnt, hat’s leichter. Auf flachem Boden lässt sich bequemer gärtnern und das Wasser läuft gleichmäßig ab. Falls du dein Grundstück doch etwas hügeliger ist helfen Terrassenbeete, die hübsch aussehen und praktisch sind.
ein mit Mischkultur geplanter Gemüsegarten

Gemüsegarten planen Schritt 3: Welches Gemüse steht hoch im Kurs?

Sind wir ehrlich – die Vielfalt an Gemüse ist verführerisch. Auberginen, Süßkartoffeln, Zuckerhut, Pastinaken, Rote Bete… Wer da nicht aufpasst, hat schnell mehr Sorten auf der Liste als Platz im Beet.

Darum gilt beim Gemüsegarten planen: lieber Lieblingsgemüse als Zuviel-des-Guten. Fang mit dem an, was du regelmäßig isst und wirklich liebst. Wenn auf dem Speiseplan oft Nudeln mit Tomatensoße oder Pizza stehen, sollten Tomaten ganz oben auf deiner Liste stehen.

Liebst du Eintöpfe? Dann gehören Karotten, Sellerie und Lauch unbedingt in deinen Garten. Ein Tipp um die Entscheidung etwas zu vereinfachen: Schreib mit deiner Familie oder Mitbewohner*innen eine Top-3-Liste der Lieblingsgemüse. So bekommst du schnell ein Gefühl, was auf keinen Fall fehlen darf – und was nur „nice to have“ ist.

Schritt 4: Gemüse-Mengenlehre

Einer der häufigsten Anfängerfehler ist, zu viel oder zu wenig anzubauen. Die richtige Menge zu planen ist knifflig, aber nicht unmöglich. Dabei helfen dir zwei einfache Methoden, um ein Gefühl dafür zu entwickeln:

1. Rückblick auf die Ernte
Wenn du schon ein Gartenjahr hinter dir hast, weißt du wahrscheinlich, was gut funktioniert hat und was nicht. Hattest du zu viele Zucchini, aber nie genug Möhren? Dann weißt du jetzt, wie du die Beete im nächsten Jahr anpassen kannst.

2. Kassenzettel-Methode
Gerade für Einsteiger ist der Blick in den Einkauf hilfreich. Wenn du jede Woche ein Kilo Möhren kaufst, lohnt es sich, sie selbst anzubauen. So kannst du überschlagen, wie viel du brauchst, um deinen Haushalt zu versorgen.

Als Faustregel gilt: Alles, was regelmäßig auf dem Teller landet, bekommt auch im Beet den meisten Platz.

Und dann ist da noch Platz für kleine Gartenabenteuer. Für alles, was dich neugierig macht und deinem Garten ein bisschen Überraschung schenkt. Vielleicht hast du schon lange Lust, etwas Neues auszuprobieren – eine ungewöhnliche Sorte, ein besonderes Gemüse oder einfach etwas, das du bisher nur im Laden gesehen hast.

Die Mexikanische Minigurke, Palmkohl oder violette Möhren bringen Farbe, Vielfalt und gute Laune ins Beet. Nicht jedes Experiment wird auf Anhieb gelingen, doch genau das macht das Gärtnern so spannend: Du lernst mit jeder Saison etwas dazu, entdeckst neue Lieblingspflanzen und findest vielleicht sogar Schätze, die du nie mehr missen möchtest.

Ein sorgfältig geplanter Gemüsegarten wirft eine dicke Ernte ab.

Gemüsegarten planen Schritt 5: Gemüse-Partnerbörse

Jetzt wird es strategisch. Aber keine Sorge, du musst keine Garten-Managerin werden, um dein Gemüse klug zu kombinieren. Beim Gemüsegarten planen geht es nicht nur darum, was wächst, sondern auch, wer nebeneinander wächst. Manche Pflanzen sind perfekte Partner, andere eher schwierige Nachbarn. Wenn du deinen eigenen Gemüsegarten anlegst kannst du dir deine Gemüsenachbarn selbst aussuchen. Cool, oder? :)

Gute Nachbarn:

  • Möhren und Zwiebeln: Möhren und Zwiebeln sind echte Beetfreunde. Die Zwiebeln vertreiben mit ihrem starken Geruch die Möhrenfliege, während der Duft der Möhren wiederum die Zwiebelfliege fernhält. So schützen sie sich gegenseitig ganz natürlich vor Schädlingen.
  • Kohlrabi und Bohnen: Kohlrabi und Bohnen ergänzen sich im Beet wunderbar. Die Bohnen binden mithilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff im Boden, den der Kohlrabi für sein Wachstum gut gebrauchen kann. Da Bohnen tief und Kohlrabi flach wurzeln, nehmen sie sich weder Platz noch Nährstoffe weg.
  • Erdbeeren und Knoblauch: Sie sind ein eingespieltes Team im Beet. Der Knoblauch hält mit seinem intensiven Duft Schädlinge wie Milben, Schnecken und Pilzkrankheiten von den Erdbeeren fern, während die Erdbeeren den Boden locker und gleichmäßig beschattet halten.

Schlechte Nachbarn:

  • Kartoffeln und Tomaten: Sie gehören zur gleichen Pflanzenfamilie und sind deshalb anfällig für dieselben Krankheiten, vor allem für die Kraut- und Braunfäule. Wenn sie nebeneinander stehen, können sich Pilzsporen leicht von einer Pflanze auf die andere übertragen und beide Kulturen befallen. Damit sich die Krankheit nicht ausbreitet, sollten Kartoffeln und Tomaten im Garten möglichst weit voneinander entfernt wachsen.
  • Zwiebeln und Bohnen: Diese Beiden passen im Beet nicht gut zusammen. Die ätherischen Öle der Zwiebeln behindern bei den Bohnen die Bildung der Knöllchenbakterien, die für die Stickstoffbindung im Boden wichtig sind. Dadurch wachsen die Bohnen schwächer, und auch die Zwiebeln entwickeln sich weniger gut. Besser ist es, sie in getrennten Beeten anzubauen.

Eine durchdachte Mischkultur ist die einfachste Form des Pflanzenschutzes. Sie fördert die Bodengesundheit und spart Platz. Eine Übersicht dazu findest du hier. Lies dort unbedingt weiter, wenn dich das Prinzip der Mischkultur interessiert.

Damit du gleich munter los kombinieren kannst, kommt hier etwas für dich: Eine Mischkulturtabelle, die du mit ins Gewächshaus, oder den Garten nehmen kannst. Trag einfach deine Email-Adresse.ein und schon landet sie in deinem Posteingang:


Schritt 6: Die passende Fruchtfolge

Außer der Mischkultur gibt es noch ein weiteres, wahrscheinlich sogar wichtigeres Prinzip bei der Beetplanung: Die Fruchtfolge. Mit einer Fruchtfolge gärtnern, bedeutet, die Gemüsepflanzen durch die Beete rotieren zu lassen. Damit hältst du Krankheiten und Schädlinge in Schach. Außerdem nutzt du die Nährstoffe im Boden so perfekt aus. Ein echter Gamechanger für gesundes Gemüse und eine reiche Ernte!

Besonders effektiv ist eine Fruchtfolge, wenn du die Gemüse in Pflanzenfamilien einteilst und so gruppiert durch die Beete rotieren lässt. Um ein Gefühl für die Rotation zu bekommen, kannst du dein Gemüse aber auch erstmal nach ihrem Appetit in Gruppen einteilen.

Das sieht dann so aus:

  1. Starkzehrer wie Kohl, Kürbis, Tomaten oder Sellerie beanspruchen viele Nährstoffe … sie belegen das Beet im ersten Jahr.
  2. Mittelzehrer wie Möhren, Spinat oder Rote Bete folgen dann im zweiten Jahr.
  3. Schwachzehrer wie Erbsen, Salate und Kräuter schließen den Zyklus im dritten Jahr ab.

Danach beginnt die Rotation von vorn – die Starkzehrer darfst du dann gern mit einer Extraportion Dünger verwöhnen.

Ernte im eigenen Gemüsegarten

Gemüsegarten planen Schritt 7: Gestaffelte Aussaat & Pflanzung

Damit dein Erntekorb nicht im Frühsommer überquillt und danach gähnend leer ist, hilft eine gestaffelte Aussaat. Säe oder pflanze lieber in Etappen, statt alles auf einmal. Wenn du zum Beispiel alle paar Wochen eine kleine Menge Salat aussäst, kannst du den ganzen Sommer über ernten.

Dasselbe funktioniert wunderbar mit Radieschen, Spinat oder Möhren. Auch eine kluge Folgepflanzung bringt viel Ertrag: Nach frühen Radieschen kann Spinat wachsen, danach Mangold. So bleibt dein Beet das ganze Jahr über produktiv.

Und das Beste daran: Mit einer geschickten Staffelung kannst du sogar im Winter noch frisches Gemüse ernten. Dein Wintergarten beginnt nämlich schon im Sommer, denn wenn du rechtzeitig aussäst, wachsen Feldsalat, Spinat oder Winterpostelein heran und warten geduldig auf die kalte Jahreszeit. So bleibt dein Beet nie leer, selbst wenn der Rest des Gartens ruht.

Schritt 8 : Vom Plan zum Beet

Wenn der Plan steht, beginnt der schönste Teil – die Umsetzung. Jetzt wird aus deiner Skizze auf Papier Schritt für Schritt ein richtiger Gemüsegarten. Breite Pappe aus, um das Unkraut zu unterdrücken, bring eine gute Schicht Kompost auf und baue deine Beetumrandung.

Achte darauf, dass deine Beete überall gut erreichbar sind und genügend Platz zum Arbeiten bleibt. Breite Beete nutzen die Fläche optimal, sollten aber so angelegt sein, dass du an das gesamte Beet bequem hinkommst, ohne hineintreten zu müssen.

Es lohnt sich außerdem, die Beete zu nummerieren oder einen kleinen Gartenplan anzulegen. So weißt du genau, welche Pflanzenfamilien wo gewachsen sind, und kannst deine Fruchtfolge in den nächsten Jahren mühelos einhalten.

Frische Gemüseernte in einer Holzkiste

Gemüsegarten planen Schritt 9: Gemüse ernten und verwerten

Der schönste Moment im Gartenjahr ist natürlich die Ernte. :) Nach Wochen des Pflegens und Wartens kannst du endlich dein eigenes Gemüse ernten. Achte dabei auf den richtigen Zeitpunkt: Lieber etwas früher als zu spät.

Salate sind zarter, Kohlrabi saftiger, und Erbsen schmecken süßer, wenn sie nicht zu alt werden. Riesige Zucchini sehen beeindruckend aus, sind aber oft holzig – also lieber ein. bisschen früher ernten. Mit jedem geernteten Gemüse wächst nicht nur dein Vorrat, sondern auch die Freude an deinem Garten.

Pssst, apropos Vorrat: Mit ein bisschen Übung wirst du immer größere Ernten einfahren können. Falls du ein paar Tipps und Tricks brauchst, wie du deine Ernteschwemme am besten haltbar machst, dann schau gerne im »Vorratskammer starten«-Onlinekurs vorbei. Dort erfährst du wie du dein Obst und Gemüse in leckere Vorräte verwandelst und deine Speisekammer füllst.

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Hast du Lust auf noch mehr Gemüsegarten-Lesestoff? Dann ist vielleicht auch einer dieser Artikel etwas für dich:

In 6 Schritten: Gemüsegarten-Pflanzplan erstellen

Fruchtfolge planen im Gemüsegarten: Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer

Aussaat & Pflanzen im Januar

Wenn du noch andere tolle Tipps zum Gemüsegarten Planen hast, dann schreib sie gerne in die Kommentare!

Dieser Beitrag gehört zur Wurzelwerk GmbH und enthält Werbung für unsere eigenen Produkte.

Quitten verarbeiten ohne Muskelkater: Die besten Tricks

Du möchtest dieses Jahr endlich auch Quitten verarbeiten? Im Winter leckere Schätze aus dem Vorratsschrank zu holen und in Sommerduft zu schwelgen, lässt das Selbstversorger-Herz höherschlagen! Doch Quitten können zum echten Härtefall werden, weil ihr Fruchtfleisch so fest ist. Deswegen teile ich heute mit dir, wie ich Quitten verarbeite – ganz ohne Muskelkater am Tag danach. Daraus werden dann super leckere Kostbarkeiten für deine Vorratskammer!

Ein Hoch auf die Quitte
Vor dem Quitten verarbeiten: Richtig ernten
So lagerst du einen Goldschatz
Quitten Verarbeiten, Tipps für den Härtefall
Rezepte zum Quitten verarbeiten
Quittengelee
Quittenbrot
Quittenchutney

Ein Hoch auf die Quitte

Pssst, ich habe einen Goldschatz in meiner Vorratskammer! Ja, wirklich, ganz hinten links. Den hole ich immer um Weihnachten herum raus, wenn ich die Sonne vermisse. Du nicht? Das ändern wir heute! Mein Goldschatz besteht nämlich aus Quitten und du kannst ihn selbst herstellen.

Quitten sind ein großartiges Obst, das ich dir wärmstens ans Herz legen kann. Ich liebe diese urigen goldgelben Herbstkugeln und den wunderbaren Duft beim Quitten Verarbeiten. Schon der Baum ist eine echte Zier, denn er blüht mit großen zartrosa Blüten, wenn Äpfel und Birnen schon längst verblüht sind.

Ein Riesenvorteil der Quitte: Sie ist unglaublich robust, pflegeleicht und einfach zu handhaben. Durch die späte Blüte musst du dir keine Gedanken über Frostschäden machen. Für Krankheiten ist der Baum kaum anfällig, Maden rennen sich an den harten Quitten den Kopf ein, er trägt zuverlässig und macht sein Ding, ohne viel Tamtam, so gefällt mir das!

Aber wenn es ums Quitten verarbeiten geht, interessieren uns natürlich vor allem die Früchtchen! Naja, zum Anbeißen sehen sie zwar aus, davon würde ich aber eher abraten, wenn dir deine Zähne lieb sind. Rohe Quitten sind wirklich bitter und hart und ihr Pelz ist auch nicht das, was ich mir auf der Zunge wünsche.

Quitten Verarbeiten beginnt deswegen immer mit dem Abreiben des Pelzes. Dieser Flaum enthält Bitterstoffe, die du lieber nicht für den Winter konservieren möchtest. Anschließend müssen sie gekocht, gedörrt oder gebacken werden – so wird’s dann richtig lecker!

Und nicht nur lecker kann die Quitte, sie bringt auch ordentlich Vitamin C und A, Zink, Eisen, Kalium und Folsäure mit. So wird das Quitten Verarbeiten zur echten Wintervorsorge, denn die Leckereien halten gesund und wirken der Wintermüdigkeit entgegen.

Psssst: Du kannst übrigens ganz viele mega leckere und gesunde Wintervorräte ganz einfach selber machen. Der absolute Superfood-Hack für Selbermacher? Fermentieren – und Kimchi, Sauerkraut und Einlegebohnen ganz einfach selbst in die Hand nehmen. Wie du an die ganze Sache herangehst, zeige ich dir Schritt für Schritt in meiner Fermentieren-Checkliste. Einfach deine Email-Adresse eintragen und schon flattert sie in dein Postfach!

Du hast noch keinen Quittenbaum?

Dann pflanz dir doch so ein Goldbäumchen in den Garten! Das robuste Bäumchen sollte in keinem Selbstversorger Garten fehlen! Hier findest du eine Anleitung zum Pflanzen von Obstbäumen, die du auch für Quittenbäume nutzen kannst.

Bevor es ans Pflanzen geht, musst du aber entscheiden, ob du eine Apfel- oder Birnenquitte haben möchtest. Die Früchte ähneln dann jeweils Birne oder Apfel in ihrer Form. Die Birnenquitten sind die weicheren, hier kann du also bereits mit der Sortenwahl Muskelkraft sparen. ;)

Bis dein Baum Früchte trägt, kannst du im Herbst mal in der Nachbarschaft herumschauen.  Die Chancen stehen nicht schlecht, dass du welche geschenkt kriegst. Die Bäume in den Gärten tragen oft so üppig, dass die meisten mit dem Quitten Verarbeiten gar nicht hinterherkommen. Dabei können Quitten sooo vielseitig eingesetzt werden! Ob herzhaft oder süß – sie bringen immer eine ganz besondere Note auf deinen Teller.

Lass und die letzten Stolpersteine beim Quitten verarbeiten jetzt aus dem Weg räumen. Dann steht deinem Goldschatz in der Vorratskammer nichts mehr im Wege!

Vor dem Quitten verarbeiten: Richtig ernten

Im Oktober ist es so weit und du kannst die Quitten ernten. Wichtig ist, dass du deine Goldernte vor dem ersten Frost in Sicherheit bringst. Sonst hast du schnell einen matschigen, eher braunen Schatz…

Zum Quitten Verarbeiten ist es wichtig, dass die Früchte wirklich reif sind. Das erkennst du an der herrlich goldenen Farbe, dem betörenden Duft und daran, dass du den Flaum leicht abstreifen kannst. Wenn du Marmelade und Gelee machen möchtest, solltest du sie genau dann ernten, wenn sie reif sind. Zu diesem Zeitpunkt ist der Pektingehalt nämlich am höchsten.

Vor dem Quitten verarbeiten müssen die Früchte gesammelt werden: Korb mit Quitten.

So lagerst du einen Goldschatz

Du hast nicht gleich nach dem Ernten Zeit zum Quitten verarbeiten? Kein Problem, dein Goldschatz ist lagerfähig! In diesem Fall erntest du an einem trockenen Tag, lässt den Pelz dran und bringst den Schatz an einen kühlen, dunklen, trockenen Ort. So hält die Ernte etwa vier Wochen durch, in denen du deine Quitten verarbeiten kannst. Dabei werden sie sogar noch aromatischer, yams!

Aufgepasst! Goldschätze sind manchmal ein bisschen eigen: Die Quitte verträgt die Anwesenheit von normalsterblichen Genossen, wie Äpfeln oder Kartoffeln nicht besonders gut. Ihre Hoheit lagert lieber allein, sonst verändert sie schonmal den Geschmack der anderen durch ihren intensiven Duft!

Quitten Verarbeiten, Tipps für den Härtefall

Erster Tipp: Beim Quitten Verarbeiten kannst du die Quitten auch mit der Brotschneidemaschine schneiden. So bekommst du sie in handliche Scheiben, die du dann kinderleicht würfeln und entkernen kannst.

Wenn du allerdings ein feines Mus herstellen willst, solltest du darauf lieber verzichten. Da gibt es nämlich noch eine extra Variante. Vielleicht hast du selbst schon festgestellt: Um das Kerngehäuse ringsherum sitzen harte kleine Steinchen, die du bestimmt nicht in deinem Mus haben möchtest. Gerade diese Schicht ist so richtig steinhart. Also kommen wir zu Tipp Nummer zwei beim Quitten Verarbeiten:

Viertel die Quitten so, dass du möglichst durch Blüte und Stielansatz schneidest. Jetzt kannst du ziemlich einfach Blüte und Stiel bei jedem Viertel entfernen. Diese Viertel-Stücken gibst du mitsamt Kerngehäuse in den Topf und kochst sie weich, das dauert etwa 30 Minuten.

Dann kannst du den steinigen Teil mit einer Gabel heraushebeln und hast „Quitten-Filet“ und weder Finger noch Nerven verloren. Klar, es dauert, die „Steingehäuse“ zu entfernen, aber mir ist diese meditative Arbeit viel lieber als das martialische Geächze mit dem Messer. :)

Mit diesen beiden Tipps bist du gerüstet für das eigentliche Quitten Verarbeiten. Was soll es sein? Quittengelee wie bei Oma? Quittenbrot zum Naschen? Oder vielleicht mal etwas verrücktes, wie Essig oder Chutney?

Rezepte zum Quitten verarbeiten

Als Selbstversorgerin ist es mir immer wichtig, möglichst die ganze Frucht zu verarbeiten. Dafür ist diese Kombi richtig klasse: Erst Quittengelee und aus den Resten dann Quittenbrot zaubern!

Du bist Einkochneuling? Dann schau doch noch kurz bei der Schritt für Schritt Anleitung zum Einkochen vorbei. Gerade die Basics rund um die Vorbereitung sind dabei super wichtig.

Selbstgemachtes Quittengelee

Quittengelee

Das brauchst du:

  • 2 kg Quitten
  • 40 ml Zitronensaft
  • Ca 1 ½ Liter Wasser
  • 500 g Gelierzucker 1:2
  • 1 Vanilleschote

Und so geht´s:

  1. Wie immer ist der erste Schritt beim Quitten Verarbeiten, den Pelz abzureiben und sie evtl. kurz abzuwaschen. Der Zitronensaft sollte startklar sein, denn er hat gleich einen Eileinsatz!
  2. Die Quitten verarbeiten, wie oben im Tipp beschrieben: in Viertel schneiden, Blüte und Stielansatz herausschneiden und mit Kerngehäuse in den Topf legen. Gib den Zitronensaft direkt dazu und gieße ihn mit Wasser auf, sodass die Quitten abgedeckt sind, damit sie nicht braun werden. Bei mir sind das 1 ½ Liter.
  3. Jetzt können deine Quitten gemütlich 30 Minuten vor sich hin köcheln, bis sie weich sind, aber noch nicht zerfallen. Wirf sicherheitshalber nach spätestens 20 Minuten mal einen Blick in den Topf.
  4. Um den Saft zu gewinnen, seihst du ihn vorsichtig durch ein sauberes Tuch oder ein feines Sieb ab. Nicht drücken, einfach den Saft ablaufen lassen, sonst wird das Gelee trüb. Außerdem kannst du sonst später das Kerngehäuse nicht mehr aus den Vierteln entfernen.
  5. Die Vanilleschote der Länge nach aufschneiden, das Mark herauskratzen und zum Saft geben.
  6. Jetzt hast du den Saft, den du zu Gelee einkochen kannst! Wiege ab wieviel Saft es genau ist. Mit genauso viel Gelierzucker kochst du es im Topf auf und lässt dein Gelee etwa 4 Minütchen aufkochen. Rühren nicht vergessen!!!
  7. Mach am besten eine Gelierprobe und habe Hinterkopf, dass es im Glas auch nochmal fester wird. Wenn du zufrieden bist, füllst du das Gelee sofort so heiß wie möglich in deine sterilen Gläser ab. Fest verschließen und fertig ist das Quittengelee.

Alles was du jetzt im Sieb oder im Tuch hast, musst du auf keinen Fall wegwerfen, wir wollen ja die gesamten Quitten verarbeiten. Du kannst daraus nämlich super leckeres Quittenbrot machen, yams!

Quittenbtor selber machen

Quittenbrot

Das brauchst du:

  • Vorgekochte Quitten
  • Zucker entsprechend der Quittenmenge
  • Kokosflocken, gehackte Nüsse oder Zucker

Und so geht´s:

  1. Jetzt erlebst du, warum Quitten Verarbeiten Meditation ist! Das Kerngehäuse muss raus, und zwar mit dem steinigen Teil drumherum. Das geht nach dem Kochen mit einem Messer ganz einfach.
  2. Die entkernten Quittenviertel pürierst du einfach zu einem feinen Mus. Dieses Mus wiegst du ab und gibst die gleiche Menge Zucker dazu. Jetzt kommt wieder der meditative Entspannungs-Teil beim Quitten verarbeiten: Koche das Mus bei mittlerer Hitze 45-60 Minten ein und dabei immerzu rüüüüüüüühren, sonst brennt es dir an!
  3. Puh, Geschafft! Jetzt nur noch ein tiefes Blech oder eine große Backform einfetten und die Masse etwa 2 cm dick darauf streichen.
  4. Quitten Verarbeiten muss auch mal einfach sein, deswegen trocknet das Quittenbrot jetzt von ganz allein 3-4 Tage an einem warmen Plätzchen vor sich hin.
  5. Das fertige Quittenbrot schneidest du in Würfel und wälzt sie in Kokosflocken, Zucker oder gehackten Nüssen. So kleben sie nicht so leicht zusammen, aber ich lege trotzdem immer Backpapier zwischen die einzelnen Etagen. In einer luftdichten Dose ist es so super lange haltbar.

Schon gewusst? Dem Quittenbrot ganz ähnlich ist Fruchtleder. Die Süßigkeit kannst du aus Beeren, Pflaumen, Trauben und vielem anderen Obst ganz einfach selber herstellen. Yams!

Quitten verarbeiten, z.B. zu Chutney

Quittenchutney

Quitten Verarbeiten geht aber auch herzhaft! Probier doch mal mein Quitten Chutney, das bringt ordentlich Pepp auf den Teller.

Das brauchst du:

  • 1 kg Quitten
  • 200 g Rohrzucker
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Stückchen Ingwer
  • 1 Messerspitze Sternanis
  • 1 Messerspitze Muskat
  • ½ TL Zimt
  • 180 ml heller Essig
  • Öl, Salz und Pfeffer

Und so geht´s:

  1. Quitten verarbeiten beginnt immer gleich: Zuerst den Flaum abreiben und kurz abwaschen. Die Quitten müssen in kleine Würfel geschnitten werden. Wenn du eine Brotschneidemaschine in der Nähe hast, dann ist das ihr Auftritt. Schneide dickere Quitten Scheiben, entferne das Kerngehäuse und würfle die Scheiben.
  2. Die Quittenwürfel vermengst du jetzt mit dem Zucker und etwas Salz und lässt das so etwas ziehen.
  3. Zwiebeln, Ingwer und Knoblauch fein hacken. Zuerst die Zwiebeln in Öl in einer großen Pfanne braten, bis sie Farbe bekommen. Jetzt den Knoblauch dazu geben und auch noch kurz anrösten. Vorsicht: Knoblauch wird schnell (nach ungefähr 2 Minuten) bitter beim Anbraten.
  4. Zuletzt kommt nun alles in die Pfanne. Wenn deine Pfanne da überfordert ist, kannst du auch auf einen großen Topf umsteigen.
  5. Die Quitten mit dem Sud, allen Gewürzen und dem Essig in Topf oder Pfanne geben und ca. 20 Minuten köcheln lassen. Dabei immer wieder rühren, damit es nicht unten ansetzt.
  6. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und wenn du glücklich damit bist, in sterile Gläschen abfüllen. Das kochend heiße Chutney so schnell wie möglich verschließen.

Jetzt bist du gut versorgt mit allen Tipps und Tricks zum Quitten verarbeiten. Einem leckeren Winter, steht also nichts mehr im Wege, yay! Vergiss nicht, dir deine Checkliste fürs Fermentieren zu holen, um dein Winterglück perfekt zu machen.

Wenn du jetzt so richtig im Vorratskammer-Fieber bist, dann komm doch in meinen Kurs „Obst und Gemüse haltbar machen“! Dort lernst du, wie du deine Ernte sicher und einfach haltbar machst und das ganze Jahr über genießen kannst. Ich würde mich freuen, wenn du mit dabei bist! :)

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So, jetzt aber ran ans Quitten Verarbeiten, mach dir deinen eigenen Vorratskammer-Goldschatz. Und wenn du das nächste Mal einen Eimer Quitten zum Verschenken herumstehen siehst, dann teile doch die Tipps für den Härtefall und mach damit die Welt ein bisschen goldener!

Noch mehr Vorratsglück gefällig? Dann schau doch mal hier vorbei:

7 clevere Tricks für eine gut sortierte Vorratskammer

Einkochen für Anfänger: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Leckeren Apfelsaft selber machen – auch ohne Entsafter!

Quitten verarbeiten – bist du schon dabei? Verrate in den Kommentaren gern dein Lieblingsrezept!

Gartenarbeit im Herbst: Daran solltest du denken!

Es gibt Gartenarbeit im Herbst, die du erledigen solltest, bevor die ersten Stürme über das Land fegen und die ersten frostigen Nächte Einzug halten. Jetzt ist die beste Zeit dafür, neue grüne Freunde in deinen Garten einziehen zu lassen, alles winterfest zu machen und deine mehrjährigen Pflanzen auf die nächste Saison vorzubereiten. Sieht aus, als würde es ein heißer Herbst? Da kannst du drauf wetten! :)

Los geht´s, ich zeige dir 9 Gartenaufgaben, die jetzt im Herbst anstehen:

Inhaltsverzeichnis
#1 Frostbeulen retten! Frostempfindliche Gemüse ernten
#2 Bei Puste bleiben! Der letzte Einkochmarathon
#3 Keine tränenreiche Angelegenheit! Zwiebeln stecken
#4 Simsalabim! Laubhaufen in Mulch verwandeln
#5 Freie Logis! Laubhaufen für die Igel-Überwinterung
#6 Frühbeetkasten aufbauen und Wintervlies ausbreiten!
#7 Aus der Reserve locken! Chicorée ernten und treiben
#8 Neue Freunde: Beerensträucher und Obstbäume pflanzen
#9 Ein Haufen toller Sachen! Kompost bearbeiten

#1 Frostbeulen retten! Frostempfindliche Gemüse ernten

Auch wenn du am liebsten deine Augen hartnäckig davor verschließen möchtest: Der Sommer ist vorbei und es wird schrittweise immer kälter. Und weil Gemüselieblinge wie Tomaten, Süßkartoffeln, Paprika und Auberginen Wollpullover strikt ablehnen, Kälte aber ungeheuer übelnehmen, besteht deine erste Gartenarbeit im Herbst darin, sie vor dem ersten Frost zu ernten oder mitsamt der Pflanze ins Haus zu holen. Am besten verfolgst du genau den Wetterbericht, damit du weißt, wann es gefährlich wird für deine grünen Sonnenanbeter. 

Ob du deine Früchte einfach erntest oder mit der ganzen Pflanze zusammen ins Haus holst, hängt davon ab, ob die Früchte nachreifen.

Tomaten nachreifen lassen als Gartenarbeit

Deine grünen Tomaten erntest du zum Beispiel einfach ab: Tomaten nachreifen lassen geht ganz entspannt im Haus. Wenn du nicht möchtest, dass alle auf einmal rot werden, lagerst du ein paar in der warmen Küche und den Rest an einem kühleren Ort. So reifen immer nur so viele nach, wie du verputzen kannst!

Auch Auberginen reifen nach. Sie sollten auf jeden Fall eine dunkelviolette Farbe haben, wenn du sie isst. Unreife Auberginen enthalten nämlich sehr viel Solanin und das ist giftig für den Menschen.

Süßkartoffeln schmecken auch schon, wenn sie noch nicht ganz ausgereift sind bei der Ernte. Du kannst sie dann nur nicht so lange lagern, sondern solltest sie möglichst bald aufessen. Aber es gibt wirklich Schlimmeres, oder? ;)

Paprika und Chili sind da schon etwas schwieriger: Wenn du sie grün erntest, reifen sie nicht nach. Deshalb wartest du bei dieser Gartenarbeit die warmen Mittagsstunden im Herbst ab, wenn die Temperatur draußen und drinnen ungefähr gleich ist und holst die ganze Pflanze ins Haus. Sollten deine Paprika oder Chili im Beet und nicht im Kübel zuhause gewesen sein, kannst du sie auch vorsichtig mit möglichst vielen Wurzeln ausgraben und in einen Topf setzen. Dann rettest du sie in dein kuscheliges Zuhause und stellst sie an einen möglichst hellen und sonnigen Ort. So reifen die empfindlichen Früchtchen in Ruhe ab, während es draußen schon so richtig ungemütlich ist.

Im Winter, wenn du und deine Beete bis auf die Wintergemüse ein wenig Gärtnerpause machen, kannst du dir in Ruhe überlegen, was nächstes Jahr auf deinen Beeten wachsen soll. Als kleine Planungshilfe kannst du dir dazu gern den Gemüsegarten-Beispielplan herunterladen! Da habe ich schon alles zu Anbaupausen, Mischkultur und Fruchtfolge berücksichtigt.

#2 Bei Puste bleiben! Der letzte Einkochmarathon

Bei der nächsten Gartenarbeit im Herbst geht es in die letzte Runde für dieses Jahr: Jetzt heißt es, noch einmal alle Kräfte mobilisieren und den Rest deines Erntesegens in Gläser packen! So hast du auch im tiefen Winter jederzeit die Möglichkeit, ein wenig Sommerfeeling zu tanken.

Gemüse wie Tomaten, Kohl, Sellerie und Rote Bete schmecken nicht nur super lecker, wenn du sie fermentierst sie sind auch richtig gesund! Oder du kochst sie im Druckkessel sicher ein und hast dann dein eigenes köstliches „Fastfood“ immer griffbereit.

Kürbis, Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch kannst du auch prima naturbelassen lagern, wenn sie gut abgetrocknet sind.

Wenn du lieber Videos schaust als Texte zu lesen, ist hier übrigens die YouTube-Variante dieses Artikels:

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#3 Keine tränenreiche Angelegenheit! Zwiebeln stecken

Mit dieser Gartenarbeit im Herbst legst du den Grundstein für eine dicke Ernte von Zwiebeln und Knoblauch im nächsten Jahr! Knollen, die den Winter über im Beet standen, sind größer und früher erntebereit als ihre Geschwister, die erst im Frühjahr in die Erde kommen.

Auch für Blumenzwiebeln ist jetzt die richtige Pflanzzeit. Wenn du Krokus, Narzisse, Tulpe und Co in den Boden bringst, blüht dir nächstes Jahr im Frühling aber mal so richtig was! ;)

#4 Simsalabim! Laubhaufen in Mulch verwandeln

Deine Bäume und Büsche werfen ihre Blätter in Massen ab? Super, dann kannst du in Kindheitserinnerungen schwelgen und mit den Füßen wunderbar im Laub rascheln! :)

Wenn du genug geraschelt hast, rechst du die Blätter zu einem Laubhaufen zusammen und transportierst sie zu deinen Beeten. 

Auf den Beeten verteilst du das Laub als wunderbar schützende und nährende Mulchschicht. So bist du die Blätter gut los und deine Beete tragen eine dicke Kuscheldecke. Der Boden friert nicht aus und im Frühjahr kannst du die Reste dann als Dünger leicht in den Boden einarbeiten.

Psst: Leider eignet sich nicht jedes Laub als Mulchschicht! Gerbsäurehaltige Blätter von Haselnuss, Kastanie und Eiche dürfen nicht mit ins Beet, weil sie den Boden sauer machen würden. Diese Blätter hebst du dir lieber auf für die nächste Gartenarbeit im Herbst!

#5 Freie Logis! Laubhaufen für die Igel-Überwinterung

Für Igel sind Laubhaufen eine tolle natürliche Unterkunft! Blätter, die du nicht für deine Beete brauchen kannst, rechst du deshalb am besten an einer ruhigen Stelle in deinem Garten zu einem großen Laubhaufen zusammen.

Wetten, dass über kurz oder lang ein Igel zum Überwintern auftaucht? Diese kleinen Flohtaxis sind super nützliche Helfer bei der Bekämpfung von Gemüse-Schädlingen. Darum ist es gut, wenn du welche im Garten hast – ganz abgesehen davon, dass es wirklich sehr sehr nette Zeitgenossen sind. :)

Generell ist Laub ein Tausendsassa – du kannst es nämlich auch noch für viele andere Gartenarbeiten im Herbst nutzen.

#6 Frühbeetkasten aufbauen und Wintervlies ausbreiten!

Ein Frühbeetkasten ist eine feine Sache: Er schützt deine Wintergemüse vor Frost, Wind und Niederschlägen. Während es draußen stürmt und schneit, stehen deine Wintergemüse gemütlich unter ihrem Deckel und können ganz in Ruhe weiterwachsen.

Wusstest du, dass ein Frühbeetkasten einen Temperaturunterschied von fünf Grad und mehr ausmacht? Darum ist es eine wichtige Gartenaufgabe im Herbst, den Frühbeetkasten herauszuholen und auf dein Beet zu setzen. Deine Gemüse werden es dir danken! :)

Im zeitigen Frühjahr ab März kannst du dann schon Spinat, Mangold und Frühlingszwiebeln unter der schützenden Haube anbauen.

Gemüse, die bereits im Beet stehen und noch keine Lust auf Frost haben, kuschelst du in ein Wintervlies ein. So überstehen sie vergnügt und munter kältere Phasen. Das hat auch den Vorteil, dass du sie erst dann vom Beet holen kannst, wenn das Wasser in deinem Kochtopf schon blubbert! ;)

Salate, Spinat, Feldsalat, Rucola, Rote Bete, Sellerie, Lauch und junge Kohlpflanzen freuen sich sehr über ein schützendes Vlies.

Gartenvlies zum Frostschutz

#7 Aus der Reserve locken! Chicorée ernten und treiben

Chicorée ist die Gartensaison über ein unkompliziertes Gemüse: Er wächst einfach so vor sich hin und stellt keine großen Ansprüche.

Erst jetzt im Herbst steht die nächste wichtige Arbeit im Garten an: du ziehst ihn nun vorsichtig aus der Erde heraus und schneidest die Blätter ungefähr vier Zentimeter über dem Ansatz ab. Die Wurzeln pflanzt du dann so in einen Topf, dass der Blattansatz noch herausschaut und stülpst einen Eimer darüber.

Dann stellst du ihn bei 12° bis 14° Grad in den Keller. Chicorée braucht es stockdunkel und mäßig feucht, um schöne bleiche Köpfe auszutreiben.

Nur Chicorée ist langweilig? Du kannst auch Kopfsalat in der kalten Jahreszeit anbauen! Da wartet also gleich noch eine Gartenarbeit im Herbst auf dich. ;)

#8 Neue Freunde: Beerensträucher und Obstbäume pflanzen

Der Herbst ist der perfekte Zeitpunkt für diese Gartenarbeit: Hole dir Beerensträucher und Obstbäume in den Garten! Da die Pflanzen dann nämlich keine Energie in Blätter und Früchte stecken müssen, können sie sich voll und ganz darauf konzentrieren, viele schöne Wurzeln zu bilden und sich tief im Boden zu verankern. Wenn du also mit dem Gedanken spielst, dir neue Freunde zu suchen, solltest du diese Jahreszeit dafür unbedingt nutzen.

Fruchtmumien, die an deinen Beerensträuchern oder Obstbäumen hängen, entfernst du spätestens jetzt im Herbst sorgfältig. Die Monilia-Fruchtfäule – ein Pilz – hat diese Früchte befallen und ist der Grund dafür, dass sie verschrumpelt und ausgetrocknet sind.

Wenn sie hängen bleiben dürfen, verschaffst du dem Pilz eine prima Überwinterungsmöglichkeit! Im nächsten Jahr kann er dann nämlich gleich ungebremst loslegen und sich auf deine neuen Früchte stürzen. Deshalb entsorgst du Fruchtmumien auch in der Biotonne und nicht auf dem Kompost.

Gartenarbeit im Herbst
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#9 Ein Haufen toller Sachen! Kompost bearbeiten

Kompost ist das Gold des Gärtners! Diese fruchtbare Erde lässt deine grünen Lieblinge wachsen und gedeihen und bietet auch für Bodentierchen und Mikroorganismen eine perfekte Lebensgrundlage. Im Herbst steht die Gartenarbeit an, dem Kompost ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken und ihn anzulegen oder zu pflegen.

So sorgst du dafür, dass alles, was im Lauf des Jahres an Grünzeug so angefallen ist, bald wieder zu fruchtbarer Erde wird. Wenn dein Kompost keinen Deckel hat, deckst du ihn ab, damit er nicht zu viel Regen abkriegt und fault.

Wenn im Herbst alle Gartenarbeit getan ist, kannst du dem Winter gelassen ins Auge blicken: Dein Garten ist jetzt optimal vorbereitet und bestens für den Neustart im Frühjahr gerüstet.

Also ab ins warme Wohnzimmer mit dir, um bei einer Tasse heißen Tee über den Pflanzplänen fürs nächste Jahr zu brüten! :) Mein Gemüsegarten-Beispielplan ist dir dabei bestimmt eine super Hilfe!

Wenn du nach weiteren Anregungen für deine Gemüsebeete suchst, schau gerne auch hier vorbei:

Die Milpa und ihre Geheimnisse: Mischkultur von Mais, Kürbis und Bohnen!

So erntest du rund ums Jahr eigenes Gemüse!

Einmal pflanzen, für immer ernten: DAS Survival-Gemüse!

Welche Gartenarbeit liegt dir im Herbst besonders am Herzen? Ich freue mich auf deine Kommentare!

Rosenkohl pflanzen: Rosenkohl Röschen an der Pflanze

Rosenkohl pflanzen: Der komplette Guide vom Anbau bis zur Ernte!

In deinen Gemüsebeeten dürfen Rosenkohl Pflanzen nicht fehlen? Das sehe ich ganz genau so! Schließlich sind die grünen Röschen eines der zartesten und himmlischsten Kohlgemüse schlechthin – also nichts wie los, ich zeige dir, wie es geht!

Inhaltsverzeichnis
Rosenkohl pflanzen: Das richtige Timing
Neben wem soll ich Rosenkohl pflanzen?
Der perfekte Standort für deine Rosenkohl Pflanzen
Macht sich gerne breit: So viel Platz braucht Rosenkohl
Krankheiten und Schädlinge von Rosenkohl
Rosenkohl Pflanzen richtig pflegen
1. Mulch macht müde Pflanzen munter
2. Rosenkohl Pflanzen optimal düngen
3. Rosenkohl ernten: Wenn die Zeit reif ist

Rosenkohl pflanzen: Das richtige Timing

Gerade in der kalten Jahreszeit können wir das ein oder andere kulinarische Highlight aus dem eigenen Garten gut gebrauchen, oder?

Bei Rosenkohl sollte das aber von langer Hand geplant sein. Wer im Winter die grüne Köstlichkeit schlemmen will, muss im Frühjahr schon seinen Rosenkohl pflanzen. Unser liebstes Wintergemüse ist nämlich ein Spätzünder und lässt sich viiiiiel Zeit, um zu wachsen: Die Pflanze steht fast ein halbes Jahr in deinen Beeten, bis es mit der Ernte losgehen kann!

Wenn du aber jetzt vorausplanst und ein paar Dinge beachtest, steht einer reichen Rosenkohl Ernte in ein paar Monaten nichts mehr im Weg! Je nach Sorte kannst du den zarten Kohl von Oktober bis in den Februar hinein ernten. Na, wenn das keine Motivation ist, loszulegen?!

Die Basics zum Gemüseanbau habe ich ganz übersichtlich für dich zusammengefasst. Schau gerne mal rein! :) 

Mit der Anzucht von Rosenkohl im Haus solltest du schon im April oder Mai beginnen. Bei der Aussaat drückst du die Samen einen Zentimeter tief in die Erde. Danach solltest du die Töpfchen immer leicht feucht halten, damit die Rosenkohl Pflanzen zum Leben erwachen.

Zum Keimen solltest du deinen Rosenkohl Pflanzen einen Ort gönnen, an dem es um die 20 Grad warm ist. Haben sich die Keimblätter einmal aus der Erde geschoben, dürfen deine Zöglinge aber an einen kühleren, hellen Ort umziehen.

Nach ungefähr 5-6 Wochen, wenn die Pflänzchen aus den Kinderschuhen heraus sind, kannst du sie in die Beete entlassen. Vergiss nicht, sie vor dem Auspflanzen abzuhärten.

Toi toi toi, ihr Kleinen!

Rosenkohl pflanzen: Rosenkohl Jungpflanze

Neben wem soll ich Rosenkohl pflanzen?

Schon gewusst? Verschiedene Gemüse können sich in ihrem Wachstum gegenseitig beeinflussen. Manche Pflanzen harmonieren dabei ganz wunderbar, andere streiten sich um Wasser, Platz und Sonnenlicht. Wer schlau plant, erntet viel: Wenn du deine Pflanzen so kombinierst, dass sie sich in ihrem Platz- und Nährstoffbedarf optimal ergänzen, kannst du aus deinen Beeten richtig viel herausholen.

Auch Rosenkohl Pflanzen fühlen sich in ihrer Wahlfamilie am wohlsten. Die hochwachsende Pflanze verträgt sich prima mit den Gemüsearten, die eher niedrig bleiben – wie zum Beispiel Knollensellerie.

Außer mit Sellerie teilt sich das Festtagsgemüse sein Beet auch gern mit Spinat, Mangold oder Roter Bete. Auch mit Karotten verträgt sich Rosenkohl prima.

Du bist noch am Knobeln, wie du dein Gemüse verkuppeln willst? Dann lade dir doch fix meine Mischkulturtabelle herunter – da siehst du auf einen Blick, in welche Kategorie deine geplanten Beetpartnerschaften fallen: hot or not? ;)

Der perfekte Standort für Rosenkohl Pflanzen

Neben dem Traumpartner spielt aber natürlich auch das passende Zuhause für das Wohlbefinden deiner Rosenkohl Pflanzen eine entscheidende Rolle. Sie mögen einen lockeren, nährstoffreichen Boden. Gerade Kompostbeete eignen sich perfekt, um die robusten Kohlgewächse für deine Winterernte anzubauen.

Um deine Zöglinge vor eisigem Wind und ungemütlichem Wetter zu bewahren, wählst du am besten einen geschützten Standort, an dem die Rosenkohl Pflanzen auch im dunklen Winter noch genügend Sonne abbekommen.

Kleiner Tipp: Wenn deine Beete mit ihrer langen Seite nach Süden zeigen, können deine Pflanzen die wertvollen Winter-Sonnenstrahlen maximal ausnutzen! ;)

Macht sich gerne breit: So viel Platz braucht Rosenkohl

Für deine Rosenkohl Pflanzen brauchst du eines auf jeden Fall: Ausreichend Platz in deinen Beeten! Denn wenn du bedenkst, dass zwischen deinen Pflanzen je 60 cm Abstand herrschen sollte, kannst du dir schnell ausrechnen, dass du für ein paar Pflanzen gleich ein ganzes Gemüsebeet reservieren musst.

Bei Rosenkohl ist es besonders wichtig, die Anbaupausen einzuhalten. Das gilt übrigens für alle Kohlgewächse, also auch für Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl, Rotkohl und all die anderen Mitglieder der Kreuzblütler-Familie.

Nachdem eines dieser Gemüse im Beet war, solltest du dort in den nächsten fünf Jahren kein weiteres Kohlgewächs, also auch keinen Rosenkohl pflanzen. Diese Pflanzenfamilie ist nämlich besonders anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Mit einer ausgeklügelten Fruchtfolge kannst du Ernteausfällen vorbeugen.

Rosenkohl pflanzen: Kohlweißling

Krankheiten und Schädlinge von Rosenkohl

Die Kreuzblütler sind eine geplagte Familie! Außer uns Menschen haben sie nämlich auch etliche Krabbeltiere zum Fressen gern. Die Kohlweißling-Raupen zum Beispiel futtern für ihr Leben gern Kohl. Und auch Erdflöhe laben sich an den Blättern von Rosenkohl – vor allem wenn die noch jung und zart sind.

Der langsame Rosenkohl schafft es einfach nicht, den Schädlingen davonzuwachsen – und lässt sich deshalb schnell von seinen Fraßfeinden überwältigen.

Deshalb tust du ihm (und dir!) einen riesigen Gefallen, wenn du deine Rosenkohl Pflanzen von Anfang an unter einem Kulturschutznetz anbaust. Dort kommen hungrige Tierchen gar nicht erst an die einladenden Blätter heran und müssen sich ihr Abendessen anderswo suchen.

Die Maschenweite von deinem Kulturschutznetz darf aber nicht größer sein als 0.8 x 0.8 mm, um auch die winzigen Erdflöhe erfolgreich auszusperren.

Achte darauf, dass das Netz ringsum gut abschließt – die gewieften Tierchen finden nämlich jede noch so kleine Lücke, wenn ihr Appetit groß genug ist!

An Krankheiten sorgt besonders die Kohlhernie für Angst und Schrecken im Gemüsebeet. Hat sie sich erst einmal bei dir im Garten breit gemacht, hilft wirklich nur ein mehrjähriger Anbaustopp aller Kohlgewächse, um sie wieder loszuwerden. Die Erreger überleben nämlich leider lange im Boden.

Die gute Nachricht? Mit einer vorausschauenden Fruchtfolge, in der du auf jedem Beet nur alle sechs Jahre Kohlgewächse anbaust, hältst du das Risiko wirklich gering. Deshalb – auch wenn Regeln nervig sind: Anbaupausen beim Rosenkohl pflanzen unbedingt beachten und konsequent einhalten! ;)

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Rosenkohl Pflanzen richtig pflegen

Rosenkohl hat eine lange Kulturdauer, bis du ihn endlich ernten kannst. Deshalb solltest du dich gut um den Gast in deinem Beet kümmern. Es wäre doch super ärgerlich, wenn dir deine Rosenkohl Pflanzen nach ein paar Monaten sterben – und damit auch die Hoffnung auf selbst geernteten Rosenkohl zum Weihnachtsfest! 

Mit ein paar einfachen Tricks und Kniffen sorgst du dafür, dass es deinen Rosenkohl Pflanzen rundum gut geht und sie dich mit einer reichen Ernte belohnen.

1. Mulch macht müde Pflanzen munter

Mulch ist genial – mit einer dicken Mulchschicht schlägst du gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe!

Mulch hilft dir nämlich dabei, den Wasserhaushalt in deinen Beeten zu regulieren: Er federt Regentropfen ab, die auf das Beet prasseln. Das Wasser sickert langsam in die Mulchschicht ein, ohne die Erde auszuwaschen und die Rosenkohl Pflanzen können sich nach Lust und Laune daran bedienen.

Kommt die Sonne nach dem Schauer wieder heraus, bleibt das Wasser im Boden. Die Mulchschicht verhindert, dass das Regenwasser schnell verdunstet.

Die isolierende Schicht reguliert auch die Bodentemperatur: Im Winter schützt sie die Wurzeln deiner Rosenkohl Pflanzen vor Bodenfrost – ein dicker Pluspunkt!

Rosenkohl pflanzen: Rosenkohl Pflanze mit Schnee

Auch Beikräuter haben kaum eine Chance, durch eine dicke Mulchschicht zu kommen. Das Jäten kannst du dir also größtenteils sparen! Wie wäre es stattdessen mit Eistee, Buch und Hängematte? ;)

Je nachdem, womit du mulchst, versorgst du deinen Boden – und damit deine Rosenkohl Pflanzen – auch mit zusätzlichen Nährstoffen. Denn die Bodentierchen bauen das Mulchmaterial langsam ab und wandeln es in Humus um.

2. Rosenkohl Pflanzen optimal düngen

Es ist wichtig darauf zu achten, dass deine Schützlinge mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt sind und kein Ungleichgewicht entsteht. Womit wir schon beim nächsten Thema wären: Düngen!

Rosenkohl gehört appetittechnisch zu den Starkzehrern, hat also mächtig Kohldampf (hihi) und braucht ordentlich viel Futter. Am besten bedenkst du das schon beim Ausknobeln deiner Fruchtfolge, indem du stickstofffixierende Pflanzen als Vorkultur einplanst. Bei Rosenkohl könnte das zum Beispiel eine überwinternde Gründüngung wie Winterwicke sein.

Einen richtigen Kickstart bekommen deine hungrigen Freunde, wenn du ihnen beim Auspflanzen eine kleine Handvoll Hornspäne mit ins Pflanzloch gibst. Hornspäne geben nach und nach Nährstoffe ab und versorgen deinen Rosenkohl so über einen langen Zeitraum mit Futter.

Behalte deine Pflanzen gut im Auge! Verfärbungen – besonders gelbe Blätter – sind ein Hinweis auf einen Nährstoffmangel. Entdeckst du welche, dann kriegst du deine Rosenkohl Pflanzen mit Brennesseljauche schnell wieder auf die Beine.

Aber aufgepasst: Besonders ab dem Spätsommer solltest du lieber sparsam beim Düngen sein. Überdüngte Pflanzen können der Kälte im Winter nämlich nicht mehr so leicht trotzen und gehen bei Minusgraden schneller ein. Und gerade der Rosenkohl sollte auch noch im Tiefschnee wie eine Eins aus dem Beet hervorschauen! ;)

Kleiner Tipp: Wenn du mehrere Starkzehrer zusammen in ein Beet pflanzt, wirst du beim Düngen allen gleichermaßen gerecht. Einen Überblick über die besten Kombis gibt’s in meiner Mischkulturtabelle. Lad sie dir doch fix herunter!

Rosenkohl pflanzen: Winterernte

3. Rosenkohl ernten: Wenn die Zeit reif ist

Das Beste kommt zum Schluss! Deine Rosenkohl Pflanzen belohnen dich im Winter endlich für all deine Ausdauer, Pflege und Geduld.

Rosenkohl kannst du über einen langen Zeitraum hinweg beernten. Du wirst sehen, dass die Pflanze im Herbst anfängt, entlang des Stiels kleine Röschen zu bilden. Sobald die groß genug sind, kannst du sie ernten. Dafür schneidest du sie einfach mit einem scharfen Messer direkt von der Rosenkohl Pflanze ab.

Fun Fact: Die kalten Nächte machen den Kohl vielleicht nicht fett – aber dafür umso süßer! In der kalten Zeit werden viele Wintergemüse tatsächlich aromatischer.

Das liegt daran, dass die Pflanzen weiterhin Photosynthese betreiben und Zucker einlagern –natürlich viel weniger als im Sommer. Der Zucker wandelt sich aber im Winter nicht mehr zu Stärke um, sondern bleibt als Zucker bestehen – und macht das Gemüse süßer. Vielleicht hast du das auch schon mal bei Wintermöhren beobachtet?

Also: Auf geht’s ans Rosenkohl pflanzen! Oder wie wäre es mit anderem Wintergemüse?

Du wirst erstaunt sein, was da alles möglich ist! In meinem Gemüsegarten-starten-Onlinekurs erkläre ich dir Schritt für Schritt, wie du rund ums Jahr deinen Erntekorb füllst. Ich würde mich freuen, wenn du dieses Jahr dabei bist!

Falls du jetzt bereits von einer dicken Winterernte träumst, dann lies doch gleich hier weiter:

Ernte mich im Winter – frisches Gartengemüse rund ums Jahr!

So erntest du den ganzen Winter über frischen Salat!

30 Gemüse, die du im Winter ernten kannst (und jetzt säen musst!)

Steht bei dir das Rosenkohl Pflanzen demnächst an? Schreib mir gern, ob dieser Artikel hilfreich war und welche Fragen du rund um den Rosenkohl noch hast!

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Sauerkraut selber machen: Einfaches Rezept + Checkliste

Sauerkraut selber zu machen, ist längst nicht so kompliziert, wie viele denken. Es macht sogar richtig Spaß – und selbst gemachtes Sauerkraut schmeckt vieeel besser und ist sogar gesünder als das, was du im Supermarkt kaufen kannst.

Inhaltsverzeichnis
Sauerkraut: Selbstgemachtes Superfood
Zubehör & Zutaten
In 9 Schritten vom Kohlkopf zum fertigen Sauerkraut
Selbstgemachtes Sauerkraut richtig lagern

Sauerkraut: Selbstgemachtes Superfood

Sauerkraut ist richtig gesund! Die Zutaten – ballaststoffreicher Weißkohl und etwas Salz – sind schonmal eine gute Basis, aber zum Superfood wird das Kraut erst im Topf: Da fermentiert es nämlich und reichert dabei Vitamin C und jede Menge gesunder Milchsäurebakterien an. Besser geht’s kaum!

Es gibt allerdings einen Clou: Sowohl Vitamin C als auch die lebendigen Milchsäurebakterien werden bei großer Hitze zerstört – seine volle Gesundheitswirkung hat Sauerkraut deshalb nur dann, wenn du es roh isst.

Das ist auch der Grund, warum selbstgemachtes Sauerkraut so viel gesünder ist als das meiste, das du kaufen kannst: Sauerkraut aus dem Supermarkt ist in den allermeisten Fällen einmal hoch erhitzt worden und hat dadurch Vitamine und probiotische Bakterien eingebüßt.

Das selbstgemachte Sauerkraut kannst du immer frisch und roh verwerten. Warm machen darfst du es natürlich trotzdem, nur kochen sollte es nicht.

Und weil es wirklich nicht schwer ist, Sauerkraut selber zu machen, kommt hier ein einfaches Rezept für alle, die es mal ausprobieren wollen. Die Anleitung kommt direkt aus dem Onlinekurs „Vorratskammer starten“ – wenn du Lust auf mehr Rezepte zum Fermentieren und Einkochen hast, dann schau da unbedingt mal vorbei!

Pssssst Wenn du noch nie fermentiert hast, dann lade dir jetzt unbedingt meine Checkliste zum Fermentieren herunter. Einfach deine Emailadresse eintragen und die Checkliste flattert in dein Postfach!

Sauerkraut selber machen – so geht’s!

Hier kommen die Zutaten und das Zubehör, das du brauchst, wenn du Sauerkraut selber machen willst:

  • Weiß- oder Rotkohl. Zum Fermentieren am Besten Bio-Gemüse verwenden.
  • unjodertes Speisesalz
  • einen Gärtopf, Schraubgläser oder Einkochgläser
  • passende Deckel für den Gärtopf oder die Gläser
  • eine Reibe oder einen Krauthobel
  • eine große Schüssel
  • einen Krautstampfer oder einen stabilen Holzlöffel
  • und die Gewichte, mit denen du das Sauerkraut beschweren wirst. Sie sollten in dein Glas oder deinen Steintopf passen, zum Beispiel eine kleine Tasse oder Schale. Wenn du eins hast, ist ein Fermentiergewicht aus Glas ideal.

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Mehr Informationen

Schritt 1: Zubehör abkochen

Sauberkeit ist beim Fermentieren super wichtig. Deswegen solltest du als allererstes alle Gegenstände, die mit dem Sauerkraut in Berührung kommen, spülen und mit kochend heißem Wasser sterilisieren.

Das gesamte Zubehör sollte mindestens fünf Minuten in heißem Wasser stehen. Ich fülle die Gefäße bis zum Rand mit heißem Wasser und begieße das restliche Zubehör in einen großen Topf mit heißem Wasser.

Das Sterilisieren macht etwas Arbeit, bewahrt dich aber vor frustrierenden Rückschlägen und schimmeligem Sauerkraut.

Wichtig: Das Zubehör muss abkühlen, bevor du damit fermentierst. Schließlich willst du die Mikroorganismen, die beim Fermentieren so wichtig sind, ja nicht brutzeln. ;)

Schritt 2: Weißkohl verlesen

Die Kohlköpfe waschen und auf Faulstellen oder Verletzungen untersuchen. Zum Fermentieren solltest du nur einwandfreies Bio-Gemüse verwenden.

Ganz wichtig: Leg dir jetzt am besten ein bis drei große Weißkohl-Blätter beiseite. Die brauchst du später, um den Kohl im Glas oder Gärtopf abzudecken.

Kraut hobeln für Sauerkraut

Schritt 3: Kraut reiben

Jetzt reibst du den Weißkohl – dafür ist ein Krauthobel super geeignet. Anschließend füllst du den geriebenen Kohl in eine große Schüssel, wiegst ihn und gibst einen bis zwei Esslöffel Salz pro Kilo Weißkohl dazu. Das Salz gut unter den Kohl mischen.

Achtung: Es ist wichtig, dass du wirklich nur jodfreies Salz zum Fermentieren verwendest. Jod wirkt nämlich antibakteriell und bremst dadurch die Milchsäurebakterien beim Fermentieren aus.

Wenn du Gewürze verwenden möchtest, kannst du sie jetzt einfach unter das Sauerkraut mischen – am leckersten finde ich Zwiebeln, Pfeffer, Lorbeer und Nelken.

Schritt 4: Sauerkraut einstampfen

Und jetzt stampfst du dein Kraut, was das Zeug hält! Am einfachsten geht das mit einem großen Holzstampfer, du kannst das Gemüse aber auch mit sauberen Händen durchkneten oder mit einem Kochlöffel stampfen.

Du hast genug gestampft und geknetet, wenn so viel Saft ausgetreten ist, dass dein Kraut komplett im eigenen Saft steht.

Pssst, kleiner Tipp für alle, denen das zu anstrengend ist: Stattdessen kannst du auch eine 2%ige Salzlake ansetzen und dem Kohl beigeben. Das funktioniert auch und erfordert weniger Muskelarbeit. ;)

Selbstgemachtes Sauerkraut in den Gärtopf füllen

Schritt 5: Selbstgemachtes Sauerkraut einfüllen

Jetzt füllst du das Gemüse in die sterilen Gefäße. Dabei gibst du immer schichtweise eine zehn Zentimeter dicke Schicht Kohl in dein Gefäß und stampfst ihn nochmal fest ein, um alle Lufteinschlüsse zu entfernen.

Gläser kannst du zu zwei Dritteln befüllen, bei Gärtöpfen lässt du ca. 5 cm Platz bis zum Rand. Wenn du deine Gefäße höher befüllst, können die Säfte beim Fermentieren überlaufen und eine ganz schöne Schweinerei verursachen…

Kraut einstampfen

Schritt 6: Gewichte auflegen

Damit dein Kraut fermeniert und nicht schimmelt, gibt es eine wichtige Regel zu beachten: Das Sauerkraut muss immer, immer, immer von Flüssigkeit bedeckt sein. Sobald etwas vom Kraut an die Luft gelangt, fängt es garantiert an zu schimmeln.

Damit dein Sauerkraut komplett unter der Salzlake bleibt, musst du es also beschweren. Dafür deckst du es zunächst einmal ab – dafür hast du dir praktischerweise die äußeren Blättern von einem Kohlkopf aufgehoben. Die Blätter verhindern, dass einzelne Weißkohl-Schnipsel an die Oberfläche treiben.

Anschließend beschwerst du das Ganze. Im Gärtopf gibt es dafür die zugehörigen Gewichte – und im Glas nimmst du einfach einen Eierbecher, einer kleinen Tasse oder ein Fermentiergewicht. Du kannst sogar einen passenden Stein aus dem Garten nehmen, wenn du ihn vorher gut wäschst und abkochst.

Gärgewichte im Topf platzieren

Wenn dein Sauerkraut (und auch die Kohlblätter) nicht vollständig von Flüssigkeit bedeckt sind, musst du jetzt noch eine 2%ige Salzlake ansetzen und etwas davon auf dein Sauerkraut geben.

Schritt 7: Deckel drauf – fertig ist das selbstgemachte Sauerkraut!

Du bist fast fertig! Jetzt noch den Gärtopf oder die Gläser locker verschließen. Beim Fermentieren entstehen Gase, die entweichen können müssen. Deshalb legst du den Deckel nur locker auf deinen Topf oder dein Glas auf. Bei Schraubgläsern drehst du den Deckel nur ganz locker zu.

Wenn du im Gärtopf fermentierst, musst du jetzt außerdem die Wasserrinne auffüllen. Sie ist eine richtig clevere Lösung, dieverhindert, dass Keime aon außen in den Topf eindringen.

Weil beim Fermentieren Säfte aufsteigen und überlaufen können, solltest du deine Gefäße (egal ob Glas oder Gärtopf) anschließend auf einer wasserfesten Unterlage lagern.

Sauerkrauttopf verschließen

Schritt 8: Die warme Phase bei selbstgemachtem Sauerkraut

Damit die Fermentierung richtig in Fahrt kommt, lagerst du das Sauerkraut in den ersten sieben bis zehn Tage bei Zimmertemperatur. Dein Sauerkraut wird vermutlich anfangen, zu schäumen und zu zischen – keine Panik, das ist ganz normal.

Schritt 9: Die kalte Phase bei selbstgemachtem Sauerkraut

Jetzt kannst du dein Sauerkraut schonmal probieren! Wahrscheinlich braucht es aber noch ein paar Wochen, um seinen typischen Geschmack auszubilden. Es fermentiert nämlich weiter fröhlich vor sich hin und wird dabei immer saurer. Damit das nicht zu schnell geht, stellst du das Sauerkraut ab sofort kühl. Bei niedrigen Temperaturen sind die Milchsäurebakterien nämlich träge und das Kraut fermeniert nur noch langsam weiter.

Ein guter Platz dafür findet sich im Keller, in einem kühlen Treppenhaus oder einer frostfreien, aber kühlen Garage. Im Kühlschrank funktioniert es natürlich auch. Bei Schraubgläsern drehst du den Deckel, den du vorher ja nur locker aufgelegt hattest, jetzt fester zu.

Selbstgemachtes Sauerkraut richtig lagern

Damit dein selbstgemachtes Sauerkraut lange frisch und lecker bleibt und sich kein Schimmel einschleicht, solltest du während der Lagerung ein paar Dinge beachten

Denk dran:

  • Das Sauerkraut bleibt während der Lagerung weiter auf einer Unterlage stehen. Es kann nämlich immer noch Saft überlaufen.
  • Es ist wichtig, dass du regelmäßig überprüfst, ob dein Gemüse noch vollständig von Lake bedeckt ist. Fülle die Wasserrinnen deiner Gärtöpfe auf, sobald Wasser verdunstet ist.
  • Die Gewichte bleiben während der gesamten Lagerung auf dem Sauerkraut liegen, sodass es immer unter die Salzlake gedrückt wird. Wenn du Gemüse aus einem größeren Gefäß entnimmst, verwende dafür einen sauberen Löffel und bedecke das Gemüse anschließend wieder komplett mit Lake.
Marie mit riesigem Weißkohl, aus dem sie Sauerkraut macht

Tadaaaa – du hast es geschafft: Aus deinem Kohl ist Sauerkraut geworden! Das waren ganz schön viele Informationen, was? Hier ist nochmal ein kleiner Überblick über die einzelnen Schritte:

Sauerkraut selber machen – die Kurzfassung

  1. Zubehör sterilisieren
  2. Weißkohl putzen und waschen
  3. Weißkohl reiben
  4. Den geriebenen Kohl salzen, würzen und stampfen bis Flüssigkeit austritt
  5. In die Gefäße einfüllen und fest einstampfen
  6. Mit Kohlblättern und Gewicht abdecken, sodass das gesamte Sauerkraut von Flüssigkeit bedeckt ist
  7. Im Zweifel Salzlake nachfüllen
  8. Sieben bis zehn Tage warm lagern
  9. Anschließend bis zum Verzehr kühl lagern
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Wenn dich jetzt das Fermentier-Fieber gepackt hat, dann findest du hier weitere Inspirationen für prickelnde, saure, selbstgemachte Köstlichkeiten aus Gemüse:

Kimchi selber machen – das ultimative Rezept für Einsteiger!

Tomaten fermentieren: Spritziger Sommer-Snack!

Gurken einlegen: süß-saure Sommerträume im Glas

Hast du noch mehr Tipps rund um das Thema Sauerkraut selber machen? Oder sind dir vielleicht Fragen aufgekommen? Dann lass uns doch ein wenig in den Kommentaren schnacken. :)

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Der komplette Grünkohl-Guide: Pflanzen, Anbauen & Ernten

Grünkohl ist als wunderbares Wintergemüse um einiges robuster als viele anderen Kohlarten. Das unkomplizierte Blattgemüse eignet sich prima für Gärtner mit wenig Erfahrung im Gemüsegarten. Wenn du deinen eigenen Grünkohl pflanzen möchtest, dann bist du hier genau richtig!

Inhaltsverzeichnis
Die besten Grünkohl Sorten
Gute Mischkulturpartner für Grünkohl
Der ideale Standort für Grünkohl
Das Timing: Wann säe ich Grünkohl?
Grünkohl anbauen: Die Pflege

Als „Kale“ ist Grünkohl gerade in aller Munde und in der Küche ein richtiger Superstar! Im Beet ist dieser Kandidat frosthart und kann auch im Winter problemlos geerntet werden. Ich liebe es, in der kalte Jahreszeit zarte Grünkohlblätter mit in den Salat zu geben. Sie schmecken unerwartet süß und würzig!

Damit du gleich loslegen und deinen eigenen Grünkohl pflanzen kannst, kommt hier ein Rundumschlag zum Grünkohl-Anbau:

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Die besten Grünkohl Sorten

„Westländer Winter“, „Ostfriesische Palme“

Wie viel Grünkohl pflanzen?

Zwei bis vier Pflanzen pro Person

Gute Mischkulturpartner für Grünkohl

Möhren, Erbsen, Rhabarber, Tomate, Sellerie, Spinat, Kresse, Gurken, Aubergine, Mangold, Rote Beete, Pfefferminze

Deine anderen Gemüse sind auch auf der Suche nach Beetpartnern? Dann auf zur Singlebörse:

28 Gemüsearten und ihre wirksamsten Mischkulturpartner

Der ideale Standort für Grünkohl

Wie für alle Starkzehrer ist eine gute Nährstoffversorgung sehr wichtig. Grünkohl gedeiht daher auf humosen und sandigen Lehmböden gut. Vermeiden solltest du staunasse Böden, da sie die Kohlhernie begünstigen.

Wusstest du, dass du vielen fiesen Kohlkrankheiten und Schädlingen vorbeugen kannst, indem du in jedem Beet nur alle 6 Jahre Kohlpflanzen anbaust? Wie das in der Beetplanung aussieht, siehst du in meinem fertigen Gartenplan, den du dir hier herunterladen kannst. Einfach deine Emailadresse eintragen und schon flattert der Plan in deinen Posteingang.

Das Timing: Wann säe ich Grünkohl?

Grünkohl ziehst Du – je nach Sorte – zwischen Ende April und Anfang Juli im Haus vor und setzt die jungen Pflänzchen bis spätestens Mitte August ins Beet. Ich baue nur einen Satz Grünkohl an, den ich Anfang Juli pflanze – so kann ich bis in den Winter hinein ernten. Wenn du deine Jungpflanzen selbst vorziehen möchtest, solltest du sie circa vier Wochen vor dem Pflanztermin im Haus aussäen.

Der Pflanzabstand sollte ca. 50 x 70 cm betragen.

Grünkohl-Beete vorbereiten

Grünkohl pflanzen, anbauen und ernten

Dieser Blattkohl hat ein sehr stark ausgeprägtes Wurzelwerk und kann bis zu einem Meter tief wurzeln. Eine Lockerung des Boden mit einer Grabegabel oder der Grelinette ist demensprechend förderlich. Ich gebe außerdem gerne Hornspäne oder Schafwollpellets als Langzeitdünger mit in das Pflanzloch.

Grünkohl anbauen: Die Pflege

Sobald die Grünkohlpflanzen 10 cm hoch sind, kannst du sie zum ersten Mal mulchen. Später mulche ich dann noch einmal, sodass die Mulchdecke insgesamt 15 bis 20 cm dick ist.

Nach vier bis sieben Wochen kannst du den Grünkohl düngen, zum Beispiel mit Brennnesseljauche. Wenn du deine Pflanzen dick mulchst, kannst du stattdessen auch etwas Hühnermist auf dem Mulch verteilen. Der Regen verdünnt die Nährstoffe und spült sie an die Wurzeln.

Aufgrund der vielen Schädlinge ist es sehr wichtig, dass du Grünkohl mit einem Kulturschutznetz abdeckst.

Wann ernte ich Grünkohl?

Ab Anfang Oktober kann geerntet werden. Da Grünkohl sehr winterhart ist, kann man das Erntefenster aber bis in den Februar strecken. Bei Temperaturen unter -8° C kann Grünkohl erfrieren.

Bei der Ernte pflückt oder schneidet man nur einzelne Blätter ab. Durch die portionsartige Ernte erhöht sich die Gesamterntemenge, da man die Pflanze immer wieder anregt, Blätter nachzubilden. Alternativ kannst du auch die ganze Pflanze auf einmal ernten, dann hast du aber eine geringere Erntemenge.

Grünkohl pflanzen, anbauen und ernten

Schädlinge und Krankheiten von Grünkohl

Grünkohl machen im Prinzip dieselben Krankheiten und Schädlinge zu schaffen wie Kopfkohl, allerdings ist Grünkohl um einiges robuster. Ein riesiger Vorteil: In der kalten Jahreszeit sind viel weniger gefräßige Insekten unterwegs.

Gerade bei jungen, frisch ausgepflanzten Grünkohlpflanzen lohnt sich ein schützendes Kulturschutznet. Denk auch dran, die Anbaupause einzuhalten. Damit hast du schon ganz viel gewonnen!

Magst du noch ein bisschen weiter stöbern? Dann schau doch mal bei diesen Artikeln vorbei:

Richtig pikieren: Wann, wie, welche Pflanzen?

28 Gemüsearten und ihre wirksamsten Mischkulturpartner!

Gemüse anbauen: Schritt für Schritt für Anfänger!

Hast du schon mal Grünkohl gepflanzt? Wenn du weitere Tipps zum Grünkohl-Anbau hast, teile sie gerne in den Kommentaren! (:

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Frische geerntete Birnen zum Einkochen.

Birnen einkochen: 3 Rezepte zum Dahinschmelzen!

Birnen einkochen ist eine tolle Idee, um das leckere Obst aus dem Garten rund ums Jahr genießen zu können. Kaum ein anderes Obst bringt diese verführerische Süße mit, die sofort auf der Zunge zergeht. Besonders im Winter schmecken sie sooo gut – zu Schokopudding, im Kuchen oder als Kompott. Was die wenigsten wissen: Wie vielseitig eingekochte Birnen sind, wenn du die richtigen Rezepte hast. Und genau die bekommst du heute!

Inhaltsverzeichnis
Birnensorten, die sich gut einkochen lassen
Das richtige Zubehör um Birnen einzukochen
1. Rezept: Birnenkompott nach Omas Art
2. Rezept: Orientalisches Birnen-Chutney
3. Rezept: Birnenmus ohne Zucker
Geistreich: Birnen in Alkohol

Wann sind Birnen reif und lecker? In den zwei Minuten, in denen sie weder steinhart noch matschig sind! Birnenliebhaber wissen, wie viel Warheit da drin steckt: Viele Sorten schmecken zwar super köstlich, aber leider nicht gut lagerfähig.

Einige Birnenarten kannst du sogar nur wenige Tage lang aufheben, bevor sie sie weich und faulig werden. Deswegen zeige ich dir heute, wie du deine Ernte in köstliche Vorräte verwandelst, die dich aus dem Regal heraus so lecker anlachen, dass du sie sicher bald weggeschlemmt hast!

Welche Sorten gibt es und welche eignen sich gut zum Birnen Einkochen?

Es gibt mittlerweile einige tausend Birnensorten – da kann man schnell mal den Überblick verlieren! Grundsätzlich kannst du aber alle Birnensorten einkochen.

  • Alte Birnensorten:

Das sind alle Sorten, die es schon vor 1950 gab. Leckere Vertreter davon sind „Gellerts Butterbirne”, „Gute Luise”, „Nordhäuser Forellenbirne” und „Williams Christbirne”. 

  • Neue Birnensorten: 

Der Begriff „neu“ ist etwas großzügig gefasst. Er meint alle Sorten, die erst nach 1950 aus den Kreuzungen alter Sorten entstanden sind. Dazu gehören „Hortensia”, „Concorde” und „Nojabrskaja”.

  • Resistente Birnensorten

Diese Birnen sind tough und lassen sich von Krankheiten, Schädlingen und späten Frosteinbrüchen nicht so leicht unterkriegen! Zu den robusten Typen zählen „Alexander Lucas”, „Condo” und die „Bayerische Weinbirne”.

  • Kochbirnen

Diese Kandidaten sind die „Urform“ der Birnen – sie schmecken frisch vom Baum nicht sehr gut, weil sie weder besonders süß noch besonders saftig sind. Kochbirnen entwickeln ihre Qualitäten erst beim – Überraschung! – Kochen und Einkochen. ;)

Da behalten sie nämlich ihre feste Konsistenz bei, statt wie ihre edleren Cousins breiig zu werden und zu zerfallen. Mit ihrem Geschmack verfeinern sie Gerichte wie Steckrübeneintopf oder Bohnen und Speck. Kochbirnen kannst du auch prima im Ganzen zu Hutzelbirnen trocknen.

Beispiele für Kochbirnensorten sind „Rote Kochbirne”, „Lange Grüne Winterbirne” und „Großer Katzenkopf”. 

Du suchst noch nach Inspirationen zum Einkochen und Fermentieren?

Meine absoluten Einkoch-Geheimtipps sind Zimtpflaumen und orientalisches Birnenchutney – in beides könnte ich mich reinsetzen. ;) Na, bist du neugierig geworden? Dann hol dir das Rezepte-eBook mit meinen sieben liebsten Rezepten zum Einkochen und Fermentieren! Du kannst dich einfach mit deiner eMail-Adresse hier eintragen und schon flattert das Rezepte-eBook in dein Postfach:  

Was brauche ich alles für das Birnen Einmachen?

Für das Einkochen von Birnen brauchst du kein besonderes Equipment. Das meiste hast du bestimmt schon zu Hause! Du brauchst:

  • 1 großer Topf
  • 1 kleiner Topf
  • Schraubgläser oder Weckgläser* 
  • Waage
  • Gemüsemesser
  • Brettchen
  • Stabmixer
  • sauberes Geschirrtuch
  • Thermometer
  • Küchenuhr

Deckel und Gummiringe* der Weckgläser sterilisierst du, indem du sie für fünf Minuten in Essigwasser kochst. Jetzt lässt du alles auf einem sauberen Geschirrtuch abtropfen, bis du mit dem Abfüllen beginnst. 

Ältere Einkochgläser befüllst du dann so, dass immer noch zwei bis drei Zentimeter Abstand zum Glasrand bleiben. Das ist wichtig, weil sich der Inhalt beim Einkochen ausdehnt und mächtig hochsteigt. Wenn du keinen Platz für diesen Expansionsdrang eingeplant hast, drückt sich das Einkochgut frech zwischen Deckel und Rand nach draußen. Das kann auch ein Grund dafür sein, dass sich im Glas kein Vakuum bildet. Und soll ja auf keinen Fall passieren! Die neueren Weck-Einkochgläser* kannst du aber getrost bis zum Rand voll füllen, bei denen hält sich das Vakuum trotzdem.

Beim Einkochen im Wasserbad ist es sehr wichtig, dass das Wasser im Einkochtopf und das Einkochgut in den Gläsern ungefähr dieselbe Temperatur haben. Du solltest das Wasser im Einkochtopf also erwärmt haben, bevor du die Gläser hineinstellst. Damit du immer weißt, wieviel Grad dein Wasser hat, stellst du ein Thermometer hinein.

Die Einkochzeit beginnt übrigens erst dann, wenn die erforderliche Temperatur erreicht ist!

Bevor ich dir jetzt einige meiner Lieblingsrezepte zum Birnen-Verarbeiten verrate, möchte ich dir aber noch eine ganz wichtige Sache ans Herz legen: Einkochen im Wasserbad für Kompott oder heiß einfüllen für Marmeladen ist nur bei säurehaltigen Lebensmitteln wie den meisten Obstsorten eine sichere Einkochmethode. Bei säurearmen Lebensmitteln wie Gemüse und Fleisch musst du entweder Säure zugeben oder eine Temperatur von über 100° Celsius beim Einkochen erreichen, um schädliche Mikroorganismen wie Botulibakterien wirksam zu zerstören!

Bei den Birnen müssen wir uns deswegen keinen Kopf machen, aber wenn du nicht-säurehaltige Lebensmittel wie die meisten Gemüse einkochen möchtest, beschäftige dich unbedingt mit dem Thema Botulismus.

Birnenkompott einkochen

Jetzt geht es aber los: Birnen einkochen!

Na, hast du nach soviel Theorie schon eine ganz weiche Birne? ;)

Dein Birnbaum ist geplündert und ein Berg leckerer, saftiger Birnen liegt auf dem Küchentisch? Dann lass uns loslegen, Birnen verarbeiten!

Birnen einkochen nach Omas Rezept: Birnenkompott

Du brauchst:

  • Saft einer Zitrone
  • 1 kg Birnen
  • 100 ml trockener Weißwein oder Birnensaft
  • 150 g Zucker
  • 4 Gewürznelken
  • 1 Zimtstange

Einen kleinen Topf ein paar Zentimeter hoch mit Wasser füllen und den Zitronensaft dazugeben.

Birnen waschen, schälen und vierteln. Das Kerngehäuse entfernen und sofort in das Zitronenwasser legen. Dann eine Minute lang im Zitronenwasser blanchieren. Gut abschrecken und abtropfen lassen.

Im selben Topf 400 ml Wasser, den Wein, den Zucker, die Nelken und die in Stücke gebrochene Zimtstange ca. drei Minuten lang unter Rühren kochen.

Birnenviertel in die sterilen Gläser füllen. Mit dem Zuckersud auffüllen und verschließen.

Die Gläser in einen großen Topf mit erwärmtem Wasser stellen und 30 Minuten bei 90 °C einkochen.

Das Kompott ergibt ungefähr fünf Gläser mit 250 ml Fassungsvermögen und schmeckt super zu Eis, Pfannkuchen oder Grießauflauf!

Birnen einkochen auf exotisch: Orientalisches Birnen-Chutney

Du brauchst:

  • 600 g Birnen geputzt und gewürfelt
  • 50 g getrocknete Datteln, in kleine Stücke geschnitten
  • 50 g getrocknete Feigen, in kleine Stücke geschnitten
  • 1 rote Zwiebel, fein gewürfelt
  • ½ Chilischote, in kleine Stücke geschnitten 
  • 100 ml Balsamico Bianco
  • 125 ml Birnensaft
  • 1 Sternanis
  • ½ Zimtstange
  • Salz, Zucker
  • 250 g Gelierzucker 2:1

Alle Zutaten in einem Topf gut vermischen und unter Rühren zum Kochen bringen. Drei Minuten lang kochen und mit Salz und Zucker abschmecken. Sternanis wieder herausfischen.

Chutney in sterilisierte Gläser füllen und sofort verschließen.

Die Gläser in einen großen Topf mit erwärmtem Wasser stellen und

30 Minuten bei 90 °C einkochen.

Das Chutney ergibt vier Gläser mit 250 ml Fassungsvermögen und schmeckt genial zu Fleisch und Fisch oder Gemüsebratlingen.

Du willst nicht nur Birnen einkochen? Dann probier doch auch mal dieses Apfelchutney! Auch für Kirschen, Mirabellen, Marmelade und Apfelmus habe ich auch tolle Rezepte parat, schau doch mal rein!

Birnenchutney einkochen

Kann ich Birnen einkochen ohne Zucker zu verwenden?

Jepp, selbstverständlich kannst du deine Birnen auch ganz ohne Zucker einkochen! Die Voraussetzung dafür ist, dass du besonders sauber arbeitest. Wie wäre es, statt dem allgegenwärtigen Apfelmus einmal zuckerfreies Birnenmus einzukochen?

Birnenmus ohne Zucker

Du brauchst:

  • 1 kg Birnen

Birnen putzen und klein schneiden. In einen Topf geben und aufkochen, bis sie zu zerfallen beginnen. Mit einem Stabmixer pürieren und unter Rühren weitere fünf Minuten kochen lassen. Dann in sterilisierte Gläser füllen und Gläser sofort verschließen.

Die Gläser in einen großen Topf mit erwärmtem Wasser stellen und bei 90° Celsius 30 Minuten lang kochen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

Das Birnenmus ergibt ungefähr vier Gläser mit einem Fassungsvermögen von 250 ml und ist so richtig lecker zu Eis, Pfannkuchen und Vanillepudding.

Welche Methoden gibt es noch, um Birnen haltbar zumachen?

Außer dem klassischen Einkochen im Wasserbad kannst du deine Birnen auch dörren! Dazu schneidest du sie in Scheiben, die ungefähr fünf Millimeter dick sind und trocknest sie bei 50° oder 60° Celsius ungefähr zehn bis zwölf Stunden.

Viele Kräuter wie Basilikum lassen sich durch Trocknen übrigens auch super haltbar machen!

Gedörrte Birnenchips

Birnen in Alkohol

Eine geistreiche Methode, Birnen haltbar zu machen, ist es, sie in Alkohol einzulegen! ;)

Du brauchst:

  • 2 kg Birnen
  • 1 kg Zucker
  • 375 ml Wasser
  • 500 ml Birnengeist 

Birnen schälen, vierteln und das Kernhaus herausschneiden. Zucker mit Wasser vermischen und in einem Topf aufkochen, bis ein dicklicher Sirup entsteht.

Sirup über die Früchte gießen und abgedeckt 24 Stunden ziehen lassen. Dann die Birnen herausnehmen und gut in einem Sieb über dem Topf abtropfen lassen.

Den Sirup so lange sprudelnd kochen, bis nur noch die Hälfte der Flüssigkeit übrig ist. Die Birnen hineingeben und weitere 24 Stunden ziehen lassen, dann wieder herausnehmen. Den restlichen Sirup mit dem Birnengeist mischen. Die Birnen in Gläser schichten und vollständig mit der Flüssigkeit bedecken-

Die eingelegten Birnen ergeben ungefähr drei Gläser mit einem Fassungsvermögen von einem Liter und sind eine Delikatesse zu Nachspeisen und Wildgerichten. Du kannst ihnen aber auch einfach einen Soloauftritt verschaffen und sie pur genießen! 

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Beim Birnen Einkochen kannst du in jedem Fall kreativ werden – mit ihrem sanften süßen Geschmack sind sie sehr anpassungsfähig und lassen sich harmonisch in jede Geschmacksrichtung einpassen. Also frisch an Werk!

Du bist auf den Geschmack gekommen und magst noch tiefer einsteigen ins Haltbarmachen? Dann lies gerne hier weiter:

6 Techniken, mit denen du Obst und Gemüse haltbar machen kannst

Die perfekte Tomatensauce einkochen: saugut & super schnell!

Quitten verarbeiten ohne Muskelkater: Die besten Tricks

Welche Tipps und Tricks hast du auf Lager beim Birnen Einkochen? Ich bin gespannt auf deine Kommentare!

*Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

Apfelbaum pflanzen

Apfelbaum pflanzen – In 7 Schritten zur eigenen Apfelernte!

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Apfelbaum pflanzen? Der war vor zehn Jahren! ;) Falls du da noch keinen Apfelbaum gepflanzt hast, wird’s jetzt aber höchste Zeit! Also zieh deine Gummistiefel an und nichts wie raus in den Garten! Ich zeige dir, wie es geht.

Inhaltsverzeichnis
Wann soll ich meinen Apfelbaum pflanzen?
Apfelbaum pflanzen in 7 einfachen Schritten
Unterlage und Wüchsigkeit von Apfelbäumen
Wer bestäubt hier wen? Befruchter-Apfelbaum pflanzen
Viele bunte Apfelsorten! Welchen Apfel soll ich wählen?

Wann soll ich meinen Apfelbaum pflanzen?

Der Herbst ist der beste Zeitpunkt zum Apfelbaum pflanzen! Dann hat dein Bäumchen bis zum nächsten Frühjahr nämlich ausreichend Gelegenheit, seine Wurzeln tief in die Erde zu strecken und am neuen Standort heimisch zu werden. Ein weiterer Vorteil: Du musst weniger gießen, weil es im Herbst mehr Niederschläge gibt.

Grundsätzlich kannst du aber das ganze Jahr über deinen Apfelbaum pflanzen.

Es kommt allerdings ganz darauf an, in welcher Form du ihn zu dir holst. Junge Apfelbäume kannst du entweder im Topf kaufen oder wurzelnackt. Die wurzelnackte Variante kommt ganz ohne Topf und Erde daher – du kaufst ein Bäumchen, dessen Wurzelballen ganz frei liegt. Das sieht dann ungefähr so aus:

Apfelbaum pflanzen wurzelnackt

Bäumchen im Topf haben den Vorteil, dass du sie zu jeder Jahreszeit pflanzen kannst – sie sind nämlich nicht so empfindlich wie wurzelnackte Bäume. Sie sind aber auch deutlich teurer. Die günstigeren, wurzelnackten Bäume kannst du von Oktober bis April setzen, solange es frostfrei ist.

Egal ob wurzelnackt oder im Topf: Für die Pflanzung deines Apfelbaums hast du mehrere Monate Zeit – ganz anders ist es mit Gemüse!

Damit das richtig wächst, will es zum rechten Zeitpunkt ausgesät sein. Und damit du keinen Aussaat- und Pflanzzeitpunkt mehr verpasst, habe ich hier etwas für dich: Meinen Aussaatkalender mit allen wichtigen Aussaatterminen! Lass mir einfach deine Emailadresse da, und der Kalender flattert in dein Postfach:

Es geht los: Apfelbaum pflanzen in 7 einfachen Schritten

Ihr seid startklar, du und dein neues Apfelbäumchen? Dann zeige ich dir jetzt Schritt-für-Schritt, wie du es deinem zukünftigen Mitbewohner an seinem Plätzchen gemütlich machst!

Schritt 1: Apfelbaum wässern

Bevor du loslegst, kürzt du bei deinem wurzelnackten Apfelbaum die Hauptwurzeln um ein paar Zentimeter und entfernst alle Wurzeln, die abgeknickt, verletzt oder vertrocknet sind. Dann stellst du ihn ein paar Stunden lang in einen Kübel mit Wasser. Containerware kommt ohne Plastiktopf in das Wasserbad. Hier musst du auch nicht die Wurzeln schneiden. Auf diese Weise kann sich dein Bäumchen nochmal so richtig satt trinken, bevor es ans Apfelbaum pflanzen geht.

Schritt 2: Pflanzloch graben

Jetzt ist Muskelkraft gefragt: Für deinen Apfelbaum brauchst du ein Pflanzloch, das bei Containerware mindestens doppelt so breit und ungefähr doppelt so tief ist wie der Topf. Der Baum soll aber nur so tief in den Boden kommen, dass seine Veredelungsstelle eine Handbreit über der Erde liegt.

Für wurzelnackte Bäume gräbst du ein Loch, das ungefähr 50 bis 60 Zentimeter breit ist und so tief, dass die Veredelungsstelle auch hier circa eine Handbreit über der Erdoberfläche liegt.

Psst: Wenn du deinen Meterstab über das Pflanzloch legst und dein Bäumchen hineinstellst, kannst du ganz leicht sehen, ob du schon tief genug gebuddelt hast!

Dann kannst du noch etwas Kompost ins Pflanzloch geben, damit dein Apfelbaum gleich ein bisschen Futter vorfindet, wenn er seine Wurzeln ausstreckt.

Spaten am richtigen Ort zum Apfelbaum pflanzen

Schritt 3: Holzpflock einschlagen

Bevor es ans Apfelbaum pflanzen geht, brauchst du noch einen Holzpflock als Stütze! Er sorgt dafür, dass dein Baum kein Fähnchen im Wind ist, sondern sich tapfer behaupten kann und stabil im Boden steht. Der Pflock sollte so hoch sein, dass du ihn einen guten halben Meter in den Boden einschlagen kannst und er dann bis zum Beginn der Baumkrone reicht.

Wenn du in einer besonders windigen Gegend wohnst, ist es sinnvoll, zwei Pfähle einzuschlagen. Doppelt hält einfach besser! ;) Die Holzpflöcke sollten ungefähr 30 bis 40 Zentimeter Abstand zum Stamm haben.

Schritt 4: Es ist soweit: Den Apfelbaum einpflanzen!

Nach all diesen Vorbereitungen kannst du jetzt endlich dein Bäumchen aus dem Wassereimer holen und es in die Pflanzgrube setzen.

Ganz wichtig: Die Veredelungsstelle muss sich ungefähr eine Handbreit über dem Boden befinden! Nur so wächst dein Baum nachher, wie er soll.

Jetzt füllst du die ausgehobene Erde in das Pflanzloch zurück und trittst sie vorsichtig fest. Du willst deinen Apfelbaum ja nicht verletzen!

Vermutlich bleibt dir Erde übrig: Aus der baust du rund um dein Pflanzloch einen Gießrand. So bleibt das Wasser da, wo du es haben willst.

Jetzt kannst du noch eine sogenannte Baumscheibe anlegen: Dazu mulchst du die Pflanzstelle bis zum Gießrand mit Holzhackschnitzeln. Das schützt deinen zarten jungen Baum vor Unkraut und Krankheiten und hält die Feuchtigkeit im Boden.

Apfelbaum stützen und festbinden

Schritt 5: Apfelbaum anbinden

Jetzt hast du es schon fast geschafft – du musst dein Bäumchen nur noch an den Holzpfahl binden! Dazu braucht es ein wenig Achtsamkeit: Du legst nämlich einen Strick in der Form einer Acht um Stamm und Holzpflock.

Dann umwickelst du die Mitte des Stricks ein paarmal und machst schließlich am Holzpflock einen Knoten. Den kannst du noch mit einer Krampe oder einem Nagel sichern, damit der Strick nicht im Lauf der Zeit herunterrutscht und deinem Apfelbaum nichts mehr nutzt.

Schritt 6: Apfelbaum schneiden

Nach dem Apfelbaum pflanzen braucht dein Bäumchen noch einen sogenannten Pflanz- oder Erziehungsschnitt, damit es eine schöne Krone ausbildet.

Dazu kürzt du den Leittrieb und drei bis vier Seitenäste um ungefähr ein Drittel ein – weitere Seitenäste schneidest du ganz heraus. Die verbliebenen Seitenäste sollten alle dieselbe Länge haben, damit eine Pyramidenform entsteht. Wenn sie sehr steil stehen und so dem Leittrieb Konkurrenz machen, bindest du sie mit einem Strick nach unten.

Du möchtest noch mehr über das Schneiden von Apfelbäumen lernen? Dann bitte einmal hier entlag, dem Thema habe ich nämlich einen eigenen Artikel gewidmet:

Apfelbaum schneiden – So geht es!

Schritt 7: Wasser marsch: Apfelbaum angießen

Wuuhuu, es ist vollbracht! Herzlichen Glückwunsch zum neuen Gartenbewohner! :) Jetzt musst du nur noch eine Gießkanne holen und ihn so richtig durchdringend gießen. Und dann heißt es Geduld haben, bis du die ersten leckeren Äpfel vernaschen kannst!

Die erste Ernte vom eigenen Apfelbaum

Wählen mit Bedacht: Unterlage und Wüchsigkeit von Apfelbäumen

Du hast einen eher kleinen Garten, würdest aber super gern ein oder zwei Apfelbäume darin haben? Kein Problem – für jede Gartengröße gibt es den passenden Baum! Sogar auf dem Balkon kannst du mit der richtigen Unterlage einen Apfelbaum pflanzen!

„Unterlage“ meint dabei den Stamm mit Wurzelballen, auf den deine ausgewählte Apfelsorte veredelt ist. Die Unterlage bestimmt, ab welcher Höhe der Baum seine Krone entwickelt.

Es gibt folgende Stammhöhen:

  • Hochstämme entwickeln ab 180 bis 220 Zentimeter ihre weit ausladende Krone. Sie brauchen viel Platz im Garten und werfen auch einen großen Schatten. Schnitt und Ernte sind wegen der Höhe schwierig. Deshalb sind Hochstämme für die meisten Hausgärten nicht gut geeignet. Allerdings bringen sie besonders viel Ertrag und haben die längste Lebensdauer.
  • Halbstämme haben ihre weit ausladende Krone ab einer Höhe zwischen 100 bis 160 Zentimeter und können vier bis sechs Meter hoch werden. Auch Halbstämme wollen viel Platz in deinem Garten haben!
  • Niederstämme beginnen mit der Krone auf einer Höhe von 80 bis 100 Zentimetern und sind einfach zu beernten und zu schneiden. Deshalb eignen sich Niederstämme für kleinere Gärten gut.
  • Buschbaum oder Säulenapfel: Das ist die kleinste und schwachwüchsigste Unterlage. Ihre fruchttragenden Äste beginnen ab einer Höhe von 40 bis 60 Zentimetern. Darum kannst du sie auch in einen großen Topf auf dem Balkon pflanzen, wenn du sie regelmäßig schneidest und sie im Winter vor dem Durchfrieren der Erde schützt.

Auch mit einem kleinen Garten hast du viele Möglichkeiten! Du kannst nämlich nicht nur einen passenden Apfelbaum pflanzen, sondern auch mit ein paar Kniffen eine dicke Gemüseernte einfahren!

Welchem Apfelbaum du in deinem Garten ein neues Zuhause gibst, ist eine wichtige Entscheidung. Du solltest ihn deshalb möglichst in einem Fachbetrieb mit entsprechender Beratung kaufen, damit du viele Jahre Freude an deinem neuen Mitbewohner hast.

Apfelbaum pflanzen: Äpfel in Korb

Wer bestäubt hier wen? Befruchter-Apfelbaum pflanzen

Wenn du dich nun für einen Apfelbaum entschieden hast, ist das leider erst die halbe Miete:  Apfelbäume sind nämlich Fremdbefruchter. Das heißt, dein Bäumchen braucht ein weiteres Bäumchen einer anderen passenden Apfelsorte für die Bestäubung.

Manche Sorten sind schlechte Bestäuber oder blühen zu unterschiedlichen Zeiten – kurz: Es ist gar nicht so einfach mit dem Kinder- äääh Apfelwunsch!

Gute Befruchtersorten sind „Cox Orange“, „James Grieve“, „Jonathan“ oder „Ingrid Marie“. Am besten fragst du aber in der Baumschule nach, welche Sorte als Befruchter für deine auserwählte Apfelsorte in Frage kommt.

Wenn du in deinem Garten keinen Platz hast für eine Befruchtersorte, kannst du einen Apfelbaum pflanzen, auf den mehrere Sorten veredelt sind. Die bestäuben sich dann gegenseitig. Oder du setzt in die Nähe einen kleinen Zierapfel: Der blüht lange wunderschön und kann mit Hilfe der Bienen deinen Apfelbaum perfekt bestäuben. In professionellen Apfelplantagen wachsen deshalb am Rand oft verschiedene Zierapfelsorten. So müssen sich die Betreiber keine Gedanken um die Befruchtung machen.

In diesem Artikel habe ich übrigens einen richtig coolen Trick für die Bestäubung von Tomaten auf Lager!

Viele viele bunte Apfelsorten! Welchen Apfel soll ich wählen?

Bevor du ans Apfelbaum pflanzen gehen kannst, musst du dich natürlich zuerst für eine Apfelsorte entschieden haben. Es gibt sooo viele verschiedene Äpfel – welchen sollst du bloß nehmen?

Dazu solltest du überlegen:

  • Welche Wuchsform passt in deinen Garten? 
  • Welche Äpfel magst du am liebsten: Sind es die süß-milden oder eher die säuerlich-knackigen Sorten?
  • Möchtest du deinen Apfel möglichst früh direkt vom Baum naschen oder ist es dir lieber, ihn später zu ernten und einlagern zu können?
  • Ist dein Apfelbaum anfällig für Krankheiten und Schädlinge oder bringt ihn so schnell nichts zum Kränkeln?
  • Möchtest du eine historische Sorte oder eine moderne Sorte anbauen?

Mit den Antworten auf diese Fragen solltest du in einem Fachbetrieb schnell zu deinem Wunschapfel kommen. :)

Apfelbaum pflanzen PIN
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Einen Apfelbaum pflanzen ist nicht schwer und du hast jahrelang ungespritzte, knackige und vitaminreiche Äpfel zum Schlemmen – also worauf wartest du noch? Je schneller du pflanzt, desto eher kannst du ernten! ;)

Du bist fertig mit Apfelbaum pflanzen und möchtest dich schon mal informieren, was du mit den Früchten anstellen kannst, außer sie sofort aufzuessen? Dann lies gerne hier weiter:

Leckeren Apfelsaft selber machen – auch ohne Entsafter!

Apfelessig selber machen: Einfaches und gelingsicheres Rezept

Apfelmus einkochen: Das weltbeste Rezept

Möchtest du auch einen Apfelbaum pflanzen? Ich bin gespannt auf deine Apfel-Pläne!

Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.